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Wolf

Aufgeben - ist es wirklich schon so schlimm?

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Bringt auf jeden Fall ziemlich präzise auf den Punkt, warum ich in Eigenregie veröffentliche. Was man bei Lübbe schon alles meinte, was die Leute lesen wollen oder eben auch nicht ... das ist teils diametral dem entgegengesetzt, was die Leser meiner SP-Werke mir zurückspiegeln. Ich verstehe ja nicht, dass die Verlagsleute nicht auch mehr in den Dialog mit den Lesern treten, sondern bloß auf nackte Zahlen starren. Natürlich laufen bestimmte Dinge besonders gut – wenn die Verlage den Lesern gar nichts anderes anbieten, ist das keine Überraschung. Und nein, ich glaube nicht, dass das langfristig funktioniert. 

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vor 3 Stunden schrieb SabineB:

Wolf,

der Artikel ist aus einer Federwelt von 2019.

 

Gruß

Sabine

So traurig es ist, dieser Beitrag wird in den kommenden Jahren immer wieder hochgeholt werden. Ich mag mich jetzt ganz weit aus dem Fenster lehnen, aber ich fürchte, die "Verlagsautoren, die auf diesem Niveau jammern" haben den Zeitgeist nicht erkannt und sehen nicht, dass der "Schriftsteller in seinem Kämmerlein" eine leider aussterbende Kreatur ist. Es sei denn, er wird als Schriftsteller und nicht als Autor anerkannt. (Wobei ich da die Unterscheidung der Verlage durchaus erkenne: Schriftsteller = literarisch, egal mit welchem Hintergrund und kann sich mit jedem Buch ein finanzielles Desaster erlauben, Hauptsache von den Kritikern erwähnt, Autor = Geld*verdiener, Geld*maschine keine Verkäufe gleich tot) ... 

Ich glaube mittlerweile, dass es die Unterscheidung E- und U-Literatur nicht mehr gibt. Es geht nur noch darum, wer die E-Literatur finanziert. Damit wir auch weiter das Land der Dichter und Denker sind (gut, mag jetzt sehr provokativ sein ... aber nüchtern betrachtet? ... )

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Es tut mir leid, dass ich, als mir jemand den Link schickte, nicht auf den Erscheinungszeitpunkt geschaut habe.
Es tut mir aber nicht leid, ihn "wieder hochgeholt" habe, denn über die Einkommenssituation von uns Schreibern wird auch in anderen Gruppierungen diskutiert. Ich fand die Klage überpointiert, zumal ich hier nie etwas Ähnliches gehört hatte. Andererseits wollte mir nicht in den Kopf, dass Schritsteller neben anderen Künstlern ungeschoren davongekommen sein sollten, zumal die Sparbemühungen der Verlage allgemein bekannt sind und etliche Kleinverlage aufgegeben haben.

Vielleicht hat Frau klein recht, dass die heutige Zeit andere Schreiber benötigt, aber sie benötigt vor allem andere Verlage. Ich habe den Eindruck, dass sie zu einem groißen Teil in Schockstarre verfallen sind. Sie wären nicht die einzige Branche in der Medienwelt, wenn ich da an die Musikindustrie denke. Aber ein Verlaginsider bin ich auch nicht.

Dafür habe ich das Glück zu denen zu gehören, die einfach weiterschreiben, weil ich mehr Pläne als erwartbare Lebensjahre habe.
Danke für die bisherigen Kommentare.

Liebe Grüße
Wolf

 

 

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vor 14 Stunden schrieb Dania:

Bringt auf jeden Fall ziemlich präzise auf den Punkt, warum ich in Eigenregie veröffentliche. Was man bei Lübbe schon alles meinte, was die Leute lesen wollen oder eben auch nicht ... das ist teils diametral dem entgegengesetzt, was die Leser meiner SP-Werke mir zurückspiegeln. Ich verstehe ja nicht, dass die Verlagsleute nicht auch mehr in den Dialog mit den Lesern treten, sondern bloß auf nackte Zahlen starren. Natürlich laufen bestimmte Dinge besonders gut – wenn die Verlage den Lesern gar nichts anderes anbieten, ist das keine Überraschung. Und nein, ich glaube nicht, dass das langfristig funktioniert. 

