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Quidam

Exposition

Empfohlene Beiträge

Das stimmt nicht ganz' date=' denn die Frage nach den relevanten Informationen stellt sich aus dem nachfolgenden Text. Wenn zum Beispiel die Zeit für das Verständnis nicht relevant ist, muss sie nicht zwingend in eine Exposition. Die Frage, ob sie wichtig ist, ergibt sich aber aus dem Text selbst.[/quote']

 

Yupp! Hab schon editiert! :-[

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Ja' date=' der vorhergehende Text KANN eine Exposition beeinflussen. Aber nein, der nachfolgende Text nicht. Die Exposition ist ja GERADE DAZU DA, dass der Leser den NACHFOLGENDEN Text besser versteht.[/quote']

 

Nun drehen wir uns im Kreis. Magst du tanzen, Marco? ;) Schau, irrelevant in der Exposition sind doch Dinge, die gleich darauf IM NACHFOLGENDEN Text sowieso auftauchen. Weil der Autor das Infodropping eben dropwise erledigt und so den Leser langsam über alles mögliche aufklärt, das er nicht zwangsläufig gleich alles in die Exposition kippen muss.

 

LG

Joy, die sich doch eigentlich jetzt raushalten wollte...

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Joy, du hast hier ein Paradoxon...

 

 

Schau' date=' irrelevant in der Exposition sind doch Dinge, die gleich darauf IM NACHFOLGENDEN Text sowieso auftauchen.[/quote']

 

Falsch - denn wenn WO, WANN, WAS, oder WER im Text auftauchen, SIND sie Exposition! (Sie KÖNNEN also gar nicht NACH der Exposition kommen.) Vor allem, wenn sie am Anfang stehen. WO, WANN, WAS und WIE KÖNNEN nicht irrelevant für die Exposition sein, und dann im Nachfolgetext trotzdem kommen, weil sie die Exposition SIND!

 

Was du meinst, wäre etwa folgendes: Man erfährt in Satz eins, WER, WO ist. Dann folgen fünf Seiten Text und Handlung, ohne dass man weiß, WAS der WER am WO macht, und auf Seite Fünf, am Ende der Szene, kommt dann das WAS!

Verstehst du, dass das Unmöglich wäre?? Er hat doch schon die ganzen fünf Seiten das WAS gemacht... Warum sollte man es dann noch einführen?

 

 

Gruß,

Marco! :s17

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(Peter_Dobrovka)
Julia - du hast das ausgedrückt, was ich mir heute oft gedacht habe, aber leider nicht benennen konnte.

 

Übrigens will ich natürlich, dass man sofort weiß, dass sie sich in ihrer Wohnung befindet, in einem Studentenwohnheim. Aber die Aussage, dass über ihnen ein Musikstudent wohnt, der mit seinem cello spielt, überwiegend am Wochenende, sagt doch aus, dass es ihre Wohnung ist!

 

Hier mal die erweiterte Szene:

 

Alena zog den Vorhang beiseite, öffnete das Küchenfenster und hielt Ausschau nach Magdalena, ihrer Mitbewohnerin. Wo bleibt sie nur?

In den gekippten Fenstern der umliegenden Häuser spiegelte sich die Aprilsonne, vom nahen Spielplatz war Kindergeschrei zu hören.

Alena warf einen Blick über ihre Schulter auf die Wanduhr mit dem Kartoffelgesicht. Der Bus, der sie beide nach Prag chauffiert hätte, war vor einer halben Stunde abgefahren. Hoffentlich ist ihr nichts passiert …

Magdalena stürzte mit dem Fahrrad von der Bordsteinkante. Ein Auto überrollte den zierlichen Körper. Blut floss über den Asphalt. Alena schüttelte sich das Bild aus den Gedanken.

Mach dich nicht verrückt! Ihr - ist – nichts - passiert!

Auf dem Fenstersims lag eine Rosenblüte. Alena zerrieb sie und dachte an den Musikstudenten, der über ihnen wohnte und manchmal mit seinem Cello übte, überwiegend am Wochenende. Sie wünschte sich, dass er jetzt mit dem Spiel beginnen, sein Instrument für sie zum Singen bringen würde. Irgendetwas Melancholisches, danach war ihr jetzt. Sie stellte sich vor, er säße auf einem schlichten Stuhl, sein Cello zwischen den Knien, den Blick zum Fenster gewandt. Und wie er den Bogen nimmt, über die vier Saiten streicht und mit der Musik von einem ängstlichen Mädchen erzählt, das sich wie Alena aus dem eigenen Leben ausgeschlossen hat.  

Vor dem Treppenaufgang zum Studentenheim kniete der Hausmeister. Mit einem Handbesen kehrte er ein Häufchen Split auf die Kehrschaufel und summte ein Schlagerlied. Da endlich bog Magdalena mit dem Fahrrad um die Ecke. Ihre blonden Haare reichten bis zum Gepäckträger, auf der eine Tasche geklemmt war. Sie begrüßte den Hausmeister und hob dabei einen imaginären Hut, dann schloss Alena das Fenster. Sie stellte die Vase mit den Rosen zurück auf das Sims, nahm die Zeitschrift vom Küchentisch und setzte sich.

 

Das Wohnungsschloss klackerte, dann raschelte im Flur eine Plastiktüte, klimperte ein Schlüsselbund.

„Hast du Prag vergessen?“, rief Alena ein wenig gereizt. Einige Momente war nichts zu hören und sie wusste, dass Magdalena ihren Mund zu einer Schnute zog. Das tat sie gerne, wenn ihr etwas peinlich war, oder Alena mit ihr schimpfen musste, weil sie das Geschirr nicht gespült, oder im Flur ihre Sachen herumliegen hatte.

Die Tür ging auf, und Magdalena stand im Rahmen, an der Hand eine Plastiktüte. Die Ecke eines Hardcoverbuches spitzte durch eine abgewetzte Stelle. Magdalena zog die an der Stirn liegende Locke bis zu ihrer Nase, zog etwas den Kopf ein. „Ähm … Bin ich zu spät?“

„Ach woher! Der Busfahrer wartet bestimmt auf uns ...“

Magdalena sah hoch zu der Wanduhr. „Kartoffelcharlie geht falsch …“  

„Komm schon, ich hab mir Sorgen gemacht …“

„Tut mir leid, bin irgendwie in der Buchhandlung hängen geblieben.“

Sie blickte gespielt betreten zu Boden und als Alena sah, wie Magdalena mit der Schuhspitze scharrte, war der Ärger verflogen und sie musste sie lächeln.

„Was hast du dir schönes gekauft?“

 

 

Ist da eine Exposition nötig? Liest sich das mühseilg? Was verheimlicht der Text?

