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AliceC

Anschreiben (Mail) an Agentur

Empfohlene Beiträge

Ein Brainstorming unter Kolleginnen hat heute dazu geführt, dass wir Tipps für Agenturanschreiben zusammen gestellt haben. Daher möchte ich sie hier einstellen und fragen:
- Findet ihr diese Punkte korrekt? 
- habt ihr weitere Ideen?/ Ergänzungen? 



1. Wieso schreibe ich genau diese Agentur an
2. Wieso passt mein Manuskript in ihr Programm
3. Kurz-Pitch 
4. Nur für Hybrid- und Indieautoren: Aus welchem Grund wende ich mich mit diesem Manuskript an Agenturen und veröffentliche nicht selbst
5. Bei welchen Agenturen / Verlagen haben ich das Manuskript bisher eingereicht

Und natürlich der Hinweis, dass sich das Exposé und die Vita im Anhang befindet. 

 

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Die Punkte hören sich insgesamt stimmig an. Überlegen könntest Du, ob Du Punkt 1 streichst. Für mich hört sich das etwas zu sehr nach einer Bewerbung an. Es geht aber doch um eine Kooperation. Da würde ich selbstbewusster auftreten. Überdies ähneln sich die Punkte 1 und 2.

Auf der anderen Seite fehlt die Betonung des Stoffs. Es gibt nur einen Kurz-Pitch. Dabei ist doch die Geschichte das, worum es geht. Da würde ich mehr machen, eventuell eine Marktbeobachtung hinzufügen. Auch wenn Agenturen das selbst können (sollten), stellst Du dein Manuskript auf einen höheren Sockel, indem Du ihm Marktchancen einräumst. Außerdem zeigst Du, dass Du einen Blick fürs Wirtschaftliche hast und damit für die Agentur eine Kooperationspartnerin bist, die entsprechende Argumente nachvollziehen kann.

 

Sagt Abraham zu Bebraham: Kann ich mal dein Cebraham?

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vor 17 Minuten schrieb DirkH:

Die Punkte hören sich insgesamt stimmig an. Überlegen könntest Du, ob Du Punkt 1 streichst. Für mich hört sich das etwas zu sehr nach einer Bewerbung an. Es geht aber doch um eine Kooperation. Da würde ich selbstbewusster auftreten. Überdies ähneln sich die Punkte 1 und 2.

Auf der anderen Seite fehlt die Betonung des Stoffs. Es gibt nur einen Kurz-Pitch. Dabei ist doch die Geschichte das, worum es geht. Da würde ich mehr machen, eventuell eine Marktbeobachtung hinzufügen. Auch wenn Agenturen das selbst können (sollten), stellst Du dein Manuskript auf einen höheren Sockel, indem Du ihm Marktchancen einräumst. Außerdem zeigst Du, dass Du einen Blick fürs Wirtschaftliche hast und damit für die Agentur eine Kooperationspartnerin bist, die entsprechende Argumente nachvollziehen kann.

 

Guter Punkt. In meinem Fall müsste ich sogar eine Marktbeobachtung hinzufügen, weil es ein Genre ist, das gerade erst an Auftrieb gewinnt. 
 

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Am 4.10.2021 um 22:38 schrieb AliceC:

Ein Brainstorming unter Kolleginnen hat heute dazu geführt, dass wir Tipps für Agenturanschreiben zusammen gestellt haben. Daher möchte ich sie hier einstellen und fragen:
- Findet ihr diese Punkte korrekt? 
- habt ihr weitere Ideen?/ Ergänzungen? 



1. Wieso schreibe ich genau diese Agentur an
2. Wieso passt mein Manuskript in ihr Programm
3. Kurz-Pitch 
4. Nur für Hybrid- und Indieautoren: Aus welchem Grund wende ich mich mit diesem Manuskript an Agenturen und veröffentliche nicht selbst
5. Bei welchen Agenturen / Verlagen haben ich das Manuskript bisher eingereicht

Und natürlich der Hinweis, dass sich das Exposé und die Vita im Anhang befindet. 

 

Das sehe ich ganz anders. Deine Bewerbung besteht vermutlich aus Brief, Exposé und Leseprobe. Jedes dieser drei Elemente sollte dann einen eigenen Zweck erfüllen.

