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Quidam

Exposition

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Hallo Leute,

 

der liebe Marco hat mir gestern die Augen geöffnet. Ich werfe gerne die Leser in eine Szene und sie brauchen dann erst ein paar Sätze, bis sie sich zurecht gefunden haben. Natürlich ist das auch mal gestattet, aber jede Szene so reißerisch zu beginnen, halte ich für falsch.

 

Doch wie sieht die perfekte Exposition aus? Ich lese meine Szenenanfänge und wüßte nicht, wie ich sie mit welcher Expositon lesefreundlicher starten könnte ... Mag mir jemand zeigen, wie ich es besser machen kann? Ich stelle zur Übung gerne zwei Szenen-Anfänge vor:

 

Alena zog den Vorhang beiseite, öffnete das Küchenfenster und hielt Ausschau nach Magdalena, ihrer Mitbewohnerin. Wo bleibt sie nur?

In den gekippten Fenstern der umliegenden Häuser spiegelte sich die Aprilsonne, vom nahen Spielplatz war Kindergeschrei zu hören.

Alena warf einen Blick über ihre Schulter auf die Wanduhr mit dem Kartoffelgesicht. Der Bus, der sie beide nach Prag chauffiert hätte, war vor einer halben Stunde abgefahren.

 

***

 

Magdalena kippte das Fenster, frische Morgenluft flutete die Küche. Wie immer zeigt Kartoffelcharlie Acht Uhr an, wenn der Milchmann am Studentenheim vorbei bimmelt. Der Kaffeeautomat schnaufte den letzten Rest Wasser in die Kanne. Es ist angerichtet, dachte Magdalena und betrachtete den Küchentisch. Zwei Gedecke, Erdbeermarmelade, ein Korb mit frischen Brötchen. Auf dem Stuhl lag die Morgenpost.

 

*****

 

Allgemein würde mich natürlich interessieren, was ihr von Expositionen haltet. Ich bin scheinbar kein Freund davon, ansonsten hätte ich mehr damit gearbeitet. Und wie oft beginnt ihr Szenen mit Expostionen?

 

Freue mich auf diese Diskussion!

 

Grüße

Quidam

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Hey Quidam. Wie in der PN, erlaube ich mir, ein schönes Beispiel anzubringen, das ich aus "Die Wanderhure habe":

 

"An dem Tag, an dem Marie vor Gericht stand, wurde in Konstanz Wochenmarkt abgehalten. Die Bauern aus der Umgebung waren früh am Morgen in die Stadt gekommen und boten Gemüse, geflügel, lämmer und ferkel an. Am späten Vormittag, als der Großteil ihrer Waren verkauft war, begannen sie ihre Stände abzubauen und gaben das eine oder andere Stück billiger weg, um es nicht wieder mitnehmen zu müssen. Mit einem Mal stockte die hektische Betriebsamkeit. Selbst die Städterinnen, die eben noch nervös von Stand zu Stand gelaufen waren, als zerrinne ihnen die Zeit unter den Händen, umklammerten ihre voll gepackten Einkaufskörbe und starrten mit offenen Mündern zum Kornhaus."

 

Das halte ich für ein schönes Beispiel: Schon der erste Satz macht deutlich, und neugierig, was geschene wird: Über Marie wird Gericht gehalten. DAnach wird aber erst einmal die Stimmung in der Stadt geschildert, der Leser wird zu einem Marktbummel mitgenommen. Er sieht die Menschen, die Gerüche, spürt die Geschäftigkeit, und plötzlich das Verstummen, und die aufkommende Spannung: Ah, da ist etwas im Busch, beim Kornhaus...

 

Weniger bildlich, trotzdem funktionierend, macht es z.B. Haruki Murakami in 'Gefährliche Geliebte', der seine Kapitel immer etwa so anfängt:

"Meine vier Jahre auf dem College waren mehr oder weniger eine vergeudete Zeit"

Hmm, keine Bilder, kein nichts, trotzdem mag Marco es. Warum?

Es wird erklärt, worum sich dieses Kapitel drehen wird: Um die vier Jahre auf dem College. Und obendrein wird noch erläutert, was dabei passiert. Nämlich dass Hajime (der Protagonist) weiterhin keinen Halt im Leben finden wird, dass er auch weiterhin sinn und ziellos durchs Leben wandern wird und es vergeuden. (Zieht natürlich nur in Verbindung mit dem schon bekannten Teil des Romans.)

Man weiß also: a) Hajime ist auf dem Campus, b) Hajime wird seine Zeit veschwenden, c) Hajime wird immer noch kein Glück mi Leben haben, d) Hajime ist etwa Anfang zwanzig, also im Alter fürs College.

 

Man bekommt das WER, das WIE, das WO, das WANN, das WAS durchaus erklärt, und so wird einfach dem Kapitel eine Lesart gegeben.

 

Du hast also schonmal zwei Möglichkeiten für eine Exposition gezeigt bekommen:

 

Die Bildliche: Anstatt Martin vom Sofa fallen zu lassen, kläre das Bild: Ist es morgens? Ist es sein Haus? ISt er irgendwo zu Besuch? Zeige, mit Bildern, das Wo und WANN.

