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ChristianeL

Lesungen - warum überhaupt noch?

Empfohlene Beiträge

Andreas, das steht auch im Artikel ;-)

 

Ich finde den Artikel tatsächlich nicht richtig. Lesungen sind oft ziemlich interessant und unterhaltsam, man bekommt etwas vom Autor mit und kann sein Anliegen, das Buch zu schreiben, meist ganz gut erfassen. Und, ganz wichtig, es ist meist die einzige Möglichkeit zwischen Leser und Autor, direkt miteinander in Kontakt zu treten. Das ist eine Menge wert, finde ich. Ich möchte weder als Autorin noch als Leserin darauf verzichten.

Bearbeitet von AnnaW

Bücher
 

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Leider übersieht der Autor des Artikels , dass Lesungen auch ein Ort sind, wo Leser andere lesebegeisterte Menschen treffen  und über die gehörte, aber auch andere Geschichten diskutieren kann. Deshalb sind ja auch Literaturkreise, Lesezirkel oder Leserunden so beliebt - weil man als Leser verdammt gerne über diese Geschichten reden will, im direkten Umfeld aber selten jemanden trifft, der das gleiche liest wie man selber :) Es geht hier nicht nur um das Verhältnis Autor - Leser, sondern auch um das der Leser untereinander.

 

Persönlich lese ich gerne vor und hoffe, die Zuhörer für den Text und das Thema interessieren zu können. Aber es braucht ganz schön viel Training, bis man es schafft, locker über die eigenen Ideen und Fantasien zu reden, meisten. Vom persönlichen Bezug zur Geschichte ganz zu schweigen ;) Wer gibt schon gerne zu, die Schwiegermutter nicht leiden zu können, wenn sie im Publikum sitzt . ;)

 

LG Ulrike

Bearbeitet von UlrikeS
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Lesungen sind interessant, wenn sie kaum Lesungen sind, sondern Orte der Begegnung - am meisten kommt zB. bei mir immer an, wenn ich übers Buch, die Gegend oder das Schreiben spreche, die Ausschnitte aus dem Buch sind fast zweitrangig. Und am meisten lachen sie, wenn ich mich über mich selbst lustig mach :-)

Autorin | Ein  Buch schreiben

Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher

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Ich mag keine Lesungen.

Ich gehe einmal im Jahr zu einer, aber auch nur, weil es da immer lecker zu essen gibt und ich da nette Leute treffe.

Meine erste eigene geplante Lesung habe ich letzte Woche abgesagt, seitdem sind meine Kopfschmerzen weg.

 

Für mich sind Bücher zum LESEN da, zum Eintauchen in fremde Welten. Eine fremde Stimme stört da nur. Klar, man kann da andere Lesebegeisterte treffen und so. Aber die treffe ich auch in meinem Lesekurs der VHS.

 

lg
Maria

Komm wir essen Opa.

SATZZEICHEN können Leben retten.

www.mcpoets.de

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Wenn ich zu einer Lesung gehe, sind meine Erwartungen auch eher niedrig. Der Leseblock fühlt sich zumeinst als etwas an, durch das man halt durch muss. Der Reisberg vor der Schokolade - die ist für mich das Drumherum, interessante Leute, interessante Antworten und natürlich (für mich) der Hauptpreis: die Signatur im Buch.

 

Wenn auch die Lesung selbst unterhaltsam ist, verbuch ich das als angenehme Überraschung.

Bearbeitet von SabineW
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Ich komme gerade von einer Lesung. Also, ich habe gelesen.

Vor vier sechsten Klassen, von denen mir vorher gesagt wurde, dass sie schwierig seien.

 

Es war eine Stunde lang mäuschenstill, die Schülerinnen und Schüler hörten gebannt zu. Und haben mir hinterher gesagt, dass sie

es ganz toll fanden.

 

Eine Lehrerin: "Das war für die Schüler ein ganz besonderer Morgen, die bekommen ja heutzutage überhaupt nicht mehr

vorgelesen, schon gar nicht zuhause."

 

Mir hat es gefallen. ;D

 

Sabine

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Guten Morgen miteinander!

