Zum Inhalt springen
Sebastian Niedlich

KI - Künstliche Intelligenz MEGATHREAD

Empfohlene Beiträge

vor einer Stunde schrieb KerstinH:

Na, "kränkend" ist gut.

So ein Wort entspringt einem Ego: Da ist jemand "besser" als man selbst. Mag sein, dass es manchen Künstlern so geht. Ich empfinde das eher als Unterstellung.

Für mich, die ich vom Schreiben lebe, ist KI in erster Linie bedrohlich. Und zwar hinsichtlich meines Lebensunterhalts, aber auch  hinsichtlich der Möglichkeit von Manipulationen, sei es des Geschmacks, der Meinung, des Sprachgefühls ...

Klar hat sie auch gute Seiten. Aber das haben wir hier ja alles schon diskutiert.

Gehlen sagte ja: "Die Kreativen". Als Journalist der SZ ist er ja selbst vom Jobverlust bedroht. Empfindest du das als Pfeifen im dunklen Wald? Ich selbst habe ja nie vom Schreiben gelebt, und die Ankündigung, die KI wäre bald intelligenter als wir selbst und werde einmal bessere Romane schreiben als wir, hat mich nicht gekränkt, sondern geärgert, weil ich es für eine Anmaßung hielt.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 3 Stunden schrieb Christa:

Empfindest du das als Pfeifen im dunklen Wald?

Ich denke, dass die Jobverluste innerhalb der Kreativbranche sehr real sind. Die Einschläge kommen immer näher. Insofern empfinde ich das "kränkend" als eine falsche Wortwahl, für mich würde "bedrohlich" besser passen. Ob die Romane der KI besser sein werden (nach welchen Kriterien?), ist dabei gar nicht die Frage, entscheidend wird das Käuferverhalten sein. Und da bin ich nicht sehr optimistisch …

Bearbeitet von KerstinH
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Um das Thema mal wissenschaftlich zu unterlegen: In dieser neuen Microsoft-Studie wurde konkret erforscht, welche Berufsbilder akut gefährdet sein werden, in naher Zukunft durch KI obsolet zu werden: 

https://arxiv.org/pdf/2507.07935

Interessant wird es ab Seite 12 dieses PDFs. 8-)

Roland Muller: EISRAUSCH (13.08.2024, nominiert für den GLAUSER 2025), EISFALLE (17.09.2025), jeweils als Aufbau Taschenbuch, Hörbuch und E-Book

https://roland-mueller-thriller.de und https://www.cafedigital.de

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 1 Stunde schrieb RolandM:

Um das Thema mal wissenschaftlich zu unterlegen: In dieser neuen Microsoft-Studie wurde konkret erforscht, welche Berufsbilder akut gefährdet sein werden, in naher Zukunft durch KI obsolet zu werden: 

https://arxiv.org/pdf/2507.07935

Interessant wird es ab Seite 12 dieses PDFs. 8-)

Sind meine Augen nun entzündet oder habe ich das richtig gesehen? Die Berufe, die am besten mit der KI vereinbar seien, heißen Übersetzer, Historiker, Autoren neben vielen anderen wie auch Tellerwäscher und Forstarbeiter?

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Bedeutet, Christa, dass diese Berufe am ehesten ersetzbar sein werden, wenn die KI entsprechend ausgereift ist. Übersetzer an erster Stelle, Autoren auf Platz fünf. Herzlichen Glückwunsch an uns alle.

Bearbeitet von KerstinH
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Das ist in der Tat niederschmetternd. Aber eins verstehe ich nicht: applicability heißt doch "Anwendbarkeit, Eignung". Heißt das, sie sind für die KI anwendbar und geeignet? Es ging doch um Berufe, die von Aussterben bedroht sind. Hast du eine Erklärung, Roland?

Bearbeitet von Christa
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 22 Minuten schrieb Christa:

Heißt das, sie sind für die KI anwendbar und geeignet?

Auf diese Berufe ist die KI am besten anwendbar. Im Gegensatz zu z.B. Schienenleger.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 16 Minuten schrieb AndreasE:

Auf diese Berufe ist die KI am besten anwendbar. Im Gegensatz zu z.B. Schienenleger.

Der Tellerwäscher war ja weiter hinten im Rang. Wusste nicht, dass es sowas noch gibt-und Begleiter von Besuchern stand da auch.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Der Dachdecker/ Dachdeckerin ist KI-resistent!

"Dem von zwei Künstlern geschaffenen Werk wohnt ein Prinzip der Täuschung und Simulation inne."  

