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(Olga)

"Ich hasse Männer" von Pauline Harmange

Empfohlene Beiträge

Dies ist keine Rezension. Denn das Buch "Ich hasse Männer" ist kein Roman, sondern ein Essay mit Gedanken einer Frau zu einem wichtigen Thema. Und diese Frau hat es satt, dass Männer überall Privilegien genießen und Frauen sogar vorschreiben wollen, wie diese für die Gleichberechtigung auftreten sollen.
Da kann man auch schon wüten werden.
Oder doch nicht?
Ist es nicht so, dass viele Mädchen immer noch zu sanftmütigen Frauen in einer rosaroten Welt voller Prinzessinnen erzogen werden? „Erst viel später, als Feministin, konnte ich richtig wütend werden“, erzählt Pauline Harmange. Und etwas weiter: „Und natürlich wurde ich mit Vorwürfen überhäuft, als ich begann, meine Wut herauszulassen.“
Die Autorin schreibt hier über ihren Weg als Feministin, über ihren Kampf gegen die Ungerechtigkeit und darüber, wie sie zur Frau geworden ist, die sie heute ist.
In vielen Momenten habe ich ihr zugestimmt, weil ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe (so behauptete mein Vater, ein Mann sollte älter sein als die Ehefrau, damit er sie führen kann. Wohin? Warum? Das wurde mir in meiner Erziehung nicht verraten). In anderen Punkten war ich einer anderen Meinung.
Das Wichtigste aber: Dieses Buch hat mich zum Nachdenken gebracht. Früher fielen mir eher große Sachen zum Thema ein: Wie kommen Frauen in führende Positionen? Wie erreicht man die Gleichberechtigung in Gehältern?
Dieses Buch zeigt, dass das Umdenken in kleineren Augenblicken stattfinden muss.
Wie oft habe ich gehört, wie meine Freundinnen ihre Männer loben, weil diese im Haushalt helfen. „Ist das schon perfekt?“, fragt die Autorin. „Oder nicht viel mehr eine Selbstverständlichkeit?“ Und hier dachte ich mir: Wie oft passiert eigentlich, dass ein Mann im Kreise seiner Kumpels seine Frau dafür lobt, dass diese ihm hilft, das Klo zu putzen?
Vor allem aber beginnt das Umdenken unter uns, Frauen, selbst. Wir müssen lernen, keine Frau zu verurteilen, wenn ihre Wohnung chaotisch aussieht. Und wenn eine Frau nicht kochen will oder kann, sollte man vielleicht nicht versuchen, ihr die neuste Ausgabe von „Kochen for Dummies“ zu besorgen.
Wir sollten aufhören, einander ein schlechtes Gewissen zu machen!
"Ich hasse Männer" ist provokant. Dieser Hass ist für Pauline Harmange der einzige Weg, Männer von ihrem Podest herunterzuholen. Diesen Weg muss nicht jede von uns gehen. Wir müssen nicht mit allem einverstanden sein.
Der Autorin zuzuhören, könnte sich dennoch lohnen.

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Ist das echt noch so? Mir machen andere Frauen kein schlechtes Gewissen. Würden sie es tun, wären sie nicht meine Gesprächspartnerinnen, da wäre ich schneller weg, als man das Wort Kochen buchstabieren kann. Und: Ich mag echt nicht alle Menschen, aber ich hasse doch keinen aufgrund seines Geschlechts.  Egal, welches er hat.

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vor 10 Minuten schrieb AndreaM:

Ist das echt noch so? Mir machen andere Frauen kein schlechtes Gewissen. Würden sie es tun, wären sie nicht meine Gesprächspartnerinnen, da wäre ich schneller weg, als man das Wort Kochen buchstabieren kann. Und: Ich mag echt nicht alle Menschen, aber ich hasse doch keinen aufgrund seines Geschlechts.  Egal, welches er hat.

Es kommt stark darauf an, wo und in welchen Kreisen man sich bewegt.

