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Tom Finn

Plötzlich ...

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Aber statt um einzelne Wörter zu streiten' date=' sollte man sich lieber darauf konzentrieren, vernünftige Geschichten zu schreiben, denen - wenn sie gut genug sind - ein "plötzlich" mehr oder weniger nichts anhaben kann. Diese Mikroskopie erscheint mir allzuoft nichts anderes als eine Flucht vor der eigentlichen Arbeit zu sein, kann das nicht sein?[/quote']

 

Ist sie auf jeden Fall. Aber ihr schafft es nicht, mich abzulenken ;D

In den Pausen erhole ich mich dann kurz im Montsegur und gucke nach plötzlichen Adjektiven. Und nach dem Wort an sich. 'Plötzlich verliebt' heißt ein Film, die Dichter machen es sowieso anders, ein Roman heißt 'Plötzlich ist Stille" undsoweiterundsofort.

Derweil mach ich an einem Dialog herum und versuche ihn aufzulockern. Ich habe ja Zeit :D

 

Grüße

Christa

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Hallo Andreas,

 

Aber statt um einzelne Wörter zu streiten, sollte man sich lieber darauf konzentrieren, vernünftige Geschichten zu schreiben, denen - wenn sie gut genug sind - ein "plötzlich" mehr oder weniger nichts anhaben kann. Diese Mikroskopie erscheint mir allzuoft nichts anderes als eine Flucht vor der eigentlichen Arbeit zu sein, kann das nicht sein?

 

Ich halte die "Mikroskopie" für ein ganz entscheidendes Element meiner Arbeit. Wenn ich mich mit dem plötzlich und seinen Ersetzungen beschäftige und einfach mal die Kontrolle in seinem Bücherschrank mache, dann erfahre ich etwas über den Spannungsaufbau.

Wie sehr prägt z.B. plötzlich und seine Ersetzungen die "Lesegeschwindigkeit" eines Romans, welchen Einfluss hat dies auf den Schreibrhythmus und wie wirkt das plötzlich an vielen Stellen, wenn es Alternativen gibt.

 

Indem ich mich mit plötzlich beschäftige, und dieses Wort einmal aus einem Text herausnehme, merke ich, welche Wirkung es wirklich hat. Wo es einen Mehrwert bieten, wo es nicht wirkt oder nicht richtig wirkt. Wie ich dadurch den Spannungsaufbau verändere, indem ich das plötzlich z.B. durch einige vorgeschobene Sätze ersetze, indem die Handlung angekündigt wird... und ich so langsamer Spannung aufbaue- bei der das Öffnen der Tür der Höhepunkt ist, und was dies aus der Stelle macht. Ist sie stärker, schwächer, wie verändert sich die Szene....

Und es gibt viele weitere Möglichkeiten das plötzlich zu ersetzen, z.B. bei einer auktorialen Erzählweise, wo zwei Figuren, beobachtet aus zwei Perspektiven sich immer mehr aufeinander zu bewegen, damit dann ein Figurenkonflikt aufeinander treffen wird, und sich dann die Tür öffnet, und beide aufeinander stoßen.

 

Wenn ich danach das plötzlich setze, oder nicht setze, dann arbeite ich sehr viel gezielter, und kann, wenn ich mich wirklich damit beschäftige, sehr viel über unterschiedliche Techniken des Spannungsausbaus lernen.

 

Oder anders formuliert: Mikroskopie dient immer dazu vom einzelnen Wort, oder einen kleinen Element etwas über das Gewebe eines Textes zu lernen, und das eigene Handwerk zu hinterfragen, um mehr Möglichkeiten auszuschöpfen, seine Möglichkeiten zu erweitern.

 

Hält das von der Arbeit ab? Nein, weil Mikroskopie Teil der Arbeit ist, zumindest für viele Autoren. Ja, weil man lange über kleinste Elemente diskutieren kann, ohne zu schreiben, und die eigentliche Arbeit immer vor sich hinschiebt. Nein, weil es hilft den eigenen Stil zu prägen und die Möglichkeiten erweitert. Nein, weil eine Analyse eines "Mikroskop" wie plötzlich eine Geschichte nicht retten kann, wenn sie nicht funktioniert.....