AT "Aus Liebe Stahl. Eine Künstlerehe."

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 18 Stunden schrieb AndreasE:

Auf diese Berufe ist die KI am besten anwendbar. Im Gegensatz zu z.B. Schienenleger.

 

vor 15 Stunden schrieb jueb:

Der Dachdecker/ Dachdeckerin ist KI-resistent!

Gestern Abend habe ich noch darüber nachgedacht, welche Berufe wohl nicht durch KI zu ersetzen wären. Und ihr habt es auf den Punkt gebracht: Schienenleger sind unentbehrlich für die Deutsche Bahn, und dem Dachdecker droht laut Umfragen die geringste Gefahr, durch die KI ersetzt zu werden. Vielleicht auch noch der Schornsteinfeger, der immer noch zu uns kommt und der Koch, dem dann von der KI mit Zutaten assistiert wird. Auch in der Finanzmarktwelt und in der Frankfurter Rundschau bestätigen sich die Angaben zu den Schriftstellern, Tellerwäschern und Stadtführern usw. usf.  Statt den Führern laufen die Leute dann mit diesen großen Brillen herum und kriegen alles erklärt. Nachhilfe findet nicht mehr mit Lehrern statt, sondern durch Programme. 

Witzigerweise finde ich all diese Themen in Karl Olsbergs Science-Fiction-Roman wieder. Und ich frage mich - der Bogen zu der Science-Fiction-Ausschreiben oben von Regierungsseite: Warum unterstützt die Regierung nicht all die Autoren, die sich eh mit diesen Themen beschäftigen?

Bearbeitet von Christa
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 13 Minuten schrieb Sebastian Niedlich:

Einbalsamierer haben nur eine 7%ige Chance ersetzt zu werden! Bewerbungen sind raus!
Ich frage mich aber... 7% sind mehr als 0% als bei Motorbootfahrern. Ich hätte es ja eher andersherum erwartet...

 Verstehe ich auch nicht. Motorboote fahren doch dann KI-gesteuert wie auch die Busse, fürs Einbalsamieren braucht man Hände.8-)Und fürs Dachdecken und Schornsteinfegen wohl auch, denn der KI-Roboter würde auf dem Dach bestimmt das Gleichgewicht verlieren.

Bearbeitet von Christa
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Was Autoren angeht, bin ich optimistischer als so manch anderer hier: KI kann Texte sehr gut schreiben, und vor allem Sachbuchautoren sind dadurch betroffen. Aber für mich ist bei Romanen der Text nur das Medium dafür, menschliche Einsichten auszudrücken. 

Geschichten, die uns in Erinnerung bleiben, so dass sie weitererzählt werden, lange, nachdem sie durch das geschriebene Wort oder das vorgetragene Video in die Welt getragen wurden, behandeln oft grundliegende menschliche Wahrheiten. Und solche Wahrheiten zu erkennen, ist etwas ganz anderes, als einen langen grammatikalisch korrekt geschriebenen Text zu erstellen, der über die menschliche Natur nicht viel aussagen kann. 

KI kann Prospekte für komplette Börsengänge in wenigen Minuten vorbereiten (https://finance.yahoo.com/news/goldman-sachs-ceo-says-ai-192852635.html), und Stories nach Mustern schreiben. Aber die tiefe menschliche Erfahrung, wie sie z.B aus Büchern von Charles Dickens spricht, ist schwieriger zu reproduzieren.

Der Optimist in mir sagt, dass sich die Qualität der Literatur erhöhen wird, weil Texte, die wenig Einsicht bieten, von KI geschrieben werden können, und somit der Anspruch an von Menschen geschriebenen Texten steigt. 

Bearbeitet von AlexanderW
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 20 Minuten schrieb AlexanderW:

Was Autoren angeht, bin ich optimistischer als so manch anderer hier: KI kann Texte sehr gut schreiben, und vor allem Sachbuchautoren sind dadurch betroffen. Aber für mich ist bei Romanen der Text nur das Medium dafür, menschliche Einsichten auszudrücken. 

Geschichten, die uns in Erinnerung bleiben, so dass sie weitererzählt werden, lange, nachdem sie durch das geschriebene Wort oder das vorgetragene Video in die Welt getragen wurden, behandeln oft grundliegende menschliche Wahrheiten. Und solche Wahrheiten zu erkennen, ist etwas ganz anderes, als einen langen grammatikalisch korrekt geschriebenen Text zu erstellen, der über die menschliche Natur nicht viel aussagen kann. 

