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(Christine_F.)

Und wenn das Exposé einem Lektor gefällt?

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Hallo an alle,

 

ich habe eine Frage zum Ablauf in einem Verlag.

Angenommen, einer Verlagslektorin gefällt mein zugesandes Exposé und die Leseprobe (ca. 30 Seiten). Was wird sie dann machen?

Wird sie zuerst eine Kollegin konsultieren und sich andere Meinungen anhand der Leseprobe einholen, oder wird sie zuerst das ganze Manuskript einfordern?

Wie viele Leute beschäftigen sich (im Schnitt) mit einem Exposé oder Manuskript, bevor es zur Programmkonferenz kommt?

Wie oft findet eine Programmkonferenz statt?

In welchem Stadium des Prozesses wird dem Autor ein Vertrag angeboten?

Wie ist es, wenn das MS noch überarbeitet werden soll - wird der Vertrag trotzdem vor der Überarbeitung unterschrieben?

 

Kennt sich jemand von euch aus?

 

Liebe Grüße

Christine

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Hallo an alle,

 

ich habe eine Frage zum Ablauf in einem Verlag.

Angenommen, einer Verlagslektorin gefällt mein zugesandes Exposé und die Leseprobe (ca. 30 Seiten).

Gefällt?! Oh gottogott  :s10

 

;D

 

Was wird sie dann machen?

Wird sie zuerst eine Kollegin konsultieren und sich andere Meinungen anhand der Leseprobe einholen, oder wird sie zuerst das ganze Manuskript einfordern?

Sie wird dich wahrscheinlich ganz einfach anrufen oder anschreiben.

 

Wie viele Leute beschäftigen sich (im Schnitt) mit einem Exposé oder Manuskript, bevor es zur Programmkonferenz kommt?

Puh... Agent, Lektor, Redakteur, Verleger ... ? 2-3 im Schnitt würde ich sagen.

 

Wie oft findet eine Programmkonferenz statt?

Das ist sicher in jedem Verlag anders...

 

In welchem Stadium des Prozesses wird dem Autor ein Vertrag angeboten?

Das ist von den Prozessen 'rundherum unabhängig. Einen Vertrag bekommst du dann, wenn der Verlag dein Buch haben möchte, nicht wann er es haben möchte.

 

Wie ist es, wenn das MS noch überarbeitet werden soll - wird der Vertrag trotzdem vor der Überarbeitung unterschrieben?

Auch wenn ein Vertrag unterschrieben ist, muss das manuskript in der Regel noch überarbeitet werden.

 

Andreas

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Liebe Christine,

 

mein diesbezüglicher Erfahrungsschatz ist zwar relativ bescheiden, aber ich kann gerne mal berichten, wie es bei mir lief/läuft:

 

Ich habe (wie Du, nehme ich an) Exposé und Textprobe an einen Verlag geschickt und bekam daraufhin (d.h. 5 Wochen später) einen Anruf aus dem Lektorat.

 

Der erste Lektor, der zu dem Zeitpunkt mein Angebot auf seinem Tisch hatte, war bis dahin auch der einzige aus dem Verlag, der es gelesen hatte und von seiner Existenz wusste - außer mir natürlich.

 

Zu meiner Freude forderte dieser Lektor ohne Umschweife das komplette Ms. an, das - zumindest in der Rohfassung und nach meiner Maßgabe - fix und fertig war.

 

Nach Gesamtlektüre stellte er es in der Lektoratsrunde vor und - es fiel mit Pauken und Trompeten durch!

Mir fiel erstmal alles runter.

Aber der erwähnte Lektor zeigte Biss und - zu meinem Erstaunen! -  nach wie vor reges Interesse, das Projekt in seinem Hause durchzusetzen.

 

Telefonisch besprachen wir dann (d.h., er sprach; ich hörte brav zu und machte mir Notizen), was ich nach seiner Einschätzung ändern müsste, damit er das Ms. erneut vorstellen könnte und damit es EVENTUELL IRGENDWANN EINMAL ein Plätzchen im Programm bekommen könnte.