Tatsächlich dachte ich in meiner Heimatstadt lange, es bräuchte keinen Feminismus mehr. Ist doch alles fein.
Dann sind wir nur eine Stadt weiter gezogen und hier geht so im Kleinen echt noch die Post ab. Wenn mein Mann verreist, ist das keinen Kommentar wert - dabei stehen wir dann tatsächlich vor dem großen Problem, wer etwas Essbares auf den Tisch bringt.
Fahre ich auf Lesereise, erkundigen sich erst mal alle Nachbarinnen mit hochgezogenen Brauen, wer sich denn derweil um die Kinder kümmert. Die Schulen rufen auch grundsätzlich bei mir an, auch wenn die Nummer meines Mannes an erster Stelle steht.
Und ich werde NIE den ersten KiTa-Tag meines Jüngsten vergessen, wo er erst mal ausgelacht wurde, weil auf seiner roten Brotdose eine Pony rauf war. "Hahaaa - ist für Mädchen!"
Was kein Drama ist. Das Drama war das hilflose Lächeln der Erzieherin, die meinte: "Ja, das nehmen die schon ganz genau."
(Ich habe mich St.Martin gerächt und dem betreffenden Kind gesagt, es dürfe leider nicht auf unserem Pony reiten - ist für Mädchen. - Es durfte dann natürlich doch, aber das Gesicht war es mir wert.)

Den Titel finde ich aber tatsächlich abschreckend. Auch mit dem Wissen, dass Titel meist nicht die Autorinnen aussuchen, sondern der Verlag.

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Es gab zu dem Buch einen Artikel im Spiegel vor einigen Monaten. Tatsächlich wurde die Autorin wegen des Titels auch in Frankreich kritisiert. Sie hat ihn offenbar selbst gewählt. Sie meinte dann, sie würde ja nicht zu Gewalt gegen Männer aufrufen und außerdem gäbe es auch Männer die sie mag, vor allem ihren Ehemann, den liebt sie sehr. Meines Erachtens wollte sie mit diesem Titel vor allem provozieren und Aufmerksamkeit wecken. Irgendein Titel wie "Was ich an einigen Männern nicht mag" oder so hätte keine entsprechende Wirkung gehabt.

Interessant an Olgas Zusammenfassung fand ich eben den Hinweis, dass Frauen sich auch oft selbst in den Rücken fallen. Ich bin so eine von denen, die nicht gern putzt und kocht. Wenn ich es mache, soll es vor allem schnell gehen. Mein Mann ist da viel gewissenhafter und er mag es auch, in der Küche herumzuexperimientieren, sodass ich meistens ihn kochen lasse und bei Bedarf mithelfe, damit er nicht alles allein erledigen muss. Es überraschte mich manchmal, welch entgeisterte Blicke von teilweise deutlich jüngeren Frauen bekommen habe, wenn ich das erzählte. Mit Männern hingegen hatte ich deshalb nie Probleme, auch in früheren Beziehungen wurde es klaglos akzeptiert, dass ich keine tolle Köchin bin, und was den Haushalt betraf, waren die Jungs froh, dass ich da nicht pringelig bin.

Abgesehen davon aber glaube ich, dass Olgas Beitrag im falschen Bereich gelandet ist. Hier sollen doch eigene Bücher vorgestellt werden, oder?

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Früher hat meine Frau immer gekocht. Klassische, archaische Rollenverteilung: drei Kinder, Frau zu Hause, Mann im Büro oder um die Welt jetten. Und sie war immer eine großartige Köchin. Aber seit einiger Zeit haben wir gewechselt. Ich koche und sie liest ein Buch und wartet, was ich ihr anzubieten habe. Letztens war ich mal wieder einkaufen und treffe die Nachbarn, Ehepaar nahe 80. "Wo ist denn ihre Frau? Geht die nicht einkaufen?", fragt die Dame verwundert. Ich sage: "Ich bin der Koch zu Hause. Und der Koch muss natürlich einkaufen." Noch mehr Verwunderung. Diesmal eher kritische. "Und was macht dann Ihre Frau so den ganzen Tag?" Ich lache und sage: "Sie liest gern. Außerdem macht sie die Wäsche." "Ach so", sagt die Dame dünnlippig. "Arbeitsteilung." "Ganz genau", sage ich. "Und noch einen schönen Tag wünsche ich Ihnen!"

