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Angelika Jo

Titelkategorien

Empfohlene Beiträge

Ich stell mir gerade selbst eine Art Kategorie von Titeln zusammen. Nicht vollkommen ins Blaue hinein, sondern als Katalog für Romane, die eine Epoche beschreiben. Sowas wie Österreichisches Kaiserreich, Biedermeier, Aufklärung, Weltkrieg I bzw. II, Postweltkriegszeitalter. Bisher bin ich auf folgende Kategorien und Titel gestoßen:

Schlagwörter für die jeweilige Gesellschaft: Schwarz und Rot; RadetzkymarschAlles, was istLichtjahre 

Soziologische oder psychologisierende Einteilung der Epoche- wie Roman beherrschenden sozialen Gruppe: Die Bauern;  Les miserablesWir sind GefangeneDie Unverhofften

Titulierungen für die herausragende Figur des Romanes: Anna Karenina; Effie BriestMadame Bovary; Der Eichmeiste

 

Eine sehr unvollständige Liste, nicht einmal was die Kategorien betrifft, bin ich mir sicher, außer, dass attributive Häufungen wie beim "Hundertjährigen, der durch irgendwas stieg usw." bei dieser Gattung nicht vorzukommen scheinen.

 

Hat jemand Lust, dran weiter zu denken?

Laudatio auf eine kaukasische Kuh. Eichborn 2021. 

Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018. Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

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Ich bin mir nicht sicher, ob ich verstehe, worauf Du hinaus willst. Das liest sich abstrakt. Aber ich würde gerne mitdenken.

 

 

 

Das Beste beim Diktieren ist, dass man Worte verwenden kann, von denen man keine Ahnung hat, wie sie geschrieben werden.

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Ortsbezeichnungen, Spielorte : Manhattan Transfer, Berlin Alexanderplatz, Der Zauberberg

Nennung des Konflikts/Ereignis: Der Zusammenbruch, Tod in Venedig (wobei das wahrscheinlich nicht ganz die Genrekategorie trifft), Vor dem Sturm

Materialangabe“: Die Aufzeichnungen des Malte Laurid Brigge, (da fehlen mir noch mehr Beispiele, habe ich gerade nicht auf dem Schirm)

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Die Romantrilogie von Klaus Kordon könnte eventuell in die zweite Kategorie passen: Die Roten Matrosen; Mit dem Rücken zur Wand; Der erste Frühling

Mir fällt nur ein Beispiel für die dritte Kategorie ein: Der Trafikant

 

 

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@MartinaA und @KarinKoch, vielen herzlichen Dank schon mal – genau nach so was habe ich gesucht. Martina, du hast sogar noch weitere Kategorien gefunden und klug benannt – das ist toll! Genau nach so etwas habe ich gesucht.

Wie du siehst, @Dagmar, so abstrakt war es gar nicht gemeint. :D

 

Wer weitere Einfälle hat – immer her damit!

Laudatio auf eine kaukasische Kuh. Eichborn 2021. 

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Danke!  Ok, ich versuchs mal. Für Kartegorie 3:

Die Fotografin. Der Fänger im Roggen. (Der Distelfink, hier habe ich Zweifel). Wir Kinder vom Bahnhof Zoo. Trümmerkind.

 Für Kategorie 1: Rolltreppe abwärts. Die Farbe Lila. Tod des Märchenprinzen. Und die Bücher von Ute Bales. "Kamilleblumen" und "Mutter Eye" im besonderen.

Bearbeitet von Dagmar

Das Beste beim Diktieren ist, dass man Worte verwenden kann, von denen man keine Ahnung hat, wie sie geschrieben werden.

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Sebastian Niedlich

Mir würde noch die Kategorie "Substantiv, das mit einer Eigenschaft verknüpft wird, die man normalerweise nicht damit verbindet" einfallen, z.B.: Der Schatten des Windes, Die Worte des Windes, Die Schwingen der Dunkelheit, Blüten der Hoffnung, Der Klang der Wälder, Die Farbe von Glück usw.

Und dann wäre da noch die Kategorie "Irgendwas Essbares mit -traum, -glück oder -liebe hinten dran"...

Wobei beide Kategorien wohl nicht deiner Vorgabe für Romane, die eine Epoche beschreiben, entspricht. Ich dachte, ich werfe es trotzdem mal in den Raum ...

