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Andrea S.

Show - and tell

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Gefährlich sind die Autorenbehauptungen. Dort hört der Leser' date=' wie der Autor seine Geschichte interpretiert oder erklärt. Das meine ich mit "behaupten", weil er es nicht durch seine Geschichte beweist, nicht zeigt, sondern eben einfach etwas behauptet, das der Leser im glauben soll.[/quote']

 

Es tut mir leid, Hans Peter, aber das macht für mich nun gar keinen Sinn. Ich glaube immer noch, hier liegt ein Missverständnis vor.  :)

 

Der Sinn des Wortes "tell", im Zusammenhang mit einer Geschichte ist doch wohl sowas von eindeutig, wie willst du dem eine andere Bedeutung geben? "To tell a story" ist eine Geschichte erzählen, so wie "narrare" eben auch erzählen heißt. Und dies im Gegensatz zum "dramatisieren" einer Geschichte, der "anschau(show)lichen" Darstelling. Das hat nun mit Behauptung und Beweisführung gar nichts zu tun. Wie kommst du darauf? Das der Autor vielleicht nicht zu viel von sich selbst einbringen solle, in Form von Behauptungen oder Moralisieren, das mag sein, ist aber ein ganz anderes Thema.

 

Wenn es bei "show don't tell" allein darum ginge, Behauptungen des Autors zu vermeiden ... was sollte das denn heißen? Alles ist Behauptung, besonders wenn die Geschichte Fiktion ist. Das "show" kann ebenfalls voller Behauptungen stecken, hat aber mit Erzählstil gar nichts zu tun. Und was ist, wenn man narrativ schreibt und keine Behauptung aufstellt (es schien, man glaubte, möglicherweise, vielleicht)? Ist das dann kein "tell"?

 

Was sollte das für ein Ratschlag für Autoren sein: "Bitte vermeide jegliche Form der Behauptung. Du musst alles sichtbar beweisen und offenlegen." Meinst du das wirklich? Es geht doch nicht um Beweisführung. Wir legen ja auch keine Dokumente vor.

 

Hingegen, etwas narrativ erzählen oder es demonstrativ und szenisch darzustellen, das ist eben ein Unterschied (Behauptung hin oder her). Und sich Gedanken über diese beiden Stilarten zu machen, das macht sehr wohl Sinn.

 

LG

Ulf

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Hallo Ulf,

 

ehem, tell ist in dem Zusammenhang eben doch ein Wortspiel, dass mit den Bedeutungsebenen von tell arbeitet. Wenn man das umsetzt, wird die Behauptung gar nicht mehr böse, solange sie an die Figur oder den Erzähler gebunden ist:

 

Erzähl mir eine Geschichte, aber befehle mir nie, was ich denken soll, lieber Autor.

(Tell me a story, but don't tell me what think, dear author).

 

Deshalb wird das "tell" im Deutschen so oft mit behaupten übersetzt, weil wir kein Wort haben, dass über eben beide Bedeutungen verfügt. :s17

 

Und es ist auch, was dahinter steht und es bezieht sich in der Tat auf die Situation, wo narrative Passagen nicht zwischen den Figuren (damit meine ich auch Erzähler, die sich direkt an die Leser wenden) stattfinden, sondern sich - den Erzähler auslassend - vom Autor direkt an den Leser wenden.

 

Und ja, natürlich ist das Ding plakativ, natürlich richtet es sich an Anfänger und natürlich hat es seine eigene Wirklichkeit geschaffen. Wie Vonda McIntire mal so schön sinngemäß geschrieben hat: Es ist leicht, die Regeln in die Köpfe hinein zu bekommen, aber sehr schwer, sie wieder auszutreiben.

 

Was ich mit Wirklichkeit schaffen meine, ist, dass Schreibregeln in der Regel für bestimmte Stadien innerhalb der Entwicklung wichtig sind, aber sie schleichen sich mit Vorliebe von hinten an. Sie setzen sich fest und man liest plötzlich Dinge kritisch, die vorher für einen funktioniert haben, einfach weil man sie kennt. Und manchmal - wie eben SdT - schaffen sie es über die Autorengemeinschaft hinaus ins "richtige Leben" und verändern auch die Wahrnehmung von Lesern.

 

Das alles heißt aber eben nicht, dass Narration als böse abgestempelt werden soll durch den Slogan, oder die Bewertungen und Kommentare der Figuren zur Handlung, sondern nur, dass alles, was im Roman vorkommt, innerhalb seiner Wirklichkeit stattfinden sollte. Und ist ein Erzähler erst einmal gesetzt, dann werden, wie Andreas so schön weiter oben gezeigt hat, "Behauptungen" einfach dem Erzähler zugeschrieben und nicht mehr dem Autor.