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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vor 6 Minuten schrieb Ulf Schiewe:

Früher hat meine Frau immer gekocht. Klassische, archaische Rollenverteilung: drei Kinder, Frau zu Hause, Mann im Büro oder um die Welt jetten. Und sie war immer eine großartige Köchin. Aber seit einiger Zeit haben wir gewechselt. Ich koche und sie liest ein Buch und wartet, was ich ihr anzubieten habe. Letztens war ich mal wieder einkaufen und treffe die Nachbarn, Ehepaar nahe 80. "Wo ist denn ihre Frau? Geht die nicht einkaufen?", fragt die Dame verwundert. Ich sage: "Ich bin der Koch zu Hause. Und der Koch muss natürlich einkaufen." Noch mehr Verwunderung. Diesmal eher kritische. "Und was macht dann Ihre Frau so den ganzen Tag?" Ich lache und sage: "Sie liest gern. Außerdem macht sie die Wäsche." "Ach so", sagt die Dame dünnlippig. "Arbeitsteilung." "Ganz genau", sage ich. "Und noch einen schönen Tag wünsche ich Ihnen!"

Du hättest den Frauen sagen sollen: "Sie hat mich dazu gezwungen, denn andernfalls würde sie meine Bücher nicht lesen" ;-) - dann hätten die was zu tratschen gehabt. 

 

Spaßt beiseite - ich denke, das größte Problem sind tatsächlich Frauen, die anderen Frauen in den Rücken fallen und Männer, die Frauen unterdrücken, damit stärken. Ich erinnere mich noch gut daran, wie mir in den 1990er Jahren eine Frau mal sagte, sie hätte sich mit ihrem arbeitslosen Mann gestritten (sie hatte einen Vollzeitjob), dass andere Männer auch Hosen bügeln könnten, aber er immer nur rumsitze und sie bügeln müsse. Ich fragte sie daraufhin, ob es denn wenigstens ihre Hosen gewesen wären, die sie gebügelt hätte. Sie erwiderte, es wären seine Hosen. Ich daraufhin: "Und warum bügelst du die? Du hast doch selbst schuld, wenn du das machst. Dann rennt er eben mit ungebügelten Hosen rum." Sie daraufhin zu mir: "Damit die anderen Frauen über mich reden, wie ich meinen Mann rumlaufen lasse? Nee, da stehe ich lieber noch abends am Plättbrett." Als ich daraufhin sagte, dass es doch nicht für sie peinlich sei, sondern für ihren Mann, meinte sie (sie war Ende 20, keine alte Schabracke): "Du kannst da nicht mitreden, du bist ja nicht verheiratet."

Mein Mitleid mit derartigen Frauen hält sich seitdem in Grenzen. 

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Ich frage mich gerade, wie ein Buch "Ich hasse Frauen" von einem Mann ankommen würde. Oder ein Buch "Ich hasse Weiße/Schwarze/Grüne". Wahrscheinlich nicht so gut? Eben.

Ich hasse niemanden, finde es auch nicht gesund, das zu tun, nicht mal wenn einem jemand persönlich etwas angetan hat, und jemanden, der vorgibt die Hälfte der Weltbevölkerung zu hassen kann ich nicht ernst nehmen. Nicht mal, wenn der Verlag den Titel ausgesucht hätte - dann hätte sich die Autorin immer noch wehren können. Wenn er von ihr ist, um so schlimmer. Ich würde ein Buch mit so einem Titel niemals kaufen und damit unterstützen, und was eine Autorin mitzuteilen hat, die so etwas schreibt, interessiert mich nicht.

Zur Emanzipation gehört mE auch, sich zu überlegen, was man sagt oder schreibt, und nicht etwas so hinzuplappern, als hätte es keine Bedeutung (und könnte niemanden verletzen).

Wie oft habe ich gehört, wie meine Freundinnen ihre Männer loben, weil diese im Haushalt helfen. „Ist das schon perfekt?“, fragt die Autorin. „Oder nicht viel mehr eine Selbstverständlichkeit?“ Und hier dachte ich mir: Wie oft passiert eigentlich, dass ein Mann im Kreise seiner Kumpels seine Frau dafür lobt, dass diese ihm hilft, das Klo zu putzen?

Mit dem Klo putzen haben die Damen mE etwas nicht verstanden. Seit wann heißt denn Gleichberechtigung, von allem genau die Hälfte zu machen? Helfen die Freundinnen den Männern auch, die schweren Getränkekisten zu tragen oder die Autoreifen zu wechseln?

