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Angelika Jo

Ein langer, langer Satz. Den jeder versteht.

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Erst als ich die Stelle jemandem vorgelesen habe, ist mir aufgefallen, dass das ein einziger Satz ist. Er geht über zwanzig Zeilen und nirgendwo muss man nach einem Anschluss suchen. Nicht dass ich jetzt einen Wettbewerb zum Abfassen längstmöglicher Sätze ausrufen will (und bitte auch nicht als Anregung für Kürzungsvorschläge begreifen). Ich finde den hier einfach gelungen in seiner Syntax und auch notwendig in der Form, weil das, was er sagt, wie ein altes Gemälde wirkt, auf dem viele Details nebeneinander stehend besichtigt werden wollen und man sie alle angeschaut haben muss, bis man den Gesamtsinn begreift.

Gefunden in Josef Bierbichlers "Mittelreich" auf S. 19 (suhrkamp, Taschenbuchausgabe). Er steht da zu Beginn eines neuen Absatzes. Unmittelbar davor wurde der Bootsführer Dinewitzer vorgestellt, wie er einen Stier auf sein Boot verfrachtet.

Zitat

Und während er jetzt in den Sonnenuntergang hinein und dem lauter und lauter werdenden Glockengeläute der Klosterrieder Marienkirche entgegen seinen Kahn hinüberruderte nach Klosterried zur Lichterprozession, der Dinewitzer, darin die vier Kirchgruber Gemeinderäte mit dem Bürgermeister Müller, die kein eigenes Boot besaßen, weil sie da droben in Kirchgrub gar keines brauchten, so weit weg beim See, wie sie da oben wohnten, da beugte sich mit einem Mal der Bürgermeister Müller, der vorn allein im Bug des Bootes saß über den ihm zugekehrten Rücken des rudernden Dinewitzer, brachte seinen Mund ganz nah an dessen Ohr heran und sagte, halblaut und für die anderen unhörbar, die von Gesang und Ruderplätschern, Sonnenuntergang und Kirchenglockenläuten bis ins Hirn hinein beseelt und taub für alles andre waren – ich schaue lieber gar nicht hin, auf den Klosterrieder Kirchturm, sonst greif ich nur danach, so nah wie der zum Greifen scheint, sagte der im zweiten Boot ganz vorne stehende Pfarrer in sein lautes Vorbeten hinein und schloss die Augen ... – sagte also der Bürgermeister zum Dinewitzer: Mobilmachung is!

Effektvoller und gleichzeitig hinterlistig leiser kann man kaum sagen, dass gerade der Erste Weltkrieg ausgebrochen ist, oder?

Laudatio auf eine kaukasische Kuh. Eichborn 2021. 

Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018. Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

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Ja, das ist schon gekonnt gemacht mit den Einschüben. Ich habe selten oder vielleicht auch nie in einem Roman(?) eine so schöne Übereinstimmung von Aussage und Form gelesen.

Danke fürs Teilen, Angelika

 

Liebe Grüße
Wolf

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Michael Beisteiner

Ob man solche Sätze mag, oder nicht, Können beweisen sie allemal. (Bin auch Fan kurzer Sätze, gefallen mir stilistisch einfach besser, aufgrund der Klarheit, die man damit erzeugen kann.)

Die Gemäldehaftigkeit kann ich gut nachvollziehen, der Satz ergibt tatsächlich ein gewaltiges Bild. (Den Kriegsausbruch hätte ich ohne dein Zutun nicht erkannt. "Mobilmachung ist", ist allerdings auch ein gewaltiger Ausdruck für dieses Ereignis, in seiner Kürze. (Da wären wir wieder bei der Klarheit, erreichbar mit dem Mittel der Knappheit.)