Du stellst für mich die falschen Fragen.

Das Problem mit dieser Szene ist, daß sie gar kein "stärkstes Bild" hat, welches man an den Anfang stellen könnte. Ich empfinde sie als Auswalzen des Uninteressanten und würde maximal fünf Sätze draus machen, wenn nicht weniger.

 

Peter

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Julia - du hast das ausgedrückt, was ich mir heute oft gedacht habe, aber leider nicht benennen konnte.

 

Übrigens will ich natürlich, dass man sofort weiß, dass sie sich in ihrer Wohnung befindet, in einem Studentenwohnheim. Aber die Aussage, dass über ihnen ein Musikstudent wohnt, der mit seinem cello spielt, überwiegend am Wochenende, sagt doch aus, dass es ihre Wohnung ist!

 

Hier mal die erweiterte Szene:

 

Alena zog den Vorhang beiseite, öffnete das Küchenfenster und hielt Ausschau nach Magdalena, ihrer Mitbewohnerin. Wo bleibt sie nur?

In den gekippten Fenstern der umliegenden Häuser spiegelte sich die Aprilsonne, vom nahen Spielplatz war Kindergeschrei zu hören.

Alena warf einen Blick über ihre Schulter auf die Wanduhr mit dem Kartoffelgesicht. Der Bus, der sie beide nach Prag chauffiert hätte, war vor einer halben Stunde abgefahren. Hoffentlich ist ihr nichts passiert …

Magdalena stürzte mit dem Fahrrad von der Bordsteinkante. Ein Auto überrollte den zierlichen Körper. Blut floss über den Asphalt. Alena schüttelte sich das Bild aus den Gedanken.

Mach dich nicht verrückt! Ihr - ist – nichts - passiert!

Auf dem Fenstersims lag eine Rosenblüte. Alena zerrieb sie und dachte an den Musikstudenten, der über ihnen wohnte und manchmal mit seinem Cello übte, überwiegend am Wochenende. Sie wünschte sich, dass er jetzt mit dem Spiel beginnen, sein Instrument für sie zum Singen bringen würde. Irgendetwas Melancholisches, danach war ihr jetzt. Sie stellte sich vor, er säße auf einem schlichten Stuhl, sein Cello zwischen den Knien, den Blick zum Fenster gewandt. Und wie er den Bogen nimmt, über die vier Saiten streicht und mit der Musik von einem ängstlichen Mädchen erzählt, das sich wie Alena aus dem eigenen Leben ausgeschlossen hat.  

Vor dem Treppenaufgang zum Studentenheim kniete der Hausmeister. Mit einem Handbesen kehrte er ein Häufchen Split auf die Kehrschaufel und summte ein Schlagerlied. Da endlich bog Magdalena mit dem Fahrrad um die Ecke. Ihre blonden Haare reichten bis zum Gepäckträger, auf der eine Tasche geklemmt war. Sie begrüßte den Hausmeister und hob dabei einen imaginären Hut, dann schloss Alena das Fenster. Sie stellte die Vase mit den Rosen zurück auf das Sims, nahm die Zeitschrift vom Küchentisch und setzte sich.

 

Das Wohnungsschloss klackerte, dann raschelte im Flur eine Plastiktüte, klimperte ein Schlüsselbund.

„Hast du Prag vergessen?“, rief Alena ein wenig gereizt. Einige Momente war nichts zu hören und sie wusste, dass Magdalena ihren Mund zu einer Schnute zog. Das tat sie gerne, wenn ihr etwas peinlich war, oder Alena mit ihr schimpfen musste, weil sie das Geschirr nicht gespült, oder im Flur ihre Sachen herumliegen hatte.

Die Tür ging auf, und Magdalena stand im Rahmen, an der Hand eine Plastiktüte. Die Ecke eines Hardcoverbuches spitzte durch eine abgewetzte Stelle. Magdalena zog die an der Stirn liegende Locke bis zu ihrer Nase, zog etwas den Kopf ein. „Ähm … Bin ich zu spät?“

„Ach woher! Der Busfahrer wartet bestimmt auf uns ...“

Magdalena sah hoch zu der Wanduhr. „Kartoffelcharlie geht falsch …“  

„Komm schon, ich hab mir Sorgen gemacht …“

„Tut mir leid, bin irgendwie in der Buchhandlung hängen geblieben.“

Sie blickte gespielt betreten zu Boden und als Alena sah, wie Magdalena mit der Schuhspitze scharrte, war der Ärger verflogen und sie musste sie lächeln.

„Was hast du dir schönes gekauft?“

 

 

Ist da eine Exposition nötig? Liest sich das mühseilg? Was verheimlicht der Text?

 

Quid

 

Nun ja, es liest sich nicht mühseelig, ist sauber geschrieben, aber.....irgendwie ist es etwas blutleer. Die menschlichen Reaktionen fehlen. Aber das man in ihrer Wohnung ist, das wird klar.

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Eine Exposition ist von der Perspektive losgelöst! Es ist lediglich eine Verortung, eine Information, damit der Leser weiß, wo er sich befindet. Nichts anderes.

Sie ist das Schriftstelerische Äquivalent eines Blicks aus dem Fenster! Nicht mehr!

Bitte? Es ist gar nix in einem Roman von der Perspektive losgelöst. Schreib doch mal einen Roman mit einem Ich-Erzähler, bring eine Exposition aus der Vogelperspektive und sag dann: Die ist aber von der Perspektive losgelöst, das ist nur ein Blick aus dem Fenster. Wer schaut denn aus dem verdammten Fenster? Wenn es nicht der Perspektivträger ist, MUSS es ein auktorialer Erzähler sein.

Das erste Kapitel aus dem "zu kitschig"-Thread ist genau das. Der Perspektivträger ist im Kreissaal und die Perspektive des ersten Absatzes ist ein Geist, der durch den Flur schwebt und seine Eindrücke wiedergibt.

 

Mir kommt es manchmal so vor, als hätten einige Angst vor einem "auktorialen Erzähler", weil sie mal gelesen haben, dass sei altmodisch und außer Mode(Oh mein Gott, ich schreibe wie Thomas Mann, AAAAAAAAH!) und dann bezeichnet sie alle "auktorialen Einsprengsel" einfach als irgendetwas anderes.

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Bitte? Es ist gar nix in einem Roman von der Perspektive losgelöst. Schreib doch mal einen Roman mit einem Ich-Erzähler, bring eine Exposition aus der Vogelperspektive und sag dann: Die ist aber von der Perspektive losgelöst, das ist nur ein Blick aus dem Fenster. Wer schaut denn aus dem verdammten Fenster? Wenn es nicht der Perspektivträger ist, MUSS es ein auktorialer Erzähler sein.