Vor allem aber beginnt das Umdenken unter uns, Frauen, selbst.

So ist es. Meiner Erfahrung nach haben NUR Frauen ein Problem mit Frauen, die nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Die allerdings sehr unterschiedlich sein können, je nachdem, in welchen "Kreisen" man sich bewegt.

Wir müssen lernen, keine Frau zu verurteilen, wenn ihre Wohnung chaotisch aussieht. Und wenn eine Frau nicht kochen will oder kann, sollte man vielleicht nicht versuchen, ihr die neuste Ausgabe von „Kochen for Dummies“ zu besorgen.

Wenn man es in der gleichen Situation auch einem Mann schenken würde, warum nicht?

Wir sollten aufhören, einander ein schlechtes Gewissen zu machen!

Damit sollte man gar nicht erst anfangen.

Liebe Grüße
Beate

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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vor 35 Minuten schrieb Beate K.:

Ich frage mich gerade, wie ein Buch "Ich hasse Frauen" von einem Mann ankommen würde. Oder ein Buch "Ich hasse Weiße/Schwarze/Grüne". Wahrscheinlich nicht so gut? Eben.

Die Frage ist ganz einfach beantwortet, wenn eine Frau der Meinung ist, ihren Hass gegenüber Männern zwischen zwei Buchdeckel klemmen zu müssen, ist das

  • Kunstfreiheit,
  • ihre Meinung und
  • ihre Lebenszeit, die sie beim Schreiben verbraucht.

Ich muss meine Lebenszeit nicht damit vergeuden, den vorderen Buchdeckel aufzuklappen und zu lesen. Mittlerweile habe ich mir da ein dickes Fell zugelegt. Ich muss nicht über jedes Stöckchen springen, was Frau mir vor die Füße hält, hat was mit Emanzipation zu tun und das kann ich Frau auch nur empfehlen, wenn sie mit Männern auf Augenhöhe stehen will.

Bearbeitet von Dietmar
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Der Titel soll ja erst mal provozieren und aufmerksam machen, und das tut er. Mich persönlich interessiert schon, was genau sich dahinter verbirgt und ob er wirklich so wörtlich gemeint ist, wie der Klappentext postuliert.

 

Am 16.12.2020 um 16:57 schrieb Olga:

Früher fielen mir eher große Sachen zum Thema ein: Wie kommen Frauen in führende Positionen? Wie erreicht man die Gleichberechtigung in Gehältern?
Dieses Buch zeigt, dass das Umdenken in kleineren Augenblicken stattfinden muss.

Geht mir auch so, Olga. Diese Aufmerksamkeit im Kleinen muss ich mir noch viel mehr erarbeiten, im Umgang miteinander, aber auch in der Sprache. Gerade dieses "helfen" im Haushalt oder mit den Kindern, dieses Verb wird schon noch sehr häufig ganz selbstverständlich in Bezug auf Männer benutzt, aber nie in Bezug auf Frauen. Sich dessen bewusst zu werden, egal, welches Geschlecht, ist schon ein wichtiger Teil des Problems.

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Der Titel und das Marketing dieses Buches ist für mich ein gutes Beispiel für Provokation=Aufmerksamkeit. 

vor 14 Stunden schrieb Beate K.:

Ich frage mich gerade, wie ein Buch "Ich hasse Frauen" von einem Mann ankommen würde. Oder ein Buch "Ich hasse Weiße/Schwarze/Grüne". Wahrscheinlich nicht so gut? Eben.

Dem kann ich nur zustimmen.

Ein Beispiel für ein solches Schock-Buch gab es in den USA vor mehr als zehn Jahren, als ein Buch mit dem Titel "Men are better than women" des Amerikanischen Autors Dick Masterson, eines bekennenden Chauvinisten, veröffentlicht wurde. Ich habe weder das eine oder andere Buch gelesen und kann daher zu dem Inhalten nichts sagen, aber ich finde die Öffentlichkeitsarbeit beider Autoren ähnelt sich durchaus. Beide setzen auf die provokative Wirkung ihrer Titel und ihres Auftretens, ihre Interviews und Fernsehauftritte sind vielen bekannter als die Inhalte ihrer Bücher. 

