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Michelle

Plotten

Empfohlene Beiträge

Hallo,

 

ich möchte mich hier Melanie anschließen. Diese vier Fragen sind absolut wichtig, sie sind dein Motivator, und wenn die Antworten auf die Fragen fehlen, steckst du einfach schnell fest. Ich denke, das könnte dir hier passiert sein.

 

Vor allem die ersten zwei Fragen sind zunächst die allerwichtigsten. Warum willst du dir das eigentlich antun, mehrere Monate lang Stunde um Stunde an einer Geschichte zu arbeiten, dafür andere Freizeitaktivitäten, die Familie, die Freunde vernachlässigen, bis spät in die Nacht arbeiten, immer wieder vor schiefen Sätzen oder halbgaren Szenen verzweifeln - warum? Wenn die Geschichte nicht in dir brennt, wird es eher schwer werden, sie bis zum Ende durchzuziehen. Nicht unmöglich, es gibt ja genügend Beispiele von erfolgreichen Autoren, die quasi auf Bestellung schreiben können und denen das auch Spaß macht, aber ich schätze dich aus deinen Beiträgen so ein, dass du selbst auch eher eine Stimmungsschreiberin bist, für die es passen muss, damit sie gut voran kommt.

 

Vielleicht einfach mal einen Schritt zurücktreten, nachdenken, ob es wirklich diese Geschichte ist, die du unbedingt schreiben willst, oder vielleicht eine Andere, oder ob die Geschichte anders verpackt werden müsste, etc. Wenn du Melanies Fragen nicht beantworten kannst, ist es halt gerade nicht die Geschichte, und dann ist es für mich auch verständlich, wenn sie dir nur schwer aufs Papier geht.

 

Viele Grüße

 

Thomas

"Man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern was man zu schreiben befähigt ist."&&- Jorge Luis Borges -

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Manchmal braucht es nur einen kleinen Schubs, aber das Wichtigste ist: Man muss erst einmal herausfinden, was für eine Art Schreiber man ist. Melanie kann schreiben, wenn sie sich ihre Fragen beantwortet, ich nicht. Ich brauche etwas anderes.

 

Fragen und Antworten sind nicht das, was mich beim Schreiben interessiert. Außer die eine Frage: Wie geht es weiter? Andere Fragen motivieren mich in keiner Weise.

 

Ich habe gerade ein kleines ebook entdeckt, und das hat jetzt einen richtigen Rausch in mir ausgelöst. Es war genau die richtige Herangehensweise, die mir noch gefehlt hat. Ich habe das ebook hier in "Handwerk Schreiben" in einem separaten Thema vorgestellt.

 

Alle Ratschläge - so gut sie gemeint sind und so gut sie für denjenigen, der den Ratschlag erteilt, funktionieren - nützen nichts, wenn es nicht die richtigen Ratschläge für einen selbst sind.

 

Wenn ich schreibe, schreibe ich extrem schnell. Viele Ratschläge, die hier gegeben wurden, verlangsamen diese meine Arbeitsweise, und das liegt mir überhaupt nicht. Ich kann nicht langsam, ich bin in allem sehr schnell. Das heißt, erst einmal groß überlegen, das liegt nicht in meinem Wesen. Ich tue es manchmal, wenn ich muss, aber es macht mich furchtbar nervös, weil es meine Art ist, sofort loszustürmen und etwas zu tun.

 

Natürlich mache ich so auch Sachen falsch, die ich hätte vermeiden können, wenn ich vorher überlegt hätte, aber so bin ich eben. Lieber etwas falsch machen als gar nichts tun.

 

Wenn dann so nachdenkliche Plotter kommen, die erst einmal Monate über eine Geschichte nachdenken, dann einen Plot ausarbeiten bis zum Ende der Geschichte, den dann auch noch monatelang liegenlassen (!) - mein Gott, da werde ich schon nervös, wenn ich das lese. :)

 

Das mag für diese Leute funktionieren - tut es natürlich, das sieht man ja, denn viele sind sehr erfolgreiche Autorinnen und Autoren -, aber für mich funktioniert es nicht. Wenn ich ein Manuskript liegen lasse, heißt das für mich, die Geschichte ist nicht gut, die Geschichte interessiert mich nicht (mehr). Wenn sie mich interessieren würde, würde ich sie in vier Wochen fertigschreiben und dann zur nächsten Geschichte weitergehen.

 

Jeder Mensch ist eben anders. Aber als ich gestern über dieses kleine ebook stolperte, fühlte ich, dass die Autorin genauso denkt und arbeitet wie ich. Deshalb hatte sie auch genau dieselben Probleme wie ich. Sie hatte bereits mehrere Romane geschrieben, sie sollten sogar veröffentlicht werden, aber trotzdem konnte sie nicht beschreiben, WIE sie diese Romane geschrieben hatte.