 

Die erklärende:

nehme vorweg, worum es in dem Kapitel gehen wird.

"In der Nacht, bevor er Alena wiedertreffen wollte, schlief Martin schlecht. Er fiel vom Sofa..."

 

Wie du schon sagst: Es muss nicht immer sein, hilft aber. Besonders, weil du zwischen zwei Erzählperspektiven hin und her wechselst, halte ich persönlich eine Exposition für sehr, sehr wichtig!

 

Lieben Gruß,

Marco! :s17

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Hallo,

jetzt muss ich mich doch mal outen und eine schriftstellerische Bildungslücke bekennen :-/:

Exposition: Heißt das Anfang? Erste Sätze? Spannungserzeugung? Kenne den Ausdruck nur aus meiner Arbeit in einem völlig anderen Zusammenhang...

 

Viele Grüße,

Lionne

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Hey Lionne!

 

Exposition ist eine Art 'Einleitung'!

 

Die vier W's: WER, WO, WANN, WAS!

 

Sowohl im großen Handlungsrahmen (WER ist die Hauptperson, WO spielt die Handlung, WANN spielt die Handlung, WAS wird erzählt), als auch im kleinen, etwa wenn eine neue Szene beginnt: WER ist in dieser Szene, WO spielt die Szene, WANN spielt sie, WAS kommt darin vor.

 

Muss nicht sklavisch befolgt werden, oder immer alles W's enthalten, aber das wäre, per definition, eine Exposition.

 

Einführung, Eröffnung, Einleitung, das steckt alles da drin.

 

Klassisch ist etwa eine Kopfzeile:

 

"Hamburg, Ende März 2006, Marcos Arbeitszimmer.

 

Marco saß am PC und überlegte, wie er Lionne antworten sollte."

 

Eine der schönsten Expositionen der Buchgeschichte:

 

"Der schwarze Mann floh durch die Wüste und der Revolvermann folgte ihm".

 

Lieben Gruß,

Marco! :s17

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Lieber Marco,

 

jetzt wird mir einiges klar, über meine Schreibe. und ich kann dir auch erklären, warum bei mir Expositionen fehlen:

 

Wenn ich eine Szene schreibe, schildere ich 1. aus der Sicht einer Figur und 2. erkläre ich nicht, weil es sich aus dem zusammenhang ergeben soll.

 

Mein Anfang:

[blue]Martin schreckte hoch, fiel fast vom Sofa. Er brauchte einige Sekunden, um sich zu sammeln, sich von dem schlechten Traum zu lösen. Er blies die Backen auf und schnaufte sich die Anspannung aus dem Körper.[/blue]

 

Dein Vorschlag, wie ich es umschreiben könnte:

[blue] "Draussen erhellte ein goldener Sonnenaufgang die Stadt und lies leichten Dunst über die Dächer steigen. Vogelgezwitscher machte die Stunde deutlich und dick eingemummelte Menschen machten sich in der kalten Morgenluft müde auf den Weg zur Arbeit.

In seiner Wohnung schreckte Martin hoch, fiel fast vom Sofa. Er brauchte einige Sekunden, um sich zu sammeln, sich von dem schlechten Traum zu lösen. Er blies die Backen auf und schnaufte sich die Anspannung aus dem Körper." [/blue]

 

Das mit dem Sonnenaufgang, den dick eingemummelten Menschen und der kalten Morgenluft könnte ich erst schreiben, wenn Martin aus dem Fenster sieht.

Verstehst du?

 

Gerade weil ich strikt aus der Perspektive schildere, und nicht gerne erkläre, oder mit auktorialer Erzählweise arbeite, tue ich mich mit Expositionen schwer.

Ich sehe ja selbst, dass es für den Leser einfacher ist, wenn ich solche Vorabinfos gebe, aber ich halte das für keine große Kunst.

Hm.. Lasse mich gerne belehren.

 

Quidam

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hey Quidam!

 

Ich glaube, genau hier:

und nicht gerne erkläre,

Liegt der Knackpunkt. Ich glaube das deshalb, weil cih selber ähnlich denke.

Der Leser soll anhand der geschilderten Dinge selber rausfinden, was los ist. Men Charakter hat grummeln im Magen, ihm ist schwummerig...

Der Leser muss doch WISSEN, dass es dem Menschen schlecht geht.

 

Expositionen sind auch nicht meine Stärke, weil ich immer meine, das erklärt sich von selbst. Trotzdem darf man dem leser nicht zuviel zumuten, und es gibt IMMER eine Möglichkeit, einzuführen, auch ohne zu erklären, oder ohne eine Perspektive zu verlassen.

 

 

Mein Anfang:

[blue]Martin schreckte hoch, fiel fast vom Sofa. Er brauchte einige Sekunden, um sich zu sammeln, sich von dem schlechten Traum zu lösen. Er blies die Backen auf und schnaufte sich die Anspannung aus dem Körper.[/blue]

 

Alternative:

"Was war passiert? Martin lag benommen am Boden, blickte durch die morgendlichen Lichtstrahlen, die wie glühende Gitterstäbe sein Wonhzimmer durchzogen und in denen Staubteilchen tanzten.

