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(Olga)

"Ich hasse Männer" von Pauline Harmange

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Am 18.12.2020 um 19:41 schrieb Beate K.:

Männer gründen in Deutschland heutzutage auch kaum noch größere Unternehmen. ;) Ist a) schon alles besetzt, und b) die Steuer- und Abgabenpolitik sorgt dafür, dass nicht genug Geld übrig bleibt.

Nun, man gründet kein "größeres" Unternehmen; Unternehmen sind qua Definition klein, wenn sie gegründet werden, und werden erst mit der Zeit größer. Und z.B. alle die großen Unternehmen, die heute die digitale Welt beherrschen – Google, Amazon, Facebook usw. – sind nicht in Zeiten entstanden, in denen Frauen sowas noch nicht gedurft hätten.

Was Deutschland anbelangt, stimmt es aber: Die hier geltenden Steuergesetze und sonstigen Regelungen sind äußerst neugründungsfeindlich. Kann ich sagen als jemand, der es mal probiert hat. Und es niemandem raten würde.

 

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vor 36 Minuten schrieb AndreasE:

Nun, man gründet kein "größeres" Unternehmen; Unternehmen sind qua Definition klein, wenn sie gegründet werden, und werden erst mit der Zeit größer.

Natürlich. Und in Deutschland werden sie eben nicht größer - weder die von Männern noch die von Frauen neu gegründeten Unternehmen.

Wobei du recht hast, Google, Amazon, Facebook usw. sind alles von Männern gegründete Unternehmen, obwohl Frauen das auch "dürften". Frauen gründen mE eher einen Laden als eine Kette, eher etwas regional wirksames als ein Unternehmen, die die Welt beherrschen will.

Bearbeitet von Beate K.

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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Nach meiner Meinung könnten die Frauen mit ihrer Emanzipation erheblich weiter sein, wenn ihnen klar wäre, dass sehr viele Männer hinter ihnen stehen und sie unterstützen. Außerdem sind ihre ärgsten Feinde andere Frauen.

Als ich noch im Beruf war hatte ich eine Geschlechterverteilung meiner Studenten von ungefähr 50:50 und keinen Unterschied in der Qualität der Leistungen. Im Diplom waren es höchstens noch 30% und von denen folgten die meisten ihren Freunden, die sie bald zu heiraten trachteten. Weibliche Doktoranden waren selten und wurden weggeheiratet. Und wenn ich dann höre, dass wir zu wenig weibliche Professoren haben, weil die Männer sie wegbeißen, dann bekomme ich einen dicken Hals.

Ähnliches habe ich von den Kollegen aus der Juristerei gehört, die ebenfalls kaum Doktorandinnen hatten, weil die Damen mit Prädikatsexamen liebe rin die großen Kanzleien gingen, um dort erst einmal richtig Geld zu verdienen. Man kann ihnen das nicht übelnehmen, aber wenn man Karriere machen will, dann muss man das auch wollen.

Und noch ein letztes, aber das ist eine Einzelstimme, die allerdings behauptet, sie wäre nicht allein. Eine Schülerin von mir, Powerfrau, ist bis in die zweite Führungsebene eines großen Unternehmen aufgestiegen. Dann bot man ihr den Auftstieg in den obersten Kreis an. Sie hat abgelehnt und mir gesagt, dass sie sich das nicht antut. Den Ganzen Tag Hahnenkämpfe. Sie zog Sacharbeit vor. Ich fand das damals eine kluge Entscheidung.

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Gleichberechtigung und Emanzipation, aber wir urteilen viel zu schnell und kennen die Entscheidungsprozesse zu wenig. Kein Wunder, dass es bei den gleichen Chancen und gleichen Rechten hapert.

Liebe Grüße
Wolf
(der bei uns zu Hause kocht, aber niemals bügelt)

 

Bearbeitet von Wolf
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vor 4 Stunden schrieb AndreasE:

Nun, man gründet kein "größeres" Unternehmen; Unternehmen sind qua Definition klein, wenn sie gegründet werden, und werden erst mit der Zeit größer. Und z.B. alle die großen Unternehmen, die heute die digitale Welt beherrschen – Google, Amazon, Facebook usw. – sind nicht in Zeiten entstanden, in denen Frauen sowas noch nicht gedurft hätten.

