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Sebastian Niedlich

KI - Künstliche Intelligenz MEGATHREAD

Empfohlene Beiträge

Gerade eben schrieb Sebastian Niedlich:

Ist euch vielleicht in den Sinn gekommen, dass ich das geschrieben habe, genau UM Autor*innen zu helfen?
Es gibt halt viele, die nicht in der Lage sind die Zeichen der Zeit zu erkennen. Und die KI-Entwicklung scheint genau wieder so ein Thema zu sein. Ich will halt einfach zu bedenken geben, dass da was kommt, was in vielen Bereichen gerade die Arbeit von Autoren und Autorinnen massiv beeinflussen wird und aller Wahrscheinlichkeit nach zu extremen Umsatzeinbußen bzw. Einkommensverlusten führt. Darauf sollte man sich geistig und vielleicht auch wirtschaftlich vorbereiten.

Es ist okay, wenn man mich nicht leiden kann. Es ist okay, wenn man meine Worte als schwarzmalerisch oder dumm abtut. Ich bin nicht die cleverste Person auf der Welt. Behaupte gar nicht das Gegenteil. Aber es gehört nicht viel dazu, sich die Entwicklung anzuschauen und gewisse Rückschlüsse zu ziehen.

Natürlich kann ich mich irren. In gewisser Weise hoffe ich sogar, dass ich mich irre. Aber sich jetzt hinzustellen und zu behaupten "Pfft, das E-Book hat das Buch ja auch nicht verdrängt, warum soll das jetzt mit der KI was anderes sein" hat etwas von den Warenhaus-Managern, die in den 90ern sagten "Internet? Na ja, ist halt nur ein anderer Absatzmarkt"...
Sicherlich gibt es auch heute noch Warenhäuser. Da liest man ja ständig drüber, wie gut es denen geht ...

Es ist halt ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. E-Books waren nur eine andere Form der gleichen Sache. Menschen mussten auch E-Books herstellen. Das jetzt ist etwas ganz anderes. Da wird genau an diesem Umstand gedreht. Menschen werden in dem Umfang nicht mehr benötigt sein. Sicherlich ... immer noch irgendwie. Aber man darf halt arg bezweifeln, dass das immer noch gleich entlohnt wird, wenn das Gros der Arbeit von Maschinen übernommen wird, die nix bis kaum was kosten.
Man könnte es vielleicht am ehesten noch mit der industriellen Revolution vergleichen. Es gibt auch heute noch Weber, Kesselflicker usw., aber in welchem Umfang?
Und so wird es eben in Zukunft auch Übersetzern, Werbetextern und bis zu einem gewissen Grad auch Autoren gehen. Natürlich werden sich andere Jobs auftun, so wie es auch durch die industrielle Revolution und das Internet zu neuen Jobs gekommen ist. Keine Frage.

Aber man muss davor warnen. Damit sich die Leute darauf einstellen können. Möglichst bevor sie plötzlich nicht mehr die Miete bezahlen können.
Erneut: Ihr könnt das ruhig Schwarzmalerei nennen. Ihr könnt euch ruhig hinstellen und sagen, dass das unbegründete Panikmache ist. Macht was ihr denkt. Jeder kann seine Meinung haben.

Für mich ist das keine Schwarzmalerei, ich spüre auch keinerlei Brechreiz. Ich halte es für enorm wichtig, die Nase in den Wind zu halten, einen Plan B, vielleicht sogar einen Plan C in Petto zu haben. Was Sebastian macht ist, ein Worst-Case Szenario zu entwickeln, und das gespickt mit der einen oder anderen Metapher. Er ist halt Schriftsteller.  Genauso werden auch Best-Case Szenarios entickelt. Was davon eintrifft, sorry für den Allgemeinplatz - werden wir sehen. Ich habe mich jedenfalls in der Vergangenheit zweimal gehörig geirrt, bei Themen die von globaler Bedeutung sind und habe die Lehre daraus gezogen, Pläne entlang des ganzen Alphabets zu schmieden. (Nein ich baue keinen Atombunker unter meinem Haus.:))

LG

Martin

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www.martinconrath.de

Jede Art des Schreibens ist erlaubt - nur nicht die langweilige (Voltaire)

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@Sebastian und Ulrike: Es stimmt, dass durch eine bestimmte Wortwahl (Tsunami, auf die Berge klettern, nur noch Thriller und Horror) der Eindruck auch bei mir entstanden ist, dann könnte ich ja gleich aufhören zu schreiben. Aber ich verstehe, dass du uns klarmachen willst, Sebastian, dass wir die Zeichen der Zeit erkennen und uns darauf einstellen sollten. Ich schreibe natürlich weiter und lese weiter, was mir gefällt und von der KI nicht geschrieben werden kann.

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vor 3 Minuten schrieb Ulrike:

Heute in der Zeit. Allerdings waren da zwei Artikel. Nummer 1, und dort meine ich in den Kommentar gelesen zu haben, finde diesen aber jetzt nicht, und deshalb verlinke ich noch ein Artikel, wie in einer fortschrittlichen Schule in einer achten Klasse mit der KI gearbeitet wird. Den ich auch heute gelesen habe. Vielleicht ist dort der Kommentar. Sorry. :-)

https://www.zeit.de/digital/2023-03/gpt-4-chatgpt-openai-test

https://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2023-02/chatgpt-kuenstliche-intelligenz-hausaufgaben-schule-bildung

Danke.