Gestern hatte er auf dem Sofa an dem Brief für Alena gefeilt. Er musste eingeschlafen und heruntergefallen sein."

 

Auch das wäre eine Exposition. Ja, sie erklärt, das tun Expositionen aber. Ich behaupte mal, anders geht es gar nicht... :-/

Aber du wirst in meinen Augen nicht völlig auf Erklärungen verzichten können, wenn du nicht nur für die Avantgardisten schreiben willst.

 

Die Alte Show, don't tell Thematik: Sicherlich sollte man viel Show betreiben, aber manche Dinge kann, darf, und sollte man auch tellen, es überfrachtet eine Text schnell, wenn man NUR Show betriebt.

 

Die lektion lerne ich selber aber auch erst gerade! ;)

 

Gruß, Marco! :s17

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aber ich halte das für keine große Kunst.

 

a) muss es eine große Kunst sein? Mit welchem Anspruch schreibst du? Zu Unterhalten? Oder als Künstler in den Kreisen der Avantgarde hochgejubelt zu werden? (Für mich ist beides unvereinbar)

 

b) Den leser gut zu unterhalten ist IMMER eine große Kunst... und WENN eine Exposition dazu gehört, ist sie ein Teil dieser großen Kunst... ;)

 

Gruß,

Marco!

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Hallo Marco,

 

vielen Dank :) für die Erklärung!

Jetzt weiß ich mehr ;)

 

Habe bisher eigentlich schon immer automatisch versucht, die W's in meine ersten Sätze (oder ersten Abschnitte eingebaut), so nach Gefühl, weil meine Leser ja wissen müssen, worum es geht - bin aber immer wieder fasziniert, wenn es für Dinge, die ich einfach nach Gefühl so mache, wie ich sie mache, dann sogar spezielle Namen gibt ;)

 

Aber das Thema interessiert mich jetzt auch sehr. V.a. weil ich bisher nie so darüber nachgedacht habe.

 

Der Revolvermann-Satz ist wirklich gut: Da weiß man sofort, worum es geht, wer beteiligt ist, wo...

Der "Marie" Anfang gefällt mir auch. Ohne den ersten Satz wäre der Beginn schon gar nicht mehr ganz so interessant - das ist gut gemacht.

 

@Quiddy:

Deine Anfänge haben wer, wo, wann und was schon irgendwie drin. Allerdings tauchen bei mir als Leserin sofort ein paar Fragen auf, weil für meinen Geschmack etwas zwar angerissen, aber nicht erklärt wird.

 

Beispiel:

 

Alena zog den Vorhang beiseite, öffnete das Küchenfenster und hielt Ausschau nach Magdalena, ihrer Mitbewohnerin. Wo bleibt sie nur?

 

Ist sie in der eigenen Wohnung (okay, vermutlich schon). Aber mir fehlt eine Erklärung, wo Magdalena hinwollte oder was für Infos Alena darüber hat (Brötchen holen?), weil es ja für Alena unverständlich ist, wo sie bleibt, wenn doch klar ist, dass die beiden etwas abgemacht haben. Oder z.B. ihre Ratlosigkeit, wenn sie feststellt, dass M. weg ist, aber A. nicht weiß, warum und wo.

Aber das ist jetzt halt meine Vorstellung von einem Anfang.

 

"Ich gehe nur schnell Brötchen holen", hatte M. zu Alena gesagt, und mit einer leichten Jacke und einer Tüte die gemeinsame Wohnung in X verlassen. Das war vor fast zwei Stunden gewesen.

Vor einer halben Stunde war der Bus abgefahren, mit dem sie beide nach Prag reisen wollten.

Inzwischen war es 9 Uhr und M. war noch immer nicht zurück.

Alena ging in die Küche, ein weiterer Blick auf die Uhr mit dem Kartoffelgesicht, stellte sich ans Fenster und zog den Vorhang beiseite. So konnte sie ein großes Stück der Straße überblicken.

Eine Frau mit einer Einkaufstasche öffnete die Tür des gegenüberliegenden Hauses, ein Junge kickte auf dem Gehweg einen Stein vor sich her, aber Magdalena war nicht zu sehen.

 

Oder ist das jetzt schon zu lang???

 

Heftig über Expositionen nachdenkend,

Lionne

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Ich hab den Anspruch, dass es MIR gefällt. ;)

 

Und wie du ja bei Irena gesehen hast, unterhält mich das eben nicht. Im Gegenteil. Mir fällt auf, dass ich es gerade mag, eine neue Szene zu lesen, in der ich in einer Figur stecke und mit der Figur nach und nach den Ort entdecke ...

