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Martina

Aus dem Autorenwortschatz zu streichen

Empfohlene Beiträge

Hallöchen,

 

dann will ich auch mal mein Scherflein zu den Unwörtern beitragen:

 

Wie, gleich und gleichsam - wenn sie als Einleitung für einen Vergleich benutzt werden.

 

Den Vergleich kann man dann meistens auch gleich streichen.

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Hallöchen,

 

dann will ich auch mal mein Scherflein zu den Unwörtern beitragen:

 

Wie, gleich und gleichsam - wenn sie als Einleitung für einen Vergleich benutzt werden.

 

Den Vergleich kann man dann meistens auch gleich streichen.

 

Hallo Klaus.

 

Was bleibt denn da noch, ausser 'als' gefolgt von 'würde', 'wie', 'wenn', 'ob', 'wäre' oder ähnlichem?

 

Gruß, Marco!

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Wie vergleichst du?

 

Vorzugsweise überhaupt nicht. Nimm dieses Beispiel aus den hier eingestellten Texten:

 

"Er fuchtelte wie in Zeitlupe zu mir rüber und machte: „Schsch - schsch“, wie um ein lästiges Insekt zu verjagen."

 

Nicht gerade eine literarische Offenbarung, meiner bescheidenen Meinung nach.

 

Oder:

 

"Als ich den Rand der Lichtung erreichte, drehte ich mich um und rannte so schnell ich konnte. Es waren dunkle Wolken am Himmel aufgezogen und es begann zu regnen, während ich wie ein Gejagter davonrannte."

 

aus einem anderen Text. Ja ja. Ich warte nur noch auf "während ich wie ein Rufender schrie".

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Vorzugsweise überhaupt nicht.

 

Schade. Wo doch die Vergleiche oft das sind, was Belletristische von Sachtexten trennt...

 

Nachdem du hier so schöne Beispiele für schlechte Vergleiche gefunden hast, vielleicht hast du ja welche aus deinem eigenen Repertoire die gut sind?

 

Grüssend wie ein Teletubby,

Marco! :s17

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Schade. Wo doch die Vergleiche oft das sind' date=' was Belletristische von Sachtexten trennt...[/quote']

Tatsächlich? Das wäre mir neu.

 

Nachdem du hier so schöne Beispiele für schlechte Vergleiche gefunden hast' date=' vielleicht hast du ja welche aus deinem eigenen Repertoire die gut sind?[/quote']

Nein. Natürlich nicht. <lach> Ich benutz ja keine.

 

(Ehrlich gesagt: Ich hab keine Ahnung, ob in meinen Texten Vergleiche vorkommen. Da müsste ich mal bei mir selbst recherchieren.)

 

Insbesonders Anfänger neigen dazu, ihre Texte mit Vergleichen, Analogien, Metaphern und dem ganzen Rest aufzupeppen. Oft genug sollte man denen das verbieten. Meiner Meinung nach.

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Ich denke ... gerade das "Unaussprechliche" ... Gefühle ... innere Vorgänge ... sind doch - meiner Meinung nach - fast nur durch passende Vergleiche überhaupt auch nur annähernd beschreibbar.

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Tatsächlich? Das wäre mir neu.

Nun, Klaus, dann fühle dich belehrt! ;D

Oder lies mehr Bücher, und du wirst sehen, dass es zwei Möglichkeiten gibt, etwas zu sagen: Ene nüchterne, und eine halbwegs literarische.

 

Mal ein ganz plumpes Beispiel:

 

a) Der Weg von meiner Bahnstation zu mir dauert 4,32 Minuten.

 

Sachlich, nüchtern, :s14

 

b) Der Weg von der Bahnstation zu mir dauert solange, wie ich für das Eis brauche, das ich mir im Sommer manchmal dort am Kiosk kaufe.

 

Selbe Info (Auch wenn ich für mein Eis meist nur 4,29 Minuten brauche), aber irgendwie weniger nüchtern zu lesen.

 

 

Nein. Natürlich nicht. <lach> Ich benutz ja keine.

Dann frag mich, wie farbenfroh deine Texte sind...

 

Naja, jedem Tierchen sein Plesierchen!

 

Marco! :s17

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Die Schreibe von Torsten Sträter lebt von seinen Vergleichen

 

Du musst das nicht für einzelne Autoren rechtfertigen. Ein gelungener Vergleich ist meist die einzige stilistische Figur, die konkret beim Leser hängen bleibt und Chancen hat, ohne Nachschlagen zitierfähig zu werden. Warum sollte ein Autor auf diese Chance verzichten, nur aus Angst, dass er es nicht gut umsetzen kann? Mit der Begründung kann man auch gleich das Schreiben aufgeben.

 

viele Grüße von einem Spinner,

 

... der nichts davon hält, irgendwas per se und krampfhaft zu verdammen und der an die Evolution der Sprache glaubt: Wenn ein gewisses Wort, eine gewisse Wendung oder ein Stilmittel immer schlecht wäre, dann wäre es schon längst ausgestorben. Es kommt halt immer auf die perfekte Anpassung an die textliche Umgebung an ;)

Sinn ist keine Eigenschaft der Welt, sondern ein menschliches Bedürfnis (Richard David Precht)

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Hallo!

