Zum Inhalt springen
HenningS

Schreibt ihr von vorne nach hinten?

Empfohlene Beiträge

Liebe Montis,

bei meinem ersten Roman vor 20 Jahren schrieb ich noch vom Anfang zum Ende hin. Seitdem gehe ich anders vor:

Ich habe eine Grundstory, die ich auf 5 Kapitel verteile. (Im Laufe der Arbeit wird das auf etwa 15 Kapitel ausgedehnt) So gibt es zu jedem Kapitel zu Beginn 10 bis 15 Zeilen. Die erweitere ich auf eine bis anderthalb Seiten. Bei jeder weiteren Fassung werden die Kapitel um 50 bis 80% erweitert. Dabei springe ich zwischen den Kapiteln hin und her, wie ich gerade Lust habe.

Bei meinem aktuellen Krimi zB habe ich sehr früh das drittletzte Kapitel geschrieben, da dies in einer Rückblende zeigt, wie das ganze Geschehen in Gange kam. Auch innerhalb der Kapitel überspringe ich gerade zu Beginn des Schreibens noch viele Stellen. Dazu mache ich evtl Anmerkungen in Klammern zB (Jaspers Gedanken einflechten) oder (beschreiben wie er da liegt) oder auch nur (Handlung). Ich versuche möglichst alle Kapitel auf einem ähnlichen "Entwicklungsstand" zu halten. Nach 6 bis 8 Fassungen haben die Kapitel dann etwa 15 bis 22 Seiten.

Auf diese Weise ist es wie bei einem verschwommenen Bild, das nach und nach immer schärfer gestellt wird.

Gibt es unter euch Autorinnen oder Autoren, die nicht von vorn nach hinten schreiben? Sondern wie auch immer anders?

Liebe Grüße

Henning

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Ich tue mich schwer, Szenen auszulassen. Ich muss zumindest wissen, was drin vorkommen soll, aber meist passiert doch etwas mehr, als ich dachte, und das möchte in die folgenden Szenen eingebettet werden. Ich plotte aber von hinten nach vorn (Was ist passiert? Wie kam es dazu? Was musste vorher gegeben sein?). 

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Ich plane manchmal von hinten her, aber nur in einem sehr frühen Stadium, wenn's erst noch um die groben Etappen geht. Aber schreiben muss ich fortlaufend, weil ich zu gern von meinem Plan abweiche, umso mehr, je weiter vorangeschritten der Text ist, sei es, dass mir was Besseres einfällt oder (häufiger) dass ich merke, so wie geplant funktioniert es gar nicht.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Mittlerweile schreibe ich von vorn nach hinten, aber das war nicht immer so. Als Bauchschreiber baue ich jede Szene auf dem auf, was ich bereits geschrieben habe, abe es kann passieren, dass mir spontan eine richtig gute Szene für eine einzelne Figur einfällt. Dann richte ich meinen Plot auf diesen Fixpunkt hin aus.

Aber das ist genau das Gegenteil von erst allgemein und dann immer schärfer einstellen. Ich bemühe mich zu jedem Zeitpunkt um Mehrdimensionalität und Tiefe.

Liebe Grüße
Wolf

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 51 Minuten schrieb KerstinH:

Ich tue mich schwer, Szenen auszulassen. Ich muss zumindest wissen, was drin vorkommen soll, aber meist passiert doch etwas mehr, als ich dachte,

In vielen meiner Szenen gibt es "erhebliche Teile", wie zB einen Dialog, in dem ein Rätsel entsteht oder enthüllt wird. Andere Teile dagegen dienen der Atmosphäre oder der Charakterisierung einer Figur. Die zweitgenannten Bestandteile lasse ich in frühen Fassungen oft bewusst weg. Wenn sich dann im Laufe des Schreibens zB ergibt "der Garten muss noch mehr beschrieben werden" oder "es muss klarer sein, dass xy sich mit Autos auskennt", habe ich noch Raum und kann den Dialog in den Garten oder in eine Autowerkstatt verlegen. (Dabei passt so etwas natürlich nicht immer.)

