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Michelle

Plotten

Empfohlene Beiträge

Hallo UlfSch,

 

Ganz besonders auch im HR, das heißt, wenn man unter anderem über historische Personen und Ereignisse schreibt. Denn auch das Fiktive muss sich korrekt um die Fakten ranken. Ohne Plotten nicht möglich. :)

 

Das ich meine Texte beim Schreiben entwickele, bedeutet ja nicht, dass ich nicht recherchiere oder auf meine Kenntnisse zurück greife.

 

Wenn ich einen Roman z.B. über England zu Zeiten Prinz Johns schreibe, werde ich vorher ausgiebig recherchieren und mir Notizen machen. Vielleicht habe ich sogar die Vorstellung bestimmte Ereignisse oder Personen zu verwenden- wenn das Teil der Grundidee ist.

Aber ich werde mit der ersten Szene beginnen und es wird sich daraus die nächste entwickeln.... und klar werde ich bestimmte Personen oder Ereignisse verwenden, aber ich werde mir erst in den Szenen vorher klar werden, wie ich das machen werde

Klar gibt es durch bestimmte Fakten oder historische Figuren Grenzen, aber das gehört beim HR halt dazu. (Ich finde das leichter, als wenn es keine Grenzen gibt).

 

Gruss

 

Thomas

"Als meine Augen alles // gesehen hatten // kehrten sie zurück // zur weißen Chrysantheme". Matsuo Basho

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Ich fürchte, dass ein Verbrecher, der ohne Plan in eine Bank schlendert, um den Tresor auszurauben, eine ziemliche Bauchlandung macht.  ;D

 

 

Was übrigens Forschungen zufolge ziemlich der REalität entspricht: das meiste sind Kurzschlusshandlungen (plötzliche Zahlungen, die man nicht hat) und die meisten Täter werden ziemlich schnell geschnappt.

 

:)

Autorin | Ein  Buch schreiben

Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher

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Hallo,

 

meine bescheidene Meinung dazu ist, dass es kein Richtig oder Falsch gibt.

 

Bei mir ist immer zuerst eine Figur da, die mich interessiert. Die entwickle ich anhand einer fiktiven Szene, die dann später meist gar keine Rolle mehr spielt. Dann darf meine Figur sich ein bisschen austoben und machen was sie will. Dabei kommen mir meist gute Ideen für eine Richtung, die die Geschichte gehen könnte. Das plotten mache ich dann quasi Szene für Szene - und auch nur im Kopf, das heißt, ich schreibe keinen Plottplan. So sind drei Bücher entstanden.

 

Sabine

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Frührer habe ich auch nie geplottet. Ich kannte den Anfang meiner Geschichte und meistens das Ende, der Rest hat sich beim Schreiben entwickelt. Wenn ich jetzt im Nachhinein meine alten Geschichten analysiere und nach Wendepunkten etc. suche, muss ich überrascht feststellen, dass sie tatsächlich welche haben. Ich denke, wer sich in seiner Freizeit viel mit Geschichten, seien es nun Bücher oder Filme, beschäftigt, lernt dort schon einiges. Mir hat es geholfen, diese Geschichten tatsächlich mal zu analysieren und zu schauen, wie sie aufgebaut sind. Mittlerweile plotte ich vorher. Das liegt zum einen daran, dass ich mit einer Lektorin zusammenarbeite, die gerne meine Idee haben möchte, bevor ich auch nur eine Zeile schreibe. Zum anderen arbeite ich gerade an meinem ersten Krimi. Und ich fürchte, wenn ich den nicht vorher durchgeplottet hätte, würde ich mich zwischen Motiven und Verdächtigen heillos verheddern. ;)

 

Also einfach mal ausprobieren. Es spricht ja auch nichts dagegen, erst einmal eine Szene zu schreiben, um in Stimmung zu kommen, und sich dann zu überlegen, was die Figuren so alles erleben können.

 

Viel Spaß und liebe Grüße,

Sandra

"Der verflixte 7. Mann" erscheint am 28. Juni 2017 bei Bastei Lübbe

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Mittlerweile plotte ich vorher. Das liegt zum einen daran, dass ich mit einer Lektorin zusammenarbeite, die gerne meine Idee haben möchte, bevor ich auch nur eine Zeile schreibe. Zum anderen arbeite ich gerade an meinem ersten Krimi. Und ich fürchte, wenn ich den nicht vorher durchgeplottet hätte, würde ich mich zwischen Motiven und Verdächtigen heillos verheddern. ;)

 

Also einfach mal ausprobieren. Es spricht ja auch nichts dagegen, erst einmal eine Szene zu schreiben, um in Stimmung zu kommen, und sich dann zu überlegen, was die Figuren so alles erleben können.