 

Gruss

 

Thomas

"Als meine Augen alles // gesehen hatten // kehrten sie zurück // zur weißen Chrysantheme". Matsuo Basho

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Ich verstehe, was du sagst, Thomas. Aber meiner Ansicht nach verleitet diese Form der Mikroskopie allzuleicht (und viel häufiger als nicht) dazu, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen. Ich sehe besonders bei Einsteigern die Gefahr des Sichverzettelns in Kleinteiligkeiten über die die eigentliche, viel umfangreichere und gleichermaßen anspruchsvolle Aufage - einen vollständigen(!) und interessanten Roman (interessant im Sinne von: lässt sich publizieren) zu schreiben - vergessen wird.

Wenn das bei dir nicht der Fall ist, dann ist es ja gut :)

 

Gruß,

 

Andreas

 

PS: Nachtrag: Falls man lediglich das schöngeistige Formulieren als Selbstzweck oder gar das Lyrische anstrebt, ist das natürlich von ganz anderer Wichtigkeit. Aber ich denke, das trifft auf die wenigsten hier zu.

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Hallo Ihr Disputanten! :)

 

Aber statt um einzelne Wörter zu streiten' date=' sollte man sich lieber darauf konzentrieren, vernünftige Geschichten zu schreiben, denen - wenn sie gut genug sind - ein "plötzlich" mehr oder weniger nichts anhaben kann.[/quote']

Das ist, glaube ich, der Knackpunkt. Wenn eine Geschichte packt und der Stil des Autors dadurch überzeugt, daß er einfach "stimmt" und zeigt, daß das Handwerk beherrscht wird - dann kommt es überhaupt nicht mehr darauf an, welches Wort wie oft gebraucht wird, und damit erübrigt sich auch die Erbsen-, Verzeihung, "Plötzlich"-Zählerei.

 

Manchmal denke ich' date=' dass Menschen so einfache Konzepte brauchen, um sich sicher zu fühlen. Wenn in einem Text kein "plötzlich" ist, dann ist er gut. Noch ein paar ähnlich einfach gestrickte Regeln dazu und fertig. Allerdings bezweifle ich, dass so wirklich gute Texte entstehen.[/quote']

Ich auch, und ich befürchte außerdem, daß die Verfechter einer konsequenten Vermeidung von "Plötzlich" oder welcher Partikel auch immer keineswegs tatsächlich "spannendere" Texte schreiben, geschweige denn daß - siehe oben - sich der Spannungsaufbau wirklich an einem so mikrobischen Element wie einem einzigen Wort vollzieht. Ich jedenfalls bezweifle das. (Der handwerkliche Fehler der Wortwiederholung sei hier natürlich ausgeklammert. Unbeabsichtigte Wortwiederholungen werden selten gerne gelesen.)

 

Der Be- oder Nachweis der Richtigkeit solcher Wortvermeidungstaktiken und -regeln anhand des eigenen Bücherschrankes mag beim einen oder anderen glücken; mein Bücherschrank allerdings würde das genaue Gegenteil belegen (auch die von Tom im ersten Beitrag erwähnte Unendliche Geschichte ist darin zu finden). Diese Erfahrung mache ich übrigens nicht zum ersten Mal (Link ungültig) (Link ungültig). Was im Grunde zeigt, daß solche Regeln mit Vorsicht zu genießen sind, weil sie an der tatsächlichen Schreibwirklichkeit munter vorbeipostulieren.

 

Insofern kann man wohl durchaus, wie Andreas es weiter oben tut, eine mögliche "Flucht" vor der eigentlichen Arbeit, dem Schreiben nämlich, unterstellen, zumal solche theoretisierenden Diskussionen in letzter Zeit ja häufiger geführt werden, selten jedoch zu einem befriedigenden - weil bereichernden - Ergebnis zu führen scheinen.

