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Michelle

Plotten

Empfohlene Beiträge

Plotten kann ganz nützlich sein, wenn erst nach dem Verkauf des Konzepts das MS fertigstellen, oder wenn man Figuren, Setting auf ein bestimmtes Thema abstimmen will.

 

Ich bin eigentlich ein Bauchschreiber, aber es ist einfacher, nach einem Plot/Grobgerüst zu schreiben. Für mich jedenfalls. Vor allem hasse ich das nachträgliche Schreiben eines Exposés.  ;D

Krimis, Liebe und Mehr.

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Translations, Lektorat & Exposé Coaching

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Ich bin eine - vermutlich klassische - Mischform von Bauch- und Kopfschreiberin.

 

Ich plane gern, plage mich aber mitunter, wenn es nicht so flutscht, wie es sollte.

 

Ich bin aber davon überzeugt, dass Spannung zu einem gut Teil von gutem Plotten abhängt. Und zwar nicht nur in der Spannungsliteratur. Nur wenn ich vorher den Weg kenne, kann ich Hinweise streuen, Verdachtsmomente (bei Krimi), Andeutungen (kriegen sie sich oder nicht in Liebessachen) etc. Wenn mir das erst während des Schreibens einfiele, fehlt sie Übersicht, wo diese Info am besten aufgehoben ist - die Einfügungen in eine Rohfassung zB. erschienen mir zufällig.

 

Deshalb plotte ich - erst wild & fröhlich, weil die Ideen neu sind.

Dann mit Zähneknirschen, weil ich Logikbrüche finde und diese Dinge anders lösen muss. Dann spaziere ich ständig in Gedanken an diesen Punkt herum, halte der Kassiererin die falsche Karte hin, kaufe Blödsinn und stimme meinem Freund in allem zu, ohne hinzuhören.

 

Aber irgendwann habe ich die Lösung.

 

Und dann ergänze ich und schiebe herum und so, das meiste handschriftlich, weil ich gemerkt habe, dass ich am Bildschirm für sowas zu blockiert bin.

 

Wenn ich einmal mit der Szenenfolge durch bin ohne weitere Logikbrüche, kann ich ans Werk gehen. (Dh. übrigens nicht, dass ich nicht einzelne Szenen zwischendurch schreibe ... Mischtpy eben!!!)

 

Für den Papierkram hab ich noch keine praktikable Lösung gefunden - abtippen freut mich nicht. Vielleicht nehme ich das nächste Mal Karteikarten und montiere sie in der richtigen Reihenfolge an eine Schnur ...

 

LG

Anni

Autorin | Ein  Buch schreiben

Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher

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Ich glaube sowieso, dass es nur die Mischung zwischen Kopf und Bauch geben KANN. Das liegt in der Natur, in der Funktionsweise unseres Gehirnes.

 

Die Frage ist, wie bereits mehrfach gesagt, wie viel ich technisch strukturiere und organisiere mit zehn Schreibprogrammen und fünf vernetzten Computern, 1000 Kärtchen, 3-Akter, 5-Akter, 12-Akter, Heldenreise, Aufschreiben auf Papier oder Einmeißeln in Stein und hundert anderen Techniken.

 

Ich persönlich plotte und plane auführlich, um dann die Geschichte beim Schreiben von den Figuren vor mir herzutreiben zu lassen.

 

Frohes Schaffen

Martin

_________________________________________________

www.martinconrath.de

Jede Art des Schreibens ist erlaubt - nur nicht die langweilige (Voltaire)

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Hallo zusammen,

 

ich glaube längst nicht mehr, dass es zwei große Richtungen wie Bauch- und Kopfschreibern gibt.

 

Die eine Gruppe braucht eine ausführliche Karte mit vielen Wegpunkten, um an ihrem Ziel anzukommen. Dabei ist die Karte aber nicht im eigentlichen Sinne eine Beschränkung, weil sie dem Weg einen Rahmen vorgibt, sondern eine Befreiung. So sind viele Entscheidungen längst getroffen und der eigentliche Roman, der längst in der Planungsphase entstanden ist, kann nun anhand des Rahmens frei gefüllt werden. (Weshalb z.B. viele Dichter gerne ein Sonett verwenden- Freiheit innerhalb eines festen Rahmens). Das bedeutet aber nicht, dass nicht abgewichen werden kann. Es kann, wenn es zum Rahmen passt oder der Rahmen wird halt geändert.