 

Vielleicht weil ich schon zu oft für die Schublade geschrieben habe, arbeite ich ein Exposé vorher aus, um das mit der Agentur abzustimmen, und das dann Verlagen angeboten werden kann. So habe ich zwei Bücher verkauft, nur mittels Exposé und Leseprobe. Allerdings muss ich zugeben, dass die Entwicklung eines verkaufsfähigen Exposés auch seine Zeit braucht. Von wegen hingesetzt und geschrieben! Am Ende des Entwicklungsprozesses schreibe ich gerne in das Buch hinein, nicht nur, weil eine Leseprobe dem Konzept beigelegt werden soll, sondern auch um zu sehen, wie sich die Figuren und das Setting anfühlen. Dabei kommt es zu Ergänzungen und Anpassungen des Konzepts. Ich sehe das Plotten als Iterationsprozess, Konzept und Schreiben befruchten sich gegenseitig, wobei die Grobstruktur aber erhalten bleiben sollte (vor allem, wenn man das Exposé verkauft hat, dann wird das Einhalten des Konzepts sogar Vertragsbestandteil).

 

Meine Erfahrungen halt.

Krimis, Liebe und Mehr.

www.ilonaschmidt.com

Translations, Lektorat & Exposé Coaching

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Ich war lange Zeit in Deutschland (also nicht zu Hause) und komme jetzt erst dazu, wieder richtig ins Forum zu schauen. In Deutschland hatte ich wenig Gelegenheit, vor einem Computer zu sitzen, weil so viel anderes zu tun war.

 

Ich fürchte' date=' dass ein Verbrecher, der ohne Plan in eine Bank schlendert, um den Tresor auszurauben, eine ziemliche Bauchlandung macht.  ;D[/quote']

Wer weiß? Könnte auch eine ganz lustige Geschichte werden. Verbrecher geht in die Bank, steht da eine ganze Weile unschlüssig rum. Wird dann irgendwann gefragt, ob man ihm irgendwie helfen könne.

"Ja, wissen Sie, eigentlich wollte ich den Tresor ausrauben, aber ich habe noch keinen Plan."

Hilfsbereiter Bankangestellter, der das Ganze für einen Scherz hält, lacht und meint, dann müsse er vielleicht Geiseln nehmen.

"Gute Idee. Wollen Sie meine Geisel sein?"

"Ähm ... finden Sie nicht, dass der Scherz jetzt etwas zu weit geht?"

 

Die Geschichte geht dann so weiter, dass der freundliche Verbrecher den Bankangestellten mit nachdrücklicher Freundlichkeit zu seiner Geisel und zu seinem Berater macht, was bei einem perfekten Banküberfall zu tun sei. Wie die Geschichte danach weitergeht, ergibt das Bauchgefühl  ;D

 

Gruß, Melanie

;D ;D ;D Die Idee würde ich am liebsten klauen, Melanie. Wie wundervoll! Daraus könnte man eine tolle Geschichte machen.  :s15

 

Gleichzeitig ist das auch eine Bestätigung dafür, was Friedrich Ani hier über den Plot als "Garnitur" sagt:

Figuren sind wichtiger als Plot. Gedanken und Erkenntnisse sind wichtiger als Plot. Empfindungen und seelische Verstrickungen sind wichtiger als Plot. Plot ist Petersilie.

(Danke für den Link, Marc: (Link ungültig))

 

Für den Papierkram hab ich noch keine praktikable Lösung gefunden - abtippen freut mich nicht. Vielleicht nehme ich das nächste Mal Karteikarten und montiere sie in der richtigen Reihenfolge an eine Schnur ...

Wäre da nicht so ein Programm wie "Scrivener" nützlich? Allein schon die Vorstellung, das alles mit Papier zu machen, treibt mir Schauer des Grauens über den Rücken. ;) Ich mache alles am Computer, da kann ich verschieben, wie ich will. Was ich allerdings selten tue. Ich schreibe es so, dass ich zum Schluss nicht viel verschieben muss oder kann. Es stimmt dann entweder alles oder es stimmt nicht.

 

Wenn es nicht stimmt, dann kann ich das ganze Buch wegwerfen bzw. bleibe schon mittendrin hängen. Wenn es stimmt, brauche ich nicht mehr viel zu tun, sobald ich ENDE darunter geschrieben habe. Überarbeiten tue ich eigentlich kaum, nur direkt beim Schreiben. Wenn ich das lese, was ich am Tag zuvor geschrieben habe, korrigiere ich Kleinigkeiten, Tippfehler, Ausdrücke, streiche Wiederholungen.