 

In einem anderen Fall (Link ungültig) (Link ungültig) hatten wir mit dem Zitat eines Jurymitglieds zu tun. Auch hier warne ich allerdings davor, eine Regel abzuleiten. Denn schließlich hat das besagte Jurymitglied schlicht und ergreifend eine bestimmte Vorliebe - noch dazu leicht überspitzt - in Worte gefaßt. Diese Vorliebe mögen andere Juroren bzw. Lektoren aber unter Umständen gar nicht teilen; das ist dann eben Pech für die Teilnehmer des entsprechenden Wettbewerbs, sollte die eigene Schreibtechnik meines Erachtens jedoch nur bedingt beeinflussen, wenn überhaupt.

 

Viele Grüße,

-Manuel

 

PS: Weil Du es ansprichst, Andreas: Ja, in der Lyrik ist das sehr anders. Und ausgerechnet auf mich trifft das zu. :D

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Hallo Andreas,

 

vielleicht ist das nicht deutlich geworden... ich stimme dir durchaus zu, und gleichzeitig auch wieder nicht.

 

Eine der wirklich goldenen Weisheiten des Schreibens ist:

"Einem guten Buch verzeiht man nahezu alles."

 

Dementsprechend ist das plötzlich da so was von unwichtig für den Leser...

Und das gilt für viele andere Diskussionspunkte genauso: Welcher Leser beschäftigt sich intensiv mit dem Dialog, den Adjektiven,... wenn er von der Geschichte so abgelenkt ist, dass er nur noch wissen möchte, wie es weitergeht und fasziniert alles vergisst, außer der Geschichte.

 

Und habe ich ein Problem mit der Mikroskopie?

Ja und Nein.

Einerseits arbeite ich meinen Geschichten und den Roman auf jedes Wort durch, und das gleich mehrfach... was meine Überarbeitszeit zwischenzeitlich auf über 20 Stunden die Seite hochgetrieben hat- und an den Rand einer dauerhaften Schreibblockade gebracht hat.

Dazu kommt auch noch das Phänomen, dass ich einen solchen Anspruch an mein Schreiben gestellt habe, dass ich kaum meine eigenen Sachen ertragen konnte.... und immer wieder längere Schreibblockaden hatte.

Und noch viel schlimmer: ich habe meine Intuition beim Schreiben vernachlässigt, und habe den Zusammenhang aus dem Auge verloren, weswegen mein Manuskript von 115 Seiten auf 40 gekürzt werden musste.

 

Andererseits brauche ich inzwischen nur noch knapp 20 Minuten Überarbeitungszeit pro Seite, und erreiche einen Anspruch, der mich zufriedenstellt.

Und ich schreibe wieder sehr intuitiv, weil ich das Handwerk so "verinnerlicht" habe, dass es intuitiv geworden ist.

Und mein Roman wächst gerade langsam, aber sehr konsequent, und viele Dinge über meinen Roman sind mir jetzt so klar geworden, dass ich die nächsten 200 Seiten vor meinen Augen sehen kann.

 

zwiespätige Grüsse

 

Thomas

"Als meine Augen alles // gesehen hatten // kehrten sie zurück // zur weißen Chrysantheme". Matsuo Basho

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Da fasse ich unbedarfte Anfängerin mal zusammen, wie ich das sehe: :s20

 

Eine Freundin sagte einmal zu mir: "In die Spaghettisauce gehört kein Paprikagewürz!" Sie konnte mir nicht erklären, warum.

Ich nehme bis heute gerne Paprika, weil es mir schmeckt und je nach Sorte auch eine gewisse Schärfe mitbringt.

 

Mit vollem Bäuchlein grüßt die "anarchistische" Yvonne

 

Woher kommt eigentlich das Wort "Plötzlich"?

Von Plot oder Plötze? :s22

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Ich benutze das plötzlich gelegentlich.

Ich benutze es nie, um Spannung zu erzeugen, ich benutze es, um eine (unerwartete) Zustandsänderung zu betonen. Wenn ich meine Texte auf dieses Wort hin durchforste und schaue, ob ich es folgenlos streichen könnte, ist die Antwort meistens NEIN.

 

Zum Beispiel:

Der Mann wirkte plötzlich unruhig.