Zuletzt erschienen: Der Tomatenrebell (wortweit, Frühjahr 2020)

                                 zwischenlandungen (Arovell)

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Es ist nicht nur ein Gemälde, dessen Einzelteile man anschauen kann, sondern auch eine Bewegung, finde ich. Dann höre ich auch ganz viel, nämlich Glockenläuten, das Plätschern der Ruder, Gesang und das Beten des Pfarrers. Das spricht die Sinne an. "Mobilmachung is" - der Weltkriegsausbruch erschließt sich mir ebenfalls nicht aus diesen Worten, sondern sicher aus dem Vorhergehenden.

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vor 1 Stunde schrieb KarinKoch:

Das ist aber wirklich Geschmackssache. Ich mag solche Schachtelsätze nicht so gerne. Was mir allerdings gut gefällt ist, dass man das bayrische Idiom direkt heraushören kann, obwohl es eigentlich erst im letzten Wort auftaucht.

Karin, deinem ersten Gedanken möchte ich widersprechen: Was der Bierbichler da auf dem Papier hat, ist zwar ein eindrucksvoll langer Satz, aber kein Schachtelsatz. Mit diesem Titel bezeichnet man Sätze, die einen äußeren Rahmen bilden, in den hinein sich weitere Sätze schichten, auf die Art wie  bei einem Scherzgeschenk sich in jeder Schachtel immer wieder eine noch kleinere findet. Bei solchen ineinander verschachtelten Sätzen ist man ständig auf der Suche nach dem Bezugswort, vor allem aber muss man lange auf das Verb warten, das den ersten Satz beendet und sinnvoll macht. (Bzw.  man muss lange auf das Verb, das den Satz beendet und sinnvoll macht, weil man im Deutschen, aus Gründen, die ich hier jetzt nicht näher erläutern werde, eine Satzklammerstruktur gebraucht, wie sie andere Sprachen gar nicht kennen, was besonders Simultan-Dolmetschern das Leben schwer macht, warten. :s22). Das besondere Charakteristikum solcher Sätze ist, dass Davontreiben des eigentlichen Gedanken, weshalb man sie auch als "Treppensätze" bezeichnet. Hier habe ich mal was dazu geschrieben.

Deine zweite Entdeckung stimmt natürlich und wenn man genau hinhört, sind es noch ein paar winzige Besonderheiten, die das Bairische hörbar machen: der Dinewitzer ... zum Dinewitzer – Artikel vor Eigennamen; Hirn statt Gehirn, greif ich statt greife ich – zumindest gesprochene Sprache ist das und Süddeutsch gewiss auch.

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vor 53 Minuten schrieb Michael Beisteiner:

Ob man solche Sätze mag, oder nicht, Können beweisen sie allemal. (Bin auch Fan kurzer Sätze, gefallen mir stilistisch einfach besser, aufgrund der Klarheit, die man damit erzeugen kann.)

Die Gemäldehaftigkeit kann ich gut nachvollziehen, der Satz ergibt tatsächlich ein gewaltiges Bild. (Den Kriegsausbruch hätte ich ohne dein Zutun nicht erkannt. "Mobilmachung ist", ist allerdings auch ein gewaltiger Ausdruck für dieses Ereignis, in seiner Kürze. (Da wären wir wieder bei der Klarheit, erreichbar mit dem Mittel der Knappheit.)

Ja. Und wird es nicht noch viel gewaltiger durch den Kontrast zu dem Vorhergehenden? Eben deswegen könnte ich für mich etwa nicht sagen, dass ich ein Fan speziell  kurzer oder längerer Sätze bin. Ebensowenig wie ich mir ein Bild wünschen würde, in dem es nur eine Farbe gibt. Rot explodiert erst so richtig schön neben Schwarz. Oder Grün Oder ... Es kommt darauf an, was der Maler erreichen will. Oder der Schriftsteller.