 

Und dann blieb sie stecken und kam nicht weiter. Weil sie eben eigentlich keine nachvollziehbare Methode hatte. Sie hatte zwar Resultate mit ihrer Art zu schreiben erzielt, aber sie hatte auch sehr viel Zeit und Energie hineingesteckt.

 

Nun war sie aber an einem Punkt, wo sie etwas ändern musste. Und das hat sie dann getan und ihre Wortanzahl pro Tag von 2000 auf 10000 erhöht. Sie hat nicht mehr Zeit eingesetzt, sie hat auch nicht an Qualität verloren, sie arbeitet nur einfach effizienter. Das genau ist es, was ich gesucht habe. Effizientes, schnelles Arbeiten mit guten Resultaten: Gut lesbaren Romanen, die sich verkaufen.

 

Statt 7 Monate für einen Roman brauchte sie nur noch 3 Monate für einen Roman. Das entspricht mir. Allein die Vorstellung, ein ganzes Jahr an einem Roman zu sitzen, verursacht mir Alpträume. Ein Roman muss in ein paar Wochen geschrieben sein, sonst stimmt irgendetwas nicht. 3 Monate sind ein guter Wert für einen Roman, finde ich. Aber dafür muss man eben sehr professionell und effizient arbeiten. Was ich bisher nicht getan habe oder nur dann, wenn die Muse mich geküsst hat. ;) Ab jetzt werde ich das jeden Tag tun.

 

Es ist so einfach, wenn man das liest, und man fragt sich: Warum habe ich das nicht schon die ganze Zeit so gemacht? Aber irgendwie bin ich nicht auf den Trichter gekommen.

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Hallo Michelle,

 

freut mich, dass du etwas gefunden hast, das dir wirklich weiterhilft. Wie du richtigerweise geschrieben hast: Es gibt keine Methode, die für alle funktioniert bzw. jeder muss sich seine eigenen Methoden selbst erarbeiten.

 

Trotzdem finde ich es nach wie vor interessant, dass du offenbar einfach losschreiben kannst, ohne dass es einer vorherigen Motivation bedarf, warum du die Geschichte überhaupt erzählen willst. Das habe ich so noch nicht erlebt, zeigt aber auch wieder die Vielfalt der Möglichkeiten, wie man zum Ziel kommen kann, auf.

 

Viele Grüße

 

Thomas

"Man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern was man zu schreiben befähigt ist."&&- Jorge Luis Borges -

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Nun war sie aber an einem Punkt, wo sie etwas ändern musste. Und das hat sie dann getan und ihre Wortanzahl pro Tag von 2000 auf 10000 erhöht. Sie hat nicht mehr Zeit eingesetzt, sie hat auch nicht an Qualität verloren, sie arbeitet nur einfach effizienter. Das genau ist es, was ich gesucht habe. Effizientes, schnelles Arbeiten mit guten Resultaten: Gut lesbaren Romanen, die sich verkaufen.

 

Statt 7 Monate für einen Roman brauchte sie nur noch 3 Monate für einen Roman.

Irgendwas stimmt hier nicht mit den Zahlen, Michelle. 10.000 Worte à 250 Worte pro Standardseite (allgemein anerkannter Schnitt) ergibt 40 Seiten pro Tag. Damit hätte sie einen 400 Seiten Roman in 10 Tagen fertig. Ist nicht machbar, behaupte ich. Vielleicht ein ganz hastiger Rohentwurf, und auch das nur wenn auf Schlaf verzichtet. Jedenfalls nichts wirklich Brauchbares.

 

Ich recherchiere und plotte, wie du weißt, und schaffe ein Buch alle 6 Monate. Das ist schon ziemlich flott, meine ich. Du muss man nicht meckern. Aber 10.000 Worte pro Tag, das glaube ich nicht. :)

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Hallo,

 

na ja, 10.000 Wörter am Tag sind echt verdammt viel, aber das würde ich erst einmal so stehen lassen. Auch Mo Yan soll sein grandioses 800-Seiten-Epos "Der Überdruss" in einem Monat geschrieben haben. Per Hand. (Wobei das möglicherweise so eine Geschichte ist wie jene von den 9 Hole-in-One auf einer Runde, die Kim Jong-Un mal geschafft haben soll - neben vielen anderen herausragenden Leistungen  ;) ).

 

Was ich nur sagen will: Schreiben kann man vermutlich 10.000 Wörter am Tag schon. Und das vielleicht auch über eine längere Zeitspanne. Aber was dabei herauskommt, ist natürlich die andere Frage. Wobei auch da von absolutem Schrott bis zum Literaturnobelpreis alles möglich sein kann, wie man sieht.