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Für manche Leute ist Plotten auch nichts. Die müssen erst mal alles hinschreiben' date=' was ihnen durch den Kopf geht, und sich dann überlegen, wie sie eine sinnvolle Geschichte daraus machen. Weil sich die Figuren erst beim Schreiben entwickeln. Weil … ach, tausend Gründe. Kein Autor ist wie der andere. Diese Vorgehensweis nennt man bisweilen "organic writing", und der Witz dabei ist, dass man – eben [i']hinterher[/i] plottet …  ;)

 

Und viel weglassen muss von dem, was man geschrieben hat, natürlich.

Das ist finde ich eine merkwürdige Auffassung. Wieso sollte man alles hinschreiben, was einem durch den Kopf geht, wenn man nicht plottet? Das wäre Brainstorming, aber doch nicht "Schreiben ohne vorher zu plotten". Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.

 

Ich schreibe doch nicht erst alles hin und überlege hinterher, wie ich eine sinnvolle Geschichte daraus machen kann. Ich schreibe nur das hin, was eine sinnvolle Geschichte ergibt. Ist das nicht logisch?

 

Weglassen musste ich deshalb auch noch nie viel. Das tue ich, bevor ich die Dinge aufschreibe.

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[ Ich schreibe nur das hin, was eine sinnvolle Geschichte ergibt. Ist das nicht logisch?

 

Weglassen musste ich deshalb auch noch nie viel. Das tue ich, bevor ich die Dinge aufschreibe.

 

Ich schreibe auch nur das hin, was mir sinnvoll erscheint. Ob ich damit eine richtige Linie entworfen habe, zeigt sich hin und wieder erst ein paar Szenen später ... und ich muss dann entsprechend ändern. Ist vollkommen normal.

 

Brunhilde

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Ich glaube' date=' die Heldenreise ist eine natürlich Erzählstruktur, die unserem menschlichen Naturell sehr entgegen kommt. Natürlich kann man es auch ganz anders machen, aber falsch liegt man mit der Heldenreise jedenfalls nicht. [/quote']

Auf jeden Fall. :) Ich habe nur immer ein bisschen Probleme mit der Anwendung all dieser Prinzipien auf Liebesgeschichten. Wenn man historische Romane schreibt, Aktionfilme, Thriller, Krimis ... da ist das alles ganz einfach. Aber wenn man Liebesgeschichten schreibt, steht man plötzlich vor dem Problem, etwas Alltägliches interessant zu gestalten. Ich kann meine Heldin im Liebesroman nicht ständig die Welt retten lassen oder blutige Gemetzel veranstalten oder sonst etwas. Das läuft alles unsichtbar ab, im Inneren.

 

Dort sollte natürlich eine Entwicklung stattfinden, aber ohne die Unterstützung vieler äußerlicher Ereignisse finde ich das wesentlich schwieriger als mit beispielsweise einem Krieg oder irgendwelchen gesellschaftlichen Standesunterschieden, die so ganz von selbst viele Probleme produzieren, die wir heute gar nicht mehr haben.

 

Was kann beispielsweise der Status einer jungen Frau als Jungfrau heute noch bedeuten? Früher war es von großer Bedeutung, heute ruft das nicht mal mehr ein Schulterzucken hervor. Es gibt ganze Romane, die sich nur darum drehen, dass eine Frau keine Jungfrau mehr ist, aber dennoch heiraten möchte, dass sie eventuell ein Kind verstecken muss, von dem keiner wissen darf usw.

 

Vielleicht sollte ich meine Romane doch in früheren Zeiten spielen lassen, da gab es so viele nette Probleme, aus denen man etwas machen kann. ;) Was ist heutzutage noch ein Problem, das zwei Liebende einen ganzen Roman voneinander fernhält? Kaum etwas. Das würde alles sehr künstlich wirken.

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Ich schreibe auch nur das hin' date=' was mir sinnvoll erscheint. Ob ich damit eine richtige Linie entworfen habe, zeigt sich hin und wieder erst ein paar Szenen später ... und ich muss dann entsprechend ändern.[/quote']

Wieso zeigt es sich erst ein paar Szenen später, ob ich eine richtige Linie entworfen habe? Das weiß ich doch schon in dem Moment, wo ich es hinschreibe. Sonst wäre es wirklich eher Brainstorming, so eine Art "Try and Error". Ich probiere das mal aus, schreibe ein paar Szenen ... ach nee, war nichts, muss ich anders machen.

