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Sebastian Niedlich

Von künstlicher Intelligenz generierte Bilder und die Folgen für die Buchbranche oder Kreativität allgemein

Empfohlene Beiträge

Remaster hab ich schon probiert.

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, Die Mission des Kreuzritters, Der Eiserne Herzog, www.ulfschiewe.de

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vor 4 Stunden schrieb Ramona:

Da frage ich mich, wie es künftig urheberrechtlich ausschauen wird (von wegen freies Material), denn die Bilder, mit denen die KI hier experimentiert, wurden ja ursprünglich von Menschen angefertigt (gemalt, gezeichnet, fotografiert …). 

 

vor 2 Stunden schrieb Sabine:

Was das Urheberrecht betrifft, bin ich mir auch nicht so sicher, ob das alles so koscher ist. Denn wie Christoph schon sagte, stammen die zusammengesetzten Elemente von überheberrechtlich geschützten Bildern. Ich hab mal ein KI-Bild gesehen, das einen Bodybuilder zeigte und der sah schon sehr nach Arnold Schwarzenegger aus.

Hat mich auch interessiert. Habe mal auf der Seite von Midjourney nachgeguckt: 

During the beta phase of development, users of Mid journey will have access to approximately 25 free photos. After the free trial, you can either pay $10/month for 200 photos or $30/month for an unlimited subscription. For a fee, Mid journey will grant business use of the generated photographs. If not, the photos are yours to keep. 


Leonie Werdenfels: Liebeszauber am Chiemsee (Harper Collins 4/2023)
Sabrina Sonntag: Apfelglück am See (Harper Collins 4/2022) Unser Sommerblau für immer (Harper Collins 5/2021) Schwein gehabt, sagt die Liebe (MTB - Harper Collins 9/2019)

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In dieselbe Richtung gibt es schon Versuche mit KI-erzeugter Musik …

Es kann also nicht mehr lange dauern, bis man irgendwo eingeben kann: "Thriller mit gutaussehendem Bombenentschärfer, der sich in eine Terroristin verliebt; im Irak spielend; 450 Seiten" – und zack, fünf Minuten später kann man das fertige eBook herunterladen … 

:s13

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vor 7 Stunden schrieb Ramona:

Da frage ich mich, wie es künftig urheberrechtlich ausschauen wird (von wegen freies Material), denn die Bilder, mit denen die KI hier experimentiert, wurden ja ursprünglich von Menschen angefertigt (gemalt, gezeichnet, fotografiert …). 

Das habe ich auch überlegt. Die KI kombiniert neu, ok, aber die Bestandteile (Baum, Burg usw.) hat ja mal irgendjemand gemalt, gezeichnet oder fotografiert. Das kann doch nicht legal sein, daraus jetzt z.B. Buchcover zu machen, ohne dass der Urheber davon weiß? Oder sind die Vorlagen alle (sicher) frei verfügbar, weil die Urheber über 70 Jahre tot sind? Bei Darth Vader wäre das ja eher unwahrscheinlich?

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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vor 4 Stunden schrieb ChristophM:

Ich bleibe dabei, das Ganze ist eine nette Spielerei, aber nicht kreativ und vorausschauend. Der Computer verarbeitet nur die Vergangenheit, kann aber nicht , wie der Mensch, vorausschauend etwa gestalten. Das Ganze ist rückwärtsgewand wie der Historismus.

Spielerei-habe ich auch gedacht, nachdem ich da mal reingeschaut habe. Eine gigantische, millionenschwere Community, die hyperkreativ unterwegs ist. Erinnert mich ein bisschen an Instagram, woher auch viele Bildelemente kommen sollen. Rückwärtsgewandt würde ich nun nicht sagen, es ist ja immerhin etwas Neues oder zumindest Weiterentwickeltes, und faszinierend sind manche der Bilder schon. Bei Ulfs schönem Herbstbild fällt bei näherem Hinsehen auf, dass es etwas "zusammengebabbt" wirkt, es sind ja auch immer vier Bilder, aus denen sich das Ganze dann zusammensetzt. Aber auch das wird sich bestimmt noch bessern. 10 US Dollar monatlich lohnen sich sicher nur, wenn man serienmäßig Fanatasy-oder Sience-Fiction Romane in Eigenregie schreibt.

