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UteK

Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe

Empfohlene Beiträge

Schöner Vergleich mit dem Fußball, Melanie. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen. Ich habe mir nämlich sagen lassen, dass es viele Fußballer und auch andere Sportler gibt, die täglich oder wenigstens mehrmals wöchentlich trainieren, obwohl sie längst in der Königsklasse angekommen sind.

 

viele Grüße, Dorit

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Ich glaube' date=' es geht weniger um das Bild vom Genie. Viel mehr vermittelt sich mir der Eindruck, dass es gerade beim Schreiben oft zu einer Ausschließlichkeitsdiskussion kommt: Talent versus Handwerk[/quote']

Vor allem ist es schwierig, das Talent zu erkennen.

 

Beim Fußball ist noch recht einfach: Wenn du viele Tore schießt (oder viele verhinderst), kann man davon ausgehen, dass ein gewisses Talent vorhanden ist. Außerdem fördern die Fußballvereine seit Jahrzehnten Nachwuchsspieler, man kann also annehmen, dass sie langsam damit Erfahrungen haben. Trotzdem streiten sie sich immer wieder darüber wer Talent hat und die Voraussagen, welcher Spieler denn nun mal ein toller Superspieler wird, sind nicht sehr belastbar ;-).

 

Beim Schreiben fehlen sowohl die einfachen Merker (Zahl der Tore) wie auch die Erfahrung. Jeder spricht dem Talent zu, der Texte schreibt, die der Entsprechende gerne liest und spricht dem Talent ab, der anders schreibt, als man es gerne hätte. Literaten sprechen Heftchenschreibern gerne jedes Talent ab. Aber mit solchen Geschmacksurteilen kann man kein Talent beurteilen.

 

Hat die Autorin von den 50 Shades of Grey nun Talent? Die meisten werden ihr das abstreiten. Was konsequenterweise bedeuten würde, dass man beim Schreiben ganz ohne Talent Erfolg haben kann ;-).

 

Immer mal wieder werde ich gefragt, ganz bange: Habe ich Talent? Ich weigere mich, solche Antworten zu beantworten. Ich glaube, ich kann Tipps geben, wie man Texte verbessern könnte, aber die Talententscheidung? Da habe ich zuviele Überraschungen erlebt.

 

Und selbst, wenn jemand kein Talent hätte, was sollte daraus folgen? Dass er nicht mehr schreiben darf, weil talentlos? Wenn jemand schreiben will, soll er es tun, wir Autoren sollten uns über jeden freuen, der schreiben will. Alles mögliche kann man verändern, aber das Talent nicht. Insofern ist die Frage nach dem Talent auch sehr akademisch.

 

Übrigens: Im Wald wäre es sehr still, wenn nur die talentierten Vögel singen würden. Und was würden Autoren tun, wenn nur die talentierten Leser lesen würden? ;-)

 

herzliche Grüße

 

Hans Peter

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@Hans Peter

 

Nach meiner Definition bedeutet Talent nicht ausschließlich die Art, wie jemand schreibt, sondern dazu gehört vor allem auch Phantasie, wie diese Ideen umgesetzt werden.

Viele Autoren, die handwerklich gut schreiben können, scheitern an ihren Plots.

 

Und die Shades of Grey zeugen durchaus vom Talent der Autorin - denn sie hat mit der Art, WIE sie ihre Geschichte erzählt, den Nerv einer sehr großen Leserschaft getroffen. Das ist ebenfalls Talent - und zwar ein intuitives Talent, das man wesentlich schwerer mit handwerklichen Stilmitteln erlernen kann.

 

Talent ist die Mischung aus Phantasie und der Fähigkeit, diese in Geschichtenform zu übersetzen. Das Handwerk kann nur dabei helfen, diese "Übersetzung" möglichst gut zu gestalten.

 

Gruß, Melanie

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Nach meiner Definition bedeutet Talent nicht ausschließlich die Art, wie jemand schreibt, sondern dazu gehört vor allem auch Phantasie, wie diese Ideen umgesetzt werden.

Viele Autoren, die handwerklich gut schreiben können, scheitern an ihren Plots.

Ich meinte auch nicht nur die Art wie jemand schreibt. Da kommt vom Stilempfinden über Plot, Fähigkeit sich in Figuren versetzen zu können, Phantasie, etc. pp. eine ganz Menge zusammen und das macht es auch so schwierig, das "Schreibtalent" zu beurteilen.