Bearbeitet von AlexanderW
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Natürlich ist der Titel überspitzt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Aber ich sehe das gelassen. Natürlich meint sie nicht alle Männer. Aber wenn man in Betracht zieht, was für miese Typen es gibt, und was man Frauen in Jahrtausenden angetan hat und oft immer noch antut, dann schadet es sicher nicht, wenn da mal jemand aufschreit und anklagt. Wir Männer sind sicher keine Opfer, aber Frauen sind es immer noch zu oft.

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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vor 8 Minuten schrieb Ulf Schiewe:

Natürlich ist der Titel überspitzt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Aber ich sehe das gelassen. Natürlich meint sie nicht alle Männer. Aber wenn man in Betracht zieht, was für miese Typen es gibt, und was man Frauen in Jahrtausenden angetan hat und oft immer noch antut, dann schadet es sicher nicht, wenn da mal jemand aufschreit und anklagt. Wir Männer sind sicher keine Opfer, aber Frauen sind es immer noch zu oft.

Danke Ulf.;) So sehe ich das auch.

Ich hätte als Lektorin wahrscheinlich zu einem weniger radikalen Titel geraten, zumal die Autorin ja später selbst zugab, dass sie keineswegs alle Männer hasst. Es mag sogar ein kulturelles Problem sein. Ich habe den Eindruck, dass man in Frankreich bei politischen und gesellschaftlichen Diskussionen gern heftig provoziert und auf den Putz haut. In Deutschland ist man da sachlicher - und nimmt Aussagen daher auch schnell ernster, als sie wirklich gemeint sind.

Es steht natürlich jedem frei, das Buch wegen des Titels abzulehnen. Man kann auch der Meinung sein, dass solche Bücher inzwischen unnötig sind, weil Frauen selbst schuld sind, wenn sie nicht aus alten Denkmustern rauskommen und sich unterdrücken lassen. Um aber über das Buch selbst zu urteilen, müsste man es gelesen haben. Das hat soweit ja nur Olga getan, und so, wie es es zusammenfasste, klang es für mich lesenswert.

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vor 21 Stunden schrieb JenniferB:

Tatsächlich dachte ich in meiner Heimatstadt lange, es bräuchte keinen Feminismus mehr. Ist doch alles fein.
Dann sind wir nur eine Stadt weiter gezogen und hier geht so im Kleinen echt noch die Post ab. Wenn mein Mann verreist, ist das keinen Kommentar wert - dabei stehen wir dann tatsächlich vor dem großen Problem, wer etwas Essbares auf den Tisch bringt.
Fahre ich auf Lesereise, erkundigen sich erst mal alle Nachbarinnen mit hochgezogenen Brauen, wer sich denn derweil um die Kinder kümmert. Die Schulen rufen auch grundsätzlich bei mir an, auch wenn die Nummer meines Mannes an erster Stelle steht.

Es gibt ja diese Untersuchungen für die gelben Hefte bei Kindern. Dass man sie gemacht hat, müssen die Kärtchen weggeschickt werden. Bei uns ist wohl ein solches Kärtchen auf dem Weg verloren gegangen. Prompt meldete sich das Jugendamt bei MIR. ICH musste mit meinem Kind vorstellig werden, ihnen das Kind zeigen, dass es ihm gut geht usw. usf. Nicht mein Mann. 

Und ansonsten: Provokativ gesagt, sind natürlich Frauen schuld, wenn sie nicht aus den alten Denkmustern herauskommen. Der Punkt ist aber: Im ersten Schritt muss man überhaupt erkennen, wie weit diese Denkmuster reichen und wo die Ungerechtigkeit beginnt. Um überhaupt etwas dagegen zu tun. Und sie beginnt schon in sehr kleinen Aspekten. Diese Aspekte zu erkennen, hat mir dieses Buch durchaus geholfen.

Und ein sehr guter Satz war: "Vor allem aber, dass wir sie (Anm. Männer) mit unseren men-are-trash-Parolen nur vergraulen und ein für alle Mal davon abhalten, uns beizuspringen und in unserem Kampf zu unterstützen. Als könnten wir unseren Kampf nicht ohne sie führen (...)"
Diesen Blick fand ich auch sehr gut. Weil er ein Stück weg von dieser Abhängigkeit wegführt, die in vielen Köpfen herrscht. Als bräuchte eine Frau einen Mann, um sich behaupten. Als müsse er ihr helfen, ihren Platz freizukämpfen.

