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JuliaD

Geheimdienst-Serie

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Sebastian Niedlich
vor 1 Minute schrieb JuliaD:

Ey, lacht nicht darüber! :D
Ich finde das echt eine gute Idee.
Und es muss natürlich eine richtig gute Serie werden, keine Billo-Serie ohne Budget.

Die Idee ist wirklich nicht blöd, ich sehe nur keinen, der das wirklich umsetzen kann. Meiner Frau und mir geht es seit Jahren so, dass wir kaum noch irgendwelche deutschen Produktionen schauen, weil alles billig aussieht und die Schauspieler Mist und die Dialoge zum Schreien sind. Die einzige deutsche Produktion, die bis auf ein paar kleine Ausfälle bei den Schauspielern brauchbar war, war "Dark" auf Netflix. Selbst bei Serien wie "Babylon Berlin" hatte ich z.T. das Gefühl einem Laienspieltheater zuzusehen.
Faszinierenderweise kommen dann manchmal amerikanische Produktionen und nutzen deutschsprachige Schauspieler und urplötzlich sind die Schauspieler gut. So geschehen bei Tarantinos "Inglourious Basterds" oder den Serien "Better Call Saul" und "Berlin Station". Ich verstehe es nicht.

Und wenn ich mich im Bekanntenkreis oder im Internet umhöre, sind meine Frau und ich nicht die Einzigen, die deutsche Produktionen aufgegeben haben. Die Frage ist also, ob man überhaupt noch wen damit erreicht. Von der Jugend ganz zu schweigen.

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Also ich finde, es gibt auch gute deutsche Serien. "Haus aus Glas" fand ich toll, "Gestern waren wir noch Kinder", "Die Augenzeugen", "Marnow", "Euer Ehren" ... die hatten alle richtig Tiefgang. Und ich fand sie auch gut gespielt. Ich seh das nicht so negativ. 

Bearbeitet von KerstinH
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Interessanterweise war einer der besten deutschen Filme der Nachkriegszeit ein Spionagefilm: "Das Leben der Anderen" von Florian Henkel von Donnersmarck.

Natürlich wurde er nicht als solcher vermarktet, aber die Bezeichnung ergibt sich aus der Handlung, auch wenn man mit dem Begriff "Spionagefilm" eher James Bond oder Mission Impossible in Verbindung bringt. 

Doch aus Sicht der Hauptdarstellerin ist der von Ulrich Mühe gespielte Stasi-Agent buchstäblich der 'Spion, der mich liebte'.

Ich glaube, am Beispiel dieses Films kann man sehen, warum das Konzept des Spionagefilms aus deutscher Sicht bisher nicht besonders erfolgreich war: Während im Angelsächsischen Raum die Spionage historisch gesehen als eine Notwendigkeit des Wettstreits mit anderen Nationen wahrgenommen wurde, war die Erfahrung der Spionage im Deutschen Raum eher die eines nach innen gerichteten Machtinstruments, was zu einem verständlichen Vorbehalt gegenüber Geheimdiensten führt: Es ist in Deutschland bisher nie gut ausgegangen, wenn Regierungsbehörden zu viele Informationen über die eigene Bevölkerung gesammelt haben.

Vor allem aus Ostdeutscher Sicht führt diese Erfahrung aus jüngerer Vergangenheit zu einer sehr berechtigten Vorsichtshaltung. Falls dieser unkonventionelle Vorschlag wirklich zu einer Verfilmung deutscher Geheimdiensttätigkeiten führt, wäre es interessant zu sehen, wie diese mit dem Deutschen Vorbehalt umgeht.

Wer die deutschen Film- und Fernsehproduktionen der letzten Jahrzehnte bewundern durfte, dürfte jedoch bescheidene Ansprüche an die Qualität einer solchen Verfilmung haben. 

Bearbeitet von AlexanderW
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vor 21 Stunden schrieb Sebastian Niedlich:

Ich hätte eher an 08/15 gedacht.