 

herzliche Grüße

 

Hans Peter

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Da kommt vom Stilempfinden über Plot' date=' Fähigkeit sich in Figuren versetzen zu können, Phantasie, etc. pp. eine ganz Menge zusammen und das macht es auch so schwierig, das "Schreibtalent" zu beurteilen.[/quote']

 

Es ist m.E. auch nicht schwieriger als beim Fußball - denn letztlich kommt es ja vor allem darauf an, wie schnell derjenige in der Lage ist, mit der richtigen Förderung auf dem Talent aufzubauen. Manche schaffen es nie -> mangelndes Talent, andere sind in der Lage, die Hilfen/Trainings/Tipps sehr schnell umzusetzen ->Zeichen für Talent

Und noch andere haben schon instinktiv den richtigen Weg eingeschlagen, würden ihn ohnehin beschreiten, sind aber noch etwas schneller mit der richtigen Förderung.

 

Die Tatsache, ob jemand beim Fußball Tore schießt/hält, besagt auch erstmal noch nichts über sein eigenes Talent. Die könnte auch für das mangelnde Talent der Gegner sprechen ;)

 

Und die Tatsache, dass etwas schwierig zu definieren ist, bedeutet nicht, dass es so etwas nicht gibt. Soweit ich weiß, gibt es bis heute keine allgemeingültige Definition für den Begriff "Zeit" - und trotzdem zweifelt keiner daran, dass es sie gibt, denn sonst würde keiner mehr Uhren kaufen, um sie zu messen. ;D

 

Gruß, Melanie

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Hallo,

 

noch ganz kurz zum eigentlichen Thema: Schreibkurse von Dozenten, die selbst veröffentlichen, bieten vermutlich mehr als pures Handwerk (dazu zähle ich übrigens und vor allem das Plotten).

 

Als Anhänger von learning-by-doing, also dem Anwenden des vermittelten Handwerks am eigenen Stoff, eine Methode, die ebenso einprägsam wie nachvollziehbar wirkt, halte ich die Seminare (2 Tage für z. B. 12 Teilnehmer) für zu kurz. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt.

 

Frohes Fest,

 

Holger

 

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ach eins meiner Lieblingsthemen (schließlich unterrichte ich seit vielen Jahren). Kunst versus Handwerk. Ich bin davon überzeugt, dass es beides braucht. Gute Ideen & gutes Handwerk. Der Unterschied aber ist: MIT Handwerkszeug ärgert man sich weniger über das Scheitern beim Umsetzen der eigenen Ideen.

 

In diesem Sinne, auf das handwerklich wissende Genie!

Anni

Autorin | Ein  Buch schreiben

Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher

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In keiner Sportart oder Kunstrichtung kann jemand zu Höchstleistungen aufsteigen, der kein Talent mitbringt. Talent ist unabdingbar. Aber ebenso unabdingbar ist die Förderung desselben.

Sehe ich auch so.

 

Schöner Vergleich mit dem Fußball, Melanie. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen. Ich habe mir nämlich sagen lassen, dass es viele Fußballer und auch andere Sportler gibt, die täglich oder wenigstens mehrmals wöchentlich trainieren, obwohl sie längst in der Königsklasse angekommen sind.

Der Vergleich ist gut, zweifelsohne.

Aber wo sind dann die Seminare für Fussballer?

Nirgends, richtig.

Förderung und Training von Talent sehen nämlich anders aus.

 

Vor allem ist es schwierig, das Talent zu erkennen.

Finde ich gar nicht.

Zu Fußball kann ich natürlich nichts sagen, da ich davon nicht viel verstehe. Aber was das Geschichtenerzählen angeht, kann ich einem Manuskript durchaus entnehmen, ob Talent dahintersteckt. Es kann handwerklich noch so grottig sein: Wenn der Autor Talent hat, merkt man das. Ganz spontan aus der Hüfte geschossen würde ich die folgenden Merkmale anführen:

- Ideenreichtum

- Thematische Stringenz, innere Logik

- Mut zum Thema und seiner Ausführung

- Humor

 

Beim Schreiben fehlen sowohl die einfachen Merker (Zahl der Tore) wie auch die Erfahrung. Jeder spricht dem Talent zu, der Texte schreibt, die der Entsprechende gerne liest und spricht dem Talent ab, der anders schreibt, als man es gerne hätte. Literaten sprechen Heftchenschreibern gerne jedes Talent ab. Aber mit solchen Geschmacksurteilen kann man kein Talent beurteilen.