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vor 48 Minuten schrieb Sebastian Niedlich:

Mir würde noch die Kategorie "Substantiv, das mit einer Eigenschaft verknüpft wird, die man normalerweise nicht damit verbindet" einfallen, z.B.: Der Schatten des Windes, Die Worte des Windes, Die Schwingen der Dunkelheit, Blüten der Hoffnung, Der Klang der Wälder, Die Farbe von Glück usw.

Und dann wäre da noch die Kategorie "Irgendwas Essbares mit -traum, -glück oder -liebe hinten dran"...

Wobei beide Kategorien wohl nicht deiner Vorgabe für Romane, die eine Epoche beschreiben, entspricht. ...

Nein, ganz und gar nicht. Das sind die klassischen Genitivattribute, die findest du in jedem Bereich. Sobald noch "Glück", "Traum", "Zauber" o.ä. mitspielen, sagen diese Begriffe überdies, dass das Buch ein eskapistisches Bedürfnis befriedigen will. Nichts gegen solche Bücher, aber Romane, die eine Epoche ins Auge fassen, stellen sich eher der Wirklichkeit, würde ich meinen.

Aus dem, was bisher zusammenkam, lässt sich, glaube ich schon sagen, dass Titel für epochale Themen vergleichsweise nüchtern klingen. "Berlin Alexanderplatz", "Radetzkymarsch", "Die Bauern" – da liest man doch schon auf dem Buchdeckel, dass auf den Seiten dahinter wenig mit dem Weichzeichner gearbeitet wurde. Dies zur Form – aber sicher gibt es dafür noch weitere Kriterien.

Um den Inhalt wäre es mir schon auch zu tun. @MartinaAs Beitrag mit "Ortsbezeichnung" und "Materialangabe" geht in die Richtung, wonach ich suche. Und auch "Der Trafikant" von @KarinKoch sagt eigentlich mehr. als es ein Name allein täte – so was wie Berufsbezeichnung, zeitgeschichtliche Einordnung inclusive.

@Dagmar, geht es bei den von dir benannten Titeln nicht eher um Einzelschicksale? Oder zumindest um das Schicksal einer Gruppe (von Outlaws – "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo")?

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Das Leitmotiv der Hauptfigur: "Die Blechtrommel", "The Green Mile", "Der laufende Berg"

Gegensätze und Absurditäten: "Die Wiege der Zukunft", "Per Anhalter durch die Galaxis", "Der Ritter, den es nicht gab"

Sagt Abraham zu Bebraham: Kann ich mal dein Cebraham?

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vor 9 Minuten schrieb DirkH:

Das Leitmotiv der Hauptfigur: "Die Blechtrommel", "The Green Mile", "Der laufende Berg"

Gegensätze und Absurditäten: "Die Wiege der Zukunft", "Per Anhalter durch die Galaxis", "Der Ritter, den es nicht gab"

Super! Danke! Leitmotiv – daran hatte ich noch gar nicht gedacht.

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Der Turm von U. Tellkamp könnte in die erste Kategorie passen.

Simplicissimus in die dritte, genauso wie Die Leiden des jungen Werthers und Aus dem Leben eines Taugenichts, Die Elenden und Buddenbrooks.

Deutschland, ein Wintermärchen kommt in Martinas Kategorie Ortsbezeichnungen

 

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"Turm", "Simplicissimus", die "Buddenbrooks" sowie die "Elenden" passen ganz sicher. Beim Simplicissimus weiß ich nicht mehr, wie es zu dieser tollen Wortschöpfung kam. Du?

Beim Werther und dem Taugenichts – geht es da um eine Epoche oder um Einzelfiguren? 

Danke fürs Denken!

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Werther bin ich mir grad nicht mehr nicht sicher, ob man das einer Epoche zuordnen kann. Ich dachte an Romantik, an dieses unglückliche Schwärmen und Verlorensein.

Und beim Taugenichts habe ich letzten Endes im Trüben gefischt und gehofft, es könnte passen. Weil ich nämlich über den Inhalt so gut wie nix weiß.

Simplicissimus- keine Ahnung wie es dazu kam.

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vor 4 Stunden schrieb KarinKoch:

Werther bin ich mir grad nicht mehr nicht sicher, ob man das einer Epoche zuordnen kann. Ich dachte an Romantik, an dieses unglückliche Schwärmen und Verlorensein.