Was Deutschland anbelangt, stimmt es aber: Die hier geltenden Steuergesetze und sonstigen Regelungen sind äußerst neugründungsfeindlich. Kann ich sagen als jemand, der es mal probiert hat. Und es niemandem raten würde.

 

Du musst aber zugeben, dass es einen kleinen Unterschied gibt, etwas rechtlich nicht mehr verboten zu bekommen, und annähernd gleiche Chancen zu haben, oder?

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vor 18 Minuten schrieb JenniferB:

Du musst aber zugeben, dass es einen kleinen Unterschied gibt, etwas rechtlich nicht mehr verboten zu bekommen, und annähernd gleiche Chancen zu haben, oder?

Nun, man könnte fragen, wann das denn gegeben ist, gleiche Chancen? Und inwieweit das vom Geschlecht abhängt und nicht viel mehr vom Elternhaus, vorgelebten Entwürfen, vorhandenem Vermögen, Verwandtschaft mit Kontakten usw.

Ich denke aber eher in die Richtung, die Wolf angedeutet hat: Ein Unternehmen zu gründen heißt, sich 150%ig darauf einzulassen, jahrelang auf Freizeit und Urlaub zu verzichten und an nichts anderes mehr zu denken als an die Firma, Firma, Firma, was man nur tut, wenn man verrückt genug ist, sich davon die Erfüllung seines Lebens vorzustellen. Und das Risiko einzugehen, dass man scheitert und dann mit Schulden dasteht, die man seiner Lebtag nie wieder los wird (dem bin ich seinerzeit nur mit Glück entgangen). Da sind Frauen tendenziell eher vorsichtiger* als Männer.

* es gibt einen Twitter-Account des Titels "Why women live longer than men", der das tagtäglich mit Bildern und Videos veranschaulicht.

 

 

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vor 2 Stunden schrieb Wolf:

Nach meiner Meinung könnten die Frauen mit ihrer Emanzipation erheblich weiter sein, wenn ihnen klar wäre, dass sehr viele Männer hinter ihnen stehen und sie unterstützen. Außerdem sind ihre ärgsten Feinde andere Frauen.

Das ist mehr als richtig. Frauen, die in der heutigen, männerdomierten Welt Erfolg haben, sind Frauen äußerst suspekt.

vor einer Stunde schrieb JenniferB:

Du musst aber zugeben, dass es einen kleinen Unterschied gibt, etwas rechtlich nicht mehr verboten zu bekommen, und annähernd gleiche Chancen zu haben, oder?

Das ist ein nicht totzukriegendes Klischee. Schaut man in die Biografie der Gründer bzw. CEOs von großen, erfolgreichen Unternehmen, wie die schon genannten Facebook, Google, Amazon oder, um in Deutschland zu bleiben, SAP, stellt man ganz schnell fest, dass alle eine Gemeinsamkeit haben - mindestens ein erfolgreich abgeschlossenes MINT-Studium. Natürlich kann Frau sagen, was interessiert mein Beruf, ich will Chancengleicheit. So kann Frau argumentieren, warten, hoffen, argumentieren ..., das ist wie eine Endlosschleife.

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Ich erinnere mich noch an die Zeit (lange her), als es so aussah, als würde Angela Merkel Bundeskanzlerin – und an unglaublich viele, unglaublich gehässige Kommentare von Frauen über ihr Aussehen. Ich hab gedacht, ich bin im falschen Film – da sieht es so aus, als würde endlich mal 'ne Frau Kanzlerin, und Frauen! haben nichts Besseres zu tun, als sich über ihr Aussehen zu mokieren … ihre Frisur, ihre Klamotten, ihr Gesicht usw. usf. Ich meine, wäre das von Männern gekommen (kam es natürlich auch, aber … deutlich seltener), hätte man ja sagen können, klar, olle sexistische Macho-Macker halt, die ihre privilegierte Position bedroht sehen. Aber so … ? Bleibt mir unvergesslich.