Wobei man nicht vergessen sollte, dass die allermeisten SP-Publikationen nicht im Printbuchhandel funktionieren, weil die Leserschaft dort andere Erwartungen hat. Klar gibt es hier und da mal Überschneidungen, aber die sind die Ausnahme und nicht die Regel.

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vor einer Stunde schrieb Ramona:

Wobei man nicht vergessen sollte, dass die allermeisten SP-Publikationen nicht im Printbuchhandel funktionieren, weil die Leserschaft dort andere Erwartungen hat. 

Ich hatte nie vor, mit meinen SP-Büchern in den Buchhandel zu kommen. Tatsächlich brauche ich ihn für ein gutes Einkommen nicht mal. Ich wollte ganz lang in den Buchhandel, habe auf dem Weg dahin aber genau das festgestellt, was der Artikel in der Federwelt beschreibt. Da war das englische Setting nicht genehm, meine Studentin war zu schlau und ich weiß nicht was sonst. Ich hab jahrelang versucht, denjenigen nach der Nase zu schreiben, die in der Branche als Gatekeeper fungieren: Agenten und Lektoren. Festgestellt habe ich, dass die auch nur mit Wasser kochen und nicht nur nicht schlauer sein müssen als wir Autoren selbst, sondern im Gegenteil sogar manchmal falsch liegen. 
Ich habe auch festgestellt, was die Autorin in dem Artikel beklagt und sie letztlich zum Aufgeben bewogen hat: Dass alle Welt mir in meine Texte reinreden wollte, hat sie nicht besser gemacht, sondern mich nur blockiert. Und weil das nicht hilft, gebe ich meine Texte jetzt lieber eigenverantwortlich heraus. Das ist sogar erfolgreicher als das, was der Verlag geschafft hat. 

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vor 4 Stunden schrieb Wolf:

Es tut mir leid, dass ich, als mir jemand den Link schickte, nicht auf den Erscheinungszeitpunkt geschaut habe.
Es tut mir aber nicht leid, ihn "wieder hochgeholt" habe, denn über die Einkommenssituation von uns Schreibern wird auch in anderen Gruppierungen diskutiert. Ich fand die Klage überpointiert, zumal ich hier nie etwas Ähnliches gehört hatte. Andererseits wollte mir nicht in den Kopf, dass Schritsteller neben anderen Künstlern ungeschoren davongekommen sein sollten, zumal die Sparbemühungen der Verlage allgemein bekannt sind und etliche Kleinverlage aufgegeben haben.

Vielleicht hat Frau klein recht, dass die heutige Zeit andere Schreiber benötigt, aber sie benötigt vor allem andere Verlage. Ich habe den Eindruck, dass sie zu einem groißen Teil in Schockstarre verfallen sind. Sie wären nicht die einzige Branche in der Medienwelt, wenn ich da an die Musikindustrie denke. Aber ein Verlaginsider bin ich auch nicht.

Dafür habe ich das Glück zu denen zu gehören, die einfach weiterschreiben, weil ich mehr Pläne als erwartbare Lebensjahre habe.
Danke für die bisherigen Kommentare.

Liebe Grüße
Wolf

Ich fand es auch richtig, den Link von der Autorenwelt zu verlinken, Wolf. Die Basis unseres Schaffens hat sich ja nicht verändert, sondern durch die Krise verschärft (auch die Basis der Verlage). Unter "andere Verlage" zählen für dich sicher solche, die Autoren nicht nahelegen, durch Einführung eines Hundes bessere Verkaufszahlen zu erreichen, oder? Schockstarre würde ich nun auch nicht vermuten, denn ich sehe, dass weiter Bücher geschrieben, hergestellt und verkauft werden. Aufgeben ist immer die schlechtere Alternative. Es hat alle, auch alle Künstler, sehr getroffen. Und ich bewundere diejenigen, die weitermachen trotz ungewisser Zukunft.