Was sind "Literaten"?

Da ich nicht so ticke, bin ich wahrscheinlich keiner.

 

Hat die Autorin von den 50 Shades of Grey nun Talent? Die meisten werden ihr das abstreiten. Was konsequenterweise bedeuten würde, dass man beim Schreiben ganz ohne Talent Erfolg haben kann ;-).

Sie hat definitiv Talent! Ich finde das Buch, das sie geschrieben hat, handwerklich ziemlich mies bis nervig, aber ich erkenne, dass sich dahinter Talent zum Geschichtenerzählen versteckt.

 

Immer mal wieder werde ich gefragt, ganz bange: Habe ich Talent? Ich weigere mich, solche Antworten zu beantworten.

Schick sie zu mir. ;D

 

Ich glaube, ich kann Tipps geben, wie man Texte verbessern könnte, aber die Talententscheidung? Da habe ich zuviele Überraschungen erlebt.

Spontaner Gedanke von mir: Talent hat man, wenn nach Befolgen dieser Tipps ein Text herauskommt, der tatsächlich besser ist.

Passt nicht ganz, aber die grobe Richtung ist das.

 

Und selbst, wenn jemand kein Talent hätte, was sollte daraus folgen? Dass er nicht mehr schreiben darf, weil talentlos?

Geile Idee. :s22

Nee, doch nicht, dann könnte ich nicht mehr arbeiten, weil ich aus dem Lesen nicht mehr rauskäme. ;)

 

wir Autoren sollten uns über jeden freuen, der schreiben will.

Hilf mir auf die Sprünge. Warum doch gleich ...?

 

Übrigens: Im Wald wäre es sehr still, wenn nur die talentierten Vögel singen würden.

Jetzt wird es mir zu esoterisch.

(Ich stelle mir gerade eine Versammlung von 1000 Rotkehlchen im Wald vor, wo eins von allen umstanden wird und ein anderes mit Bohlens Stimme sagt: "Du solltest es besser lassen")

 

Und was würden Autoren tun, wenn nur die talentierten Leser lesen würden? ;-)

Was ist ein talentierter Leser? :-?

 

Peter

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Einspruch, euer Peter! ;D

 

Seminare gibt es auch für Fussballer. Und andere Sportler. Innerhalb der Trainingslager, also der Intensivtrainings, wird viel mehr als blanke Technik vermittelt. Dort geht es ebenfalls darum, dass der Sportler sich Gedanken über seinen individuellen Weg macht, über seine Ziele, seine Etappen, seine Werte. Außerdem erkundet er den Zusammenhang zwischen seinen eigenen Voraussetzungen und seinen eigenen Ergebnissen. Er lernt, seine Stärken zu nutzen, usw.

Ich sehe da viele Parallelen.

 

viele Grüße, Dorit

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Ich denke, wir sind uns doch alle einig, dass ein Seminar/Training/Schulung oder was auch immer hilfreich sein kann, ein Talent zu fördern, wenn die Schulung sich genau auf die Defizite ausrichtet. Insofern ist hier, bei dieser Akademie, ja schon mal der erste Schritt dadurch getan, dass nicht alle Teilnehmer zusammengesteckt werden, sondern dass nach Status - wo steht jemand mit seiner Erfahrung - vorsortiert wird.

 

Zu allgemeinen Talentfrage finde ich Peters Definition - wenn man merkt, wie schnell jemand durch die Tipps den Text verbessert - schon sehr brauchbar. Persönlich denke ich, dass jemand mit dem entsprechenden Talent irgendwann (wenn er z.B. viele Bücher liest und bewusst oder unbewusst aufnimmt, wie andere Autoren arbeiten) von selbst zu dem Punkt kommt, den ihn ein Kurs lehren kann. Die Frage ist nur, wann dieses "irgendwann" ist. Bei manchen geht es sicher sehr schnell, bei anderen könnte es sein, dass ihr Talent verkümmert, weil sie sich um sich selbst drehen. Und da kann ein Seminar/Kurs etc. sehr nützlich sein. Oder wenn jemand bemerkt, dass er bestimmte Defizite im Handwerk hat, die er gern beseitigen möchte.