Betont, daß er JETZT unruhig ist, es aber VORHER NICHT war. Wenn ich das plötzlich weglasse, ändert sich der Sinn des Satzes ganz erheblich, auch wenn ich den Kontext mit einbeziehe.

 

Aber auch hier:

Plötzlich ging das Licht aus.

Wenn ich nur schreibe, daß das Licht ausging, hat das etwas Beiläufiges, beinahe Selbstverständliches.

 

Das Plötzlich sagt: "Achtung, jetzt ist etwas anders."

 

Plötzlich bedeutet, dass etwas passiert, das nicht in dem Zusammenhang mit den bisherigen Ereignissen steht.

Wer hat dir denn DAS erzählt?

 

Dabei hat das Wort plötzlich auch einen Bruch im Sprachrhyhtmus zur Folge.

Auch dem kann ich mich jetzt nicht wirklich anschließen.

 

Wenn etwas unvorhersehbares bei mir passiert, oder etwas ohne Zusammenhang mit vorherigen Ereignissen, kündige ich das über die Reaktionen der Figur an, nicht über das auktoriale plötzlich, das für mich fast immer wie ein Erzählerkommentar wirkt.

Wieso ist plötzlich auktorial? Das leuchtet mir ja nun überhaupt nicht ein.

 

Ich halte plötzlich nicht für eine schriftstellerische Sünde, würde es aber wie Adjektive vorsichtig verwenden, um die vorhandene Wirkung des Wortes in besonderen Szenen zu nutzen, und es nicht damit zu übertreiben.

Für mich ist plötzlich ein Wort wie jedes andere, und wie jedes andere fällt es unter das Gebot, Wortwiederholungen bzw. Häufungen derselben Ausdrücke zu vermeiden.

 

Peter

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Ich lese gerade "Der Schatten des Windes"' date=' in dem es von Adjektiven und Abverben wie "plötzlich" nur so wimmelt. Hätte ein Montsegurer einen Ausschnitt davon in die Textkritiken gestellt, wäre man darüber hergefallen.[/quote']

;D ;D ;D

 

Das Thema "plötzlich" hatten wir übrigens auch schon mal

hier (Link ungültig) (Link ungültig).

 

Liebe Grüße

Uschi

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Wieso ist plötzlich auktorial? Das leuchtet mir ja nun überhaupt nicht ein.

Nein, mir auch nicht.

 

Hallo Uschi,

 

meinen Beitrag von heute mittag hast Du offensichtlich überlesen; da habe ich jedenfalls den früheren Thread auch schon verlinkt. Vielleicht sind solche Doppelt- und Dreifachhinweise, die das Desinteresse an Beiträgen anderer nur zu deutlich signalisieren, mit ein Grund dafür, daß manche der Diskussionen bei Montségur mittlerweile müde sind? :s21

 

Gruß,

-Manuel

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meinen Beitrag von heute mittag hast Du offensichtlich überlesen; da habe ich jedenfalls den früheren Thread auch schon verlinkt. Vielleicht sind solche Doppelt- und Dreifachhinweise' date=' die das Desinteresse an Beiträgen anderer nur zu deutlich signalisieren, mit ein Grund dafür, daß manche der Diskussionen bei Montségur mittlerweile müde sind? :s21[/quote']

 

Hallo, Manuel,

 

ich habe deinen Hinweis mit dem Link gelesen. Aber ich verstehe dich: ich denke auch manchmal, ist eigentlich egal, ob du was schreibst oder nicht, wird eh nicht gelesen. Dann widme ich mich doch lieber dem Schreiben oder meinem Blog ;)

 

Lg

Christa

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Hallo Manuel, hallo Christa,

 

es tut mir leid. Ich war gestern nur kurz im Forum und kam tatsächlich sehr müde von einer anstrengenden Fortbildung zurück (wo ich auch gleich wieder hin muß). Ich habe mich von Manuels Betreff irreführen lassen und bin dem Link nicht gefolgt. Erst später, nach dem Lesen anderer Beiträge, fiel mir ein: das Thema hatten wir doch schon mal. Ich habe dann den alten Beitrag gesucht und mich dann gefragt, ob jemand ihn schon verlinkt hatte. Mein Gedächtnis antwortete nach bestem Wissen und Gewissen, aber falsch darauf: nein. Ich habe nicht geahnt, daß das gleich dazu führt, daß Leute das Interesse am Forum verlieren.

