Zum Inhalt springen
(MartinaC)

Bildhaft beschreiben

Empfohlene Beiträge

Genau, Sven, denn eben durch mein Rockertum distanziere ich mich ja schon in gewisser Weise vom normalen Volk. Obwohl mein Gehirn eben doch meistens so arbeitet wie das der meisten anderen Menschen auch. Okay, manchmal auch schlechter.

 

Aber ich will es jetzt nochmal versuchen, mich deutlich zu machen: lt. der Wiki-Definition finde ich Metaphern sehr schön. Es sind die ewigen Vergleiche, die mich stören! Warum kann eine Sache nicht so sein, wie sie ist, sondern muss so beschrieben werden, dass sie an etwas anderes erinnert?

 

Das ist sehr nützlich, wenn ich etwas beschreibe, das der Leser so noch nie gesehen hat, z.B. ein Raumschiff. Hier kommt es dem Leser durchaus zu Gute, wenn ich es ihm anhand einer Untertasse sichtbar mache.

Aber wenn ich etwas beschreibe, das der Leser schon zur Genüge kennt, dann lasse ich es. Wenn jemandes Gesicht vor Wut rot anläuft, dann sollte das reichen. Warum muss ich jetzt noch die völlig unbeteiligte Feuerwehr oder den armen Puter mit ins Spiel bringen? Zumal das evtl. Dinge sind, die es in meinem Universum gar nicht gibt.

Link zum Beitrag
Es sind die ewigen Vergleiche' date=' die mich stören! Warum kann eine Sache nicht so sein, wie sie ist, sondern muss so beschrieben werden, dass sie an etwas anderes erinnert?[/quote']

 

Das wird nur dann interessant, wenn der Vergleich leicht abwegig ist und damit entweder lustig oder eklig. ;) Ansonsten ist es in der Tat überflüssiges Aufblähsel.

 

LG

Joy

Link zum Beitrag

Das wird nur dann interessant, wenn der Vergleich entweder lustig ist oder eklig. ;) Ansonsten ist es in der Tat überflüssiges Aufblähsel.

 

Ohje, ohje... :s03 wie schade, dass das tatsächlich auch nur IRGENDEIN Autor so sieht.

 

Dabei wären gerade Liebesromane doch so langweilig, wenn einem die Tage vor Sehnsucht auf den Liebsten nicht wie eine Durststrecke erschienen...

 

Pro-metaphorisch,

Marco!

Link zum Beitrag

Das wird nur dann interessant, wenn der Vergleich entweder lustig ist oder eklig. ;) Ansonsten ist es in der Tat überflüssiges Aufblähsel.

 

Ohje, ohje...  :s03 wie schade, dass das tatsächlich auch nur IRGENDEIN Autor so sieht.

 

Dabei wären gerade Liebesromane doch so langweilig, wenn einem die Tage vor Sehnsucht auf den Liebsten nicht wie eine Durststrecke erschienen...

 

Pro-metaphorisch,

Marco!

 

Marco, das meinst du jetzt nicht ernst, oder? Es gibt nichts schlimmeres, egal in welcher Art Roman, als abgehalfterte Vergleiche wie den mit der Durststrecke. Dann doch lieber keinen.

 

LG

Joy

Link zum Beitrag

Ach Joy, natürlich meine ich das ernst. Natürlich nicht die Durststrecke, da hast du das wieder zu wörtlich genommen. Stell dir einfach einen frischen, unverbrauchten Vergleich vor. Ich kann ja nicht glauben, dass du das ernsthaft für eine Aufblähung hältst...

 

Ansonsten nochmal generell zu Vergleichen:

Ich glaube, da liegt ein Grund, weshalb ich mich mit Popliteratur so schwer tue.

 

Ich sage mal, der "durchschnittliche" Vergleich dient ja dazu, eine abstrakte, oder weniger konkrete Sache stärker zu konkretisieren, auch um es dem Leser leichter zu machen. "Das Auto war rot wie eine Tomate." "Sein Herz schlug wie eine Trommel." "Es war heiß wie in der Sauna." Bei "graduellen" Adjektiven und Verben wie rot, heiß, laut etc., kann das hilfreich sein. Dabei engen aber solche Vergleiche das ganz nur ein, lassen dem Leser aber noch genügend Freiraum, selbst etwas einzusetzen. Tomaten haben verschiedene Rottöne, Trommeln schlagen unterschiedlich, Saunas können unterschiedlich heiß sein. Es engt also den Grad ein, ohne zu speziell zu werden.