 

Wenn man keinen Bock auf Lesungen hat, ja, dann vermittelt man vermutlich auch nicht so viel Energie ans Publikum, und dann ist die Frage, ob man das überhaupt noch braucht, durchaus berechtigt. Ich persönlich liebe Lesungen. Das wusste ich vorher schon, und jetzt, nach meiner allerersten Lesung, weiß ich es erstrecht. Es ist einfach der Burner! Ich meine, natürlich waren da ein paar Sitzungen Sprechunterricht vorn dran, und ausgiebiges Lesetraining des Textes sowieso. Davor muss der Text natürlich noch aufbereitet werden, die Stimmungen sollten notiert werden, Betonungen eingetragen, Pausen gesetzt. Und wenn man es dann hinkriegt, mit der Stimmung der Szene den Raum zu füllen, wenn sich das Publikum einladen lässt mitzuschwingen... Wie gesagt, ich habe mich schon auf Lesungen gefreut, seit ich mit dem Schreiben angefangen habe. Aber dass das eine derart großartige Erfahrung wird, hätte ich nie gedacht! Bald kommt die Folgelesung. Ich kanns kaum erwarten :s17

Deswegen denke ich: Wer Lust darauf hat, eine Lesung zu machen, sollte das unbedingt unbedingt unbedingt tun! Und nehmt euch die Zeit für die Vorbereitung. Sprechtraining ist ein wunderbares Erlebnis. Man bekommt noch einmal einen anderen Blick für die Struktur seiner Texte, und das bringt einen wiederum beim eigenen Handwerk weiter ;)

 

Ciao!

 

Alf.

 

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Auch ich liebe Lesungen.

Für mein letztes Buch habe ich eine richtige Show auf die Beine gestellt. Ich glaube es ist schwierig, nur zu lesen. Inzwischen wird wohl eher ein kurzweiliges Unterhaltungsprogramm erwartet. Bestenfalls mit guter Verpflegung und der Möglichkeit dem Autoren Fragen zu stellen. Aber so etwas auf die Beine zu stellen, macht mir riesigen Spaß. :-)

Meine Erfahrung ist leider, dass es trotz kreativer Ideen sehr schwierig ist, als unbekannte Autorin viel Publikum zu bekommen.

Aber das durchweg positive Feedback macht mich trotzdem glücklich.

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Alf schrieb:

 

Ich persönlich liebe Lesungen. Das wusste ich vorher schon, und jetzt, nach meiner allerersten Lesung, weiß ich es erstrecht. Es ist einfach der Burner! Ich meine, natürlich waren da ein paar Sitzungen Sprechunterricht vorn dran, und ausgiebiges Lesetraining des Textes sowieso. Davor muss der Text natürlich noch aufbereitet werden, die Stimmungen sollten notiert werden, Betonungen eingetragen, Pausen gesetzt. Und wenn man es dann hinkriegt, mit der Stimmung der Szene den Raum zu füllen, wenn sich das Publikum einladen lässt mitzuschwingen... Wie gesagt, ich habe mich schon auf Lesungen gefreut, seit ich mit dem Schreiben angefangen habe. Aber dass das eine derart großartige Erfahrung wird, hätte ich nie gedacht!

 

 

 

Hallo Alf, wir haben uns in Oberursel ja noch über deine - da noch bevorstehende Lesung unterhalten. Freut mich, dass es eine gute Erfahrung war, Glückwunsch!

Bearbeitet von MariaK

Frisch erschienen: "Letzte Meile"

www.mariaknissel.de

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Hallo Maria,

ja, ich habe ganz viel Ermutigung und Zuspruch von Euch bekommen, und dafür danke ich Euch sehr! Irgendwie war das während der Lesung so, als wärt ihr alle hinter mir gesessen - ein wohlwollendes Murmeln im Hintergrund, das mich durch die Seiten begleitet hat :)

 

Schön! Dafür sind Kolleginnen und Kollegen ja auch da :).

Frisch erschienen: "Letzte Meile"

www.mariaknissel.de

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Bislang haben die meisten von euch davon erzählt, was ihnen die Lesungen bringen.

 

Dass es für Schüler, die sonst Unterricht hätten, eine schöne Abwechslung ist, kann sich sicher auch jeder vorstellen.

 

Doch was ist mit Lesungen für Erwachsene? Sicher, wir sind interessiertes Fachpublikum. Was ist jedoch mit erwachsenen Zuhörern, die wirklich nur Zuhörer sind?

Wie interessant sind für solche Leute Lesungen als Abendprogramm wirklich? Wenn man keine Musik und kein Buffet dazu anbietet?

Ich glaube darum ging es in dem Artikel hauptsächlich, oder?