 

Ich neige langsam zu dem Glauben, es bereitet dir Spaß, mir das Wort im Munde umzudrehen!!

 

Nein, ich Meine NICHT, eine Exposition darf plötzlich eine neue perspektive wählen! Wieso du das so verstehst, ist mir ein Rätsel!

 

Na gut, für dich, nochmal extra:

 

Wenn ich sage, die Exposition ist von der Perspektive losgelöst, bedeutet das, eine Exposition ist weder auktorial, noch personell, noch Ich erzähler. Eine Exposition ist eine Information, ein Handwerkszeug, eine Sache im Text, die vorhanden sein sollte, damit der Leser sich zurechtfindet.

 

Eine Exposition findet sich in auktorialen Texten, in personellen Texten, in Texten aus der Ich-Perspektive.

 

Eine Exposition ist NICHT von irgendeiner Perspektive abhängig. Du kannst nicht sagen: "Oh, ich kann für diese Szene keine Exposition bringen, weil ich einen Ich-Erzähler habe!"

 

(Da Uschi mich fragte, ob ich glaube, eine Exposition müsse immer auktorial sein, habe ich geantwortet: NEIN! Muss sie NICHT! Denn eine Exposition ist von der Perspektive losgelöst!)

 

Da eine Exposition also in jedem Text, in jedem Abschnitt, in jedem Kapitel, gerne auch auf jeder Seite, jeder Zeile, generell überall auftauchen kann, aber nicht davon abhängig ist, in welcher Perspektive der Text verfasst wurde, ist sie, tada, von der Perspektive losgelöst!

Ähnlich wie Adjektive, Substantive, Einleitungen, Höhepunkte, Metaphern, Überleitungen, Ankündigungen oder Abbrüche!

 

Lieben Gruß,

Marco! :s17

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Ohje.. da verliere ich ja leicht den Faden..

 

Peter D. und Irena, es handelt sich dabei um einen Entwicklungsroman. Da kommen eben keine mysteriösen Babys zur Welt, oder Monster aus Dämoentränen. Wenn das ein leser in dem Roman erwartet, sagt er freilich: Und? Wo bleibt das Blut? Die kullernden Augen?

 

Hallo Marco,

 

Was mir fehlt, ist: Wo ist der See. Wann ist Martin da? Wer ist es? (Okay, das lieferst du), und Was macht er da? Warum spaziert er dort herum?

DU bist es doch, der den Leser abholen muss. Wenn ich mich verorten will, gucke ich aus dem fenster und auf die Uhr. Das geht in einem Buch nicht, ud du vernachlässigst das...

 

Da steht doch, dass der See im Park von Smutkov neu angelegt worden ist! Wie klarer soll ich es noch schreiben? Dass Smutkov eine Kleinstadt in Tschechien wird ja hoffenlich im Klappentext stehen.

Wer er ist: Martin. Wie bitte soll ich ihn mit den ersten Sätzen noch vorstellen? Dass er Förstergehilfe ist? Bei Alena schreibst du, dass es später kommen kann, die Info, dass sie Studentin ist.

Warum er dort spazier?? Öhm. Er spaziert halt gerne !

 

Also: Wer? Martin. Wo? Am See entlang im Park von Smutkov. Was? Er spaziert und begegnet dort der Frau seiner Träume. Wann? In der Szene zuvor wird doch gesagt, dass die Aprilsonne am untergehen ist. Also ist es Abend, es ist April.

Welche Fragen sind also nicht beantwortet?

 

Quid

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Nein, ich Meine NICHT, eine Exposition darf plötzlich eine neue perspektive wählen! Wieso du das so verstehst, ist mir ein Rätsel!

 

Weil du in dem anderen Thread eine auktoriale Exposition kommentarlos durchgewunken hast, aber schön, dass wir uns einig sind.

;)

 

P.S.: Rauchst du in letzter Zeit HB? ;)

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Teil zwei:

 

"Der Hörsaal war gut gefüllt. Alena saß in einer der hinteren Reihen und kämpfte mit der schwindenden Konzentration. "

 

WER? Alena. WO: Ein Hörsaal (nicht näher erläutert.) WANN? Keine Angabe. WAS? Keine Angabe. (Es wird zwar ein Kampf mit schwindender Konzentration erwähnt, der spielt aber keinerlei Rolle mehr...)

 

Wer? Alena. Wo? Hörsaal - dass es an ihrer Uni ist, ist doch klar, oder? Wann? Naja.. ob vormittags, oder nachmittags ist doch egal .. Warum wäre das wichtig? Was? Es geht um die Sinnlosigkeit in ihrem Leben.

(Ich gebe zu, dass das alles konkreter sein kann, nur finde ich die Infos, die du nicht findest.)

 

"Martin schreckte hoch, fiel fast vom Sofa. Er brauchte einige Sekunden, um sich zu sammeln, sich von dem schlechten Traum zu lösen. Er blies die Backen auf und schnaufte sich die Anspannung aus dem Körper. "

 

Wer? Martin. Wo? Keine Angabe. Wann? Keine Angabe. Was? keine Angabe. (Es wird ein Traum erwähnt, geht aber um einen Brief. Zumal es für die Handlung in der Szene und den Szenen darauf egal ist, ob er schlecht geträumt hat, oder nicht. Also: An dieser Stelle unötige, irreführende Information.)

 

Wer? Martin. Wo? es wird die nächsten Sätze klar, dass er bei sich zuhause am Sofa liegt, mit der tante im Zimmer. Also ist das Wo geklärt. Was? Er ist gespannt, wie sie auf den Brief reagiert und überlegt sich sein weiteres Vorgehen. Das mit dem traum ist ja ne Anspielung, weil sie zuvor auch einen Traum hatte. Zudem wird ja der schlechte Traum von ihm real: Ihr hat der Brief nicht gefallen.

Und auch das Wann wird beantwortet: Er ist um die Mittagszeit erwacht.

 

Also auch hier: Welche Informationen fehlen???

Und wenn du mir weißmachen willst, dass im ersten Satz schon alle Fragen beantwortet sein müssen, kommt der nächste, der sagt, er will in den ersten Sätzen wissen, wie die Figur aussieht.

 

gerade das einstreuen von diesen Infos ist doch das, was es flüssig lesen läßt. Bei mir erfährst du zuerst, um wen es sich handelt. Dann kommen die anderen Infos. Bei allen drei Beispielen.

Ok. Bei der Uniszene ist es nicht ganz klar, dass WANN, aber alles andere. Vielleicht etwas schwammig, aber die Info ist da.