 

Die größte Problematik bei von Verlagen angebotenen Akademien sehe ich darin, dass sie u.U. viele Autoren anziehen, denen es weniger um die Arbeit am Text geht, sondern um die Unterbringung ihres (häufig schon fertigen) Manuskripts. Das ist durchaus legitim, aber mit genau diesem Wunsch spielen die Verlage ja auch - denn wenn es zwei verschiedene Kurse gibt - der eine wird von einem Verlag angeboten, der andere von Profis ohne Verlag - bei wem gehen wohl mehr Anmeldungen ein?

 

Gruß, Melanie

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Die größte Problematik bei von Verlagen angebotenen Akademien sehe ich darin, dass sie u.U. viele Autoren anziehen, denen es weniger um die Arbeit am Text geht, sondern um die Unterbringung ihres (häufig schon fertigen) Manuskripts. Das ist durchaus legitim, aber mit genau diesem Wunsch spielen die Verlage ja auch

Das würde ich mal vorsichtig als die Quintessenz der Thematik betrachten.

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Die größte Problematik bei von Verlagen angebotenen Akademien sehe ich darin' date=' dass sie u.U. viele Autoren anziehen, denen es weniger um die Arbeit am Text geht, sondern um die Unterbringung ihres (häufig schon fertigen) Manuskripts. Das ist durchaus legitim, aber mit genau diesem Wunsch spielen die Verlage ja auch - denn wenn es zwei verschiedene Kurse gibt - der eine wird von einem Verlag angeboten, der andere von Profis ohne Verlag - bei wem gehen wohl mehr Anmeldungen ein? [/quote']

 

Die 400-700 Euro für ein Wochenendseminar zahlt doch kein Nachwuchsautor, weil er wirklich glaubt, in der kurzen Zeit das Schreiben beigebracht zu bekommen. Nein er wird den überdurchschnittlich hohen Preis in der Hoffnung zahlen, "entdeckt zu werden". Die Seminargebühr als Leseprämie für überlastete Lektoren, die in den 5000 unverlangt eingesandten Manuskripten keine förderungswürdigen Nachwuchsautoren finden konnten, vielleicht auch, weil sie nicht danach gesucht haben. So trägt Bastei Lübbe seine Haut zu Markte und veranstaltet mit seiner "Academy" ein Autoren-Casting mit erstaunlich hohen Eintrittsgeldern. Da fehlt dann nur noch der bereits erwähnte Bohlen...

 

Beste Grüße

Patrick

"Ich habe nicht geschossen, nur ein bisschen- Absurde Ausreden vor Gericht", Ullstein 2018

"Justiz am Abgrund - Ein Richter klagt an", Langen-Müller 2018

"Jurafakten - Verbotene Süßigkeiten, erlaubte Morde und andere Kuriositäten aus Recht und Gesetz", Ullstein 2019

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Jetzt wartet es doch erst mal ab. Das ist die erste und bislang einzige von einem Verlag betriebene Schreibschule, und es geht erst nächstes Jahr los. Nur ein Hellseher kann jetzt schon wissen, wie es laufen wird. Und der sollte dann Unternehmensberater werden, anstatt sein Leben mit dem Schreiben von Romanen vergeuden … :-*

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Hi,

ich glaube, dass der Verlag einen Versuch macht das Schreiben als Handwerk zu etablieren, so wie in Übersee.

Vielleicht ist die Motivation, keine teueren Lizenzen mehr einkaufen zu müssen? In anderen Ländern wird kreatives Schreiben an Schulen unterrichtet, wir Deutschen saugen uns alles selbst aus dem Mark- und wundern uns dann, warum wir solche Einzelkämpfer sein müssen.

Ich werde zwar nicht teilnehmen, finde den Ansatz aber gut. Und übrigens: Schüler im Bereich Krankengymnastik zahlen hier im Norden über 400.- im Monat (!, drei Jahre lang) für ihre Ausbildung- und leben müssen die auch noch. Wenn wir das Schreiben ernstnehmen, sollten wir auch bereit sein für echte Ausbildung zu zahlen.

Schon mal einen Balletttänzer ohne kostenpflichtige Profiausbildung gesehen? Einen Klavierspieler? Selbst Maler machen Kurse. Nur wir Schreiber denken immer: kann ich selber. Uns wundern uns dann, warum jeder denkt er könne Bücher schreiben.