 

So könnte ich nicht schreiben. Ich muss in dem Moment, wo ich die Szene schreibe, wissen, dass es die richtige Linie ist und dass ich das später sicherlich nicht streichen muss. Sonst lohnt es sich nicht, das hinzuschreiben.

 

Zwar weiß ich nicht genau, wohin die Geschichte mich führt (außer natürlich, dass sie ein glückliches Ende haben muss), aber ich muss doch während des Schreibens wissen, warum ich das hinschreibe. Das ist doch nicht beliebig.

 

Eine Geschichte zu schreiben ist irgendwie wie sich mit Mathematik zu beschäftigen, eine Lösung für ein mathematisches Problem zu finden. Wenn man die Lösung schon kennen würde, würde sich kein Mensch mehr damit beschäftigen (außer die Kinder in der Schule, die die bekannte Lösung gelehrt bekommen). Man beschäftigt sich mit einem mathematischen Problem, weil man die Lösung nicht kennt, aber sie gern kennen würde. Genauso schreibe ich meine Geschichten, weil ich die Lösung nicht kenne, aber sie gern kennen würde.

 

Wenn ein Mathematiker oder eine Mathematikerin die Lösung gefunden hat, schreibt sie darunter: QED. Das ist dasselbe wie ENDE unter einen Roman. Damit ist die Sache erledigt, und man hat sein Ziel erreicht, Problem gelöst, auf zum nächsten Problem. Man überarbeitet die Lösung nicht tausendmal, um irgendetwas anders zu machen. Eine Lösung ist eine Lösung. Entweder ist sie richtig oder sie ist falsch.

 

Wenn sie falsch ist, muss ich natürlich noch mal von vorn anfangen. Das bedeutet, wenn ich ein Buch oder ein Drehbuch mehrmals überarbeiten muss, habe ich beim ersten Mal offensichtlich sehr viel falsch gemacht. Sonst müsste ich ja nicht überarbeiten. Dann hätte ich ja alles so hingeschrieben, wie es sein muss.

 

Mathematische Logik kennt nur eine richtige Antwort, und die muss man finden. Genau dasselbe suche ich für das Schreiben von Romanen.

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Ich schreibe auch nur das hin' date=' was mir sinnvoll erscheint. Ob ich damit eine richtige Linie entworfen habe, zeigt sich hin und wieder erst ein paar Szenen später ... und ich muss dann entsprechend ändern.[/quote']

Wieso zeigt es sich erst ein paar Szenen später, ob ich eine richtige Linie entworfen habe? Das weiß ich doch schon in dem Moment, wo ich es hinschreibe. Sonst wäre es wirklich eher Brainstorming, so eine Art "Try and Error". Ich probiere das mal aus, schreibe ein paar Szenen ... ach nee, war nichts, muss ich anders machen.

 

 

Mathematische Logik kennt nur eine richtige Antwort, und die muss man finden. Genau dasselbe suche ich für das Schreiben von Romanen.

 

In dem Moment, in dem ich schreibe, ist es für mich richtig. Es fühlt sich gut an, ich habe Spaß, genau diesen Text zu schreiben. Und natürlich passt es vom Gefühl her genau in den Verlauf der Story hinein. Für jemanden, der wenig plottet und wenig Figuren entwirft, ist es wie die Angel auszuwerfen. Du hast Spaß, den Köder zu befestigen, das Blei dranzumachen, zu werfen, die Pose zu beobachten und gespannt darauf warten, dass die Pose sinkt. Und? Beißt einer? Nein! Weil du erst jetzt merkst, dass der Köder nicht der richtige ist und schon gar nicht an diesem Platz.

Try and Error ist zum Teil richtig. Für mich ist es aber kein "mal eben ausprobieren", sondern es gehört zu meiner Arbeit dazu und ich schreibe ganz gerne so in einem wunderbaren Flow, der meine Geschichte lebendig macht.

Auch wenn ich den Fisch erst recht spät mit nach Hause bringe.

Nun gut, inzwischen musste ich lernen zu plotten. Und ich denke, ich kann das auch. Aber es macht mir keinen Spaß, anhand der Szenenfolge meine Geschichte zu schreiben. Das ist wie den Fisch im Laden kaufen ;D

 

Brunhilde

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Ich glaube' date=' die Heldenreise ist eine natürlich Erzählstruktur, die unserem menschlichen Naturell sehr entgegen kommt. Natürlich kann man es auch ganz anders machen, aber falsch liegt man mit der Heldenreise jedenfalls nicht. [/quote']

Auf jeden Fall. :) Ich habe nur immer ein bisschen Probleme mit der Anwendung all dieser Prinzipien auf Liebesgeschichten. Wenn man historische Romane schreibt, Aktionfilme, Thriller, Krimis ... da ist das alles ganz einfach. Aber wenn man Liebesgeschichten schreibt, steht man plötzlich vor dem Problem, etwas Alltägliches interessant zu gestalten. Ich kann meine Heldin im Liebesroman nicht ständig die Welt retten lassen oder blutige Gemetzel veranstalten oder sonst etwas. Das läuft alles unsichtbar ab, im Inneren.

