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Gerswid

fraglos

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Guten Morgen,

ich hätte einmal eine Frage zu einem Wort bzw. einem Synonym davon. Es geht hier um einen Hund, der Schafe hütet. Die Lektorin baute mir nun das Wort `fraglos´ ein. Aber ist das denn richtig? Das hört sich doch komisch an.

`Oft genug lief er aber auch zwischen seinen Schützlingen umher, die ihn fraglos akzeptierten und sich nicht vor ihm fürchteten.´

Welches Wort wäre denn wohl besser? Ich hatte einfach bloß geschrieben: `... die ihn akzeptierten.´

LG Gerswid

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"fraglos" finde ich bei Schafen auch seltsam.

Ich hätte geschrieben "die ihn kannten und sich nicht vor ihm fürchteten" - das ist in dem Fall so. Schafe akzentieren einen Hund deshalb, weil sie ihn kennen.

Liebe Grüße
Beate

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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Sebastian Niedlich

Hört sich für mich nicht komisch an.

Deine Lektorin will offenbar darauf hinaus, dass es erstaunlich ist, dass sich eine große Gruppe von Tieren, ohne es weiter zu hinterfragen, von einem einzelnen Tier hüten lässt. Ich persönlich finde den Satz mit dem eingefügten "fraglos" besser als vorher. Zum einen gefällt es mir vom Rhythmus her besser, zum anderen bringt es einen noch einmal dazu über das Verhältnis Hütehund / Schafherde nachzudenken.

Bei "die ihn akzeptierten und sich nicht vor ihm fürchteten" wäre mein erster Gedanke: Ja, wat sollen sie auch machen und ob die sich nicht fürchten ... bin ich skeptisch.
Bei "die ihn fraglos akzeptierten und sich nicht vor ihm fürchteten" wäre mein erster Gedanke: Offenbar macht der Hund so einen guten Eindruck, dass die ihn echt nicht fürchten.

Das ist aber nur meine Meinung.
 

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Fraglos ist ein ungünstiges Wort, da Schafe nicht fragen. Da könnte ich auch gleich "zweifelsohne" schreiben.

"Instinktiv" könnte in diesem Fall funktionieren. Aber besser finde ich eine Lösung in der Art, wie @Beate K. sie vorgeschlagen hat. Ein eingeschobener Satz. ..., weil er ihr Freund, Beschützer und gleichzeitig eine Art Anfpührer war.

Es hängt einfach davon ab, wie wichtig Dir das Verhältnis und wie gefärbt es sein soll. Du kannst auch nach dem "umher" einfach einen Punkt machen und den Nachklapp streichen.

Liebe Grüße
Wolf

Bearbeitet von Wolf
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Fraglos finde ich hier auch unpassend. Wie wäre es mit „ohne Probleme“ oder „problemlos“?

“Fraglos“ setzt m.E. Reflexionsvermögen voraus. Fraglos ist das eine gute Sache. Um dieses Statement zu machen, muss man drüber nachgedacht haben. Es bedeutet, dass beim Nachdenken keine Fragen aufgekommen sind oder etwas keine Fragen aufwirft.

Luises “vorbehaltlos“ finde ich auch gut, wenn man „Vorbehalt“ nicht zu eng definiert. Was Sebastian schreibt, empfinde ich übrigens auch so, von der Satzmelodie her muss da was stehen, ersatzlos streichen würde ich das „fraglos“ daher nicht.

Wolfs „zweifelsohne“ würde ich wiederum auf den Schäfer oder den Erzähler beziehen (weiß aber nicht genau, warum), der zweifelt nicht, dass die Schafe den Hund akzeptieren. Von daher ginge das für mich auch.

PS: Das wundert mich jetzt grade, dass ich „fraglos“ auf die Schafe beziehe, „zweifelsohne“ aber auf den Schäfer oder Erzähler. Ich habe keine Erklärung dafür, aber ich kann es noch so oft in beiden Versionen vor mich hinsprechen, es bleibt so. Da würde mich jetzt eine sprachwissenschaftliche Erklärung interessieren …

Bearbeitet von KerstinH
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Ich bin auch über das "fraglos" gestolpert, da hätte man auch gleich "kommentarlos" schreiben können.;) Mir gefällt Beates Vorschlag, auch das "instinktiv" von Wolf. "Geduldig" wäre noch eine Option, passt aber nicht ganz in den zweisilbigen Rhythmus.