Ich will z.b. selbst erkennen, dass es sich um einen Traum handelt, und es vorher nicht gesagt bekommen. Dann nenne ich das eben nicht große Kunst, ich nenne das meine persönliche Vorliebe..:)

 

Grüße

Quidam

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Aber Lionne, das soll ja aus dem text hervorgehen! Es stört mich ja gerade, als Autor und als Leser, wenn ich vorher rkläre, wo Magdalena war. Auch, weil das für mich nicht von Bedeutung ist. Wenn du einen Film siehst, dann siehst du die Figur und wie sieh auf die Uhr blickt und sagt: Die müsste längst da sein. Soll die Figur dann noch erklären, wo derjenige denn sein sollte? Das ist für mich alles unrelevant.

 

Ich will zwar versuchen, dass man schneller in die Szene kommt und sich auskennt, aber erklären werde ich sparsam und die Fragen soll sich der Leser selbst beantworten. Die wichtigen Fragen werden ja beantwortet.

Und die, die nicht beantwortet werden, sind auch nicht der Rede wert.

Oder ist wichtig, wo Magdalena war?

 

grüße

Quidam

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Mir fällt auf' date=' dass ich es gerade mag, eine neue Szene zu lesen, in der ich in einer Figur stecke und mit der Figur nach und nach den Ort entdecke ... [/quote']

 

Mich würde interessieren, was du privat gerne liest. Es gibt solche Szenen, aber ein ganzes Buch in der Art, würde ich nicht lesen. Länge als zehn Sieten würde ich das nicht mitmachen, da brauch ich ja gar nicht erst lesen - da kann ich mir alles selbst zusammenreimen. Ich glaube, hier würde dir ein bisschen mehr Gleichgewicht gut tun.

 

Ich will z.b. selbst erkennen, dass es sich um einen Traum handelt, und es vorher nicht gesagt bekommen.

Gerade Traumszenen SIND meist die Ausnahmen! Ausserdem: Du kannst auch eine Traumszene einführen, ohne zu verraten, dass es eine TRaumszene ist. tatsächlich werden gerade Traumszenen schon beinahe klischeehaft erst am End eals eine Traumszene geoutet.

 

Ich glaube insgesamt, du vergleichst ein wenig Äpfel mit Birnen...

 

Eine Exposition ist nicht gleichbedeutend damit, dem Leser etwas vorzukauen.

Denn: Die Charaktere wissen, wann, wo und warum sie sind, und was sie planen. Wenn du also sagst:

"eine neue Szene zu lesen, in der ich in einer Figur stecke und mit der Figur nach und nach den Ort entdecke " lügst du und betrügst den leser!!!

Es GIBT MOmente, in denen die Figur selber nicht weiß, wo sie ist, und warum sie da gelandet ist. Aber willst du mir ehrich sagen, MArtin weiß nicht, wo er von wessen Couch fällt, und welche zeit ist? Willst du mir wirklich sagen, Alena weiß nicht, in wessen Wohnung sie zu welcher Zeit aus dem fenster schaut? Dass sie das erst erfahren, wenn der Leser erst erfährt?

 

Sorry, das halte ich für den falschen Ansatz. Die Charaktere wissen mehr als die Leser, und ich glaube, deshalb stört es mich auch so: Während der Charakter schon anfängt, sich mit sienen problemen rumzuschlagen, und sich wie selbstverständlich in seiner Welt zu bewegen, weiß ich noch nicht mal, wo und wann ich eigentlich bin...

 

Guck dir die Exposition von Sysai nochmal an: Alles, worum es in der Szenen egth, der Prozess, entdecken leser und Marie gleichzeitig. Aber Marie weiß, wo sie ist, wann sie da ist. Und der Leser muss doch erstmal auf den gleichen Wissensstand wie der Charakter gesetzt werden. Bei deinen Szenen weiß der Charakter immer mehr als der Leser...

 

Gruß,

Marco! :s17

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@ Quiddy: ah ja, verstehe. :)

 

Ich finde, das ist gar nicht so einfach. :-/

 

Ich zum Beispiel dachte bei dem genannten Anfang: A ist irritiert, und um das zu erklären: M ist von einer völlig normalen Tätigkeit nicht zurückgekommen - so als Gegensatz.

Und es erklärt eben auch, dass sie vorher in der Wohnung war. Wenn man das nicht sagt, frage ich mich, ob sie z.B. vorher gar nicht da war und A. nur abholen kommen wollte. Und so würde ich halt Spannung erzeugen - quasi als Beschreibung eines Ist-Soll-Zustandes - und der Diskrepanz.

 

Aber ich glaube, das hat dann eher was mit unterschiedlichen Sichtweisen und Tempo (wie schnell bekommt der Leser etwas erklärt) zu tun. Und damit, was man am Anfang als Autor vor Augen hat.

Da habe ich den Verdacht, dass es keine generellen Regeln gibt, weil jede/r das anders sieht und anders schreibt - vermutlich ist es deshalb so schwierig (oder ich bin noch zu müde...)

 

Gruß, Lionne

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Aber ich glaube auch, dass man ein gewisses Mindestmaß an Ort- und Zeitbeschreibung braucht, damit der Leser in die Geschichte reinkommt, wenn ich z.B. etwas lese, brauche ich zumindest ein Minimum von Infos, und zwar nicht nur aus der direkten Sicht der Person,sonst bleibt alles zu blass und ich lese nicht weiter -

aber welches Minimum das nun ist, kommt wiederum auf die Geschichte an.