Was wohl als Nächstes kommt? Midjourney und Co. als Dienstleister, um möglichst schnell und effizient Cover, Illustrationen und dazu auch die Romane zu erstellen, wie Andreas bemerkte?8-)

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vor 7 Stunden schrieb Sebastian Niedlich:

Bildgenerierungstools, die Kreativität, wie wir sie kennen, völlig neu definieren.
[...]
Selbstverständlich ist der menschliche Geist überlegen. Aber das ist ja auch nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass man Dinge, die man sich zwar vorstellen aber nicht umsetzen kann, per Tastendruck erschaffen lassen kann. In ziemlich guter Qualität. In Sekunden oder wenigen Minuten.

Selbst als Maler und Künstler könnte man seine Skizze und Studie vorher mit dem KI-Tool "bereichern" und schauen, ob die KI (Bild-)Elemente ausspuckt, an die man selber nicht gedacht hat und die man dann in sein Werk integrieren kann. In dem Sinne, könnte ich mir vorstellen, wäre dein erster Satz in der Hinsicht richtig: Das würde einen kreativen Schaffensprozess neu definieren.

Das der Mensch nur originäre und kreativ einmalige Dinge erschafft - im Gegensatz zu einer KI - würde ich nicht unterschreiben. Oft macht der Mensch nach, was er einmal gesehen oder gehört hat. Auch wenn er sich vlt nicht mehr daran erinnert, ist das Ergebnis dann doch auch nur alter Wein in neuen Schläuchen.
(Gerade bei Kreativtechniken ist das Stichwort "originäre Kreativität" ein Diskussionsthema.)

Es gibt Künstler, die nutzen den Zufall für ihren Schaffensprozess. Warum soll eine KI nicht diesen Zufall liefern?

Sind solche KI-Bilder gut als Cover? Wenn die KI es schafft einen Kaufimpuls besser in das Cover zu integrieren als ein Coverdesigner, warum denn nicht? :-)

Bearbeitet von JoergR
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Die Beispiele im Eingangspost finde ich sehr beeindruckend. :) Ein Buch mit so einem Cover würde mE Aufmerksamkeit erregen.

Wenn man eigene Fotos oder Zeichnungen verwendet, und die "verfremden" lässt, dürfte man in Sachen Urheberrecht auf der sicheren Seite sein?

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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Im Augenblick sind wir noch verblüfft von diesen neuen Möglichkeiten. Das wird nach einiger Zeit von selbst verschwinden, wenn man sich daran gewöhnt hat. Ob die KI dahinter kreativ ist, hängt davon ab, wie man krativ definiert. @Sebastian Niedlich  hat ja selbst gesagt, dass ihm die Bilder helfen auf neue Ideen zu kommen. Wir arbeiten zu einem großen Teil doch auch nicht anders. Wir suchen uns aus einigen vorher noch nicht kombinierten Elementen eine Kombination aus, die eine interessante Geschichte verspricht und schreiben sie dann. Je nach Genre unterscheiden sich Vorgehensweise und Ergebnis ein wenig.

Die KI wird also bestehende Berufsfelder besetzen und Menschen arbeitslos machen. Das war aber bisher bei vielen Erfindungen so, die etwas automatisierten, was vorher durch Handarbeit erstellt wurde. Den Künstler tangiert das nicht. Ein guter Künstler findet seine persönliche Note und wird dadurch identifizierbar. Die sogenannte Gebrauchskunst wird von Maschinen erledigt. Der Gelegenheitsleser wird den Unterschied zwischen Gebrauchsgeschichte und großem Roman nicht erkennen und das kaufen und lesen, was preiswerter ist. Das mag uns passen oder nicht. Vielleicht setzen Künstler am Ende ebenfalls KI ein und verändern deren Produkte. Alles ist möglich.

Ich denke, dass wir uns auf diesen Wandel einstellen und unsere Nische finden müssen. Der Massenmarkt wird verloren gehen. Gerade im Bereich klassischer Liebesroman mit seiner geringen Variabilität lässt sich ein Autor relativ leicht ersetzen. Ähnlich bei den Heftromanen ganz allgemein. Die Kunst wird es nicht zerstören, wohl aber das Finanzierungsmodell, das es trägt.

Soweit meine Gedanken dazu.
Liebe Grüße
Wolf

 

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Ich glaube, seit der erwarteten Ankunft des Messias vor mehr als 2022 Jahren hat es nicht so viele Propheten gegeben. 