Um die Diskussion auf das Ausgangsthema zurückzuführen: Ich glaube nicht, dass man irgendwas verbessert, wenn man eine große gesellschaftliche Gruppe (in diesem Fall ca. 49%) pauschal betrachtet. Das ist schlicht keine Problemlösungsmethode. Also, null Grund, das Ding zu lesen.

Aber es ist eine Methode, Geld zu verdienen.

Und Männer wird sich die Autorin für den Rest ihres Lebens auch erfolgreich vom Hals gehalten haben, was ja vielleicht sogar das Ziel war.

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vor 3 Stunden schrieb Wolf:

 Eine Schülerin von mir, Powerfrau, ist bis in die zweite Führungsebene eines großen Unternehmen aufgestiegen. Dann bot man ihr den Auftstieg in den obersten Kreis an. Sie hat abgelehnt und mir gesagt, dass sie sich das nicht antut. Den Ganzen Tag Hahnenkämpfe. Sie zog Sacharbeit vor. Ich fand das damals eine kluge Entscheidung.

 

Das ist das Dilemma von vielen Frauen, die das Zeug dazu hätten, aber nicht die Lust, sich diesen lange etablierten und bis dato unhinterfragten Hahnenkämpfen auszusetzen. Und ebendiese Hahnenkampf-Haifischbecken-Strukturen verhinderten bisher in viel zu vielen Fällen auch, dass die Frauen, die sich dem gewachsen fühlen und sich in die höheren Etage bewerben, dann aber auch angenommen wurden. Dafür ist die Quote gut und wichtig und richtig: Sie ermöglicht Frauen die Chance, solche Strukturen zu verändern, und jede Frau, die das wagt, hat meinen größten Respekt. Nicht umsonst gibt es zahllose Berichte darüber, dass eine Frau in einer Führungsposition noch immer mehr leisten muss als ein Mann, um anerkannt zu werden.

Ich weiß, was jetzt kommen wird: Frauen sind nicht per se die besseren und objektiveren Leaderinnen, die verkrustete Kompositionen aufweichen und verbessern. Das stimmt. Sie sind es nicht per se. Aber sie können der männerdominierten Homogenität neue Aspekte und Sichtweisen hinzufügen, und bekanntermaßen wächst in gemischten Teams die Kreativität.

Und: Ich begrüße es, wenn mal eine Frau mit Provokationen Geld verdient. Sowas macht ein Herr Böhmermann andauernd.

 

 

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vor 3 Stunden schrieb AndreasE:

Ich denke aber eher in die Richtung, die Wolf angedeutet hat: Ein Unternehmen zu gründen heißt, sich 150%ig darauf einzulassen, jahrelang auf Freizeit und Urlaub zu verzichten und an nichts anderes mehr zu denken als an die Firma, Firma, Firma, was man nur tut, wenn man verrückt genug ist, sich davon die Erfüllung seines Lebens vorzustellen.

Nicht zu vergessen ein Partner, bzw. in der Regel eine Partnerin, die "alles andere" übernimmt, was in einem Leben so anfällt, hilft dabei sehr. Idealerweise ohne sich darüber aufzuregen, die Hälfte zu vergessen (Dummheit schafft Freizeit und so) und vom Umfeld bedauert zu werden. Für eine Firmen-Karriere ist es auch sehr nützlich, wenn der Partner oder die Partnerin einem ohne zu meckern nachzieht, wenn man den Wohnort wechselt. Das alles tun Millionen Frauen, aber bisher leider sehr wenige Männer. Immerhin tun es inzwischen einige, besser als nichts.

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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vor 3 Stunden schrieb SabineB:

Mir war noch nie eine erfolgreiche Frau suspekt. Ganz im Gegenteil.

Ich lasse auch jeder Frau die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob die Assage

Zitat

Das ist mehr als richtig. Frauen, die in der heutigen, männerdomierten Welt Erfolg haben, sind Frauen äußerst suspekt.

auf sie zutrifft. Anderenfalls hätte ich schreiben müssen

Zitat

Das ist mehr als richtig. Frauen, die in der heutigen, männerdomierten Welt Erfolg haben, sind allen anderen Frauen äußerst suspekt.

