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Yvonne Struck

Chinesische Propaganda bei Thalia

Empfohlene Beiträge

 

Grundsätzlich steht jedem Buchhändler frei, was er in seinen Laden holt, solange es nicht verboten ist. Mir wäre es nicht wichtig, was in dem Laden steht, sondern welche Gesinnung der Händler hat. Ich würde niemals in einem "rechten" Buchladen lesen, aber schon in einem, in dem entsprechende Bücher in einem vielfältigen Sortiment vertreten sind. Wo übrigens, sollte man die Linie zwischen politisch korrekt und politisch verwerflich ziehen? Es gibt eine breite Grauzone. Es gibt z.B. eine ganze Menge religiöse Bücher, über die sich niemand aufregt, die aber ein Weltbild propagieren, das Frauenfeindlichkeit und Homophobie verbreitet. Niemand würde auf die Idee kommen, diese Bücher bannen zu wollen, zu Recht.

 

Als Werbung kennzeichnen müsste man M.E. Bücher, für die nachweislich Büchertipps gekauft wurden, nicht aber ganze Regale, denn das ist noch keine bezahlte Empfehlung und damit Werbung, sondern nur Verkaufsraum am Point of Sale. Das ist handelsüblich.

 

Ich fände es wichtig, die Medienkompetenz der Menschen zu erhöhen.

 

LG

Martin

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www.martinconrath.de

Jede Art des Schreibens ist erlaubt - nur nicht die langweilige (Voltaire)

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Ich fände es wichtig, die Medienkompetenz der Menschen zu erhöhen.

 

Diesen Satz würde ich jetzt gern liken. 

 

Ansonsten hat die Sache für mich schon ein Geschmäckle . Denn in dem Artikel wird ja beschrieben, dass es anfangs nur Bücher mit einer bestimmen Sicht auf das Land in die Regale geschafft hatten. Und zwar durch Bezahlung. Das würde ich dann schon gern als "Werbung" bezeichnet sehen, genauso, wie in jeder Zeitung über den entsprechenden Seiten, die von einem Außenstehenden gekauft und mit Inhalt gefüllt wurden, das Wort "Anzeige" stehen muss.

Bearbeitet von KerstinH
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Ich sehe es ähnlich wie Kerstin. Ich fände es besser, wenn auf die "bezahlte Kooperation" hingewiesen würde, was dem Artikel zufolge jetzt ja auch, etwas verklausuliert, der Fall ist. Dass Thalia nach der Kritik auch einen Tisch mit chinakritischen Büchern vor die Regale gestellt hat, finde ich richtig!

 

Im übrigen finde ich es gut, dass durch diesen Fall auch in der Öffentlichkeit vielleicht etwas deutlicher wird, dass große Buchhandelsketten den Regalplatz auch verkaufen und Bücher z.T. deswegen so prominent platziert sind. Insofern: Auf in die kleinen Buchhandlungen, wo die Buchhändlerin auch nach anderen Kriterien noch selbst entscheidet ;)

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Das sagt der Artikel ebenfalls. Ich - ganz persönlich - sehe trotzdem noch einen Unterschied. Das eine ist Buchwerbung, auf die natürlich auch hingewiesen werden sollte, das andere - vor allem mit der Erstausrichtung der Themen, von dem der Artikel berichtet - geht für mich in die Nähe von Propaganda. 

Bearbeitet von KerstinH
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Aber ist es bei Thalia nicht vollkommen üblich, dass gute Platzierung bezahlt werden muss?

Der Thalia-Tipp des Monats kostet ja auch Geld und niemand weist die Kundschaft darauf hin.

 

Nein, das war es früher nicht. Verlage verlegten bzw. produzierten Bücher, die Buchhändler bzw. Buchläden verkauften diese. Dafür gab und gibt es die entsprechenden Buchhändlerrabatte, die für Buchkaufhäuser natürlich höher/besser sind (bis zu 50 %), weil die nun mal weit größere Mengen einkaufen können, als kleine oder mittelständische, inhabergeführte Buchhandlungen (da liegen die Rabatte zwischen 30 - 40 %). Das große T hat sich mit zunehmender Marktmacht allerdings gewisse Vorgehensweisen und Methoden in GB bei Waterstones abgeschaut (die inzwischen pleite gegangen sind und von einem US-Riesen übernommen wurden), um da noch mehr rauszuholen und diese nach und nach in Deutschland eingeführt. Das reicht vom Stichwort "Rolltreppensanierung", über verkaufte Regalmeter und Büchertische bis hin zu verkauften Schaufenster- und Eingangsbereich-Präsentationen. (Im englischsprachigem Raum sollen da für die Platzierung einiger Bestseller bis zu einer halben Millionen Pfund gefordert worden sein.)

Bearbeitet von Ramona

Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)

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Ich fände es wichtig, die Medienkompetenz der Menschen zu erhöhen.

 

Diesen Satz würde ich jetzt gern liken. 

 

Ansonsten hat die Sache für mich schon ein Geschmäckle . Denn in dem Artikel wird ja beschrieben, dass es anfangs nur Bücher mit einer bestimmen Sicht auf das Land in die Regale geschafft hatten. Und zwar durch Bezahlung. Das würde ich dann schon gern als "Werbung" bezeichnet sehen, genauso, wie in jeder Zeitung über den entsprechenden Seiten, die von einem Außenstehenden gekauft und mit Inhalt gefüllt wurden, das Wort "Anzeige" stehen muss.

 

 

Dem kann ich mich nur anschließen.

Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)

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Hier noch ein kritischer Bericht im SPIEGEL (kann man "mit Werbung" lesen):

"Wenn die Kunden zufrieden sind, sind wir es auch."

http://https://www.spiegel.de/kultur/thalia-verteidigt-china-regal-wenn-die-kunden-zufrieden-sind-sind-wir-es-auch-a-f960e020-a0c0-444a-a937-405212200324

Bearbeitet von Christa
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So ganz am Rande wirkt es auf mich, als ob diese dicken Regale potentiell anderen 'echten' Autoren den Platz wegnehmen.

Da es sich um staatlich finanzierte Propaganda handelt, ist es dem Chinesischen Verlag ja egal, ob auch nur ein einziges Buch verkauft wird. Das Geld kommt ja vom Chinesischen Steuerzahler, nicht vom Deutschen Käufer.

Bearbeitet von AlexanderW

Der größte Feind des Herzens ist die Vernunft.
-Giacomo Casanova

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