Solche harschen Reaktionen führen dann bei mir meinerseits dazu, daß ich - zumindest für einige Zeit - das Interesse verliere.

 

Uschi

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Liebe Uschi,

 

 

nein, du warst nicht persönlich gemeint. Es war nur ein Indiz für eine allgemeine Tendenz. Umgekehrt ist es auch schon passiert, dass jemand

mich darauf aufmerksam gemacht hat, jemand anders hätte das doch schon gesagt.

Ich halte es inzwischen so, dass ich mich an Diskussionen, für die ich eigentlich keine Zeit habe, beruflich und durchs Schreiben bedingt, nicht mehr beteilige.

Liebe Grüße

Christa

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Liebe Uschi,

nein, du warst nicht persönlich gemeint. Es war nur ein Indiz für eine allgemeine Tendenz.

Richtig, Christa!

 

Also verzeih bitte, liebe Uschi, daß ich so "harsch" reagiert habe. http://smilies.montsegur.de/04.gif

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Hallo,

 

ach je, schon wieder eine Diskussion über 'plötzlich'. Nach der vorletzten habe ich eilfertig in meinem Manuskript alle 'plötzlich' versucht zu tilgen. Das Ergebnis hat mich nicht befriedigt, ich fand den Text danach schlechter - 'plötzlich' hat in der deutschen Sprache eine ganz bestimmte Bedeutung, die im Thread schon mehrfach erwähnt wurde und nicht ohne weiteres durch eine andere Konstruktion ersetzt werden kann.

Würde ich diese Tabulinie konsequent verfolgen, müsste ich solche Worte wie 'augenblicklich' und 'sofort' auch auf den Index setzen. Es gibt in der deutschen Sprache kein Wort, was ein Autor nicht verwenden darf - so sehe ich das zumindest. Eine Diskussion um einzelen Tabuworte ist für mich eine extrem akademische Diskussion, die mich in der praktischen, handwerklichen Umsetzung keinen müden Millimeter vorwärts gebracht hat - zumindest ist das der Eindruck, der bei meinen Testlesern entstanden ist und ich schreibe für potentielle Leser und nicht zum eigen Ergötzen.

Die Diskussion um einzelne Worte versperrt, wie hier von Andreas schon festgestellt wurde, die Sicht auf das Ganze - der Leser bewertet immer das ganze Buch und nicht einzelne Worte - und ist für mich wie die Diskussion um die 15. Nachkommastelle, wenn der PC nur 3 anzeigt.

 

Viele Grüße Dietmar

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Die Diskussion um einzelne Worte versperrt' date=' wie hier von Andreas schon festgestellt wurde, die Sicht auf das Ganze - der Leser bewertet immer das ganze Buch und nicht einzelne Worte - und ist für mich wie die Diskussion um die 15. Nachkommastelle, wenn der PC nur 3 anzeigt.[/quote']

 

Aber auch an 15. Stelle kann die Frage, ob dort eine 4 oder eine 6 steht beinflussen, ob an dritter Stelle eine 8 oder eine 9 erscheint, denn die Regeln der Auf- oder Abrundung gelten auch im nicht angezeigten Bereich dazwischen.

 

Wer meint, die Frage nach einem einzelnen Wort kann nicht das ganze Manuskript beinflussen, soll mal einen Roman ohne das Wort 'der' schreiben. Das wirkt sich sogar ganz deutlich aus.

Und ich sage: jedes Wort, bzw. sein Fehlen oder sein Vorhandensein, wirkt sich aus. Allerdings: Mal mehr, mal weniger.

Setz mal das Wort 'Fotokopie' in einen historischen Roman.  ;D

 

Ob man plötzlich nutzt oder nicht, mag sich weniger stark auswirken, aber bei Gott, es wirkt sich aus.