Ich kenne sowohl die einen und die anderen.

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Und ich glaube, darum geht es in dem Buch. Um die Kleinigkeiten, an denen es z.B. hängt, dass Frauen vielerorts gar nicht erst in einen MINT-Studiengang gehen.

Ich bin jetzt echt noch nicht soo alt. Aber als ich mich in 7. Klasse mit ein paar anderen Mädchen entschloss, Informatik als Hauptfach zu wählen, wurden alle Mädchen - und NUR die Mädchen -  mit dieser Erstwahl  zu einer Infoveranstaltung gebeten. Man klärte uns darüber auf, dass dieses Fach nichts mit "Tippen" zu tun hat und eher Jungs interessiert. Wir sollten uns das gut überlegen, denn die Plätze sind begrenzt, es wäre schade, wenn wir jemandem den Platz wegnehmen, der ihn wirklich will. Außerdem sei der Eingangstest für das Fach sehr schwierig.

Von 20 Kursteilnehmern waren wir am Ende dann zwei Mädchen und ich erinnere mich bis heute an die blöden Kommentare des Lehrers. Wir wären die Deko - haha, das hat wohl nicht geklappt, dafür fehlt die Schönheit -, ob der Damentisch noch zusätzliche Erklärungen benötige, "Sekretärinnen" und noch viel dümmeres.
Meine damalige Kollegin hatte eine 1 in dem Fach, war aber fest entschlossen, damit nie wieder etwas machen zu wollen. Sie hat das einfach nicht mehr ertragen. (Mit 16/17 weiß man noch nicht unbedingt, dass es in dem Umfeld nicht immer so sein muss, wie es die letzten 4 Jahre war.)
Ich hatte ne 5 und bin dann beruflich zur Ausbildung in die Gamerszene gegangen.  (Spoiler: Ende der 90er in einer Branche voller junger Männer mit zu wenig Sozialkontakten, zu wenig Bewegung und einem meist ungesundem Lebensstil war schlimmer als einen Sommer auf dem Bau zu arbeiten. Ohne Spaß. Ich dachte mit Anfang 20 sexuelle Belästigung sei einfach "normal". Zur Karriere dort hat es aus vielleicht nachvollziehbaren Gründen nicht gereicht, ich war ganz froh, da heil rauszukommen.)

Und das ist nicht "vorbei". Bis HEUTE ist es normal, dass ein Mädchen, das sich für den Mathe-LK oder den Schachclub einträgt, gefragt wird, ob sie sich das wirklich "antun" will: Da sind doch fast nur Jungs und die einsame Dicke.
Bis heute bekommt mein skatendes Mädchen blöde Kommentare, die ihr Bruder nicht bekommt. Bis heute gibt es rosa Kindershirts mit der Aufschrift "In Mathe bin ich Deko". Blaue Shirts sind mit "Ich bin cool" und "Einstein" beschriftet, rosafarbene mit "Süße Prinzessin" oder "Zicke".
Bis heute kommen Absagen auf Praktika mit der Begründung: "Leider haben wir keine Damentoilette, daher können wir nur Jungs nehmen."
Das beginnt einfach ganz früh, im kleinen. Und zwar bei und (fast) allen, weil wir mehr oder weniger darauf geprägt sind, dass Mädchen dies sind und Jungs das. Und das prägt dann eben auch Kinder und wirkt sich auf deren Entwicklung aus. Wer  in einem Thema nicht unterstützt wird, weil "Mädchen doch eher dies sind" oder "Jungs eher das mögen", der hat geringere Chancen.
Und das führt zu Nachteilen. Übrigens bei Männern nicht viel weniger als bei Frauen, wenn sie nicht dem "klassischen" Weg folgen wollen.
 