 

Viele Grüße

 

Thomas

"Man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern was man zu schreiben befähigt ist."&&- Jorge Luis Borges -

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Liebe Michelle, ich finde es sehr erstaunlich, dass du dir anscheinend nie Gedanken darüber gemacht hast, warum dir eine Geschichte unter den Nägeln brennt und dass es dich sogar hemmt, darüber nachzudenken. Für mich ist eine Geschichte, die ich aus voller Überzeugung schreibe, viel mehr als hastig runtergeschriebene Worte. Sie muss reifen und wachsen.

 

Du hast dich in einem anderen Thread über einige kritische Amazon-Rezensionen zu deinem Erstling gewundert. Ich habe sie mir jetzt noch mal angesehen - die kritischen Rezensionen bemängeln, dass sie nicht mit den Figuren mitfühlen konnten. Und ich glaube, darin liegt die größte Gefahr, wenn man als noch wenig routinierter Autor anfängt, auf Geschwindigkeit zu schreiben - du selbst weißt zwar, wo deine Figuren sind, was sie empfinden und fühlen und denken - aber du hängst einen Teil deiner Leser ab - du läufst ihnen buchstäblich davon.

 

Gruß, Melanie

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Wenn Du die 5-Sterne-Rezensionen liest, steht da genau das Gegenteil. Also wem soll man glauben?

 

Warum mir eine Geschichte unter den Nägeln brennt? Muss mich das interessieren? Reicht es nicht, dass sie das tut? Was nützt es mir, die Hintergründe zu analysieren? Werde ich dadurch besser? Ich glaube nicht. Je mehr ich weiß, desto uninteressanter wird alles, denn das Wichtigste beim Schreiben ist die Neugier.

 

Die Neugier auf den nächsten Satz. Die Neugier auf das, was als nächstes in der Geschichte passiert.

 

Wenn diese Neugier nicht mehr da ist, weil ich alles, was passieren wird, schon im Voraus weiß, warum schreibe ich dann? Um Informationen zu vermitteln? Ich schreibe kein Sachbuch, und ich will auch gar keine Informationen vermitteln, ich will Geschichten erzählen. Schon seit meiner frühesten Jugend war ich eine Geschichtenerzählerin, die Geschichten sprudelten nur so aus mir heraus, dafür brauchte ich keinen Grund und ich brauchte auch nicht zu wissen, warum ich das tat.

 

Wenn man Geschichten erzählen will, brennen sie einem auf den Nägeln, weil man sie erzählen will, weil sie herausmüssen.

 

Und ich bin glücklich, dass Stephen King darin mit mir übereinstimmt:

Stephen King an der Uni von Massachuchetts (Link ungültig) (Link ungültig)

 

"Die Geschichte findet den Autor", sagt er. Und das stimmt. Aber ich kann die Geschichte nicht fragen, WARUM sie mich ausgesucht hat, WARUM sie unbedingt will, dass ich sie erzähle. Das weiß die Geschichte selbst nicht. Sie ist einfach da, und sie will erzählt werden. Geschichten sind außerordentlich egoistisch, nein, geradezu egomanisch in dieser Beziehung. Der Autor oder die Autorin interessiert sie nicht im mindesten. Die Geschichte ist nur an sich selbst interessiert, an ihren Figuren, an ihrem Ablauf, eben daran, dass sie erzählt wird.

 

Stephen King beschreibt es ähnlich, wie ich es auch empfinde: Geschichten erzählen ist wie eine Sucht. Man kann nicht aufhören damit und man ist auch nicht in der Lage, die Sucht zu kontrollieren. Man muss es tun, weil man es tun muss.

 

Die Alternative wäre, ganz auf das Suchtmittel zu verzichten. Kalter Entzug. Gar nicht mehr schreiben. Dann würde ich sterben.

 

Geschichten sind wie Essen und Trinken. Ohne sie könnte ich nur begrenzte Zeit überleben. Wenn ich nicht schreiben kann, fühle ich mich wie ein halber Mensch. Nein, das stimmt nicht. Dann fühle ich mich wie gar kein Mensch. Deshalb schreibe ich fast ununterbrochen. Und kann nicht verstehen, dass man leben kann, ohne zu schreiben, eine Geschichte liegenlassen kann. Was tut man dann in der Zeit, in der die Geschichte liegt? Zehn andere Geschichten schreiben? Aber warum dann nicht die Geschichte zu Ende schreiben?

 

Stephen King sagt, er plottet nicht, weil die Figuren das für ihn tun. Das kann ich nur bestätigen. Wenn meine Figuren nicht weiter wissen, weiß ich auch nicht weiter. Ich habe überlegt, ob ich plotten sollte, aber etliche Leute hier haben es ja auch schon richtig gesehen: Ich sollte nicht plotten. Ich werde nie plotten. Ich bin mit Stephen King völlig einer Meinung, dass es für uns, die wir so sind, nicht anders geht.