1) Brief soll Aufmerksamkeit erregen,

2) Exposé soll dein Konzept verkaufen,

3) Leseprobe soll zeigen, dass du's drauf hast, einen guten Einstieg gewählt hast und zumindest auf 20 - 30  Seiten deinem Anspruch gerecht wirst.

Jetzt zum Brief.

Punkte 1 und 2 brauchst du nicht, die stören nur. Ob dein Projekt in ihr Programm passt, können nur sie entscheiden. Du triffst keine Verlagsentscheidungen, das tun die, du willst nur dein Projekt verkaufen. Natürlich sollte man davon ausgehen, dass du weißt, welche Genres die Agentur mit Vorliebe nimmt oder nicht nimmt.

Punkt 4 ist völlig unnötig. Und Punkt 5: um Gottes willen nicht, das ist der Killer, besonders, wenn die anderen dich nicht genommen haben.

Nur Punkt 3 sollte hier im Anschreiben stehen. Wohl wissend, dass die meisten unaufgefordert eingesandten Texte in den (virtuellen) Papierkorb landen, dient das Anschreiben dazu, den Leser dazu zu bringen, sich überhaupt mit dem Rest zu beschäftigen. Und das ist einem Klappentext in der Kürze ähnlicher Pitch, der hammermäßig neugierig macht. Und viel mehr außer "Guten Tag" und "Mit freundlichen Grüßen" braucht es im Brief dann nicht. Lass den Pitch für sich stehen. Alles andere lenkt nur ab.

Natürlich muss dann auch das Exposé (5 Seiten) das Projekt auf attraktive Weise vorstellen, es ist sozusagen die Verkaufsbroschüre.

Und die Leseprobe muss wirklich überzeugen, muss halten, was du versprichst.

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Am 5.10.2021 um 12:45 schrieb AliceC:

Guter Punkt. In meinem Fall müsste ich sogar eine Marktbeobachtung hinzufügen, weil es ein Genre ist, das gerade erst an Auftrieb gewinnt. 
 

Nein, das können die besser als du. Das ist ihr Metier. Nur dein Konzept muss überzeugen.

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Ich bin da bei Ulf. Ich würde das Anschreiben auch so kurz wie möglich halten. Alles andere wirkt so bemüht, als wenn der Text es nötig hätte. Exposé und Text müssen überzeugen. Für mich gehört ein Pitch ins Exposé,  auch eine mögliche kurze Marktbeobachtung. Letztere aber nur, wenn es ein ungewöhnliches Thema ist.

All diese Antworten auf die Fragen von 1,2,4,5 interessieren gar nicht an dieser Stelle. Das kommt erst später, wenn Interesse am Text besteht, und auch da würde ich mal abwarten, was ich da überhaupt gefragt werde.

 

 
 
 

 

 

 

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Ach, ich bin überzeugt davon, dass ein bisschen Freundlichkeit keine schlechte Sache ist. 
Vielleicht ist das naiv, aber so will ich es halten. 

Und jetzt sehe ich mich - auf einem Schreibtisch - bzw. Küchenstuhl (weil Homeoffice) und heute ist es meine Aufgabe, 
das Postfach zu öffnen. 

- Ein Quasi-Blanco-Anschreiben kommt rein - weil der Text für sich sprechen soll. 
Also muss ich das Exposé öffnen, mich einige Minuten durch lesen, bis ich auf Pitch (wohl eher Abstrakt) stoße - und damit der Text für sich sprechen kann,
soll ich das alles ignorieren und mir dann auch noch den Text durchlesen. 

Okay. Kann man so machen. Ich persönlich wäre etwas ungehalten, wenn am Ende das Genre doch nicht passt, oder das Subgenre nicht.
Dann muss ich erst mal die Vita lesen, bis ich sehe, ob dieser Autor Erfahrung hat - hat er ein Buch oder zwanzig geschrieben. Erfolgreich veröffentlicht, oder nicht?
Und schließlich muss ich mir das Exposé anschauen, ob mir der Aufbau gefällt und ob ich die komplette Story für vermarktbar halte. 
Uff. 