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 33 Minuten schrieb AndreasE:

 Aber schreiben muss ich fortlaufend, weil ich zu gern von meinem Plan abweiche, umso mehr, je weiter vorangeschritten der Text ist,

Ich empfinde die einzelnen Teile meines Textes manchmal als Ton, den ich so lange es geht, weich und formbar haben möchte. Je später ich "den Ton brenne", desto kleiner ist die Gefahr, dass ich für eine wichtige Änderung etwas "aufbrechen" muss. Denn je "fester" ein Teil ist, desto mehr Änderungen muss ich dann auch an anderen Stellen vornehmen.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 36 Minuten schrieb Wolf:

Aber das ist genau das Gegenteil von erst allgemein und dann immer schärfer einstellen. Ich bemühe mich zu jedem Zeitpunkt um Mehrdimensionalität und Tiefe.

Da spannt sich im Lauf der Arbeit ein immer dichter werdendes Netz zwischen meinen Figuren. Was denkt und/oder erwartet Figur A von Figur B? Inwieweit ist dies für die aktuelle Handlung oder für die Vergangenheit von Figur A von Bedeutung? Dadurch gewinnen dann Nebenfiguren unerwartet mehr an Gewicht und es ergeben sich weitere Bedeutungen ...

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 1 Stunde schrieb HenningS:

Auch innerhalb der Kapitel überspringe ich gerade zu Beginn des Schreibens noch viele Stellen. Dazu mache ich evtl Anmerkungen in Klammern [...]

Auf diese Weise ist es wie bei einem verschwommenen Bild, das nach und nach immer schärfer gestellt wird.

Gibt es unter euch Autorinnen oder Autoren, die nicht von vorn nach hinten schreiben? Sondern wie auch immer anders?

Ich schreibe Kurzgeschichten auf ähnliche Weise. Von Anfang bis Ende schreiben kann ich fast nie, es ist immer irgendwie ein Vorskizzieren des Ganzen. Ich muss in einer Mischung aus O-Ton und Beschreibung est mal durchkommen bis zum Ende, das ganze Bild sehen, wenn auch verschwommen, wie du schreibst. Manchmal sind bestimmte Fetzen schon ausformuliert, auch manchmal das Ende, auf das alles hinsteuert (auch wenn es dann im Nachhinein natürlich meist noch x-mal überarbeitet wird). Bei Theaterstücken lief es genauso. Mit Romanen habe ich noch keine Erfahrung, aber für mich hört sich deine Arbeitsweise sehr organisch an, das wäre für mich wahrscheinlich eine sehr gute Methode.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Sebastian Niedlich

Dein Ansatz, @HenningS, erinnert mich ein wenig an die "Snowflake-Method", auf die manche schwören, wo man zunächst ein Buch mit einem Satz anfängt und diesen Satz dann nach und nach in mehrere Absätze usw. erweitert, bis dann irgendwann ein Buch herauskommt. (Vermutlich jetzt zu simpel und unklar ausgedrückt, aber wenn ihr danach googlet, findet ihr das.)

Ich selber schreibe auch nicht immer in Reihenfolge. Ich habe auch schon mal das letzte Kapitel mittendrin geschrieben, weil mir einfach danach war oder ich an einer anderen Stelle hing. Aber da hat ja sowieso jeder seine eigene Art und Weise, wie das Buch zustandekommt ...

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Mir geht es wie Wolf. Ich bin ein Bauchschreiber, ich überlege mir ganz häufig nur die ersten ⅔ des Textes grob und baue den Schluss auf dem auf, was ich bis dahin entwickelt habe. Ich liebe Spontanideen (hatte erst vorhin beim Kochen wieder eine) und so schaffe ich es auch, die Leser immer wieder zu überraschen. 

Es gibt aber auch Ausnahmen. Es passiert ziemlich regelmäßig, dass mich spontan die Inspiration überfällt und ich irgendwelche Schlüsselszenen plötzlich fertig im Kopf habe. Die müssen dann auch raus. Wenn ich die dann nicht rauslasse, sondern zurückhalte, ist die Inspiration beleidigt und wenn ich es dann irgendwann schreibe, wird es Mist. 

Kürzlich hatte ich aber auch einen anderen Fall – nach vier Monaten umzugsbedingter Schreibpause fiel es mir schwer, wieder reinzukommen, und da habe ich mich dann auch einfach treiben lassen und das geschrieben, worauf ich spontan Lust hatte. Was in dem Fall einfach war, weil es sich um eine Vorgeschichte handelte, bei der von vornherein alles schon feststand. Das Buch hab ich geschrieben wie ein Puzzle – in der ersten Hälfte. Irgendwann war mir das dann aber zu chaotisch und ich hab dann angefangen, die Lücken chronologisch von vorn nach hinten zu schließen. 