 

Er beschreibt die Situationen, wie er an Ideen kommt, und das ist doch der entscheidende Punkt: Eine Idee entsteht aus einer Person, die man sieht. Egal, was für eine Person. Man sieht diese Person, hört vielleicht etwas über sie, kennt sie gar nicht, aber plötzlich schießt einem die Idee durch den Kopf "Was wäre, wenn ...?"

 

Was wäre, wenn diese Person ein Massenmörder wäre, den man noch nicht gefasst hat, der hinter mir an der Kasse im Supermarkt steht und sich überlegt, wie er mich umbringen kann? Oder jemand anderen?

 

Oder eine Person entsteht im eigenen Kopf, man sieht plötzlich eine Szene vor sich, in der diese Person agiert.

 

Und dann reift diese Idee, lässt einen nicht mehr los. Wenn sie dann völlig Besitz von mir ergriffen hat, schreibe ich sie nieder, wie im Rausch, und die Geschichte ist da.

 

Wie anders kann man Geschichten schreiben? Das geht doch gar nicht.  ;D

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Ich weiß, das Stephen King so schreibt. Behauptet er zumindest. Obwohl ich da immer noch meine leisen Zweifel habe. Spontanität und Unterbewusstsein in allen Ehren, aber ich könnte es zumindest nicht. Habe es am Anfang sogar mal probiert. Das war ein Reinfall und nach zwei Kapiteln war das Werk für die Mülltonne.

Meine Geschichten haben viele Elemente, oft überraschende Wendungen und neue Figuren, die auftauchen. Aber ich konstruiere meine Geschichten sorgfältig, auch wenn sie sich nicht so lesen. Und die einzige Neugierde dabei ist die Frage, ob ich es so hinbekomme, wie ich mir das vorstelle. Ich finde, zur Kunst gehört nicht nur eine spontane Idee, sondern auch ein Plan zur Ausführung. :)

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Ich sollte nicht plotten. Ich werde nie plotten. Ich bin mit Stephen King völlig einer Meinung' date=' dass es für uns, die wir so sind, nicht anders geht.[/quote']

 

Ist doch großartig, wenn Du für Dich herausgefunden hast, dass ein Nachdenken über den Plot Deiner Motivation zu schreiben schadet und Ihr lieber munter drauflos schreibt, Stephen und Du.  ;D

 

Viele Erfolg,

 

Holger

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Ich mag diese Ausschliesslichkeit ueberhaupt nicht. Diese ewige Diskussion, als ginge es hier wirklich um zwei einander diametral gegenueberstehende, verfeindete Kraefte: Benutzt du die eine, darfst du unter keinen Umstaenden die andere benutzen, oder du bist des Teufels.

 

Ehrlich gesagt: Wenn andere solche immensen Hirne zur Verfuegung haben, dass sie die Haelfte von deren Kraft brachliegen lassen koennen, dann haben sie meinen Segen und vielleicht auch meinen Neid. Mir ist mein Hirn dazu zu klein. Das, was es mir anbietet, wird immer unzureichend sein, sodass ich auf die Idee, einen Teil davon nicht zu nutzen, niemals kaeme.

 

Das Gefuehl, meine Geschichten wuerden mich aussuchen, nicht ich sie, habe ich auch. Dennoch habe ich mir immer intensiv darueber Gedanken gemacht, was es fuer Gruende dafuer geben koennte, dass diese Geschichte gerade mich wollte. Was die Kombination Geschichte&ich besonders macht. Diese Ueberlegung macht doch nicht den Zauber kaputt! Im Gegenteil. Sie schliesst mir Wege und Aspekte auf, die Geschichte tiefer zu durchdringen, sie zu meiner zu machen, und das Aeusserste aus mir herauszuholen, um es ihr zu geben.

 

Ich war immer ein Planer. Schon weil ich ein unsicherer Autor bin. Mein Plan verleiht mir ein Sicherheitsnetz, sodass ich ueberhaupt den Mut aufbringe, meinen Fuss auf das Seil zu setzen. Aber das bedeutet doch nicht, dass ich ohne Intuition schreibe? Zum Erstellen meines Plans nutze ich natuerlich angeeignetes Wissen und Erfahrung, aber genauso nutze ich mein Gefuehl fuer die Geschichte, fuer ihren Ton, ihre Struktur, ihre Moeglichkeiten.

Unter den Kollegen, deren Romane ich gern lese, kenne ich viele, die wie ich zu den eher systematischen Planern gehoeren, und viele andere, die mit scheinbar weniger Material in den Schreibprozess starten. Der Unterschied ist dem Ergebnis nicht anzumerken, und ich denke auch nicht, dass die einen weniger ueber ihre Geschichte nachdenken und sie weniger gruendlich zu erforschen wuenschen als die anderen - oder dass die einen grundsaetzlich weniger Intuition zur Verfuegung haben als die anderen (ein Problem mit dem Vertrauen auf die eigene Intuition sehe ich bei mir persoenlich schon, das laesst sich aber keineswegs fuer alle Vorab-Planer generalisieren und wird ausserdem mit wachsender Erfahrung besser).