- Ein Anschreiben kommt rein, das:
- Genre listet, ggf. auch Subgenre
- und einen 2-Satz-Pitch enthält
- Besonderheiten
- In 1-2 Sätzen erfahre ich, ob ich es mit einem/einer erfahrenen Autor/in zu tun habe, oder jemand, der noch ganz am Anfang steht
Und jetzt weiß ich schon genug.
Vielleicht lohnt es sich nicht, das Exposé zu öffnen. Wenn das Genre nicht passt/gerade nicht gefragt ist, wenn der Pitch zu häufig, zu selten usw ist. 
Was würde ich denken: Danke! Vielleicht ist dein Skript gut, aber es passt nicht in unsere Agentur. Pirma, dass du uns Zeit gespart hast. 

Erfahrung von Kollegen (Verlagsautor/innen) 
- Fast-Blanco-Anschreiben a la "anbei schicke ich" - oft keine Antwort
- Ein wenig mehr bemüht - abgesehen von Manuskriptanforderungen - immer Absagen und teilweise auch individuelle. 

Ansonsten werde ich berichten. 
 

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vor 12 Stunden schrieb AliceC:

Und jetzt sehe ich mich - auf einem Schreibtisch - bzw. Küchenstuhl (weil Homeoffice) und heute ist es meine Aufgabe, 
das Postfach zu öffnen. 

Ein Quasi-Blanco-Anschreiben kommt rein - weil der Text für sich sprechen soll. 
Also muss ich das Exposé öffnen, mich einige Minuten durch lesen, bis ich auf Pitch (wohl eher Abstrakt) stoße - und damit der Text für sich sprechen kann,
soll ich das alles ignorieren und mir dann auch noch den Text durchlesen. 

Ich sehe es anders (ich will im ersten Quartal des Neuen Jahres selbst Agenturen anschreiben). Wenn ein Agent oder eine Agentin erst minutenlang das Exposé studieren müsste, um den Pitch zu finden, stimmt was mit dem Exposé nicht (was dann auch schon etwas über die Autorin aussagt). Und natürlich muss - falls das Exposé es schafft, dass ein Agent die Textprobe öffnet - die Leseprobe für sich sprechen, ohne dass das Vorhergehende ignoriert würde. Aber man zieht halt aus jedem der drei Schriftstücke nur die ihm gemäßen Informationen und nicht alle Infos aus jedem.

vor 12 Stunden schrieb AliceC:

- Ein Anschreiben kommt rein, das:
- Genre listet, ggf. auch Subgenre
- und einen 2-Satz-Pitch enthält
- Besonderheiten
- In 1-2 Sätzen erfahre ich, ob ich es mit einem/einer erfahrenen Autor/in zu tun habe, oder jemand, der noch ganz am Anfang steht
Und jetzt weiß ich schon genug.
Vielleicht lohnt es sich nicht, das Exposé zu öffnen. Wenn das Genre nicht passt/gerade nicht gefragt ist, wenn der Pitch zu häufig, zu selten usw ist. 
Was würde ich denken: Danke! Vielleicht ist dein Skript gut, aber es passt nicht in unsere Agentur. Pirma, dass du uns Zeit gespart hast. 

Das Genre/Subgenre würde ich auch nennen, mehr aber nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Agent bei einem kurzen, grammatisch und orthographisch korrekten, ansonsten aber nüchternem Anschreiben das Exposé nicht öffnet, selbst wenn das Genre gerade nicht gefragt ist. Zumindest einen kurzen Blick, worum es geht, ob der Pitch doch mehr hergibt, ob derjenige formulieren kann usw. würde er sich leisten - und wenn da alles stimmt, vielleicht auch kurz die Textprobe anlesen. Es könnte ja sein, dass da doch der nächste Bestseller wartet, weil die Idee oder die Schreibe außergewöhnlich gut sind. 

Der Agentur Zeit zu sparen, sehe ich als Autorin nicht als meine Aufgabe, daran werden sie sich nämlich in Verbindung mit meinem Namen später nicht erinnern, und selbst wenn, wäre es kein Bonus für mich. Ich versuche lediglich, ihnen keine Zeit zu stehlen, indem ich mich bei jedem der Schriftstücke an die Regeln halte und vor allem beim Anschreiben nicht ausufere. Dass ein Autor oder eine Autorin noch ganz am Anfang steht, wäre für mich, falls ich Agentin wäre, auf keinen Fall ein Grund, Exposé und später Leseprobe nicht wenigstens zu öffnen.