Die Entwicklung ist es bestimmt wert, sie zu verfolgen. Mir sind bei meinen eigenen Buchcovern zwei Varianten aufgefallen: Solche, die ein Illustrator geschaffen hat, und solche, die ein Grafikdesigner zusammengesetzt hat. Insbesondere letztere wirken generisch und sind vermutlich durch den Computer zumindest ansatzweise herzustellen. Ich habe versucht, das Cover meines Romans "Die Beute" (https://www.luebbe.de/luebbe-belletristik/buecher/historische-romane/die-beute/id_8344094) von einem Grafikgenerator variieren zu lassen. Das Cover besteht aus drei oder vier einfach zu beschreibenden Elementen: Eiffelturm, Kriegsflugzeugen, Autos, und dazu vielleicht die Jahreszahl 1940. Die Ergebnisse waren eher kurios. Vermutlich liegt das an mir. Aber vielleicht hat ja mal der ein oder andere Lust und die Fähigkeit, ein bestehendes Buchcover, das einen solchen generischen Charakter hat, durch die Maschine ersetzen zu lassen. Fände ich spannend. 

Sagt Abraham zu Bebraham: Kann ich mal dein Cebraham?

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Sebastian Niedlich
vor 18 Minuten schrieb DirkH:

Ich glaube, seit der erwarteten Ankunft des Messias vor mehr als 2022 Jahren hat es nicht so viele Propheten gegeben. 

Die Entwicklung ist es bestimmt wert, sie zu verfolgen. Mir sind bei meinen eigenen Buchcovern zwei Varianten aufgefallen: Solche, die ein Illustrator geschaffen hat, und solche, die ein Grafikdesigner zusammengesetzt hat. Insbesondere letztere wirken generisch und sind vermutlich durch den Computer zumindest ansatzweise herzustellen. Ich habe versucht, das Cover meines Romans "Die Beute" (https://www.luebbe.de/luebbe-belletristik/buecher/historische-romane/die-beute/id_8344094) von einem Grafikgenerator variieren zu lassen. Das Cover besteht aus drei oder vier einfach zu beschreibenden Elementen: Eiffelturm, Kriegsflugzeugen, Autos, und dazu vielleicht die Jahreszahl 1940. Die Ergebnisse waren eher kurios. Vermutlich liegt das an mir. Aber vielleicht hat ja mal der ein oder andere Lust und die Fähigkeit, ein bestehendes Buchcover, das einen solchen generischen Charakter hat, durch die Maschine ersetzen zu lassen. Fände ich spannend. 

Ich habe hier nur mal den Prompt "Eiffeltower in the background, cars 1920s on cobblestones in the foreground, sepia tone" im Seitenverhältnis 10:16 probiert. 1920er Autos, weil ich ein Trottel bin und nicht 1940er eingegeben habe. Die Ergebnisse sind ... okay. Ich bin der Meinung, dass man da mit etwas Geduld noch mehr rausholen kann. Die Dinger habe ich jetzt in weniger als 10 Minuten zusammengezimmert, dementsprechend sehen sie auch aus. Mit der Remix-Funktion kann man da noch verfeinern.

In den Bilder fehlen jetzt die Kriegsflugzeuge, weil ich die AI nicht überfordern wollte, und natürlich die Texte. Zum einen sehen Texte, die man versucht auf irgendwelche Bilder per AI/KI zu kriegen, immer bescheuert aus, zum anderen sollte da wirklich ein Designer dann nachträglich ran, um das richtig zu machen. (Generell sollte man die Motive und Schriften ja auch einzeln haben und nicht alle fest auf einem Layer.)

Mir war schon klar, dass hier bei dem Prompt vermutlich nichts Großartiges bei herauskommen würde. Das ist schon recht kompliziert, was da auf dem Bild abgeht. Aber wenn man z.B. irgendwelche 08/15-Cover von irgendwelchen Liebesromanen hat, wo eine Toskana-, Irland-, Lavendelfeld-, irgendwas-Landschaft drauf ist, sieht das natürlich schon wieder ganz anders aus.

Der Punkt ist ja auch: Es ist noch nicht perfekt. Aber es WIRD immer perfekter.

