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AndreasE

Wie soll man jetzt Romane schreiben, die in naher Zukunft spielen?

Empfohlene Beiträge

Aber was wird aus der Gegenwartsliteratur? Auch wenn keiner die Antwort weiß: Sie wird doch geschrieben werden.

 

Aber vielleicht erst ein bisschen später …  ;)

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Echt schwieriges Thema. Wenn ich an Filme denke, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass da alle realitätsgetreu mit Maske herumlaufen. Irgendwo hat man ja auch die Hoffnung, dass es mal wieder anders wird und es nur eine vorübergehende Erscheinung ist.

Man kann um all die Einschränkungen auch nur nur eingeschränkt Geschichten spinnen. Wenn ich überlege, was eigentlich selbstverständlich ist, aber derzeit einfach in meinem Leben nicht existent ist...  Es gibt von allem nur die Notlösung.

Wenn man sich auf der Zunge zergehen lässt, was man derzeit erlebt, klingt es wie Satire. Man kennt es, und doch ist es immer noch absurd.

 

Da sitzt man beim Aussuchen und Anprobieren mit Maske beim Optiker, bekommt einen Spiegel vorgehalten und muss die Luft anhalten, damit die Brille nicht beschlägt und man wenigstens kurz einschätzen kann, ob sie zum oberen Drittel des Gesichts passt.

Da kloppen sich Leute um Klopapier und setzen sich aus Protest aufs Förderband, weil sie nur eine Packung kaufen dürfen.

Leergefegte Nudelregale und alles, was noch da ist, sind Nudeln von der Marke "Die mag ich".

 

Irgendwie schon auch lustig.

 

 

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Aber was wird aus der Gegenwartsliteratur? Auch wenn keiner die Antwort weiß: Sie wird doch geschrieben werden.

 

Aber vielleicht erst ein bisschen später …  ;)

 

Eigentlich bin ich gar nicht so scharf darauf, und eigentlich können wir uns ja mit den Millionen Büchern, die es gibt und denen, die bis 2021 erscheinen werden, ganz gut behelfen. ;)

Bearbeitet von Christa
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Echt schwieriges Thema. Wenn ich an Filme denke, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass da alle realitätsgetreu mit Maske herumlaufen. Irgendwo hat man ja auch die Hoffnung, dass es mal wieder anders wird und es nur eine vorübergehende Erscheinung ist.

Man kann um all die Einschränkungen auch nur nur eingeschränkt Geschichten spinnen. Wenn ich überlege, was eigentlich selbstverständlich ist, aber derzeit einfach in meinem Leben nicht existent ist...  Es gibt von allem nur die Notlösung.

Wenn man sich auf der Zunge zergehen lässt, was man derzeit erlebt, klingt es wie Satire. Man kennt es, und doch ist es immer noch absurd.

 

Da sitzt man beim Aussuchen und Anprobieren mit Maske beim Optiker, bekommt einen Spiegel vorgehalten und muss die Luft anhalten, damit die Brille nicht beschlägt und man wenigstens kurz einschätzen kann, ob sie zum oberen Drittel des Gesichts passt.

Da kloppen sich Leute um Klopapier und setzen sich aus Protest aufs Förderband, weil sie nur eine Packung kaufen dürfen.

Leergefegte Nudelregale und alles, was noch da ist, sind Nudeln von der Marke "Die mag ich".

 

Irgendwie schon auch lustig.

 

Das mit dem Klopapier und den Nudeln ist ja inzwischen Geschichte. Selbst Masken kriegt man hinterhergeworfen. :D

Lustige Gegenwartsgeschichten dürften Konjunktur haben. Mir ist übrigens noch eine Variante eingefallen. Ich lese gerade eine sehr gute Krimiserie (von Ramona empfohlen). Die spielen bisher auf zwei Zeitebenen- zum Beispiel 2014 und 1997. Ich habe selbst schon auf zwei Zeitebenen geschrieben. Und die müssen vor 2020 spielen, denn sonst kommen die Leser ja völlig durcheinander mit den Masken und Sicherheitsabständen, einmal ja, einmal nicht. Alles andere, was nach 2021 erscheint, kann dann an den Zeitgeist angepasst werden.

