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Andrea S.

... und hätte die Liebe nicht

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Hallo,

als neugierig mitlesender Außenstehender (meine Karriere bei den Navy Seals liegt schon länger zurück) würde mich einmal interessieren, ob es in diesen Romanen auch die Verwandlung des Helden gibt, wie wir sie aus Hollywoodfílmen kennen.

 

Anfangs sieht die Heldin angeblich unattraktiv aus (zumindest für amerikanische Sehgewohnheiten in der Erwartung der Studiobosse), d.h. sie kriegt eine Brille verpasst und die Haare streng zurückfrisiert und natürlich altmodische graue Klamotten an.

Irgendwann dann, nimmt sie die Brille ab, zieht Minirock an, löst den Haarknoten, schüttelt die Haare frei, wie in der Shampoo-Werbung und auf einmal, als hätten sie vorher nie die Fantasie gehabt, erkennen die Männer, was für ein steiler Zahn sie ist.

Gibt es so etwas auch in der männlichen Variante,

fragt neugierig

der Rabe

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Eine Entwicklung müssen die Figuren im Laufe der Geschichte natürlich alle durchmachen. Das gehört sowieso immer rein. ;)

 

Was "mehr Muskeln als Hirn" angeht: Nein, das ist nicht der Fall. Diese Helden haben auch immer ganz schön was im Oberstübchen. Sie müssen sich ja auf intelligente Weise aus allen möglichen schlimmen Situationen herausbringen.

 

LG

Joy

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Interessante Frage.

Zumindest wäre es genregerecht, denke ich mir, wenn aus dem Spargeltarzan oder der Prinzenrollenbesetzung durch verschiedene Verwicklungen, an denen natürlich die Heldin maßgeblich beteiligt ist, plötzlich ein durchtrainerter Kämpe wird.

 

Es geht ja, soweit ich es verstehe, auch immer um Wandlung - der verletzte Held wird von der Heldin geheilt, psychisch und/oder physisch.

 

Warum also nicht auch vom grauen Mäuserich zum stolzen Löwen?

 

Anna

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Interessante Frage.

Zumindest wäre es genregerecht, denke ich mir, wenn aus dem Spargeltarzan oder der Prinzenrollenbesetzung durch verschiedene Verwicklungen, an denen natürlich die Heldin maßgeblich beteiligt ist, plötzlich ein durchtrainerter Kämpe wird.

Warum also nicht auch vom grauen Mäuserich zum stolzen Löwen?

 

Ach, da fällt mir ein, dass ich so etwas sogar einmal gelesen habe.

In Susanne Kraus' Knochenpoet im ersten Band, ein Klappergestell (eben der Knochenpoet) - im zweiten Band, nachdem er, ein bisschen Kreuzzug oder so etwas hinter sich gebracht hat ist er der Muckimähn.

Rabe

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Also, noch mal zum Zusammenfassen:

Der Held ist kein Jammerlappen, gutaussehend, von athletischem Körperbau, hochintelligent, hat einen tollen Beruf, ist von edler Gesinnung, ein toller Liebhaber, der das Karmasutra auswendig herbeten kann, vermutlich ist er Mitte zwanzig bis Anfang dreißig, damit er diese ganzen Attribute schon erwerben konnte ...

Wieso um alles in der Welt ist der Kerl noch ledig, wenn er die Heldin trifft? Und von wem hat er gelernt, so ein toller Liebhaber zu sein? Gerade in einer Zeit, da man die Damen zu heiraten pflegte, ehe man sie deflorierte, zumindest, wenn man die oben angeführten Attribute alle erfüllt.

 

An diesem Helden ist doch was oberfaul ...

 

Gruß, Melanie

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@Melanie,

nein, nein, das hat alles seinen Sinn. ;) Das wird natürlich immer irgendwie erklärt.

Ledig ist er zum Beispiel, weil seine Gefährtin verstorben ist. Ein toller Liebhaber kann er sein, weil er sich heftig die Hörner abgestoßen hat, bevor er Mrs. Right trifft. Und so weiter, das ist alles erklärbar. ;)

 

LG

Joy

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Melanie, natürlich hat der Held eine Vergangenheit. Und in der Vergangenheit kann er ruhig auch mal wild gewesen sein - daher die Erfahrung - oder er hatte eine Familie, die er auf tragische Weise verlor und die ihn für die Verlockungen der Damenwelt erstmal unempfänglich machte, bis die Heldin kam.

 

Wie gesagt, es gab da diese schöne Zusammenstellung bei Blanvalet - oder auch im Loveletter, da gibt's auch hin und wieder Artikel zu dem Thema.

 

Liebe Grüße

Juliane

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@Melanie,

nein, nein, das hat alles seinen Sinn. ;) Das wird natürlich immer irgendwie erklärt.

Ledig ist er zum Beispiel, weil seine Gefährtin verstorben ist. Ein toller Liebhaber kann er sein, weil er sich heftig die Hörner abgestoßen hat, bevor er Mrs. Right trifft. Und so weiter, das ist alles erklärbar. ;)

 

LG

Joy

 

 

Joy war schneller ...

