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Quidam

Exposition

Empfohlene Beiträge

 

Ich hab das garnicht gesehen. Gut. Dann will ich gerne darauf eingehen:

Wo steht, dass sie für den Ausflug bezahlt haben?

Sie wollten einen Ausflug unternehmen, für den sie noch kein Geld ausgegeben haben. Magda verschläft das Ganze und Alena ist erst gereizt, dann aber froh, dass Magda nichts passiert ist. Und sie ihr sowieso nicht so lange böse sein kann. Du willst mir erzählen, dass es keine solchen Menschen gibt?

Also ich bin so ein Mensch, der sich zwar ärgert, wenn ihn jemand versetzt. Aber wenn der, der mich versetzt hat, sich dafür entschuldigt und ich sehe, dass es ihm peinlich ist - dann ist das vergessen! Warum? Weil es ohnehin nichts bringen würde, da die ganze Zeit mies gelaunt zu sein. Der Bus ist weg. Es ist vergessen. Wenn Magdalena jetzt noch zickig wäre, gut, aber so? Magda hat sich entschuldigt, Alena denkt sich: Schwamm drüber. Kann man eh nicht mehr ändern.

 

Und was heißt hier 'eine solche Gelegenheit?' Es ist keine Weltreise. Lediglich ein popeliger Ausflug nach Prag.

 

Wie hätte deiner Meinung nach Alena reagieren müssen, wenn du ein wenig gereizt als unglaubwüdig empfindest? Soll sie schreien? toben? Was?

Grüße

Quidam

 

 

Die Reaktion von Figuren hängen immer davon ab, was mit ihnen vor hat.

 

Öhm, ein Ausflug nach Prag ist popelig, da würden dir eine Menge Leute widersprechen. Prag ist die goldene Stadt, eine Perle der Historie, das ist für Alena popelig? Nun gut, aber warum wollten sie dann überhaupt ins popelige Prag? Dann hätten sie auch in den nächsten Biergarten gehen können.

 

Deine eigene Verhaltensweise findet sich exakt in Alena wieder. Wenn du so reagierst, wenn dich jemand versetzt hat, dann ist das deine Sache, aber Alena ist eine Frau, die vermutlich einige Mühe darauf verwendet hat, die Koffer zu packen. Sich auf den Ausflug gefreut hat und dann kommt Magdalena nicht? Sind es gute Freundinnen oder wohnen sie nur zusammen? Selbst Schwestern zicken sich in einer solchen Situation an.

 

Wie sie reagieren müssten hängt, wie gesagt davon ab, wohin du mit den Figuren willst.

 

Die von dir beschriebene Situation wäre korrekt, wenn Alena in Magda verknallt wäre und ihr daher alles verzeiht. Das etwas passiert ist, ist i.d. R. nicht der erste Gedanke den man hat, wenn jemand zu spät kommt. Das kommt erst später, wenn derjenige im Übermaß überfällig ist.

 

(Warum hat die eigentlich verschlafen, wenn es doch ihre Mitbewohnerin ist, das nur am Rande.)

 

Deine Testleserin hat gesagt, dass die Figuren zu blass sind und wir haben den Grund dafür eigentlich nicht gefunden, aber nun kann ich es definieren.

 

Deine Charaktere gleichen sich zu sehr, sie unterscheiden sich kaum in ihren Verhaltensweisen.

 

Nun gut, ich denke nicht, dass du mir das glauben wirst, aber ich habs zumindest versucht! ;)

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Irena, ich bin es leid, immer wieder zu wiederholen, was die Testleserin unter blasse Figur meinte.

Und die Figuren gleichen sich? Alena, die besorgte, die sich vor Männern scheut, die ein Problem mit ihrem Körper hat, auch wenn sie wunderschön ist - gleicht dem Charakter der Magdalena, die sich total nach Liebe sehnt, die schusselig ist, keinen Putzfimmel hat, wie Alena, die gerne gedankenlos lebt und unbekümmert? Anders wie Alena. Die beiden gleichen sich?

Und der Martin, etwas 'einfacher' gestrickt ist, der gerne mit Seen spricht und mit Tieren? Der einen Fluß als Freundin hat, der nicht sehr gebildet ist, auch ungewaschen durch die Gegend laufen kann?

All diese Figuren gleichen sich?

 

Hm.

Quidam

 

Und 'wir' haben den grund gefunden, warum Figuren rein äusserlich blass sind, auch wenn man sie noch so detailliert beschreibt. Musst nur Marcos Postings lesen.

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Meine Rüdiger Hoffmannoide Meinung zum Thema:

So eine Exposition kann man machen - MUSS man aber nicht.

Das Fehlen derselben hat mich noch nie gestört. Ich nehme es eigentlich gar nicht wahr.

 

Peter

 

Und da muß ich jetzt mal ganz heftig nicken!

 

Marco, ich glaube, Du siehst das viel zu "lehrbuchhaft" und zu eng ... und verwirrst Quidam eher, könnte ich mir denken.

