Zum Inhalt springen
CarinaR

Die Sache mit dem Show und dem Tell

Empfohlene Beiträge

Am 19.12.2022 um 07:57 schrieb SusanneGa:

 Vielleicht war während der vergangenen Jahre einfach ein Bedürfnis beim Publikum da, sich in Beschreibungen zu verkriechen und sich über schöne "gemalte" Sprachbilder zu freuen, weil es im Alltag schon anstrengend genug war? So erkläre ich mir das zumindest für mich. 

Damit bringst du mich auf einen interessanten Gedanken. Es gibt in der Literatur wohl zwei Sprachebenen:

1) Die Information, die sich der Leser merken soll. Sie dient dazu, später folgende Dinge in einen Kontext zu setzen.

2) Der momentane Eindruck. ZB Sprachbilder, die während des Lesens genossen werden, aber vergessen werden können

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 8 Minuten schrieb HenningS:

Damit bringst du mich auf einen interessanten Gedanken. Es gibt in der Literatur wohl zwei Sprachebenen:

1) Die Information, die sich der Leser merken soll. Sie dient dazu, später folgende Dinge in einen Kontext zu setzen.

2) Der momentane Eindruck. ZB Sprachbilder, die während des Lesens genossen werden, aber vergessen werden können

Ja, da hast du absolut recht. Ich stehe total auf dieses "Genusslesen" mit viel Firlefanz, bei dem man so richtig eingehüllt wird durch schöne Formulierungen oder Sprachwitz oder Stimmungen. Aber ich glaube, da gehöre ich nicht unbedingt zur großen Mehrheit. Ich schwärme manchmal von Büchern, mit denen andere nicht viel anfangen können. Ein Beispiel für ein Jugendbuch, das auch mit so toller Sprache besticht, ist zum Beispiel "In geheimer Mission" von Fritz Mühlenweg. Ein großartiger Roman, der einen zum einen in eine ganz andere Welt (China, Mongolei) entführt und der zum anderen mit wundervollen Redewendungen und Sprachbildern vollgepackt ist - für mich persönlich ein Hochgenuss :-) 

Bearbeitet von SusanneGa
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 1 Minute schrieb SusanneGa:

Ja, da hast du absolut recht. Ich stehe total auf dieses "Genusslesen" mit viel Firlefanz, bei dem man so richtig eingehüllt wird durch schöne Formulierungen oder Sprachwitz oder Stimmungen. Aber ich glaube, da gehöre ich nicht unbedingt zur großen Mehrheit. Ich schwärme manchmal von Büchern, mit denen andere nicht viel anfangen können.

Das ist ja das Wunderbare an der Kunst. Dass jeder etwas für sich Passendes darin finden kann. Es freut einen natürlich, wenn andere Menschen die gleiche Kunst gut finden. Aber wichtig ist erstmal, dass du etwas hast, was du genießen kannst :)

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 1 Stunde schrieb HenningS:

Das ist ja das Wunderbare an der Kunst. Dass jeder etwas für sich Passendes darin finden kann. Es freut einen natürlich, wenn andere Menschen die gleiche Kunst gut finden. Aber wichtig ist erstmal, dass du etwas hast, was du genießen kannst :)

Das stimmt - ich genieße das auch so sehr, weil ich dieses ausufernde Erzählen mit so tollen Sprachbildern nicht kann. Umso schöner, wenn andere das so spitze machen :-)

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 58 Minuten schrieb SusanneGa:

 weil ich dieses ausufernde Erzählen mit so tollen Sprachbildern nicht kann.

Doch das kannst du

Ich unterrichte seit Jahren Kreatives Schreiben. Für die Übung "Steal like an artist" legte ich den Teilnehmenden eine halbseitige Regenbeschreibung von Ray Bradbury vor. Die Aufgabe war, das Wort Regen und die zugehörigen Adjektive und Verben durch welche aus anderen Naturphänomenen zu ersetzen. ZB Sturm, Schnee, Gewitter etc

Übertragen auf dich und die Sprachbilder bedeutet das: Nimm ein Sprachbild, das du liebst und ersetze einzelne Worte durch andere. Schau, wie dann die Wirkung auf dich ist. Wird das Bild schwächer, stärker? Warum ändert sich die Wirkung (für dich). Wenn du das tust, wirst du nach und nach immer mehr Gefühl für Sprachbilder entwickeln. Es ist wie bei Gitarristen, die die Melodien und Riffs eines bewunderten Gitarrenstars nachspielen, sich aber dann mehr und mehr davon lösen.

Von Picasso stammt sinngemäß das Zitat: Amateure lassen sich inspirieren, Profis stehlen ... :)

In untenstehendem Video erzählt der Künstler Austin Kleon, wie er erkannte, dass es eine seiner künstlerischen Ideen schon Jahre zuvor von einem anderen Künstler gab -- und nicht nur das, weitere Jahre zuvor sogar noch von einem dritten ...

 

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Bitte melde Dich an, um einen Kommentar abzugeben

Du kannst nach der Anmeldung einen Kommentar hinterlassen



Jetzt anmelden


×
×
  • Neu erstellen...