 

Die andere Gruppe hat einen Start- und meistens auch einen Zielpunkt, sowie einen Kompass. Die fehlende Karte ist nur dann ein Nachteil, wenn der Gehende sich von seinem Weg abbringen lässt- oder sich zu strikt an den direkten Weg hält.

Die fehlende Wegstrecke ist ebenfalls eine Befreiung, weil der Roman eben nicht in der Planungsphase entsteht, sondern sich beim Schreiben entwickelt. So entstehen die folgenden Kapitel eben stark aus der eigentliche Handlung der geschriebenen Textteile.

 

Den fertigen Romanen sieht man nicht an, wie sie entstanden sind- weil letztlich die gleiche Menge und Zeit an Planung verwendet wird. Der erste Weg ist klarer, weil hier weit mehr vorgegeben wird, der zweite Weg beinhaltet, dass der Autor auch mal in eine falsche Richtung schreibt, mehr korrigieren oder verwerfen muss. Mit der Qualität des Textes hat das nur am Rande zu tun.

 

Ich persönlich gehe davon aus, dass dies Entscheidung zwischen den Formen viel mit persönlichen Erfahrungen bei der Kreativität zu tun hat.

 

Ich brauche beim Schreiben die Freiheit viele Dinge umwerfen zu können, weil ich kein Interesse habe ein Buch zu schreiben, dass ich komplett durchgeplant habe. Ich entdecke meine Geschichte beim Schreiben und suche mir dabei den Weg zu meinem Ziel. Den Kompass verliere ich längst nicht mehr aus den Augen. Aber ich habe das Gefühl viel dichter an Geschichte und Figuren dran zu sein- und das brauche ich !! für mein Schreiben.

 

Gruss

 

Thomas

"Als meine Augen alles // gesehen hatten // kehrten sie zurück // zur weißen Chrysantheme". Matsuo Basho

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Mag ja alles sein, Thomas. Aber wer einen Krimi oder einen Thriller schreibt, der muss vorher das Verbrechen planen oder beliebig eben auch die Bedrohung der Welt.

 

Und das geht nun mal nicht ohne Plot. (Abweichungen beim Schreiben sind immer erlaubt.)

 

Ich fürchte, dass ein Verbrecher, der ohne Plan in eine Bank schlendert, um den Tresor auszurauben, eine ziemliche Bauchlandung macht. ;D

 

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Ich fürchte' date=' dass ein Verbrecher, der ohne Plan in eine Bank schlendert, um den Tresor auszurauben, eine ziemliche Bauchlandung macht.  ;D[/quote']

 

Wer weiß? Könnte auch eine ganz lustige Geschichte werden. Verbrecher geht in die Bank, steht da eine ganze Weile unschlüssig rum. Wird dann irgendwann gefragt, ob man ihm irgendwie helfen könne.

"Ja, wissen Sie, eigentlich wollte ich den Tresor ausrauben, aber ich habe noch keinen Plan."

Hilfsbereiter Bankangestellter, der das Ganze für einen Scherz hält, lacht und meint, dann müsse er vielleicht Geiseln nehmen.

"Gute Idee. Wollen Sie meine Geisel sein?"

"Ähm ... finden Sie nicht, dass der Scherz jetzt etwas zu weit geht?"

 

Die Geschichte geht dann so weiter, dass der freundliche Verbrecher den Bankangestellten mit nachdrücklicher Freundlichkeit zu seiner Geisel und zu seinem Berater macht, was bei einem perfekten Banküberfall zu tun sei. Wie die Geschichte danach weitergeht, ergibt das Bauchgefühl ;D

 

Gruß, Melanie

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Mag ja alles sein, Thomas. Aber wer einen Krimi oder einen Thriller schreibt, der muss vorher das Verbrechen planen oder beliebig eben auch die Bedrohung der Welt.

 

Und das geht nun mal nicht ohne Plot. (Abweichungen beim Schreiben sind immer erlaubt.)