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vor 19 Minuten schrieb Sebastian Niedlich:



Erneut: Ihr könnt das ruhig Schwarzmalerei nennen. Ihr könnt euch ruhig hinstellen und sagen, dass das unbegründete Panikmache ist. Macht was ihr denkt. Jeder kann seine Meinung haben.

Sebastian, ich finde es gut, dass wir darüber reden. Weil ich es auch wie Christoph sehe - es ist doch gut, wenn wir uns darüber austauschen, was unsere Texte ausmachen. 

Und genau das hier, das will ich mit euch erarbeiten:

vor 19 Minuten schrieb ChristophH:

Aber körperliches Erleben der Welt bleibt der KI weiter fremd. Alles, was sich daraus literarisch ableiten lässt - neue Metaphern, neue Geschichten, sind für die KI momentan noch in recht weiter Ferne. Natürlich kann man auch über konkrete Strategien und den Markt etc. reden, aber das erscheint mir das Fundamentalste. 

Danke, Christoph! Das ist doch ein wunderbarer Hinweis. Was können wir, was die KI nicht kann?

 

Kerstin, jede*r von uns geht anders mit der Wirklichkeit um. Ich kann dich verstehen, aber für mich ist es super, wenn wir uns darüber unterhalten. Weil ich dann meine Haltung finden kann. Solche Zuversicht wie von Dirk wirkt bei mir nur, wenn ich alle Seiten betrachte. Sonst ist das für mich Verdrängung. Das hält aber jede*r anders.

Bearbeitet von Ulrike

Ulrike Hartmann | Autorin & Schreibmentorin
Inspiriert Schreiben | Podcast. Workshops. Coaching.
 
 

 

 

 

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vor 3 Minuten schrieb Christa:

@Sebastian und Ulrike: Es stimmt, dass durch eine bestimmte Wortwahl (Tsunami, auf die Berge klettern, nur noch Thriller und Horror) der Eindruck auch bei mir entstanden ist, dann könnte ich ja gleich aufhören zu schreiben. Aber ich verstehe, dass du uns klarmachen willst, Sebastian, dass wir die Zeichen der Zeit erkennen und uns darauf einstellen sollten. Ich schreibe natürlich weiter und lese weiter, was mir gefällt und von der KI nicht geschrieben werden kann.

Christa, das lag nicht in meiner Absicht. Das war nur etwas, was ich interessant fand. Und ich habe auch ein paar Tage gedacht, vielleicht höre ich auf? Aber dann habe ich gemerkt, dass es mich jetzt erst richtig antreibt, das zu schreiben, was mir wichtig ist. Weil es meine Kunst ist. Und ich finde es äußerst beruhigend, wenn wir - wie Christoph es ja nun getan hat - herausarbeiten, was die KI kann und was sie eben nicht kann. Und nie können wird. Das ist doch dann Motivation für alle!

 

 


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vor 2 Stunden schrieb Sebastian Niedlich:

...aber ich schätze in diesem Jahr wird noch der Liebesromanmarkt zusammenbrechen, wenn da tausende generierte Geschichten auf den Markt geworfen werden, die dann keiner mehr lesen kann, weil man einfach von der Menge erschlagen wird. Von "Groschenromanen" will ich gar nicht reden. Bei anderen Genres wird es vielleicht etwas länger dauern.

und ...

vor 23 Minuten schrieb ChristophH:

Zur Frage, was man konkret tun kann (die Ulrike aufwirft und die auch vielleicht Deinem Eindruck von Demotivation entgegenwirken kann): Handlungsbedarf sehe ich vor allem gerade an anderer Stelle, vor allem bei der Politik. Mittelfristig hilft auf jeden Fall: die Welt erleben, mit allen Sinnen. Augen hat GPT-4 ja jetzt schon, und was für welche. (Unglaublich übrigens: das hätte sich vor keinem Jahr noch kaum einer zu prognostizieren erlaubt.) Aber körperliches Erleben der Welt bleibt der KI weiter fremd. Alles, was sich daraus literarisch ableiten lässt - neue Metaphern, neue Geschichten, sind für die KI momentan noch in recht weiter Ferne. Natürlich kann man auch über konkrete Strategien und den Markt etc. reden, aber das erscheint mir das Fundamentalste. 

@Sebastian Niedlich: Erkennst du den Unterschied zwischen Helfen und Schwarzmalen? Nur weil du schreibst, du wolltest mit deinem Beitrag helfen.

vor 26 Minuten schrieb Sebastian Niedlich:

Es ist okay, wenn man mich nicht leiden kann.

??? Hat jetzt genau was mit dem Thema zu tun?

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vor 10 Minuten schrieb Christa:

@Sebastian und Ulrike: Es stimmt, dass durch eine bestimmte Wortwahl (Tsunami, auf die Berge klettern, nur noch Thriller und Horror) der Eindruck auch bei mir entstanden ist, dann könnte ich ja gleich aufhören zu schreiben. Aber ich verstehe, dass du uns klarmachen willst, Sebastian, dass wir die Zeichen der Zeit erkennen und uns darauf einstellen sollten. Ich schreibe natürlich weiter und lese weiter, was mir gefällt und von der KI nicht geschrieben werden kann.