 

Lieben Gruß,

Marco! :s17

*Der Diskussionen um einzelne Wörter solange nicht müde wird, wie sie überall geführt werden.*

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Die Diskussion um einzelne Worte versperrt' date=' wie hier von Andreas schon festgestellt wurde, die Sicht auf das Ganze - der Leser bewertet immer das ganze Buch und nicht einzelne Worte - und ist für mich wie die Diskussion um die 15. Nachkommastelle, wenn der PC nur 3 anzeigt.[/quote']

 

Trotzdem fand ich den Hinweis wichtig und richtig. Ich habe daraufhin meinen neuen Roman durchforstet und festgestellt, dass ich "plötzlich" sehr oft und ohne groß nachzudenken verwendet habe. Etwa die Hälfte davon ist jetzt durch passendere Ausdrücke ersetzt worden.

 

Gruß,

Thomas

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Und ich sage: jedes Wort, bzw. sein Fehlen oder sein Vorhandensein, wirkt sich aus. Allerdings: Mal mehr, mal weniger.

 

Hi Marco,

 

im Grunde hast Du schon recht. Nur sehe ich die Gefahr - und hab sie auch schon bei der eigenen Arbeit erlebt -, dass zu viel Gedankenmachen um solche Detailfragen leicht den Blick auf das Ganze verstellt und, wie Thomas Bluomo geschildert hat, zu Blokaden führt.

Daher plädiere ich dafür, zuerst die gedankliche Energie auf Fragen wie Plotgestaltung, Figurenzeichnung und innere Logik der Geschichte zu verwenden, bevor es an den Feinschliff geht. Denn da und nur da gehört die Frage, ob plötzlich oder nicht, hin.

 

Christoph

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Daher plädiere ich dafür' date=' zuerst die gedankliche Energie auf Fragen wie Plotgestaltung, Figurenzeichnung und innere Logik der Geschichte zu verwenden, bevor es an den Feinschliff geht. Denn da und nur da gehört die Frage, ob plötzlich oder nicht, hin.[/quote']

 

Das stimmt natürlich total.

 

Aber genau mit dem feinschliff und den Detailspielereien beschäftige ich mich ja zurzeit ;D

 

Ich frage mich, ob man generell mal eine Art, hmm, 'Liste' trau ich mich fast nicht zu sagen, aber eine Art Aufteilung erstellen könnte/sollte. Dinge die fürs Gesamtgerüst wichtig sind, Dinge die für den Feinschliff interessant wären, (die hier bemängelte Mikroskopie) und Dinge, die quasi als spielerischer Bonus noch gebastelt werden könnten. (Frei nach dem Motto: wer in seinem Manuskript unbedingt auf den buchstaben E verzichten möchte, soll das tun...)

 

Aber so eine Aufstellung wäre vermutlich ohnehin wieder viel zu theoretisch. :)

 

Lieben gruß,

Marco!

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Marco,

ich kann dir deine Liste abkürzen, da gehören die Stichworte rein:

Erfahrung, Übung, Aufmerksamkeit, Sprachgefühlentwicklung.

Und das alles kommt nur durch Schreiben Schreiben Schreiben. Aber nicht vom Listenschreiben...

 

Schöne Grüße,

Petra

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Marco,

ich kann dir deine Liste abkürzen, da gehören die Stichworte rein:

Erfahrung, Übung, Aufmerksamkeit, Sprachgefühlentwicklung.

Und das alles kommt nur durch Schreiben Schreiben Schreiben. Aber nicht vom Listenschreiben...

 

Nee, da müsstest du was konkreteres bringen.

 

Mal abgesehen davon, dass es ja ein eher satirischer Ansatz war: Genau solche Stichworte wie deine sind ja so ganz und gar nicht hilfreich, da undefiniert, extrem subjektiv und vage.

 

Das ist wie, als würde die Frage: "Worauf sollte ich achten, wenn mein Roman veröffentlicht werden soll?", antworte: "Schreib was Würdiges." Die richtige Antwort, aber so nützlich wie ein Niesanfall beim Zielpullern. :-/

 

Ausserdem hätte deine Liste meine Aufteilung Grundgerüst/Feinschliff ja ignoriert. ;D

 

So klappt das nicht. Nicht mal satirisch...

 

Lieben Gruß,

Marco! :s17

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