 

Ich fürchte, dass ein Verbrecher, der ohne Plan in eine Bank schlendert, um den Tresor auszurauben, eine ziemliche Bauchlandung macht.  ;D

 

Andrea

 

 

Ganz besonders auch im HR, das heißt, wenn man unter anderem über historische Personen und Ereignisse schreibt. Denn auch das Fiktive muss sich korrekt um die Fakten ranken. Ohne Plotten nicht möglich. :)

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Mag ja alles sein, Thomas. Aber wer einen Krimi oder einen Thriller schreibt, der muss vorher das Verbrechen planen oder beliebig eben auch die Bedrohung der Welt.

 

Und das geht nun mal nicht ohne Plot. (Abweichungen beim Schreiben sind immer erlaubt.)

 

Ich fürchte, dass ein Verbrecher, der ohne Plan in eine Bank schlendert, um den Tresor auszurauben, eine ziemliche Bauchlandung macht.  ;D

 

Andrea

 

 

"Plot ist Petersilie."

 

(Link ungültig)

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Darf man für sich selbst Werbung machen? "Der Plot, der (k)ein Irrgarten ist" aus dem Sieben Verlag.

 

Wenn nicht, dann halt nicht. :)

Krimis, Liebe und Mehr.

www.ilonaschmidt.com

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Hallo Andrea S.,

 

Mag ja alles sein, Thomas. Aber wer einen Krimi oder einen Thriller schreibt, der muss vorher das Verbrechen planen oder beliebig eben auch die Bedrohung der Welt.

 

Und das geht nun mal nicht ohne Plot. (Abweichungen beim Schreiben sind immer erlaubt.)

 

Das ich keinen Plot habe, bedeutet doch nicht, dass ich mir keine Gedanken um die Geschichte mache oder keine Ahnung habe, wie ich einen Plot schreibe würde.

 

Ich schreibe gerade einen Thriller und habe mir natürlich Gedanken gemacht. Ich startete mit einer Idee für die Hauptfigur, habe mir eine dunkle Bedrohung gesucht und die Grundidee entwickelt.

Ausgehend von einer Idee für den Anfang habe ich dann beim Schreiben der nächsten Kapitel weitere Figuren und Konstellationen entwickelt.

 

Wie geht`s weiter: Bei Thrillern gibt es eine Bandbreite an Möglichkeiten, wie eine Figur sich gegen die dunkle Bedrohung stellt, wie sie wachsen muss, welche Möglichkeiten (z.B. auch nach der Heldenreise), die ich einsetzen kann, um den Roman voran zu bringen. Das muss ich nicht vorher planen- im Prinzip ist es viel leichter als bei Romanen, die über einen freieren Aufbau verfügen.

 

Gruss

 

Thomas

"Als meine Augen alles // gesehen hatten // kehrten sie zurück // zur weißen Chrysantheme". Matsuo Basho

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Vielleicht ist gerade meine Unwilligkeit zu plotten der Grund dafür' date=' dass ich bis jetzt - im Gegensatz z.B. zu Ulf und Andreas - noch nicht den Durchbruch geschafft habe. Es sind dabei zwar so ca. 20 Romane rausgekommen, aber anscheinend und evtl. sind sie einfach nicht gut genug. Und wären besser, wenn ich sie geplottet hätte, jede Menge Schreibratgeber gelesen hätte und überhaupt etwas weniger aus dem Bauch heraus die Sache angehen würde. [/quote']

 

Halt, halt, halt.

 

Erstens hängt der "Durchbruch" nicht davon ab, wie gut Deine Bücher sind, sondern davon, wie vielen sie gefallen, was zwei völlig unterschiedliche Dinge sind.

 

Zweitens gibt es selbstredend auch erfolgreiche Bauchschreiber. Diana Gabaldon z.B. sagt von sich, dass sie immer damit anfängt, eine Szene zu schreiben, ohne die leiseste Ahnung, ob diese sich später vorne im Buch, in der Mitte oder am Schluss befinden wird – oder im Papierkorb! Und sie hat allein in Deutschland rund 3,5 Millionen Bücher verkauft.

 

Und natürlich ist man nicht entweder reiner Bauchschreiber oder reiner Plotter, sondern irgendwo dazwischen, eine Mischung aus beidem.