Na ja, bei allem Respekt, ich glaube nicht, dass Sebastians Vorhersagen eintreffen müssen. Er mag zwar das Talent zum Propheten haben, und vielleicht hat der Gott KI ihm aufgegeben uns Unwissende zu erhellen, aber da die KI ja leider doch (noch) nicht allwissend und omnipotent ist, kann natürlich auch der Prophet fehlen.

Schwarz sieht nur der, der sich die Hand vor die Augen hält.

LG

Martin

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vor 13 Minuten schrieb MartinC:

Na ja, bei allem Respekt, ich glaube nicht, dass Sebastians Vorhersagen eintreffen müssen. Er mag zwar das Talent zum Propheten haben, und vielleicht hat der Gott KI ihm aufgegeben uns Unwissende zu erhellen, aber da die KI ja leider doch (noch) nicht allwissend und omnipotent ist, kann natürlich auch der Prophet fehlen.

Schwarz sieht nur der, der sich die Hand vor die Augen hält.

LG

Martin

Der Prophet Sebastian (den ich übrigens gut leiden kann) malt ein Szenario, das genauso gewiss nicht eintreffen wird. Wie sagte man früher: Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wurde.:D

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vor 1 Minute schrieb Christa:

Der Prophet Sebastian (den ich übrigens gut leiden kann) malt ein Szenario, das genauso gewiss nicht eintreffen wird. Wie sagte man früher: Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wurde.:D

Das mag ich gerne glauben, dass das nie so eintreffen wird. Das ist ein Good-Case Szenario. Aber wissen kann ich es nicht.

LG

Martin

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vor 6 Minuten schrieb MartinC:

Das mag ich gerne glauben, dass das nie so eintreffen wird. Das ist ein Good-Case Szenario. Aber wissen kann ich es nicht.

Das weiß ja nicht einmal die KI höchstselbst. Sie glaubt, das versichert sie mir, dass die KI niemals die Lebendigkeit eines Autors, einer Autorin ersetzen könne.

Aber wissen tut sie es offenbar ebenfalls nicht.:)

Bearbeitet von Christa
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vor 31 Minuten schrieb KerstinH:

@Sebastian Niedlich: Erkennst du den Unterschied zwischen Helfen und Schwarzmalen? Nur weil du schreibst, du wolltest mit deinem Beitrag helfen.

 

Ich würde sagen, die beiden Aspekte können manchmal sehr eng beieinander liegen. Ich bin seit Monaten oft am Verzweifeln, weil Kolleginnen und Kollegen das einfach nicht ernst nehmen - und male dann auch schwarz. Weil ich das Gefühl habe, dass es das dann braucht als Kontrast. Und manchmal sehe ich auch das Licht am Ende des Tunnels nicht, sondern will einfach nur meine eigenen Bedenken weitergeben - allerdings eben dann in der Hoffnung, dass ander e Leute vielleicht gute Ideen für einen konstruktiven Umgang haben. 

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Ich denke, wenn es wirklich zu einem flächigen "Maschine ersetzt Mensch" kommen würde, bekämen wir bürgerkriegsähnliche Aufstände. Das beträfe dann ja bei weitem nicht nur uns Autoren oder mich als Werbetexter, sondern auch Designer, Programmierer, SekretärInnen und viele weitere Branchen. Jeder verlorengegangene Arbeitsplatz ist sozialer Brennstoff. Das werden auch die Verantwortungsträger begreifen. Insofern glaube ich an keine Horror-Szenarien, eher daran, dass KI als Hilfs-Tool eingesetzt wird. Wirklich tolle Romane wird sie ohnehin nie produzieren können.

Bearbeitet von WolfgangG
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vor einer Stunde schrieb Ulrike:

Christa, das lag nicht in meiner Absicht. Das war nur etwas, was ich interessant fand. Und ich habe auch ein paar Tage gedacht, vielleicht höre ich auf? Aber dann habe ich gemerkt, dass es mich jetzt erst richtig antreibt, das zu schreiben, was mir wichtig ist. Weil es meine Kunst ist. Und ich finde es äußerst beruhigend, wenn wir - wie Christoph es ja nun getan hat - herausarbeiten, was die KI kann und was sie eben nicht kann. Und nie können wird. Das ist doch dann Motivation für alle!

Musste jetzt bei der Fülle von Beiträgen nach deiner Antwort suchen, Ulrike. Mir ging es nämlich genauso - einen Abend hatte ich keine Lust mehr, mich an den Laptop zu setzen, am nächsten ging es wieder richtig los. Wir haben Stärken, die die KI nicht hat. Außerdem bestimmt nicht sie, was geschrieben und veröffentlicht wird, sondern Menschen. Alle haben es in der Hand.

Bearbeitet von Christa
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Sebastian Niedlich
vor 2 Stunden schrieb Christa:

Das weiß ja nicht einmal die KI höchstselbst. Sie glaubt, das versichert sie mir, dass die KI niemals die Lebendigkeit eines Autors, einer Autorin ersetzen könne.