KI kann Prospekte für komplette Börsengänge in wenigen Minuten vorbereiten (https://finance.yahoo.com/news/goldman-sachs-ceo-says-ai-192852635.html), und Stories nach Mustern schreiben. Aber die tiefe menschliche Erfahrung, wie sie z.B aus Büchern von Charles Dickens spricht, ist schwieriger zu reproduzieren.

Der Optimist in mir sagt, dass sich die Qualität der Literatur erhöhen wird, weil Texte, die wenig Einsicht bieten, von KI geschrieben werden können, und somit der Anspruch für von Menschen geschriebenen Texte steigt. 

An dem Punkt waren wir schon mal. Wahrscheinlich meinte der Autor in einer der o.g. Zeitungen auch das damit, dass Kunst, Regie und alle kreativen Tätigkeiten nicht vom Aussterben bedroht seien. Aber -provokativ gesagt - wer liest das dann noch, wenn jetzt schon in den Buchhandlungen so viele Bücher stehen, die auch eine KI hätte schreiben können?

Bearbeitet von Christa
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Vielleicht noch zur Ergänzung, uns alle betreffend: Der Kinderbuchautor Patrick Hertweck hat als Gastbeitrag auf buchmarkt.de einen sehr langen und – wie ich finde – herausragenden Meinungsbeitrag unter dem Titel "Was bleibt vom Lesen" veröffentlicht. Darin geht es um die TikTok-Hypes Romantasy & Co., die Veränderungen im Buchmarkt und schlussendlich auch um den (zukünftigen) Einfluss von KI. Letztere Passagen zitiere ich hier (Zitat Beginn):

Nach dem Rausch die Ernüchterung?

Was aber geschieht, wenn der gegenwärtige Boom von Romantasy und New Adult irgendwann verebbt – wie jeder Trend, ganz gleich, wie flach der Tümpel ist, in dem er kreist? Wenn selbst die kunstvollsten Buchschnitte irgendwann als Ladenhüter verstauben?
Im besten Fall – und das wäre zu wünschen – macht sich ein Teil der heutigen Leserschaft auf zu neuen literarischen Ufern. Vielleicht erleben dann auch literarisch anspruchsvollere Texte eine Renaissance – und jene ambitionierten Autor:innen, die durchgehalten haben, dürfen wieder auf eine Bühne hoffen, die im heutigen Literaturbetrieb eher einer verborgenen Nische gleicht.
Doch seien wir ehrlich – wahrscheinlicher ist ein anderes Szenario.
Ein Publikum, das über Jahre hinweg mit gleichförmiger, seichter Lektüre gefüttert wurde, wird literarischer Komplexität irgendwann nicht mehr gewachsen sein. Es wird sich womöglich anderen Medien zuwenden und in den Serienwelten von Netflix & Co. versinken.

Oder – mein persönliches Schreckensszenario – wendet es sich einer ganz neuen, „innovativen“, nie dagewesenen Form von Prosa zu: dem KI-generierten Wunschroman? Gestaltet nach persönlichen Vorlieben per Keyword-Eingabe, feinjustiert nach Genre-Präferenzen, standardisierten Erzählformeln und idealtypischen Figurenkonstellationen. Ein Textformat wie gemacht fürs Denken im Stand-by-Modus: geschmacksneutral, leicht konsumierbar – und garantiert ballaststofffrei für Kopf und Geist.

Bücher, die keine Autor:innen mehr als Projektionsfläche benötigen – weil der Kult um sie in narzisstische Selbstbespiegelung umschlägt. Denn wer Stichworte und Plotpoints eingibt, wird zur Co-Autor:in. Dass man dabei lediglich einige Wunschvorgaben eingetippt hat – darüber sieht man vermutlich gern hinweg.

Immerhin hält man am Ende ein Buch in Händen, das einzig für einen selbst geschrieben wurde – ein Text, der den eigenen Vorstellungen bis ins Detail entspricht. Der Gipfel dieser Entwicklung mündet möglicherweise darin, dass wir uns selbst namentlich als Heldinnen und Helden in die Geschichte schreiben lassen, in denen wir dann in Superheldenmanier über uns hinauswachsen dürfen, um auf den automatisch generierten Seiten dem Bösen in der Welt die Stirn zu bieten.