Im Übrigen denke ich auch: Ob die meiner verklärten Vorstellung von dem, was die im Verlag vorhaben genügen, sehen wir, wenn es soweit ist.

Lasst denen doch ein bisschen Zeit zu zeigen, was Sie meinen.

Und klar, ich habe auch Angst vor Konkurrenz, aber letztlich läuft es doch immer darauf hinaus: wer am besten schreibt, hat am Ende die meisten Leser. Und wie jeder dahin kommt...

Weihnachtliche Grüße

Doris

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Vor allem ist es schwierig, das Talent zu erkennen.

Finde ich gar nicht.

Zu Fußball kann ich natürlich nichts sagen, da ich davon nicht viel verstehe. Aber was das Geschichtenerzählen angeht, kann ich einem Manuskript durchaus entnehmen, ob Talent dahintersteckt. Es kann handwerklich noch so grottig sein: Wenn der Autor Talent hat, merkt man das. Ganz spontan aus der Hüfte geschossen würde ich die folgenden Merkmale anführen:

- Ideenreichtum

- Thematische Stringenz, innere Logik

- Mut zum Thema und seiner Ausführung

- Humor

Mal abgesehen davon, dass es durchaus erfolgreiche Autoren gibt ohne Humor, ist das eine Behauptung. Der gleiche Autor - auf dem gleichen Niveau des handwerklichen Könnens - kann durchaus grottige Texte ohne Ideenreichtum schreiben und solche die funkeln. Aus einem einzelnen Text das Talent zu folgern, ist Quacksalberei ähnlich der, die aus der Aura Krankheiten diagnostiziert.

 

Am ehesten könnte man es noch aus dem Fortschritt bei der Weiterentwicklung schlussfolgern. Wie schnell jemand dazulernt, dürfte sicher mit dem Talent zusammenhängen.

 

Spontaner Gedanke von mir: Talent hat man, wenn nach Befolgen dieser Tipps ein Text herauskommt, der tatsächlich besser ist.

Mal eine ganz unanständige Frage: Wie kommst du eigentlich auf die Idee, dass man entweder Talent hat oder keins? Immerhin ist in den meisten Fällen Talent nicht wie Computersoftware verteilt, sprich: 0 oder 1. Sondern verteilt sich als Gaußkurve. Der eine hat mehr, der andere weniger. Und die meisten liegen in der Mitte.

 

Warum sollte das beim Schreiben anders sein?

 

wir Autoren sollten uns über jeden freuen, der schreiben will.

Hilf mir auf die Sprünge. Warum doch gleich ...?

Denk mal scharf nach. Warum hat jede Schule Deutsch, Musik, Sport und Mathe im Angebot?

 

Und was würden Autoren tun, wenn nur die talentierten Leser lesen würden? ;-)

Was ist ein talentierter Leser?  :-?

Wenn du das nicht weißt, solltest du nicht schreiben ;-).

 

herzliche Weihnachtsgrüße und jetzt Schluss mit dem Talent

 

Hans Peter

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Hallo, Ihr Lieben!

 

Ich verstehe die ganze Aufregung um Lübbes neuestes Unterfangen nicht. Im Prinzip ist die Lübbe-Akademie doch erst einmal nichts weiter als ein Angebot. Kann man machen, kann man lassen. Klar, die Preise sind üppig. Darüber ließe sich vielleicht meckern. Andererseits fände ich persönlich ein Seminar mit Andreas Eschbach recht verlockend. Würde ich eventuell sogar drauf sparen wollen. Und wo wäre da das Problem?

 

In anderen Ländern gibt es verlagsgebundene Schreib-Akademien übrigens schon länger. Zum Beispiel die von Allen&Unwin in England und auch hier in Australien (wo einem die Kurse auch nicht eben hinterher geworfen werden):

 

(Link ungültig)

 

Lieben Gruß,

Annette

2012 DER GEHEIMNISVOLLE GARTEN, Roman Knaur TB&&2013 DIE VERBOTENE GESCHICHTE, Roman Knaur TB

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Da ich mit den zuständigen Initiatoren über das Projekt gesprochen und dabei auch nach den Motiven gefragt habe, weiß ich zufällig, welche Absicht dahintersteht. Zuallererst: Es geht nicht darum, Geld mit den Kursen zu verdienen, da gibt es wesentlich weniger personalaufwendige Investitionsmöglichkeiten (während der bisherigen Kurse waren immer mindestens zwei Lektoren als Betreuer dabei, auch am Wochenende; von der Organisation, der Vorbereitung und der Durchführung der Seminare ganz zu schweigen). Nach meiner Einschätzung sind diese Veranstaltungen gerade mal kostendeckend, wenn überhaupt.