 

(Ein Beispiel für einen ziemlich extremen Plotter ist Frederick Forsyth, der anderthalb Jahre damit verbringt, die Outline zu entwickeln, 1 Seite pro Kapitel, und dann etwa anderthalb Monate damit, das eigentliche Buch zu schreiben, 1 Kapitel pro Tag.)

:s03

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Hallo Andrea S.,

 

Mag ja alles sein, Thomas. Aber wer einen Krimi oder einen Thriller schreibt, der muss vorher das Verbrechen planen oder beliebig eben auch die Bedrohung der Welt.

 

Und das geht nun mal nicht ohne Plot. (Abweichungen beim Schreiben sind immer erlaubt.)

 

Das ich keinen Plot habe, bedeutet doch nicht, dass ich mir keine Gedanken um die Geschichte mache ...

 

Vermutlich haben wir auch unterschiedliche Vorstellungen davon, was "ohne Plot" bedeutet.

Wenn ich "unplotte" fängt mein Roman sicher nicht morgens beim Zähneputzen an und ich schau mal, was meiner Figur so passieren könnte. Das Problem, bzw. der Weg ins Problem ist mir idR schon bewusst. Nur wie mein Protagonist wieder rauskommt und das Problem löst, das plane ich eben nicht im Voraus.

 

Erstaunlicherweise funktionieren Andeutungen der Auflösung trotzdem, sogar über mehrere Bände hinweg.

Ich liebe es, wenn das passiert! Plötzlich hat man das Gefühl, dass man sich die Geschichte überhaupt nicht ausgedacht hat, sondern dass man eine "irgendwo bestehende Geschichte" bloß erzählt. Das ist für mich das einzig Magische am Schreiben - ich will darauf keinesfalls verzichten.

Realistisch betrachtet plottet in solchen Fällen vermutlich das Unterbewusstsein lange im Voraus. Aber das tut der Faszination, die ich empfinde, keinen Abbruch.

 

Ob man Whodunnits oder Vergleichbares schreiben kann, ohne selbst zu wissen, wer der Täter ist? Bestimmt. Wenn man kann :)

 

Liebe Grüße

Jenny

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Und natürlich ist man nicht entweder reiner Bauchschreiber oder reiner Plotter' date=' sondern irgendwo dazwischen, eine Mischung aus beidem.[/quote']

 

Das ist sicher richtig. Wenn man das auf einer Skala von 0 (rein Bauch) bis 10 (totaler Plotter) beurteilen würde, dann läge ich wahrscheinlich bei 6-7. Das heißt, ich plotte ziemlich genau das Grundgerüst meiner Geschichte und lasse mich dann beim Schreiben überraschen.

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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[quote author=Thomas R. link=1408041897/30#35 date=1408231297

 

Ob man Whodunnits oder Vergleichbares schreiben kann, ohne selbst zu wissen, wer der Täter ist? Bestimmt. Wenn man kann  :)

 

Liebe Grüße

Jenny

 

 

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Fred Vargas ihre Krimis schreibt ohne zu plotten. Sie beginnt mit einem (meist absurden) Bild, dessen Bedeutung sie selbst nicht kennt – und versucht, sie beim Schreiben herauszufinden.

 

In diesem Interview sagt sie etwas dazu:

 

(Link ungültig)

 

Anscheinend schreibt sie die erste Fassung in nur drei Wochen, dann aber gefolgt von sechs Monaten Überarbeitung.

 

Ich glaube, es gibt keine Regeln, wie man ein Buch schreiben muss. Wenn einer keine Lust aufs Plotten hat und auch so gut klar kommt, warum sollte er es tun?

 

Ich plane immer sehr genau und könnte das wohl auch nicht anders – aber reizen würde es mich durchaus, mich mal einfach in eine Geschichte reinzustürzen und zu sehen, wohin sie mich führt. Aber da ich Überarbeiten hasse, komme ich mit Planung besser zurecht.

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Was spricht denn dagegen, die Magie des Erzählens vor dem Schreiben zu genießen?