 

Es scheint mir auch einiges durcheinander zu gehen, deshalb hier mal zwei Links, die vielleicht hilfreich oder zumindest interessant sind:

 

Nr 1 (Link ungültig) (Link ungültig)

 

Nr. 2 (Link ungültig) (Link ungültig)

 

Gruß

Jan

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Übrigens, Peter D. die von dir zitierte Szene ist in der Tat streichenswert.

 

Das ist quasi eine Flickszene. Ich wollte lediglich einwenig den Ort zeigen, wo Alena nach dem Prolog lebt und mit wem sie dort lebt. Aber der Szene fehlt es an Substanz. Nichts passiert, was für die eigentliche Geschichte wichtig ist.

 

Daher werde ich mir entweder etwas überlegen, was in der Szene passieren könnte, das dann auch später für die Geschichte interessant ist - und zum Weiterlesen animiert, oder ich werde sie streichen.

 

Nur dass du der Meinung bist, der komplette Roman wäre ein Auswalzen von uninteressanten Dinge, das trifft mich und kann ich auch nicht nachvollziehen.

 

Quidam

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Nur dass du der Meinung bist, der komplette Roman wäre ein Auswalzen von uninteressanten Dinge, das trifft mich und kann ich auch nicht nachvollziehen.

 

Hallo, Quidam!

 

Peter hat nur von einer bestimmten Szene gesprochen, wenn ich das richtig mitgekriegt hab, nicht vom ganzen Roman, den er ja überhaupt nicht kennt.

 

Also - Stacheln wieder einziehen  ;)

 

Gruß

Jan

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(Peter_Dobrovka)
Übrigens, Peter D. die von dir zitierte Szene ist in der Tat streichenswert.

 

Das ist quasi eine Flickszene. Ich wollte lediglich einwenig den Ort zeigen, wo Alena nach dem Prolog lebt und mit wem sie dort lebt. Aber der Szene fehlt es an Substanz. Nichts passiert, was für die eigentliche Geschichte wichtig ist.

Hm, was soll ich dazu jetzt sagen?

Okay, so sei es.

 

Daher werde ich mir entweder etwas überlegen, was in der Szene passieren könnte, das dann auch später für die Geschichte interessant ist - und zum Weiterlesen animiert, oder ich werde sie streichen.

 

Nur dass du der Meinung bist, der komplette Roman wäre ein Auswalzen von uninteressanten Dinge, das trifft mich und kann ich auch nicht nachvollziehen.

Ich auch nicht, da ich den ganzen Roman ja nicht kenne.

Ich kenne nur, was du hier preisgibst.

Der Prolog mit Alena als kleines Mädchen und dem Vater, der ist übrigens NICHT langweilig.

 

Peter

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Hallo Peter und Jan,

 

gestern war ich wohl etwas angeschlagen und meines Selbstbewußtseins beraubt. Aber heute sehe ich vieles klarer und bin richtig happy!

 

Diese erste Szene nach dem Prolog werde ich umschreiben. Kein Ausflug nach Prag. Aber mit einer Handlung, die für die weitere Geschichte wichtig ist, meiner Meinung nach. Ich schildere ja jetzt den Prolog aus Alenas Sicht. Also fällt der Vater weg, wie er durch den Wald hastet und im Fluss einbricht.

Ich werde Alena also in dieser Küchenszene einen Artikel lesen lassen, wo es um einen Vater geht, der verunglückt. Und dass wird Alena so beschäftigen, dass sie nachts davon träumen wird, wie ihr Vater durch den Wald hastet und im Fluß einbricht.

 

Und um beim Thread zu bleiben, hier der Anfang der ersten Szene nach dem Prolog. Ich hoffe, verstanden zu haben, worum es Marco und allen anderen geht.

 

 

Alena saß am Küchentisch und blätterte in einer Zeitschrift. Sie sah hoch zur Wanduhr mit dem Kartoffelgesicht. Es war später Nachmittag und Magdalena hätte längst da sein müssen. Mit ihr lebte sie hier in dem Studentenwohnheim.

'Hoffentlich ist ihr nichts passiert ...'

 

 

Besser?

Aber mit dem Einschub, dass sie zusammen dort leben, werde ich nicht so glücklich. Kann man das nicht eleganter einflicken?

 

Und vielen Dank für die zahlreichen Kommentare. Waren mir sehr augenöffnend.

:)

 

Grüße

Quidam

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Hallo Quidam,

 

darf ich vielleicht zwei Kleinigkeiten...? Nur so als morgendliche Spielerei?

 

Alena saß am Küchentisch und blätterte in einer Zeitschrift. Sie sah hoch zur Wanduhr mit dem Kartoffelgesicht. Es war später Nachmittag und Magdalena' date=' mit der sie hier im Studentenwohnheim lebte, hätte längst da sein müssen. Hoffentlich ist ihr nichts passiert ...[/quote']

"mit der sie hier im Studentenwohnheim lebte": paar Sätzchen später, hemmt hier den Lesefluß.