Dass es die Mobilmachung gerade für den ersten Weltkrieg ist, ist ohne Kontext natürlich schwer zu ersehen. Tatsächlich ist vor dieser Stelle im Buch noch keine Rede überhaupt vom Krieg, das kommt erst danach. Aber gestützt durch das Wissen darum und so noch einmal auf den Satz geschaut, finde ich etliche Details, die zur Atmosphäre kurz vor dem ersten Weltkrieg einfach passen: diese unglaubliche Gemütlichkeit, die Idylle mit den Kirchenglocken, Lichterprozession und Ruderplätschern – vollkommen frei ist das von jeder Vorstellung zu zerfetzten Menschen und Tieren, die sich bald einstellen wird. Im Gegenteil, den Menschen am See ist langweilig in ihrem Paradies – und genauso freudig erregt ziehen sie dann los ins große Abenteuer, in die "Sommerferien", wie es später im Text heißt. Und diese Backhendlgemütlichkeit der in den Booten versammelten Stützen der Gesellschaft: die Herren Gemeinderäte mit ihrem Bürgermeister, dafür zuständig, die jungen Leute in den Krieg zu schicken: der Pfarrer, der noch schnell die Waffen segnen wird und der Arbeitsmann Dinewitzer, zuständig fürs Grobe – alle da, die es im Hinterland braucht für einen großen Krieg. 

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vor 12 Minuten schrieb KarinKoch:

Gibt es denn einen Begriff für diese Art von langen Sätzen?

Syntaktisch gesehen ist das tatsächlich nichts anderes als ein Hauptsatz mit einem Nebensatz. Der Nebensatz ist vorangestellt:

Und während er ...  hinüberruderte , beugte sich der Bürgermeister Müller über den Rücken des Dinewitzer und sagte: Mobilmachung is!

Die Länge erreicht der Satz über vereinzelte Angaben (in den Sonnenuntergang hinein, dem Glockengeläute der Klosterrieder Marienkirche entgegen), Attribute, die entweder links (lauter und lauter werdenden Glockengeläute, ihm zugekehrten Rücken, rudernden Dinewitzer) oder rechts der Nomen darin stehen (die Gemeinderäte, die kein eigenes Boot besaßen,  ... die anderen, die ...  taub für alles andre waren), über den durch – – gekennzeichneten Einschub und besonders über die (übrigens der gesprochenen Sprache nahestehende) Ausklammerung am Anfang (darin die vier Kirchgruber Gemeinderäte mit ...)

Der zitierte Attributsatz zu den Gemeinderäten zieht in sich hinein noch einmal einen Nebensatz, das stimmt schon. Von Verschachtelung kann man bei solchen Konstruktionen aber nicht sprechen, die sind ausgesprochen gebräuchlich – (auch für Autoren, die normalerweise solche Kategorien nicht zu kennen brauchen [Attributsatz, erste Schachtel], weil sie schreiben wie die Vögel singen [Kausalsatz, zweite Schachtel].

Im Prinzip hat der Autor mehrere Gedanken nicht ineinander verschlungen wie beim Schachtelsatz, sondern hintereinander aufgereiht, das allerdings, indem er all sprachlichen Möglichkeiten dazu raffiniert abgewechselt hat.

A Hund is er scho, der Bierbichler! (Und nicht nur auf stilistischem Gebiet)

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Für mich ist der Satz gekonnt, und ich glaube nicht, dass das nur eine Geschmackfrage ist. Auf lange Sätze muss man sich einlassen wollen, und nicht jeder ist bereit dazu. Das ist eine Geschmacksfrage. Aber wenn ich keine langen Sätze mag und mich trotzdem mit ihm beschäftige, dann muss ich schon zugeben, dass er handwerklich gelungen ist. Er ist komponiert, was man nicht von vielen Sätzen sagen kann.

Selbstverständlich nur meine Meinung.

Wolf

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vor 54 Minuten schrieb Wolf:

Für mich ist der Satz gekonnt, und ich glaube nicht, dass das nur eine Geschmackfrage ist. Auf lange Sätze muss man sich einlassen wollen, und nicht jeder ist bereit dazu. Das ist eine Geschmacksfrage. Aber wenn ich keine langen Sätze mag und mich trotzdem mit ihm beschäftige, dann muss ich schon zugeben, dass er handwerklich gelungen ist. Er ist komponiert, was man nicht von vielen Sätzen sagen kann.