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vor 2 Stunden schrieb Christa:

Ich fand es auch richtig, den Link von der Autorenwelt zu verlinken, Wolf. Die Basis unseres Schaffens hat sich ja nicht verändert, sondern durch die Krise verschärft (auch die Basis der Verlage). Unter "andere Verlage" zählen für dich sicher solche, die Autoren nicht nahelegen, durch Einführung eines Hundes bessere Verkaufszahlen zu erreichen, oder? Schockstarre würde ich nun auch nicht vermuten, denn ich sehe, dass weiter Bücher geschrieben, hergestellt und verkauft werden. Aufgeben ist immer die schlechtere Alternative. Es hat alle, auch alle Künstler, sehr getroffen. Und ich bewundere diejenigen, die weitermachen trotz ungewisser Zukunft.

Die Gründe liegen doch vor allem darin, dass sich der Markt an sich total gewandelt hat, und das schon vor Corona:

- nach der Jahrtausendwende sind Literaturagenturen wie Pilze aus dem Boden geschossen, die Zahl hatte sich bis 2010 - 2012 gut verzehnfacht (inzwischen haben etliche aufgrund der Entwicklung der letzten Jahre wieder aufgegeben)

- es gibt zig-mal mehr Autorinnen und Autoren, von denen nach wie vor viele zu einem Verlag wollen (Edit: Gleichzeitig sind in den letzen 6 Jahren die zur Verfügung stehenden Verlagsprogrammplätze um gut ein Drittel gekürzt worden, weil alles andere aufgrund der Marklage irrsinnig wäre)

- die Midlist/Backlist der Verlage hat als finanzielles Rückgrat ausgedient, weil es die Backlist inzwischen nahezu vollumfänglich auf dem zweiten Printbuchmarkt zu Schnäppchenpreisen gibt (alleine einer dieser Anbieter hat im Vor-Corona-Jahr mit Schnäppchenpreisen einen Umsatz von über 160 Millionen € gemacht)

- Nicht zuletzt sind dem Ladenbuchhandel bis 2018 über 6 Millionen Buchkäufe flöten gegangen etc. etc. etc.

 

 

 

Bearbeitet von Ramona

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Gerade eben schrieb SabineB:

@Ramona Was ist denn "der zweite Printbuchmarkt"?

Der Gebrauchtbuchmarkt in seiner Gesamtheit. (In entsprechenden Artikeln von Börsenblatt & Co. spricht man davon, dass dieser 2. Markt den 1. Markt inzwischen kannibalisiert.)

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vor 2 Stunden schrieb Ramona:

Die Gründe liegen doch vor allem darin, dass sich der Markt an sich total gewandelt hat, und das schon vor Corona:

- nach der Jahrtausendwende sind Literaturagenturen wie Pilze aus dem Boden geschossen, die Zahl hatte sich bis 2010 - 2012 gut verzehnfacht (inzwischen haben etliche aufgrund der Entwicklung der letzten Jahre wieder aufgegeben)

- es gibt zig-mal mehr Autorinnen und Autoren, von denen nach wie vor viele zu einem Verlag wollen (Edit: Gleichzeitig sind in den letzen 6 Jahren die zur Verfügung stehenden Verlagsprogrammplätze um gut ein Drittel gekürzt worden, weil alles andere aufgrund der Marklage irrsinnig wäre)

- die Midlist/Backlist der Verlage hat als finanzielles Rückgrat ausgedient, weil es die Backlist inzwischen nahezu vollumfänglich auf dem zweiten Printbuchmarkt zu Schnäppchenpreisen gibt (alleine einer dieser Anbieter hat im Vor-Corona-Jahr mit Schnäppchenpreisen einen Umsatz von über 160 Millionen € gemacht)

- Nicht zuletzt sind dem Ladenbuchhandel bis 2018 über 6 Millionen Buchkäufe flöten gegangen etc. etc. etc.

Genau, das war alles schon vor Corona, und wir hatten das ja immer wieder diskutiert. Das mit dem zweiten Printbuchmarkt habe ich mir auch noch mal ins Gedächtnis gerufen. Das sind ja nicht etwa die öffentlichen Bücherschränke und Flohmärkte, die diese 160 Millionen machen, sondern Großgebrauchthändler wie Medimops und Co. Da gibt es fünf meiner Bücher, die eigentlich vergriffen sind, für Preise zwischen 11 Euro und 3,50 Euro. 