 

Die voellige Verweigerung des Nachdenkens ueber die Wurzeln einer Geschichte, die Verbindungspunkte zum Autor und die erforderlichen Mittel fuehrt meiner Ansicht (Achtung: Meinungsaeusserung) zu Texten, die durchaus sehr viel Kraft, Unmittelbarkeit und Schoenheit aufweisen koennen, die sich fuer andere Literaturformen als die narrative jedoch deutlich besser eignen.

 

Fuer mich ist es sehr interessant, dass ich bei diesem Thema immer vieles gern am Beispiel von "Ulysses" erklaeren wuerde (wobei ich bei Ulysses aber auch ein Quod-licet-Iovi-non-licet-bovi-Alarmschild aufstellen moechte), der fuer mich ueberdeutlich zeigt, dass nicht vorauszuplanen keineswegs heisst, nicht ueber Strukturen nachzudenken oder der Geschichte keine Fragen zu stellen. Im Gegenteil. Dass Ulysses die damals laufende Diskussion, ob das schlicht Narrative ueberholt sei, kraeftig anfachte, behalte ich dabei jedoch im Gedaechtnis.

 

Fuer mich als Feld-Wald-und-Wiesenschreiber bleibt uebrig: Nutze alles, was du hast. Genug ist es sowieso nicht, und keine meiner Geschichten hat es verdient, sich mit der Haelfte zufrieden zu geben.

 

Charlie

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 

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Um aufzugreifen, was Charlie über Intuition sagte, so meine ich, behaupten zu dürfen, ohne Intuition geht es beim Schreiben überhaupt nicht. Das erste Rohkonzept einer Geschichte entsteht sicher intuitiv. Und dann ständig und täglich beim eigentlichen Schreiben. Bei jeder Szene fallen mir unerwartete Dinge ein, Dialoge, interessante Einzelheiten, auch neue Figuren tauchen auf, die ich dann interessant finde und infolge mehr Raum erlaube. Und gerade dieses Intuitive macht Spaß. Es befriedigt sehr, wenn es zu etwas Gelungenem führt.

 

Trotzdem erlaube ich nicht, dass die Intuition unkontrolliert davongaloppiert, vom Weg abkommt oder in Bereiche vorstößt, die mit der Geschichte nichts mehr zu tun haben. Da lege ich dann doch die Zügel an. Aber durch das Intuitive entsteht vieles, das den Charme eines Romans ausmacht, den Leser fasziniert oder dem Buch eine besondere Note verleiht. Und das sollte man natürlich nicht abwürgen, im Gegenteil.

 

Wenn ich mal das Auto als Beispiel nehme. Das Ding soll fahren und Menschen transportieren. Also braucht es ein Chassis, drei oder vier Räder, einen Motor, Bremsen, Gangschaltung, Lenkrad, Sitze, etc. Das ist der Teil, den man "engineering" nennt. Und der Roman-Plotter macht nicht anderes. Thema, Hauptfiguren, Anfang, Mitte, Ende. Die Teile müssen zusammenpassen, die Kiste muss fahren können.

 

Aber dann kommt das Intuitive. Beim Auto ist es das Design, die elegante Form, der Ausdruck der Kühlerschnauze, der Ledergeruch der Sitze, das Cockpit-Layout, der Sound des Motors. Das Autos fahren können, wird erwartet, aber kaufen tut man sie wegen ihres Designs. Oft jedenfalls. Und das ist beim Roman nicht unähnlich, finde ich. Die Intuition, die einen beim Schreiben überfällt, die bringen den Roman zum Leben und begeistern hoffentlich den Leser. Nur das schönste Design nutzt nix, wenn die Räder abfallen. :)

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Um aufzugreifen' date=' was Charlie über Intuition sagte, so meine ich, behaupten zu dürfen, ohne Intuition geht es beim Schreiben überhaupt nicht. [/quote']

 

Aussagen vom Typ "geht überhaupt nicht" oder "geht nur so" halte ich für unangebracht, Ulf. Für jeden Beweis in die eine Richtung gebe ich dir ein Gegenargument in die andere. Jeff Deaver plottet monatelang bis ins letzte Detail und schreibt den reinen Text dann in ein paar Wochen runter. Da bleibt kein Platz für Intuition. Ich bezweifle ebenfalls, dass Bauchschreiber weniger komplexe Geschichten schreiben, mit flacheren Charakteren.

 

Als Autor, vor allem, wenn man noch am Anfang steht, ist es aber sicher hilfreich, beide Vorgehensweisen zumindest auszuprobieren, statt Alternativen strikt abzulehnen.