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Meine Frau und ich haben uns neulich unsere Regale angeschaut und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir im Grunde überhaupt nie wieder ein Buch kaufen müssten angesichts der vielen, die noch nicht gelesen sind oder die man eigentlich auch ein zweites oder drittes Mal lesen könnte. Insofern: Klar, Bücher sind der Luxus schlechthin …

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Meine Frau und ich haben uns neulich unsere Regale angeschaut und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir im Grunde überhaupt nie wieder ein Buch kaufen müssten angesichts der vielen, die noch nicht gelesen sind oder die man eigentlich auch ein zweites oder drittes Mal lesen könnte. Insofern: Klar, Bücher sind der Luxus schlechthin …

Sag sowas nicht! Wozu schreiben wir denn sonst noch?  :-X

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Meine Frau und ich haben uns neulich unsere Regale angeschaut und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir im Grunde überhaupt nie wieder ein Buch kaufen müssten angesichts der vielen, die noch nicht gelesen sind oder die man eigentlich auch ein zweites oder drittes Mal lesen könnte. Insofern: Klar, Bücher sind der Luxus schlechthin …

Sag sowas nicht! Wozu schreiben wir denn sonst noch?  :-X

 

Ich brauche immer neue Bücher für mein Seelenheil - kein Luxus  :s01  ;D

Ab 01.01.2021 Lovelyscript-Lektorat Liebe im Mittelpunkt

 

 

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Wo ist das Problem? Wann muss man Masken tragen? Beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Muss man das extra erwähnen, wenn man jemanden einkaufen schickt? Entweder sind die Masken, bis das Buch erscheint, so normal wie der Anschnallgurt im Auto, den man auch nie erwähnt, oder aber sie sind längst vergessen. Und wo ist es sonst noch wichtig? Partys mit Freunden? Ab Juni kein großes Problem mehr. Und muss man im Restaurant ständig erwähnen, dass der Kellner die Adresse abfragt?

 

Überlegt mal, wie wenig Einschränkungen wir wirklich aktuell noch haben. Man muss nicht alles bis in Detail beschreiben.

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Meine Frau und ich haben uns neulich unsere Regale angeschaut und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir im Grunde überhaupt nie wieder ein Buch kaufen müssten angesichts der vielen, die noch nicht gelesen sind oder die man eigentlich auch ein zweites oder drittes Mal lesen könnte. Insofern: Klar, Bücher sind der Luxus schlechthin …

Sag sowas nicht! Wozu schreiben wir denn sonst noch?  :-X

 

Ich brauche immer neue Bücher für mein Seelenheil - kein Luxus  :s01  ;D

 

Ich habe heute auch mein Bücheregal inspiziert und (nicht zum ersten Mal) ein paar Exemplare rausgeräumt, die ich immer mal lesen wollte und es doch nie tun werde. Dass sie da so lange standen, war Luxus der besonderen Art. ;) Und klar, wir schreiben, weil andere Seelennahrung brauchen. Und weil wir es selber brauchen. Wenn da bloß nicht die Millionen anderen Schreiber wären, die das ebenso brauchen ... :-X

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Wo ist das Problem? Wann muss man Masken tragen? Beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Muss man das extra erwähnen, wenn man jemanden einkaufen schickt? Entweder sind die Masken, bis das Buch erscheint, so normal wie der Anschnallgurt im Auto, den man auch nie erwähnt, oder aber sie sind längst vergessen. Und wo ist es sonst noch wichtig? Partys mit Freunden? Ab Juni kein großes Problem mehr. Und muss man im Restaurant ständig erwähnen, dass der Kellner die Adresse abfragt?

 

Überlegt mal, wie wenig Einschränkungen wir wirklich aktuell noch haben. Man muss nicht alles bis in Detail beschreiben.

 

Der Teufel sitzt aber im Detail und ist ein Eichhörnchen. Wenn meine Figur zum Beispiel einfach nur schwimmen gehen will, dann schreibe ich: "Sie radelte zum Freibad und schwamm ein paar Runden." Die Leserin denkt "...äh, so schnell geht das aber nicht. Da muss sie erstmal drei Emails abwarten und dann mit dem Smartphone vorbestellen, zum Bad gehen, Kontaktdaten ausfüllen und mit Abstand ins Becken gehen. Oder es gibt gar kein Freibad mehr. Oder jemand will reisen. Wo bitte kann man 2021 problemlos hinreisen? Das Ganze ist doch etwas mehr als ein Sicherheitsgurt, der macht klack und gut is.