 

Grüße

Quidam

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Was mir fehlt, ist: Wo ist der See. Wann ist Martin da? Wer ist es? (Okay, das lieferst du), und Was macht er da? Warum spaziert er dort herum?

DU bist es doch, der den Leser abholen muss. Wenn ich mich verorten will, gucke ich aus dem fenster und auf die Uhr. Das geht in einem Buch nicht, ud du vernachlässigst das...

 

Da steht doch, dass der See im Park von Smutkov neu angelegt worden ist! Wie klarer soll ich es noch schreiben? Dass Smutkov eine Kleinstadt in Tschechien wird ja hoffenlich im Klappentext stehen.

Wer er ist: Martin. Wie bitte soll ich ihn mit den ersten Sätzen noch vorstellen? Dass er Förstergehilfe ist? Bei Alena schreibst du, dass es später kommen kann, die Info, dass sie Studentin ist.

Warum er dort spazier?? Öhm. Er spaziert halt gerne !

 

Also: Wer? Martin. Wo? Am See entlang im Park von Smutkov. Was? Er spaziert und begegnet dort der Frau seiner Träume. Wann? In der Szene zuvor wird doch gesagt, dass die Aprilsonne am untergehen ist. Also ist es Abend, es ist April.

Welche Fragen sind also nicht beantwortet?

 

Quid

 

Hey Quid!

 

Na, mal sehen, ob ich dir das erklären kann. (Ich vermute nicht... Weil ich nicht weiß, wie ich es in Worte packen soll...)

 

Martin ist Martin - Martin ist nicht der Hauptcharakter. Kann er nicht sein, denn das ist Alena. Ihr gehört der Prolog, der Anfang und alles mögliche.

Alena hat bereits im Prolog ein wenig Einführung erhalten. Hier ist Martin nichts anderes, als ein Name. Ich weiß weder wie er aussieht, noch dass er gerne Spazierengeht.

Für mich, vom Informationscharakter, könnte dieses Kapitel auch folgendermaßen anfangen:

 

Robert setzte sich hin.

 

Karl legte die Füße hoch.

 

Klaus las Zeitung.

 

Du stellst eine Figur vor, und bietest mir nicht den kleinsten Hinweis darauf, warum es mich die Bohne interessieren sollte, ihm jetzt zu folgen.

Warum seine Perspektive? Was macht ihn interessant? Nichts. Weder in diesen paar Sätzen, noch in den folgenden zwei Kapiteln.

Da geht ein Kerl am See spazieren. Ganz knapp: Langweilig. Beliebig.

WARUM geht er da spazieren? Will er entspannen? Ist es ein Hobby? Hat er eine Wette verloren, warum er jetzt dort Spazierengeht? Er muss doch einen GRUND haben, warum er da spazierengeht!

DEN will ich wissen, den GRUND! Das WAS!

 

DAS ist das WAS! Nicht, dass er Alena trifft. Genau das ist das Problem das ich mit deinem Text habe. Du beginnst eine Szene: Martin fällt vom Sofa - Albtraum.

Alena kämpft im Hörsaal - müde.

Martin geht spazieren.

Aber die jeweils folgende Szene hat mit diesen Dingen nicht das geringste zu tun. Es sind unnnötige, überflüssige Informationen, die der Geschichte nicht helfen, die ich nicht wissen will. Ich will wissen, was in der Szene passiert! Will darauf eingestimmt, darauf vorbereitet werden.

Wenn Martin vom Sofa fällt und einen Albtraum hatte, will ich wissen, was in der Nacht sein Problem war, stattdessen kommt (dann für mich) langweiliges Zueg über einen Brief.

Wenn Alena im Hörsaal mit der Müdigkeit kämpft, will ich wissen, was sie wachgehalten hat, wie sie wachbleibt, wie sie es schafft, sich trotzdem zu konzentrieren. Stattdessen kommt Irgendein Gespräch mit dem Professor.

Wenn Martin spazierengeht, will ich wissen, wer er ist, was ihn heute Abend hier an den See treibt. Stattdessen kommt ein belangloses Gespräch, das weder ihn, noch Alena näher beschreibt!

 

Du leitest keine Szene mit irgendetwas RelevanteM ein, es sind alles Dinge, die Ersatzlos und ohne Schmerzen aus dem Text gestrichen werden könnten, weil sie mit der Handlung an sich nichts zu tun haben. Was hat Martins Sofasturz für den rest der Geschichte zu bieten? Was hat Alenas Müdigkeit für den rest der Geschichte zu bieten? Was Hat die Tatsache, dass Martin hier spazierengeht für den rest der Geschichte zu bieten? Er trifft Alena, okay, aber das ist eine verfrühte Deus Ex Machina: "Martin geht halt NUR am See spazieren, um Alena zu treffen!"  Alles belanglos, beliebig. Anders kann ich es nicht umschreiben.

 

Also zurück zur Seeszene:

Wer: Martin! Aber WER IST MARTIN?? Er muss doch, selbst jetzt, mehr als nur ein Name sein. Alena war ein kleines Mädchen, das Angst hatte: Interessant. Martin ist ein unbestimmter Jemand (zwischen sechs und 99 Jahren, vermutlich männlich), der spazierengeht: Langweilig! Er muss doch ein Ziel haben, etwas, was er am See will!

WAS: Was WILL Martin am See? Warum ist er dort?

 

[red]"Wie jeden Abend ging Martin am See spazieren, um seinen Gedanken nachzuhängen!"[/red]

Peng, da ist es! Alles, was ich haben will! Wer, Was, Wo, Wann.

 

Dein WO habe ich JETZT auch mal nachgeschlagen. Smutkov sagt mir NISCHTS! Und sich auf einen Klappentext zu verlassen, also wenn du so schreibst, finde ich das dreist. Ich hoffe, es steht auf deinem Cover: "Bitte erst Klappentext lesen, sonst Ortsprobleme!"

Marcos persönliche erste Regel des Schreibens: Ein Text sollte Autark sein! Gilt für Hausarbeiten, Anleitungen, Dramen und Romane.

Wenn du dich drauf verlässt, dass dein Text erst verständlich wird, wenn man das Buch kauft, und einen Klappentext liest (Zumal du doch noch gar nicht weißt, was im Klappentext stehen wird)...

 

Zum WANN: Siehst du, genau DAS meine ich!

Du sagst, man müsste es wissen, weil doch davor von einem Aprilabend die Rede war!

Bitte zitiere mir die Stelle, an der deiner Meinung nach deutlich wird, dass es sich um denselben Abend handelt!