War auch mein erster Gedanke, aber dann fand ich's so … 08/15. ;D

Andererseits geht's mir mit Filmen und Serien aus deutscher Produktion ganz ähnlich wie Dir, insofern würde es sogar passen.

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vor 2 Stunden schrieb AlexanderW:

Interessanterweise war einer der besten deutschen Filme der Nachkriegszeit ein Spionagefilm: "Das Leben der Anderen" von Florian Henkel von Donnersmarck.

Natürlich wurde er nicht als solcher vermarktet, aber die Bezeichnung ergibt sich aus der Handlung, auch wenn man mit dem Begriff "Spionagefilm" eher James Bond oder Mission Impossible in Verbindung bringt. 

Naja. Wenn ich ausnahmsweise mal aus Wikipedia zitieren darf:

Spionage ist die meist verdeckte, mit nachrichtendienstlichen Mitteln und Methoden betriebene Beschaffung von Staatsgeheimnissen oder anderen Informationen über politische, militärische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und andere Themen meist durch ausländische Nachrichtendienste oder in deren Auftrag. Sie dient in der Regel dem Erkenntnisgewinn und der frühzeitigen Erkennung von Gefahren, um diese abwehren zu können.

Insofern würde ich in Bezug auf "Das Leben der Anderen" weniger von Spionage als von Bespitzelung sprechen. Soviel sprachliche Exaktheit muss sein. Und abgesehen von den großartigen schauspielerischen Leistungen von Ulrich Mühe, Sebastian Koch und Martina Gedeck: Inhaltlich waren die Meinungen zum Film durchaus geteilt. Denn dass sich ein Hardcore-Stasi-Spitzel in hoher Führungsposition (man erinnere sich nur an die harte Eingangsszene des Verhörs) durch ein bisschen Musikhören ("Die Sonate vom guten Menschen") und ein bisschen Brecht lesen selbst zum guten Menschen wandelt, wurde nicht überall als großartige Geschichte, sondern eher als Schlag ins Gesicht empfunden. Aber mit großem emotionalem Drama (der Böse wandelt sich zum Guten) verkauft sich so ein Film natürlich besser, vor allem international, insofern hast du Recht, der Film war zwar erfolgreich - aber nicht einer der "besten".

Ich finde, ein wirklich guter deutscher Film - weil realistisch - und mit extrem gutem Ende - weil dramaturgisch genial getwistet und trotzdem realistisch - war z.B. "Das Boot". 

vor 2 Stunden schrieb AlexanderW:

Vor allem aus Ostdeutscher Sicht führt diese Erfahrung aus jüngerer Vergangenheit zu einer sehr berechtigten Vorsichtshaltung. Falls dieser unkonventionelle Vorschlag wirklich zu einer Verfilmung deutscher Geheimdiensttätigkeiten führt, wäre es interessant zu sehen, wie diese mit dem Deutschen Vorbehalt umgeht.

Ja, das wäre tatsächlich interessant zu sehen. Generell bräuchte man ja für eine wirksame Dramaturgie eine Bedrohung von außen sowie am besten auch die Zersetzung von innen, und es müsste natürlich menscheln a la "Homeland". 

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vor 17 Stunden schrieb Sebastian Niedlich:

Die Idee ist wirklich nicht blöd, ich sehe nur keinen, der das wirklich umsetzen kann. Meiner Frau und mir geht es seit Jahren so, dass wir kaum noch irgendwelche deutschen Produktionen schauen, weil alles billig aussieht und die Schauspieler Mist und die Dialoge zum Schreien sind. Die einzige deutsche Produktion, die bis auf ein paar kleine Ausfälle bei den Schauspielern brauchbar war, war "Dark" auf Netflix. Selbst bei Serien wie "Babylon Berlin" hatte ich z.T. das Gefühl einem Laienspieltheater zuzusehen.
Faszinierenderweise kommen dann manchmal amerikanische Produktionen und nutzen deutschsprachige Schauspieler und urplötzlich sind die Schauspieler gut. So geschehen bei Tarantinos "Inglourious Basterds" oder den Serien "Better Call Saul" und "Berlin Station". Ich verstehe es nicht.

