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Martina

Aus dem Autorenwortschatz zu streichen

Empfohlene Beiträge

Hallo,

 

es stimmt schon, daß jedes Wort seine Berechtigung hat. Auch das von mir radikal abgelehnte Wort "event" zählt dazu, wenn ich es jemanden sagen lasse, der damit zum Beispiel sprachlich auf diese Modeschiene aufspringen soll.

 

Aber ganz grundsätzlich meine ich, daß es Dinge gibt, die man vermeiden sollte, nämlich Phrasen. Zugegeben, ich komme da sehr aus dem Journalismus, dort sind Phrasen nämlich leider sehr verbreitet. Wer in Eile textet, muß nicht lange nachdenken, welche Formulierung er wählen möchte, man hat so viele vorgeprägte, oft gebrauchte im Ohr.

Als Schriftsteller, ob gedruckt oder ungedruckt, sollte man sich aber Mühe geben, diese Phrasen zu vermeiden, sofern man sie nicht einsetzt, um damit den Sprechenden zu kennzeichnen.

 

Liebe Grüße

Anna

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Fein Anna,

du kommst mir gerade richtig ;-)

Wodurch würdest du das Wort "event" ersetzen, wenn du nicht trendig reden willst, "Veranstaltung" zu dröge ist und du eine selbige meinst, die für alle Sinne was bietet? Also ein "Ereignis", bei dem alle Angebote fein ineinandergreifen und zum "Erlebnis" führen?

 

 

Sorry, wenn das auch off-topic werden sollte, aber ich hab grade das böse Wort geschrieben und frage mich nun...

 

Werbetextende Grüße,

Petra

 

PS: Battlefield was? ;-)

 

PPS: Ein guter Journalist sollte Phrasen vermeiden.

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Hallo Petra,

 

was für ein Ereignis ist es denn genau?

Ich will mich mal drin versuchen, früher habe ich solche Dinger nämlich auch immer mal angekündigt, als ich noch Presse-Informationen verfaßt habe im PR-Bereich.

Aber meine Antwort wird ein bißchen dauern, jetzt muß ich mich gleich um mein süßes Kind kümmern, und das duldet keine Mutter am feindlichen PC (schlimmste Eifersucht)

 

Liebe Grüße

Anna

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Ein Event ist ja ein amerikanisiertes Wort für Ereignis, Veranstaltung. Kann man durchaus benutzen, dann würde ich es aber nicht wörtlich mit Veranstaltung übersetzen. Übrigens, eine Party ist auch eingedeutscht und benutzt es alles? Alle.

 

Par|ty [':, engl.: ':] die; -, -s <lat.-fr.-engl.-amerik.>: zwangloses Fest, gesellige Feier [im Bekanntenkreis, mit Musik u. Tanz]

 

Na, wer will das so in seinem Buch stehen haben? Da schreibe ich lieber Party und Event!

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Par|ty  [':' date= engl.: ':] die; -, -s <lat.-fr.-engl.-amerik.>: zwangloses Fest, gesellige Feier [im Bekanntenkreis, mit Musik u. Tanz]

 

Na, wer will das so in seinem Buch stehen haben? Da schreibe ich lieber Party und Event!

 

ICH WILL DAS!!! (zumal beide nicht erst übersetzt werden müssen, im gegensatz zu Party!)

Überlege fast, ob das einen eigenen Thread wert wäre, obwohl ich dessen Sinn bezweifele, aber mal ganz andersherum vom Thema hier:

 

Manche Worte VERMISSE ich geradezu im modernen Sprachgebrauch, und, ja bin mir nicht zu schade, sie deshalb privat zu benutzen!

Spread the Word! ::)

 

Wer mich kennt, weiß, dass ich so gut wie NIEMALS auf Partys gehe, sondern immer zu Festen und Feiern, und ich sag auch nicht 'Sorry', oder 'Tschuldigung', wenn ich mich beim Metzger vordrängle, sondern zumeist "Obacht!"

(Gelegentlich aber auch mal ein galantes "Scusi"!)

 

Wo sind all diese SCHÖNEN Wörter hin, die von der Jugend zugunsten schnöder PartyEvent-Anglizismen so verpöhnt werden? :s07 :s07

 

Immer feste am feiern,

Marco! :s17

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Oh ja, Marco,

 

zumal ich beim Wort "event" immer an ein Massen-Großereignis ohne besondere Qualität denken muß.

 

Ich bevorzuge "Fest", "Feier", je nach Kontext auch mit dem Zusatz "kulturelles / sportliches / usw.

 

Das "event" klingt für mich nicht mal mehr trendig, sondern vor allem abgenutzt. Das hat aber auch damit zu tun, daß man heute alles, wo man die Massen hinkarrt, als "event" schönredet.

 

Besonders hübsch fand ich übrigens in einer Presseaussendung, die ich zugeschickt bekommen habe, das "Eventereignis", die Tautologie ist dem Schreiber nicht einmal aufgefallen ...

 

Liebe Grüße

Anna

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Guter Punkt, Anna!

 

Okay, Es mag immer mal Situationen geben (Etwa wenn ein Journalist oder Management Typ spricht), in denen tautologische Äußerungen der Charakterisierung dienlich sein können. Aber das hätte dann für mich einen nervigen satirischen Unterton, von daher: Tautologien sind auch wieder etwas, was für meine Kleinkrämerbegriffe Weg soll!

 

Weg mit dem "Eventereignis", dem "vorprogrammieren", dem "frühzeitig", den "Arzneimitteln" und der "Eigeninitiative"!

 

Mag einem immer wieder mal rausrutschen, auch mir, aber schön wäre es, wenn jeder Autor alle Tautologien auf der Pfanne hätte (Was ich ja auch nicht hab) und niemals nicht benutzen würde.

Denn die machen (für mich) nun wirklich keinen Sinn, nicht mal mehr zur Charakterisierung, das geht wirklich besser!

 

Qualitativ hochwertige Grüße,

Marco! :s17

 

[edit: Just fällt mir noch einer meiner Favorites ein, der thematisch passt: ISBN Nummer! ;D]

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Ich glaube, wir sollten hier unterscheiden zwischen der Sprache, die eine Figur charakterisieren soll, und dem Erzähler.

 

Zum Charakterisieren einer Figur ist praktisch alles möglich: die bösen Wörter mit F, die unnötigen Füllwörter und sogar Ausdrücke wie "dufte" (Timetunnel-Typ) und "Event" (young urban professional). Von mir aus auch "unbeschreiblich", wenn es jemand ist, der über einen begrenzten Wortschatz verfügt ;)

 

Mit dem Erzähler sollten wir Autoren vorsichtiger umgehen. Er sollte irgendwie.... unangreifbar sein. Es sei denn, das Gegenteil ist beabsichtigt.

 

Gruß,

 

Tin

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Hallo Tin,

 

das stimmt natürlich. Ich rede jetzt auch immer von dem Erzähler. Mit besagten sinnlosen Tautologien und dergleichen kann man eine Figur natürlich herrlich charakterisieren :)

Wieso bist Du um diese Zeit eigentlich noch auf :) ?

 

Liebe Grüße

Anna

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