Bearbeitet von Christa
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Ich sehe es, ehrlich gesagt, auch nicht so problematisch. Ich glaube nicht, dass man Liebesromane oder Krimis so dermaßen an die Realität anpassen muss - wenn es nicht gerade Politkrimis sind, die sich auf ein ganz bestimmtes Ereignis beziehen. Ansonsten ist es doch egal, ob die Leiche 2018 oder 2020 aus dem Moor gezogen wird, man erwähnt einfach gar kein Datum.

 

Man sollte vielleicht nur aufpassen, dass man keine Lieder oder Filme verarbeitet, die erst 2020 entstanden sind, aber ansonsten? "Im Zeitalter des Internets" - das sind ja nun auch schon wieder dreißig Jahre, in denen man sich bewegen kann. Und beim Handy muss man nicht unbedingt die Version erwähnen.

 

Die Leserin denkt sich wahrscheinlich nur: Was hatten die es gut damals, als man noch einfach ins Freibad radeln konnte. Ob das nun 2019 oder 2015 war, das wird die Geschichte nicht beeinträchtigen. Warum willst du sie unbedingt nach 2020 verlagern und dann Masken einbauen?

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Ich habe auch relativ lange über dieses Thema nachgedacht. Mein Liebesroman wird im Sommer 2021 erscheinen - mit dem Abgabetermin im Herbst 2020 habe ich genau dasselbe Problem (und überlege tatsächlich, ihn auf 2019 zurückzudatieren)... Für mein Genre habe ich nicht wirklich eine Wahl: Wer will in einem fröhlichen Urlaubsroman die bedrückende Corona-Situation haben, dazu eine Hauptfigur, die sich in das verliebt, was oben aus der Maske herausguckt, und dann ein paarmal überlegt, bevor sie ihrem Flirt zum ersten Mal die Hand schüttelt...

Zwar stimmt es schon, dass man sich bei vielen Szenen Maske und Abstand einfach dazudenken könnte, wenn man vage genug bleibt, aber ich sehe da ehrlich gesagt noch ein anderes Problem, wenn ein Roman tatsächlich 2020 spielen müsste. Ist nicht auch eine völlig verschwiegene Corona-Krise in gewisser Weise ein Statement? Vielleicht denke ich da jetzt viel zu weit, aber irgendwie muss ich gestehen, dass ich ein schlechtes Gefühl dabei hätte, für 2020 Corona völlig unkommentiert zu lassen. Angesichts der Tatsache, dass es da draußen doch leider viele Corona-Leugner gibt, stellt sich mir dann doch die Frage, ob ich da unbewusst ein Zeichen setze, das ich definitiv vermeiden möchte...

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Wo ist das Problem? Wann muss man Masken tragen? Beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Muss man das extra erwähnen, wenn man jemanden einkaufen schickt? Entweder sind die Masken, bis das Buch erscheint, so normal wie der Anschnallgurt im Auto, den man auch nie erwähnt, oder aber sie sind längst vergessen. Und wo ist es sonst noch wichtig? Partys mit Freunden? Ab Juni kein großes Problem mehr. Und muss man im Restaurant ständig erwähnen, dass der Kellner die Adresse abfragt?

 

Überlegt mal, wie wenig Einschränkungen wir wirklich aktuell noch haben. Man muss nicht alles bis in Detail beschreiben.

 

Der Teufel sitzt aber im Detail und ist ein Eichhörnchen. Wenn meine Figur zum Beispiel einfach nur schwimmen gehen will, dann schreibe ich: "Sie radelte zum Freibad und schwamm ein paar Runden." Die Leserin denkt "...äh, so schnell geht das aber nicht. Da muss sie erstmal drei Emails abwarten und dann mit dem Smartphone vorbestellen, zum Bad gehen, Kontaktdaten ausfüllen und mit Abstand ins Becken gehen. Oder es gibt gar kein Freibad mehr. Oder jemand will reisen. Wo bitte kann man 2021 problemlos hinreisen? Das Ganze ist doch etwas mehr als ein Sicherheitsgurt, der macht klack und gut is.