Aber wissen tut sie es offenbar ebenfalls nicht.:)

vor 2 Stunden schrieb WolfgangG:

Ich denke, wenn es wirklich zu einem flächigen "Maschine ersetzt Mensch" kommen würde, bekämen wir bürgerkriegsähnliche Aufstände. Das beträfe dann ja bei weitem nicht nur uns Autoren oder mich als Werbetexter, sondern auch Designer, Programmierer, SekretärInnen und viele weitere Branchen. Jeder verlorengegangene Arbeitsplatz ist sozialer Brennstoff. Das werden auch die Verantwortungsträger begreifen. Insofern glaube ich an keine Horror-Szenarien, eher daran, dass KI als Hilfs-Tool eingesetzt wird. Wirklich tolle Romane wird sie ohnehin nie produzieren können.

Da stimme ich zu. Aber das ist ja genau das, wovon @ChristophH spricht, wenn er meint, dass da die Politik gefragt ist. Nur hat man halt leider den Eindruck, dass da in dem Sinne nicht viel passiert. Auch das sollte einem zu denken geben.

Was die "wirklich tollen Romane" angeht, bin ich skeptisch. Ich bin ja ebenfalls der Meinung, dass es eine KI, die vollumfänglich den Menschen ersetzt oder gar denkt wie einer, nie geben wird. Insofern wird eine KI auch niemals Romane wie ein Mensch schreiben.
Das ist aber auch nicht die Gefahr, die da lauert.
Die Gefahr ist die Flut an Texten, Romanen, Bildern, was auch immer, die durch KI generiert werden und gut genug für die breite Masse an Konsumenten ist. Die KI wird nie die Lebendigkeit eines Autors oder einer Autorin erreichen, aber sie wird nah genug heranreichen weil das nur eine Frage des Trainings ist.

Was das dann letztlich heißt, wird man sehen.

Man darf auch nicht den Fehler machen, dass man von sich auf andere schließt. Die unter uns, die 40+ Jahre alt sind, haben eine andere Sicht der Dinge auf das was passiert, als die Generation nach uns ... und die danach ohnehin.

Ich habe mich da erst gestern mit einem Freund drüber unterhalten. Seinem Sohn, der in die Grundschule geht, wäre es total egal, woher der Content eigentlich käme. Für den gilt nur die Frage, ob es ihn unterhält oder nicht. Da könnte ich argumentieren so viel wie ich wollte, dass Bücher, die von Mensch geschrieben sind, doch viel interessanter sind, als irgendwelche, die von einer KI geschrieben wurden. Das interessiert den nicht.

Natürlich wird es in der Zukunft auch Puristen geben, die von KI-generierter Literatur nicht wissen wollen. (Mich selbst eingeschlossen.) Die Frage ist aber, was die große Masse an Leuten darüber denkt. Was sollte Leute u.U. davon abhalten, einer KI zu sagen, was genau sie in diesem Moment konsumieren wollen? "Ich brauche jetzt unbedingt eine Liebesgeschichte zwischen einem Mann und Mann / einem Mann und einer Frau / einer Frau und einer Frau / einem Mann und einem Roboter, die in Castrup-Rauxel spielt, die zwischendurch ein wenig traurig ist, am Ende aber ein Happy-End hat. Und ein Hund sollte auch vorkommen."
Dann wird einem was generiert. Natürlich kommt da nicht der große nobelpreiswürdige Roman heraus oder das Ding, was auf der Bestsellerliste landet. Aber für eine ganze Reihe von Leuten wird das genügen. Und wenn man sich Groschenromane praktisch selbst zusammenstellen lassen kann, was genau bedeutet das dann für die Autoren und Autorinnen dieses Genres?
Ich(!) schätze(!!), dass das einige Kreise extrem treffen wird. Muss natürlich nicht sein. Ich kann mich, wie gesagt, irren. Ich persönlich(!) halte es für eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich.

Aber grundsätzlich stimme ich allen zu, die sagen, dass es Schriftsteller und Schriftstellerinnen auch in Zukunft geben wird. Und hoffentlich gute, originelle Bücher. Wie viele unoriginelle Bücher es aber geben wird und wie die Branche darauf reagiert ... das wird man, wie schon mehrere Male gesagt, sehen. Insofern bitte ich meine Postings hier als das zu verstehen: Den Appell an euch, sich auf ein solches Szenario vorzubereiten und entsprechend zu planen.

Bearbeitet von Sebastian Niedlich
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vor 41 Minuten schrieb Sebastian Niedlich:

Da stimme ich zu. Aber das ist ja genau das, wovon @ChristophH spricht, wenn er meint, dass da die Politik gefragt ist. Nur hat man halt leider den Eindruck, dass da in dem Sinne nicht viel passiert. Auch das sollte einem zu denken geben.

Was die "wirklich tollen Romane" angeht, bin ich skeptisch. Ich bin ja ebenfalls der Meinung, dass es eine KI, die vollumfänglich den Menschen ersetzt oder gar denkt wie einer, nie geben wird. Insofern wird eine KI auch niemals Romane wie ein Mensch schreiben.
Das ist aber auch nicht Gefahr, die da lauert.
Die Gefahr ist die Flut an Texten, Romanen, Bildern, was auch immer, die durch KI generiert werden und gut genug für die breite Masse an Konsumenten ist. Die KI wird nie die Lebendigkeit eines Autors oder einer Autorin erreichen, aber sie wird nah genug heranreichen weil das nur eine Frage des Trainings ist.