 

Ja, und mit diesen Änderungen befasse ich mich zurzeit - OHNE Vertrag, OHNE Honorar und OHNE Garantie, dass ich eins von beiden (am besten beides) vielleicht mal bekomme. (Wobei 'Änderungen' in meinem Fall 'komplettes Umschreiben und Neu-Aufbauen' bedeutet!)

 

Wie viele Leute Dein Exposè also lesen, kann ich Dir leider auch nicht sagen. Nur soviel: Der, der es zuerst liest und gut findet, wird Dein Ansprechpartner sein und Dir sagen, ob und wie es weitergeht. Der, der es zuerst liest und NICHT gut findet, wird es Dir zurückschicken.

 

Ich wünsche Dir viel Glück!

 

Joergen  ;)

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Hallo Christine,

meine Erfahrungen:

Angenommen, einer Verlagslektorin gefällt mein zugesandes Exposé und die Leseprobe (ca. 30 Seiten). Was wird sie dann machen?

Sie wird das Ganze anfordern (bei Bekanntheit gibt's auch schon vorher mal einen Vertrag) und sich bei dir melden. Für Männer gilt dasselbe ;-)

 

Wird sie zuerst eine Kollegin konsultieren und sich andere Meinungen anhand der Leseprobe einholen

Ein Lektor mit Entscheidungskompetenz kann das auch alleine.

 

Wie viele Leute beschäftigen sich (im Schnitt) mit einem Exposé oder Manuskript, bevor es zur Programmkonferenz kommt?

Ich war noch nie dabei. Hängt sicher davon ab, wie viele Leute im Verlag arbeiten und über was in der Kantine geredet wird. ;-)

 

Wie oft findet eine Programmkonferenz statt?

Unterschiedlich. Wann sie stattfindet und wann es Ergebnisse gibt, sagen sie dir aber.

 

In welchem Stadium des Prozesses wird dem Autor ein Vertrag angeboten?

Wenn der Verlag sich sicher ist, dass er das Ding als Buch verkaufen will. Das kann vor jedem Text passieren, aber auch nach einer bereits gescheiterten Programmkonferenz... Überarbeitung und der nächsten.

 

Wie ist es, wenn das MS noch überarbeitet werden soll - wird der Vertrag trotzdem vor der Überarbeitung unterschrieben?

Ein MS wird bis zur Druckfreigabe ständig bearbeitet und verändert.

Ein Vertrag wird unterschrieben, wenn der Verlag dein MS kaufen will.

Schöne Grüße,

Petra

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Hallo an alle!

 

Vielen lieben Dank für euere Erfahrungsberichte.

Als "Unveröffentlichte" bin ich für jede Information über Prozesse im Verlag dankbar.

 

Mit mehr Hintergrundwissen ist das Warten auf Verlagsreaktionen erträglicher. ;)

 

Grüßle

Christine

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Gern geschehen, Christine.

 

Ein Großteil dessen, was ich gestern so schlau an Dich weitergegeben habe, habe ich übrigens selbst erst vor kurzem von anderen Forumsteilnehmern hier erfahren. (Siehe Thread: "Ms-Änderungen ohne Vertrag?").

Du siehst: Dieses Forum ist Gold wert!

 

LG,

Joergen-Nord  :)  

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Meine Lektorin hat mir beim ersten (unverlangt eingesendeten) Expose schon nach zwei Tagen zurückgemailt und wollte den ganzen Roman.

 

Nach vier Wochen hatte ich das Vertragsangebot (bis dahin hat's auch die Chefin gelesen und eine weitere Lektorin ein Gutachten verfasst...)

 

Ich nehme aber an, dass es unterschiedliche Vorgangsweisen gibt...

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Christine Spindler

Meine Erfahrung ist: je größer der Verlag, desto länger dauert es, bis eine Entscheidung gefallen ist. Klar, es sind ja auch mehr Instanzen beteiligt ;D

 

In einem großen Verlag wird z.B. oft erst in einer Vertreterkonferenz endgültig beschlossen, ob ein Buch gemacht wird, weil die Verlagsvertreter wissen, was sie wie vermarkten können.

 

Cheers

Christine

Hört mal rein in meinen Podcast: https://anchor.fm/tinazang

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