 

Ich denke schon, dass wir es so hinkriegen, wie Melanie schreibt - mit der (begründeten?) Hoffnung, dass es sich zumindest auf diesem Level, das wir heute haben, einpendelt. Dein Beispiel mit den Bädern, Christa, das wird ja überall unterschiedlich gehandhabt. Wenn es also keine Rolle spielt für die Handlung, dass es das Bad xy ist, kann man das vernachlässigen. Ebenso das Maskenthema. Wenn ich oben geschrieben hab, dass Mycroft eine maßgeschneiderte hat, dann ist das eben etwas, was ich genauso in die Figurenbeschreibung einfließen lasse, um ihn zu charakterisieren, aber nicht das Maskenthema. Reisen - tja - sollte man vielleicht erst einmal unterlassen ;D

Bearbeitet von BeateB

www.beatebaum.de

Aktuell: Dresden rechts außen - Ein Kirsten-Bertram-Krimi  -  Amazon  -  BOD  -  Thalia

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Ich bin jedenfalls froh, dass ich mich, als es darum ging, den Roman für Herbst 2020 zu schreiben, für eine Geschichte entschieden habe, die in ferner, ferner Zukunft auf einem fernen, fernen Planeten spielt …

Ich habe mich über deine Themenwahl gefreut, Andreas! Dein Roman steht längst auf meiner Wunschliste.

 

Vielleicht ist auch gerade wegen der Krise das Bedürfnis groß, sich mal weit weg zu bewegen. Zumindest mir geht es so.

Trailer zum neuen Roman. Unglaublich, aber wahr! Wie der Hochstapler Franz Tausend in den 1920er Jahren die Republik zum Narren hielt.

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Für mich steht weniger die Frage wie, sondern viel mehr über was sollte man schreiben, wenn es im Jahr 2020 handelt. Danach kann man sich über das Wie entscheiden. Ich sehe das wie Melanie, wo und was sind aktuell Einschränkungen? Muss die Handlung zwingend in den Supermarkt oder zum Frisör verlegt werden?

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Die Leserin denkt sich wahrscheinlich nur: Was hatten die es gut damals, als man noch einfach ins Freibad radeln konnte. Ob das nun 2019 oder 2015 war, das wird die Geschichte nicht beeinträchtigen. Warum willst du sie unbedingt nach 2020 verlagern und dann Masken einbauen?

 

Darauf könnte es hinauslaufen. Ich denke ja jetzt schon an viele Situationen, die bisher so einfach und sorglos waren. 2020 kann mein Roman nicht spielen, das sehe ich wie Sabrina. Man könnte die Zeitangaben einfach weglassen. Funktioniert aber nicht, wenn die Vergangenheitsgeschichte 15Jahre zurückliegt. Also spielte die nun 2004 oder 2005? Wie Sabrina denke ich, dass man es grundsätzlich nicht unter den Tisch kehren kann. 

 

@Beate: Dein Mycroft mit der maßgeschneiderten Maske ist ein gutes Beispiel dafür, wie man es machen kann. Also personenbezogen. Natürlich werden die Maßnahmen überall anders gehandhabt. Hier bei uns werden jetzt Badeseen gesperrt, weil sich die Leute drängeln wie in Vor-Coronazeiten. An einigen darf man zwar tauchen, aber nicht schwimmen. Dagegen gibt es an Nord-und Ostsee wohl kaum Probleme. Gerade Regionalkrimis und überhaupt alle Krimis und Romane sind ja irgendwo verortet. Dann müsste man die jetzige Situation als Grundlage nehmen und zum Beispiel mehr recherchieren, wenn der Roman in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen spielt. Romane, die in Frankreich, Italien, Großbritannien oder den USA spielen, sind noch mal ganz andere Kaliber wie auch das Reisen selbst. Supermarkt und Frisör sind für keine Handlung wichtig. Aber das Gesamtumfeld.