 

Liebe Grüße

Judith

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Es tut mir leid, Hans Peter, aber das macht für mich nun gar keinen Sinn. Ich glaube immer noch, hier liegt ein Missverständnis vor.  :)

 

Der Sinn des Wortes "tell", im Zusammenhang mit einer Geschichte ist doch wohl sowas von eindeutig, wie willst du dem eine andere Bedeutung geben? "To tell a story" ist eine Geschichte erzählen

 

Dann hieße "Show, don´t tell" du sollst keine Geschichte erzählen? Das klingt für mich nicht sehr sinnvoll.

 

so wie "narrare" eben auch erzählen heißt
Narratives Erzählen wäre dann doppelt gemoppelt. Erzählendes Erzählen. Aber es meint ja eine bestimmte Form des Erzählens und eine, die durchaus sinnvoll sein kann.

 

Und dies im Gegensatz zum "dramatisieren" einer Geschichte, der "anschau(show)lichen" Darstelling.
Eben genau das ist das Problem. Show, don´t tell heißt beim Schreiben eben nicht, dass du alles in eine Szene aufbrechen musst. Genau das war ja Andreas (richtige) Eingangsbehauptung, dass das oft in die Hose geht.

 

"All das sind Gelegenheiten, bei denen sich die Stimme des Autors in das Erleben des Lesers eindrängen kann." steht in Susanns Zitat von Sol Stein.

 

Das meine ich mit Autorenbehauptungen: Plötzlich hören wir den Autor, der uns die Geschichte erklärt (oder sie behauptet), statt sie uns zu zeigen.

 

Das "show" kann ebenfalls voller Behauptungen stecken, hat aber mit Erzählstil gar nichts zu tun.
Andreas Beispiel (danke Andrea):

 

"Majestät dünstete brodelnde Wut aus." zeigt anschaulich, was Sache ist. Wir sehen den brodelnden König vor uns. Wir müssen das nicht dem Autor einfach glauben.

 

"Der König war sehr wütend. Das lag daran, dass er schon als Kleinkind von einer Amme gesäugt wurde, statt von seiner leiblichen Mutter." wäre dagegen eine Behauptung des Autors, das entwickelt keine Bilder, zeigt nichts.

 

Und was ist, wenn man narrativ schreibt und keine Behauptung aufstellt (es schien, man glaubte, möglicherweise, vielleicht)? Ist das dann kein "tell"?
Exakt. Narrativ schreiben, heißt nicht "tell", jedenfalls nicht im Sinne, wie es in "Show, don´t tell" gemeint ist.

 

Von mir aus könnte ihr das Ding auch "Schreib anschaulich" nennen. Bloss nicht: "Szenisch erzählen, nicht narrativ." Das geht nämlich an der Sache vorbei.

 

Um nochmal Andrea zu zitieren: ""Majestät dünstete brodelnde Wut aus." ist eindeutig narrativ erzählt, aber ebenso eindeutig anschaulich. Wenn du "Show, don`t tell" mit "nur nicht narrativ erzählen" übersetzen würdest, müsstest du aus dem Satz eine Szene machen - ein Jammer für diesen schönen Satz.

 

Hingegen, etwas narrativ erzählen oder es demonstrativ und szenisch darzustellen,

das ist eben ein Unterschied (Behauptung hin oder her).

Natürlich ist es ein Unterschied. Aber der Unterschied liegt nicht darin begründet, dass das eine anschaulich ist, das andere nicht.

 

Und sich Gedanken über diese beiden Stilarten zu machen, das macht sehr wohl Sinn.
Aber natürlich macht das Sinn, darauf reite ich die ganze Zeit herum. Nur sollte man es nicht mit "Show, don´t tell" in einen Topf werfen, da gehört es nämlich nicht hin.

 

Szenisches Erzählen und narratives Erzählen sind zwei Stilmittel, die ihre Vor- und Nachteile haben. Die sollte jeder Autor kennen.

 

"Show, don´t tell", egal ob wir es mit "Zeigen, nicht erklären" oder "Zeigen nicht behaupten" übersetzen ist ein guter Ratschlag, der aber zum Rohrkrepierer werden kann, wenn du seine Bedeutung mit den Stilmitteln vermischst. Dann kann es nämlich wirklich den Effekt haben, den Andrea am Anfang genannt hat: Alles wird zur Szene ausgewalzt. Der König dünstet keine brodelnde Wut aus, sondern wir müssen uns fünf Seiten antun, in denen verschiedene szenische Anteile die Wut in dem Leser brodeln lassen soll, aber nur den Effekt hat, dass der Leser vor Wut über die Geschwätzigkeit des Autors brodelt ;-)

 

Hans Peter

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Sie konnten sich an diesem Punkt nicht einigen und beschlossen, die Sache zu überschlafen und die Verhandlung am nächsten Tag fortzuführen.