 

Diese Heldenreise ist auch nicht wörtlich zu nehmen.

Im Krimi steigt der Held in die Welt des Bösen und kommt mit der Lösung des Falles, der Einsicht in das Böse/die böse Natur des Verbrechers o.ä. zurück.

 

Ähnliches gilt für jedes Genre, und da braucht man nicht eines als schwieriger zu sehen: der Held oder die Heldin begibt sich an einen - für sie oder ihn -dunklen, mysteriösen, unheimlichen, verschreckenden, angstmachenden (usw./o.ä.) Ort. Und kommt mit der ganz eigenen Lösung zurück = steigt wieder ans Licht.

 

LG

Anni

Autorin | Ein  Buch schreiben

Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher

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Was ist heutzutage noch ein Problem' date=' das zwei Liebende einen ganzen Roman voneinander fernhält? Kaum etwas. Das würde alles sehr künstlich wirken.[/quote']

 

Da fällt mir ein Haufen Dinge ein, die zB. in der Person liegen können - aber ich schreibe ja keine Liebesromane, also schweige ich. :)

Autorin | Ein  Buch schreiben

Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher

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Ich bezweifle, dass Liebesromane allgemein ohne äußere Ereignisse auskommen, bzw. es in Liebesromanen keine äußeren Ereignisse geben "darf". Konflikte können außerhalb oder innerhalb von Figuren liegen, ganz gleich in welchem Genre.

 

Damit möchte ich natürlich nicht herabsetzen, dass Michelle Liebesromane ohne äußere Ereignisse schreiben will. Das ist ein ziemlich anspruchsvolles Unterfangen und verlangt wahrscheinlich nach anderen Erzählstrukturen als der übliche Genreroman.

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Ich bezweifle, dass Liebesromane allgemein ohne äußere Ereignisse auskommen, bzw. es in Liebesromanen keine äußeren Ereignisse geben "darf". Konflikte können außerhalb oder innerhalb von Figuren liegen, ganz gleich in welchem Genre.

 

Damit möchte ich natürlich nicht herabsetzen, dass Michelle Liebesromane ohne äußere Ereignisse schreiben will. Das ist ein ziemlich anspruchsvolles Unterfangen und verlangt wahrscheinlich nach anderen Erzählstrukturen als der übliche Genreroman.

 

 

Ich denke "Pretty Woman" ist ein gutes Beispiel für eine Liebesgeschichte, die aus sich heraus funktioniert und sie ist eindeutig eine "Heldenreise", so wie alle Geschichten.

Ich bin überzeugt davon, dass es auch heute möglich ist, eine so großartige Liebesgeschichte zu schreiben, man muss nur die Nase im Wind haben und sich fragen: Was ist heute das Problem mit der Liebe? Welche Heldenreise müssen meine Figruen heute machen? Das ist zugebenermaßen sehr schwer, und wenn ich ein Rezept dafür hätte, wär ich Millionär.  :s04

 

LG

Martin

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www.martinconrath.de

Jede Art des Schreibens ist erlaubt - nur nicht die langweilige (Voltaire)

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Ich denke "Pretty Woman" ist ein gutes Beispiel für eine Liebesgeschichte' date=' die aus sich heraus funktioniert[/quote']

 

"Pretty Woman" benötigt viele Anstöße von außen (das Hotelpersonal, die arroganten Verkäuferinnen, den netten, alten Unternehmensbesitzer, den fiesen Partner von Edward) und viele Anlässe in der Öffentlichkeit (das unvergessliche Schneckenessen, das Pferderennen, usw usf.), damit sich im Binnenverhältnis der Figuren etwas tut und Edward begreift, dass er nicht mit Geld und Macht wahre Zuneigung erkaufen kann.

Die äußeren Anlässe und die inneren Defizite und Motivationen sind sehr gut ausbalanciert, finde ich. Aber wenn man sich mit seinen Defiziten gut eingerichtet hat in seinem Alltag, benötigt es meist den Impuls von außen, um eine innere Entwicklung in Gang zu setzen.