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Wo ist das Problem? Wann muss man Masken tragen? Beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Muss man das extra erwähnen, wenn man jemanden einkaufen schickt? Entweder sind die Masken, bis das Buch erscheint, so normal wie der Anschnallgurt im Auto, den man auch nie erwähnt, oder aber sie sind längst vergessen. Und wo ist es sonst noch wichtig? Partys mit Freunden? Ab Juni kein großes Problem mehr. Und muss man im Restaurant ständig erwähnen, dass der Kellner die Adresse abfragt?

 

Überlegt mal, wie wenig Einschränkungen wir wirklich aktuell noch haben. Man muss nicht alles bis in Detail beschreiben.

 

Der Teufel sitzt aber im Detail und ist ein Eichhörnchen. Wenn meine Figur zum Beispiel einfach nur schwimmen gehen will, dann schreibe ich: "Sie radelte zum Freibad und schwamm ein paar Runden." Die Leserin denkt "...äh, so schnell geht das aber nicht. Da muss sie erstmal drei Emails abwarten und dann mit dem Smartphone vorbestellen, zum Bad gehen, Kontaktdaten ausfüllen und mit Abstand ins Becken gehen. Oder es gibt gar kein Freibad mehr. Oder jemand will reisen. Wo bitte kann man 2021 problemlos hinreisen? Das Ganze ist doch etwas mehr als ein Sicherheitsgurt, der macht klack und gut is.

 

 

Mal ganz ehrlich - will man diese Details in einem Romane lesen? Sind sie notwendig?

 

Ich habe die zwei Wochen nach Pfingsten an der Ostsee verbracht. Das einzige, was anders war als sonst, waren Hinweisschilder hinsichtlich Abstandhalten und Maskenpflicht in den Geschäften. Und dass man im Lokal seine Adresse hinterlassen musste. Sonst war alles identisch.

 

Und zum Thema, ob es legitim ist, die Krise im Buch zu übergehen - natürlich ist es das je nach Genre. In einem heiteren Urlaubsroman wollen die Leute das nicht ständig serviert kriegen. Wer auf Corona-Roman scharf ist, wird die schon finden, aber die sollten dann auch die Krise zum Thema machen. Wer aber ganz normale Liebesromane lesen will, den interessiert doch nicht, ob die Leute mit Maske ins Geschäft gehen. Es nervt doch sogar viel mehr beim Lesen, wenn man mit solchen Details dann abgelenkt wird.

 

Die Kunst besteht darin, sich zu überlegen, was für das Genre gebraucht wird. Wenn Corona eine Rolle spielen soll, ist es okay und wenn nicht, dann auch - und das kann man elegant weglassen, wenn man nicht jede Einzelheit stinklangweilig beschreibt. Oder beschreibt ihr sonst, welche Farbe die Eintrittskarte vom Kino oder Freibad hat? Und wenn Freibäder geschlossen sind, lässt man die Helden eben an einen einsamen Badesee radeln. 

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Wo ist das Problem? Wann muss man Masken tragen? Beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Muss man das extra erwähnen, wenn man jemanden einkaufen schickt? Entweder sind die Masken, bis das Buch erscheint, so normal wie der Anschnallgurt im Auto, den man auch nie erwähnt, oder aber sie sind längst vergessen. Und wo ist es sonst noch wichtig? Partys mit Freunden? Ab Juni kein großes Problem mehr. Und muss man im Restaurant ständig erwähnen, dass der Kellner die Adresse abfragt?

 

Überlegt mal, wie wenig Einschränkungen wir wirklich aktuell noch haben. Man muss nicht alles bis in Detail beschreiben.

 

Ja, man muss nicht alles im Detail beschreiben, aber man muss es doch im Detail vor Augen haben beim Schreiben. Ich jedenfalls muss das. Und das überträgt sich auf den Text. Dann zupft halt mal einer an der Maske. Auf jeden Fall verhäl man sich anders, je nachdem, ob man eine Maske trägt oder nicht. Hier in Frankreich hat man aufgehört, sich zur Begrüßung auf die Wange zu küssen. Stattdessen steht man anderthalb Meter voneinander entfernt.

 

Klar kann man so schreiben, dass das alles unerwähnt bleibt. Ob die Leute einander sehen oder nur halb. Ob sie einander berühren oder auf Abstand bleiben. Aber was beschreibt man dann noch? Entstehen dann nicht Szenen, die so neutral sind, dass sie nichts mehr aussagen?