 

Selbstverständlich steht trotzdem ein Gewinninteresse dahinter, aber ein mittelbares: Die Vorstellung geht tatsächlich dahin, Nachwuchstalente zu fördern und an den Verlag zu binden.

Man will sich mit diesem Konzept jedoch auch qualitativ von anderen Verlagen abheben, die zur Nachwuchsförderung und -entdeckung z. B. Websiten vorhalten, wo bisher unveröffentlichte Autoren ihre Projekte einstellen und besprechen lassen können.

 

Was die Chancen bzw. Erwartungen auf eine Veröffentlichung angeht, sollten die Bälle natürlich besser flach gehalten werden, aber Fakt ist - man lernt als Neuling viel übers Büchermachen und gewinnt jede Menge Einblicke, wie ein Verlag funktioniert, was der Markt will und was man selbst tun kann (und was man nicht tun sollte), um reinzukommen. Und im Zweifel erfahren die Teilnehmer auch in intensiven Einzelgesprächen mit Profis, warum es eben nicht reicht.

 

Der Verlag sucht immer neue und interessante Talente, und logischerweise gibt es da eine Konkurrenz mit den anderen Verlagen, die ja dasselbe wollen. Hier im Forum wurde oft genug über Auktionen gesprochen, nicht wenige Montis durften schon eine erleben. Das passiert häufiger, als man denkt, und warum soll ein Verlag sich durch das Coaching neuer, hoffnungsvoller Autoren nicht einen bedeutsamen Vorteil verschaffen? Sicher sind meine Erfahrungen mit den bisherigen Veranstaltungen nicht repräsentativ, aber immerhin wurden bei dem Workshop, den ich letzten Sommer mit betreut habe, unter zehn Teilnehmern zwei Verlagsverträge angeboten, und mit einer dritten Teilnehmerin, deren Stoff noch in der Entwicklung ist, wird weiter im Lektorat daran gearbeitet. Vermutlich war dieses Ergebnis vornehmlich der intensiven Vorauswahl unter hunderten von Bewerbern geschuldet (die diesjährigen Kurse waren noch kostenlos - eine Art Testlauf, mit entsprechend vielen Interessenten), und wahrscheinlich lässt sich dieser Schnitt nicht mal auf die übrigen, schon abgehaltenen Kurse übertragen, weshalb man erst die nächsten Workshop-Reihen abwarten muss, um die "Schleusenfunktion" dieses ganzen Unternehmens besser beurteilen zu können. Aber es zeigt doch schon mal deutlich, worum es dem Verlag bei diesem Projekt wirktlich geht.

 

LG,

eva v.

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Tatsächlich also, sie suchen Autoren und in 20% der Fälle gibt es sogar Verlagsverträge.

Wow.

Gut, ich verstehe aber immer noch genau einen Punkt nicht.

Warum können sie nicht aus ihren 5000 Manuskripten pro Jahr ihren Nachwuchs rekrutieren? Warum können sie nicht schon seit Jahrzehnten die vielversprechenden Autoren zu sich einladen und schauen, ob man sie fördern kann? Was ist mit diesem Seminarmodell nun eigentlich das Besondere? Ich sehe nicht, dass die Verleger durch das Seminar andere Autoren bzw. Manuskripte anlocken würden als bisher.

Aber vielleicht erhellt diesen Punkt ja auch noch jemand.

Peter

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Hallo, Peter,

 

ich glaube, am sinnvollsten ist es, diese Fragen an die Initiatoren der Akademie zu stellen. Meiner Meinung nach ist sie allerdings durchaus verständlich, die Ergreifung der Möglichkeit, in einem Kurs zu sehen, wie viel Entwicklungspotenzial in einem Autor steckt, ob er in der Lage ist dazuzulernen, ob er seine Texte überarbeiten kann und nicht bei jeder Rechtschreibkorrektur aufschreit: "Oh nein, das ist jetzt doch nicht mehr mein Roman!" Aus einem blanken Manuskript auf dem Stapel kannst du das alles nicht sehen.