 

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vor 2 Stunden schrieb KarinKoch:

Das ist das Dilemma von vielen Frauen, die das Zeug dazu hätten, aber nicht die Lust, sich diesen lange etablierten und bis dato unhinterfragten Hahnenkämpfen auszusetzen. Und ebendiese Hahnenkampf-Haifischbecken-Strukturen verhinderten bisher in viel zu vielen Fällen auch, dass die Frauen, die sich dem gewachsen fühlen und sich in die höheren Etage bewerben, dann aber auch angenommen wurden. Dafür ist die Quote gut und wichtig und richtig: Sie ermöglicht Frauen die Chance, solche Strukturen zu verändern,

Oh, das sind zum größten Teil nicht Hahnenkämpfe, das sind wirklich Machtkämpfe, und die muss man führen und gewinnen wollen, um in diesen Etagen am richtigen Platz zu sein. Was das heißt, unterschätzt man, wenn man's noch nie live gesehen hat. 

Ich hätte auch keine Lust dazu.

Möglicherweise handhaben Frauen Macht anders als Männer – diesen Eindruck habe ich stark, wenn ich die Bundeskanzlerin beobachte –, aber sie müssen kämpfen und oft genug siegen, um an dem Platz zu bleiben, an dem sie sind, ganz genau wie Männer auch. Da führt kein Weg dran vorbei.

Und die Quote … Also, wie man die wollen kann als Frau ist mir offen gestanden ein Rätsel.

Es ist doch so: Wenn man(n) früher in einer Firma in einem männerdominierten Bereich, sagen wir, im Automobilbau, auf eine Frau in einer Führungsposition traf, dann hat man(n) insgeheim gedacht: "Oh wow – wenn die es in dieser Umgebung so weit gebracht hat, muss die ja sagenhaft kompetent sein." Sprich, sie hatte einen Kompetenzverdacht auf ihrer Seite, den sie nur nicht zu zerstören brauchte.

Heute hingegen denkt man doch: "Ah, und das ist die Quotenfrau." Sprich, sie hat einen Inkompetenzverdacht gegen sich ("man hat sie halt genommen, weil man musste"), den sie erst entkräften muss, was ja, wie gesagt, eine Frau in einer Männerdomäne eh schwer genug hat.

In meinen Augen ist die Quote eine Idee von jemand, der Frauen nicht leiden kann.

 

Bearbeitet von AndreasE
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Gleichberechtigung ist aber nun mal erst erreicht, wenn man als Frau auf einem Posten genau so unfähig sein darf wie ein Mann an gleicher Stelle.

Und was die Frauenquote betrifft, besagt die ja nicht, das Stellen zwingend mit unfähigen Frauen besetzt werden müssen. Sie besagt, dass bei gleicher Qualifikation erst dann Männer wieder bevorzugt werden dürfen, wenn Quote X erreicht ist.

 

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vor 6 Stunden schrieb AndreasE:

* es gibt einen Twitter-Account des Titels "Why women live longer than men", der das tagtäglich mit Bildern und Videos veranschaulicht.

 

 

OT, sorry: Hahaha, großartig! Ich finde ja, Frauen sollten generell mehr Quatsch machen. Das Leben ist dann einfach lustiger, auch wenn man nicht so lange lebt.

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Am 16.12.2020 um 16:57 schrieb Olga:

Dies ist keine Rezension. Denn das Buch "Ich hasse Männer" ist kein Roman, sondern ein Essay mit Gedanken einer Frau zu einem wichtigen Thema. Und diese Frau hat es satt, dass Männer überall Privilegien genießen und Frauen sogar vorschreiben wollen, wie diese für die Gleichberechtigung auftreten sollen.
Da kann man auch schon wüten werden.
Oder doch nicht?
Ist es nicht so, dass viele Mädchen immer noch zu sanftmütigen Frauen in einer rosaroten Welt voller Prinzessinnen erzogen werden? „Erst viel später, als Feministin, konnte ich richtig wütend werden“, erzählt Pauline Harmange. Und etwas weiter: „Und natürlich wurde ich mit Vorwürfen überhäuft, als ich begann, meine Wut herauszulassen.“
Die Autorin schreibt hier über ihren Weg als Feministin, über ihren Kampf gegen die Ungerechtigkeit und darüber, wie sie zur Frau geworden ist, die sie heute ist.
In vielen Momenten habe ich ihr zugestimmt, weil ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe (so behauptete mein Vater, ein Mann sollte älter sein als die Ehefrau, damit er sie führen kann. Wohin? Warum? Das wurde mir in meiner Erziehung nicht verraten). In anderen Punkten war ich einer anderen Meinung.
Das Wichtigste aber: Dieses Buch hat mich zum Nachdenken gebracht. Früher fielen mir eher große Sachen zum Thema ein: Wie kommen Frauen in führende Positionen? Wie erreicht man die Gleichberechtigung in Gehältern?
Dieses Buch zeigt, dass das Umdenken in kleineren Augenblicken stattfinden muss.
Wie oft habe ich gehört, wie meine Freundinnen ihre Männer loben, weil diese im Haushalt helfen. „Ist das schon perfekt?“, fragt die Autorin. „Oder nicht viel mehr eine Selbstverständlichkeit?“ Und hier dachte ich mir: Wie oft passiert eigentlich, dass ein Mann im Kreise seiner Kumpels seine Frau dafür lobt, dass diese ihm hilft, das Klo zu putzen?
Vor allem aber beginnt das Umdenken unter uns, Frauen, selbst. Wir müssen lernen, keine Frau zu verurteilen, wenn ihre Wohnung chaotisch aussieht. Und wenn eine Frau nicht kochen will oder kann, sollte man vielleicht nicht versuchen, ihr die neuste Ausgabe von „Kochen for Dummies“ zu besorgen.
Wir sollten aufhören, einander ein schlechtes Gewissen zu machen!
"Ich hasse Männer" ist provokant. Dieser Hass ist für Pauline Harmange der einzige Weg, Männer von ihrem Podest herunterzuholen. Diesen Weg muss nicht jede von uns gehen. Wir müssen nicht mit allem einverstanden sein.
Der Autorin zuzuhören, könnte sich dennoch lohnen.

Danke, Olga, das klingt sehr interessant und ich werde mir auf jeden Fall die Leseprobe runterladen!

 

Bearbeitet von MaschaV
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Vorhin habe ich schon einen "Blick ins Buch" geworfen. Ich fand das ziemlich nichtssagend, umrahmt von vielen Buch-und Quellenhinweisen. Es gab auf diesen ersten Seiten nichts Neues für mich, das Neueste war, dass bei 90% der häuslichen Gewalttaten Frauen die Opfer sind. Das wusste ich aber schon  aus der Zeitung.

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Boah, Jenny, das ist ja krass in deinem Umfeld. :(

Meine jetzt 19jährige Tochter hatte Informatik und Mathe als Leistungskurse und studiert jetzt im Dualstudium Elektrotechnik im dritten Semester. Im Schülerpraktikum war sie in einem Autohaus - in der Werkstatt, nicht im Verkauf. Ok, sie ist in ihrem Studienjahrgang das einzige Mädchen, hat aber damit keine Probleme. Sie fühlt sich von ihren Neigungen her nicht am richtigen Platz, d.h sie brennt nicht für Elektrotechnik, das tun aber viele der jungen Männer auch nicht. Ich bin sicher, sie wird damit etwas finden, das zu ihr passt, und wenn sie das Studium nicht schaffen sollte (die Durchfallquote ist hoch) hat sie trotzdem etwas Nützliches gelernt.

Da scheinst du in einer sehr, äh, zurückgebliebenen Gegend zu wohnen. Oder ich in einer nicht so, kann auch sein.

Was die dämlichen T-Shirts und Spielzeuge betrifft, die sollten einfach in den Läden verstauben, dann würden sie von selbst verschwinden. Da es wohl eher selten Männer sind, die so etwas kaufen und anschleppen, ist das mal wieder ein Feld der Emanzipation, in dem Frauen (insgesamt, nicht als einzelne) selber schuld sind an ihrem Elend.

