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Mela Nagel

Frage zum Lektorat/Korrektorat

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Hallo ihr Lieben,

Vielleicht könnt ihr mir ja helfen: ich sitze gerade am Lektorat meines Jugendbuchs, das in Italien spielt. Es ist so, dass es eine externe Lektorin gibt, mit der ich das Lektorat mache. Meine Verlagslektorin ist gerade im Urlaub, also fällt sie als Fragen-Empfängerin aus. Irgendwie kommt ständig die Frage der Kursivsetzung hoch, also was soll kursiv gesetzt werden. Da geht es von Ortsnamen, über italienische Ausdrücke, bis hin zu Eigennamen und Zauberformeln. Es häuft sich immens. Jetzt frage ich mich, ob ich das überhaupt sagen muss. Oder wird das im Korrektorat gelöst bzw. klargemacht?

Hat da jemand von euch Erfahrung, die er/sie mit mir teilen mag?

DANKE! Mela

 

 

Bearbeitet von Mela Nagel

www.melanagel.de

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Hi, Mela

Ja, ich kann dazu etwas sagen. Meine Romane spielen alle in "fernen" Ländern, und der Verlag und ich haben uns darauf geeinigt, nur spanische, italienische, französische etc. Sätze und, wo etwas für deutsche LeserInnen verwirrend wäre, kursiv zu setzen.

Also: "¡Te quiero!" (auch wenn praktisch jeder weiß, was das heißt)

Oder: "Tu m'énerves!"

Bei Señor, Madame, Signora, Mister etc. waren wir uns uneins, jedoch haben wir uns letztendlich bei den Anreden ebenfalls auf die Kurivschreibung geeinigt.

Alles andere, Restaurantnamen, Städtenamen, Essen etc. ist normal. Sonst müsste man Spaghetti, Paella oder Croissant ja auch kursiv schreiben. Wäre doch Wahnsinn!

Vielleicht hilft dir das. Aber natürlich hat jeder Verlag diesbezüglich eigene "Regeln". Sie müssen nur klar sein. Am besten natürlich vor dem Schreiben. ;)

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Bei den Rom-/Italien und England-/London-Thrillern, die mein Mann und ich geschrieben haben, verhält es sich ganz ähnlich wie bei Margots Verlagslektorat. Alles andere wäre wohl auch zu viel des Guten an Kursiv-Setzung und würde den Lesefluss nur stören.

Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)

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Meines Erachtens wird das von jedem Verlag und in jedem Genre unterschiedlich gelöst. Letztlich ist das eine Frage des Drucks und nicht der Rechtschreibung.
Ich habe in einem Roman nur Schiffseigennamen kursiv geschrieben. In einem anderen alle Gedanken der Drachensprache. Es wurde in jedem Projekt mit dem Verlag neu ausgehandelt. Ganz pragmatisch.

Liebe Grüße
Wolf

 

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Zur Frage des "Zuviel": Ich habe mal eine kürzere Vergangenheitsperspektive kursiv gesetzt, was weder vom Lektorat noch vom Korrektorat beanstandet wurde.
Das würde ich nie mehr machen, weil es wirklich die Lesbarkeit beeinträchtigt. Das wäre auch ein Argument für deine Außenlektorin, Mela. Im Lauf der Jahre ist es immer weniger geworden. Dass man nicht mal Namen von Gasthäusern kursiv setzen muss, hat mir eine Lektorin beigebracht, auch nicht in Anführungsstriche. (Wenn der Name plausibel ist). Dagegen finde ich es immer hübsch zu lesen, wenn ich italienische, spanische oder französische Sprachfetzen kursiv lese - wie Margot es geschrieben hat. Bei meinem derzeitigen Projekt werde ich jetzt wohl auch ein Bibelzitat über die apokalyptischen Reiter wieder normal setzen.

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vor 16 Stunden schrieb Mela Nagel:

s häuft sich immens. Jetzt frage ich mich, ob ich das überhaupt sagen muss. Oder wird das im Korrektorat gelöst bzw. klargemacht?

Bei meinen Büchern war das immer eine Frage, die das Lektorat gemeinsam mit mir diskutiert hat. 

Ich persönlich tendiere zu möglichst wenig kursiv. Gedanken, nur dann wenn kein beschreibendes Wort dahinter kommt (also wenn der Satz nicht mit "dachte er/sie", etc weitergeht). Fremdsprachige Sätze haben wir auch nicht kursiv gesetzt. Nur bei Eigennamen und Geschriebenen haben wir uns auf die Kursivsetzung geeinigt. 