Genau das meine ich, wenn ich sage, wie WICHTIG eine Exposition ist. Jedesmal, wenn der Leser ein neues Kapitel, einen neuen Abschnitt anfängt, ist das, als würdest du gerade aufwachen. Als erstes musst du schauen, wo du bist. Dann schaust du auf die Uhr, siehst, wieviel Zeit vergangen ist. Dann überlegst du, was du jetzt, nachdem du wach bist, eigentlich vor hast.

Sorry, aber ich finde absolut keine Stelle, die auch nur annähernd deutlich macht, dass die Szene mit Martin auch nur annähernd am Selben Abend spielt, wie Alenas letzte Szene. NIcht mal jetzt, wo ich es weiß. Das geht aus keiner Zeile hervor. Ich meine:

Du wechselst die Perspektive! Wie soll ich da auf die Idee kommen, dass es die gleiche Zeit ist? Ich war schon verwundert, warum Alena plötzlich im Park ist, und das Treffen dann nicht aus Ihrer Sicht geschildert wird.

 

Das ist mir alles so beliebig: Irgendwer rennt einfach so um den See, irgendwann und trifft, huch, die Hauptperson. Ja, warum erzählt es nicht die Hauptperson?!

 

Wenn du wilst, dass ich Martin folge, möchte ich ihn kennenlernen, ihn interessant finden, mich mit ihm anfreunden. Der erste Eindruck ist auch da wichtig. Martin mss das Versprechen in sich tragen, dass er interessant wird. Ist er für mich nicht. Und er wird es bisher auch nicht. Bisher, nach den zehn Seiten, ist einer meiner Tipps: Streich Martins Perspektive, beschränk dich auf Alena. Martin hat kein einziges gutes Argument auf meiner Seite, warum er Symapthie oder Handlungsträger sein sollte... Nicht mal, dass er gerne spazierengeht.

 

Ich habe keine Ahnung, ob das für dich Verständlich ist. Aber du lieferst mir nichts, keine Verortung, die Szene bleibt für mich tot, distanziert, leblos und langweilig. Martin ist nicht der Hauptcharakter, er hat nicht den Geduldsbonus, den ich Alena entgegenbringe.

Ich weiß weder, wer Martin ist, noch wie er ausschaut, noch ihn um diese Zeit an den See treibt, noch welche Zeit es ist...

 

Das macht mir SO keinen Spaß zu lesen...  :-/:s03

 

Lieben Gruß,

Marco!

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Hey Quid!

 

Ohne jetzt näher auf deine Beispiele einzugehen: Es funktioniert bei mir nicht. ich kann und will dich zu nichts zwingen, aber mich reizt es nicht. Du läst mich oruientierungslos durch eine Beschreibung Dutzender Details laufen, die immer das interessante, das wesenltiche ausblendet. Keine Gründe, keine Emotionen, da ist nichts!

 

Bei mir erfährst du zuerst' date=' um wen es sich handelt. Dann kommen die anderen Infos. Bei allen drei Beispielen.[/quote']  

Ich will aber DA sein! Du lässt mich nicht da sein, Quidam!!! Du sperrst mich aus. Aus MArtins Leben, aus Alenas Leben, aus der Reihenfolge des Textes. Ich weiß nie, wo ich bin, und warum ich da bin. Du gibst mir keinen Grund, die Charaktere treibt nihcts an, die Szenen kriegen keinen Anschwung. Und wenn, dann in die Falsche Richtung. (Dass die Hörsaalszene sich um die Sinnlosigkeit des lebens dreht, erahne ich etwa nach der Hälfte der Szene. Aber warum soll ich bis dahin lesen?)

 

Es steht doch hier überall: Ein Leser will gefesselt sien. jederzeit. Wenn eine Neue Szene anfängt, musst du ihn wieder anstubsen, Und zwar in die richtige Richtung. UNd mich stubst du nicht. MIch setzt du mit verbundenen Augen hin, udn sagst: Geduld, es dauer, aber du findest schon raus, wo du bist. Ich will aber, und das ist jetzt zentral: [blue]Ich will nicht während des Lesens rausfinden, wo ich bin, ich will beim lesen rausfinden, was passiert.[/blue]

 

Eine Szene fängt wo an, und entwickelt sich woanders hin. Deine Szenen haben aber zum Ziel, zu zeigen wo sie anfangen...

 

Ich will nicht, dass ich während der Szene rausfinde: Ah, Alena findet ihr Leben sinnlos. Ich will eine Szene lesen, die mir sagt: Alena findet ihr Leben sinnlos, und jetzt lies zu, wie sie damit umgeht!

So in der Art. Das sind alles allgemeine Aussagen, die ich gar nicht so eng an einzelne Stellen knüpfe.

 

Ok. Bei der Uniszene ist es nicht ganz klar, dass WANN, aber alles andere. Vielleicht etwas schwammig, aber die Info ist da.

Nein, da ist kein WAS! Das WAS ist: Sie ist müde. Sie hat Probleme sich zu konzentrieren. Und jetzt will ich auch darüber etwas lesen. Aber es kommt nicht. Das ist gemein... :s07

 

;D

 

Ich glaube, wir haben zu unterschiedliche Ansichten, und ich kann es dir nicht begreiflich machen. Du holst mich als Leser nicht ab. Du lässt mich arbeiten, mich ackern und ich soll es toll finden. Und anstatt irgendwelcher Emotionen und dramatischen, interessanten Geschichten zu lauschen, verbringe ich beim lesen die ganze Zeit damit, herauszufinden, wer eigentlich Martin ist, weshalb er jetzt plötzich die Perspektive hat, was oder wo Smutkov liegt, und welche Zeit es ist, und wieviel Zeit vergeht, und worauf das alles hinausläuft...

 

Und das, obwohl es so einfach wäre. Einfach die Szenen miteinander zu vernüpfen, den leser von einer Szene hinaus und in die andere hineingleiten zu lassen, statt ihn (bzw. halt MICH) jedesmal stolpern, stürzen und aufrappeln zu lassen. Du müsstest ja gar nichts ändern. Nur eine Szene anfangen mit: So, jetzt kommt die Perspektive von XX. XX ist an Ort YY. Er ist an Ort YY um Handlung ZZ auszuführen. Zeitliche Verknüpfung zum Rest der Handlung ist UU.

Und jetzt gehts los!

 

Aber wenn du mir das nicht liefern willst - bitte!! Du musst es ja nicht. Nur so strengt es sehr an.

 

Lieben Gruß,

Marco! :s17

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Hey.. Marco.. es hat klick gemacht!!!

 

Im Grunde muss ich ja nicht viel ändern.. lediglich, wie du ja geschrieben hast, z.b. schreiben: er ging spazieren, weil er seinen Gedanken nachhängen will.

