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Die Pappenheims: Aus den Tagebüchern einer Berliner Familie 1910-1920 / Künstlerkolonie Schreiberhau - Carl & Gerhart Hauptmann 1898-1945

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Eine Familie zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik

Eine christliche Familie jüdischer Herkunft zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Berlin. Der Gymnasialprofessor Karl Pappenheim und seine Frau Erna bewohnen die Beletage in der Söhtstraße 1 in Groß-Lichterfelde, heute: Berlin-Lichterfelde. Der Sohn Hans wird 1908 geboren und Erna Pappenheim beginnt die täglichen Ereignisse in ihrem Tagebuch niederzuschreiben. Das sind u. a. Erlebnisse während der Sommerfrische in Krummhübel, i. Riesengebirge, heute: Karpacz (Polen). Man trifft sich dort mit der Berliner Freundin der Familie, der Komponistin und Pianistin der Neuen Romantik, Anna Teichmüller, die einen größten Teil ihres Lebens in der von Carl und Gerhart Hauptmann um 1890 gegründeten Künstlerkolonie im benachbarten Schreiberhau, heute: Szklarska Poręba (Polen) verbringt. Viele Träger bekannter Namen aus der Geisteswelt und der Bildenden Kunst siedelten sich in der Kolonie dauernd - oder auch nur vorübergehend an. Darunter so bedeutende Namen wie Wilhelm Bölsche, Werner Sombart und Bruno Wille bauten sich Häuser. Berühmte Maler und Bildhauer, wie Hanns und Hannah Fechner, Hermann Hendrich, Hugo Schuchardt lebten und arbeiteten in Schreiberhau. Eine besonders enge und intensive Verbindung hatte Anna Teichmüller zu dem Dramatiker Carl Hauptmann – er fand in ihr seine größte Muse.

1911 werden die Zwillinge Inge und Ursel geboren und Erna Pappenheim beobachtet und beschreibt die Entwicklung ihrer Kinder. Sie ist sehr vertraut mit dem Verhalten von Mädchen und Jungen, denn der Schwiegervater, der Fröbel Pädagoge Dr. Eugen Pappenheim hat sein Engagement für die Fröbelbewegung an seine Töchter Anna und Gertrud weitergegeben. Herausragend war Tochter Anna, die zum Kreis der Pädagoginnen zählte, die Kindergärten gründete und leitete. Erna Pappenheims Tagebücher sind ein bemerkenswertes Dokument aus der Zeit des Berliner Bürgertums zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wir erfahren auch von der katastrophalen Ernährungssituation der Zivilbevölkerung im »Hungerwinter« 1916/17, die selbst im Großbürgertum als äußerst schmerzhaft empfunden wurde.

Neben den Aufzeichnungen sehen wir historische Fotografien der Familie aus den Ferien in Krummhübel und Längenfeld im Ötztal. Sehr bemerkenswert sind die Bilder aus Schreiberhau mit seinen Bewohnern von Rang und Namen. Wir werden mitgenommen in die außergewöhnlich, imposante und mystische Landschaft des Riesengebirges, reisen auf den Spuren des sagenumrankten Berggeistes Rübezahl, der so alt wie die Bergquellen selber ist. Die berühmte Sagenhalle in der Künstlerkolonie, erschaffen von dem Hallenbauer Hermann Hendrich, zeugt von geistiger Schönheit, wo allein die Natur die oberste Herrscherin ist, wo Menschen zusammenleben und schaffen im Zeichen von Freiheit und Liebe. Wie eine frühlingshaft immer wiederkehrende neue Kraft, stets aber begleitet von einer Rückbesinnung auf die alten Wurzeln wie Erde, Heimat, seine Sagen, Musik, Brauchtümer und Symbole. Viele von diesen Elementen verschmelzen sich in der Dichtung von Carl Hauptmann und der wundervollen Musik der Komponistin Anna Teichmüller.

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ISBN: 978-3-9820572-3-1(pdf)

ISBN: 978-3-9821614-1-9 (EPUB)

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002_Pappenheims_Cover_Hauptmann_2022.jpg

Bearbeitet von ReRo
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Das klingt gewaltig - oder soll ich sagen: Großartig?

Rübezahl ist ein wenig in Vergessenheit geraten, aber ich habe noch deutliche Erinnerungen an ihn aus meiner Kindheit.

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