 

LG Lionne

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erklären werde ich sparsam und die Fragen soll sich der Leser selbst beantworten.

 

Per se ein guter Ansatz, aber mit Gefahren verbunden. Vor folgenden Gefahren möchte ich dich warnen:

 

a) überfordere den Leser nicht. lesen soll eine freizeitbeschäftigung sein, etwas zur Ablenkung, ein Vergnügen... Wenn es zu anstrengend wird (So deine derzeitige version), wird sich niemand dieser Mühe aussetzen wollen.

 

b) genau hier liegt die Kunst: Erklären, ohne den Leser aussen vor zu lassen. Gut zu erklären, genau das richtige erklären, und das richtige auszulassen. Einfach kategorisch gar nichts zu erklären kann in einem Leser den Eindruck von Faulheit, Arroganz oder verbrämter Kunst erzeugen. (Das gleiche Problem hatte ich mit der Hüsli Geschichte hier in den Textkritiken. Da wurden die HAndlungen einfach gar nicht geschildert, sondern nur das Ergebnis der HAndlung, und der Leser sollte sich dan abrackern, und sich selber zusammenreimen, welche Tat dazu geführt hatte...)

 

c) Leser mögen oftmals den MIX! Sie wollen Spannung, dramatik, lachen, weinen, nachdenken, mal schwelgen, mal fallen lassen, mal mitfiebern, schönes und Tragik, traurig und lustig...

Ich finde deinen Text hierhingehend ein wenig Monokulturhaft...

 

Lieben Gruß,

Marco! :s17

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Hallo Quidam,

ganz spannender Thread, habe schon viel gelernt heute!

 

der Leser muss doch erstmal auf den gleichen Wissensstand wie der Charakter gesetzt werden. Bei deinen Szenen weiß der Charakter immer mehr als der Leser...

Hallo Marco,

aber es geht doch anscheinend darum, wo die Aufmerksamkeit des Betreffenden gerade ist. Wenn ich aus dem Bett falle, kriege ich einen riesigen Schrecken und der Hintern tut mir weh. Erst danach nehme ich meine Umgebung wahr, erinnere mich an an den Abend zuvor und denke an das, was ich vor mir habe...

 

LG

Uschi

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Hallo Marco,

aber es geht doch anscheinend darum, wo die Aufmerksamkeit des Betreffenden gerade ist. Wenn ich aus dem Bett falle, kriege ich einen riesigen Schrecken und der Hintern tut mir weh. Erst danach nehme ich meine Umgebung wahr, erinnere mich an an den Abend zuvor und denke an das, was ich vor mir habe...

 

Hallo Uschi!

In dem Falle stimmt das per se - abruptes aufschrecken aus dem Schlaf ist immer etwas anderes. In Quidams Text sind aber beinahe alle Szenen so, dass die Charaktere Ort und Zeit und alles andere präzise kennt, der Leser muss dieses Wissen aber erst im Laufe der nächsten Seite mühsam aus dem Kontext erschießen. Das geht MAL in Ordnung, wie nach dem aufwachen, oder so. Aber immer??

 

Und die Martin fällt vom Sofa Szene hatte auch sonst nichts. Er geht und trifft jemanden, ohne dass ich mehr zu dem ganzen Anfang oder dem Sinn der Szene erfahren hätte... :-/

 

Gruß,

Marco!

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Hallo Marco,

 

ich hab nicht gesagt, dass ich nur Show bevorzuge! Mir ist klar, dass ich ohne Erklärungen nicht auskomme. Aber bei manchen Sachen, die du hier anmerkst, komme ich garnicht darauf, es zu erklären, weil es eigentlich klar sein sollte!!!

 

Wenn Alena aus dem Fenster blickt und ihre Mitbewohnerin erwartet, dann gehe ich davon aus, dass man sich denken kann, dass sie in ihrer Wohnung steht! Und welches Wissen verschweige ich dem Leser? Warum sollte sie wissen, wo Magdalena ist? Ist das wichtig? Magda kommt einfach zu spät - und das liest man klar heraus. Alena steht in ihrer Wohnung - das liest man meiner Meinung klar heraus. Und dass sie sich Sorgen macht und eben ein etwas ängstlicher Charakter ist, - ist doch auch offensichtlich und liest man klar heraus. ich frage mich, welche wichtigen Dinge ich dem leser verschweige?

 

und wenn du sagst, dass der Text mühselig zu lesen ist - dann nehme ich dir das ab. Aber das klingt so, als würdest du denken, jeder müht sich durch den Text. Den Roman haben aber schon mehr als eine handvoll gelesen und die lasen ihn in kurzer Zeit - klingt nicht so, als hätten sie sich zwingen müssen. Ihre Urteile waren überdies durchwegs positiv.

 

Und erst kürzlich las ich einen Roman, der ohne Expositionen arbeitet und wenig erklärt: Kehlmanns Vermessung der Welt.