Die Verachtung für Naturwissenschaften und das Kokettieren damit, davon keine Ahnung zu haben, ist aber nach meinem Eindruck nicht auf Frauen beschränkt, sondern generell (inzwischen, leider) in der Gesellschaft sehr verbreitet. In Zeiten von Klimawandel und Pandemie finde ich das noch problematischer, als es so schon wäre. :(

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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Einer der Dinge die bei mir in dem Interview mit Stephanie Schuster im Montsegur Videokanal hängengeblieben ist, ist die Tatsache, dass unverheiratete Mütter in Deutschland bis in die 50er Jahre nicht der Vormund ihrer eigenen unehelichen Kinder sein konnten. Solche Gesetze bestehen heute zum Glück nicht mehr, und zumindest gesetzlich ist die Gleichheit mehr oder weniger gewährleistet. 


Mein Problem bei feministischen Ansätzen wie er in dem Buch von Pauline Harmange vertreten wird, ist dass Chancengleichheit mit Gleichheit des Resultats verwechselt wird, und das extrem selektiv. Es ist nicht genug, dass Männer und Frauen die gleichen Chancen haben, sondern die Resultate müssen auch gleich sein: In Positionen, die als privilegiert gelten, wie in gut  bezahlten Berufen oder in Führungspositionen, müssen künstlich Frauenquoten geschaffen werden. Allerdings sind diese Resultate sehr selektiv gewählt, z.B. auf sehr enge Felder wie Führungspositionen oder als angesehen geltende Berufe bezogen. Dass Berufsfelder wie Klempner, Feuerwehrmänner (!), Bauarbeiter und Straßenreinigungsarbeiter ebenfalls eine niedrige Frauenquote haben, wird hier gern außer acht gelassen. Niemand ruft nach mehr weiblichen Klempnern, und das sagt viel über den inhaltlichen Zwiespalt eines solchen Buches aus, das neidisch nur nach oben blickt und dabei die vermeintlich männlichen Privilegien anprangert.

Dabei gibt es in entgegengesetzter Richtung eine andere Männerdomäne, in der Frauen ebenfalls eine verschwindend kleine Minderheit bilden: Die Insassen von Gefängnissen. Hier sind nur etwa 5% der Insassen Frauen. Ähnlich unter Obdachlosen, und unter den Leuten, die tödliche Unfälle am Arbeitsplatz erleiden. 


Was beim Ruf nach Gleichheit oft vergessen wird, ist, dass nur auf die Privilegien einer relativ kleinen Gruppe von Männern geschielt wird. Diese privilegierte Schicht von Männern gibt es ja zweifellos. Die Kehrseite, die in der sich ebenfalls mehr Männer als Frauen wiederfinden, wird ignoriert. Typisch männliche Charaktereigenschaften wie Risikobereitschaft, Status- und Geltungsdrang sowie Aggression führen im Idealfall in die Chefetage und schlimmstenfalls in die Gefängniszelle. 

Dass die Autorin den Titel nicht so ganz ernst meint und es von den Lesern ebensowenig erwartet ist klar. Denn 'Ich hasse Männer' funktioniert nur so lange, bis man nach der Polizei, dem Klempner und der Feuerwehr rufen muss.

Bearbeitet von AlexanderW

Der größte Feind des Herzens ist die Vernunft.
-Giacomo Casanova

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vor 31 Minuten schrieb AlexanderW:

Einer der Dinge die bei mir in dem Interview mit Stephanie Schuster im Montsegur Videokanal hängengeblieben ist, ist die Tatsache, dass unverheiratete Mütter in Deutschland bis in die 50er Jahre nicht der Vormund ihrer eigenen unehelichen Kinder sein konnten. Solche Gesetze bestehen heute zum Glück nicht mehr, und zumindest gesetzlich ist die Gleichheit mehr oder weniger gewährleistet. 

Was beim Ruf nach Gleichheit oft vergessen wird, ist, dass nur auf die Privilegien einer relativ kleinen Gruppe von Männern geschielt wird. Diese privilegierte Schicht von Männern gibt es ja zweifellos. Die Kehrseite, die in der sich ebenfalls mehr Männer als Frauen wiederfinden, wird ignoriert. Typisch männliche Charaktereigenschaften wie Risikobereitschaft, Status- und Geltungsdrang sowie Aggression führen im Idealfall in die Chefetage und schlimmstenfalls in die Gefängniszelle. 