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Okay, wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, könnte man sich folgenden, charakteristischen Plot vorstellen:

Der Held war ein harmloser Fischer an der schottischen Küste, der aber immer sehr große Netze an Land zog, daher die starke Muskulatur, wo er mit seiner schwangeren Frau lebte, als die englische Marine auftauchte und seinen Wohnort brandschatzte und seine Frau tötete. Um sich zu rächen, heuerte er auf einem Piratenschiff an, wurde ganz schnell dank seiner besonderen Fähigkeiten Kapitän desselbigen und jagte von nun an englische Schiffe. Dabei enterte er auch das Schiff, auf dem die Heldin, natürlich eine Engländerin, gerade eine Überfahrt gebucht hatte. Er ist hin und hergerissen, genau wie sie, da sie eigentlich Feinde sein müsen, aber irgendwann, nach diversen verbalen Schlagabtauschen, einer Meuterei, einem Schiffbruch und einigen Wochen auf einer einsamen Insel kommen die Hormone zu ihrem Recht, sie finden einen Weg, in die Welt zurückzukehren und leben glücklich bis zu ihrem kinderlosen Ende zusammen.

 

Ungefähr so?

 

Gruß, Melanie

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@Melanie: und manche Helden sind in Sachen Liebesdingen auch Naturtalente. Wie Jamie, der war mit 24 noch eine männliche Jungfrau, als er dann Claire traf. Super gemacht von der Autorin, man erwartete ja förmlich, dass Jamie schon reichlich Erfahrung hatte, aber dann die Überraschung.

Das ist allerdings selten (wobei, in "Die schottische Braut" war Sin ja auch erfahrungslos, weil er so unter seiner Herkunft litt und nicht das Risiko eingehen wollte, kinder zu zeugen), meist haben die Helden schon so ihre Erfahrungen gesammelt.

Da gibt es auch viele Möglichkeiten, das logisch zu erklären.

 

LG

Maren

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Er ist ein Roboter, Melanie ...

 

Moechtest Du den im Bett, am Altar oder auch nur am Fruehstueckstisch haben?

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 

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Er ist ein Roboter, Melanie ...

 

Moechtest Du den im Bett, am Altar oder auch nur am Fruehstueckstisch haben?

 

Nö, aber vielleicht in der Garage :s22, da kann er sich nützlich machen.

 

Gruß, Melanie

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Aber nur, wenn er den Mund nicht aufmacht

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 

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Macht euch nur lustig! ;) Das ist im Idealfall schon so geschrieben, dass es glaubwürdig und mitreißend ist. Nicht umsonst verkauft sich dieses Genre sehr gut. Die Autoren dieses Genres müssen eben GUT sein, und die meisten sind es auch. Es ist nämlich gar nicht so einfach das so zu schreiben, dass die Leserinnen nicht wie ihr die Augen verdrehn. ;)

 

LG

Joy

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Er ist ein Roboter, Melanie ...

 

Moechtest Du den im Bett, am Altar oder auch nur am Fruehstueckstisch haben?

 

Das ist ja der Witz am romance - von dem will man träumen, aber um Gottes Willen nicht aufm Sofa sitzen haben.

 

Die Romane enden ja auch immer in einer glücklichen Sequenz und zeigen nie auf, wie die Muckis zu Fett werden.

 

Anna

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Ihr habt ja total recht, Anna und Joy, ich sollte mich ueberhaupt nicht in diesen Thread mischen. Aber daran ist Anna Schuld - weil der Thread halt so aussieht, als ginge es um Liebe.

Und Schreiben von Liebe interessiert mich. Brennend sogar.

 

Lieben kann man aber m.E. nur Menschen, keine Plastikfiguren. Wie man von jemandem traeumen kann, der ausgepeitscht wird und nicht schreit, keine Kinder zeugt, vom guten Leben keine Spuren an sich hat - das ist mir so schrecklich schleierhaft.

 

Seid mir bitte nicht boese. Ich hoer' jetzt auch auf.

 

Alles Liebe von Charlie

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 

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@Charlie,

so schwarzweiß darf man das halt nicht sehen. In diesen Romanen wird sehr viel mit Innenansichten gearbeitet, also den Emotionen der Figuren. Im Innern sind diese Figuren natürlich alle menschlich und verletzlich. Das ist ein Teil der Faszination, denke ich. Auch ein Held ist nur ein Mensch, und das wird auch gezeigt, wenn sich der Autor in dessen Perspektive begibt. Was also der Heldin als so cool und taff erscheint, wird im Innenleben des Helden dann gnadenlos aufgedeckt. Die Heldin hat (zunächst!) keine Ahnung, aber die Leserin weiß Bescheid über ihn, blickt hinter die Fassade.

 

LG

Joy

 

Nachtrag:

Die Leserinnen dieses Genres sind ja nicht doof oder weltfremd. Die meisten denken so wie du und ich. Und es ist ja gerade das Schwierige für die Autoren, die Helden anziehend darzustellen und dabei immernoch nachvollziehbar.