 

Und lieber keinen Besuch im Kino, weil man nicht weiß, ob's die in zwei Jahren noch geben wird. Und auch nicht in die knallvolle Bar, die so beliebt ist, weil man zwangsläufig auf Tuchfühlung kommt. Die Protagonisten aber auch kein Home Office machen lassen, weil, vielleicht ist das ja der alte Hut in zwei Jahren. Sie keine trockenen Augen kriegen lassen von zu viel Videokonferenzen. Ihnen nicht die Decke auf den Kopf fallen lassen davon. Am besten ihren Job überhaupt nicht erwähnen. Aber was dann?

 

Ich glaube nicht, dass das der Weg ist. Eine Geschichte zu schreiben, die definitiv 2022 spielt, sie aber so zu schreiben, dass sie in keinem Fall anachronistisch wirkt, egal ob Covid bis dahin vergessen oder nach wie vor akut ist – das kommt mir vor, als schriebe man eine Reisegeschichte, der man nicht anmerkt, ob sie in Shanghai oder auf Grönland spielt.

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Wo ist das Problem? Wann muss man Masken tragen? Beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Muss man das extra erwähnen, wenn man jemanden einkaufen schickt? Entweder sind die Masken, bis das Buch erscheint, so normal wie der Anschnallgurt im Auto, den man auch nie erwähnt, oder aber sie sind längst vergessen. Und wo ist es sonst noch wichtig? Partys mit Freunden? Ab Juni kein großes Problem mehr. Und muss man im Restaurant ständig erwähnen, dass der Kellner die Adresse abfragt?

 

Überlegt mal, wie wenig Einschränkungen wir wirklich aktuell noch haben. Man muss nicht alles bis in Detail beschreiben.

 

Ich glaube nicht, dass das der Weg ist. Eine Geschichte zu schreiben, die definitiv 2022 spielt, sie aber so zu schreiben, dass sie in keinem Fall anachronistisch wirkt, egal ob Covid bis dahin vergessen oder nach wie vor akut ist – das kommt mir vor, als schriebe man eine Reisegeschichte, der man nicht anmerkt, ob sie in Shanghai oder auf Grönland spielt.

 

Das ist genau das, was ich die ganze Zeit denke. Die Geschichten werden blutleer.

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Klar kann man so schreiben, dass das alles unerwähnt bleibt. Ob die Leute einander sehen oder nur halb. Ob sie einander berühren oder auf Abstand bleiben. Aber was beschreibt man dann noch? Entstehen dann nicht Szenen, die so neutral sind, dass sie nichts mehr aussagen?

Ich glaube nicht, dass das der Weg ist. Eine Geschichte zu schreiben, die definitiv 2022 spielt, sie aber so zu schreiben, dass sie in keinem Fall anachronistisch wirkt, egal ob Covid bis dahin vergessen oder nach wie vor akut ist – das kommt mir vor, als schriebe man eine Reisegeschichte, der man nicht anmerkt, ob sie in Shanghai oder auf Grönland spielt.

Dann frage ich mich, wie du NSA schreiben konntest? Es wirkt schon anachronistisch (und beängstigend), dass es zur NS-Zeit die IT-Technik von heute gegeben hat. Ich kenne aber keinen, der deswegen nicht weiterlesen würde. Was wäre, wenn..., für mich ein fiktionaler Ansatz. Was hindert einen Autor daran, in einer Handlung im Jahr 2020 Corona einfach wegzulassen? Es soll ja Fiktion, keine Sach- oder Fachbuch, sein.

Ich bin der Meinung, nur weil Corona so unmittelbar ist, können wir uns nicht vorstellen, sie einfach wegzulassen.

Bearbeitet von Dietmar
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Klar kann man so schreiben, dass das alles unerwähnt bleibt. Ob die Leute einander sehen oder nur halb. Ob sie einander berühren oder auf Abstand bleiben. Aber was beschreibt man dann noch? Entstehen dann nicht Szenen, die so neutral sind, dass sie nichts mehr aussagen?