 

Interessant fände ich ja die Frage, ob der Anteil Bauchschreiber zu Plotter sich genremäßig unterscheidet. Mein Tipp wäre, im Bereich Historischer Roman ist der Anteil der reinen Bauchschreiber eher gering.

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Hallo,

 

was für eine interessante Diskussion. Der eine macht es so, der andere so - und es passt zu den Aussagen der modernen Schreibforschung, dass es eben den Typ des Planers (Strukturfolger) gibt wie z.B. Deaver, oder jenen des Drauflosschreibers (Strukturschaffer) - und alle möglichen Zwischenstufen. Beide Typen kommen mit unterschiedlichen Strategien ans Ziel, jeder der beiden hat seine Vor- und Nachteile.

 

Welche Form des Arbeitens besser oder schlechter ist, ist m.E. eine müßige Frage: Hauptsache, man erreicht sein Ziel und das Schreiben bereitet Freude. Was beim einen gut funktioniert, hemmt den anderen total und umgekehrt: Ein Planer kann in den seltensten Fällen aufgrund einer groben Idee drauflosschreiben und ein 300-Seiten-Werk mit Hand und Fuß fabrizieren.

Einem Drauflosschreiber kann man noch so oft die Vorteile des ausgiebigen Plottens darlegen, es passt einfach nicht zu seinem authentischen Schreibertyp und er kann mit den Tipps meist recht wenig anfangen.

 

liebe Grüße, Alexandra

Propaganda. Reclam 100 Seiten.

 

www.alexandrableyer.at

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Ich bezweifle, dass es diese Typen überhaupt gibt. Schreiben ist Kreativität, also auch Intuition. Immer. Der Unterschied zwischen den Extremtypen, so sie existieren, besteht lediglich im Zeitpunkt. Auch akribisches Plotten ist ein intuitiver Prozess. Es hängt auch davon ab, was den Roman eigentlich vorantreibt, also ob es sich um einen Handlungsrahmen handelt, der eingehalten werden muss, oder ob es eher/mehr um Figuren und Thematiken geht. Das wiederum ist jedoch keine Frage der Arbeitsweise, sondern des grundsätzlichen Ansatzes, der nicht notwendigerweise ein handwerklicher ist.

 

Herzlich,

Tom

(Marginalplotter, aber trotzdem kein Bauchschreiber.)

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Nur der Vollständigkeit halber erwähnt: Stephen King schreibt vielleicht sehr intuitiv, aber dann kommt der zweite Schritt - eine sehr gründliche Überarbeitung, d.h. Überprüfung der Konstruktion, Umbau etc. Das ist meiner Meinung nach etwas, dass Planer/Plotter oft im ersten Schritt schon tun, andere eben erst später.

Aber ganz ohne? Schwierig.

 

LG

Christiane

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Warum mir eine Geschichte unter den Nägeln brennt? Muss mich das interessieren? Reicht es nicht, dass sie das tut? Was nützt es mir, die Hintergründe zu analysieren? Werde ich dadurch besser? Ich glaube nicht. Je mehr ich weiß, desto uninteressanter wird alles, denn das Wichtigste beim Schreiben ist die Neugier.

 

Man lernt viel über sich selbst, wenn man sich fragt, warum einen bestimmte Themen anspringen und man darüber nachdenkt, warum man gerade diese Geschichte schreiben möchte.

Aber das ist auch eine Entwicklung. Bei mir war es so, dass ich am Anfang auch drauflos geschrieben habe, wenn mir die Idee kam, die Geschichten sich aus sich selbst heraus entwickelt haben.

 

Je mehr Erfahrung ich jedoch sammelte, umso mehr hinterfragte ich auch das Grundthema, die Grundidee. Weil das weitere Facetten und Fragen eröffnet. Für mich wird eine Geschichte dadurch nicht langweiliger, sondern interessanter. Ich gehe noch mehr in die Tiefe - es wird von einer Geschichte nun zu einer eigenen Welt. Und das wiederum ist wichtig, wenn man Fortsetzungen schreibt. Lebt man in einer eigenen Welt, in der man nach immer neuen Facetten sucht, fliegen die Geschichten einem weiterhin zu. Wenn man nichts hinterfragt, hat man eine Geschichte geschrieben und u.U. das Pech, bei einer Fortsetzung im Nirgendwo hängen zu bleiben. Was besonders bitter ist, wenn man bereits einen Verlagsvertrag hat. Das kann man sich als Profi nicht leisten.

 

Gruß, Melanie

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Warum mir eine Geschichte unter den Nägeln brennt? Muss mich das interessieren? Reicht es nicht, dass sie das tut? Was nützt es mir, die Hintergründe zu analysieren? Werde ich dadurch besser? Ich glaube nicht.