 

Ich erzähle mir eben die Geschichte, wenn auch nicht in allen Facetten, bevor ich mich an die Ausarbeitung setze. Das macht mir Spaß, und ich vermeide beim Schreiben allzu große Umwege, kenne meine Figuren und habe meine Recherche vorab erledigt (bei historischen Romanen und bei Krimis für mich unerlässlich). Und wenn ich fertig bin, brauche ich keine Überarbeitungen mehr zu machen.

Es ist einfach eine ökonomische Art, einen Roman zu erstellen. Und sie vermeidet Schreibblockaden. :)

 

Aber jeder nach seiner Vorliebe und Mentalität.

 

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Realistisch betrachtet plottet in solchen Fällen vermutlich das Unterbewusstsein lange im Voraus.

 

Ja, das glaube ich auch. Denn die Geschichte arbeitet ja schon in einem, bevor man überhaupt den ersten Buchstaben in die Tastatur tippt.

 

Dass es noch mehreren so zu gehen scheint wie mir, beruhigt mich doch etwas. Und was das Überarbeiten anbetrifft: es klang hier bei vielen so an, als ob man dadurch, dass man nicht plottet, mehr Zeit mit Überarbeiten verbringen muss. Kann ich so nicht unterschreiben. Meine Überarbeitungen sind zwar auch zahlreich und zeitaufwändig, jedoch nicht, weil ich inhaltlich viel ändern, entfernen oder dazuschreiben muss. Beim Überarbeiten geht es bei mir fast immer und fast ausschließlich um stilistische Sachen, nicht um Essentielles.

 

LG Cornelia

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Ich plotte auch nicht. Bei meinem 2. Krimi wusste ich nicht mal, wer der Täter sein wird. Ich hatte drei Figuren im "Visier", und erst kurz vor Ende tippte mir einer der drei auf die Schulter und meinte: Du, ich glaub, ich war's.

Es fällt mir unendlich schwer, vorher ein Exposé zu schreiben, das ich meiner Agentin vorlegen kann.  

Mein aktuelles Projekt ist das erste, das ich relativ streng nach Exposé schreibe.

Allerdings gibt's mittlerweile die 5. Exposé-Version ...  ;)

www. susanne-lieder.de
aktuell: Die Frauen vom Nikolaifleet als Katharina Lansing ~ Die Tochter meines Vaters  (Anna Freud ) als Romy Seidel
 

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Was spricht denn dagegen, die Magie des Erzählens vor dem Schreiben zu genießen?

 

...

 

Es ist einfach eine ökonomische Art, einen Roman zu erstellen. Und sie vermeidet Schreibblockaden.  :)

 

 

 

Ich kann da nur von mir sprechen. Aber mir ist das Aufschreiben einer fertigen Szene ein Graus. Es langweilt mich. Ich quäle mich dann mit jeder Seite herum, bekomme keinen "Flow", halte mich an Sätzen stundenlang auf und finde im Nachhinein alles verkrampft und hölzern.

Wenn ich selbst neugierig bin, was auf der nächsten Seite passiert, dann schreibe ich den Text flüssig runter. Mühelos.

Diese Textstellen passen dann, ich muss später bloß nach Tippfehlern suchen, Inhalt und Stil stimmen.

Das Ganze bestätigt sich dann nochmal im Lektorat: Je flotter ich etwas runtergeschrieben habe, umso weniger Rot. Und flott bin ich immer dann, wenn ich aufgeregt bin, wie's weitergeht.

 

Ich überarbeite übrigens wenige Stunden ... wenn noch Zeit ist. Wenn mir beim Schreiben auffällt, dass ich irgendwo eine Kleinigkeit angleichen muss, notiere ich mir das auf einem Zettel. Diesen Zettel arbeite ich dann nach dem letzten Satz schnell ab. Wenn ich ohne Zeitruck bin, lese ich das ganze nochmal durch ... aber meist bin ich ehrlich gesagt unter Zeitdruck und schicke es gleich ab.

 

Der "Nachteil" dieser Methode ist, dass es früher oder später immer zur großen Panik kommt: Es geht nicht auf - es kann nicht aufgehen - ich habe mich verzettelt - alle Mühe umsonst - Roman nicht zu retten - aaaah!

Dann heule ich, schlage etwas kaputt, fluche und wüte herum ... und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen und ich hab die Lösung, die in aller Regel schon irgendwo im Text steht.