Profiling Murder und Die Profilerin bei beTHRILLED
Libby Whitman ermittelt in "Brave Mädchen schreien nicht" (12/2019)
blog-und-stift.de   Facebook

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Als Bauchschreiber habe ich gar keinen Plan oder Plot, von dem ich abweichen könnte, ich habe nur eine Idee und eine allgemeine Richtung.

Die Schlussszene meiner Serie habe ich mittlerweile bestimmt in zehn Versionen. Welche ich  nehme, wird sich zeigen.

Ich kenne keinen Roman, der nach der Schneeflocken-Methode geschrieben wurde, und wirklich gut ist. Noch nicht einmal die Bücher der Erfinder.
Ich selber kann gar nichts damit anfangen. Bestenfalls mit den ersten beiden Schritten. Den ersten Schritt sollte jeder Autor können: Seinen Roman mit einem Satz von höchstens fünfzehn Worten zusammenzufassen.
Was eine gute Schreiberkollegin bemängelt hat und was ich auch in den Büchern gefunden habe, ist die Dürftigkeit des Textes, wenn der Autor sich nicht gut auskennt, und den Teil runterschreibt. Für einige Leute verhindert diese Technik die Ideenfindung. Ihre Stärke ist, dass sie einem Anfänger Struktur verspricht und auch liefert - innerhalb bestimmter Grenzen.

In jedem Fall lohnt es sich, mit dieser Methode seine Erfahrungen zu machen. Auch negative, damit man merkt, wo es kneift.

Liebe Grüße
Trippelschritt

 

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Interessante Frage. Ich habe gerade das erste Mal ein Romanmanuskript nicht-chronologisch geschrieben beziehungsweise in Teilen geschrieben und kriege das jetzt nicht mehr geordnet. Zunächst schien es der einzig gangbare Weg, um Szenen festzuhalten und meine Vision des Stoffs überhaupt in Form zu bringen. Zeitweise war ich sehr euphorisch. Jetzt sitze ich seit Tagen vor dem Wust und frage mich, was ich damit anstellen soll. Manche Szenen gibt es  in mehreren Versionen, eine Idee gefällt mir besser als die andere, und ich frage mich ob es mir jemals gelingen wird, eine klare Linie hineinzubringen.

Bearbeitet von AnnaW

Roman: Normalhöhe Null                  Valerie Pauling                     Instagram

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 5 Stunden schrieb HenningS:

In vielen meiner Szenen gibt es "erhebliche Teile", wie zB einen Dialog, in dem ein Rätsel entsteht oder enthüllt wird. Andere Teile dagegen dienen der Atmosphäre oder der Charakterisierung einer Figur. Die zweitgenannten Bestandteile lasse ich in frühen Fassungen oft bewusst weg.

Okay, das kann ich nachvollziehen. Atmosphäre bringe ich manchmal auch später noch mehr rein. Ich meinte grundlegendere Dinge, die sich in einer Szene plötzlich ergeben können und in den nächsten dann mitberücksichtigen werden müssten, was ich sehr schwer finde, wenn diese Szenen schon geschrieben sind.

Bsp: Ich überarbeite sprachlich schon während des Schreibens. Aus Gründen einer angenehmen Satzmelodie passt vielleicht ein "aber" an einer Stelle gut in einen Satz. Schreib ich rein. "Aber" vermittelt allerdings einen Widerspruch, den muss ich jetzt zumindest in den Absatz, eventuell in das ganze Kapitel hineinkonstruieren. Und sehr wahrscheinlich hat das, was ich da konstruiere, Auswirkungen auf alles Folgende. Jetzt könnte ich a.) das "aber" wieder streichen - wäre schade aus mehrerlei Gründen, b.) den Widerspruch annehmen - und damit die ganzen Folgekapitel, die schon geschrieben sind, anpassen müssen; viel Arbeit, vor allem, wenn es mehrfach passiert. Mir sind auf diese Weise, trotz Planung, schon handlungstragende Figuren in Texte geraten. 

Bearbeitet von KerstinH
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor einer Stunde schrieb AnnaW:

Interessante Frage. Ich habe gerade das erste Mal ein Romanmanuskript nicht-chronologisch geschrieben beziehungsweise in Teilen geschrieben und kriege das jetzt nicht mehr geordnet. Zunächst schien es der einzig gangbare Weg, um Szenen festzuhalten und meine Vision des Stoffs überhaupt in Form zu bringen. Zeitweise war ich sehr euphorisch. Jetzt sitze ich seit Tagen vor dem Wust und frage mich, was ich damit anstellen soll. Manche Szenen gibt es  in mehreren Versionen, eine Idee gefällt mir besser als die andere, und ich frage mich ob es mir jemals gelingen wird, eine klare Linie hineinzubringen.