Eins unterscheidet diese Leute von den übrigen Bewerbern ganz gewaltig: Sie sind gewillt zu lernen.

Ich schätze, das ist erhellend genug.

 

Viele Grüße,

Olga

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Gut, ich verstehe aber immer noch genau einen Punkt nicht.

Warum können sie nicht aus ihren 5000 Manuskripten pro Jahr ihren Nachwuchs rekrutieren?

 

Das ist die "klassische Methode", und sie funktioniert schlicht und einfach nicht befriedigend, was das Verhältnis Aufwand/Ergebnis anbelangt. (Das oft zitierte Verhältnis 1:1000 ist ja viel zu optimistisch.) Und deshalb versucht man eben nun was anderes.

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Ich finde das ein sehr spannendes Angebot und eine interessante Entwicklung. Wie Olga schon angemerkt hat, sind die Teilnehmer sicher motiviert, lernbegierig und vor allem sind sie vor Ort! Man lernt sie sofort kennen. Ihre Stärken, Schwächen, ihr Potential, ihre Kritikfähigkeit. Ich hätte mir gewünscht, an einem solchen Seminar teilnehmen zu können, als ich angefangen habe. Und noch nicht mal (nur  ;D) wegen des möglichen Verlagsvertrages, sondern vor allem wegen der vielen Tipps, der Schreibanleitung und dem Einblick ins Buchgeschäft, alle der Dinge eben, die ich mir so mühsam (ächz! ::)) selbst erarbeiten musste.


*** Neu: Das Geheimnis der Flattermaus, Lesestarter, Oetinger Verlag   *** Neu: Der kleine Traumsegler, Band 1, Loewe Verlag (gemeinsam mit Anna Taube)   *** Neu: Krimigeschichten, Leselöwen 2. Klasse, Loewe Verlag.  *** Neu: Herr Krake räumt das Meer auf, Annette Betz Verlag

 

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Gut, ich verstehe aber immer noch genau einen Punkt nicht.

Warum können sie nicht aus ihren 5000 Manuskripten pro Jahr ihren Nachwuchs rekrutieren?

Das ist die "klassische Methode", und sie funktioniert schlicht und einfach nicht befriedigend, was das Verhältnis Aufwand/Ergebnis anbelangt. (Das oft zitierte Verhältnis 1:1000 ist ja viel zu optimistisch.) Und deshalb versucht man eben nun was anderes.

Ich muss insistieren, Andreas.

Was genau ist denn anders? Auch hier gibt es ja die Vorauswahl von Manuskripten.

Das Sieb, das über die 5000 Manuskripte gelegt wird, ist nicht mehr und nicht weniger als der Wille, Geld zu zahlen bzw. meinetwegen auch zum Teil der Wille, zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Wenn der Verlag schreiben würde: "Autoren gesucht! Gebühr für Aufnahmeprüfung 500 Euro." würden alle aufschreien. Als Fortbildungsseminar ist es aber in Ordnung, ja?

Ich frag ja nur.

Und ich frage nicht, weil ich dem Verlag Böses unterstelle (obwohl man so was vielleicht immer jedem sollte :s22), sondern weil mich die Antworten hier nicht zufriedenstellen. Erst geht es ausdrücklich nicht darum, Autoren zu rekrutieren, dann heißt es, dass die Verlage aber genau mit dieser Hoffnung der Autoren spielen, und am Ende heißt es aus dem Rumor hinter den Kulissen, dass doch sehr wohl genau das dahinterstecke: Autoren zu rekrutieren. Ja, was denn nun?

Ich denke nicht, dass man zuverlässige Antworten bekommt, wenn man sich an die Verantwortlichen wendet. Das ist in solchen Sachen immer die Ausnahme, und man weiß nicht einmal, wann man es mit dieser Ausnahme zu tun hat oder nicht.

Eins ist jedenfalls klar: Ein Verlag, der mit 5000 Manuskripten pro Jahr zugemült wird, sucht garantiert nicht auf diese Weise nach neuen Wegen, NOCH MEHR davon durchlesen zu müssen.

Der einzige plausible Grund, den ich hier sehe, ist der, dass man sich die Zumutung, haufenweise schlechte Manuskripte durchlesen zu müssen, vergüten lässt, und wenn es nur teilweise ist.