 

Wie wäre es mit euerem "Show do'nt tell"?

 

Ein Vergleich malt Bilder, da kann sich der Leser etwas vorstellen - etwas wird ihm gezeigt, nicht mitgeteilt.

 

Grüßle

Christine

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Der Reihe nach ...

 

Ich denke ... gerade das "Unaussprechliche" ... Gefühle ... innere Vorgänge ... sind doch - meiner Meinung nach - fast nur durch passende Vergleiche überhaupt auch nur annähernd beschreibbar.

Nein. <seufz> "Show don't tell." hast du sicher schon mal gehört.

 

Nun' date=' Klaus, dann fühle dich belehrt![/quote']

<g> Ich lerne gern. Manchmal jedenfalls. Überzeugt hast du mich jedenfalls noch nicht.

 

Oder lies mehr Bücher' date=' und du wirst sehen, dass es zwei Möglichkeiten gibt, etwas zu sagen: Ene nüchterne, und eine halbwegs literarische.[/quote']

Ah! Jetzt kommt mein Lieblingsexperiment! Bitte gehe an deinen Bücherschrank, ziehe ein beliebiges Buch hinaus, schlage eine beliebige Seite auf und zähle die Vergleiche auf der Seite. Wieviel hast du? Einen, zwei oder gar keinen? Und wenn du welche gefunden hast, was für welche sind das? (Es werden [vermutlich] simple sein.)

 

Ich selbst schrieb:

Insbesonders Anfänger neigen dazu' date=' ihre Texte mit Vergleichen, Analogien, Metaphern und dem ganzen Rest aufzupeppen. Oft genug sollte man denen das verbieten. Meiner Meinung nach.[/quote']

Peter D. antwortete:

Die Schreibe von Torsten Sträter lebt von seinen Vergleichen' date=' macht die ganze Genialität seiner Texte aus.[/quote']

Danke, dass du meine Aussage bestätigst.

 

(Genialität? Manchmal fällt es mir schwer, manche Leute ernst zu nehmen.)

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Wie wäre es mit euerem "Show do'nt tell"?

 

Ein Vergleich malt Bilder, da kann sich der Leser etwas vorstellen - etwas wird ihm gezeigt, nicht mitgeteilt.

Da haben sich unsere Beiträge überlappt. - Ein Vergleich ist meist nicht dynamisch, also "show", sondern ein Vergleich ist meist statisch, also "tell".

 

Dass Vergleiche sinnvoll sein können, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Es geht hier, für mich geht es hier darum, welche Wörter in der Regel Unwörter sind.

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(Peter_Dobrovka)

Danke, dass du meine Aussage bestätigst.

(Genialität? Manchmal fällt es mir schwer, manche Leute ernst zu nehmen.)

Entweder verstehe ich nicht, was du meinst, oder du hast dich gerade voll ins Fettnäpfchen gesetzt.

 

Ich bitte um Aufklärung.

 

Peter

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oder du hast dich gerade voll ins Fettnäpfchen gesetzt.

Kommt vor.

 

Gelegentlich.

 

Hm. Ich kenne da jemanden, die schmollt schon seit eine Woche oder so weger einer meiner Bemerkungen - und ignoriert meine Mails. <seufz>

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<g> Ich lerne gern. Manchmal jedenfalls. Überzeugt hast du mich jedenfalls noch nicht.

Dein Schaden!

 

Ah! Jetzt kommt mein Lieblingsexperiment! Bitte gehe an deinen Bücherschrank, ziehe ein beliebiges Buch hinaus, schlage eine beliebige Seite auf und zähle die Vergleiche auf der Seite. Wieviel hast du? Einen, zwei oder gar keinen? Und wenn du welche gefunden hast, was für welche sind das? (Es werden [vermutlich] simple sein.)

Hab ich.

Danke, dass dein Experiment meine Aussage bestätigt.

 

Und nu?

 

Schön wäre es, wenn du dich hier schon beteiligst, wenn du auch mal was konstruktives bringen würdest?! Bisher wirkt es mir nur nach widersprechen ohne etwas belegen zu wollen (oder können?)! :-/

 

(Hobbyschreiber? Manchmal fällt es mir schwer, manche Leute ernst zu nehmen.)

 

Gruß, Marco! :s17

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(Peter_Dobrovka)

Kommt vor.

 

Gelegentlich.

 

Hm. Ich kenne da jemanden, die schmollt schon seit eine Woche oder so weger einer meiner Bemerkungen - und ignoriert meine Mails. <seufz>

Wenn das die Aufklärung ist, bedarf sie einer Aufklärung. ;D

 

Peter

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am 04. August 2005' date=' 19:59 Uhr, schrieb Roman :Ich denke ... gerade das "Unaussprechliche" ... Gefühle ... innere Vorgänge ... sind doch - meiner Meinung nach - fast nur durch passende Vergleiche überhaupt auch nur annähernd beschreibbar. [/quote']

 

Nein. <seufz> "Show don't tell." hast du sicher schon mal gehört.