Wenn sowas passiert, entscheide ich mich für eine Version, die andere wird archiviert.

Oder ich drucke die Versionen aus, dann streiche ich alles, was in mehreren Versionen steht. Das reduziert schon mal wesentlich. Die verbleibenden Sätze bringe ich in einen logischen Sinnzusammenhang. Auch dabei fallen mir wieder Doppelungen auf -- oder Sätze, die Ähnliches aussagen. So streiche ich immer weiter, und das Endergebnis entsteht sozusagen "von selbst".

Dieses Verfahren gelingt mir auf Papier wesentlich besser als am Monitor. Auf Papier kann ich mehrere Seiten gleichzeitig ansehen, beim Computer hin- und herscrollen geht für mich nicht so gut.

Vertrau dir. Das wird schon.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 2 Stunden schrieb KerstinH:

Bsp: Ich überarbeite sprachlich schon während des Schreibens. Aus Gründen einer angenehmen Satzmelodie passt vielleicht ein "aber" an einer Stelle gut in einen Satz. Schreib ich rein. "Aber" vermittelt allerdings einen Widerspruch, den muss ich jetzt zumindest in den Absatz, eventuell in das ganze Kapitel hineinkonstruieren. Und sehr wahrscheinlich hat das, was ich da konstruiere, Auswirkungen auf alles Folgende. Jetzt könnte ich a.) das "aber" wieder streichen - wäre schade aus mehrerlei Gründen, b.) den Widerspruch annehmen - und damit die ganzen Folgekapitel, die schon geschrieben sind, anpassen müssen; viel Arbeit, vor allem, wenn es mehrfach passiert. Mir sind auf diese Weise, trotz Planung, schon handlungstragende Figuren in Texte geraten. 

Das kann bei mir auch passieren, aber das gehört zum Schaffensprozess.

An dieser Stelle zitiere ich oft Leonardo da Vinci "Alles hängt mit allem zusammen"