Was das dann letztlich heißt, wird man sehen.

Man darf auch nicht den Fehler machen, dass man von sich auf andere schließt. Die unter uns, die 40+ Jahre alt sind, haben eine andere Sicht der Dinge auf das was passiert, als die Generation nach uns ... und die danach ohnehin.

Ich habe mich da erst gestern mit einem Freund drüber unterhalten. Seinem Sohn, der in die Grundschule geht, wäre es total egal, woher der Content eigentlich käme. Für den gilt nur die Frage, ob es ihn unterhält oder nicht. Da könnte ich argumentieren so viel wie ich wollte, dass Bücher, die von Mensch geschrieben sind, doch viel interessanter sind, als irgendwelche, die von einer KI geschrieben wurden. Das interessiert den nicht.

Natürlich wird es in der Zukunft auch Puristen geben, die von KI-generierter Literatur nicht wissen wollen. (Mich selbst eingeschlossen.) Die Frage ist aber, was die große Masse an Leuten darüber denkt. Was sollte Leute u.U. davon abhalten, einer KI zu sagen, was genau sie in diesem Moment konsumieren wollen? "Ich brauche jetzt unbedingt eine Liebesgeschichte zwischen einem Mann und Mann / einem Mann und einer Frau / einer Frau und einer Frau / einem Mann und einem Roboter, die in Castrup-Rauxel spielt, die zwischendurch ein wenig traurig ist, am Ende aber ein Happy-End hat. Und ein Hund sollte auch vorkommen."
Dann wird einem was generiert. Natürlich kommt da nicht der große nobelpreiswürdige Roman heraus oder das Ding, was auf der Bestsellerliste landet. Aber für eine ganze Reihe von Leuten wird das genügen. Und wenn man sich Groschenromane praktisch selbst zusammenstellen lassen kann, was genau bedeutet das dann für die Autoren und Autorinnen dieses Genres?
Ich(!) schätze(!!), dass das einige Kreise extrem treffen wird. Muss natürlich nicht sein. Ich kann mich, wie gesagt, irren. Ich persönlich(!) halte es für eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich.

Aber grundsätzlich stimme ich allen zu, die sagen, dass es Schriftsteller und Schriftstellerinnen auch in Zukunft geben wird. Und hoffentlich gute, originelle Bücher. Wie viele unoriginelle Bücher es aber geben wird und wie die Branche darauf reagiert ... das wird man, wie schon mehrere Male gesagt, sehen. Insofern bitte ich meine Postings hier als das zu verstehen: Den Appell an euch, sich auf ein solches Szenario vorzubereiten und entsprechend zu planen.

Unoriginelle Bücher gibt es ja schon zuhauf, das ist nicht mein Bedenken.;) Wenn es deinem Freund und vielen egal sein wird, wer die Bücher schreibt, wird der Zukunftsgeneration vielleicht mehrheitlich egal sein (weil es ganz andere Probleme zu bewältigen gibt.)

Zur Frage der Politik, der das auch egal zu sein scheint: Dazu fand ich einen Artikel, wo es u.a. heißt: (Zitat aus "basic tutorials" politik möchte vorerst keine rechtlichen regelungen) "Fest steht, dass man den Verlagen zumindest insoweit entgegen kommen muss, als dass kein grenzenloses Text und Data Mining mehr stattfinden dürfe. Hier ist eine Zustimmung des Urhebers einfach Pflicht." Auch das Durchsuchen der Zeitungen durch die KI wird als Problem angesehen, weil damit Bezahlschranken umgangen werden und die Abonnenten verschwinden (zum Beispiel bei der New York Times.) Ob Berufe verschwinden, davon scheint in der Politik keine Rede zu sein. Vielleicht denken sie, wenn sie überhaupt in dieser Kategorie denken, die hätten dann (einschließlich der Autorínnen, Überetzer`innen und Sekretärinnen) alle mehr Freizeit und könnten in der kurzen Arbeitszeit das Gleiche produzieren.

Bearbeitet von Christa
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Ich würde vorschlagen, mal die Kirche im Dorf zu lassen. Maschinen ersetzen Menschen seit Beginn der Industrialisierung, das ist ja nichts Neues. Und wo Jobs durch eine neue Technologie verloren gehen, entstehen auch neue.

Ich bin ziemlich sicher, dass KI unseren Job sehr verändern wird, und ich möchte dabei sein. Nicht aus Angst, man könnte mich nicht mehr brauchen, sondern weil ich neugierig und ziemlich begeistert bin. Ich will mit der KI arbeiten, sie als Partnerin für meine Kreativität nutzen, ihre Möglichkeiten erforschen und nutzen. Wohin das führt, weiß ich auch nicht. Aber: What a ride!