Ich glaube nicht, dass das der Weg ist. Eine Geschichte zu schreiben, die definitiv 2022 spielt, sie aber so zu schreiben, dass sie in keinem Fall anachronistisch wirkt, egal ob Covid bis dahin vergessen oder nach wie vor akut ist – das kommt mir vor, als schriebe man eine Reisegeschichte, der man nicht anmerkt, ob sie in Shanghai oder auf Grönland spielt.

 

Ich bin der Meinung, nur weil Corona so unmittelbar ist, können wir uns nicht vorstellen, sie einfach wegzulassen.

 

Das ist der Knackpunkt. NSA ist eine Geschichte aus dem "Was wäre (gewesen,) wenn" geboren. Aber einen Roman über 2020, 2021, 2022 zu lesen, der aus dem "Was wäre, wenn Corona überhaupt nicht stattgefunden hätte" gespeist wird, ist anachronistisch und geradezu verlogen. Und ich glaube, dass selbst die Liebes-und heiteren Urlaubsromane sich diesbezüglich ändern werden-ohne dass es sie ihrer Heiterkeit berauben müsste.

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Wo ist das Problem? Wann muss man Masken tragen? Beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Muss man das extra erwähnen, wenn man jemanden einkaufen schickt? Entweder sind die Masken, bis das Buch erscheint, so normal wie der Anschnallgurt im Auto, den man auch nie erwähnt, oder aber sie sind längst vergessen. Und wo ist es sonst noch wichtig? Partys mit Freunden? Ab Juni kein großes Problem mehr. Und muss man im Restaurant ständig erwähnen, dass der Kellner die Adresse abfragt?

 

Überlegt mal, wie wenig Einschränkungen wir wirklich aktuell noch haben. Man muss nicht alles bis in Detail beschreiben.

 

Ja, man muss nicht alles im Detail beschreiben, aber man muss es doch im Detail vor Augen haben beim Schreiben. Ich jedenfalls muss das. Und das überträgt sich auf den Text. Dann zupft halt mal einer an der Maske. Auf jeden Fall verhäl man sich anders, je nachdem, ob man eine Maske trägt oder nicht. Hier in Frankreich hat man aufgehört, sich zur Begrüßung auf die Wange zu küssen. Stattdessen steht man anderthalb Meter voneinander entfernt.

 

Klar kann man so schreiben, dass das alles unerwähnt bleibt. Ob die Leute einander sehen oder nur halb. Ob sie einander berühren oder auf Abstand bleiben. Aber was beschreibt man dann noch? Entstehen dann nicht Szenen, die so neutral sind, dass sie nichts mehr aussagen?

 

Und lieber keinen Besuch im Kino, weil man nicht weiß, ob's die in zwei Jahren noch geben wird. Und auch nicht in die knallvolle Bar, die so beliebt ist, weil man zwangsläufig auf Tuchfühlung kommt. Die Protagonisten aber auch kein Home Office machen lassen, weil, vielleicht ist das ja der alte Hut in zwei Jahren. Sie keine trockenen Augen kriegen lassen von zu viel Videokonferenzen. Ihnen nicht die Decke auf den Kopf fallen lassen davon. Am besten ihren Job überhaupt nicht erwähnen. Aber was dann?

 

Ich glaube nicht, dass das der Weg ist. Eine Geschichte zu schreiben, die definitiv 2022 spielt, sie aber so zu schreiben, dass sie in keinem Fall anachronistisch wirkt, egal ob Covid bis dahin vergessen oder nach wie vor akut ist – das kommt mir vor, als schriebe man eine Reisegeschichte, der man nicht anmerkt, ob sie in Shanghai oder auf Grönland spielt.

 

Im April sagte Frank Schätzing etwas dazu in einem Spiegelinterview. Nicht konkret auf die Romane bezogen, aber auf die Zukunft. Man solle sich nicht auf Prognosen verlassen, sondern Szenarien durchspielen. Das Interview im Spiegel ist kostenpflichtig. Hier sind ein paar Zitate.

http://https://www.turi2.de/aktuell/zitat-bestseller-autor-frank-schaetzing-denkt-in-szenarien/

 

"Fiktionale Katastrophen dauern ein paar Lesestunden, und der Autor kennt das Ende. Die Realität ist ein Stresstest ungewisser Dauer mit ungewissem Ausgang."