SebastianN_Eiffeltower_in_the_background_cars_1920s_on_cobblest_a1dbdb0e-0f7f-414c-a2f9-dad838578412.png

SebastianN_Eiffeltower_in_the_background_old_cars_1920s_on_cobb_8dc02d7c-8871-4dd0-9ede-d9fd7094f899.png

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Cobblestone ist gut. Ja, so ähnlich sah das bei mir auch aus. Geht da mehr? Die Flugzeuge halte ich für wichtig. Das Zusammenfügen dieser drei Elemente: Flugzeuge, Eiffelturm, Autos wäre für mich so eine Art Prüfstein. Aus welchem Jahr die Autos stammen ist dagegen recht wuscht, aber vielleicht geht Citroen Traction Avant? Und zuletzt: Kann man mit der Perspektive arbeiten? Von unten? Gekippt? Kann die Maschine das? 

Wenn das zu viel gefordert ist, einfach ignorieren, aber da bin ich jetzt neugierig geworden.

Sagt Abraham zu Bebraham: Kann ich mal dein Cebraham?

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Sebastian Niedlich

Ich sage mal so, je genauer man eingibt, was man will, umso genauer wird die Maschine. Ich will jetzt nicht 1000 Varianten des Covers machen, weil das meine Zeit bei Midjourney auffrisst, aber sicherlich könnte man alleine dadurch, dass man z.B. das richtige Automodell eingibt, schon genauer werden. Auch die Flugzeuge, die ich jetzt weggelassen habe, kann man noch hinzufügen, ggf. würde ich die aber, falls da durch den Prompt Grütze bei rauskommt, die dann auch nachträglich per Photoshop einfügen.

Die Frage ist natürlich auch: Wenn es entsprechende Stockphotos gibgt, inwiefern lohnt es sich dann so ein Bild von einer KI zusammensetzen zu lassen?

Wie man sieht sind da ja einige Dinge nicht ganz sauber. Aber die KI ist halt gut, wenn man Bilder von irgendwelche Dingen, für die man schwer Stockphotos bekommt bzw. die es schlichtweg nicht gibt, haben will. (Ich hab neulich z.B. Dinge wie "Hippopotamus in a racing car" oder "groundhog singing in an opera" eingegeben und halbwegs brauchbare Bilder erhalten.)

Grafikdesign (also Zusammensetzen von verschiedenen Elementen und ordentliche Darstellung von Schriften auf Covern etc.) ersetzt die KI halt (noch) nicht.

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Sebastian Niedlich

Noch was:
Ich persönlich arbeite mit Midjourney. Natürlich gibt es noch etliche andere Tools, die vielleicht bessere Ergebnisse liefern. Zum Teil haben die echt stärken in ganz unterschiedlichen Gebieten. Wer weiß, was da noch rauskommen würde.

UND... die Bilder mit dem Experiment oben habe ich mit der ALTEN Version von Midjourney erstellt, weil nur die die Seitenverhältnisse (bis jetzt) zulässt. V4 von Midjourney, mit der z.B. das Bild von Darth Vader im Tutu oben entstanden ist, scheint einen erheblichen Sprung in der Qualität gemacht zu haben, aber ich konnte das in dem Fall jetzt nicht benutzen, weil es halt nach "Buchformat" aussehen sollte.

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Ein interessantes Informationsvideo zur aktuellen MidJourney-Version. Das macht schon Appetit auf mehr … Es gibt auch etliche Tutorials. Es ist überhaupt erstaunlich, was YouTube alles an Tutorials bietet. Auch in der Musik, u. a. zu Garageband oder Bandlab. Selbst kostenlose Postproduktionsstudios für Film- und Videoschaffende wie das simple iMovie oder DaVinci Resolve (damit arbeiten Hollywood-Leute) gibt es inzwischen im Netz. Kreative Menschen leben heutzutage in einem regelrechten Schlaraffenland. 

Bearbeitet von Ramona

Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)

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vor 8 Stunden schrieb Wolf:

Die KI wird also bestehende Berufsfelder besetzen und Menschen arbeitslos machen. Das war aber bisher bei vielen Erfindungen so, die etwas automatisierten, was vorher durch Handarbeit erstellt wurde. Den Künstler tangiert das nicht. Ein guter Künstler findet seine persönliche Note und wird dadurch identifizierbar. Die sogenannte Gebrauchskunst wird von Maschinen erledigt. Der Gelegenheitsleser wird den Unterschied zwischen Gebrauchsgeschichte und großem Roman nicht erkennen und das kaufen und lesen, was preiswerter ist. Das mag uns passen oder nicht. Vielleicht setzen Künstler am Ende ebenfalls KI ein und verändern deren Produkte. Alles ist möglich.