Erstaunlich fand ich eine Statistik von Statistika, wonach im April 2021 die Reisebuchbranche um mehr als 100% zugenommen habe, wohingegen Belletristik nur 17% Umsatz machte. Kinderbücher hätten sogar ein Minus gehabt. (Wobei ich nicht weiß, wer eigentlich hinter Statistika steckt).Umsatzentwicklung im Buchhandel

Und noch ein Riese: Momox

Bearbeitet von Christa
Etwas fehlte
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vor einer Stunde schrieb Christa:

Genau, das war alles schon vor Corona, und wir hatten das ja immer wieder diskutiert. Das mit dem zweiten Printbuchmarkt habe ich mir auch noch mal ins Gedächtnis gerufen. Das sind ja nicht etwa die öffentlichen Bücherschränke und Flohmärkte, die diese 160 Millionen machen, sondern Großgebrauchthändler wie Medimops und Co. Da gibt es fünf meiner Bücher, die eigentlich vergriffen sind, für Preise zwischen 11 Euro und 3,50 Euro. 

Wie gesagt war das der Umsatz von nur einem der großen Gebrauchtbuchhändler. 

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Ich sehe das pragmatischer. Warum soll der Literaturmarkt sich anders als andere Berufsmärkte verhalten? Das Angebot an Autoren und Autorinnen ist zu groß, das Angebot des Lesestoffs ist zu groß. Wären es 20 Friseurläden in einem Dorf, würde sich keiner wundern, wenn welche auf der Strecke bleiben. Wie viele Bäcker verkraftet ein 500 Seelen Dorf? Das ist zwar nun etwas plakativ, aber es soll meinen Punkt verständlich machen. Es gibt eben nur eine begrenzte Zahl von Lesern, die nur eine begrenzte Zahl von Büchern lesen, und ich fürchte, diese Zahlen nehmen weiterhin ab. Parallel regt Bücherlesen das Schreiben von solchen an.

Durchsetzen wird sich wie überall nur der, der auch Durststrecken durchstehen kann und will. Ich habe allerdings auch Respekt vor diejenigen, die aufgeben und sich etwas anderes suchen. Fehler eingestehen und Selbsterkenntnis liegen nicht jedem. 

Krimis, Liebe und Mehr.

www.ilonaschmidt.com

Translations, Lektorat & Exposé Coaching

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vor 8 Stunden schrieb Dania:


Ich habe auch festgestellt, was die Autorin in dem Artikel beklagt und sie letztlich zum Aufgeben bewogen hat: Dass alle Welt mir in meine Texte reinreden wollte, hat sie nicht besser gemacht, sondern mich nur blockiert. Und weil das nicht hilft, gebe ich meine Texte jetzt lieber eigenverantwortlich heraus. Das ist sogar erfolgreicher als das, was der Verlag geschafft hat. 

In dem Artikel ging es hauptsächlich um den Rückgang der Einkünfte. Geringere Vorschüsse, weniger Prozente, aufgekündigte Verlagsverträge … was dazu führte, vom Schreiben nicht mehr leben zu können. 

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Am 14.5.2021 um 20:39 schrieb Frau Klein:

Schriftsteller = literarisch, egal mit welchem Hintergrund und kann sich mit jedem Buch ein finanzielles Desaster erlauben, Hauptsache von den Kritikern erwähnt,

Das stimmt leider so gar nicht. Schön wär's.

Mein erster Roman - allgemein als Literatur-Literatur wahrgenommen - hatte mehr als 40 Rezensionen (u.a. FAZ, WDR, TIP, Stuttgarter Zeitung etc pp) und die waren fast alle positiv bis hymnisch. Verkauft hat sich das Buch rund 400 mal. Der Verlag hat mich dann vor die Tür gesetzt. Genauer: Mein Lektor hat mich mit einem kühlen Lächeln bei einem Arbeitsessen abserviert.

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vor 56 Minuten schrieb FlorianV:

Das stimmt leider so gar nicht. Schön wär's.

Mein erster Roman - allgemein als Literatur-Literatur wahrgenommen - hatte mehr als 40 Rezensionen (u.a. FAZ, WDR, TIP, Stuttgarter Zeitung etc pp) und die waren fast alle positiv bis hymnisch. Verkauft hat sich das Buch rund 400 mal. Der Verlag hat mich dann vor die Tür gesetzt. Genauer: Mein Lektor hat mich mit einem kühlen Lächeln bei einem Arbeitsessen abserviert.