Bearbeitet von KerstinH
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vor 12 Stunden schrieb AliceC:

Ach, ich bin überzeugt davon, dass ein bisschen Freundlichkeit keine schlechte Sache ist. 
Vielleicht ist das naiv, aber so will ich es halten. 

Und jetzt sehe ich mich - auf einem Schreibtisch - bzw. Küchenstuhl (weil Homeoffice) und heute ist es meine Aufgabe, 
das Postfach zu öffnen. 

- Ein Quasi-Blanco-Anschreiben kommt rein - weil der Text für sich sprechen soll. 
Also muss ich das Exposé öffnen, mich einige Minuten durch lesen, bis ich auf Pitch (wohl eher Abstrakt) stoße - und damit der Text für sich sprechen kann,
soll ich das alles ignorieren und mir dann auch noch den Text durchlesen. 

Okay. Kann man so machen. Ich persönlich wäre etwas ungehalten, wenn am Ende das Genre doch nicht passt, oder das Subgenre nicht.
Dann muss ich erst mal die Vita lesen, bis ich sehe, ob dieser Autor Erfahrung hat - hat er ein Buch oder zwanzig geschrieben. Erfolgreich veröffentlicht, oder nicht?
Und schließlich muss ich mir das Exposé anschauen, ob mir der Aufbau gefällt und ob ich die komplette Story für vermarktbar halte. 
Uff. 

- Ein Anschreiben kommt rein, das:
- Genre listet, ggf. auch Subgenre
- und einen 2-Satz-Pitch enthält
- Besonderheiten
- In 1-2 Sätzen erfahre ich, ob ich es mit einem/einer erfahrenen Autor/in zu tun habe, oder jemand, der noch ganz am Anfang steht
Und jetzt weiß ich schon genug.
Vielleicht lohnt es sich nicht, das Exposé zu öffnen. Wenn das Genre nicht passt/gerade nicht gefragt ist, wenn der Pitch zu häufig, zu selten usw ist. 
Was würde ich denken: Danke! Vielleicht ist dein Skript gut, aber es passt nicht in unsere Agentur. Pirma, dass du uns Zeit gespart hast. 

Erfahrung von Kollegen (Verlagsautor/innen) 
- Fast-Blanco-Anschreiben a la "anbei schicke ich" - oft keine Antwort
- Ein wenig mehr bemüht - abgesehen von Manuskriptanforderungen - immer Absagen und teilweise auch individuelle. 

Ansonsten werde ich berichten. 
 

Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass du den Agenturen mit langen Anschreiben Zeit ersparst. Im Gegenteil. Und auch ein kurzer Brief kann durchaus freundlich sein.

Im Idealfall sollte der Titel des Textes so gut sein, dass er neugierig macht. Im Exposé müssen das Genre und der Pitch sofort erkennbar sein. Ein Kurzexposé von 1-2 Seiten ist im Übrigen auch nicht unüblich. Das kommt auf die Agentur an. Die Vita kommt ganz zum Schluss. Ich verkaufe ja einen Text und nicht mich.

Aber das sind nur Meinungen aufgrund von Erfahrungswerten. Nach denen hattest du ja gefragt. Das heißt ja nicht, dass du nicht ganz andere Erfahrungen machen kannst.

Bearbeitet von Ulrike
 
 
 

 

 

 

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Ich könnte auch nur schreiben. Hallo: Steampunktfantasy mit queeren Helden. 
Das erspart der Agentur auf jeden Fall viel Zeit. ;) 

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vor 3 Minuten schrieb AliceC:

Ich könnte auch nur schreiben. Hallo: Steampunktfantasy mit queeren Helden. 
Das erspart der Agentur auf jeden Fall viel Zeit. ;) 

Mach es doch einfach so, wie es für Dich persönlich stimmig erscheint. Ich glaube, das Zauberwort ist auf jeden Fall "Kurz"

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