 

Ich glaube, man merkt einem Text an, ob der Autor / die Autorin eine Haltung zu ihrer Geschichte hat. Oder eben einfach etwas "runtererzählen" will. Und die Haltung des Autors verleiht einer Geschichte Tiefe, bzw. sorgt dafür, dass die Geschichte ein "Anliegen" hat. Sich zu fragen, warum man eine Geschichte schreiben will, heißt, diese Haltung erforschen.

 

Außerdem: es wird der Tag kommen, das garantiere ich dir, da wird dich der erste Journalist / Moderator etc. fragen: Warum haben Sie diese Geschichte geschrieben? Was hat Sie an dieser Geschichte gereizt? Du willst nicht auf der Bühne stehen und antworten: "Naja, keine Ahnung. Ich hatte einfach Lust drauf. Punkt."

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Nur der Vollständigkeit halber erwähnt: Stephen King schreibt vielleicht sehr intuitiv, aber dann kommt der zweite Schritt - eine sehr gründliche Überarbeitung, d.h. Überprüfung der Konstruktion, Umbau etc. Das ist meiner Meinung nach etwas, dass Planer/Plotter oft im ersten Schritt schon tun, andere eben erst später.

Aber ganz ohne? Schwierig.

 

LG

Christiane

 

Das Ziel ist es, die Intuition soweit zu schulen, dass umfangreiche Überarbeitung nicht mehr nötig ist. :s17

Geht zumindest mir so, ich bin aber auch von Natur aus faul.

 

Ich habe nun noch nicht soo viel veröffentlicht, um ein genaues Muster ausmachen zu können, aber ein grobes Überblicken meiner geplotteten und un-geplotteten Romane ergibt, dass ich die geplotteten hinterher ausführlicher überarbeiten muss, während ich die ungeplotteten ausnahmslos nach einer Tippfehlerkontrolle ins Lektorat geschickt habe - wo sie ebenfalls weniger Aufwand verursachten, als ihre geplotten Schwesterchen.

 

Nun kann natürlich jemand kommen, der meine Romane kennt und sagen: Jenny, aber bei dir sieht man das Problem - im Mittelteil passiert ja wieder "nix" - der Teil ist zu kurz und der zu lang - und zu viel Nachdenken und Monolog und zu dies oder zu das ... aber Fakt ist ja, dass das eben mein Roman ist und ich den genau so haben wollte, sonst hätt ich ihn nämlich anders geschrieben, in die Tonne geworfen oder umgeschrieben.

 

Liebe Grüße

Jenny

 

PS: Nachteil am Ohneplot: Es kostet ziemlich viel Zeit, Leseproben zu schreiben, wenn man keinen Plot vorlegen kann, die Sache aber dennoch gerne an einen Verlag bringen möchte. Das braucht dann idR schon eine umfangreichere Leseprobe. (Dafür ist das Exposé schnell fertig.)

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Warum mir eine Geschichte unter den Nägeln brennt? Muss mich das interessieren? Reicht es nicht, dass sie das tut? Was nützt es mir, die Hintergründe zu analysieren? Werde ich dadurch besser? Ich glaube nicht.

 

Ich glaube, man merkt einem Text an, ob der Autor / die Autorin eine Haltung zu ihrer Geschichte hat. Oder eben einfach etwas "runtererzählen" will. Und die Haltung des Autors verleiht einer Geschichte Tiefe, bzw. sorgt dafür, dass die Geschichte ein "Anliegen" hat. Sich zu fragen, warum man eine Geschichte schreiben will, heißt, diese Haltung erforschen.

 

Außerdem: es wird der Tag kommen, das garantiere ich dir, da wird dich der erste Journalist / Moderator  etc. fragen: Warum haben Sie diese Geschichte geschrieben? Was hat Sie an dieser Geschichte gereizt? Du willst nicht auf der Bühne stehen und antworten: "Naja, keine Ahnung. Ich hatte einfach Lust drauf. Punkt."

 

Doch, klar, was sonst!

Ehrlich, ich habe zwei Bücher, zu denen ich eine ganz tiefe Verbindung habe; bei denen ich genau weiß, was sie für mich bedeuten. Sie sind nicht nur meine Sorgenkinder, weil sie nicht auch die Lieblinge meiner Leser sind, sie verursachen mir auch graue Haare, weil mich bei diesen beiden jede Kritik ganz schmerzlich trifft.

Sie sind so persönlich - eigentlich zu persönlich zum Veröffentlichen - und das liegt nicht zuletzt an den Fragen, die ich mir dazu gestellt habe und an den Antworten, die ich in mir drin gefunden habe.

Es spricht nichts dagegen, sich tiefsinnig mit seinen Geschichten zu beschäftigen. Aber es hat Risiken und Nebenwirkungen und man wird verletzlich. Vielleicht zu sehr.

 

Besser und professioneller geht es mir mit den Geschichten, die ich geschrieben habe, weil ich einfach Lust darauf hatte - Punkt.