Bücher auf Knopfdruck

Kaum verwunderlich: Amazon, Meta und andere stehen mit entsprechenden Angeboten längst in den Startlöchern – ausgestattet mit AI-Technologien, die systematisch auf genau diesen Zweck vorbereitet wurden: trainiert mit Millionen urheberrechtlich geschützter Bücher, oft ohne Einwilligung der Rechteinhaber, um künftig exakt das zu generieren, was das Individuum wünscht oder was der Algorithmus nahelegt.
Schon jetzt graben die gigantischen E-Commerce-Plattformen dem klassischen Buchhandel kontinuierlich das Wasser ab. Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hat anlässlich des 30-jährigen Bestehens von Amazon eindrücklich dargelegt, wie das Unternehmen seine Marktstellung über Jahrzehnte systematisch ausgebaut hat – mit gravierenden Folgen für Verlage, Buchhandlungen und die Preisstruktur.
(Quelle: https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/30-jahre-amazon-jeff-bezos-ein-schwieriges-kapitel-fuer-den-schweizer-buchhandel)
Dieser Trend dürfte sich weiter zuspitzen – vor allem dann, wenn Tech-Giganten wie Amazon oder Meta nicht nur Bücher vertreiben, sondern sie bald auch vollautomatisch und zu Minimalpreisen selbst herstellen.

Was nach dystopischer Fiktion klingt, ist in Wahrheit oft nur eine halbe Umdrehung von der Wirklichkeit entfernt. Stellen wir uns also folgendes Szenario vor: Geschichten, wie sie heute auf BookTok tausendfach gefeiert werden, stammen morgen aus einem KI-Modell – in Sekundenschnelle erzeugt, garniert mit dem passenden Wunschtitel. Maßgeschneidert, maximal gefällig. Schon dieser Gedanke ist verstörend – doch er wird noch unheimlicher, wenn man sich vor Augen führt, welchen ideologischen Weltbildern einige der mächtigsten Tech-Milliardäre anhängen: radikal-libertär, autoritätsnah, mit der Überzeugung, es gebe eine geistige wie genetische Hierarchie unter Menschen. Nicht selten bekennen sie sich offen zu rechter Politik – mal aus Kalkül, mal aus Überzeugung. Und wer über solche Macht verfügt, wird sie nutzen, wenn man ihn lässt.

Ich möchte mir nicht ausmalen, dass genau solche Denkhaltungen künftig unbemerkt in Texte einfließen, von Algorithmen verwoben – und als schleichendes Gift in unser Unterbewusstsein sickern, vorbei an jeder Form redaktioneller, literarischer oder ethischer Kontrolle.
Spätestens dann sind wir Lichtjahre entfernt von dem, was Denis Scheck unter Literatur versteht – ein geistiger Raum, der unsere Wut über den Zustand dieser Welt weckt.

Mehr als ein Konsumgut

Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendjemand so etwas freiwillig lesen will. Allerdings konnte ich mir vor Jahren auch nicht vorstellen, dass ich einmal auf einem Handy kurze Filmchen sehen würde, die so präzise auf meine Reize zugeschnitten sind, dass ich das Gerät kaum noch aus der Hand legen kann. Darum bin ich mir nicht sicher, ob es künftig überhaupt noch eine Rolle spielt, ob hinter einem Buch ein Mensch steht. Eine Randnotiz dazu: Audible, der zu Amazon gehörende Hörbuchdienst, hat kürzlich angekündigt, künftig auf KI-Stimmen zu setzen – statt wie bisher professionelle Sprecherinnen und Sprecher zu engagieren, die den Aufnahmen Leben und Gefühl verleihen. Da sage ich nur: Nachtigall, ick hör dir trapsen…

Wie also verändert sich unser Verständnis von Literatur, wenn Reiz, Reichweite und Wiedererkennbarkeit zunehmend über Inhalt und Sprache entscheiden? Wächst das Ungleichgewicht zwischen den E-Commerce-Giganten und dem unabhängigen Buchhandel weiter, wenn auch die letzte Bastion – das Geschriebene selbst – den Marktmechanismen und Algorithmen überlassen wird? Und haben Verlage, wie wir sie kennen und schätzen, dann überhaupt noch eine Zukunft?

Meine Überzeugung: Wenn die Lesekultur vor die Hunde geht – wenn immer weniger Menschen der Wirkung von Literatur noch Bedeutung beimessen, im Sinne Schecks: widerständig, erkenntnisträchtig, formbewusst –, dann steht nicht nur der Buchhandel am Abgrund. Dann steht es um etwas Grundsätzlicheres schlecht – um unsere Fähigkeit zur Reflexion, zur Einfühlung, zum demokratischen Diskurs. Literatur ist schließlich weit mehr als bloß ein Konsumgut im Sortiment. Sie ist ein Instrument der Aufklärung, ein Medium geistiger Selbstvergewisserung, ein Resonanzraum für komplexe Gefühle – und ein Bollwerk gegen die Parolen der Vereinfacher, Populisten und autoritären Verführer.