 

Das ist narrativ und somit meiner Meinung nach: "tell".

 

"Ich glaube, hier liegen wir noch zu weit auseinander", sagte der Gewerkschaftsführer. "Ich schlage vor, wir überschlafen das Ganze und treffen uns morgen wieder."

"Einverstanden."

 

Das ist szenisch und "show" (in diesem Fall durch Dialog).

 

Wo ist denn da jetzt die Behauptung?

 

LG

Ulf

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Der reinen Lehre nach ist vermutlich die erste Version die Behauptung des Autors.

 

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Hallo Andrea,

 

Der reinen Lehre nach ist vermutlich die erste Version die Behauptung des Autors.

 

Andrea

 

;D Das hinge jetzt vom Kontext ab, aber bei journalistischem Schreiben findet ja tatsächlich eine Kommunikation zwischen Autor und Leser statt. Will man das nun gerade "zeigen", wäre selbst die Art des Behauptens ein Bestandteil der Wirklichkeit des Textes.

 

Das ist das Problem bei Slogans. Wenn man sie auf einzelne Sätze reduziert, werden sie unanschaulich, wenn man als Autor das Stadium, für das sie geschaffen wurden, hinter sich hat, kann man sie kaum noch erfinden.  :s22

 

Aber man kann sie an originären Textbeispielen untersuchen und da zeigt sich eben, dass es vor allem auf den Kontext ankommt. Ist der Erzähler erst einmal der, den der Leser im Text hört (und nicht der Autor), dann kann der Text eben auch jeden Slogan und jede Regel widerlegen.

 

Reine Lehren führen nämlich meiner Meinung nach ins reine Leere, da bin ich völlig deiner Meinung.

 

Liebe Grüße

Judith

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Das ist das Problem bei Slogans. Wenn man sie auf einzelne Sätze reduziert' date=' werden sie unanschaulich, wenn man als Autor das Stadium, für das sie geschaffen wurden, hinter sich hat, kann man sie kaum noch erfinden.  :s22[/quote']

Der Slogan ist meines Erachtens völlig in Ordnung, nur die Interpretation des "tell" als "behaupten" ist ein Problem, wie ich es sehe.

 

Natürlich ist es gut, anstatt nur trocken herunterzuerzählen, gewisse Szenen zu dramatisieren. Das ist, was der Slogan mir sagt. Allerdings nicht ausschließlich ... da bin ich ganz Andreas Meinung, die sie zu Anfang dargestellt hat. Für mich ist eine wohldosierte Mischung von beiden richtig.

 

Folgendes Beispiel ist ein durchaus bildhafter Auszug aus einer narrativen Passage (voller Behauptungen übrigens), die man szenisch so nur schwer darstellen könnte. Wäre auch völlig unnötig und würde viel zu lang werden.

 

"Manche Barone, besonders die aus Narbona, traten daher erst gar nicht an, sondern verkrochen sich lieber in ihren warmen Kemenaten, vorzugsweise unter den Röcken ihrer Weiber und Mägde. Schließlich war dies nicht die Jahreszeit für Krieg, eher fürs Kindermachen und Bastardzeugen."

 

LG

Ulf

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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;D Das hinge jetzt vom Kontext ab, aber bei journalistischem Schreiben findet ja tatsächlich eine Kommunikation zwischen Autor und Leser statt. Will man das nun gerade "zeigen", wäre selbst die Art des Behauptens ein Bestandteil der Wirklichkeit des Textes.

 

Sophisticated! ;D

 

Ich fand allerdings in diesem Kontext Svens Beispiel gut, in dem er zwischen Bericht und Reportage unterscheidet.

Das schlichte Darstellen von Fakten auf der einen Seite, auf der anderen das Personalisieren derselben, um sie dem Leser auch gefühlsmäßig zu vermitteln.

Doch auch darin liegen Fallstricke.

Die komplexen Zusammenhänge darzustellen, die dazu führen, dass Krankenhausleistungen von den Versicherungen gestrichen werden müssen inn der Form personalisiert darzustellen, dass Tante Erna nun das blutige Laken aus dem Krankenzimmer hängt, führen das Problem zwar hochemotional vor Augen, beeinflussen den Leser aber unzulässig.

 

Was wieder nur bedeutet, dass das immer wieder zitierte "show" auch nur Gläubige des Autors schafft und nicht nur das behauptende "tell".

 

Jetzt wird's aber langsam haarspalterisch.

 

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Ulf!