 

"Hoffentlich ist ihr nichts passiert..." kursiv setzen, damit es als Gedanke Alenas erkennbar ist, sonst verwirrt der Sprung ins Präsens.

 

'tschuldige, daß ich Dich als Aufwärmübung mißbraucht habe, eigentlich sollte ich meinen eigenen Text...

 

Schon weg!

Uschi

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".... Magdalena, ihre Mitbewohnerin,..." oder, um die Kommas zu sparen: "ihre Mitbewohnerin Magdalena".

Das hattest du doch ganz am Anfang, und das fand ich auch am besten.

 

Gerade ist mir etwas aufgefallen, und zwar die Namensgleichheit Alena - MagdAlena. Kann diese Mitbewohnerin nicht irgendwie anders heißen? Oder ist das Absicht? Wenn MagdAlena ständig kleine Jobs für Alena erledigt, bietet sich der Name natürlich an... ;D

 

Gruß

 

Astrid

Meine Homepage

 

Rabenzeit 1 gibt's als E-book und gedruckt bei Amazon. :)

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So, kurz nochmal:

 

@Quidam

 

PN beantworte ich morgen, davor hab ich deinen Text nicht zur Hand. Aber mach dich nicht verrückt! ;) Schreib erst mal, überarbeiten kannst du immer noch.

 

Zu diesem Thread:

 

Und die Figuren gleichen sich? Alena, die besorgte, die sich vor Männern scheut, die ein Problem mit ihrem Körper hat, auch wenn sie wunderschön ist - gleicht dem Charakter der Magdalena, die sich total nach Liebe sehnt, die schusselig ist, keinen Putzfimmel hat, wie Alena, die gerne gedankenlos lebt und unbekümmert? Anders wie Alena. Die beiden gleichen sich?

Und der Martin, etwas 'einfacher' gestrickt ist, der gerne mit Seen spricht und mit Tieren? Der einen Fluß als Freundin hat, der nicht sehr gebildet ist, auch ungewaschen durch die Gegend laufen kann?

All diese Figuren gleichen sich?

 

In meinen Augen eines der fundamentalen Dinge, die in deiner Textprobe schief liegt ist, dass, jedenfalls auf den fünf Seiten, die ich danach ja noch kenne, ab dem Prolog nichts davon mehr rüberkommt. Du erzählst viele Details, die aber genau diese Dinge, die du hier erzählst, ausblenden, oder aber höchstens indirekt und mit viel Denkarbeit sichtbar machen!

Anders gesagt, du erzählst, jedenalls am Anfang nach dem Prolog, viel von dem, was direkt neben dem liegt, was interessant ist...

Aber das passt nicht mehr zum Thread-Thema, ich schreib dir morgen mehr dazu. Mit Beispielen. (Bin auffer Arbeit und vor morgen nicht zu haus)

 

@Jan

Das vieles durcheinander geht, stimmt, weil, auch das ist mir erst gestern hier klar geworden, es verschiedene Arte und Stufen von Exposition gibt. Ich werde dazu einen FAQ-Eintrag ausarbeiten, und hoffe, dass ich damit das, was hier wirr verteilt rumschwirrt, gebündelt darlegen kann.

 

Lieben Gruß,

Marco! :s17

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Hallo Quidam,

 

darf ich vielleicht zwei Kleinigkeiten...? Nur so als morgendliche Spielerei?

 

"mit der sie hier im Studentenwohnheim lebte": paar Sätzchen später, hemmt hier den Lesefluß.

 

Wie Astrid würde ich "ihre mitbewohnerin Magdalena war ..." schreiben. Wirft den leser nicht so raus.

 

"Hoffentlich ist ihr nichts passiert..." kursiv setzen, damit es als Gedanke Alenas erkennbar ist, sonst verwirrt der Sprung ins Präsens.

 

Noch besser: "Hoffentlich war ihr nichts passiert", dann ist klar, dass das Alena denkt, denn wir sind ja in Alenas Perspektive, oder?

 

Für das Präsenz sehe ich hier keinen Grund.

 

Hans Peter

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Hallo hpr,

 

Gedanken schreibe ich eigentlich immer im präsenz. Später wird das ja entsprechend markiert, entweder Anführungszeichen, oder kursiv. Ist aber auch so meines Erachtens herauslesbar.-)

 

Das hier ist jetzt der Anfang der Szene. Habe ich denn nun alles beherzigt? Werden alle Fragen beantwortet? Oder blende ich immer noch alles interessante aus? Über eine kurze Rückmeldung würde ich mich freuen!

 

 

Alena saß vor einer geleerten Teetasse am Küchentisch und blätterte in einer Zeitschrift. Sie sah hoch zur Wanduhr mit dem Kartoffelgesicht. Es war später Nachmittag und ihre Mitbewohnerin Magdalena hätte längst da sein müssen. Sie wollten doch ins ‚Bata’ und Schuhe kaufen gehen.

Hoffentlich ist ihr nichts passiert ...