Bearbeitet von Christa
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Wo ist das Problem? Wann muss man Masken tragen? Beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Muss man das extra erwähnen, wenn man jemanden einkaufen schickt? Entweder sind die Masken, bis das Buch erscheint, so normal wie der Anschnallgurt im Auto, den man auch nie erwähnt, oder aber sie sind längst vergessen. Und wo ist es sonst noch wichtig? Partys mit Freunden? Ab Juni kein großes Problem mehr. Und muss man im Restaurant ständig erwähnen, dass der Kellner die Adresse abfragt?

 

Überlegt mal, wie wenig Einschränkungen wir wirklich aktuell noch haben. Man muss nicht alles bis in Detail beschreiben.

Der Teufel sitzt aber im Detail und ist ein Eichhörnchen. Wenn meine Figur zum Beispiel einfach nur schwimmen gehen will, dann schreibe ich: "Sie radelte zum Freibad und schwamm ein paar Runden." Die Leserin denkt "...äh, so schnell geht das aber nicht. Da muss sie erstmal drei Emails abwarten und dann mit dem Smartphone vorbestellen, zum Bad gehen, Kontaktdaten ausfüllen und mit Abstand ins Becken gehen. Oder es gibt gar kein Freibad mehr. Oder jemand will reisen. Wo bitte kann man 2021 problemlos hinreisen? Das Ganze ist doch etwas mehr als ein Sicherheitsgurt, der macht klack und gut is.
"Sie reservierte übers Internet einen Liegeplatz, radelte zum Freibad und schwamm ein paar Runden."

Gar nicht so kompliziert.

Bearbeitet von MaschaV
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Klar kann man so schreiben, dass das alles unerwähnt bleibt. Ob die Leute einander sehen oder nur halb. Ob sie einander berühren oder auf Abstand bleiben. Aber was beschreibt man dann noch? Entstehen dann nicht Szenen, die so neutral sind, dass sie nichts mehr aussagen?

Ich glaube nicht, dass das der Weg ist. Eine Geschichte zu schreiben, die definitiv 2022 spielt, sie aber so zu schreiben, dass sie in keinem Fall anachronistisch wirkt, egal ob Covid bis dahin vergessen oder nach wie vor akut ist – das kommt mir vor, als schriebe man eine Reisegeschichte, der man nicht anmerkt, ob sie in Shanghai oder auf Grönland spielt.

Dann frage ich mich, wie du NSA schreiben konntest? Es wirkt schon anachronistisch (und beängstigend), dass es zur NS-Zeit die IT-Technik von heute gegeben hat. Ich kenne aber keinen, der deswegen nicht weiterlesen würde. Was wäre, wenn..., für mich ein fiktionaler Ansatz. Was hindert einen Autor daran, in einer Handlung im Jahr 2020 Corona einfach wegzulassen? Es soll ja Fiktion, keine Sach- oder Fachbuch, sein.

 

Das ist aber jetzt was völlig anderes. In NSA ist der Anachronismus das Stilmittel; die Wirkung besteht darin, dass man unwillkürlich die gelesene mit der tatsächlichen Geschichte vergleicht. Das heißt, die Aufmerksamkeit liegt auf dem Anachronismus, und genau das war beabsichtigt.

 

Aber mir geht es gerade um das genaue Gegenteil: Angenommen, man wollte einen Roman über ein völlig anderes, aber thematisch eben mit der nahen Zukunft verbundenes Thema schreiben (sagen wir: großes Bienensterben … oder Thema Klima … oder Verschwörung in der e-Auto-Fabrik … irgend so etwas), dann würde man gerade nicht wollen, dass die Leser durch den Aspekt Corona davon abgelenkt werden. Weil, wenn sich das Buch in 2 Jahren liest, als spiele es in einer Parallelwelt, dann kann man auch die Schultern zucken und denken, "ach ja, das mit den Bienen …"

 

Es ist ein bisschen so, als wäre die Mauer nicht 1989 gefallen, sondern erst vor 3 Monaten, und als sei gegenwärtig noch völlig unklar, ob es zu einer Wiedervereinigung kommt oder ob die DDR als eigenständiger Staat bestehen bleibt – und nun soll man einen Roman schreiben, der 2025 in Berlin spielt …

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