 

Oh, sehe ich erst jetzt!

 

Also, anstatt zu sagen, hmm, meinetwegen, mal wieder ein plumpes Beispiel:

 

"In diesem Moment, als sie die Tür zuschlug, fühlte er sich wie damals, als er mit sechs Jahren ins Eis eingebrochen war, seine Brust nicht mehr fähig gewesen war zu atmen und er befürchtete, die nächste Sekunde nicht zu überleben."

 

soll ich, was? Seine inneren Vorgänge 'showen'?

 

Etwa so? "Als sie die Tür zuschlug, krampfte sich seine Brust zusammen, er konnte kaum noch atmen, er fühlte sich elend, er fürchtete, dass er die nächste Sekunde nicht überleben würde."

 

Tut mir leid, da gefällt es mir besser, eine optisch unscheinbare 'Schockszene' mit einer bildhafteren in Verbindung, oder besser, in Vergleich zu setzen, den 'inneren' Kälteschock mit einem 'äußeren' darzustellen. Das Leben ist Assoziation, und viele Ereignisse erinnern uns an andere Dinge, wie oft sagt man den Satz, 'Das ist wie...' oder 'das ist als...' und ich finde es nur schön, wenn die Literatur das aufgreift und eine, vielleicht etwas abstrakte Situation mit einer deutlicheren, oder bildlicheren Situation Unterstützt.

 

Man sollte vermeiden, in einen Satz sieben Vergleiche hintereinander zu setzen, aber deshalb die Worte 'wie' oder 'als' zu streichen, nein, da könntest du einem Maler auch sagen: Male ohne Grundfarben! Es geht, aber irgendwie wäre es nicht so hübsch, wie es sein könnte.

 

Hübsche Grüsse,

Marco!  :s17

 

P.S. Bevor du wieder triumphierst, Klaus, damit wollte ich dich nicht überzeugen, keine Bange, ich zweifle nicht an deiner Eisenharten Überzeugung, es waren eher allgemeine Gedankengänge, die ich mitteile, auch und vor allem an die anderen Mitglieder.  :)

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Hallo, Leute,

 

zurück zum Thema bitte!

 

Tin hat natürlich völlig recht, es gibt Wörter und Wendungen, die schlichtweg abgedroschen sind (und die ich als Lektor auch nur mit gesträubten Nackenhaaren lesen bzw streichen würde).

 

Gleichwohl muß ich Dir widersprechen, Klaus - generelle "Unwörter" gibt es einfach nicht. Wie ich schon in meinem ersten posting schrieb, hängt das doch ganz entscheidend vom Genre usw ab.

 

Wenn Grass z. B.  Stinkmorchel / phallus impudicus in einem Text verwendet, möchte ich gern mal den Lektor von Liebes-/Frauenromanen sehen, der so was durchgehen ließe.

 

(Obwohl es da oft noch schlimmer zugeht, was die Wörter betrifft - ich hatte mal eine Autorin, deren Lieblingswendung bei Szenen, in denen es zur Sache ging und sie zwar sinnlich, aber gleichwohl dezent formulieren wollte, war (die leidenschaftliche Kußszene müßt Ihr Euch jetzt dazudenken): er knetete ihren unteren Rücken  :s22 :s22 :s22

 

Ist klar, was? Sie wollte nicht ordinär werden, sie hatte bestimmte Vorgaben seitens des Verlags - und hat versucht, es dezent zu schreiben... und das kam dabei raus.

Und glaubt jetzt bloß nicht, ich hätte das erfunden! Dieser geknetete untere Rücken kam so oft vor, daß ich schier verzweifelt bin!

 

Ich würde also niemals sagen, es gibt bestimmte Wörter, die von vornherein zu streichen sind -  um beim Beispiel zu bleiben, ein Grass würde aus einem gekneteten Rücken ein Kabinettstückchen machen; ein Groschenromanautor mit denselben Worten bloß eine Peinlichkeit.

 

Gruß

Jan

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Hallo,

 

der verwendete Wortschatz hängt für mich auch davon ab, wie nah der Text an meiner Hauptfigur ist. Wenn ich aus Sicht einer Figur erzähle, muss ich das mit ihren Worten tun, damit sie möglichst authentisch wirkt und manchmal ist dann ein "irgendwie" oder ein sonstiges Füllsel durchaus nicht störend.

 

In diesem Sinne gibts für mich keine Unwörter, die ich mir generell verbieten würde - wobei ich hier in diesem Thread schon eins gelesen hab, das mir sicher niemals unterkommen wird ... ;D

 

Mein Problem ist eher, dass sich mitunter bestimmte Wörter in meinen Texten häufen - solange bis mich ein aufmerksamer Leser auf mein derzeitiges "darling" hinweist und ich es killen kann.

Aber ich kann absolut sicher sein, bald darauf schleicht sich ein neues ein  >:(

 

Liebe Grüße,

Claudi

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