Wie gesagt, hätte ich diese Stelle nicht jemandem laut vorgelesen (da achtet man wegen der Stimmgebung ja vermehrt auf Punkt und Komma), hätte ich überhaupt nicht gemerkt, dass die zwanzig Zeilen einen einzigen Satz beherbergen.

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vor 14 Minuten schrieb AnnaW:

Angelika, was muss man denn tun, damit du endlich die ersehnte anschauliche Grammatik schreibst? Setz dich doch mal zum Bierbichler an den See, und dann geht‘s los ...

:-* Ich hatte sie ja fertig, und kein Verlag wollte sie. Dann habe ich die Grammatik dem Roman wieder aus dem Leib gefetzt und schon liefs wie geschmiert.

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Großes Kino. Hier lässt Literatur die Muskeln spielen. Mir fällt dazu Kleist ein. Der hat in seinem Essay "Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden" postuliert, dass die Idee erst kommt, während man sich äußert. Das bedeutet: Als Leser bin ich ganz dicht dran am Gedankenfluss des Autors. Da wird nichts gekürzt und putzig gemacht.  Man bekommt nichts serviert. Man erlebt den Schaffensprozess mit. 

Sagt Abraham zu Bebraham: Kann ich mal dein Cebraham?

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Boa, wer auf so was steht: Salman Rushdie "Golden House". Der erste Satz zieht sich auch über ein, zwei Seiten. Genial. Im Laufe des Buchs spielt er auch mit der Mischung von kurzen und langen Sätzen. Großes Kino...

 

www.melanagel.com

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Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich in der Hälfte aus dem Satz beinahe ausgestiegen wäre und ihn nur zu Ende gelesen habe, weil er hier als gute Beispiel dargestellt wurde.

Ja, er ist gut gemacht von der Kunst, mit Worten umzugehen. Aber in meinem persönlichen Erleben ist er trotzdem langweilig, da er mir zu langatmig. Ist. Und besonders geschickt erlebe ich das mit "Mobilmachung is" auch nicht. Aber das ist wie gesagt Geschmackssache - ich weiß, dass ich das Buch nicht lesen werde. 

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A Hund is er scho, der Bierbichler! (Und nicht nur auf stilistischem Gebiet)

Ja, Angelika, das ist er! Diese Anläufe, die er immer wieder nimmt, weil ihm dann noch was einfällt, oder viel mehr: als ob's ihm gerade erst einfiele, aber das Ganze perfekt auskomponiert ... Und ja, die Atmosphäre, die er da heraufbeschwört, und wie er sich kurz daraus zurücknimmt (er kann entscheiden, ob er länger auf den Kirchturm schaut oder nicht, er nämlich, der Erzähler, sitzt nicht im Boot, der sitzt sicher in seinem Zimmer und, obwohl man glaubt, in einer unmittelbaren Gegenwart zu sein, kann er sich zurücklehnen und solche Entscheidungen treffen und sie auch dem Leser mitteilen.) Ich kann auch nicht sagen, dass ich ein Fan kürzerer oder längerer Sätze bin, je nachdem, was erzählt werden soll und mit welchen Mitteln. Aber ich bin empfänglich für Rhythmen, egal ob Stakkato oder Marsch oder schwingend. Hier gemütlich wogend im Kahn ... während bereits eine ungeheure Woge heranrollt.

 

Mir fällt dazu Kleist ein. Der hat in seinem Essay "Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden" postuliert, dass die Idee erst kommt, während man sich äußert. Das bedeutet: Als Leser bin ich ganz dicht dran am Gedankenfluss des Autors. Da wird nichts gekürzt und putzig gemacht.  Man bekommt nichts serviert.