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vor 3 Stunden schrieb Sebastian Niedlich:

Ich habe mich da erst gestern mit einem Freund drüber unterhalten. Seinem Sohn, der in die Grundschule geht, wäre es total egal, woher der Content eigentlich käme. Für den gilt nur die Frage, ob es ihn unterhält oder nicht. Da könnte ich argumentieren so viel wie ich wollte, dass Bücher, die von Mensch geschrieben sind, doch viel interessanter sind, als irgendwelche, die von einer KI geschrieben wurden. Das interessiert den nicht.

Liest er denn überhaupt Bücher?

Ich sehe die Gefahr weniger darin, dass die Leute lieber KI-Bücher lesen, als dass sie überhaupt kaum noch Bücher lesen zugunsten von Spielen, Serien, YouTube, Foren usw.

Wenn man sich die Bücher selbst "zusammenstellen" kann, wozu sollte man sie dann überhaupt noch lesen? Dann kennt man den Inhalt ja vorher schon. Aber man wird sehen.

Bei tagesaktuellen Artikeln wäre es mir ehrlich gesagt auch eher egal, ob die von einer KI erstellt oder von einem Menschen geschrieben sind. Die sind schon heute oft soo schlecht geschrieben und recherchiert...

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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Sebastian Niedlich
vor 13 Minuten schrieb Beate K.:

Liest er denn überhaupt Bücher?

Ich sehe die Gefahr weniger darin, dass die Leute lieber KI-Bücher lesen, als dass sie überhaupt kaum noch Bücher lesen zugunsten von Spielen, Serien, YouTube, Foren usw.

Ja, tut er. Ausgiebig sogar. Wobei ich nicht in Abrede stellen will, dass allgemein weitaus weniger als noch vor ein paar Jahren gelesen wird.

vor 14 Minuten schrieb Beate K.:

Wenn man sich die Bücher selbst "zusammenstellen" kann, wozu sollte man sie dann überhaupt noch lesen? Dann kennt man den Inhalt ja vorher schon. Aber man wird sehen.

Die Details macht dann ja die KI. Wenn ich nur sage "Mann/Frau, Irland, Hund, Liebesgeschichte", weil mir gerade nach etwas in der Richtung ist, dann kommt ja trotzdem etwas "Unerwartetes" heraus bzw. etwas, von dem ich zumindest nicht 100%ig weiß, was passiert.

vor 16 Minuten schrieb Beate K.:

Bei tagesaktuellen Artikeln wäre es mir ehrlich gesagt auch eher egal, ob die von einer KI erstellt oder von einem Menschen geschrieben sind. Die sind schon heute oft soo schlecht geschrieben und recherchiert...

Und siehe an ... da sind schon wieder ein paar Journalisten und Redakteure weniger auf der Welt... ;)
Das ist genau der Punkt, den ich versucht habe oben klarzustellen: Es kümmert die Leute nicht. Adäquat recherchierte und geschriebene Texte kannst du bereits jetzt von KIs erwarten. Und das ist die Gefahr. Wir sprechen nicht von einer Entwicklung, die in 50 oder 100 Jahren vielleicht eintritt. Die Entwicklung gibt es jetzt. Die Konsequenzen werden bald spürbar sein. Die Gefahr für Werbetexter, Übersetzer und Autoren ist keine Zukunftsmusik mehr. Und darauf müssen sich diese Berufsgruppen eben einstellen. Oder es gibt bald den nächsten Weberaufstand...

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vor 4 Stunden schrieb Sebastian Niedlich:

Ich habe mich da erst gestern mit einem Freund drüber unterhalten. Seinem Sohn, der in die Grundschule geht, wäre es total egal, woher der Content eigentlich käme. Für den gilt nur die Frage, ob es ihn unterhält oder nicht. Da könnte ich argumentieren so viel wie ich wollte, dass Bücher, die von Mensch geschrieben sind, doch viel interessanter sind, als irgendwelche, die von einer KI geschrieben wurden. Das interessiert den nicht.

Ich muss gestehen: Mich interessiert das auch nicht so brennend. Ob ein Roman von einem Mann, einer Frau, jemand mit Nationalität X, Hautfarbe Y usw. usf. etc. pp. verfasst wurde, ob derjenige zwei Wochen oder zwanzig Jahre dafür gebraucht hat, ob es ihm/ihr Spaß gemacht oder nicht – alles wurstegal, mich interessiert nur, ob mich der Roman interessiert. Dann kann er auch von einem Hund geschrieben sein, oder von einer KI, von einem Außerirdischen oder gechannelt aus Geisteswelten … drauf gepfiffen. The proof of the pudding is in the eating.

Der einzige Grund, warum ich auf Autorennamen achte, ist der, dass ich erfahrungsgemäß von bestimmten Leuten mit höherer Wahrscheinlichkeit interessanten Content kriege. Und von Hunden eher nicht. Und bei KIs muss man sehen. Bis jetzt liest sich alles, was ChatGPT von sich gibt, wie pingelige Gebrauchsanweisungen. Was gut sein mag, wenn man eine Gebrauchsanleitung braucht, aber bis jetzt ist der Ton jedenfalls so, dass ich schnell genug habe.

Ansonsten leben wir Autoren schon seit jeher mit erdrückender Konkurrenz. Jedes Jahr erscheinen hunderttausend neue Bücher allein in Deutschland, während selbst ein emsiger Leser kaum mehr als zweitausend Bücher in seinem Leben lesen kann.