 

Grüße

Quidam

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ich hab nicht gesagt' date=' dass ich nur Show bevorzuge![/quote']

 

Okay!

 

Aber bei manchen Sachen, die du hier anmerkst, komme ich garnicht darauf, es zu erklären, weil es eigentlich klar sein sollte!!!

Naja, mir war nicht alles klar. Wie erwähnt, ich bin immer ins straucheln geraten...

Als Martin das erste Mal auftaucht, erfährt man NICHTS über ihn. Er trägt eine Kapuze und hat Haselnüsse in der Tasche. Mehr nicht... Und es wird auch nicht mehr. Du schilderst zwar ständig aus seiner Sicht, aber sonst?

 

Ähnlich mit Alena. Was weiß ich über sie:

Sie heisst Alena, ihr Vater ist tot, ihr Bruder auch, sie studiert und mag keine Männer.

Ich habe jetzt zehn Seiten gelesen, und das ist alles, was ich über die beiden weiß... :-/ Und das habe ich mir mühsam aus dem Kontext zusammengeklaubt.

 

Wenn Alena aus dem Fenster blickt und ihre Mitbewohnerin erwartet, dann gehe ich davon aus, dass man sich denken kann, dass sie in ihrer Wohnung steht!

Ergo: Wenn es die eigene Wohnung ist, kommt kein Zusatz, aber wenn es eine fremde Wohnung wäre, würdest du es extra erwähnen? Woher soll man das wissen, wenn man, vom normalen lesen gewohnt ist, dass der Ort in beiden Fällen angegeben wird?

 

Und welches Wissen verschweige ich dem Leser?

ich frage mich, welche wichtigen Dinge ich dem leser verschweige?

Ich zitiere mal:

 

"Gleich nach der Arbeit im Wald duschte er, zog sich frische Sachen über und marschierte zum Park, blieb bis spät in den Abend und erzählte dem See von seinen Gedanken, tagtäglich. "

 

Wie sieht siene Arbiet aus? Wo duscht er? ZU Hause? vermutlich, er zieht sich ja um. Was zieht er an? Wie weit ist es zum park? Wie spät war es überhaupt, als er dort ankam? Wie waren seine Gedanken?

 

Okay, du schilderst eine alltägliche Szene, aber genau das meine ich: Du erklärst Martin, aber ohne etwas zu erklären. Was für Gedanken erzählt er denn so? Was beschäftigt ihn? Was trägt er gerne? Wie findet er seine Arbeit?

In dem ganzen Satz kommt nichts rüber, was irgendetwas erklären würde. Wie gesagt: Ich weiß auch nach zehn Seiten noch nicht, wo das ganze eigentlich spielt...

 

Oder hier:

 

"Der Hörsaal war gut gefüllt. Alena saß in einer der hinteren Reihen und kämpfte mit der schwindenden Konzentration. Hatte sie zu wenig geschlafen? Der Professor legte die Kreide beiseite und setzte sich auf das Pult. Er ließ seine Beine schwingen, knapp über dem Teppichboden und betrachtete die Menge. "

 

Was für ein Hörsaal? Welche Vorlesung? Welche Zeit? Welcher Tag? Wie sieht ihr Kampf aus? Ist sie müde oder abgelenkt? Wieso sollte sie zu wenig geschlafen haben? Welchen Grund gibt es dafür? Ist es morgens, dann fällt das eher ins Gewicht. Oder Nachmittags, dann hat es eine ganz andere Bedeutung. Welcher Professor? Für welches Fach. Was hat er gerade an die Tafel gemalt? Was für eine Menge? Wie sieht sie aus?

Das einzige, was hier deutlich beschrieben wird ist, dass es einen teppichboden gibt...

 

Noch eine:

 

Alena schlenderte am Gehweg entlang und zählte vier parkende Autos bis zum Wohnheim. Eine Siamkatze spielte dort mit einer leeren Zigarettenpackung.

Wo liegt der gehweg? Warum kann sie schlendern? Was für Autos? Wieso nur vier? Was für ein Wohnheim? Wo ist 'dort'?

Das einzige, was erklärt wird, ist, dass es eine Siamkatze ist, was mich jetzt wieder überrascht.

 

Ich kann die Figuren nicht fühlen, weil du ihr Verhalten nie erläuterst... Und ich nie weiß, wo ich bin.

 

Deine Einführung von Martin liest sich so:

Martin schlenderte an dem See entlang, der in Smutkov neu angelegt worden war. So etwas hatte dem Park gefehlt. Einige Enten durchpflügten die Wellen, die der Frühlingswind durch das Wasser kämmte.

 

Und wer ist jetzt Martin? Mal suchen gehen...

 

"Seine Hosentaschen waren mit Haselnüssen gefüllt."