Sie überflog einige Buchrezensionen, horchte dann auf die Wohnung über ihr. Dort lebte ein Musikstudent und Alena wünschte sich, dass er jetzt mit dem Spiel beginnen, sein Instrument für sie zum Singen bringen würde. Irgendetwas Melancholisches, danach war ihr jetzt. Sie stellte sich vor, er säße auf einem schlichten Stuhl, sein Cello zwischen den Knien, den Blick zum Fenster gewandt. Und wie er den Bogen nimmt, über die vier Saiten streicht und mit der Musik von einem ängstlichen Mädchen erzählt, das sich wie Alena aus dem eigenen Leben ausgeschlossen hat.

Die Stille in den Räumen war kaum zu ertragen. Was wäre, würde Magdalena tödlich verunglücken? Was wäre, hätte Alena niemand mehr, der ihr die Stille vertreibt?

Magdalena stürzte mit dem Fahrrad von der Bordsteinkante. Ein Auto überrollte den zierlichen Körper. Blut floss über den Asphalt. Alena schüttelte sich das Bild aus den Gedanken.

Mach dich nicht verrückt! Ihr - ist – nichts - passiert!

Sie blätterte weiter in der Zeitschrift, um sich abzulenken und blieb bei einer Kurzgeschichte hängen. Es ging um einen Vater, dessen Kinder entführt wurden. Die Befreiung durch ein Sondereinsatzkommando scheiterte, die Geiseln kamen ums Leben. „…er stellte das eingerahmte Bild seiner Kinder zurück auf die Garderobe, kramte eine Pistole aus der Schublade und steckte sich den Lauf in den Mund …“, las Alena und die Seite zittere, die sie zum Umschlagen bereithielt. Alena fühlte sich an jene Nacht erinnert, in der sie ihren Papa verloren hatte.

Die Schlagzeilen der Zeitungen prangten in Großbuchstaben vor dem geistigen Auge: NACH DEM TÖDLICHEN STURZ SEINES SOHNES FLÜCHTET KAREL P. AUS DEM HAUS. WENIG SPÄTER BRICHT ER IN DIE ZUGEFRORENE APOLENA EIN UND ERTRINKT.

 

Alena fächerte sich Luft zu, bis die Erinnerungen verblassten, und stand auf.

Wo bleibt Magda nur?

Sie nahm den Strauß Rosen vom Sims, öffnete das Fenster und hielt Ausschau nach ihrer Freundin. In den gekippten Fenstern der umliegenden Häuser spiegelte sich die Aprilsonne, vom nahen Spielplatz war Kindergeschrei zu hören. Der Hausmeister kniete unten, vor dem Treppenaufgang zum Studentenheim. Mit einem Handbesen kehrte er ein Häufchen Split auf die Kehrschaufel.

Da endlich bog Magdalena mit dem Fahrrad um die Ecke. Ihre blonden Haare reichten bis zum Gepäckträger, auf der eine Tasche geklemmt war.

Sie begrüßte den Hausmeister und hob dabei einen imaginären Hut, dann schloss Alena das Fenster. Sie stellte die Vase mit den Rosen zurück auf das Sims, nahm die Zeitschrift vom Küchentisch und setzte sich.

 

 

 

Quiddy

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(Peter_Dobrovka)

Das liest sich interessant. Angstzustände sind immer interessant.

 

Einigen Dingen täte etwas mehr Subtilität gut. Was mir gerade klar zeigt, daß man aufpassen sollte, den Leser mit der Exposition nicht zu unterschätzen.

Magdalena hätte längst da sein müssen. Sie wollten doch ins ‚Bata’ und Schuhe kaufen gehen.

Was sie unternehmen wollten, hätte - wenn überhaupt - früher erwähnt werden sollen. An dieser Stelle kommt mir der Gedanke unreif vor, wirkt so, als sei das Hauptproblem das, nicht mehr zum Schuhekaufen zu kommen.

 

Dort lebte ein Musikstudent und Alena wünschte sich, dass er jetzt mit dem Spiel beginnen, sein Instrument für sie zum Singen bringen würde.

Dieses "Dort lebte ein Musikstudent" empfinde ich als schlechten Stil, auch wenn ich diese Empfindung so früh am Morgen noch nicht genau benennen oder gar analysieren kann. Vielleicht jemand anders. Ich erwarte solche Details beiläufig serviert zu bekommen; ohne daß es wie eine Erklärung bzw. Exposition klingt:

Alena wünschte sich, dass der Musikstudent jetzt mit dem Spiel beginnen, sein Instrument für sie zum Singen bringen würde

Nicht, daß auch das nicht noch ob anderer Aspekte verbesserungsfähig wäre.

Das ist keine starre Regel, mir fallen gerade unzählige Gegenbeispiele ein, wo es wieder okay sein kann, das genau so zu formulieren, wie du es getan hast. Insbesondere dann ist es okay, wenn die Beschreibung nicht unmittelbar erlebt wird. Wenn Alena also nicht in der Wohnung wäre, sondern von woanders aus über das Haus nachdenken würde, in dem sie wohnt.