Wer Literatur auf Marktlogik reduziert, hat ihren Wert nicht verstanden.
Die entscheidende Frage lautet: Wie lässt sich in einer Zeit, in der wir durch gedankenloses Scrollen abstumpfen und geistige Anstrengung als Zumutung empfinden, die Lust auf anspruchsvolle Lektüre neu entfachen?

(Zitat Ende)

Roland Muller: EISRAUSCH (13.08.2024, nominiert für den GLAUSER 2025), EISFALLE (17.09.2025), jeweils als Aufbau Taschenbuch, Hörbuch und E-Book

https://roland-mueller-thriller.de und https://www.cafedigital.de

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Der Artikel ist zum Weinen gut. Und was wird bei diesem Szenario aus dem Literatur-Nobelpreis und den Klagenfurter Literaturtagen? Dem Glauser-Preis und allem anderen? Meine einzige Hoffnung besteht darin, dass auch in künftigen Generationen nachwachsende Denis Schecks und andere erstehen, die der Verflachung, Ego-Zentrierung und dem Autoritarismus die Stirn bieten. Die noch lesen wollen und ein Vergnügen dabei empfinden, berührt und auch sonst noch bewegt werden. Es gibt ja noch Widerstand in der Welt überhaupt.

So, wie der Autor hier die Filmchen auf dem Smartphone beschreibt, so bin ich auch zu den Amazon-Bestellungen gekommen, weil ich dort zwar auch suchen und die Algorithmen-Vorschläge ignorieren muss, dafür aber nicht in die Stadt fahren, mich durch die Regale der Buchhandlungen quälen, wo ich erst in jedes Buch reingucken muss, bis ich mal eins gefunden habe, was mir reinläuft. Pater Peccavi, auch ich habe gesündigt. Aber das ist nicht de schlimmste Sünde, denke ich. Ich neige zur zweiten Vision des Autors, dass, wenn die Trends vergangen sind, vielleicht die Autoren (und Leserínnen)  zum Zuge kommen, die so lange durchgehalten haben.

Der Link zu Jeff Bezo funktioniert leider nicht, aber ich habe einen anderen. 30 Jahre Amazon

Bearbeitet von Christa
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 3 Stunden schrieb Andreas:

Hatte ich vor einem Jahr auch schon geschrieben:

Danke für die Erinnerung, Andreas, muss ich mir noch mal in Ruhe durchlesen. Kam mir alles so bekannt vor, und tatsächlich hast du das nicht vor einem Jahr geschrieben, sondern vor vier Monaten, nämlich am 17.März 2025. So schnell (oder langsam?)vergeht die Zeit in der KI-Ära, dass einem vier Monate wie ein Jahr vorkommen.;)

Bearbeitet von Christa
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 8 Stunden schrieb Christa:

Und ich frage mich - der Bogen zu der Science-Fiction-Ausschreiben oben von Regierungsseite: Warum unterstützt die Regierung nicht all die Autoren, die sich eh mit diesen Themen beschäftigen?

Ha, ha, ha – der Witz war gut! :s01 :s01 :s01 :s01 :s01 :s01 :s01 :s01 :s01 :s01

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 7 Stunden schrieb Andreas:

Hatte ich vor einem Jahr auch schon geschrieben:

 

Habe mir die Beiträge vom März jetzt noch mal durchgelesen. Da war von vielem die Rede, unter anderem kam das Bild vom Geschichtenerzähler wie in der Steinzeit, der immer Geschichten erzählen wird, dann das Bollwerk  an Kreativität, das wir der KI entgegenschleudern könnten. Einen Aspekt hatten wir vielleicht noch nicht, den AndreasG einbrachte -ich kopiere die Stelle hier rein -

"Eines aber wird der KI immer fehlen, und deshalb wird sie meines Erachtens niemals Kunst produzieren: der Schreibanlass. KI schreibt, wenn es ihr befohlen wird, nach den Vorgaben, die ihr gemacht werden. Sie weiß nicht, warum sie es tut, und das ist für sie auch kein Kriterium. Sie hat kein Verhältnis zur Welt, kennt keine Konflikte, hat keine Erfahrungen, die sie verarbeitet usw. Ihr fehlt jegliche intrinsische Motivation, wie Künstler sie nun mal haben. Da lässt sich ab einem gewissen Niveau nichts mehr imitieren, selbst wenn die kreativen Prozesse auf einer rein physiologischen Ebene irgendwann entschlüsselt sein sollten."