Und trotzdem gilt: Konkurrenz belebt das Geschäft. Wenn du der einzige Thrillerautor in deinem Sprachraum bist, dann geht es dir nicht etwa gut, weil alle, die Thriller lesen wollen, deine lesen müssen, sondern es geht dir schlecht, weil der Grund, warum du der einzige bist, der ist, dass niemand Thriller lesen will. (Habe ich mit SF-Autoren in kleinen europäischen Sprachräumen so mitgekriegt.) Wenn uns die KIs anspornen, besser zu werden, ist das doch nur gut. Und wahrscheinlich helfen sie uns auch noch dabei!

 

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Sascha Lobo beschreibt hier anhand sehr anschaulicher Beispiele, wie die KI in verschiedene Bereiche des (Arbeits) Lebens bereits eingreift und weiter eingreifen wird.

Einen Sascha Lobo zu ersetzen, wird dennoch schwierig werden. Schlechten Journalismus kann man ihm jedenfalls nicht vorwerfen.

https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/chatgpt-das-machtvollste-instrument-das-je-vom-menschen-geschaffen-wurde-a-b03b5672-2452-45f3-b177-df554d134467

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vor 13 Minuten schrieb KarinKoch:

Einen Sascha Lobo zu ersetzen, wird dennoch schwierig werden.

Das denke ich auch. Wahrscheinlich wird das

Faktisch werden gute Software-Entwickler*innen gebraucht und hervorragend bezahlt. Mit GPT-4 teilt sich die Arbeit an Software aber noch stärker auf: Ein großer Teil der bisherigen Softwareherstellung, manchmal als »Codeschrubben« verballhornt, hat wenig mit großartigen Fähigkeiten oder Ideen zu tun und viel mit schnöder, aber zeitintensiver Umsetzung. Dieser Part kann jetzt ziemlich weitgehend automatisiert werden.

auch in anderen Branchen passieren.

Wie auch bisher schon, immer stärker zunehmend. Das ist mW das "Superstar-Prinzip". Früher hatte jedes Dorf einen Geschichtenerzähler, einen Sänger usw., der nebenbei noch auf dem Feld arbeiten musste, weil er davon nicht leben konnte. Schon seit ein paar Jahrzehnten reichte ein z.B. Michael Jackson für die ganze Welt. Wobei dadurch zum einen die Qualität gestiegen ist, zum anderen Jobs in neuen Nischen entstanden sind.

Dass es sich durch KI noch stärker aufteilt, in hochbezahlte Spezialisten einerseits und leicht ersetzbares billiges Fußvolk auf der anderen Seite, kann ich mir gut vorstellen.

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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vor 27 Minuten schrieb AndreasE:

Bis jetzt liest sich alles, was ChatGPT von sich gibt, wie pingelige Gebrauchsanweisungen. Was gut sein mag, wenn man eine Gebrauchsanleitung braucht, aber bis jetzt ist der Ton jedenfalls so, dass ich schnell genug habe.

Ich habe die KI mal ein paar Kurzgeschichten schreiben lassen, mit genauen Eingaben, was ich davon erwarte, wer mitspielt, wo und wie das stattfindet und wie der Ton sein soll. Sie sind alle gleich geschrieben, nämlich wie Schulaufsätze eines mittelbegabten Schülers. Wie war das noch mit dem IQ? Der eines 5-oder 9jährigen Kindes?
Wenn chatgpt4 dann älter wird, und chatgpt5 noch reifer, kann man das ja noch mal prüfen. Vielleicht ist sie ja irgendwann mal so reif, dass ich sie als verlässliche Assistentin ansehen kann. 

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vor 5 Minuten schrieb Christa:

Ich habe die KI mal ein paar Kurzgeschichten schreiben lassen, mit genauen Eingaben, was ich davon erwarte, wer mitspielt, wo und wie das stattfindet und wie der Ton sein soll. Sie sind alle gleich geschrieben, nämlich wie Schulaufsätze eines mittelbegabten Schülers. Wie war das noch mit dem IQ? Der eines 5-oder 9jährigen Kindes?
Wenn chatgpt4 dann älter wird, und chatgpt5 noch reifer, kann man das ja noch mal prüfen. Vielleicht ist sie ja irgendwann mal so reif, dass ich sie als verlässliche Assistentin ansehen kann. 

Kann ein 5-Jähriger die Resultate erzielen, die ich hier hochgeladen habe? Wohl kaum. Was den IQ angeht: Seit gestern ist GTP-4 am Start und kann auch Bilder verarbeiten (z.B. aus einem Bild vom Kühlschrank ein Rezept vorschlagen). Damit kannes jetzt auch IQ-Tests durchführen. Ab wann nehmen wir die LLMs ernst? 100? 120? 150? 180?

Ein so allgemeiner Prompt wie: "Schreibe eine Kurzgeschichte zum Thema X." hilft nicht, das kreative Potenzial einzuschätzen. Das faszinierende ist ja gerade, wie hervorragend die LLMs mittlerweile hochspezifische Vorgaben umsetzen können. Sie können etwa den Stil eines Autors viel besser analysieren und dann selbst umsetzen, als wir die winzigen Stilmerkmale, die dabei imitiert werden, auch nur explizit machen könnten! 