Und beim Taugenichts habe ich letzten Endes im Trüben gefischt und gehofft, es könnte passen. Weil ich nämlich über den Inhalt so gut wie nix weiß.

Simplicissimus- keine Ahnung wie es dazu kam.

Werther gehört zur Spätromantik. Den Simplicissimus und den Taugenichts haben wir in der Schule als Schelmenromane, und alle habe ich auch später noch mal gelesen. Beim Taugenichts geht es um einen jungen Dichter, der vom Vater in die Welt hinausgeschickt wird, um sein eigenes Geld zu verdienen. Nach allerlei Wirrungen gelingt es ihm, seine Angebetete zu heiraten. Konflikt zwischen den Philistern und den romantischen Schwärmern (zu denen die Dichter gehören).

Der Simplicissimus ist "der Einfältigste", der den Dreißigjährigen Krieg schelmenhaft übersteht. Großer Roman des Barock, steht bei Wikipedia. Weiß jetzt aber nicht, wie das alles einzuordnen ist.

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vor 17 Stunden schrieb KarinKoch:

Werther bin ich mir grad nicht mehr nicht sicher, ob man das einer Epoche zuordnen kann. Ich dachte an Romantik, an dieses unglückliche Schwärmen und Verlorensein.

 

Nur um es epochenmäßig korrekt einzuordnen: "Die Leiden des jungen Werthers" gehört in die Epoche "Sturm und Drang".

Romantik als Epochenbegriff hat auch wenig mit "unglücklichem Schwärmen und Verlorensein" zu tun, hier führt der heutige Gebrauch des Begriffs in die falsche Richtung.

Aber das nur am Rande, es geht hier ja um etwas anderes.

"Stirb leise, mein Engel", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Hörst du den Tod?", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Denn morgen sind wir tot", Jugendbuch, Oetinger Verlag 2015, "Bad Boys & Little Bitches", Jugendbuch Oetinger Verlag 2017 und 2018; "Wir sind die Wahrheit", Jugendbuch Dressler Verlag 2020

"Die im Dunkeln sieht man nicht", Roman, FISCHER Scherz 2019

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Mein Fehler. Der Begriff "Epoche" kann in seiner Abstraktion ja wirklich vieles bedeuten, auch zeitliche (und inhaltlich-stilistische) Zuordnungen in der Literaturgeschichte. Ich meinte aber schon die reale Geschichte, also Zeitläufte wie den Dreißigjährigen Krieg, die österreichische Kaiserzeit, Frühkapitalismus etc. Und hatte dabei die Romane vor Augen, in denen das Zeitgeschehen mehr als ein Hintergrund ist, vor dem dann eine Liebe erblüht oder Ähnliches, sondern selbst und erklärtermaßen eine wichtige Rolle spielt. Das hätte ich vielleicht deutlicher sagen sollen. Die literaturgeschichtliche Einordnung dabei ist mir gar nicht wichtig. Natürlich wurde der "Simplicissimus" zu anderen Zeiten, mit anderer Stoßrichtung und völlig anderen stilistischen Mitteln verfasst als die "Mutter Courage". Aber im Titel gleichen sie sich ein wenig, nicht wahr? Für solche "epochalen Romane" sind zumindest ex negativo bestimmte Titel undenkbar, würde ich sagen. Z.B. Imperative oder persönliche Anreden  ("Und tschüss, ihr Lieben!") Oder die oben angesprochenen Genitivattribute ("Der Herr der Ringe"). Oder satzförmige Konstruktionen wie das mit dem Hundertjährigen etc.

Ist klar geworden, was ich meine?

Laudatio auf eine kaukasische Kuh. Eichborn 2021. 

Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018. Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

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vor 2 Stunden schrieb KarinKoch:

Wieder was dazugelernt, Andreas. Dass "Sturm und Drang" eine Epoche ist, wusste ich nicht. Vielen Dank!

Keine Ursache, Karin. War mein Studium wenigstens nicht ganz umsonst. ;)

"Stirb leise, mein Engel", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Hörst du den Tod?", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Denn morgen sind wir tot", Jugendbuch, Oetinger Verlag 2015, "Bad Boys & Little Bitches", Jugendbuch Oetinger Verlag 2017 und 2018; "Wir sind die Wahrheit", Jugendbuch Dressler Verlag 2020

"Die im Dunkeln sieht man nicht", Roman, FISCHER Scherz 2019

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