 

Schöne Grüße,

 

Holger

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Ich habe nur immer ein bisschen Probleme mit der Anwendung all dieser Prinzipien auf Liebesgeschichten. Wenn man historische Romane schreibt, Aktionfilme, Thriller, Krimis ... da ist das alles ganz einfach. Aber wenn man Liebesgeschichten schreibt, steht man plötzlich vor dem Problem, etwas Alltägliches interessant zu gestalten. Ich kann meine Heldin im Liebesroman nicht ständig die Welt retten lassen oder blutige Gemetzel veranstalten oder sonst etwas. Das läuft alles unsichtbar ab, im Inneren.

 

Ich verstehe dein Problem nicht - du schreibst doch keine Liebesgeschichten im luftleeren Raum. Du schreibst (und hast dafür ja deinen Verlagsvertrag bekommen, wenn ich das richtig verstanden habe), atmosphärische Liebesgeschichten vor exotischer Kulisse (für uns in Deutschland Lebende - für dich ist Namibia ja die Heimat).

Eine Handlung muss es natürlich geben. Wenn die einzige Handlung ist: Mann und Frau lernen sich kennen, verlieben sich und heiraten, ist das kein Roman, sondern ein natürlicher Vorgang, der immer wieder geschieht. Ein Roman braucht hingegen einen Konflikt - der kann im Äußeren liegen: Man steht auf verschiedenen Seiten, hat andere politische Überzeugungen, will Tiere auf unterschiedlich radikale Weise vor Wilderern schützen, hat eine blöde Schwiegermutter oder sonstige Konflikte.

 

Wenn du das alles nicht hast, brauchst du eigentlich gar keinen Liebesroman zu schreiben, sondern dann genügt eigentlich der Text einer Hochzeitsanzeige - weil ja nichts weiter passiert ist.

 

Leser wollen in Romanen etwas erleben, das ihnen nicht jeden Tag selbst passiert - aber sie wollen auch bekannte Elemente finden. Im HR oder Thriller oder Fantasy sind die bekannten Elemente die zwischenmenschlichen Beziehungen bzw. die menschlichen Reaktionen auf bestimmte Situationen, die in allen Zeiten gültig sind - also Angst, Mut, Selbstüberwindung, Feigheit etc.

 

Im Liebesroman gibt es das gleiche. Es ist ein Irrtum, zu glauben, der würde sich nur mit der Liebe befassen - er befasst sich immer mit dem Weg zur Erfüllung - über Hindernisse. Gibt es keine, gibt es nur eine Hochzeitsanzeige oder vielleicht Kurzgeschichte.

 

Und damit die Leser bei der Stange gehalten werden, brauchen sie auch etwas Interessantes, das vom normalen Leben ablenkt - Verbrechen im Krimi, historisches Geschehen im HR, fantastische Elemente in der Fantasy und Konflikte - innerlich oder äußerlich, am besten beides - im LiRo.

 

Wenn du dir darüber vorher keine Gedanken machst, kann es dir leicht passieren, dass du stecken bleibst und eine Schreibblockkade bekommst.

 

Gruß, Melanie

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Liebe Michelle,

 

hier ist ja schon alles genannt worden, was es gibt. Ich arbeite oft mit der Schneeflockenmethode.

 

Aber: Ich bin trotzdem ein reiner Bauchschreiber. Mein Plot steht grob, wenig detailliert und reicht jeweils gerade für den Pitch. Bei den ersten sechs Büchern habe ich mir wirklich Mühe gegeben, vorher zu plotten. Ab Buch sieben habe ich mich mehr auf die emotionale Entwicklung meiner Figuren verlegt, und das funktioniert für mich sehr gut. Beim Plotten verknotet irgendwie mein Gehirn. Aber wenn ich meine Figuren durchleuchtet habe, ihr Handeln immer authentisch ist und sich Verhalten aus ihrer Vergangenheit ergibt, klappt es auch ohne die durchgeplanten Geschichte. Zwar vermutlich mit mehr Bearbeitungsdurchgängen nach Fertigstellung, aber das plane ich ein. Liebe, Konflikte und Katastrophen können sich auch beim Schreiben ergeben.

 

Liebe Grüße

Kris

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Ich denke nach wie vor (da ich beides praktiziert habe), dass Bauchschreiber auch plotten, aber anders - sie plotten und schreiben dann sofort als Geschichte auf, was sie geplottet haben. Da sie mitten im Plotprozess bereits schreiben, ist der Aufwand der Überarbeitung oft größer (muss aber nicht sein - hängt von der Routine des Autors ab).