Das alte Warum, was und für wen wir schreiben. Ob man den Lebensunterhalt verdient oder ob es eine  innere Notwendigkeit ist. Ich habe dabei immer das Bild von Wolf vor Augen, mit den Zetteln in der Wohnung und der immer noch schreibt, auch wenn er nichts veröffentlicht. In der Not schreibe ich in meinem Blog oder hier, aber geschrieben muss sein.

Bearbeitet von Christa
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Wenn ich mir anhöre, was Eric Schmidt hier 

zur Entwicklung äußert, liegt das größte Risiko wohl weniger in irgendwelchen Terminator-Szenarien, sondern in einer schleichenden Übergabe von Verantwortung und Entscheidungsgewalt an hochentwickelte KIs. Berücksichtigt man dann noch, dass das in den nächsten Wochen gelaunchte OpenAI GPT-5 in seiner durchgesickerten Beschreibung auch dediziert Verbesserungen im Bereich "Kreatives Schreiben: Literarische Texte und kreative Inhalte" erzielen soll, müssen wir mal sehen, wie lange unser kreatives Bollwerk standhält.

Roland Muller: EISRAUSCH (13.08.2024, nominiert für den GLAUSER 2025), EISFALLE (17.09.2025), jeweils als Aufbau Taschenbuch, Hörbuch und E-Book

https://roland-mueller-thriller.de und https://www.cafedigital.de

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 37 Minuten schrieb RolandM:

Wenn ich mir anhöre, was Eric Schmidt hier 

zur Entwicklung äußert, liegt das größte Risiko wohl weniger in irgendwelchen Terminator-Szenarien, sondern in einer schleichenden Übergabe von Verantwortung und Entscheidungsgewalt an hochentwickelte KIs. Berücksichtigt man dann noch, dass das in den nächsten Wochen gelaunchte OpenAI GPT-5 in seiner durchgesickerten Beschreibung auch dediziert Verbesserungen im Bereich "Kreatives Schreiben: Literarische Texte und kreative Inhalte" erzielen soll, müssen wir mal sehen, wie lange unser kreatives Bollwerk standhält.

Wenn ich das mit Angaben zum durchgesickerten Kreativ-Modell von Sam Altman ergänzen darf: Er stellt auf X eine Kurzgeschichte der Ki über Trauer vor, von der er sehr beeindruckt ist. Ich fand die Geschichte viel zu lang und langweilig, sodass ich schnell abgebrochen habe. Sprachmodell speziell für kreatives Schreiben Bevor nichts Besseres nachkommt, dürfte unser kreatives Bollwerk standhalten.:s02

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Ich habe mir gerade ein Video zum neuen ChatGPT5 (vor zwei Tagen gesendet) angesehen und es kaum ausgehalten. Habe es nur bis zum Ende durchgehalten, weil ich immer dachte, da kommt noch was zum kreativen Schreiben. Mitnichten! Es werden hunderte von Funktionen bejubelt, darunter die, alle Einkäufe über ChatGPT abwickeln zu können mit einem Obolus an die Konzerne. Eine Anleitung, wie man Bilder im Internet stehlen kann. Und noch viel mehr überflüssiger Kram, von dem mein Schwiegervater selig sagen würde: Braucht kei Sau! Es ist kein Fake, wie ich schon dachte, denn Sam Altman und Donald Trump kommen selbst zu Wort. Habe es gebookmarked, falls jemand es sehen möchte.;)8-)

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Aktuell bedenklicher finde ich Projekte wie dieses hier:

https://wortliga.de

Wird meines Wissens auf zunehmend breiterer Basis in journalistischen Medien eingesetzt. Was wohl Wolf Schneider seligen Angedenkens dazu sagen würde?

Roland Muller: EISRAUSCH (13.08.2024, nominiert für den GLAUSER 2025), EISFALLE (17.09.2025), jeweils als Aufbau Taschenbuch, Hörbuch und E-Book

https://roland-mueller-thriller.de und https://www.cafedigital.de

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Bitte melde Dich an, um einen Kommentar abzugeben

Du kannst nach der Anmeldung einen Kommentar hinterlassen



Jetzt anmelden


×
×
  • Neu erstellen...