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Jetzt bin ich es wieder ;D

 

Es geht um Liebe, Erotik, Verliebt sein, Träume und so weiter.

Es geht um ein Genre, dass Liebe in den Vordergrund stellt, daher - wäre sie nicht, Charlie, auch in diesen Romanen, wären unsere Worte wie tönendes Erz.

 

Millionen von LeserInnen wollen diese Vorstellung von Liebe, und die Figuren, die überwiegend in solchen Romanen eine Rolle spielen, sind bei weitem nicht solche Plastikgestalten, wie Du glaubst.

 

Sie sind überhöht, ja, richtig. Aber sie sind auch verletzlich und wandlungsfähig und leiden wie "echte Menschen".

Nur eben nicht an Fußpilz.

 

Anna, gaaar nicht schuldbewusst

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Sie sind nicht so sehr aus Plastik, wie sie erscheinen.

 

Wenn ein Romance gut gemacht ist, dann haben alle Personen ihre Ecken und Kanten. Ich lese zum Beispiel gerade einen, in dem die Heldin (Achtung!) Laudanum nimmt, um zu vergessen, und einer der beiden Helden hat das, was man wohl ein "Drogenproblem" nennt. Sprich: Die Ecken und Kanten sind da. Sie haben zwar ihre angeblich perfekten Körper, doch wie gesagt: vom Leben gezeichnet sind sie dennoch.

 

Ich finde es auch eine extrem große Herausforderung, einen Romance zu schreiben. Sitze gerade gewissermaßen an einem, und er ist schon sperrig. Genauso sperrig wie mein Stauferchen, weil ich zwar die Regeln befolgen, sie aber auch ein bisschen auf den Kopf stellen möchte. Ein winzig kleines Bisschen.

 

Kinder werden auch in Romances gezeugt - meist zum Schluss, als Happyend. Es gibt halt Regeln, die aber genauso oft und gerne gebrochen werden, bis auf jene unumstößlichen, dass der Held eben nicht die Heldin schlagen darf. Dass es doch funktioniert, wissen wir: Gabaldons Jamie.

 

Ich denke nicht, dass Romancehelden Roboter sind. Sie sind für die Leserinnen eine kleine Alltagsflucht, etwas, das sie lesen, um sich zu entspannen, sich nicht den Kopf zerbrechen zu müssen. Wenn eine Leserin zum Romance greift, weiß sie, dass es gut ausgeht. Das erwartet sie von den Romanen. Darauf freut sie sich, egal, wie sehr die Helden in der Zwischenzeit gebeutelt werden.

 

Liebe Grüße

Juliane

 

[edit] ihr seid aber heute wirklich alle, alle, alle schneller als ich!!!

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Danke Euch beiden.

 

Das mit dem Ueberhoehen - das ich recht anders meinte und angehe - interessiert mich brennend.

Ich lass' Euch jetzt mal allein, und vielleicht habt Ihr ja spaeter noch mal Lust, mit mir ueber die Liebe im Allerweltsroman zu schwaetzen, die m.E. ein Ueberhoehungsmoment (wenn auch ganz anderer Art) unbedingt auch braucht (und ich GLAUBE - vorsichtig - dass viele Autoren vor diesem Moment zurueckschrecken, in Schwulstangst verfallen etc. Weshalb ich es sehr gern mal genauer angeschaut haette.)

Eilt nicht! Wuerde mich aber sehr freuen!

 

Alles Liebe von Charlie

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 

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Die Helden haben auch so ihre Probleme, nur eben andere. Jamie wird z. B. immer sofort seekrank und kann den Geruch von Lavendel nicht ausstehen.

 

Wenn man die Romances mal genau analysiert, merkt man schnell, dass die Helden alle ihr Päcklein zu tragen haben.

 

Wie ein Roboter ist da keiner von (auch wenn die Liebesfähigkeiten von Karen Marie Monings Highlandern und Gabaldons Jamie erstaunlich sind; aber dafür umso schöner zu lesen). Das sehe ich aber auch als eine Herausforderung beim Schreiben von Romances an.

Helden zu schaffen, die stark, liebenswert und überzeugend sind, dabei aber doch noch glaubwürdig bleiben. Denn das ist es, was mich ja auch als Leserin fasziniert. Ich genieße die Geschichte, erfreue mich an einem schönen Schreibstil und kann mit für den Helden schwärmen und Sympathie für die Heldin empfinden. Wenn das alles gelingt, ist der Roman für mich gelungen, bietet das Lesevergnügen, das ich mir wünsche.

 

LG

Maren

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Das Überhöhungsmoment der Liebe im romance fügt sich nach den selben Mustern wie im "Allerweltsroman", ich glaube kaum, dass da ein Unterschied ist, allenfalls in den ausgegrenzten Themen.

 

Die Überhöhung der Liebe tritt dann ein, wenn sie eigentlich unmöglich erscheint. Wenn also einer der beiden oder beide in eine Situation geraten, in der nur das Selbstopfer (irgendeiner Art) den anderen noch retten kann.

 

Im romance geling es, in einem anderen Roman kann Held oder Heldin daran auch scheitern.

 

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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