Im Übrigen ändern auch "Plotter" ihre Geschichten ab und an während des Schreibens ab und entdecken ganz neue Figuren oder Lösungswege. Bei mir hat sich noch nie ein Roman vollständig mit dem ursprünglichen Plot gedeckt - da ändert sich immer etwas während des Schreibens.

Der Vorteil ist aber der, dass ich ein Gerüst habe und schneller merke, wenn ich mich verfranse. Beim Bauchschreiben (bzw. Spontanplotten, wie ich es nennen würde) ist die Gefahr groß, dass man dann schon mal 50 Seiten in die Tonne treten kann, weil man sich in eine falsche Richtung vergaloppiert hat. Oder man stellt fest, dass die Ursprungsidee keinen ganzen Roman trägt und muss dann improvisieren - was bei einem Abgabetermindruck problematisch werden könnte.

 

Gruß, Melanie

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Auf die Gefahr, dass das schon gesagt wurde: Man kann viel aus Filmen lernen (und es viel rascher als mit Büchern). Schau Dir Filme an, die Du magst und spannend findest, notiere Dir die Plots anschließend stichpunktartig und vergleiche sie. Analysiere die Wendepunkt, die Figuren etc. Daraus kann man, wie ich finde, viel lernen.

 

Viel Erfolg

 

Eva

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Ich glaube' date=' die Heldenreise ist eine natürlich Erzählstruktur, die unserem menschlichen Naturell sehr entgegen kommt. Natürlich kann man es auch ganz anders machen, aber falsch liegt man mit der Heldenreise jedenfalls nicht. [/quote']

Auf jeden Fall. :) Ich habe nur immer ein bisschen Probleme mit der Anwendung all dieser Prinzipien auf Liebesgeschichten. Wenn man historische Romane schreibt, Aktionfilme, Thriller, Krimis ... da ist das alles ganz einfach. Aber wenn man Liebesgeschichten schreibt, steht man plötzlich vor dem Problem, etwas Alltägliches interessant zu gestalten. Ich kann meine Heldin im Liebesroman nicht ständig die Welt retten lassen oder blutige Gemetzel veranstalten oder sonst etwas. Das läuft alles unsichtbar ab, im Inneren.

 

Dort sollte natürlich eine Entwicklung stattfinden, aber ohne die Unterstützung vieler äußerlicher Ereignisse finde ich das wesentlich schwieriger als mit beispielsweise einem Krieg oder irgendwelchen gesellschaftlichen Standesunterschieden, die so ganz von selbst viele Probleme produzieren, die wir heute gar nicht mehr haben.

 

Was kann beispielsweise der Status einer jungen Frau als Jungfrau heute noch bedeuten? Früher war es von großer Bedeutung, heute ruft das nicht mal mehr ein Schulterzucken hervor. Es gibt ganze Romane, die sich nur darum drehen, dass eine Frau keine Jungfrau mehr ist, aber dennoch heiraten möchte, dass sie eventuell ein Kind verstecken muss, von dem keiner wissen darf usw.

 

Vielleicht sollte ich meine Romane doch in früheren Zeiten spielen lassen, da gab es so viele nette Probleme, aus denen man etwas machen kann. ;) Was ist heutzutage noch ein Problem, das zwei Liebende einen ganzen Roman voneinander fernhält? Kaum etwas. Das würde alles sehr künstlich wirken.

 

Es muss ja nicht immer gleich die ganze (Roman)Welt in Flammen stehen, um glaubwürdige und spannende Konflikte zu erzeugen. Heute ist es nicht mehr wichtig, jungfräulich in die Ehe zu gehen, aber moderne Beziehungen stehen vielen Problemen gegenüber, sowohl innerlich als äußerlich motivierten. Und die kann man ja ruhig ein bisschen larger than life anlegen.

 

Mir fallen ein: Selbstverwirklichung, Karriereplanung, Kinderwunsch, Patchworkfamilien, eifersüchtige Expartner/Kinder, Jobs im Ausland, binationale Partnerschaften, Bindungsangst, mangelndes Verantwortungsgefühl, emotionale Unreife – und da gibt es sicher noch viel mehr.

 

Wichtig finde ich (nicht nur beim Liebesroman), dass sich der Konflikt der Hauptfiguren in den Nebenhandlungen und -figuren widerspiegelt. In (wie ich finde) guten Romanen untersucht der Autor sein Thema von mehreren Seiten, zeigt Scheitern und Gelingen, testet seine Frage (oder von mir aus "Prämisse") an verschiedenen Konstellationen und Situationen aus.

Protagonisten existieren ja nicht im luftleeren Raum, sondern sind in ihrer Romanwelt von etlichen anderen Personen umgeben und mit ihnen verbunden. Wenn man diesen Verbindungen nachspürt, kann ein Roman eigentlich gar nicht langweilig werden.