Verdammt. Gut schreiben ist wirklich schwer. Es gut zu erklären noch schwerer. Hoffe trotzdem, daß du verstehst, was ich meine.

 

Dann noch dieses:

 

Alena fühlte sich an jene Nacht erinnert, in der sie ihren Papa verloren hatte.

Das ist mir zu direkt, zu unsubtil. Als würde mir einer die Erklärung, was jetzt los ist, mit der Brechstange reindrücken wollen. Je nach Zielgruppe kann das notwendig sein, ich bin eher von der Sorte: Ich werde gern ein bißchen gefordert.

Und danach dies hier:

Die Schlagzeilen der Zeitungen prangten in Großbuchstaben vor dem geistigen Auge: NACH DEM TÖDLICHEN STURZ SEINES SOHNES FLÜCHTET KAREL P. AUS DEM HAUS. WENIG SPÄTER BRICHT ER IN DIE ZUGEFRORENE APOLENA EIN UND ERTRINKT.

Das wäre besser, wenn es für sich stünde. Als nicht weiter erklärter Gedankenfetzen. Noch besser, wenn es an dieser Stelle überhaupt nicht stünde. Das ist zu offensichtlich, zu unsubtil, zu ... trivial.

 

Sie blätterte weiter in der Zeitschrift, um sich abzulenken

Auch hier stört mich die Erklärung, warum sie blättert. Du siehst, ich bin eigentlich gar kein Freund von Erklärungen und Erläuterungen. Deswegen ist diese Sache mit der Exposition, daß man das was, wo wer warum dem Leser begreiflich machen muß, ein zweischneidiges Schwert. schneller als einem lieb ist, rutscht man da ins Triviale, ins Übererklärende.

 

Peter

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Lieber Quiddy -

 

ich möchte hier nur kurz etwas zu den Zeitenwechseln sagen, die mich bei dir irritieren, also sonst nichts weiter.

 

Wenn du Alenas Gedanken beschreibst, würde ich immer konsequent in der Vergangenheit bleiben. Es ergibt keinen Sinn, weshalb das, was sie dachte, in der Gegenwart stehen soll.

 

Aber wenn Alena einen kurzen Tagtraum hat - wie den über Magdalenas möglichen Unfall - dann würde ich als Stilmittel eindeutig in die Gegenwart gehen und danach wieder in der Vergangenheit weiter schreiben.

Beispiel:

 

1. Hoffentlich war ihr nichts passiert.

 

2. Die Stille in den Räumen war kaum zu ertragen. Was wäre, wenn Magdalena tödlich verunglückte? ...

Magdalena stürzt mit dem Fahrrad von der Bordsteinkante. Ein Auto überrollt ihren Körper, Blut fließt über den Asphalt.

Alena schüttelte sich das Bild aus den Gedanken.

Mach dich nicht verrückt! Ihr - ist – nichts - passiert!

...

und so weiter.

 

So, wie du es jetzt schreibst, sind die Zeitwechsel für den Leser störend. Aber wenn du jeweils bei Alenas Tagträumen in die Gegenwart springst - wie in einen kurzen, heftigen Filmschnippsel - wird das für den Leser als Stilmittel klar.

 

Liebe Grüße - Elisabeth

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(Peter_Dobrovka)

So einen Gedankenpräsens habe ich auch in meinen Texten. Ist eigentlich okay, allerdings sollte der Gedanke dann kursiv stehen. So wie es jetzt ist, bin ich auch drüber gestolpert.

 

Peter

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So einen Gedankenpräsens habe ich auch in meinen Texten. Ist eigentlich okay, allerdings sollte der Gedanke dann kursiv stehen. So wie es jetzt ist, bin ich auch drüber gestolpert.

Peter

 

Ja, kursiv ginge es. Trotzdem würde ich in den meisten Fällen darüber beim Lesen stolpern, die Vergangenheitsform ist für mich gewohnter, passt sich besser meinem Lesefluß an.

 

Wie gesagt meine Meinung: Nur höchst sparsam und gezielt verwenden. Wie Elisabeth sagte: Wenn es emotional dicht wird.

 

Hans peter

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Zu den Gedanken:

 

Wenn ich das Manuskript formatiere, setze ich die Gedanken ins kursive. Vergangenheitsform gefällt mir weniger. Aber ich lege mich da noch nicht fest.

 

Das mit der Vision, die ins Präsens gesetzt wird, ist eine gute Idee!

 

Nun zu Peters Kritik.

 

Da musste ich echt lachen! Marco kritisiert mich gerade deswegen, dass ich so subtil schreibe und nichtserkläre, und dann kommt Peter und haut mir die Erklärungen um die Ohren! ;D

 

Aber natürlich hast du Recht, Peter. Jetzt habe ich es mit den Erklärungen übertrieben. Muss mich da erst einpendeln und die goldene Mitte finden.

Ich denke, wenn der Leser in der Figur ist (und Erklärungen helfen da gut mit) dann kann man sich mehr und mehr die Erklärungen sparen und ins 'showen' übergehen.