Und das ist alles?

 

-)

 

Übrigens: schau mal in die Textkritik. Da steht groß und breit, dass ich die Martin-Perspektive gekillt habe und stattdessen alles aus ihrer Sicht schildere. :)

Und ich denke, nachdem ich nun durch Alena den Martin eingeführt habe, ist der Leser eher bereit, auch mal alles aus seiner Sicht zu sehen, oder?

 

Kleine Randinfo: Alena sagt ja in der Küchenszene zu Magdalena, dass sie zum park will. Und Martin kommt dahin und trifft sie. da dachte ich, dass es klar ist, dass sie dorthin ist, am selben Abend und er ihr jetzt begegnet.

 

Trotzdem: Ich habe etliche willkürliche Perspektivenwechsel, die ich ohnehin nun killen werde.

 

Und (!) ich werde die Szenen anders beginnen.

Ich hoffe, ich darf dich mal zur Seite nehmen und dir zeigen, wie ich die Szenen nun angehe, damit du mir sagen kannst, ob ich es dann auch begriffen habe.

 

Vielen Dank für deine Mühe! Hat sich gelohnt. Und sorry, wenn du wegen mir Zeit für die Hausarbeit verloren hast.

 

Grüße

Quidamhttp://smilies.montsegur.de/04.gif

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(Peter_Dobrovka)

Peter D. und Irena, es handelt sich dabei um einen Entwicklungsroman. Da kommen eben keine mysteriösen Babys zur Welt, oder Monster aus Dämoentränen. Wenn das ein leser in dem Roman erwartet, sagt er freilich: Und? Wo bleibt das Blut? Die kullernden Augen?

An dieser Stelle machst du es dir definitiv zu einfach.

Und wenn ich von vorneherein disqualifiziert bin, deine Texte zu kommentieren, weil ich selbst Phantastik schreibe, dann kann ich es in Zukunft auch unterlassen. Spart mir Arbeit.

Wenn du nicht auf mich hörst, hör wenigstens auf Marco. Er hat die Schwäche deiner Texteausschnitte exzellent analysiert. Ich habe dem nichts hinzuzufügen.

 

Peter

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Im Grunde muss ich ja nicht viel ändern.. lediglich, wie du ja geschrieben hast, z.b. schreiben: er ging spazieren, weil er seinen Gedanken nachhängen will.

Und das ist alles?

Im Kern: Ja! Am Ende hängt alles wieder an der relevanz für den Text, und warum es sich lohnen soll, eine Szene zu lesen.

 

Wenn da jemans ist, der spazierngeht um seinen gedanken nachzuhängen, ist das (Ausreichend) interessant, der Mann hat eine Aufgabe. Wenn jemand spazierengeht, ist es belanglos, den der Mann hat KEINE Aufgabe.

 

Übrigens: schau mal in die Textkritik. Da steht groß und breit, dass ich die Martin-Perspektive gekillt habe und stattdessen alles aus ihrer Sicht schildere.  :)

Ich weiß, aber ich hab hier noch die Version MIT Martin liegen, und der galt auch meine Kritik, und Martin war und ist ein gutes Beispiel für die Schwachstellen.

 

Und ich denke, nachdem ich nun durch Alena den Martin eingeführt habe, ist der Leser eher bereit, auch mal alles aus seiner Sicht zu sehen, oder?

Das kommt drauf an. Theoretisch ja.

 

An und für sich würde ich jetzt, ohne die Szenen zu kennen, mal folgendes Behaupten: Eine Person, die als tragende Perspektive genommen wird, sollte entweder a) bereits bekannt sein, oder b) einen komplett eigenen Handlungsstrang haben. Das ist kein Gesetz, es gibt (reichlich) Ausnahmen, man kann das vermutlich nur von Fall zu Fall entscheiden, aber als Richtlinie würde ich das eimal so behaupten.

 

Kleine Randinfo: Alena sagt ja in der Küchenszene zu Magdalena, dass sie zum park will.

In der Szene sind ein berg von Infos, von Details und Sachen, da kann sowas ganz schnell verschütt gehen. Ich sehe es immer noch nicht und müsste wirklich Wot für Wort absuchen. Es ist zuviel Zeug drumrum, zu kleine Info, zu wenig markiert, um so eine kleine Info herauszufiltern und zu behalten. Entweder du stellst es (erheblich) stärker hervor, oder du setzt es an den Schluß, sonst geht es schlicht unter. Dazu schreibst du zu detailverliebt, und knallst deine Szenen mit viel zuvielen Infos zu.

 

Und Martin kommt dahin und trifft sie. da dachte ich, dass es klar ist, dass sie dorthin ist, am selben Abend und er ihr jetzt begegnet.

Naja, du weißt es auch. Ich als Leser wusste es nicht. Solche Übergänge musst du markieren.

 

Eine ganz Klassische Technik:

 

"Mach du ruhig", sagte Alena, zu Magdalena. "Ich gehe jetzt erst mal in den Park."

 

/ / /

 

"Martin schlenderte durch den Park..."

 

Tada! ;D

 

Gucke mir gerne an, wie du überarbeitet hast. Adresse hast du ja noch! ;)

 

Lieben Gruß,

Marco! :s17

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Ach ja, und P.S.: wische Irenas und Peters Kritik nicht einfach so vom Tisch! Was Irena sagt, hab ich dir auch schon gesagt, die Emotionen kommen zu kurz, GERADE in einem Entwicklungsroman, und Peter hat auch nicht unrecht. Du verstrickst dich zum Teil in wunderschönen, hübschen, aber total nutzlosen Details...

 

Gruß,

Marco!

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Hallo Peter, meinetwegen sparst du dann dir die Arbeit an meinen Texten. Wenn du lediglich sagst, dass es uninteressant ist und du es auf fünf Sätze zusammenstreichen würdest, hab ich eh nichts davon und bin nur genervt.

 

Hallo Marco,

 

dann mal ein willkürliches Beispiel und du kannst mir dann sagen, ob ich verstanden habe.

 

Szene:

Bar. Mann mit dem Vorhaben, eine Frau zu vergewaltigen. Schließlich erspäh t er eine Frau ...

 

Ich hätte heute früh mit der Szene so begonnen:

Mann betritt die Bar. Charakterisierung Unsympath. Ich skizziere den Ort ein bisschen aus. Da und dort Details. Und erst, als er die Frau sieht und ich bestimmte Gedanken beschreibe, bekommt der Leser eine Ahnug davon, dass es für die Frau gefährlich werden könnte.

 

Jetzt beginne ich die Szene so.