 

Ich mag den Begriff "Thema" – wenn ich mit einer Geschichte beginne, ist es mir oft noch nicht klar, aber während dem Plotten zeigt es sich früher oder später, worum es in der Geschichte eigentlich geht. Das finde ich für mein Schreiben hundert Mal wichtiger als irgendwelche Plotmodelle.

 

Ich glaube, dazu möchte ich mal einen Thread öffnen, wenn ich mehr Zeit habe.

 

Viele Grüße,

 

Mascha

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Weitere Hinderungsgründe: Inzest, Krankheiten (AIDS, Erbkrankheiten, die die Kinder betreffen würden - wie Huntingten o.ä.), Liebe innerhalb der Patchworkfamilie (Kind verliebt sich in Adoptivbruder/vater u.ä.), unterschiedliche Religionen, Altersunterschied (ein Partner ist vielleicht noch minderjährig), also - da fällt einem doch eine ganze Menge ein ;) ;)

 

LG Ulrike

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Romane werden erst durch Konflikt interessant. Und der Konflikt sollte nicht "er/sie liebt mich ... liebt mich nicht" sein, denn das alleine wird über 500 Seiten ziemlich langweilig. Also wird ein Konflikt zwangsläufig von außen kommen müssen. Er sollte die Liebe belasten. Und daran kann sie wachsen oder zerbrechen. Aber die Spannung entsteht durch den Konflikt/Konflikte.

 

Konflikte können eine Gefahr für Leib und Leben sein, oder es sind moralische, kulturelle und Wertekonflikte. Besonders gut, wenn die Konflikte die Protagonisten zwingen, eine schwierige Entscheidung zu treffen (Gewissenskonflikte). In den meisten Fällen aber entstehen solche Konflikte außerhalb der einfachen Liebesbeziehung. Sie zwingen aber die Figuren, zu kämpfen oder sich zu entscheiden, besonders wenn die Konsequenzen solcher Entscheidungen tödlich sein können (tödlich für das Leben oder für die Liebe).

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Gut, dass meine Romane üblicherweise keine 500 Seiten haben. Da hätte ich echt Probleme, die allein mit Liebe zu füllen. ;) Das reduziert auch die Möglichkeiten für Nebenhandlungen und Nebenfiguren, denn dafür braucht man auch ein paar Seiten mehr. Somit dreht sich fast alles also um die Hauptfiguren. Der Konflikt (viel mehr als einen kriegt man in 250 Seiten auch nicht unter) muss ganz stark mit den beiden Protagonisten zu tun haben. Und das bei Millionen von Liebesromanen, die schon geschrieben worden sind und in denen das alles schon fast genauso oft verwendet wurde.

 

Aber gerade kürzlich wieder las ich in einem Schreibratgeber, dass man durchaus auch Soap Operas als Vorbilder nicht verachten sollte, die immer wieder die merkwürdigsten Wendungen hervorbringen. Leute sterben, tauchen wieder auf, sehen völlig anders aus (weil der Schauspieler gewechselt hat), aber das kriegen die Soap-Opera-Schreiber alles hin. Und die Leute lieben es und sehen sich das immer weiter an. Vielleicht ist es besser, mit einem nicht so hohen Anspruch an die Dinge heranzugehen. Die meisten Leute meinen ja ohnehin, dass Liebesromane nicht anspruchsvoll sind. Aber ich möchte das nicht gern bestätigen.

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Warum dürfen deine Bücher nicht mehr als 250 Seiten haben?

Und wo steht geschrieben, dass man nur einen Konflikt in 250 Seiten lösen kann?

 

Soap Operas sind übrigens kein gutes Beispiel für mangelnde Handlungsstränge und Konflikte. In Soaps wimmelt es von Handlungssträngen und Konflikten - und die kriegen das alles immer wieder mit interessantem Cliffhanger auf 20-30 min präsentiert. Das ist schon ziemlich geschickt gemacht, wenn es sich um Soaps mit einer großen Fangemeinde handelt, die über Jahre laufen.

 

Für mich stellt sich bei deinen Postings immer mehr die Frage nach deinem Motiv.

Warum willst du genau diese Geschichte schreiben?

Was willst du eigentlich erzählen?

Was sollen die Leser letztlich mitnehmen?

Wer soll deine Geschichte lesen und dann was dabei empfinden?

 

Das sind entscheidende Fragen, die sich jeder Autor meist längst im Unterbewusstsein beantwortet hat, ehe er loslegt. Was ist dein Motiv?

 

Gruß, Melanie

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