Ich denke, dass wir uns auf diesen Wandel einstellen und unsere Nische finden müssen. Der Massenmarkt wird verloren gehen. Gerade im Bereich klassischer Liebesroman mit seiner geringen Variabilität lässt sich ein Autor relativ leicht ersetzen. Ähnlich bei den Heftromanen ganz allgemein. Die Kunst wird es nicht zerstören, wohl aber das Finanzierungsmodell, das es trägt.

Die Beispiele hier sind wirklich hochinteressant, und es scheint tatsächlich ein Schlaraffenland für alle kreativ Schaffenden zu sein. Den Spiegel-Artikel konnte ich wegen Abo-Option nicht lesen, habe aber zwei andere Artikel gefunden, die das Thema ähnlich behandeln wie ihr hier. Auch zwei Youtube-Erklärungen habe ich mir angeschaut und war schon am Probieren.

Dein Beitrag gefällt mir besonders, weil er die Sache nüchtern und "kreativ" behandelt, Wolf. In einer Kolumne des Tagesspiegels (eher eine Glosse) schreibt der Autor zum Beispiel, eine KI habe keine Selbstzweifel, und die Kunstschaffenden, insbesondere die Autorìnnen, die ja immer so viel Angst um ihre Tätigkeit hätten, könnten doch mit einer KI vom Zwang, immer kreativ sein zu müssen, befreit werden (-mit einem Augenzwinkern, natürlich). Zitat: "Der Künstler wird zum Kurator, der Algorithmen als unbezahlte Subunternehmer für sich schwitzen lässt. Und das Beste: Die KI plagt sich nicht mit Selbstzweifeln." Zitatende

Das mit dem Massenmarkt, der verloren geht, verstehe ich nicht ganz. Entsteht denn durch die KI nicht ein neuer Massenmarkt? Kann nicht jeder, der ein bisschen Ahnung hat, die von dir genannte Gebrauchsgeschichte herstellen? Und mit dem Finanzierungsmodell, das die Kunst trägt, meinst du, es ist billiger, Romane usw,. mit KI herzustellen, weil man da keinen Autor, keine Autorin, keinen Lektor, keine Lektorin bezahlen muss?

Auf jeden Fall glaube ich, dass ich von einer KI hergestellte Romane und Sachbücher erkennen würde. Bei den Coverbildern bin ich mir nicht so sicher.

Bearbeitet von Christa
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vor 8 Stunden schrieb Sebastian Niedlich:

Aber die KI ist halt gut, wenn man Bilder von irgendwelche Dingen, für die man schwer Stockphotos bekommt bzw. die es schlichtweg nicht gibt, haben will. (Ich hab neulich z.B. Dinge wie "Hippopotamus in a racing car" oder "groundhog singing in an opera" eingegeben und halbwegs brauchbare Bilder erhalten.)

:s01 Zeigst du uns die? Bitte!

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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Am 12.11.2022 um 14:43 schrieb Sebastian Niedlich:

es ist schon bemerkenswert, dass der Computer versteht, was ich z.B. mit einem "Tornado aus Spaghetti und Bolognesesauce" meine.
 

Was bedeutet in diesem Zusammenhang das Wort "verstehen"?

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@"Christa"

Es gibt sehr viele Leser, die ein mittelmäßiges oder unterdurchnittliches Buch nicht als solches erkennen, wenn die Geschichte ganz bestimmte Knöpfe drückt. Um solche Geschichten zu publizieren, muss man das Handwerkszeug eines Erzählers nicht kennen.
Umgekehrt bedeutet das, dass jeder mit der nötigen Software solche Bücher schreiben kann. Sie sind also kaum noch etwas wert. Diese Leser können auch kein hochwertiges Buch erkennen, weil ihnen die nötige Leseerfahrung fehlt. Da kann also ein Autor eine geniale Geschichte schreiben und keiner erkennt seine Genialität
Zu diesen vielen Lesern gehören zum Beispiel viele junge Leute, weil Leseerfahrung Zeit braucht. Versteht mich nicht miss. Ich schaue auf diese Leseschaft nicht herab. Ich gehörte doch selbst in meine jungen Jahren dazu und habe einige dieser Bücher immer noch und ein zweites Mal gelesen.
Romane für eine Fahrt in der S-Bahn oder im Zug, muss nicht unbedingt eine Qualtät liefern, die eine KI nicht liefern kann. Und klar ist auch, dass sie sich schnell verbessern kann. Wenn dieser Massenmarkt fehlt, fehlt auch das Geld das er noch einbringt.