Dieses Drama brauche ich offenbar; es überkommt mich auch bei durchgeplotteten Geschichten, weil ich da unter Garantie etwas Entscheidendes übersehe.  ::)

 

Lieben Gruß

Jenny

 

 

editiere:

Wahnsinnig gefährlich kann es mit dieser Methode übrigens für Klappentexte werden, da muss man sehr aufpassen und den Verlag vorwarnen. Wenn man nämlich ein Expose abgibt und dann ein anderes Buch schreibt, könnte es ein wenig blöd werden, wenn der Klappentext und die Vorschau dann mit dem eigentlichen Buch nix mehr zu tun haben ...

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Wahnsinnig gefährlich kann es mit dieser Methode übrigens für Klappentexte werden, da muss man sehr aufpassen und den Verlag vorwarnen. Wenn man nämlich ein Expose abgibt und dann ein anderes Buch schreibt, könnte es ein wenig blöd werden, wenn der Klappentext und die Vorschau dann mit dem eigentlichen Buch nix mehr zu tun haben ...

 

Och, das ist mir auch schon bei geplotteten Romanen passiert ...

Davor schützt gar nix.

 

Andrea

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Aber mir ist das Aufschreiben einer fertigen Szene ein Graus. Es langweilt mich. Ich quäle mich dann mit jeder Seite herum, bekomme keinen "Flow", halte mich an Sätzen stundenlang auf und finde im Nachhinein alles verkrampft und hölzern.

Wenn ich selbst neugierig bin, was auf der nächsten Seite passiert, dann schreibe ich den Text flüssig runter. Mühelos.

 

Wirklich interessant. Bei mir funktioniert es genau umgekehrt. Wenn ich keinen (wenigstens groben Plan) im Kopf habe, läuft gar nichts. Dann hab ICH Schreibblockade. Das passiert manchmal trotz Gesamtplan, wenn ich eine neue Szene anfange. Dann sitz ich eine halbe Stunde vor dem Bildschirm und kratz mich am Kopf. Bis ich mich frage, was willst du eigentlich mit dieser Szene bezwecken und was soll deshalb darin vorkommen? Dann mache ich mir stichwortartige Notizen, was die Szene beinhalten soll. Und plötzlich geht es wieder.

 

Der Plot für mich ist eine mentale Vorbereitung. Ohne Plot habe ich keine Ideen. Aber mit Plot beginnt die Fantasie zu arbeiten. Ich beginne, mir Dinge vorzustellen und dann kann ich gar nicht abwarten, es schriftlich auszudrücken und weiterzuentwickeln. Ich bin einfach ein "Top Down" Schreiber. "Bottom up" ist nicht für mich. Es hemmt mich. :)

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Ich meine, dass man bestimmte Dinge vorher festlegen sollte, damit man sich während des Schreibens nicht zu sehr verläuft. Vielen Erstlingsmanuskripten, bei denen ich gefragt werde, mitzulesen, merke ich das Fehlen eines Basiskonzepts an. Spontane Genrewechsel, das Ende passt zum Anfang nicht, ziellose Helden, das alles kann man sich ersparen, wenn man sich anfangs wenigstens ein paar Dinge überlegt und die auch aufschreibt, zum später Nachlesen.

 

Für einen etablierten Autor, nach seinem siebten Liebesroman, mag das nicht mehr notwendig sein. Ich kenne einige, die Serienromanschreiber sind - und die haben das Schema und die Anforderungen dieses Genre einfach intus.

 

Diane Gabaldon schrieb nicht konzeptlos alleine los. Sie hatte eine Idee und arbeitete in einem Kritikzirkel mit erfahrenen Autoren (und unerfahrenen) mit, und hatte Unterstützung durch einen freischaffenden Lektoren. Also so ganz spontan entstand das erste Buch nicht.

 

Allerdings hänge ich trotz eines Konzepts manchmal an einer Szene, die dann Revisionen bedarf (oder den Löschknopf) - weil ich nicht hundertprozentig durchplanen mag, sondern ein Kompromissplotter bin.

 

Jeder nach seiner Art, meine ich, aber es ist nicht verkehrt, sich um das Plotten Gedanken zu machen, um dann entscheiden zu können, was brauchbar ist.