 

Und es freut mich, dass es nun bei dir besser ankommt. Der Zeitungsartikel spielt ja jetzt auch später eine Rolle: Alena wird dadurch vom vater träumen, wie er durch den Wald hastet und einbricht.

Der Ausflug in den Park hätte keine Rolle gespielt, also ist er gestrichen.

 

Vielen Dank euch allen für die klasse Beiträge.

 

Grüße

Quidam

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Alena saß vor einer geleerten Teetasse am Küchentisch und blätterte in einer Zeitschrift. Sie sah hoch zur Wanduhr mit dem Kartoffelgesicht. Es war später Nachmittag und ihre Mitbewohnerin Magdalena hätte längst da sein müssen. Sie wollten doch ins ‚Bata’ und Schuhe kaufen gehen.

Hoffentlich ist ihr nichts passiert ...

Fängt sehr ruhig, ein bißchen langweilig an. Sie blättert in einer Zeitschrift. Klingt, als ob sie nicht sehr beunruhigt ist. Ist das beabsichtigt?

 

Sie überflog einige Buchrezensionen, horchte dann auf die Wohnung über ihr. Dort lebte ein Musikstudent und Alena wünschte sich, dass er jetzt mit dem Spiel beginnen, sein Instrument für sie zum Singen bringen würde. Irgendetwas Melancholisches, danach war ihr jetzt. Sie stellte sich vor, er säße auf einem schlichten Stuhl, sein Cello zwischen den Knien, den Blick zum Fenster gewandt. Und wie er den Bogen nimmt, über die vier Saiten streicht und mit der Musik von einem ängstlichen Mädchen erzählt, das sich wie Alena aus dem eigenen Leben ausgeschlossen hat.

 

Auch hier sehr ruhig. Vielleicht: "Sie überflog einige Buchrezensionen, konnte sich aber nicht konzentrieren. Wenn wenigstens der Musikstudent über ihr spielen, seine Violine zum Singen bringen würde ...

Bei "und wie er den Bogen nimmt" würde ich keinesfalls Präsenz verwenden.

 

Die Stille in den Räumen war kaum zu ertragen. Was wäre, würde Magdalena tödlich verunglücken? Was wäre, hätte Alena niemand mehr, der ihr die Stille vertreibt?

 

Doch sie hat jemanden: Den Musikstudenten. Hier würde ich mehr Sorge hineinbringen. Eventuell den Satz ganz streichen, direkt in das erlebnis des Unglücks gehen und das sehr viel Konkreter, bedrohlicher gestalten. Vielleicht einleiten mit: "Alena sah Magdalena, wie ihr Vorderrad in die Schienen geriet, wie sie stürzte, direkt unter den Kühler eines riesigen ...

 

Sie blätterte weiter in der Zeitschrift, um sich abzulenken und blieb bei einer Kurzgeschichte hängen. Es ging um einen Vater, dessen Kinder entführt wurden. Die Befreiung durch ein Sondereinsatzkommando scheiterte, die Geiseln kamen ums Leben. „…er stellte das eingerahmte Bild seiner Kinder zurück auf die Garderobe, kramte eine Pistole aus der Schublade und steckte sich den Lauf in den Mund …“, las Alena und die Seite zittere, die sie zum Umschlagen bereithielt.

 

Nein, packt mich nicht. Weder der Zeitungsbericht noch was sie tut.

 

Alena fühlte sich an jene Nacht erinnert, in der sie ihren Papa verloren hatte.

Die Schlagzeilen der Zeitungen prangten in Großbuchstaben vor dem geistigen Auge: NACH DEM TÖDLICHEN STURZ SEINES SOHNES FLÜCHTET KAREL P. AUS DEM HAUS. WENIG SPÄTER BRICHT ER IN DIE ZUGEFRORENE APOLENA EIN UND ERTRINKT.

 

Vater ertränkt sich nach Tod seines Sohnes wäre eine bessere Überschrift. Und "Alena fühlte sich an jene Nacht erinnert ..." das sind Sätze, die es sicher schaffen, dass ich das Buch nicht lesen will. Die Geschichte behauptet, dass Alena wirklich an den Nägeln kaut vor Sorge - aber ich spüre davon nichts.

 

Alena fächerte sich Luft zu, bis die Erinnerungen verblassten, und stand auf.

Wo bleibt Magda nur?

Alles sehr ruhig, gelassen. Und die Frage würde ich auf keinen Fall im Präsenz setzen. Dazu wirkt sie im Kontext nicht bedrohlich. Eher wie eine ÜBerlegung der Art: Fluss mit drei Buchstaben. Als etwas was einem eben so durch den Kopf geht, wenn man sich langweilt.

 

Sorry, aber so packt mich die Geschichte nicht. Als Szene einer etwas gelangweilten Frau, die auf ihre Mitbewohnerin wartet und sich dabei langweilt, ja so wirkt es auf mich. Als Szene einer Frau, die wirklich die Sorge gepackt hat, nein.