Liebe Grüße
Wolf

Bearbeitet von Wolf
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Am 12.11.2022 um 15:18 schrieb Sebastian Niedlich:

Und "ist auch nur Photoshop"... hast du schon mal mit Photoshop gearbeitet? Hast du eine Ahnung wie viel Aufwand es ist, ein Bild völlig neu zu erstellen? Die Generierung von dem Bild hat vielleicht fünf Minuten gedauert. Den Photoshopper, der das hinkriegt, würde ich gerne kennenlernen. 

Bei der Erstellung von Bildmontagen mit Hilfe von Photoshop, geht es nicht nur um die richtige Bedienung von Photoshop. Man muss sich zB auch mit Anatomie, Licht und Perspektive auskennen. 1910, als die Fotografie noch jung war, konnte man ein Bild ganz simpel dadurch fälschen, dass man einen fremden Bildteil in ein anderes Bild reinklebte. Da das Publikum mit der Fotografie noch kaum vertraut war, wurden Bilder für echt gehalten, die jeder heutzutage sofort als Fälschungen erkennen würde.

Mein Sohn erstellt häufig 3D-Bilder. In SF-Filmen kann er mir sehr schnell erklären, woran er erkennt, dass Hintergründe oder anderes mithilfe von 3D-Technik generiert wurden. Er hat dafür einen "Blick" entwickelt, den ich noch nicht so gut habe.

Vom Blick, den man 1910 hatte, über den heutigen Blick, wird sich der "Blick" parallel zur Technik zur Erstellung von Bildern, Musik und Geschichten weiter entwickeln und so nach einiger Zeit immer in der Lage sein, etwas Computergeneriertes von etwas Menschengemachten zu unterscheiden.

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vor einer Stunde schrieb Wolf:

@"Christa"

Es gibt sehr viele Leser, die ein mittelmäßiges oder unterdurchnittliches Buch nicht als solches erkennen, wenn die Geschichte ganz bestimmte Knöpfe drückt. Um solche Geschichten zu publizieren, muss man das Handwerkszeug eines Erzählers nicht kennen.
Umgekehrt bedeutet das, dass jeder mit der nötigen Software solche Bücher schreiben kann. Sie sind also kaum noch etwas wert. Diese Leser können auch kein hochwertiges Buch erkennen, weil ihnen die nötige Leseerfahrung fehlt. Da kann also ein Autor eine geniale Geschichte schreiben und keiner erkennt seine Genialität
Zu diesen vielen Lesern gehören zum Beispiel viele junge Leute, weil Leseerfahrung Zeit braucht. Versteht mich nicht miss. Ich schaue auf diese Leseschaft nicht herab. Ich gehörte doch selbst in meine jungen Jahren dazu und habe einige dieser Bücher immer noch und ein zweites Mal gelesen.
Romane für eine Fahrt in der S-Bahn oder im Zug, muss nicht unbedingt eine Qualtät liefern, die eine KI nicht liefern kann. Und klar ist auch, dass sie sich schnell verbessern kann. Wenn dieser Massenmarkt fehlt, fehlt auch das Geld das er noch einbringt.

Liebe Grüße
Wolf

In jungen Jahren und später auf Bahnfahrten habe ich auch Bücher gelesen, an die ich mich nicht mehr erinnere. Da war der Roman aus der Bahnhofsbuchhandlung gelesen, wenn ich in Stuttgart anfing und in Flensburg ausstieg. Du meinst Texte, die man mal so schnell zwischendurch aus Langeweile liest, auf die man sich nicht so konzentrieren muss? Und dieser Massenmarkt bringt dann kein Geld mehr ein. Wer kriegt dann das Geld dafür? Die KI?;)

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