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Ramona

Ein Buch verschwindet klammheimlich vom Markt

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Ein Buch verschwindet klammheimlich vom Markt

Sind „Die 24 Gesetze der Verführung“ von Robert Greene eine Anleitung zum psychischen Missbrauch? Eine feministische Protestaktion überzeugte den Hanser- und den dtv-Verlag, das Sachbuch aus dem Programm zu nehmen. Eine Debatte wurde nicht geführt. Wer noch ein Exemplar besitzt, der kann lesen – und sich wundern.

https://bit.ly/3nNUHmk

Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)

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Mir scheint, als ob in unserer Zeit ein so symbolisches, dramatisches Ereignis wie Bücherverbrennung durch ein paar Mausklicks ersetzt werden kann. 'Klammheimlich' trifft es gut, und so verschwindet ein Buch vom deutschen Markt, weil es als gefährlich angesehen wird.

Was haben Amerikanische Gefängnisinsassen und Deutschsprachige Leser gemeinsam? Sie beide haben keinen Zugang mehr zu einigen von Robert Greene's Büchern. Denn der Deutsche Buchmarkt nicht der einzige Bereich der westlichen Welt, in dem Robert Greene's Buch verboten ist: Aus den Gefängisbibliotheken einzelner US-Bundesstaaten wie Utah und Illinois wurden seine Bücher ebenfalls entfernt, da sie als zu gefährlich angesehen werden. Nach US-Gefängnissen ist der Deutsche Buchmarkt also der nächste Bereich, aus dem ein Buch von Robert Greene gestrichen wird. Eine denkwürdige Gesellschaft, der sich die Organisatoren der Kampagne gegen Greene's Buch sowie der Verlag wahrscheinlich nicht bewusst sind. 

Bearbeitet von AlexanderW

Der größte Feind des Herzens ist die Vernunft.
-Giacomo Casanova

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Ich habe den Verleger im Interview so verstanden, dass das 25 Jahre alte Buch "Die 24 Gesetze der Verführung" 2017 stark gekürzt neu aufgelegt wurde. Durch die Kürzungen ist offensichtlich jeder Hintergrund und jede Ironie weggefallen und es blieb die Anleitung zur brutalen Unterwerfung von Frauen. Deshalb wurde es vom Markt genommen.

Sabine

Bearbeitet von SabineB
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Michael Beisteiner
Am 20.1.2021 um 11:45 schrieb SabineB:

Ich habe gestern ein Interview im Deutschlandfunk Kultur dazu gehört. Da wurde unter anderem der Hanser-Verleger Jo Lendle mit dem Vorwurf des Cancel Culture konfrontiert.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/hanser-und-dtv-nehmen-buch-vom-markt-das-ende-der-toxischen.1270.de.html?dram:article_id=491065

Sabine

Seinen Zitaten im Artikel nach zu urteilen, hat Herr Lendle sich überzeugen lassen. Das ist seine Entscheidung als Verleger. Damit möchte ich in keinster Weise sagen, dass Bücher mit diffizilem Inhalt verschwinden sollen. Nur weil Abgründiges aus den Werken verschwindet, erlischt es nicht im Menschen.  

Zuletzt erschienen: Der Tomatenrebell (wortweit, Frühjahr 2020)

                                 zwischenlandungen (Arovell)

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Beim Lesen der Beiträge hinter den Links, hatte ich das Gefühl, an meine Kindheit erinnert zu werden. Immer wenn die Welt um mich herum böse und schlimm war, schnell die Augen schließen und die Hände vor das Gesicht. Dann gab es die böse, schlimme Welt nicht mehr. Ich bin relativ schnell dahinter gekommen, dass das nur Selbstbetrug ist und das Böse und Schlimme nicht verschwindet, weil man es nicht mehr sieht. Dass man diese Verhaltensweise bis ins Erwachsenenalter beibehalten kann, halte ich für eine gewaltige Leistung.

Für mich ergibt sich die Frage, ist es besser zu wissen, wie Manipulation funktioniert, um in Falle eines Falles gewappnet zu sein oder besser unwissend zu bleiben?

Bearbeitet von Dietmar
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