 

Hans Peter

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Hallo Hans Peter,

 

diese Szene kommt gleich nach dem Prolog. Wenn es da etwas ruhiger beginnt, ist das nicht so tragisch.

 

Und zudem ging es mir in dieser Szene erst einmal nur darum, ob ich denn nun richtig mit Expositionen arbeite. Die Szene hier ist ja erst einen tag alt und demnach natürlich nicht perfekt.

 

Deine Kritik hilft mir viel!

Denn ich möchte garkeine Alena darstellen, die nägelkauend in Sorge ist, sondern eine Alena, die langsam in Sorge gerät. Da habe ich zu dick aufegtragen, mit der Stille, die kaum zu ertragen ist. Werde ich ändern.

 

Schlußendlich will ich dies erreichen:

 

Alena will emotionslos leben. Magdalena ist neben ihrer Oma die einzige Personen in ihrer Welt. Immer wieder erinnern sie Berichte, Gerüche, Verehrer und solche Dinge an ihre Vergangenheit, die eine Todessehnsucht und Albträume mit sich bringen.

 

Grüße

Quidam

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Denn ich möchte garkeine Alena darstellen, die nägelkauend in Sorge ist, sondern eine Alena, die langsam in Sorge gerät. Da habe ich zu dick aufegtragen, mit der Stille, die kaum zu ertragen ist. Werde ich ändern.

 

Okay, dann kommt ja so eine Stimmung rüber. Da müsstest du die Dinge korrigieren, die den Eindruck erwecken, sie kaue vielleicht doch an den Nägeln. Zum Beispiel die Unfallphantasie.

 

Auch diese Vatererinnerung läuft in diese Richtung.

 

Ist natürlich schwierig, gleich in der ersten Szene jemand zu zeigen, der möglichst keine Gefühle haben will. Und langsam kommen sie doch in ihr hoch.

 

eine Frau, die grade vor Angst die Wände hochgeht ist da sehr viel leichter zu schreiben ;-).

 

Hans Peter

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Hey Quidam!

 

Da das hier nicht die Textkritiken sind, werde ich dir Detailanmerkungen als PN schicken.

Aber zu dem was in diesen Thread hier passt:

Ja, das ist eine gute, in meinen Augen eine sehr gute, 'Exposition' in die Szene!

 

Und nein, da muss ich Peter Recht geben, die vielen Informationen und Erklärungen machen es wiederum zu einer schlechten Exposition, bzw. eine schlechte Überleitung in die Gesamthandlung!

 

In Kürze:

 

 

Alena saß vor einer geleerten Teetasse am Küchentisch und blätterte in einer Zeitschrift. Sie sah hoch zur Wanduhr mit dem Kartoffelgesicht. Es war später Nachmittag und ihre Mitbewohnerin Magdalena hätte längst da sein müssen. Sie wollten doch ins ‚Bata’ und Schuhe kaufen gehen.

 

Abgesehen davon, dass das mit dem einkaufen tatsächlich zuviel ist: Schön. Man weiß, worum es geht, ist verortet, und kann mit dem Rest der Szene was anfangen. Das mit dem Einkaufen würde ich aber erst später bringen, vielelicht sogar erst viel später. Es schadet nichts, die Lesenden Leute ein bisschen rätseln zu lassen, WARUM sie auf Magdalena wartet!

 

Weniger gut, die Überleitung in die Gesamthandlung, denn da übertreibst du es:

 

Die Stille in den Räumen war kaum zu ertragen. Was wäre, würde Magdalena tödlich verunglücken? Was wäre, hätte Alena niemand mehr, der ihr die Stille vertreibt?

Das wäre Handlungsstrang 1: Alena hat Ängste.

 

Alena fühlte sich an jene Nacht erinnert, in der sie ihren Papa verloren hatte.

Handlungsstrang 2: Alena hat ihren Vater verloren!

 

NACH DEM TÖDLICHEN STURZ SEINES SOHNES FLÜCHTET KAREL P. AUS DEM HAUS. WENIG SPÄTER BRICHT ER IN DIE ZUGEFRORENE APOLENA EIN UND ERTRINKT.

Handlungsstrang 3: Alenas Bruder ist gestorben.

 

Alena fächerte sich Luft zu, bis die Erinnerungen verblassten, und stand auf.

Wenn man mag: Handlungsstrang 4: Alena versucht die Erinnerungen nicht an sich herankommen zu lassen, hat also psychische Schäden. (Kann natürlich auf wieder zu NUmmer 1 gezählt werden...)

 

Das sind, wie ich mal sagte, mir viel zuviele Baustellen, die gleichzeitig und viel zu dicht hintereinander aufgerissen werden. Ich kenne deinen jetzigen Prolog nicht, würde mich aber zunächst auf einen Handlungsstrang beschränken. Und zwar, weil es zu dieser Szene passt, auf Nummer 1, nämlich erst einmal zeigen, dass Alena ängstlich ist.

 

Du hast doch bereits im Prolog angedeutet, dass in ihrer Vergangenheit etwas schlimmes geschehen ist, weshalb kommst du schon jetzt darauf zurück?