 

Folgendes Beispiel ist ein durchaus bildhafter Auszug aus einer narrativen Passage (voller Behauptungen übrigens), die man szenisch so nur schwer darstellen könnte. Wäre auch völlig unnötig und würde viel zu lang werden.

 

"Manche Barone, besonders die aus Narbona, traten daher erst gar nicht an, sondern verkrochen sich lieber in ihren warmen Kemenaten, vorzugsweise unter den Röcken ihrer Weiber und Mägde. Schließlich war dies nicht die Jahreszeit für Krieg, eher fürs Kindermachen und Bastardzeugen."

 

Dein Beispiel ist ein Erzählerbericht. Und niemand hat je behauptet, dass man Erzählerberichte nicht verwenden darf, bzw. alle szenisch umgestalten muss!

Ich hab jetzt echt Mühe gehabt, meine Zähne wieder aus der Tischkante zu bekommen. ;D

 

Die Haarspalterei kommt meiner Ansicht nach daher, dass hier zwei Fragen zu einer vermengt werden:

1) Was bedeutet der Hilfssatz 'Show don't tell'?

2) Wie hilfreich ist dieser Ratschlag und was passiert, wenn man ihn falsch anwendet/falsch versteht?

 

Die erste Frage könnte man relativ flott und emotionslos abhaken, würde nicht die zweite Frage in Vermischung dazu führen, dass der Satz 'Show don't tell' ständig umgedeutet und falsch verstanden wird, um damit Dinge zu beweisen, die auf diese Art eben nicht beweisbar sind.

 

Die Anfangsbeobachtung, nämlich dass manchmal zuviel auserzählt und ausgewalzt wird, ist ja durchaus ein interessanter Diskussionsansatz. Wobei ich aber finde, dass er nicht ohne Beispiele abzuhandeln ist, denn jeder liest subjektiv. Hier wurde das Beispiel Diana Gabaldon genannt, als eine Autorin, die zu ausführlich erzählt. Nun ist das aber eine sehr erfolgreiche Autorin, deren Bücher sich sehr gut verkaufen, weswegen ich glaube, dass die Masse ihrer Leser ihren Stil und ihre Art zu erzählen mag.

Wo also liegt da die Grenze und wie will man sie ziehen? Ist es nicht sogar schön, dass es so unterschiedliche Erzählweisen gibt, dass ein Autor für etwas drei Seiten verwendet, was ein anderer in drei Sätzen abgehandelt hat?

 

Gruß Susann

Eat the frog in the morning (Mark Twain)

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Hallo Ulf,

 

ich glaube, wir schreiben an einander vorbei.

 

Das ist das Problem bei Slogans. Wenn man sie auf einzelne Sätze reduziert' date=' werden sie unanschaulich, wenn man als Autor das Stadium, für das sie geschaffen wurden, hinter sich hat, kann man sie kaum noch erfinden.  :s22[/quote']

Der Slogan ist meines Erachtens völlig in Ordnung, nur die Interpretation des "tell" als "behaupten" ist ein Problem, wie ich es sehe.

 

Na ja, der Slogan stammt von Schriftstellern und die spielen gern mit Sprache, dabei ist don't tell me what eben eine stehende Redewendung, die man dem elliptischen Slogan durchaus unterstellen kann IMHO, weil es genau das ist, wogegen sich er einmal gerichtet hat.

 

z.B. (Link ungültig)

 

 

Von da aus bis zum deutschen "behaupten" ist es nicht mehr weit.

 

Viel interessanter finde ich übrigens Larkins Ansatz hier, weil er das Kontinuum absteckt:

 

(Link ungültig)

 

 

 

Natürlich ist es gut, anstatt nur trocken herunterzuerzählen, gewisse Szenen zu dramatisieren. Das ist, was der Slogan mir sagt. Allerdings nicht ausschließlich ... da bin ich ganz Andreas Meinung, die sie zu Anfang dargestellt hat. Für mich ist eine wohldosierte Mischung von beiden richtig.

 

Das bestreitet, glaube ich, niemand.  :s17

 

"Manche Barone, besonders die aus Narbona, traten daher erst gar nicht an, sondern verkrochen sich lieber in ihren warmen Kemenaten, vorzugsweise unter den Röcken ihrer Weiber und Mägde. Schließlich war dies nicht die Jahreszeit für Krieg, eher fürs Kindermachen und Bastardzeugen."

 

Ist ein wunderbares Beispiel für "storytelling" (im Gegensatz zu "tell me what to think") und zeigt, wie unterschiedlich dieser Begriff funktionieren kann. Alles hat eben seinen Kontext, auch Slogans; und der hier hat dem Sinn nach eine urlange Geschichte mit immer neuen Kontexten. Ich finde es gut, wenn wir versuchen, diese Bedeutungen neuen Bedürfnissen anzupassen.

