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CarinaR

Frage zur Inquit-Formel

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Liebe Montis, ich habe mal eine Frage zur Inquit-Formel.

Nehmen wir mal folgendes, plump dahingetipptes Beispiel:

"Stell dich nicht so an und lass das Jammern sein. Das ist doch alles nicht so schlimm", sagt er. "Du wirst es überleben."

Kann man das so schreiben oder müsste die Inquit-Formel (in dem Fall: "sagt er") zwingend nach dem ersten Satz bzw. dem ersten Punkt kommen? Gibt es dafür Regeln oder ansonsten Meinungen? :)

 

Bearbeitet von CarinaR

~~~ Carina alias C. R. Scott ~~~

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Regeln meines Wissens keine. Meinungen ja. :) Es hängt m.E. von mehreren Faktoren ab. Ist völlig klar, wer spricht? Ist an dieser Stelle ersichtlich, dass ein anderer das Gespräch grade übernommen hat? Für mich auch ein Gesichtspunkt: Passt der Einschub an genau dieser Stelle in den allgemeinen Rhythmus des Gesprächs, also von der Satzmelodie und -länge her? (Das kriegt man gut durch ein lautes Lesen der Passage raus.) 

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Ich kenne keine diesbezügliche Regel, und gerade Dein Beispiel zeigt, dass es sich lohnt, darüber nachzudenken.

So ganz aus dem Bauch, würde ich mein Inquit hinter den ersten Punkt setzen. Aber es gibt auch durchaus eine Berechtigung, es dort zu lassen, wo es steht. Nämlich dann, wenn Du dieses: "Du wirst es überleben" ein bisschen absetzen möchtest, als wenn diese Gedanke neu und hinterhergekommen sei. Man kann mit der Inquit-Position also auch gestalten.

Liebe Grüße
Wolf

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Eine Regel habe ich nicht, würde es aber auf jeden Fall nach dem ersten Satz setzen. Ich finde, so wie es oben ist, sieht das nicht gut aus. Hab das auch noch nie in einem Buch so gesehen (kann mich zumindest nicht dran erinnern - und ich glaube, es wäre mir aufgefallen).

Bearbeitet von MichaelT
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Ich sehe es wie Wolf: es ist eine schöne Möglichkeit, zu gestalten, und in diesem Fall finde ich, dass du es für meinen Geschmack genau richtig gemacht hast. "Du wirst es überleben.", bekommt so eine besondere Betonung und Wirkung.

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vor einer Stunde schrieb KarinKoch:

Ich sehe es wie Wolf: es ist eine schöne Möglichkeit, zu gestalten, und in diesem Fall finde ich, dass du es für meinen Geschmack genau richtig gemacht hast. "Du wirst es überleben.", bekommt so eine besondere Betonung und Wirkung.

Sehe ich auch so

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Bei einem Sprecherwechsel  würde ich so früh wie möglich die Inquit-Formel schreiben, um der Leser:in Orientierung zu geben.

Wenn aber klar ist, wer redet,  sehe ich es wie Karin und Sabine: durch die Unterbrechung betonst du schön den letzten Satz.

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Danke für eure Meinungen. :) Daran, dass man es für die Betonung bzw. eine Pause einsetzen kann, habe ich so konkret noch gar nicht gedacht. Und es ist interessant, herauszulesen, dass es wohl keine "Regel" gibt, die es verbieten würde. Gerade wenn nur zwei Figuren miteinander sprechen, sollte es meistens sowieso klar sein, wer gerade spricht, also könnte ich es wohl ruhig mal als Stilmittel mal einsetzen.

~~~ Carina alias C. R. Scott ~~~

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Ich meine, ich hätte irgendwann mal gelesen, dass es eine Regel gäbe (oder in strengeren Zeiten mal gab), nach der es nur nach dem ersten Satz erlaubt wäre. Ich weiß auch noch, dass ich die Begründung nicht ganz logisch fand. Jedenfalls finde ich, man kann die Regel, falls es sie gibt, guten Gewissens ignorieren, wenn man einen Grund dafür hat. 

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Ich meine auch, dass es so eine Regel gibt oder gab, dass es nach dem ersten Satz eingefügt werden sollte.  Ich finde es aber in diesem Beispiel sehr gut, wie es ist, also erst nach dem zweiten Satz. Es betont doch wirklich gut die letzte Aussage. Ich würde  so eine mögliche Regel auch einfach ignorieren.

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Regeln gibt es in der Schriftstellerei sowie so nicht, aber die Empfehlung, das Inquit nach dem ersten Satz einzufügen, gibt es im Englischen. Da alle Ratgeber mehr oder weniger aus den englischen abgeschrieben sind - und manchmal kritiklos oder falsch übernommen werden (ich denke da an einige Übersetzungsfehler) - hat sich das auch ins deutsche Übertragen. 

Der Hintergrund dieser Empfehlung scheint zu sein, dass man, wenn man denn ein Inquit braucht, den Leser nicht zu lange im Unklaren lassen sollte, wer spricht. Man setzt ein Inquit eben nur dann, um zu erinnern, wer spricht, und dann sollte das so früh als möglich erfolgen und das ist nun mal nach dem ersten Satz. Wird das Inquit aus einem anderen Grund gesetzt, dann kann es stehen, wo es den besten Effekt bringt.  :)

Bearbeitet von IlonaS

Krimis, Liebe und Mehr.

www.ilonaschmidt.com

Translations, Lektorat & Exposé Coaching

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