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Bei euch ist ja echt alles dabei! Danke für eure vielen Antworten. Damit kann ich was anfangen, sehr gut. Und habe gelernt: Es vorher festlegen :) Es ist ja gar nicht so, dass ich es nicht schon dreimal angesprochen habe (Ironie aus), aber immer "vergessen wurde" zu klären. Die Grenze zu ziehen ist echt schwierig.

Wo ich noch am meisten hadere, sind Kursivsetzungen im Fließtext, wenn die Protagonistin etwas denkt wie "Jetzt reiß dich zusammen!". Der ganze Text ist in 1. Person Präsenz verfasst. Da reißt mich die Kursivsetzungen von einzelnen Sätzen dieser Art als Leserin total raus, weil sie im endeffekt ja die ganze Zeit mit sich selbst redet, oder?

Am 25.9.2023 um 17:14 schrieb Margot:

Alles andere, Restaurantnamen, Städtenamen, Essen etc. ist normal. Sonst müsste man Spaghetti, Paella oder Croissant ja auch kursiv schreiben. Wäre doch Wahnsinn!

Vielleicht hilft dir das. Aber natürlich hat jeder Verlag diesbezüglich eigene "Regeln". Sie müssen nur klar sein. Am besten natürlich vor dem Schreiben. ;)

Genau da stecke ich gerade: Institutionen mit einem Palazzo im Namen stehen kursiv, als Eigenname ja irgendwie verständlich. Jetzt ist aber im Text jeder Palazzo(Palazzi) kursiv gesetzt, also bei einer Beschreibung à la "Wir fahren an einem Palazzo vorbei".  Da fängt es an für mich unlogisch zu werden, siehe Spaghetti etc.

Hach, danke erst mal. Ich mache jetzt einfach mal und werde das dann nochmal beim Verlag anmerken, sobald wieder jemand da ist, der mir helfen kann.

www.melanagel.de

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Auch wenn ich zu spät bin - bei allein meinen (Jugend)Büchern sind Gedanken (wenn kein "dachte" oÄ dabei ist) kursiv, Betonungen, Wiederholungen (also vorher gesagtes, dass die Figur (in Gedanken) zitiert) und Eigennamen bei zB Lokalen sind kursiv. Nie Ortsnamen. Und bei Lokalen nur, wenn sie nicht öfters als drei oder fünf Mal vor kommen. Wenn es das Stammlokal ist und ständig der Name fällt, haben wir es - wegen Lesbarkeit und weil die Leser ja dann damit vertraut sind - nicht kursiv gesetzt.

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Am 27.9.2023 um 16:49 schrieb Mela Nagel:

Hach, danke erst mal. Ich mache jetzt einfach mal und werde das dann nochmal beim Verlag anmerken, sobald wieder jemand da ist, der mir helfen kann.

Kleiner Tipp aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz dahingehend ;) : Lass dir die Vorgaben schriftlich geben und schick die dann immer auch gleich den LektorInnen, KorrektorInnen etc. mit/zu ... sonst erklärst du denen den Schmarren x-mal.

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Am 30.9.2023 um 16:36 schrieb Margot:

Kleiner Tipp aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz dahingehend ;) : Lass dir die Vorgaben schriftlich geben und schick die dann immer auch gleich den LektorInnen, KorrektorInnen etc. mit/zu ... sonst erklärst du denen den Schmarren x-mal.

Ahhhhh! Sehr gute Idee! Ich danke dir :)

Ich freue mich immer wieder hier dabei zu sein und genau solche Erfahrungen zu teilen. Danke euch allen!

 

www.melanagel.de

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Am wichtigsten finde ich, dass alles gleich bleibt in einer Kategorie. Buchtitel machen mich beim Korrekturlesen oft wahnsinnig, einmal kursiv, einmal unter Anführungszeichen, einmal gar nicht hervorgehoben. Ich würde so was in Romanen immer kursiv machen und in Sachtexten so, wie die Zeitschrift usw. das eben macht. Zuletzt habe ich mir das angesehen, Rezensionen haben das dort immer unter Anführungszeichen.

Ein Mal habe ich eine Mangabroschüre lektoriert. Ich habe mir den Mund fusselig geredet: Nein, einen Kobayashi Maru (ja, dummes Bespiel! ;)) schreibt man genauso wie einen Johannes Müller, nämlich in Normalschrift ohne alles. 

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