 

Der arme Henry James, dem das Ding so oft zugeschrieben wird, hat wohl allerdings bloß "dramatize, dramatize" an den Rand seines Vorworts zu Daisy Miller gekritzelt. Und wenn man seine Werke liest, ist klar, dass er gern und oft narrative Passagen eingesetzt hat.

 

Liebe Grüße

Judith

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Die komplexen Zusammenhänge darzustellen, die dazu führen, dass Krankenhausleistungen von den Versicherungen gestrichen werden müssen inn der Form personalisiert darzustellen, dass Tante Erna nun das blutige Laken aus dem Krankenzimmer hängt, führen das Problem zwar hochemotional vor Augen, beeinflussen den Leser aber unzulässig.

 

Einverstanden. Aber schön am Romanschreiben ist ja, dass Leserbeeinflussung weitaus genehmer ist als beim möglichst objektiven journalistischen Schreiben, wo sie eher total verboten ist. Und man muss ja die Facts über die wirtschaftlichen und politischen Hintergründe nicht vorenthalten, aus denen Tante Erna am Ende trotzdem ihr blutiges Laken raushängt. Ganz im Gegenteil.

 

Gerade das Personalisieren ist übrigens ein Mega-Trend in den Medien - eben deswegen, um zu vermitteln, was das Hochkomplexe für Tante Erna in der Konsequenz denn eigentlich heißt - weil ihr Gesundheitspolitik völlig wurscht ist, aber nicht, dass sie ihre Krankenhauslaken jetzt aus dem Fenster hängen muss. Das hat eine Menge damit zu tun, dass näher ans Boulevard gerückt und TV-Berichtersattung im Print stilistisch nachgeahmt wird, um Einzelverkäufe zu verbessern, die dann wieder zu Abo's führen sollen. Aber das nur am Rande.

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Der arme Henry James, dem das Ding so oft zugeschrieben wird, hat wohl allerdings bloß "dramatize, dramatize" an den Rand seines Vorworts zu Daisy Miller gekritzelt. Und wenn man seine Werke liest, ist klar, dass er gern und oft narrative Passagen eingesetzt hat.

 

Meinst Du mit "das Ding" dieses "show don't tell?".

 

Interessiert

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Hallo Judith,

 

nein, ich glaube nicht, dass wir uns wirklich falsch verstehen. Zumindest nicht in punkto narratives versus dramatisiertes Erzählen. Mich hat einzig und allein die (für mich) Missinterpretation des "tell" als "behaupten" gestört, denn die Erfinder des "show don't tell" haben m.M.n. nichts gegen behaupten gesagt, sondern für mehr Dramatisierung. Besonders in Hinblick auf einen früheren langweiligen Erzählstil, wie es ja auch aus deinem Artikel (siehe unten) hervorgeht:

 

Na ja, der Slogan stammt von Schriftstellern und die spielen gern mit Sprache, dabei ist don't tell me what eben eine stehende Redewendung, die man dem elliptischen Slogan durchaus unterstellen kann IMHO, weil es genau das ist, wogegen sich er einmal gerichtet hat.

 

z.B. (Link ungültig)

 

Mir hat besonders der letzte Absatz sehr gut gefallen:

"I don't think James, Pound, or even Walter Pater would object to reframing their advice. "Tell by showing" is probably what they mean anyway. It is still an exhortation to "show."

In giving this exercise, I hope to encourage you to speak on issues that matter to you, to come right out and tell if you have to. You can go back and find images for your urgencies and vision later. "Show, don't tell" is excellent advice for someone who already has the impulse to tell and who knows the value and necessity of it. But many young writers today don't have that impulse, or have it but think it needs to be weeded out of their minds."

 

Das finde ich sehr relevant. Ein Autor sollte etwas zu sagen haben. Und wenn er das tut, dann lockert sicher die ein oder andere Dramatisierung den Text auf, macht ihn anschaulicher und eindringlicher.

 

Viel interessanter finde ich übrigens Larkins Ansatz hier, weil er das Kontinuum absteckt:

 

(Link ungültig)

 

Ich habe nicht alles gelesen, aber "tell and hide"  :) ist sicher auch nicht uninteressant.

 

Der arme Henry James, dem das Ding so oft zugeschrieben wird, hat wohl allerdings bloß "dramatize, dramatize" an den Rand seines Vorworts zu Daisy Miller gekritzelt. Und wenn man seine Werke liest, ist klar, dass er gern und oft narrative Passagen eingesetzt hat.