 

Ich persönlich mag z.B. schon keine Hörbücher, weil ich die Kontrolle über den Lesefluss, die Möglichkeit des Überfliegens und damit auch der Auslassung nicht abgeben möchte. Daher macht für ich ein Teil des Artikels durchaus Sinn.

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Was ist jedoch mit erwachsenen Zuhörern, die wirklich nur Zuhörer sind?

Wie interessant sind für solche Leute Lesungen als Abendprogramm wirklich? Wenn man keine Musik und kein Buffet dazu anbietet?

 

Idealerweise entsteht bei einer Lesung allein aus den Zutaten Aufmerksamkeit, Geschichte und Stimme eine nahezu meditative Atmosphäre, die man so bei keiner anderen Veranstaltung erleben kann (außer vielleicht bei Exerzitien im Kloster oder in einem Zen-Retreat). Musik und Buffet stören nur; ich versuche derlei Dinge nach Möglichkeit abzubiegen. Gutes Mikrophon, gute Sitze (! das wird oft unterschätzt – viele Sitze sind schrecklich unbequem!) und Stille – Rolltreppen müssen aus sein, die Klimaanlage sollte man nicht hören und auch den Straßenlärm nicht –, dann kann es gelingen. (Tut es natürlich nicht immer. Aber immer öfter …)

Bearbeitet von AndreasE
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... und die Handys, iPhones etc. müssen AUS sein - komplett. Es stört nicht nur das Klingel, Piepen oder Bingen sondern auch grundsätzlich, wenn Leute nur noch Kopf unten in der Lesung sitzen und tippen wie die Weltmeister. Das nervt mich ungemein und ich bitte darum immer die Veranstalter, darauf hinzuweisen.

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Was ist jedoch mit erwachsenen Zuhörern, die wirklich nur Zuhörer sind?

Wie interessant sind für solche Leute Lesungen als Abendprogramm wirklich? Wenn man keine Musik und kein Buffet dazu anbietet?

 

Idealerweise entsteht bei einer Lesung allein aus den Zutaten Aufmerksamkeit, Geschichte und Stimme eine nahezu meditative Atmosphäre, die man so bei keiner anderen Veranstaltung erleben kann (außer vielleicht bei Exerzitien im Kloster oder in einem Zen-Retreat). Musik und Buffet stören nur; ich versuche derlei Dinge nach Möglichkeit abzubiegen. Gutes Mikrophon, gute Sitze (! das wird oft unterschätzt – viele Sitze sind schrecklich unbequem!) und Stille – Rolltreppen müssen aus sein, die Klimaanlage sollte man nicht hören und auch den Straßenlärm nicht –, dann kann es gelingen. (Tut es natürlich nicht immer. Aber immer öfter …)

 

Wenn man wirklich GUT liest, kann das gelingen und ist erstrebenswert. Und wenn man als Lesende erlebt, wie die Zuhörer für Momente wirklich DA sind und die Aufmerksamkeit ganz dicht ist, ist das großartig.

 

Ansonsten sind solche "stillen" Lesungen leicht furchtbar steif. Ich habe bei Lesungen inzwischen lieber ein Glas Wein in der Hand und wünsche mir sowohl als Lesende als auch als Zuhörerin eine lockere Atmosphäre.

 

@ Angelika: Interessant ist, wenn man Teile des Gelesenen verpasst, weil der Vorleser kein Schauspieler ist und man Text eher visuell aufnimmt (ich kann auch keine Hörbücher hören), auf jeden Fall das Gespräch. Ähnlich wie bei einer Führung im Museum erfährt man einfach mehr über Zusammenhänge, Hintergründe, kann das Buch möglicherweise anders würdigen.

Bücher
 

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Das Seltsame ist ja, dass niemand will, dass Autoren ihre Hörbücher selber einlesen. Wann immer ein Autor das zu tun wagt, wird dieser Umstand – egal, wie gut er oder sie liest! – in allen Hörbuchrezensionen mitleidlos kritisiert. (Im BÜCHER-Magazin gibt es mehr Hörbuchrezensionen, als ich bräuchte, und da ist mir das irgendwann aufgefallen. Außer, der Autor ist zufällig einer dieser Schauspieler, die meinen, sie müssten jetzt auch mal einen Roman schreiben.) Da heißt es dann immer, "bemüht sich ja redlich, aber leider … hätte das doch lieber einen Profi machen lassen sollen …" usw.

 

Warum schickt man dann eigentlich Autoren auf Lesereise und nicht die Sprecher der Hörbücher?  :-?

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