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vor 1 Stunde schrieb Olga:

Und ein sehr guter Satz war: "Vor allem aber, dass wir sie (Anm. Männer) mit unseren men-are-trash-Parolen nur vergraulen und ein für alle Mal davon abhalten, uns beizuspringen und in unserem Kampf zu unterstützen. Als könnten wir unseren Kampf nicht ohne sie führen (...)"
Diesen Blick fand ich auch sehr gut. Weil er ein Stück weg von dieser Abhängigkeit wegführt, die in vielen Köpfen herrscht. Als bräuchte eine Frau einen Mann, um sich behaupten. Als müsse er ihr helfen, ihren Platz freizukämpfen.

Diesen Satz finde ich ebenfalls gut. Und ich fand schon immer - seit Beginn der Frauenbewegung - dass es kontraindiziert ist, gegen Männer per se anzukämpfen, anstatt sich gemeinsam gegen die Ungerechtigkeiten und Zustände dieser Welt zu engagieren. Wer noch nicht weiß, wie er selbstbewusster werden kann, für den ist das Buch vielleicht ein Wink. Auf jeden Fall hatte meine Mutter von Alice Schwarzers Buch "Der kleine Unterschied und seine großen Folgen" sehr profitiert und sich in einem Frauenhaus engagiert.

 

Den Titel finde ich so knallig und provokant, dass er mich erstmal davon abgehalten hat, den Thread überhaupt zu lesen. Dann habe ich mir das Buch angeguckt. "Pflichtlektüre für alle Frauen" stand im Klappentext. Das schreckt mich nochmal ab. Wenn ich Zeit habe, klicke ich noch auf den "Blick ins Buch" und entscheide dann, ob ich das brauche.

Bearbeitet von Christa
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vor 2 Stunden schrieb Dietmar:

... oder Die geschützten Männer von Robert Merle.

Da können die Frauen ja nichts für die Krankheit, die nur Männer dahinrafft, und hassen die Männer auch nicht. :)

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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vor 41 Minuten schrieb Beate K.:

Da können die Frauen ja nichts für die Krankheit, die nur Männer dahinrafft, und hassen die Männer auch nicht. :)

Das nicht, aber sie werden schon ziemlich auf ihre Zeugungsfunktion reduziert und haben ansonsten nicht viel zu sagen (also, die Männer :-) ).

Bearbeitet von KerstinH
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vor 24 Minuten schrieb Beate K.:

Da können die Frauen ja nichts für die Krankheit, die nur Männer dahinrafft, und hassen die Männer auch nicht. :)

Das Buch spiegelt in vielen Bereichen die reale, männerdominierte, Welt.

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vor 3 Stunden schrieb Olga:

Als bräuchte eine Frau einen Mann, um sich behaupten. Als müsse er ihr helfen, ihren Platz freizukämpfen.

Aber das ist doch heute der Generaltenor. Frauen können keine eigenen Unternehmen gründen, man muss ihnen Vorstandsposten in den von Männern gegründeten geben.

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Aber das sind dann Unternehmen, die zum großen Teil in einer Zeit entstanden sind, in der Frauen tatsächlich aus vielen Gründen noch keine Firmen gegründet haben, es nicht durften oder es sich selbst nicht zutrauten. Ohne die mutigen Frauen, die es mir vorgelebt haben, hätte ich vor zwanzig Jahren auch keine eigene Praxis gegründet.

( Und als ich 1970 aufs Gymnasium wollte, hieß es lapidar: "Du heiratest ja doch ...")

 

 

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vor 4 Stunden schrieb AndreasE:

Aber das ist doch heute der Generaltenor. Frauen können keine eigenen Unternehmen gründen, man muss ihnen Vorstandsposten in den von Männern gegründeten geben.

Männer gründen in Deutschland heutzutage auch kaum noch größere Unternehmen. ;) Ist a) schon alles besetzt, und b) die Steuer- und Abgabenpolitik sorgt dafür, dass nicht genug Geld übrig bleibt.

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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