Und wenn ich mich im Bekanntenkreis oder im Internet umhöre, sind meine Frau und ich nicht die Einzigen, die deutsche Produktionen aufgegeben haben. Die Frage ist also, ob man überhaupt noch wen damit erreicht. Von der Jugend ganz zu schweigen.

Die Idee finde ich auch ganz gut, weiß nur nicht, wie man das umsetzen könnte, um eine breitere Masse zu erreichen. Ich kenne Florence Gaub als eine brillante Rednerin in Talkshows und frage mich, wie ein Film, eine Serie aussehen könnte, ohne das Thema zu verwässern und zu verhunzen. Es geht Frau Gaub ja darum, die Gesellschaft resilienter für den Umgang mit der russischen Bedrohung zu machen und die Arbeit der Geheidienste näherzubringen. Bisher haben mich Serien wenig interessiert außer dem Tatort, der am Sonntagabend immer das Ereignis war, aber inzwischen auch immer gleichförmiger zu werden scheint. Bei Babylon Berlin habe ich nach der zweiten Folge aufgegeben, weil sie wenig mit der Vorlage von Volker Kutscher zu tun hatte. Wenn es jedoch jemandem gelingen würde, eine überzeugende deutsche Spionage-Serie zu machen, wäre ich gern dabei.

Bearbeitet von Christa
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vor 2 Stunden schrieb Christa:

Es geht Frau Gaub ja darum, die Gesellschaft resilienter für den Umgang mit der russischen Bedrohung zu machen und die Arbeit der Geheimdienste näherzubringen.

Ich muss sagen, ich fühle mich unbehaglich mit der Idee, Kulturschaffende bzw. deren Arbeit für politische Ziele (welche auch immer) zu nutzen. Genauso wie Staat und Kirche getrennt sind, sollten politische Intentionen des Staates und die Kultur getrennt bleiben. Was jeder Künstler einzeln macht oder vertritt, wie er sich zu bestimmten Themen positioniert, sei ihm selbst überlassen, aber politische Auftragsarbeiten sind mir suspekt.

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Als staatlichen Auftrag fände ich das auch dubios, Kerstin. Ich hatte das mehr als Wunsch von Frau Gaub verstanden.Und deine Frage, @JuliaD. Meintest du, einer der anwesenden Drehbuchautoren könnte das machen? Und war die Frage überhaupt ernst gemeint? Ich habe lange überlegt, was ich darauf überhaupt antworten könnte.

Bearbeitet von Christa
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vor einer Stunde schrieb KerstinH:

Ich muss sagen, ich fühle mich unbehaglich mit der Idee, Kulturschaffende bzw. deren Arbeit für politische Ziele (welche auch immer) zu nutzen. Genauso wie Staat und Kirche getrennt sind, sollten politische Intentionen des Staates und die Kultur getrennt bleiben. Was jeder Künstler einzeln macht oder vertritt, wie er sich zu bestimmten Themen positioniert, sei ihm selbst überlassen, aber politische Auftragsarbeiten sind mir suspekt.

Im Prinzip ja, aber in der Praxis gibt es in Deutschland keinen Film ohne Filmförderung, und die greift immer massiv mit Vorgaben ein. Das ist auch politische Einflussnahme, die Filmschaffende hinnehmen müssen.

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Ich bin auch skeptisch. Der britische Geheimdienst hatte seine Erfolge und seine Skandale, von denen wir wissen. Über die beiden deutschen Geheimdienste weiß ich nur, dass sie existiert haben, und ich kenne ihre beiden Außenbilder, die nicht unbedingt etwas mit der Wirklichkeit zu tun haben müssen.

Wenn ich mir jetzt überlege, wie weit die vielen Krimiserien (z.B. SOKOs) von der Wirklichkeit der Arbeit in einer Polizeistation abweichen, kann ich mir vorstellen, was in einer Geheimdienstserie passiert. Durch einige merkwürdige Zufälligkeiten durfte ich einige Male Verhöre oder "Gespräche" mit der Polizei direkt erleben. Ich denke, dass die Beamten Lachanfälle bekommen, wenn sie deutsche Krimiserien sehen. Falls sie überhaupt einschalten. (Meiner Frau geht es übrigens ähnlich, wenn irgendein Fall im Reitsport angesiedelt ist ist.)