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Sebastian Niedlich

Du hast geschrieben "Es geht hier um einen Hund, der Schafe hütet". Den sonstigen Kommentaren nach zu urteilen handelt es sich also nicht um eine anthropomorphe Darstellung von Hund und Schafen? Das hatte ich aus diesem Satz geschlossen.

Wenn es nicht anthropomorphisierend ist, dann ist "fraglos" sicherlich keine gute Wahl.

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vor 8 Minuten schrieb Gerswid:

Ein Herdenschutzhund, der Schafe hütet. Der aber erst seit zwei Wochen in der Herde ist, doch die Schafe akzeptieren ihn nun vorbehaltlos bzw. instinktiv.

"Fraglos" finde ich auch unpassend. Ich würde es vielleicht einfach genau so formulieren, wie es gemeint ist, etwa "Die ihn innerhalb kürzester Zeit akzeptierten" oder "Die ihn direkt akzeptierten" oder "erstaunlicherweise sofort akzeptierten." So in der Art.

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vor 56 Minuten schrieb Gerswid:

Ein Herdenschutzhund, der Schafe hütet. Der aber erst seit zwei Wochen in der Herde ist, doch die Schafe akzeptieren ihn nun vorbehaltlos bzw. instinktiv.

Ein Herdenschutzhund hütet nicht. ;) Wie der Name schon sagt ist der da, um die Schafe vor Raubtieren zu schützen. Dafür wächst er idR in der Herde auf, die Schafe sind sozusagen sein Ersatz-Rudel.

Ein Hütehund dagegen hütet die Schafe und arbeitet dabei mit dem Schäfer zusammen.

Für den Satz ist das nicht wichtig, aber wenn du mehr Text dazu hast würde ich empfehlen, dir die passenden Hunderassen vorher anzusehen.

Schafe haben vor Hütehunden durchaus etwas Angst (oder Respekt), sonst könnte der Hund sie nicht treiben. Bei Herdenschutzhunden ist es wahrscheinlich Gewöhnung, zu denen halten Schafe idR keinen Abstand, aber normalerweise wechseln die ihre Herde nicht.

Instinktiv hätten Schafe Angst vor Hunden, das Wort passt eher nicht.

Bearbeitet von Beate K.

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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Ja, Beate hat es schon perfekt formuliert. Herdenschutzhunde wachsen im Allgemeinen schon als Welpen mit einer Schafsherde auf, fressen manchmal auch die Nachgeburten und sind tatsächlich sowas wie "Familienmitglieder" von Schafen.
Wenn du mehr über Wolf-Herdenschutz etc. wissen willst, schick mir eine PN.

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Die oben gegannten Vorschläge gefallen mir alle. Aber ich denke, es kommt auch ein bisschen auf die Perspektive an.

Hast du eine Ich-Perspektive, dann sollte das Wort zum Sprachschatz des Ich-Erzählers passen.

In abgeschwächter Form gilt das auch für die Pesonale Erzählweise oder für den Ich-Erzähler (der ja eine Figur ist, auch wenn er nicht handelnd in Erscheinung tritt)

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Am 24.1.2023 um 16:43 schrieb Gerswid:

Ja, der Hund ist in der Geschichte zum Wolfsschutz da, nicht zum Schafe-Hüten.

Dann passt es mW nicht mit den "erst seit 14 Tagen da und wird von den Schafen vorbehaltlos akzeptiert".

"Herdenschutzhunde werden innerhalb einer Nutzviehherde geboren und wachsen dort auf. Die permanente Nähe zu Nutztieren und Artgenossen ist die Grundvoraussetzung für ihren späteren Einsatz als Herdenschutzhund."

"Sie leben mindestens zu zweit mit der jeweiligen Herde."

"Herdenschutzhunde wachsen in der Regel gemeinsam mit der Herde auf und sind in direktem Kontakt zu ihren späteren Schützlingen. Das schafft bereits zu einem frühen Zeitpunkt Vertrautheit"

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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