Ich mag diese Arbeit, auch das häufige Überarbeiten. Dabei entstehen immer mehr Beziehungen zwischen den Teilen. Immer mehr Bedeutungen und Dichte.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Ich plotte UND schreibe strikt von vorne nach hinten, weil ich es nur so hinbekomme, Andeutungen und Anspielungen einzubauen. :) Natürlich werden beim Überarbeiten dann auch noch mal ein paar Bezüge zwischen den Kapiteln eingebaut. Aber ich finde es echt faszinierend, wenn ich mitbekomme, dass jemand das schon beim Runterschreiben anders macht.

~~~ Carina alias C. R. Scott ~~~

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 2 Stunden schrieb CarinaR:

Ich plotte UND schreibe strikt von vorne nach hinten, weil ich es nur so hinbekomme, Andeutungen und Anspielungen einzubauen.

Das ist genau der Grund, warum mir die andere Methode so sehr liegt: Weil ich mir dadurch den Raum erhalte, in dem ich rückwirkend Andeutungen und Anspielungen einbauen kann.

Aber letztlich ist es sicherlich so, wie hier an mehreren Stellen betont: Jeder soll und wird auf Dauer seine eigene Herangehensweise finden.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Ich finde es endlos faszinierend, wie jeder Autor anders arbeitet als (fast) alle anderen … und am Ende kommt doch immer einfach ein Buch heraus.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 16 Stunden schrieb AnnaW:

Interessante Frage. Ich habe gerade das erste Mal ein Romanmanuskript nicht-chronologisch geschrieben beziehungsweise in Teilen geschrieben und kriege das jetzt nicht mehr geordnet. Zunächst schien es der einzig gangbare Weg, um Szenen festzuhalten und meine Vision des Stoffs überhaupt in Form zu bringen. Zeitweise war ich sehr euphorisch. Jetzt sitze ich seit Tagen vor dem Wust und frage mich, was ich damit anstellen soll. Manche Szenen gibt es  in mehreren Versionen, eine Idee gefällt mir besser als die andere, und ich frage mich ob es mir jemals gelingen wird, eine klare Linie hineinzubringen.

Das ist genau, was ich befürchte, würde mir passieren, wenn ich wie Henning arbeiten würde. Trotzdem interessant, wie viele Arbeitsweisen es gibt. Ich könnte aber nicht so arbeiten, denn mein Manuskript muss organisch wachsen wie ein Baum. Ich könnte nicht an den Zweigen arbeiten, wenn der Stamm fehlt. Ich plotte zwar, aber nicht im Detail. Bei mir baut sich jede Szene auf der nächsten auf. Ich weiche auch gelegentlich vom Plot ab, weil sich das in dem Moment so richtig anfühlt. Ich finde das besonders wichtig, wenn es um Charakterentwicklung der Protagonisten geht. Einstellungen und Einsichten ändern sich mit dem Erlebten. Das muss bei mir parallel und chronologisch wachsen.

Ich überarbeite sorgfältig, was ich am Vortrag geschrieben habe, und schreibe nicht weiter, bis ich zufrieden bin. Das fühlt sich zwar an, als würde ich langsamer vorankommen als vielleicht ein anderer, hat aber den Vorteil, dass ich am Ende wenig zu überarbeiten habe. Höchstens eine Formulierung hier oder da. Das kostet mich dann noch drei Tage, dann gebe ich ab.

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, Die Mission des Kreuzritters, Der Eiserne Herzog, www.ulfschiewe.de

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 53 Minuten schrieb Ulf Schiewe:

(...) denn mein Manuskript muss organisch wachsen wie ein Baum.

Das ist ein schönes Bild und beschreibt gut, wie ich selbst auch vorgehe. Und zwar auch genau wegen diesen Gründen:

vor 54 Minuten schrieb Ulf Schiewe:

Bei mir baut sich jede Szene auf der nächsten auf. Ich weiche auch gelegentlich vom Plot ab, weil sich das in dem Moment so richtig anfühlt. Ich finde das besonders wichtig, wenn es um Charakterentwicklung der Protagonisten geht. Einstellungen und Einsichten ändern sich mit dem Erlebten. Das muss bei mir parallel und chronologisch wachsen.

 

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor einer Stunde schrieb AndreasE:

Ich finde es endlos faszinierend, wie jeder Autor anders arbeitet als (fast) alle anderen … und am Ende kommt doch immer einfach ein Buch heraus.

Wobei ich als Leserin nicht merken würde, wie der Autor gearbeitet hat ...

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

John Irving schreibt seine Bücher immer von hinten nach vorn. Er beginnt mit dem letzten Kapitel, das finde ich höchst faszinierend, im Leben könnte ich das nicht.

Wenn man's weiß, merkt man's. Aber im positiven Sinne, weil sich bei ihm alles auf dieses eine Ende zubewegt. Am deutlichsten ist das bei Owen Meany der Fall. Eine sauberer konstruierte Geschichte habe ich bis jetzt nicht mehr gelesen.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 57 Minuten schrieb Ulf Schiewe:

Ich könnte aber nicht so arbeiten, denn mein Manuskript muss organisch wachsen wie ein Baum. Ich könnte nicht an den Zweigen arbeiten, wenn der Stamm fehlt. Ich plotte zwar, aber nicht im Detail. Bei mir baut sich jede Szene auf der nächsten auf. Ich weiche auch gelegentlich vom Plot ab, weil sich das in dem Moment so richtig anfühlt. Ich finde das besonders wichtig, wenn es um Charakterentwicklung der Protagonisten geht. Einstellungen und Einsichten ändern sich mit dem Erlebten. Das muss bei mir parallel und chronologisch wachsen.

Das entspricht auch meiner Arbeitsweise. Nur während der Ideenentwicklung kann ich auch mal hinten anfangen oder Puzzleteile durcheinanderwerfen und wieder ordnen. An diesem roten Faden schreibe ich dann entlang. So wie Henning schreiben zu können muss etwas mit besonders kreativen Fähigkeiten des Hirns zu tun haben?;)

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 57 Minuten schrieb Christa:

Wobei ich als Leserin nicht merken würde, wie der Autor gearbeitet hat ...

Das kann einem ja auch egal sein als Leser.

Erich Kästner hat mal sinngemäß gesagt, das Schwierige am Schreiben sei, es so hinzukriegen, dass es wirkt, als sei es einfach leicht und locker hingeschrieben.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Bitte melde Dich an, um einen Kommentar abzugeben

Du kannst nach der Anmeldung einen Kommentar hinterlassen



Jetzt anmelden


×
×
  • Neu erstellen...