 

Popromane neigen eher zum absoluten Vergleich: "Es war diese Farbe, wie der Klecks Möwenscheiße auf dem Schild vom 'P1'." "Er hatte so ein bisschen dieses Grinsen wie Jack Nicholson in 'Die Hexen von Eastwick'." "Er röhrte so wie nur der Golf I geröhrt hatte, wenn man ihn drei Wochen in einer Dorfgarage stehengelassen hatte." Oder was weiß ich.

 

Genau diese exakten Vergleiche, die keinen Freiraum mehr lassen, gehen mir dabei immer so auf den Keks. Allgemeinere Vergleiche, die etwas abstraktes, oder nicht näher definiertes einschränken, sind absolut nur hilfreich. Und wenn sie dann noch phantasievoll sind, oder neu, oder kreativ, sind sie auch noch schön wie ... :)

 

Gruß,

Marco!

Link zum Beitrag
(Peter_Dobrovka)

Popromane neigen eher zum absoluten Vergleich: "Es war diese Farbe, wie der Klecks Möwenscheiße auf dem Schild vom 'P1'." "Er hatte so ein bisschen dieses Grinsen wie Jack Nicholson in 'Die Hexen von Eastwick'." "Er röhrte so wie nur der Golf I geröhrt hatte, wenn man ihn drei Wochen in einer Dorfgarage stehengelassen hatte." Oder was weiß ich.

 

Genau diese exakten Vergleiche, die keinen Freiraum mehr lassen, gehen mir dabei immer so auf den Keks.

Schon witzig. Jedem geht irgendwas anderes auf den Keks, aber jedem irgendetwas.

Ich mag absolute Vergleiche nicht, ich liebe sie- ;D

 

Peter

Link zum Beitrag
(SiskianHerbstblatt)

Wie werden dann die Bücher der Zukunft aussehen?

 

Das gelbe/schwefelgelbe/dottergelbe/löwenzahngelbe/sandgelbe (für den Leser Zutreffendes bitte unterstreichen) Auto raste durch die Straße.

 

Um die Jugend zu erreichen, müssen Vergleiche ungefähr so aussehen: Seine Jacke hatte dasselbe Rot wie das Wappen des Orks, der bei World of Warcraft im 17. Level beim Kampf um den Stab auftaucht...

 

Tut mir leid, aber ich bin gerade in einer albernen Stimmung... :-[

 

Mir wurde übrigens einmal von einer Autorin vorgeworfen, dass es ein Verbrechen sei, Adjektive zu benutzen. Jedes (!) Adjektiv kaue dem Leser vor, welche Fantasie er zu haben habe (äh...ja...dumme Formulierung, ich weiß).

Es würde doch vollkommen ausreichen, wenn ich schreibe, dass ein Auto über eine Straße, die von Bäumen gesäumt ist, fuhr. Welche Farbe das Auto habe, was für eine Straße es sei und was es für Bäume sind, das braucht alles gar nicht erwähnt zu werden; schließlich besitzt der Leser genügend Fantasie (besser gesagt Bilder seiner Erinnerung) um sich aufgrund dieser wenigen Wörter ein klares Bild zu machen.

 

Nichtsdestotrotz werde ich weiter mit Adjektiven arbeiten, und ich werde auch weiterhin kurze knappe Beschreibungen reinbringen; in meinen Augen will ich dem Leser knapp vorgeben, was er sich ausmalen soll, aber trotzdem sein Bild in die richtigen Bahnen lenken.

 

LG

 

Siskian

 

(wie gesagt: derzeit etwas albern)

Link zum Beitrag

Was hat eigentlich die Adjektive so in Verruf gebracht? Wenn ich so durch meinen Bücherschrank stöbere und mir ältere Werke der U-Lit ansehe, wimmelt es geradezu davon. Aber heute hört man mehr und mehr, es sei ein "Verbrechen" sie zu benutzen.