Das war und ist aber sicher nicht die Regel, Florian. Meine Bücher bei drei Kleinverlagen hatten zwar auch Feuilleton und verkauften sich höchstens 700 mal. Aber ich bekam von allen weitere Angebote für Verträge. Einer von ihnen unterstützte sogar einen anderen Kleinverlag, der Pleite zu gehen drohte. (Auch beim großen Verlag bin ich nicht wegen zwischendurch sinkenden Verkaufszahlen rausgeflogen). Ich habe Kleinverlage als äußerst engagiert und risikobereit erlebt. Und ich hoffe, dass möglichst viele von ihnen die Krise überleben werden!

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vor 3 Stunden schrieb IlonaS:

Ich sehe das pragmatischer. Warum soll der Literaturmarkt sich anders als andere Berufsmärkte verhalten? Das Angebot an Autoren und Autorinnen ist zu groß, das Angebot des Lesestoffs ist zu groß. Wären es 20 Friseurläden in einem Dorf, würde sich keiner wundern, wenn welche auf der Strecke bleiben. Wie viele Bäcker verkraftet ein 500 Seelen Dorf? Das ist zwar nun etwas plakativ, aber es soll meinen Punkt verständlich machen. Es gibt eben nur eine begrenzte Zahl von Lesern, die nur eine begrenzte Zahl von Büchern lesen, und ich fürchte, diese Zahlen nehmen weiterhin ab. Parallel regt Bücherlesen das Schreiben von solchen an.

Durchsetzen wird sich wie überall nur der, der auch Durststrecken durchstehen kann und will. Ich habe allerdings auch Respekt vor diejenigen, die aufgeben und sich etwas anderes suchen. Fehler eingestehen und Selbsterkenntnis liegen nicht jedem. 

Das ist ein sehr gutes und ehrliches Statement, Ilona!

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Am 14.5.2021 um 21:33 schrieb Christa:

Ich habe zu dem Thema einen neueren Artikel aus der Rundschau gefunden - vom März 2021. Er ist barrierefrei, und ich stelle ihn einfach mal kommentarlos ein. Deinen provokativen Einwand, Frau Klein, lasse ich ebenfalls mal stehen.;) Schriftsteller Corona-Krise

Wenn man sich diesen Artikel anschaut, wird deutlich, dass nicht die klassischen Geschichtenerzähler unter der Corona-Krise leiden - also Leute, die Unterhaltungsliteratur schreiben, die in diesen Zeiten begehrt ist - und auch nicht die ganz großen der E-Literatur-Branche, die ohnehin einen Namen haben und gekauft werden, sondern dass es sich um Nachwuchsliteraten handelt, die ohnehin nie allein vom Schreiben ihrer Bücher leben konnten. Ketzerisch gesagt: ihnen ist gar nicht das Schreiben weggebrochen, sondern ihr "Brotjob" - der auch im Unterhaltungsmarkt lag, indem sie auf Lesereise gegangen sind und dem Publikum eine andere Art der Unterhaltung in Form von Lesungen und kulturellem Austausch geboten haben. Das ist m.E. aber zu vergleichen mit anderen Entertainern, die unter der Corona-Krise leiden und nicht öffentlich auftreten können. 

Fakt ist - wer wirklich VOM Schreiben lebt, der leidet unter der Corona-Krise nicht. Es leiden jene, die von Auftritten vor Publikum etc. leben. Deshalb muss man das auch genau differenzieren. Die Leidenden sind zwar Berufsautoren, aber ihr Auskommen haben sie eben nicht durch das Schreiben selbst, sondern durch ihren "Brotjob" mit dem zahlenden Live-Publikum. 