Der Mann betritt die Bar, hat Wut, weil ihn seine Alte verlassen hat. Irgendeine Schlampe wird das büßen. er stellt sich vor, wie er eine aus der Bar zerrt, sie in eine Gasse schleppt, gegen eine Wand drückt.

Der Leser weiß sofort: Bar. Nacht. Ein potentieller Vergewaltiger will Frust bewältigen.

 

Ist das besser? Ich finde schon, oder hab ich da was falsch verstanden?

 

Grüße

Quidam

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Marco,

 

wenn jemand sagt, dass ist uninteressant, und blutleer, dann höre ich mir das gerne an - wenn er es aber nicht begründet, und mir zeigt, wie ich es besser machen kann, dann wische ich die Kritik weg.

 

Du hast mich heftiger kritisiert, aber du hast begründet. da ist ein großer Unterschied und das nehme ich gerne an.

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Peter D. und Irena, es handelt sich dabei um einen Entwicklungsroman. Da kommen eben keine mysteriösen Babys zur Welt, oder Monster aus Dämoentränen. Wenn das ein leser in dem Roman erwartet, sagt er freilich: Und? Wo bleibt das Blut? Die kullernden Augen?

 

Mal davon abgesehen, dass ich nicht weiss was ein Entwicklungsroman sein soll, muss nicht jede Geschichte gleich vor Blut triefen.

 

Wenn du den Roman nur für dich schreibst, dann ist das so ok wie es ist, denn dann brauchst du keine Emotionen zu transportieren.

 

Wenn du aber willst, dass fremde Menschen in diesen Roman 10 bis 12 Euro investieren, dann musst du menschliche Verhaltensweisen richtig beschreiben.

 

Und das ist bei dir nicht der Fall. Eine Studentin hat sich zu einem Trip nach Prag verabredet, Freundin taucht nicht auf und der Bus fährt ohne die beiden ab. Und Alena ist nur etwas gereizt? Wieviele Studenten kennst du die einen solchen Verlust an Geld, Zeit und Gelegenheit nur leicht gereizt wegstecken. Und dann nachher noch fragen..."Und was hast du dir noch Schönes gekauft?"

Von 10 Studentinnen, würden 10 in diesem Falle ausrasten oder einfach alleine losfahren.

 

Wenn du Geschichten über Menschen schreibst, dann sollten sie auch menschliche Verhaltensweisen aufzeigen.

 

Die Szene im Park als Martin auf Alena trifft, genau das gleiche Spiel, verhalten sich so Menschen? Bei Alena habe ich immer das Gefühl, sie hat eine Valium zuviel geschluckt.

 

Ist jetzt wirklich nicht böse gemeint, echt nicht. Nur als Tipp.

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Szene:

Bar. Mann mit dem Vorhaben, eine Frau zu vergewaltigen. Schließlich erspäh t er eine Frau ...

 

Für mich funktionieren sie beide. Aber nur, weil du ja nur schreibst, wie du es planst. Werde konkret.

 

Was nicht geht:

 

"Wilhelm betrat die Bar. Er setzte sich an den Tresen, bestellte ein Bier. Am anderen Ende sah er eine Frau tanzen."

 

Unmotiviert, das WAS fehlt. WARUM ist Wilhelm in der Bar? Warum schreibe ich, dass da eine Frau tanzt?

 

Die Szene wurde nicht eingeleitet, weil man als Leser nicht weiß, was hier eigentlich erzählt werden soll.

 

Was geht:

 

"Stocksauer betrat Wilhelm die Bar, riß einen Stuhl heran und raunzte dem Barkeeper zu, er solle ihm gefälligst ein Bier bringen. Dann sah er die Frau, die am anderen Ende tanzte, und seine Lippen verzogen sich zu einem schmierigen Grinsen."

 

Motivert. Wilhelm ist sauer, also geht er in eine Bar. Die Frau gewinnt Relevanz: Wilhelm hat etwas mit ihr vor.

 

Die Szene wurde eingeleitet, weil man weiß: Wilhelm ist sauer, er ist ein Flegel, und jetzt wird irgendwas zwischen diesem wütenden, flegelhaften Mann und der Frau passieren, was interessant werden dürfte...

 

 

Lieben Gruß,

Marco! :s17

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Szene:

Bar. Mann mit dem Vorhaben, eine Frau zu vergewaltigen. Schließlich erspäh t er eine Frau ...

 

Ich hätte heute früh mit der Szene so begonnen:

Mann betritt die Bar. Charakterisierung Unsympath. Ich skizziere den Ort ein bisschen aus. Da und dort Details. Und erst, als er die Frau sieht und ich bestimmte Gedanken beschreibe, bekommt der Leser eine Ahnug davon, dass es für die Frau gefährlich werden könnte.

 

Jetzt beginne ich die Szene so.

Der Mann betritt die Bar, hat Wut, weil ihn seine Alte verlassen hat. Irgendeine Schlampe wird das büßen. er stellt sich vor, wie er eine aus der Bar zerrt, sie in eine Gasse schleppt, gegen eine Wand drückt.

Der Leser weiß sofort: Bar. Nacht. Ein potentieller Vergewaltiger will Frust bewältigen.

 

Ist das besser? Ich finde schon, oder hab ich da was falsch verstanden?

 

 

Das ein Punkt ,wo ich dir anschaulich machen kann, was ich meine.

 

Wenn der Mann Frust schiebt, weil ihn die Alte verlassen hat, dann ist eine Vergewaltigung einer anderen Frau eher unwahrscheinlich. Denn dann müsste der Mann einfach so seinen Zorn auf eine andere Person transportieren können. Dann ist er hochgradig wütend und muss den Dampf ablassen. Dann fängt er aber eine Schlägerei an, mit dem neuen Lover seiner Ex oder irgendjemand anderen.

 

Vergewaltiger unterscheiden sich wie folgt,...

 

Triebtäter, die sich ihre Opfer nach bestimmten Kriterien aussuchen, um ihren Trieb zu befriedigen, dass kann eine bestimmte Frisur sein, die Haarfarbe, ein bestimmter Charakterzug.

 

Gelegenheitsvergewaltigern, die kommen zu 90% aus dem Bekanntenkreis des Opfers und vergewaltigen es bei einer günstigen Gelegenheit. Beim Hausefahren von einer Party oder so.

 

Es gibt zwar noch ein paar Zwischendinger, aber die brauch ich hier jetzt nicht aufführen.

 

Wenn der Mann einfach nur seinen Frust ablassen will, dann wird er eher jemanden zusammenschlagen, als ihn vergewaltigen.

 

Das fehlt deinen Personen, die Verhaltensweisen nicht natürlich und teilweise sehr konstruiert.