 

Es tut mir leid, wenn ich hier ein bisschen auf diesen Punkt herumgehackt habe. Aber ich halte den Unterschied doch für sehr wichtig. Wenn schon Regeln (oder Empfehlungen) dann sollte man sie auch richtig verstehen bevor man sie anwendet. Was der gute Henry James hier an den Rand gekritzelt hat, darum geht es doch bei dem Slogan und nicht ums Behaupten.

 

Ich glaube, im Endeffekt sind wir uns doch alle einig.

 

LG

Ulf

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Wir sind uns ziemlich einig, Ulf.

 

Und es kristallisiert sich für mich mehr und mehr dabei heraus, dass die negative Formulierung der "show don't tell" zu dem anfangs geschilderten Problem der Romanaufblähung führt.

 

Da Susann uns freundlicherweise einen Auszug aus einem der prominenten Ratgeber zur Verfügung gestellt hat, sehe ich gerade in diesen und ähnlichen apodiktischen Aussagen die Ursache der Verteufelung von Narration, Bericht, Autorenstimme etc, wie immer man alles heißen mag, das nicht "gezeigt" ist.

 

Sol Stein, Über das  Schreiben (Seite 181ff).

Er hat sogar ein ganzes Kapitel diesem Thema gewidmet und nennt das Kapitel in der Tat 'Zeigen, nicht erzählen'.

Ich zitiere mal ein bisschen, in der Hoffnung, dass es die Begriffsverwirrung in dieser Diskussion hier etwas lichtet.

 

"(...) sondern dem Leser ein authentisches Erlebnis vermittelt, indem er zeigt, was geschieht."

 

"Es gibt drei Situationen, in denen der Autor besonders stark dazu neigt zu erzählen, anstatt etwas sichtbar zu machen: Wenn er beschreibt, was geschehen ist, bevor die eigentliche Geschichte beginnt; wenn er beschreibt, wie ein Akteur aussieht; wenn er beschreibt, was ein Akteur empfindet, was er also sieht, hört, riecht, unter den Händen spürt und schmeckt. All das sind Gelegenheiten, bei denen sich die Stimme des Autors in das Erleben des Lesers eindrängen kann.

Das, was geschehen ist, bevor die eigentliche Handlung beginnt - gelegentlich auch als 'Vorgeschichte' bezeichnet -, sollte nicht erzählt, sondern vielmehr in Form einer narrativen Zusammenfassung oder einer Rückblende gezeigt werden. (...)

Es ist in jedem Fall günstiger, das, was ein Akteur sieht, hört, riecht, spürt und schmeckt, in der Handlung deutlich werden zu lassen, als es zu beschreiben. Auch die Gefühle einer Person zeigen sich am besten in ihrem Handeln."

 

Wenn jetzt durch diesen Thread dem einen oder anderen klar geworden ist, dass man durchaus auch mal eine Information als Behauptung, auktorial, beschreibend oder Gott weiß wie in den Text einbringen darf, ohne von Sol Stein in den Orkus geschickt zu werden, dann ist ja schon was gewonnen.

 

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Wenn jetzt durch diesen Thread dem einen oder anderen klar geworden ist' date=' dass man durchaus auch mal eine Information als Behauptung, auktorial, beschreibend oder Gott weiß wie in den Text einbringen darf, ohne von Sol Stein in den Orkus geschickt zu werden, dann ist ja schon was gewonnen.[/quote']

 

Amen. :)

 

Ulf

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Der arme Henry James, dem das Ding so oft zugeschrieben wird, hat wohl allerdings bloß "dramatize, dramatize" an den Rand seines Vorworts zu Daisy Miller gekritzelt. Und wenn man seine Werke liest, ist klar, dass er gern und oft narrative Passagen eingesetzt hat.

 

Meinst Du mit "das Ding" dieses "show don't tell?".

 

Interessiert

Andrea

 

 

Ja, genau. Ich habe mal versucht, den aufzuspüren, der es als erster in diese Worte gepackt hat. Vergeblich. ;)

 

Liebe Grüße

Judith

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"Majestät dünstete brodelnde Wut aus. Sein Gefühlszustand war höchstgradig erregt und durch den Versuch geprägt, diese Erregung zu unterdrücken."

 

Beide Sätze sind narrativ, kein Zweifel. Der erste ist show, der zweite tell.

 

Wenn man jetzt hergeht (wie viele es hier im thread tun) und behauptet, dass man "tell"-Sätze durch szenisches Erzählen ersetzen solle, wird man den zweiten Satz zu Szenen auswalzen. Dass das eher negative Folgen hätte, dürfte offensichtlich sein ;-).