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vor einer Stunde schrieb MelanieM:

Wenn man sich diesen Artikel anschaut, wird deutlich, dass nicht die klassischen Geschichtenerzähler unter der Corona-Krise leiden - also Leute, die Unterhaltungsliteratur schreiben, die in diesen Zeiten begehrt ist - und auch nicht die ganz großen der E-Literatur-Branche, die ohnehin einen Namen haben und gekauft werden, sondern dass es sich um Nachwuchsliteraten handelt, die ohnehin nie allein vom Schreiben ihrer Bücher leben konnten. Ketzerisch gesagt: ihnen ist gar nicht das Schreiben weggebrochen, sondern ihr "Brotjob" - der auch im Unterhaltungsmarkt lag, indem sie auf Lesereise gegangen sind und dem Publikum eine andere Art der Unterhaltung in Form von Lesungen und kulturellem Austausch geboten haben. Das ist m.E. aber zu vergleichen mit anderen Entertainern, die unter der Corona-Krise leiden und nicht öffentlich auftreten können. 

Fakt ist - wer wirklich VOM Schreiben lebt, der leidet unter der Corona-Krise nicht. Es leiden jene, die von Auftritten vor Publikum etc. leben. Deshalb muss man das auch genau differenzieren. Die Leidenden sind zwar Berufsautoren, aber ihr Auskommen haben sie eben nicht durch das Schreiben selbst, sondern durch ihren "Brotjob" mit dem zahlenden Live-Publikum. 

Das sehe ich auch so, Melanie. Wobei ich glaube, dass auch die ganz großen in der E-und U-Literatur leiden, weil durch die Schießung der Buchhandlungen sehr viel weggebrochen ist. Und alle leiden unter dem, was in dieser Diskussion deutlich wurde: Dass einfach viel mehr Leute schreiben wollen, als die schwindende Leserschaft überhaupt bewältigen könnte. Und das war schon vor zwanzig Jahren so, als zum Beispiel ich das Glück hatte, mit dem richtigen Projekt zur richtigen Zeit zum richtigen Verlag zu kommen. Ich weiß die genaue Zahl nicht mehr, aber schon damals hieß es, die Chancen zu veröffentlichen sei äußerst gering.

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vor 2 Minuten schrieb Christa:

Und alle leiden unter dem, was in dieser Diskussion deutlich wurde: Dass einfach viel mehr Leute schreiben wollen, als die schwindende Leserschaft überhaupt bewältigen könnte.

Das ist mW in allen kreativen bzw. attraktiven Berufen so, dass es viel mehr Leute machen wollen, als es Kunden dafür gibt.

Und was heißt leiden? Ist doch schön, wenn viele Leute schreiben wollen und können. Nur davon leben können dann natürlich nicht alle.

Liebe Grüße
Beate

 

Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

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vor 4 Minuten schrieb Christa:

Und das war schon vor zwanzig Jahren so, als zum Beispiel ich das Glück hatte, mit dem richtigen Projekt zur richtigen Zeit zum richtigen Verlag zu kommen. Ich weiß die genaue Zahl nicht mehr, aber schon damals hieß es, die Chancen zu veröffentlichen sei äußerst gering.

Glaub' mir, Christa, vor 20 Jahren herrschten im Vergleich zu heute für Verlage, Agenten und Autoren geradezu paradiesische Verhältnisse. (Hatten wir hier im Forum auch schon alles ausführlich durchdiskutiert.)

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vor 1 Minute schrieb Beate K.:

Das ist mW in allen kreativen bzw. attraktiven Berufen so, dass es viel mehr Leute machen wollen, als es Kunden dafür gibt.

Und was heißt leiden? Ist doch schön, wenn viele Leute schreiben wollen und können. Nur davon leben können dann natürlich nicht alle.

Liebe Grüße
Beate

 

So kann man es natürlich auch sehen.;) Es geht m.E. aber nicht nur darum, dass Schreiben ein attraktives Segment für sehr viele Menschen ist. Sondern dass die Chance, veröffentlicht und sichtbar zu werden, für Neuautoren dadurch drastisch sinkt. Davon leben können eh nur sehr wenige. 

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vor 6 Minuten schrieb Ramona:

Glaub' mir, Christa, vor 20 Jahren herrschten im Vergleich zu heute für Verlage, Agenten und Autoren geradezu paradiesische Verhältnisse. (Hatten wir hier im Forum auch schon alles ausführlich durchdiskutiert.)

Genau, das hatte ich vergessen hinzuzufügen: Das war, trotz aller Widrigkeiten, die sogenannte gute alte Zeit des Schreibens.

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