"dem alten Plattenbau nistete, seinem Zuhause"

"Wie gerne hätte Martin dieses Stück Natur für sich alleine"

"Iva Kubelková erinnerte, das schwarzhaarige Model, von der er Zuhause sämtliche Artikel und Zeitschriftenfotos aufbewahrte"

„Ich arbeite als Förstergehilfe.“

"Nach und nach gab er Einblicke in sein Leben. Sie erfuhr, dass er nach einem Streit mit seinen Eltern bei seiner Tante eingezogen war und dass er an den Wochenenden bei einem Winzer arbeitete, der ihn das Keltern lehrte."

„Kerenzt?“, schmunzelte sie. „Du meinst sicher kredenzt!“

 

 

DAS ist deine Einführung von Martin... :-/ Und darauf sollen sich die leser jetzt einen Reim machen. ZUmnal du ihn einführst, als müsste man wissen, wer er ist:

Martin schlenderte an dem See entlang, der in Smutkov neu angelegt worden war. So etwas hatte dem Park gefehlt. Einige Enten durchpflügten die Wellen, die der Frühlingswind durch das Wasser kämmte.

 

Und wie wird Alena eingeführt? (Vom Prologanfang mal abgesehen?)

 

"Alena zog den Vorhang beiseite und öffnete das Küchenfenster. Sie lehnte sich gegen das Fenstersims und hielt Ausschau nach Magdalena, ihrer Mitbewohnerin."

 

Also das ist alles einfach zu wenig. Du konzentrierst dich in deinen Einführungen auf alles mögliche, aber nicht auf die Charaktere.

 

Du erklärst auch nie, dass sie in einem Studentenwohnheim wohnt.

Wohl gemerkt:

 

Seite 4:

Alena hielt Ausschau nach Magdalena, ihrer Mitbewohnerin.

 

Seite 9:

Alena schlenderte am Gehweg entlang und zählte vier parkende Autos bis zum Wohnheim.

 

Ahhhhhhh!!! Sie lebt in einem Wohnheim...

 

Verstehst du, was ich meine?? Das ist wie eine Schnitzeljagd...

 

 

Und dass sie sich Sorgen macht und eben ein etwas ängstlicher Charakter ist, - ist doch auch offensichtlich und liest man klar heraus.

hmm, für mich war sie danach leicht reizbar und ungeduldig... :-[

Aber das klingt so, als würdest du denken, jeder müht sich durch den Text.

Nein, ICH mühe mich. Aber ich habe diese Woche auch noch dringendere Hausarbeiten zu lesen... :-/

 

Ihre Urteile waren überdies durchwegs positiv.

Es ist ja auch nicht schlecht.

Es ist nur in meinen Augen übermäßig fordernd...

 

Und erst kürzlich las ich einen Roman, der ohne Expositionen arbeitet und wenig erklärt: Kehlmanns Vermessung der Welt.

 

Aha?!

 

"Im September 1828 verließ der größte Mathematiker des Landes zum erstenmal seit Jahren seine Heimatstadt."

 

"Alexander von Humboldt war in ganz Europa berühmt wegen seiner Expedition in die Tropen, die er fünfundzwanzig Jhre zuvor unternommen hatte. Er war in [...] gewesen, hatte [...] vermessen, war in jedes Erdloch gekrochen und hatte mehr Beeren gekostet und Bäume erklettert, als sich irgend jemand vorstellen mochte.

Er war der jüngere von zwei Brüdern..."

 

"Wer den Professor nach frühen Erinnerungen fragte, bekam zur Antwort, daß es so etwas nicht gebe. Erinnerungen seien, anders als Kupferstiche oder Postsendungen, undatiert. Man finde Dinge in seinem Gedächtnis vor, welche man manchmal durch Überlegung in die richtige Reihenfolge bringen könne." (In einem Kapitel über Erinnerungen)

 

"Nach einem halben Jahr in Neuandalusien hatte Humboldt alles untersucht, was nicht Füße und Angst genug hate, ihm davonzulaufen."

 

Alles schöne, erstklassige, Expositionen:

WER, WANN, WO, WAS...

 

Lieben Gruß,

Marco! :s17

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Hi zusammen,

 

Hallo Marco,

 

Wenn Alena aus dem Fenster blickt und ihre Mitbewohnerin erwartet, dann gehe ich davon aus, dass man sich denken kann, dass sie in ihrer Wohnung steht! Und welches Wissen verschweige ich dem Leser? Warum sollte sie wissen, wo Magdalena ist? Ist das wichtig? Magda kommt einfach zu spät - und das liest man klar heraus. Alena steht in ihrer Wohnung - das liest man meiner Meinung klar heraus. Und dass sie sich Sorgen macht und eben ein etwas ängstlicher Charakter ist, - ist doch auch offensichtlich und liest man klar heraus. ich frage mich, welche wichtigen Dinge ich dem leser verschweige?

 

Die Szene selbst wirkt nicht unverständlich. Das Problem liegt meiner Meinung nach darin, dass die Szene nicht überzeugend wirkt und das man deshalb schwer reinfindet. Wenn du die Szene aus der Sicht der ängstlichen Alena schreibst, hätte die überhaupt kein Interesse an dem Sonnenaufgang/der Sonnenreflektionen. Das passt also nicht in die Szene. Alena würde genau die Passanten beobachten, die unten am Haus vorbeigehen. In der Hoffnung, ihre Freundin ist dabei. Oder sie würde ständig am Telefon hängen und sie über Handy erreichen wollen. Dabei kann sie gleichzeitig denken: He, wo bleibt sie nur? Wir waren für halb acht verabredet und nun ist der Bus nach Prag weg. Mist!

