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Christa

Kalter oder heißer Schauder?

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Wie sind denn nun die Körperempfindungen, die in Romanen beschrieben werden? Ist der Schauder (oder auch Schock) heiß oder kalt? Ist es mir wirklich schon mal "kalt den Rücken heruntergelaufen"? Im Duden steht Folgendes: Schauder. Gestern las ich einen Satz, der so lautete: "Johanna bekreuzigte sich, während der Schock wie eine heiße Welle durch ihren Körper jagte." Das schien mir irgendwie richtiger, denn schaudern tue ich doch nur, wenn ich in der Kälte stehe. Was meint ihr?

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Ich würde sagen, diese Empfindung kann sich sowohl heiß als auch kalt anfühlen oder mehr wie ein Kribbeln oder wie Strom …

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Der heiße Schauder steigt auf. Er läuft nicht den Rücken herunter. Er füllt den Kopf mit Blut und der Blutdruck steigt.

Der kalte Schauder läuft den Rücken herunter und entleert das Gehirn von Blut. Kann sein, dass etwas Schwindel hinzukommt. Typische Schockreaktion.

Aber beide Reaktion sind leicht und ungedfährlich. sie erschrecken nur, weil sie so plötzlich kommen.

Liebe Grüße
Wolf

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Meiner Meinung nach ist es Schauer, nicht Schauder. Ein Schauer läuft einem über den Rücken (in keine spezielle Richtung - anders: „Es läuft mir kalt den Rücken hinunter.“), er macht, dass sich die Härchen auf den Unterarmen und/oder im Nacken aufstellen usw.

Schaudern hingegen hat für mich eher was mit erschrockenem Zurückweichen oder zumindest Innehalten zu tun, aus Angst, Ekel oder Kälte, verbunden mit einem kurzen Erzittern. Wenn man eine Kellertür aufmacht oder eine Gruft betritt zum Beispiel. Schauder ist für mich überhaupt nicht positiv besetzt, könnte also in einer romantischen Situation nicht auftreten, schon gar nicht heiß.

Ansonsten würde ich es wie Wolf sehen: Alles, was Hitze verursacht, steigt eher auf als dass es nach unten verläuft.

Bearbeitet von KerstinH
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Danke schon mal für die Antworten!

vor 50 Minuten schrieb RobertC:

Ich würde sagen, diese Empfindung kann sich sowohl heiß als auch kalt anfühlen oder mehr wie ein Kribbeln oder wie Strom …

Genau das habe ich auch gedacht. Gänsehaut verursacht ein Kribbeln, keine Kälte. Ich kann einen heißen Schreck bekommen.

vor 38 Minuten schrieb Wolf:

Der heiße Schauder steigt auf. Er läuft nicht den Rücken herunter. Er füllt den Kopf mit Blut und der Blutdruck steigt.

Der kalte Schauder läuft den Rücken herunter und entleert das Gehirn von Blut. Kann sein, dass etwas Schwindel hinzukommt. Typische Schockreaktion.

Aber beide Reaktion sind leicht und ungedfährlich. sie erschrecken nur, weil sie so plötzlich kommen.

Liebe Grüße
Wolf

Genau. Was soll denn da eigentlich kalt den Rücken runterlaufen? (Oder es gab ja schon so Wortgebilde wie "Eine kalte Hand griff nach seinem Herz). Der Kreislauf spielt ebenfalls mit. Bei einem Schock läuft es auch nicht kalt den Rücken runter, sondern durch die Blutentleerung kühlt der gesamte Körper ab. Wie in dem Buch beschrieben: Man sieht etwas Schreckliches-ich entdecke zum Beispiel eine Leiche-dann kriege ich Herzklopfen, feuchte Hände, mit wird heiß, nicht kalt.

Ich bemühe nochmal den Duden:

Andere Wörter für Schau­der

 ⓘ

Eiseskälte 
Frösteln
Frostgefühl 
Kälte[gefühl
Kälteschauer 

GEHOBEN

Schauer 
Angst
Entsetzen
Furcht
Grauen 
Graus 
Grausen 
Grusel 
Horror

 

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vor 4 Stunden schrieb Christa:

Wie in dem Buch beschrieben: Man sieht etwas Schreckliches-ich entdecke zum Beispiel eine Leiche-dann kriege ich Herzklopfen, feuchte Hände, mit wird heiß, nicht kalt

Ich habe zum Glück noch keine Leiche entdeckt, aber dass mir vor Schreck kalt wird schon erlebt. ;) Heiß aber auch. es kommt auf die Situation an.

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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vor 1 Stunde schrieb Beate K.:

Ich habe zum Glück noch keine Leiche entdeckt, aber dass mir vor Schreck kalt wird schon erlebt. ;) Heiß aber auch. es kommt auf die Situation an.