 

Ja, genau, diesen Eindruck vermittelt uns der Erzähler. Der ausg'schamte Hund, der! :)

Baronsky&Brendler: Liebe würde helfen  Ein Staffelroman 
Februar 21, Kampa

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vor 17 Stunden schrieb ClaudiaB:

Und ja, die Atmosphäre, die er da heraufbeschwört, und wie er sich kurz daraus zurücknimmt (er kann entscheiden, ob er länger auf den Kirchturm schaut oder nicht, er nämlich, der Erzähler, sitzt nicht im Boot, der sitzt sicher in seinem Zimmer und, obwohl man glaubt, in einer unmittelbaren Gegenwart zu sein, kann er sich zurücklehnen und solche Entscheidungen treffen und sie auch dem Leser mitteilen.) 

Generell Zustimmung, nur ist es an der Stelle, die als wörtliche Rede (wenn auch nicht durch  "-") gezeichnet ist, nicht der Erzähler, sondern der Pfarrer im Boot, der spricht.

Einen Erzähler gibt es in dem Buch gleichwohl und zwar einen, der sich als Chronist verhält und es in dieser Rolle ganz ausgezeichnet versteht, lange Zeiträume kurz zu fassen oder in eine Szene hineinzuziehen. Sehr stark auf sich aufmerksam macht dieser Erzähler nicht, an einer Stelle lässt er sich mal ein "Ich" raushängen, ansonsten wird er in einer Art Vorspiel in einer der Figuren an diese Rolle gekoppelt und auch mit einer Art Erzählauftrag (an sich selbst) ausgestattet. Das hätte es für mich nicht gebraucht, diese Seiten am Anfang wirken auch sehr wie nachträglich dran gepappt.

Im Prinzip scheißt sich dieser Erzähler ansonsten aber kaum um irgendwelche vorstellbaren Verbindlichkeiten, wechselt die Tempora und Perspektiven gerade wie es ihm (besser zur Geschichte) passt und taugt mir vom Ton wie auch vom Inhalt seiner geschichtsphilosophischen Einlassungen ganz ausgezeichnet. Wäre auch neu gewesen, dass der Bierbichler sich um irgendwas scheißt. :s22

Laudatio auf eine kaukasische Kuh. Eichborn 2021. 

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Dieser Satz ist gut konstruiert und durchaus verständlich. Ich kann verstehen, dass man dem Autor dafür Anerkennung zollt. Aber ich persönlich mag das eigentlich nicht, weder als Leser noch als Autor. Mir ist die schlichte, einfache und daher für mich klare Sprache lieber. Ich liebe nicht das Geschnörkel solcher Sätze, so interessant sie als Anschauungsmaterial auch sein mögen.

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Ulf, ich wette, du hättest beim Lesen auch nicht gemerkt, dass der Punkt so weit hinten kommt. 

Ich wollte übrigens mit diesem Posting niemanden dazu auffordern, nur speziell lange Sätze zu lieben oder gar selbst zu verfassen – da hat ja eh jeder seinen Stil gefunden und variiert den auf seine Weise und passend zur Geschichte. Im Grunde habe ich meine eigene Verblüffung ausgestellt: Da schau her – so was Langes und keine Schwierigkeiten beim Lesen und Verstehen. Die gibt es nämlich bei sehr langen Sätzen normalerweise wirklich und für alle Lesenden: die Kleinen, die nach ein paar Wörtern nichts mehr überblicken, der Lerner einer Fremdsprache der auch erst mal kleinere Häppchen schlucken muss und jeder erwachsene Muttersprachler auch, sobald eine gewisse Länge überschritten ist und die Gedanken sich in der Syntax verwickeln. Gerade das tun sie aber hier nicht. Da ist eben gar nichts verschnörkelt.

Sonst würde ich dir ja eh gleich Recht geben: Mit der Schnörklichkeit habe ich es selber nicht.

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