 

 

Die wichtigen Fragen werden ja beantwortet.

Und die, die nicht beantwortet werden, sind auch nicht der Rede wert.

Oder ist wichtig, wo Magdalena war?

 

Sicher ist das wichtig, es erklärt, warum Alena sich überhaupt Sorgen macht. Wenn es nicht bedeutend ist, warum ihre Mitbewohnerin aus dem Haus gegangen ist, ist es unverständlich, warum sie überhaupt gegangen ist. Dann hätte sie genauso gut zu Hause bleiben können und die ganze Szene wäre überflüssig.

 

Beste Grüße

Michael

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Ich bin ein ungeduldiger Leser und tendiere zu Quiddys Meinung. Mir macht es nichts aus, wenn ich gleich mitten in einem Geschehen bin und die W's sich mir erst später erschließen, durch das, was anschließend passiert. Ist doch viel spannender so.

Ich will nicht gleich alles in einem Absatz als Zusammenfassung erklärt bekommen.

Expositionen sind gut und schön, wenn sie nicht zu lang sind. Ich ertappe mich dabei, gerade bei dem Beispiel mit Marie und dem Prozess, über das Stimmung erzeugende schnell wegzulesen, weil ich endlich zum Prozess kommen will! Wie gesagt, ungeduldig. ;)

Das heißt aber nicht, dass ich keine ruhigen Szenen mag. Nur, wenn schon eine Bombe gefallen ist, also was angekündigt wird wie ein Prozess, dann will ich das auch gleich lesen, und nicht noch vorher die Gänseblümchen am Wegesrand bestaunen.

 

Obwohl ich Quidams Texte in Langform nicht kenne, vermute ich trotzdem, dass ich mit seiner knappen Art keine Probleme hätte.

 

LG

Joy

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(Peter_Dobrovka)

Meine Rüdiger Hoffmannoide Meinung zum Thema:

So eine Exposition kann man machen - MUSS man aber nicht.

Das Fehlen derselben hat mich noch nie gestört. Ich nehme es eigentlich gar nicht wahr.

 

Peter

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Hallo,

 

jetzt etwas wacher und nochmal nachgedacht.

 

Für mich ist ein guter Anfang einer, der mir entweder ein Bild gibt, in das ich mich hineinversetzen kann (und somit schon erklärt) oder er kann sehr knapp sein, aber so spannend, dass ich weiterlese, und dann kann man die Erklärungen auch in Häppchen servieren, weil es dann nicht nötig ist, alles zu wissen... eben etwas, das die Aufmerksamkeit weckt.

 

Da gibt es dann nicht unbedingt ein entweder - oder - ich denke, alles ist möglich. Ob es wirkt, liegt dann m.E. nicht an der Art des Anfangs, sondern (neben den persönlichen Vorlieben der Leser - und da gibt es ja verschiedene, wie man oben sieht) daran, wie gut er gemacht ist, und das ist ja dann schon wieder eine andere Frage.

 

Viele Grüße,  :)

Lionne

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Hallo Joy!

 

Ich finde das amüsant, für mich liest sich dein Post absolut widersprüchlich. Etwa so:

 

"Ich bin eine ungeduldige Leserin, ich mag es, wenn es gleich zur Sache geht. Darum habe ich keine Probleme damit, gaaaanz lange zu warten, bis ich weiß, worum es überhaupt geht..."

 

;)

 

Gruß,

Marco! :s17

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Hallo,

 

ich habe es schon mal den Tipp gegeben, den ich aus meiner Journalistenlaufbahn mitgenommen habe: Wenn den Leser fesseln will, empfiehlt es sich, eine Szene nicht chronologisch zu beginnen, sondern mit dem "stärksten und aussagekräftigsten Bild". Dann weiß der Leser sofort, wohin es geht.

 

Wenn der einsame Wanderer im Gebirge die Leiche findet, sollte man genau damit beginnen und nicht wie er sich vor Abmarsch die Schuhe bindet - das kann dann nachher kommen, auch wenn es im chronologischen Ablauf zuvor passiert.

 

LG,

Julia

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Interessant!

Ich habe  noch nicht so intensiv darüber nachgedacht. Es kam immer auf die Geschichte  an, ob ich ein bischen mehr als Einleitung geschrieben habe oder nicht. Sicherlich empfindet es jeder Leser auch anders. Aber ein paar kleine Details zur Erklärung ist für jeden Leser angenehm. Mich persönlich würde es schon interessieren in welcher Wohnung sie ist und warum sich die Magdalene verspätet haben könnte. Beginnt die Geschichte mit einem dramatischen Ereignis, braucht es erst einmal keine Erklärungen. Die können dann "nachgereicht" werden. Oder sehe ich das falsch?

 

LG

 

Katrin

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