Tut mir leid, dass ich dieses Mal wirklich keinen hilfreichen Beitrag leisten kann. Bin ungern negativ.

Bearbeitet von Wolf
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vor 2 Stunden schrieb Wolf:

Wenn ich mir jetzt überlege, wie weit die vielen Krimiserien (z.B. SOKOs) von der Wirklichkeit der Arbeit in einer Polizeistation abweichen, kann ich mir vorstellen, was in einer Geheimdienstserie passiert.

Naja, "James Bond" hat auch nicht gerade viel mit der Wirklichkeit der Arbeit britischer Geheimdienste zu tun. Vermutlich, weil beide Formate nicht den Anspruch erheben, die Wirklichkeit abzubilden. 

Wenn man die Wirklichkeit auf einer Polizeistation filmisch 1:1 abbildet, sich ausweisen, Aussage machen, Formulare ausfüllen, Nachfragen beantworten usw. usf. resultiert aus der Abbildung von Wirklichkeit nicht automatisch ein dramaturgischer Gewinn. Weder für die Geschichte noch für das Publikum. 
Die Sender würden nämlich jubeln, wenn so etwas Quote machte - billiger kann man Fernsehprogramm nicht herstellen als einfach die Kamera laufen zu lassen.
Das ist dann aber vermutlich genauso "spannend", als würde man dem britischen oder deutschen Geheimdienst 6 Stunden bei der realistischen Observierung eines Mietshauses über die Schulter schauen.
 

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Jetzt weiß ich wirklich nicht, ob du @Holger mich absichtlich falsch verstanden hast oder nicht. Dass eine Reportage kein Spielfilm ist, ist doch jedem bekannt. Dass Drama von Übertreibungen lebt, wohl auch. Darum geht es mir nicht. Aber Vernehmungen sind schon beinahe eine Kunstform. Geht es doch darum, aus jemandem, der nicht reden will, etwas herauszuholen. Dazu gibt es viele psychologische Wege. Ein Grundprinzip wird aber nur in besonderen Fällen verletzt. Polizeibeamte geben kaum Wissen preis. Sie stellen ihre Fragen so, dass man nur schwer rückerschließen kann, was sie wissen.  Und wenn sie in Paaren auftreten, stellt einer die Fragen und der andere beobachtet. Diese Positionen können selbstverständlich wechseln und müssen nicht dem Klischee guter Bulle, böser Bulle entsprechen. Das nur als Beispiel.

Und James Bond? Da war von vorn heraus klar, was für ein Typ Geschichte es war. Mir hat der Comic von M. Schmidt aber immer besser gefallen. Nick Knatterton!!! Lief in der Quick, wenn ich mich recht erinnere. Kombiniere ... ;D

 

Bearbeitet von Wolf
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Sebastian Niedlich

Ich denke auch, dass wenn da von "Geheimdienstserie" oder so etwas gesprochen wird, wohl keiner erwartet, dass da 1:1 die Realität abgebildet wird. Vermutlich geht es den meisten so, dass sie denken "Aha, die wollen also einen deutschen James Bond machen". Und ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte, dass die meisten von uns dabei denken "Jau, ich glaube, das wird nichts". Und es ist nicht so, als hätte man es nicht schon probiert. Ich habe tatsächlich mal als Komparse bei einem Film mitgewirkt, der uns als "deutscher James Bond" verkauft wurde. Wotan Wilke Möhring war übrigens dieser deutsche James Bond und der Film kam nie heraus. Ich hoffe, es hat nicht an mir gelegen. ;D