Das ist wirklich knifflig, aber ich möchte es rauskriegen. Erstmal scheint es eine Redensart zu sein. Dann habe ich gelesen, was bei der Gänsehaut passiert. Dadurch, dass sich die Härchen aufrichten, kann ein Kältegefühl entstehen. Habe ich schon erlebt, wenn ein Buch, ein Film oder etwas anderes mich sehr berührt. Und das fühlt sich kühl an. Was beim Erschrecken im Körper geschieht, zeigt ein kurzes Video von Galileo. Körperliche Wirkung beim Erschrecken
Da geht es aber um Adrenalin und alle körperlichen Reaktionen inklusive Schweißausbrüchen.

Wahrscheinlich ist es individuell unterschiedlich: Bei einem richtigen Schock wird demjenigen kalt, normalerweise eher heiß, bei starker emotionaler Ergriffenheit läuft es einem kalt (kühl) den Rücken herunter. Da muss man sich den Charakter seiner Figuren genau anschauen. Wenn ich ansonsten wieder lese: Es läuft ihm kalt den Rücken herunter und es passt nicht, werde ich es für eine Redensart halten.

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Christa, ich glaube, da gehen mehrere Sachen durcheinander. Einmal die medizinischen bei einem Schock (ohne das jetzt nachzuschauen; soviel ich weiß, werden da nur noch die überlebenswichtigen Organe mit Sauerstoff versorgt, das Blut zieht sich aus der Peripherie zurück, daher die Kältegefühle und das Zittern). Dann die Redewendung „Mir lief es kalt den Rücken hinunter“ wenn man etwas Unerwartetes, Schockierendes, Beängstigendes, Verstörendes, auf jeden Fall nicht Positives erlebt hat. Eine ähnlich temperaturbehaftete sprichwörtliche Redewendung mit umgedrehtem Vorzeichen wäre: „Mir wurde warm ums Herz.“ Dann gibt’s noch den temperaturunabhängigen richtungslosen Schauer, der einem einfach über den Rücken läuft und eventuell irgendwo Härchen aufstellen lässt, den kann man nach meinem Empfinden in positiven oder negativen Situationen benutzen. Davon abzugrenzen wäre das Härchenaufstellen/die Gänsehaut, weil man fröstelt, entweder real oder weil man grade kapiert hat, dass der Mörder schon im Haus ist und es einem in dem Moment kalt den Rücken hinunter … usw.

In manchen (unlektorierten) Büchern wird das alles oft munter gemixt. Aber dort haut es manchmal auch dem Fass den Boden ins Gesicht oder jemand gießt Öl in die Höhle des Löwen.

Bearbeitet von KerstinH
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vor 42 Minuten schrieb KerstinH:

In manchen (unlektorierten) Büchern wird das alles oft munter gemixt. Aber dort haut es manchmal auch dem Fass den Boden ins Gesicht oder jemand gießt Öl in die Höhle des Löwen.

Das ist ja klasse. :s01

Den Rest unterschreibe ich bzw. sehe ich genauso.

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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vor einer Stunde schrieb KerstinH:

Christa, ich glaube, da gehen mehrere Sachen durcheinander. Einmal die medizinischen bei einem Schock (ohne das jetzt nachzuschauen; soviel ich weiß, werden da nur noch die überlebenswichtigen Organe mit Sauerstoff versorgt, das Blut zieht sich aus der Peripherie zurück, daher die Kältegefühle und das Zittern). Dann die Redewendung „Mir lief es kalt den Rücken hinunter“ wenn man etwas Unerwartetes, Schockierendes, Beängstigendes, Verstörendes, auf jeden Fall nicht Positives erlebt hat. Eine ähnlich temperaturbehaftete sprichwörtliche Redewendung mit umgedrehtem Vorzeichen wäre: „Mir wurde warm ums Herz.“ Dann gibt’s noch den temperaturunabhängigen richtungslosen Schauer, der einem einfach über den Rücken läuft und eventuell irgendwo Härchen aufstellen lässt, den kann man nach meinem Empfinden in positiven oder negativen Situationen benutzen. Davon abzugrenzen wäre das Härchenaufstellen/die Gänsehaut, weil man fröstelt, entweder real oder weil man grade kapiert hat, dass der Mörder schon im Haus ist und es einem in dem Moment kalt den Rücken hinunter … usw.

In manchen (unlektorierten) Büchern wird das alles oft munter gemixt. Aber dort haut es manchmal auch dem Fass den Boden ins Gesicht oder jemand gießt Öl in die Höhle des Löwen.

Ja, das trifft den Nagel auf den Kopf. Wobei das "warm ums Herz" gar nicht ums Herz herum stattfindet (das Herz als Metapher wird sicher in schlecht lektorierten Büchern auch missbraucht.). 

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vor 11 Minuten schrieb Christa:

Wobei das "warm ums Herz" gar nicht ums Herz herum stattfindet …

Ja, deswegen „nur“ Redewendung. :D

Bearbeitet von KerstinH
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Ihr würdet euch wundern, wo manche Leute das Herz verorten. :s01

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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