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(Peter_Dobrovka)
Hallo Peter, meinetwegen sparst du dann dir die Arbeit an meinen Texten. Wenn du lediglich sagst, dass es uninteressant ist und du es auf fünf Sätze zusammenstreichen würdest, hab ich eh nichts davon und bin nur genervt.

Tut mir leid, daß du genervt bist, aber was ich sagte, bleibt dennoch gültig, und wenn du diesen Part doch noch auf fünf Sätze zusammenstreichst, hast du sehr wohl was davon. Nämlich einen besseren Text.

Zumindest ist das meine Meinung. Du magst das anders sehen, aber ich würde dir raten, das souveräner zu verarbeiten (ohne Sarkasmus) und in Anbetracht der vielen Rückmeldungen, die alle in dieselbe Richtung gehen, deinen Standpunkt zu überdenken. Nicht nur ich bin der Ansicht, daß du dabei bist, ein Buch zu schreiben, das keiner lesen will. Daß du das Uninteressante zelebrierst. Daß du langweilst.

Du kannst natürlich gerne, wenn du mit genau dieser Art von Szenen, in denen die handelnden Personen in aller Ausführlichkeit irrelevante und uninteressante Dinge tun, mal einen Verlagsvertrag hast, uns den unter die Nase halten und blöde Hunde nennen. Aber irgendwie habe ich meine Zweifel, daß ich das erleben werde.

 

Es tut mir auch leid, wenn du darin jetzt einen Angriff auf deine Person sehen solltest. Ich habe keine Veranlassung, hier irgendjemanden anzugreifen. Mein Ziel ist es, hier anderen Hilfe anzubieten und daurch auch selbst etwas zu lernen.

 

Peter

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Hallo Marco,

 

dann habe ich dich ja richtig verstanden! Und widerspreche nicht.

 

Hallo Irena,

 

deine Kritik weise ich zurück. Die Szene war nur ein Vorschlag. Da habe ich vorher nicht recherchiert. Und trotzdem würde ich sagen, dass es sehr wohl sein kann, dass ein Mann, der sich mit seiner Frau gestritten hat, eine andere Frau vergewaltigen kann.

 

Und du kannst ja nicht sagen, weil diese 08/15 unmotiviert hingeworfene Szene (die zudem nur als Übung dienen sollte) konstruiert wirkt, dass das bei den Romanszenen auch der Fall ist.

 

Belege es an den Szenen, die du zuerst als blutleer beschrieben hast. Ich empfinde Alena und Magdalena keineswegs als konstruiert und unglaubwürdig! Du ja? Dann beleg mir das!

Ich bin gespannt, was du als konstruiert und unglaubwürdig emfpindest.

 

grüße

Quidam

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Hallo Marco,

 

dann habe ich dich ja richtig verstanden! Und widerspreche nicht.

 

Hallo Irena,

 

deine Kritik weise ich zurück. Die Szene war nur ein Vorschlag. Da habe ich vorher nicht recherchiert. Und trotzdem würde ich sagen, dass es sehr wohl sein kann, dass ein Mann, der sich mit seiner Frau gestritten hat, eine andere Frau vergewaltigen kann.

 

Und du kannst ja nicht sagen, weil diese 08/15 unmotiviert hingeworfene Szene (die zudem nur als Übung dienen sollte) konstruiert wirkt, dass das bei den Romanszenen auch der Fall ist.

 

Belege es an den Szenen, die du zuerst als blutleer beschrieben hast. Ich empfinde Alena und Magdalena keineswegs als konstruiert und unglaubwürdig! Du ja? Dann beleg mir das!

Ich bin gespannt, was du als konstruiert und unglaubwürdig emfpindest.

 

grüße

Quidam

 

Hab ich schon gemacht und zwar steht das auf der vorherigen Seite.

 

Meine Kritik zurückweisen brauchst du nicht. Du musst nur sagen, dass du keine Kritik von mir haben willst. :)

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Wenn du den Roman nur für dich schreibst, dann ist das so ok wie es ist, denn dann brauchst du keine Emotionen zu transportieren.

 

Wenn du aber willst, dass fremde Menschen in diesen Roman 10 bis 12 Euro investieren, dann musst du menschliche Verhaltensweisen richtig beschreiben.

 

Und das ist bei dir nicht der Fall. Eine Studentin hat sich zu einem Trip nach Prag verabredet, Freundin taucht nicht auf und der Bus fährt ohne die beiden ab. Und Alena ist nur etwas gereizt? Wieviele Studenten kennst du die einen solchen Verlust an Geld, Zeit und Gelegenheit nur leicht gereizt wegstecken. Und dann nachher noch fragen..."Und was hast du dir noch Schönes gekauft?"

Von 10 Studentinnen, würden 10 in diesem Falle ausrasten oder einfach alleine losfahren.

 

Wenn du Geschichten über Menschen schreibst, dann sollten sie auch menschliche Verhaltensweisen aufzeigen.

 

Die Szene im Park als Martin auf Alena trifft, genau das gleiche Spiel, verhalten sich so Menschen? Bei Alena habe ich immer das Gefühl, sie hat eine Valium zuviel geschluckt.

 

Ist jetzt wirklich nicht böse gemeint, echt nicht. Nur als Tipp.

 

 

Ich hab das garnicht gesehen. Gut. Dann will ich gerne darauf eingehen:

Wo steht, dass sie für den Ausflug bezahlt haben?

Sie wollten einen Ausflug unternehmen, für den sie noch kein Geld ausgegeben haben. Magda verschläft das Ganze und Alena ist erst gereizt, dann aber froh, dass Magda nichts passiert ist. Und sie ihr sowieso nicht so lange böse sein kann. Du willst mir erzählen, dass es keine solchen Menschen gibt?

Also ich bin so ein Mensch, der sich zwar ärgert, wenn ihn jemand versetzt. Aber wenn der, der mich versetzt hat, sich dafür entschuldigt und ich sehe, dass es ihm peinlich ist - dann ist das vergessen! Warum? Weil es ohnehin nichts bringen würde, da die ganze Zeit mies gelaunt zu sein. Der Bus ist weg. Es ist vergessen. Wenn Magdalena jetzt noch zickig wäre, gut, aber so? Magda hat sich entschuldigt, Alena denkt sich: Schwamm drüber. Kann man eh nicht mehr ändern.

 

Und was heißt hier 'eine solche Gelegenheit?' Es ist keine Weltreise. Lediglich ein popeliger Ausflug nach Prag.

 

Wie hätte deiner Meinung nach Alena reagieren müssen, wenn du ein wenig gereizt als unglaubwüdig empfindest? Soll sie schreien? toben? Was?

 

 

Grüße

Quidam

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