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Ich beginne' date=' mir Dinge vorzustellen und dann kann ich gar nicht abwarten, es schriftlich auszudrücken und weiterzuentwickeln. [/quote']

 

Genau das ist bei mir auch der Knackpunkt, aber eben in der ganz anderen Richtung. Wenn die Dinge mal bei bei mir Kopf sind, und ich weiß, was ich - ungefähr - schreiben will, kann ich nicht erst anfangen, einen Plotplan zu basteln. Da muss ich gleich loslegen. Ich schreib auch immer chronologisch, weil eine Szene, die erst später kommt, für mich der Antrieb ist, schnell zu schreiben, damit ich endlich an die Stelle komme, wo meine Lieblingszene, auf die ich schon so lange zuschreibe, endlich kommt.

 

Mit chronologisch meine ich, dass ich nicht zuerst eine Szene schreibe, die erst in der Mitte oder am Schluss kommt. Das könnte ich, glaub ich, nicht.

 

LG Cornelia

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Die richtige Methode ist die, die für einen selbst funktioniert. Was andere machen, kann nur Anregung sein, mal was zu probieren, zu behalten, was für einen funktioniert, und zu verwerfen, was es nicht tut.

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Es gibt diesen schönen Satz von E.L. Doctorow:

 

“Writing is like driving at night in the fog. You can only see as far as your headlights, but you can make the whole trip that way.”

 

Mir geht es genau so. Man kennt den Startpunkt und weiß, wohin man will. Man kennt auch die Route, die Orte, die man passiert. Aber wirklich sehen, was vor einem liegt, kann man nur in einem begrenzten Ausschnitt. Ich mache mir deswegen immer Zwischenüberschriften, plane so vier bis fünf Kapitel voraus und notiere in drei Sätzen, was darin passiert. Und so taste ich mich an der Route entlang, an den Eckpfeilern, die im Exposé zementiert sind.

 

Naja, zementiert: Natürlich weiche ich immer wieder ab, ändere Dinge im Fluss oder in der Überarbeitung - weil ich glaube, dass so ein Roman ein lebendiges Wesen ist, während man ihn schreibt. Aber: An den Stützpfeilern der Geschichte rücke ich nicht. Die tragen den ganzen Bau.

 

Nützlich, um Spannung zu erhalten oder zu generieren - in welchem Genre auch immer -, ist nach meiner Meinung übrigens: Man sollte Dinge so lange wie möglich für sich behalten, auch Kleinigkeiten. Und man kann damit ruhig verwirren. Man kann auf Seite zehn erfahren, dass der Held alleine lebt, weil seine Frau tot ist. Auf Seite 50 sagt ein anderer: Keine Ahnung, was da war, er spricht nicht darüber. Auf Seite 90 reflektiert der Held kurz mal über damals - und verdrängt es schnell wieder. Auf Seite 125 ist er kurz davor, etwas darüber zu erzählen, weil er so dermaßen übertrieben reagiert, als Jemand eine rote Ampel überfährt, und auf Seite 220 blättert er Bilder seines früheren Familienlebens durch. Auf Seite 330… Und so weiter.

 

Und beim Lesen wird man sich ständig fragen, was da los war. Und will das wissen. Ob es vielleicht eine Rolle für die Handlung spielt…  ;D

 

In Bezug auf das Plotten finde ich es sinnvoll, sich eine Geschichte zunächst wie eine Zeitungsnachricht aufzubauen. Sieben Menschen hat der 25-Jährige XX getötet, den die Polizei am Montag nach einer Schießerei verhaftet hat. Er gab an, Stimmen hätten ihn dazu aufgefordert. X Opfer waren in den letzten Wochen hier und da gefunden worden. Die Polizei nahm zuerst an, es handle sich um Drogenopfer, bis die Obduktionen ergeben hatten… Also: Man legt die großen W-Fragen fest, geht quasi vom Clou der Geschichte in die Details – und dreht den Spieß dann um, denn in einem Krimi kommen der Höhepunkt und die Auflösung natürlich erst am Ende. In einer Nachricht ganz zu Anfang. Und ich glaube, es ist hilfreich, genau diesen Clou exakt zu kennen, den Kern der Nachricht.

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