Das Problem dabei ist, dass der Grad, den man beim Beschreiten der Geschichte gehen müsste, recht schmal ist.
Ist das ganze zu action-lastig, wird es als "unrealistisch" verschrien, denn ein deutscher Geheimagent ballert sich wohl kaum durch die Gegend, foltert Leute und fliegt mit dem Motorrad aus einem brennenden Hochhaus am Potsdamer Platz. (Andererseits würde ich mich über die Kommentare im Feuilleton freuen. "Gegen diese Paragraphen des Grundgesetzes hat der deutsche James Bond verstoßen ...")
Ist die Serie zu nah an der Realität angelehnt, wird es vermutlich zu dröge. Leute, die im Meeting sitzen oder einfach nur acht Stunden im Büro ... spannend. Ich meine, man KANN das spannend machen, ich sehe aber in der Filmförderungswelt von Deutschland nicht, wo man jemanden ein ordentliches Konzept wie ein "West Wing beim BND" ohne idiotische Einwürfe von irgendwelchen Außenstehenden durchziehen lassen würde. "Da muss mindestens eine Frau mittleren Alters dabei sein, die sich zwischen zwei Männern nicht entscheiden kann!" wären dann z.B. so ein Kommentar.

Ich könnte mir so etwas wie "Berlin Station" - einer Serie, die in der US Botschaft in Berlin und der dortigen Außenstelle der CIA spielt - gut vorstellen, obwohl das vielleicht ein wenig zu action-lastig ist. Auch die Serie "Diplomatische Beziehungen" auf Netflix (nicht zu verwechseln mit der britischen Serie "The Diplomat", die ich allerdings nicht kenne) hat geheimdienstliche Teile und würde sich als "Vorlage" eigenen. Meine Befürchtung wäre nur, dass das zwischenmenschliche Drama bei einer deutschen Serie dann schon wieder Richtung Soap kippt.

Ich weiß gar nicht, was ich wirklich aussagen will. Wahrscheinlich einfach nur: Ich bin skeptisch, dass das jemand durchzieht und dabei was Vernünftiges rauskommt.
 

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vor 1 Stunde schrieb Sebastian Niedlich:

Ich bin skeptisch, dass das jemand durchzieht und dabei was Vernünftiges rauskommt.

Die Skepsis teile ich.

Wenn ich nach Großbritannien schaue, dann basieren - keine Garantie auf Vollständigkeit - die "Spionagefilme" hauptsächlich auf Adaptionen von Weltbestsellern, von Ian Fleming über John le Carré (plus Miniserie "Smiley's People") bis hin zu Mick Herron ("Slow Horses" Streaming).
Kino ist nicht deutsche Vorabendserie, Kino hat nicht automatisch FSK 12 wie jeder Fernsehfilm, der vor 22:00 Uhr startet. Kino hat wesentlich mehr Budget. Weltbestseller haben einen enormen Bekanntheitsgrad (Marketing, globaler Verleih etc.).
Man setzt also auf einen bestehenden Erfolg auf, ganz gleich ob Kino, Miniserie Fernsehen oder Miniserie Streaming.

Also kann man das Prinzip in Deutschland kopieren und ist inhaltlich überwiegend vor Leuten geschützt, die im Zuge der Stoffentwicklung ungefragt ins Drehbuch reinreden, denn Personal und Plot sind durch den Roman vorgegeben. Jetzt braucht es nur noch den weltweit bekannten, deutschen Spionageroman ...

Oder man (oder eine Produktionsfirma, die da mitzieht) hat zufällig einen prima Draht zum BND und findet dort Gesprächspartner, bei denen man tiefgreifend recherchieren kann. In den Projekten, in denen ich recherchiert habe, waren kleine, authentische Details später in der Geschichte oft das Salz in der Suppe. Sie haben, hier und da eingestreut, oft bei Testzuschauern das vermittelt, was Wolf vielleicht ansprechen wollte: Glaubwürdigkeit.
Aber wenn man diesen Weg geht, dann wird es aus vielerlei Gründen ein langwieriger und steiniger, an dessen Ende man vielleicht seine eigene Geschichte nicht mehr wieder erkennt. Und von einem üppigen Budget kann man sich bereits vor der ersten geschriebene Zeile verabschieden.

Daher: ja, ich teile die Skepsis.

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