 

 

 

 

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vor 5 Stunden schrieb Sebastian Niedlich:

Adäquat recherchierte und geschriebene Texte kannst du bereits jetzt von KIs erwarten. Und das ist die Gefahr. 

Dafür muss die KI sich aber noch weiterentwickeln, wird sie sicher auch noch. Aber ich habe mir auch Texte erstellen lassen, die fachlich gesehen noch sehr oberflächlich sind (aus meinem Fachbereich Ernährung / Stoffwechsel / Kulinarik). Auch bei konkreterem Nachfragen, waren die Ergebnisse bzw. die vorhandene Datenlage noch sehr dürftig. Aber das dürfte sich mit der Zeit wahrscheinlich ändern.

Was mich dann allerdings stutzig gemacht hat und auch sehr stört: Ich habe nach den Quellen gefragt, auf denen die Antwort(en) der KI basiert. Zu Beginn hat mir ChatGPT verschiedene Links genannt. Die hab ich alle aufgerufen, um sie zu überprüfen. Bei allen geprüften Links (über 20) bekam ich als Ergebnis die Meldung 404. Es war keine einzige nachvollziehbare Quelle dabei.

Ich hab ChatGPT auf die Fehlermeldungen hingewiesen, dann bekam ich neue Quellenangaben. Gleiches Rechercheergebnis.

 

Als ich am nächsten Tag das erneut mit einem neuen Thema überprüfen wollte bzw. mit anderen Fragen versuchte, verwertbare Quellen zu erhalten, bekam ich gar keine Quellenangaben mehr ;D. Sondern ich erhielt den Hinweis, dass das formulierte Ergebnis aus unzähligen Quellen zusammengesetzt wurde, teilweise aus mündlichen Erzählungen stammt  etc. Ich konnte also nichts überprüfen und sollte die Antworten einfach so akzeptieren. 

Ich hab dann versucht die Angaben der KI durch eigene Recherche zu verifizieren. Das ist mir bei ganz vielen Punkten nicht gelungen bzw. widersprachen die Ergebnisse in einigen Bereichen sehr stark denen aus meinen Quellen, die mir zur Verfügung stehen (Fachliteratur, eigene Recherche von zuverlässigen Netzquellen); auf die ich mich sonst verlasse.

Ich werde das bei Gelegenheit sicher erneut testen, aber aktuell sind die Ergebnisse noch nicht mal eine Unterstützung, um selbst dann aufgrund der Angaben der KI weiter zu recherchieren, wenn dabei nichts herauskommt.

Ich bin gespannt, wie sich das weiterentwickeln wird, also wie überprüfbar die Quellen in Zukunft sein werden. Denn, wenn das nicht funktioniert, dann ist die KI zumindest bei sachbezogener Recherche für mich wertlos.

Bearbeitet von Karina

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vor 48 Minuten schrieb ChristophH:

Kann ein 5-Jähriger die Resultate erzielen, die ich hier hochgeladen habe? Wohl kaum. Was den IQ angeht: Seit gestern ist GTP-4 am Start und kann auch Bilder verarbeiten (z.B. aus einem Bild vom Kühlschrank ein Rezept vorschlagen). Damit kannes jetzt auch IQ-Tests durchführen. Ab wann nehmen wir die LLMs ernst? 100? 120? 150? 180?

Ein so allgemeiner Prompt wie: "Schreibe eine Kurzgeschichte zum Thema X." hilft nicht, das kreative Potenzial einzuschätzen. Das faszinierende ist ja gerade, wie hervorragend die LLMs mittlerweile hochspezifische Vorgaben umsetzen können. Sie können etwa den Stil eines Autors viel besser analysieren und dann selbst umsetzen, als wir die winzigen Stilmerkmale, die dabei imitiert werden, auch nur explizit machen könnten! 

 

 

 

 

test results.PNG

Das mit dem IQ ist gar nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern es wurde glaube ich letzte Woche in der Sendung von Markus Lanz gesagt, bei der auch Sascha Lobo dabei war ( die Sendung war ausnahmsweise sehr dicht und informativ, da wurde nicht so wild durcheinandergeredet wie sonst). Ernst würde ich sie nehmen, wenn sie den Durchschnittswert von 100 hat. ;)Aber ich glaube ja, dass sie IQ-Tests durchführen kann. Beim Kühlschrankrezept bin ich mir schon nicht mehr so sicher. Sie sollte mir ein historisches Rezept mit Hühnchen vorschlagen, da war Tomatenmark drin. Das hatten die im 16. Jahrhundert nicht, überhaupt Tomaten und Kartoffeln noch nicht in der Breite.

Aber den Stil imitieren, ja, das kann sie jetzt etwas besser. Wenn ich schreibe: "Sie war draußen, sie war frei!" sagt die KI: "Endlich war sie draußen, endlich war sie frei!"  Ich habe sie auch beim letzten Absatz meines Romantextes weiterschreiben lassen, war exakt die Fortführung, die ich allerdings dann wieder anpassen musste, weil zu "rezeptmäßig". Also in der Kunst, beim Schreiben usw. wird sie wohl länger brauchen als bei der Durchführung von Tests.

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