 

Dass ist der Grund, dass ich hier die Haarspalterei betreibe. Weil der Unsinn mit "erzähl szenisch, nicht narrativ" genau diese Folgen hat.

 

Und weil obiges Beispiel nämlich sehr häufig in Anfängertexten vorkommt. Du beschreibst etwas, hast ein BIld. Aber leider vertraut Autor diesem Bild nicht, sondern muss noch einen "tell"-Satz anhängen, um sein Bild zu erklären. Mit fatalen Folgen für den Text.

 

Das ganze dann szenisch zu erzählen, macht es leider in den meisten Fällen nicht besser, sondern verschlimmert das Problem.

 

Viele Probleme mit "tell" Sätze und "tell"-Abschnitte lassen sich nämlich durch den gemeinen Rotstift beheben ;-). Allein dieses Mittel führt oft schon zu einer deutlichen Verbesserung des Textes, da muss man gar nicht alles szenisch erzählen.

 

Ich weiß auch nicht recht, warum hier soviele darauf pochen, dass man unbedingt szenisch erzählen müsse und "show, don´t tell" das verlange. Einen Grund hat mir hierfür keiner geliefert. Szenisches Erzählen ist ein Mittel, nicht mehr und nicht weniger. Und alles, was daraus ein Dogma macht, halte ich für sehr problematisch.

 

Regeln nützen vor allem bei der Überarbeitung und dort, wo etwas nicht stimmt. Aber dann sollte man die unterschiedlichen Dinge sauber trennen. Sonst kommen wirklich so albern aufgeblähte Texte heraus, die aus jedem Toilettengang eine Szene machen wollen.

 

Hans Peter

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Und weil obiges Beispiel nämlich sehr häufig in Anfängertexten vorkommt. Du beschreibst etwas, hast ein BIld. Aber leider vertraut Autor diesem Bild nicht, sondern muss noch einen "tell"-Satz anhängen, um sein Bild zu erklären. Mit fatalen Folgen für den Text.

 

Für mich war eure Diskussion überaus lehrreich und zeigte mir, dass es sowohl Stilmittel wie Intuition betreffend, auf die richtige Mischung ankommt. Habe ich die richtige Schlussfolgerung gezogen?

Im o.g. Zitat habe ich mich durchaus wiedererkannt. Vor allem was das Vertrauen des (Anfänger)Autoren in seinem geschaffenen Bild betrifft. Tatsächlich glaubt man oft, sich erklären zu müssen und merkt zunächst nicht, dass man bereits einen aussagekräftigen "Show-Satz" geschaffen hat.

Zum Glück gibt es da meine Lektorin, die mir in solchen Fällen auf die Finger klopft.

 

Gruß Silvia

Die Trevelyan Schwestern - Jetzt geht es um Liebe

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Hallo Hans Peter,

 

Ich weiß auch nicht recht, warum hier soviele darauf pochen, dass man unbedingt szenisch erzählen müsse und "show, don´t tell" das verlange. Einen Grund hat mir hierfür keiner geliefert.

 

Ich glaube schon, dass viele, die diese Diskussion lesend mitverfolgt haben, verstanden haben, worum es eigentlich geht. Das zumindest ist mein kleiner Trost.  ;D

 

 

Hallo Silvia,

 

Für mich war eure Diskussion überaus lehrreich und zeigte mir' date=' dass es sowohl  Stilmittel wie Intuition betreffend, auf die richtige Mischung ankommt. Habe ich die richtige Schlussfolgerung gezogen?  [/quote']

 

Ja, hast du auf jeden Fall.  :)

Das beste Handwerkszeug nutzt nichts, wenn man kein Gefühl dafür entwickelt, was man erzählen will. Letztlich würde ich sogar sagen, dass die Intuition das Wichtigste ist, denn auch die Handwerkstechniken gehen ja irgendwann ins Blut über und werden intuitiv benutzt. Nur, wenn es irgendwo im Text hakt, dann kann man sich die Techniken bewusst machen und das hilft sehr, Problemstellen oder Schwachpunkte zu verbessern.

 

Gruß Susann

Eat the frog in the morning (Mark Twain)

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Ich glaube schon, dass viele, die diese Diskussion lesend mitverfolgt haben, verstanden haben, worum es eigentlich geht. Das zumindest ist mein kleiner Trost.  ;D

 

 

Hallo Susann,

 

da kannst du dir aber sicher sein.