Weitere Gründe, die in mein Zeichensystem passen würden, aber eher nicht in ein gewinnorientiertes Unternehmen:

- Spaß an der Arbeit mit angehenden Autoren.

- Profilierung.

Habe fertig.

Peter

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Es ist schön, dass du fertig hast.

 

Ich glaube, du wirfst hier Sachen zusammen, die einfach nicht zusammengehören, und beliebst verschlossen allen anderen Meinungen gegenüber.

Bei dieser "Aufnahmegebühr" handelt es sich um ein Seminar, bei dem Lernwillige vor allem dazulernen können. Ob der Kurs gut oder schlecht ist, ob der Preis rechtfertigt ist oder nicht, und wie viele hoffnungsvolle Autoren dadurch tatsächlich einen Verlag finden - das werden die Zeit und die Rückmeldungen der Kursteilnehmer zeigen. Es bringt nichts, wenn wir als Außenstehende jetzt versuchen, im Kaffeesatz zu lesen.

 

Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir mit dem Spekulieren hier langsam aufhören. Schaut euch doch zuerst an, wie sich das Ganze entwickelt und was für Rückmeldungen da kommen.

 

Viele Grüße,

Olga

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Danke Nils, für den amüsant geschriebenen Bericht,

 

aber wie sich durch kleine Seminare für Schreiberlinge unter der Obhut von Experten die 5000 unverlangt eingesendeten Manuskripte/Jahr pro großer Verlag (nehme ich mal an) verbessern bzw. deren Anzahl sich verringern soll, bleibt mir ein Rätsel. Es sei denn, der Plan ist, dass nur mehr Manuskripte der Seminarteilnehmer (somit geschult) von den großen Verlagen angesehen werden, und alles andere in den Müll wandert.

 

lG

Christine

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Von einer "Aufnahmegebühr" kann hier m.E. nicht die Rede sein.

Es wird ein Seminar angeboten - zu einem üblichen Preis. Wer sich in den verschiedenen Branchen umsieht, wird sehr schnell bemerken, dass der Preis sich für Seminare im Allgemeinen in einem angemessenen Rahmen bewegt.

 

Dafür bekommt der Teilnehmer nach allem, was wir wissen:

1. Einen Kurs, in dem er sein Handwerk verbessern kann

2. Die Möglichkeit, etwas über das Buchgeschäft im Allgemeinen und vielleicht auch im Speziellen zu erfahren.

3. Die Hoffnung "entdeckt" zu werden.

 

Ich persönlich finde Eva V.s Aussagen hierzu sehr erhellend. Inzwischen glaube ich, dass der Vorteil für den Verlag sich auf zwei hauptsächliche Aspekte eingrenzen lässt:

1. In der Branche im Gespräch bleiben und auch für die Leser interessant bleiben. Bastei-Luebbe scheint ja ohnehin derzeit viele neue Wege zu versuchen, um sich gegen die übrigen Konzerne zu behaupten und ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln.

 

2. Hoffnungsvolle Nachwuchsautoren, wenn man sie denn in diesen Kursen finden sollte, gleich auf die entsprechende "Linie" zu bringen. Also ihnen nicht nur das notwendige Handwerk ansatzweise zu vermitteln, sondern - sofern nicht jemand mit ganz ausgezeichneten, sofort bestsellerverdächtigen Ideen/Stoffen dabei ist - sie auch dazu zu bringen, u.U. das zu schreiben, was marktgängig ist - also einen Blick für das Wesentliche zu bekommen. Möglicherweise - das ist aber wieder meine Spekulation - hat man da auf die Erfahrungen aus der Heftromanabteilung zurückgegriffen - wie man Autoren dazu bringen kann, gemeinsam an Erfolgsreihen zu schreiben. Und wenn man nun jemanden mit Talent findet, der noch dazu bereit ist, zu schreiben, was der Verlag für verkäuflich hält und nicht unbedingt sein 7-bändiges Fantasy-Epos an den Mann bringen will, das fertig in der Schublade liegt, dann hätte man natürlich Autoren mit Potential. Und zwar mehr, als wenn man nur ein Manuskript sieht. Denn aus einem Manuskript kann man zwar Talent (ja, das gibt es) erkennen, aber nicht die Bereitschaft bzw. Fähigkeit des Autors, auch "marktkonform" zu schreiben.

 

Gruß, Melanie

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