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Das Thema - sind die Geschichten, die uns die naechsten sind, womoeglich weniger professionell? - finde ich hochinteressant (und davon habe ich mich, um ehrlich zu sein, gerade kalt erwischt gefuehlt, vor allem von "zu persoenlich zum Veroeffentlichen").

Koennen wir daraus eventuell einen neuen Thread machen?

Unten?

 

Herzlich,

Charlie

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 

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Fände ich gut, Charlie, ich hab da eh Redebedarf und wollte dir gerne eine Mail schreiben. Weiß aber noch nicht, wann ich dazu komme, denn *eigentlich* bin ich gerade wo anders :-X

Magst du eröffnen?

 

LG Jenny

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Ich habe nun noch nicht soo viel veröffentlicht' date=' um ein genaues Muster ausmachen zu können, aber ein grobes Überblicken meiner geplotteten und un-geplotteten Romane ergibt, dass ich die geplotteten hinterher ausführlicher überarbeiten muss, während ich die ungeplotteten ausnahmslos nach einer Tippfehlerkontrolle ins Lektorat geschickt habe - wo sie ebenfalls weniger Aufwand verursachten, als ihre geplotten Schwesterchen. [/quote']

Jennifer, das geht glaub ich vielen so, die besser intuitiv schreiben können. Die Plotter sagen immer: ABER dann musst du später soviel wegwerfen, was nicht passt und verlierst viel Zeit. Für einen Plotter stimmt das. Für jemand, der intuitiv schreibt, gilt das nicht.

 

Deshalb stimmt es auch nicht, dass man für Krimis vorher plotten müsse, weil der Plot so komplex und wichtig sei. Gibt geniale Krimischreiber, die nicht geplottet haben und dennoch komplexe Plots geschrieben haben. George Simenon, Tony Hillerman zB. Allerdings hat Simenon vorab die Figuren genauestens ausgearbeitet und sich in diese versetzt.

 

Tony Hillerman hat seine Methode mal im Writers Digest beschrieben. Er kam drauf, dass jemand ein silbernes Hutband hat und im Laden dazu einen Hut kaufen will, weil ihm jemand den Hut (aber nicht das Hutband!) gestohlen habe. Seltsam. Er hat es geschrieben, hatte aber keine Ahnung, was es mit der Geschichte zu tun haben könnte. Wenn sich später rausstellte, dass es nichts damit zu tun hatte, hätte er es gestrichen.

 

Später allerdings wurde es zu einem ganz wichtigen Detail. Ich glaube, bei dieser Vorgehensweise sät man Hinweise und Szenen, bei denen man noch nicht weiß, was daraus wachsen wird. Aber das Unterbewußtsein arbeitet daran - und irgendwann kommt es mit der Lösung daher. Wer so arbeiten kann, der muss später wenig streichen. Wer nicht, der wundert sich und hält es für unmöglich.

 

Bei Sachbüchern sollte man auch erst den Inhalt konzipieren, heißt es. Das gelingt mir bei meinen nur sehr begrenzt. Ich schreibe eine Struktur, die mir überhaupt nicht gefällt, passt alles nicht. Schreibe einzelne Kapitel, einzelne Stellen. Dadurch kommen oft ganz andere Ideen, Inhalte dazu, die mir entgangen wären, hätte ich nach Plan gearbeitet.

 

Irgendwann puzzle ich alles zusammen, die Struktur ist jetzt eine ganz andere. Aber streichen muss ich erstaunlich wenig. Ich denke, die Arbeitsmethode ist individuell einfach unterschiedlich und hängt auch sehr vom Projekt ab.

 

Ich hab mal ein Sachbuch über Buchhaltung mit dem PC geschrieben, da war die Planung vorab fertig. Aber das war ein fest umrissener Gegenstand, dessen Struktur vorgegeben war. Soll und Haben lässt der Phantasie nicht viel Spielraum ;-)

 

Jedenfalls glaube ich nicht, dass uns das Bild des Hausbaus weiterhilft. Ein Buch ist nun mal kein Haus und hat ganz andere Funktionen. Im Buch liebt der Leser Überraschungen im Keller, beim Hausbau ist der Besitzer über Wassereinbruch im Keller eher nicht erbaut ;-).

 

Herzliche Grüße, Hans Peter

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ich hab da eh Redebedarf und wollte dir gerne eine Mail schreiben. Weiß aber noch nicht' date=' wann ich dazu komme, denn *eigentlich* bin ich gerade wo anders  [/quote']

 

Das geht mir haargenauso. Seit einem Jahr und sich rapide verschlimmernd. Ich sollte staendig woanders sein, bin's aber nicht. Und denke, diese Sache hat weniger mit dem Thema Plotting zu tun als mit der Frage nach einem eventuellen Mangel an Distanz, die mich sehr beaengstigt.

 

Ich mach das, sobald ich's schaffe.

 

Herzlich,

Charlie

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 

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