 

Das wiederum meinte ich damit, dass es sich nicht empfiehlt, den Prolog für die VORGESCHICHTE zu 'missbrauchen', sondern man im Prolog lieber eine NEBENGESCHICHTE einflechten sollte. So knüpfst du jetzt direkt an den Prolog an, und degradierst ihn dadurch wieder zu einem ersten Kapitel. In meinen Augen jedenfalls. Ich weiß halt nicht genau, WAS dein Prolog jetzt erzählt.

 

Also, für mein Verständnis hier der Tipp: Schmeiß die gesamte Zeitschriftenszene raus, alles weg! Konzentriere dich auf die besorgte Alena, die auf Magdalena wartet, und vertrau deinem Prolog: Die Leser wissen, da kommt noch was, das muss nicht auf Seite, Absatz 1 wieder angerissen werden.

 

So, wie es dann steht, hast du, für meine Begriffe, einen guten Einstieg in den Text: Man findet sich sofort in der Szene zurecht, und ist neugierig genug, Alena erst einmal zu folgen und zu sehen, warum sie so ängstlich ist, und ob das eventuell etwas mit dem Prolog zu tun hat...

 

Zu den ansonsten in meinen Augen überflüssigen Infos (Wobei sie Peters Anmerkungen sehr ähneln) schreib ich dir ne PN, weil das nicht zum Thread-Thema gehört!

 

Lieben Gruß,

Marco! :s17

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Hallo Marco,

 

ich hab bereits an der Szene gearbeitet und Peters Kritik berücksichtigt. Wichtig war mir, ob ich verstanden habe, was du mir verklickert hast. Bzw. wollte ich die Bestätigung dafür. ;)

 

Übrigens: Im Prolog sieht man, dass Karels Sohn stirbt. Keine offene Baustelle. Man sieht im Prolog, dass der Vater aus dem Haus hetzt. Mit dem Artikel hab ich dann sozusagen die Baustelle 'was mit dem Vater passierte' mit der Aussage 'er ist ertrunken' ja fortgeführt. Und diese Aussage bereitet den Leser auf den Traum vor, den Alena in der Nacht träumen wird: Nämlich wie der Vater durch die Nacht hetzt und schließlich ertrinkt.

Schlagzeile - nüchtern. Traumsequenz - lebendig.

 

 

Die Szene soll also erstmal durch den Zeitungsartikel auf den Traum vorbereiten, ist also nicht unnütz. Dann soll sie Alena charakterisieren. Die Szene soll zeigen, wo sie lebt und was sie treibt, nach dem Prolog. Und dass immer noch die Geister der Vergangenheit mit den Ketten rasseln, sie sich aber diesen Geister nicht stellt.

 

Grüße

Quidam

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Die Szene soll also erstmal durch den Zeitungsartikel auf den Traum vorbereiten' date=' ist also nicht unnütz. Dann soll sie Alena charakterisieren. Die Szene soll zeigen, wo sie lebt und was sie treibt, nach dem Prolog. Und dass immer noch die Geister der Vergangenheit mit den Ketten rasseln, sie sich aber diesen Geister nicht stellt. [/quote']

 

Dann frag ich mich: Wozu der Prolog?! Wenn du jetzt alles erklärst, was damals war, wird der Prolog doch überflüssig. Oder was wird dort erzählt?

 

Und weshalb machst du mich dann erst heiß, ob irgendeiner Magdalena etwas passiert ist, und stürzt mich dann in der nächsten Zeile in eine Familientragödie um Alena? Schließ doch erst mal ab, ob es Magdalena jetzt gut geht...

 

DAS meine ich mit zuvielen offenen Baustellen...

 

Du eröffnest auf einer Seite zwei dramatische Handlungsstränge... Und keine führst du richtig aus...

 

Und, aber das ist jetzt wieder nur eine persönliche Meinung, und spiegelt absolut persönlichen Geschmack wider, es gibt Hunderte Autoren, die das so handhaben und alle erfolgreich sind: Ich mag diese Milchmädchenpsychologie nicht: Erwachsene Frau sieht ein Bild von einem blutenden Hund (Was natürlich in den zwanzig Jahren davor NIE vorkam), und plötzlich erinnert oder träumt sie von jenem längst verdrängten Ereignis aus ihrer Kindheit mit einem blutenden Hund... Oh, wie praktisch!

Solche Anlässe sind mir persönlich immer zu platt und zu sehr DXM.

 

Für mich immer absolute Pflichtlektüre, wenn es um das aufwühlen verschütteter Kindheitsängste geht: 'Das Schweigen der Lämmer'. Glaubhaft, plausibel, und so brutal aus der verschütteten Erinnerung gerissen wie ein Zahn ohne Betäubung.

 

Aber das ist, wie gesagt, mein eigener, ganz persönlicher Anspruch, ich bezweifle, dass das viele Leute stören wird. ;)

 

Lieben Gruß,

Marco! :s17

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