Dass die Autorin den Titel nicht so ganz ernst meint und es von den Lesern ebensowenig erwartet ist klar. Denn 'Ich hasse Männer' funktioniert nur so lange, bis man nach der Polizei, dem Klempner und der Feuerwehr rufen muss.

Es gab auch die sogenannte "Schlüsselgewalt", bei der die Frau selbständig zum Beispiel keine Waschmaschine kaufen durfte. Der Mann konnte das ohne Weiteres rückgängig machen. Dank der Frauenbewegung wurden solche unsinnigen Gesetze abgeschafft. Mit den Privilegien sagst du mir etwas Neues und Wahres. Man kann mich korrigieren, aber es gibt ja meines Wissens auch keine Rennfahrerinnen. Wenigstens keine berühmten. Irgendwo gibt es wohl diesen kleinen Unterschied. Der Klempner ist bei mir immer ein Mann, und auch der Schornsteinfeger. Apropos Rennfahren. Ich hasse Männer, die illegale Rennen fahren müssen.

Bearbeitet von Christa
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vor 48 Minuten schrieb Beate K.:

Da scheinst du in einer sehr, äh, zurückgebliebenen Gegend zu wohnen. Oder ich in einer nicht so, kann auch sein.

Was die dämlichen T-Shirts und Spielzeuge betrifft, die sollten einfach in den Läden verstauben, dann würden sie von selbst verschwinden. Da es wohl eher selten Männer sind, die so etwas kaufen und anschleppen, ist das mal wieder ein Feld der Emanzipation, in dem Frauen (insgesamt, nicht als einzelne) selber schuld sind an ihrem Elend.

 

 

Wie ich oben schon sagte - es ist regional wirklich *krass* verschieden.
Ich bin ja nur eine Stadt weiter gezogen, aber von einem Extrem ins andere. In meiner Heimatstadt war meine Mutter in den 90ern schon sehr selbstverständlich KFZ-Mechanikerin und ich habe ein Schulpraktikum auch sehr selbstverständlich bei Gas, Wasser, Scheiße gemacht. (War cool.)

Mit diesen beiden Informationen schaffe ich es hier, dass den Nachbarinnen der Prosecco durch die Nase kommt.

"Die kleine Jenny möchte aus den 50ern abgeholt werden."

 

Selber schuld - soweit würde ich nicht gehen. Sehr vielen Männern ist schon sehr daran gelegen, dass die alten Strukturen aufrecht erhalten werden. Das zeigt sich mal sehr deutlich und mal sehr hintenrum.
Aber natürlich sind Frauen vorwiegend selbst gefragt, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Sonst tut es ha auch keiner.

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vor einer Stunde schrieb AlexanderW:

Was beim Ruf nach Gleichheit oft vergessen wird, ist, dass nur auf die Privilegien einer relativ kleinen Gruppe von Männern geschielt wird. Diese privilegierte Schicht von Männern gibt es ja zweifellos.

Jo, und diese kleine privilegierte Gruppe von Männern hat dann sehr oft sehr viel Macht über sehr viele Menschen.

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vor 31 Minuten schrieb JenniferB:

Selber schuld - soweit würde ich nicht gehen. Sehr vielen Männern ist schon sehr daran gelegen, dass die alten Strukturen aufrecht erhalten werden. Das zeigt sich mal sehr deutlich und mal sehr hintenrum.

Aber natürlich sind Frauen vorwiegend selbst gefragt, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Sonst tut es ha auch keiner.

... und damit vergraulst du dir auch noch die Männer, denen etwas daran liegt, dass sich Frauen und Männer auf Augenhöhe im Leben begegnen und hilfst denen, die das nicht wollen.

Warum soll ich mich als Mann, im übertragenen Sinne, schlagen lassen und dafür auch noch danke sagen?

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