 

Ich verfolge diese Diskussion von Anfang an. Ich denke, dass es mehr als richtig ist, sich nur zu Wort zu melden, wenn man auch wirklich zur Diskussion etwas beisteuern kann. Sätze wie: "Ich stimme zu.", "Das sehe ich ganz genauso." oder "Diese Erfahrung habe ich auch gemacht." sind m. V. etwas wenig, um ein Thema fruchtbar voran zu bringen.  ;)

 

LG von Katrin

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Das beste Handwerkszeug nutzt nichts' date=' wenn man kein Gefühl dafür entwickelt, was man erzählen will. Letztlich würde ich sogar sagen, dass die Intuition das Wichtigste ist, denn auch die Handwerkstechniken gehen ja irgendwann ins Blut über und werden intuitiv benutzt. Nur, wenn es irgendwo im Text hakt, dann kann man sich die Techniken bewusst machen und das hilft sehr, Problemstellen oder Schwachpunkte zu verbessern.[/quote']

 

Das hast du schön gesagt, Susann. Bei allen handwerklichen Techniken dürfen wir nicht vergessen, das Intuition (oder nennen wir es ruhig das elementare Talent) vorhanden sein müssen, sonst geht gar nichts (oder wenig). Die Techniken verfeinern das Ganze, wo nötig. Und zuletzt kommt auch die Übung. Je mehr man schreibt, je besser zumeist das Ergebnis. Das sind für mich die Grundsäulen, in der genannten Reihenfolge.

 

LG

Ulf

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Tatsächlich glaubt man oft' date=' sich erklären zu müssen und merkt zunächst nicht, dass man bereits einen aussagekräftigen "Show-Satz" geschaffen hat.[/quote']

 

Darum ist es übrigens so hilfreich, wenn man seine Texte drastisch kürzen muss: Da geht man auf der Suche nach noch ein paar streichbaren Worten durch die Absätze und sieht plötzlich, "hey, da sag ich ja zweimal dasselbe, bloß auf verschiedene Weise!" Was nicht nur auf show/tell-Fragen beschränkt, sondern generell gilt: Wenn man zweimal dasselbe sagt, schwächen die beiden Aussagen sich in der Regel gegenseitig, und die Passage wird besser, wenn man nur die bessere der beiden behält. "Prägnanter" ist das Wort dafür.

 

Ich persönlich schätze einen gewissen Anteil Erzählen in Romanen, anbei bemerkt. Ich habe sogar das Gefühl, dass das richtig gute Romane sogar kennzeichnet. Wenn es richtig gemacht wird, natürlich - sprich, wenn die erzählte Passage etwas hinzufügt und eben nicht ein Bild sicherheitshalber nochmal erklärt. (Die berühmten [blue]"Scheiße!", schrie er. Er war wütend.[/blue]-Passagen ;) )

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Zu den "tell" Sätzen fällt mir noch ein, dass es eine weitere Möglichkeit gibt, sie zu verbessern, neben dem ersatzlosen Streichen (doppelt gemoppelte, unwichtige Stellen), dem szenischen Aufbereiten (wenn die Sache wirklich wichtig ist):

 

Man kann "tell" Sätze auch in ein Bild verwandeln ohne szenisch zu erzählen, einfach narrativ:

 

"Der König war wütend" (tell) => "Majestät dünstete brodelnde Wut aus."

 

(Entschuldigung Andrea, dass ich deinen Satz so malträtiere, aber er ist so ein gutes Beispiel)

 

Vorteil: Es ist anschaulicher und trotzdem bläht es den Text nicht auf.

 

Nachteil: Wenn die Wut des Königs keine oder wenig Bedeutung hat, lenkt es die Aufmerksamkeit des Leser auf Unwichtiges. In dem Fall sollte man den Tell Satz entweder streichen oder eben als "tell" Satz stehen lassen.

 

Und ja, ich finde auch, dass wir uns hier trotz aller verbaler Verwirrungen erstaunlich viel herausbekommen haben und noch erstaunlicher: Wir sind sogar zu einem relativ einheitlichen Ergebnis gekommen.

 

Hans Peter

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Ich persönlich schätze einen gewissen Anteil Erzählen in Romanen' date=' anbei bemerkt. Ich habe sogar das Gefühl, dass das richtig gute Romane sogar [i']kennzeichnet[/i].

 

Außerdem geht es oft gar nicht ohne. Gerade bei Storys, die länger als ein paar Tage dauern, also Monate, Jahre, Jahrzehnte, kommt man um Erzählpassagen nicht herum. Um vergehende Zeit zu schildern, braucht man nun mal Sätze wie: Den Sommer verbrachte er an der Küste, in einem alten Landgut umgeben von Olivenbäumen und Zypressen, bevor er im Oktober nach Hause zurückkehrte und sich um die liegengebliebene Arbeit kümmerte ... Solange man Erzählpassagen auf das Wesentliche beschränkt und sie mit Bildern und Sinneseindrücken anreichert, findet sie niemand langweilig.

 

Christoph

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