 

Ich stehe auf dem Standpunkt, dass zu viele UNNÖTIGE Adjektive weggelassen werden können. Wie ein "greller" Blitz. Blitze sind generell grell, das kann man sich sparen. Ein eiskalter Eiswürfel ist auch Blödsinn.  :s22 Und so weiter, in diesem Sinne.

Ansonsten können Adjektive wunderbare Bilder malen. Deshalb setze ich sie auch weiterhin ein, unter Vermeidung einer doppelten Betonung oder einer Wertung an Stellen, an denen der Leser von mir aus einsetzen mag was er will.  ;D

 

LG

Joy

Link zum Beitrag
(SiskianHerbstblatt)
Was hat eigentlich die Adjektive so in Verruf gebracht?

 

So wie ich es mitbekommen habe, kommt es von den amerikanischen Autorengurus a la Sol Stein.

 

LG

 

Siskian

Link zum Beitrag
Jedes (!) Adjektiv kaue dem Leser vor, welche Fantasie er zu haben habe

Tja, das Witzige ist doch, dass viele Adjektive eben nicht besonders konkret sind und eigentlich keine oder nur sehr ungenaue Bilder hervorrufen, insofern der Fantasie eine Menge Raum lassen.

Gerade das ist der Grund dafür, warum oft zu Vergleichen bzw. metaphorischer Ausdrucksweise geraten wird.

 

Ein einfaches Beispiel:

Peter ist groß.

 

Das groß ist sehr vieldeutig und wird erst im Vergleich konkret:

Peter überragte mich um eineinhalb Köpfe.

Peter konnte aus meiner Dachrinne trinken.

Selbst in seiner Basketballmannschaft galt Peter als Riese.

Peter stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste der Giraffe aufs Horn.

usw.

 

Großartige Grüße

Philipp

Link zum Beitrag
Aber heute hört man mehr und mehr, es sei ein "Verbrechen" sie zu benutzen.

Das ist natürlich auch Unsinn, aber wenn man sich mal Texte anschaut, bei denen "Adjektivitis" zu Recht angemerkt wird, dann sind das oft Texte, die Standard-Adjektive noch und nöcher benutzen. Groß, klein, dünn, dick, langsam, schnell usw. usf. Oder noch schlimmer die ein Wischiwasche Nomen oder Verb haben und es dann mit nem Standard-Adjektiv oder Adverb konkretisieren: Er lief schnell statt rannte; er sprach leise statt flüsterte usw. usf.

 

Ich glaube Adjektivitis wird oft angemerkt, weil der Text unter Vokabelarmut leidet. Ein konkretes, spezielles, selten verwendetes Wort ist oft besser als zwei, zusammengepappte Allzweckwörter.

Und zum anderen sind viele Adjektive auch überflüssig, im Sinne von "Der Leser sollte aus dem Kontext eigentlich wissen, dass es so und so ist, aber der guckt wahrscheinlich wieder nebenbei fern, also schreib ich's nochmal deutlich dazu."

 

Und das dritte sind diese Wortzwangsheiraten: Stockdunkel, messerscharf, steinalt; die dann oft bemängelt werden. Oder auch die Heirat zwischen Nomen und Adjektiv: Die unauslöschliche Gier, die flammende Liebe, der beißende Schmerz, das pochende Herz, blablabla.

 

Da sind so die Standard-Fälle, in denen Adjektivits bemängelt wird. Aber daraus zu schließen: Iiih, alle Adjektive und Adverben sind doof, ist auch so nen typischer Internet-Schreibgruppen-Überreaktions-Mythos, finde ich.

 

Gruß

Peter

Link zum Beitrag

Mich stört am meisten, wenn auch noch mehrere aneinandergehängt werden.

Das große, düstere, verfallene Haus etc.

 

Wenn man hingegen das Auto auf der Straße rot haben will, warum soll man es dann nicht sagen.

Liebe Grüße, Susanne

 

"Books! The best weapons in the world!" (The Doctor)

Link zum Beitrag

Bitte melde Dich an, um einen Kommentar abzugeben

Du kannst nach der Anmeldung einen Kommentar hinterlassen



Jetzt anmelden

×
×
  • Neu erstellen...