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Olaf

Ist Quote die neue Zensur?

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Künstler und Künste zu fördern, die sich nicht selber tragen, ist ein Luxus.

 

Eine Gesellschaft ist dann reich, wenn sie sich Luxus leisten kann.

 

Das klingt gut, und im ersten Moment dachte ich, es würde die Diskussion genau auf den Punkt bringen. 

 

Nach einigem Grübeln bin ich aber der Ansicht, dass Kunst kein Luxus ist, sondern eine Notwendigkeit. 

 

Kunst ist das Experimentallabor des Geistes und der Gesellschaft. Bleiben wir mal bei der Literatur. Beim Schreiben und Lesen begeben wir uns in nicht reale Welten. Egal, ob es sich um politische Visionen wie Orwells 1984 handelt oder um banale Fantasien wie Landarztromane. Wir spielen immer mit dem Gedanken Was-wäre-wenn – und überprüfen damit Szenarien aus einer geschützten Situation heraus. 

 

Diese Geistesexperimente erlauben es uns festzulegen, wie wir leben wollen und welche Gesellschaft und Entwicklungen wir wünschen. Ich selbst lese gerne Thriller, bin mir aber sicher, dass ich keinesfalls solch einen selbst erleben möchte, eben weil ich aus den Büchern weiß, wie stressig und gefährlich das für die Figuren ist. 

 

Wer selbst über hinreichend Fantasie verfügt, kann derartige Gedankenspielchen teilweise alleine durchführen. Aber erstens ist die kollektive Fantasie zwangsläufig größer als die individuelle (denn die geht ja in die Gesamtheit ein), und zweitens wissen wir von den Fragen unserer Leser, wie wir denn immer auf die Ideen kämen, dass leider nicht jeder das gleiche Maß an Vorstellungskraft besitzt. 

 

Kunst bietet also jedem, der sich darauf einlässt, die Möglichkeit, andere Welten, andere Lebensweisen und andere Strukturen zu erfahren. Und das halte ich für ein wichtiges Fundament einer funktionierenden, gesunden Gesellschaft. So gesehen ist Kunst kein Luxus, sondern Notwendigkeit.

Olaf Fritsche 

www.seitenrascheln.de

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Ich habe auch nicht gesagt, dass Kunst ein Luxus ist, sondern, Kunst zu fördern, die sich nicht selber trägt.

 

Derlei zu machen, während Leute verhungern, wäre unmoralisch. Man muss es sich leisten können als Gesellschaft.

 

Aber man kann es umdrehen: Jemand, der in einem Land wie Deutschland sagt, "Kunst zu fördern können wir uns nicht leisten", erklärt damit: "Wir sind arm."

 

Die schwierige Frage ist eher die konkrete: Welche Kunst soll man fördern? Und wie fördert man, ohne die Kunstfreiheit einzuschränken? (Würde es noch Kritik an der Regierung geben, wenn alle Schriftsteller subventioniert = existenziell vom Staat abhängig wären?)

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Ich habe auch nicht gesagt, dass Kunst ein Luxus ist, sondern, Kunst zu fördern, die sich nicht selber trägt.

 

Ah, da habe ich nicht richtig gelesen. 

 

Mir hat mein Missverständnis trotzdem etwas gebracht, weil ich darüber nachgedacht habe. 

 

Wie heißt es doch so schön? Wenn das Schicksal dir Zitronen gibt, pflanze ein Apfelbäumchen!  ::)

Olaf Fritsche 

www.seitenrascheln.de

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Andreas schrieb:

 

"Die schwierige Frage ist eher die konkrete: Welche Kunst soll man fördern? Und wie fördert man, ohne die Kunstfreiheit einzuschränken? (Würde es noch Kritik an der Regierung geben, wenn alle Schriftsteller subventioniert = existenziell vom Staat abhängig wären?)"

 

Nicht, dass ich die generelle Förderung von Autoren für gut befände, aber ich glaube schon, dass es trotzdem Kritik an der Regierung gäbe. Theater, die öffentlich gefördert werden, behandeln ja durchaus auch kritische Themen, die nicht jedem gefallen. Zum Glück ist die Kunst in unserem Land frei.

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Die schwierige Frage ist eher die konkrete: Welche Kunst soll man fördern? Und wie fördert man, ohne die Kunstfreiheit einzuschränken? (Würde es noch Kritik an der Regierung geben, wenn alle Schriftsteller subventioniert = existenziell vom Staat abhängig wären?)

 

Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass die Gesellschaft ihre Künstler hungern lassen sollte, damit sie hübsch kritisch bleiben. Damit unterstellt man, dass alle Menschen käuflich sind. Natürlich gibt es Leute, die dann ihre Klappe halten würden, aber wie ernst konnte man ihre Kritik dann vorher nehmen?

Jedenfalls teile ich da Sabines Menschenbild, dass es immer kritische Geister und unbestechliche Verfechter der Gerechtigkeit geben wird. Historisch betrachtet waren es jedenfalls erstaunlich oft Denker aus gutem Hause (die also der vom jeweiligen System profitierenden Klasse angehörten), die ihren Staat, ihren Herrscher oder die allgemeinen Verhältnisse kritisiert und Gegenentwürfe entwickelt haben. Wer damit beschäftigt ist, um sein Überleben zu kämpfen, hat dafür viel zu oft weder die Kraft noch die Muße.

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Dietmar schrieb:

 

"Das ist Subvention. Man kann Kunst subventionieren, aber damit verfälscht man Angebot und Nachfrage. Wir leben in einer Marktwirtschaft, alles andere ist gescheitert."

 

Das ist doch Quatsch. Jedes Theater, jedes Museum, jede Bücherei ist subventioniert. Sonst gäbe es sie nicht. Der großartige Roman "Kruso" von Lutz Seiler wäre vermutlich nicht entstanden, wenn er nicht das 'Villa Massimo Stipendium' erhalten hätte. Ebenfalls Subvention, genau wie jedes andere Autorenstipendium, von denen es viele gibt in Deutschland.

 

Sabine

 

Es gibt Theater, die kommen ohne staatliche Unterstützung aus (z.B. Dresden Boulevardtheater). Warum wäre "Kruso" ohne staatliches Stipendium nicht entstanden? Wenn ich es schaffe, meinen Debütroman zu veröffentlichen, will ich es, weil ich eine Agentur (respektive Verlag) von meiner Leistung, die ich ohne staatliche Unterstützung erbracht habe, überzeugt habe! Alles andere lehne ich ab!

Wenn ich die Chance habe, um es bildhaft zu sagen, und Backstage hinter der Videowand stehe, dann soll die sich nur auftun, um mir den Weg auf die Bühne zu ermöglichen, wenn die, die dafür bezahlt haben, es ohne einen Cent Subvention getan haben. Anderenfalls bleibe ich Backstage hinter der Videowand stehen! Sorry, ein Teil meiner Überzeugung ist neoliberal.

 

"Kruso" ist mir bekannt, habe es noch nicht gelesen, wird auf meinem Buchstapel liegen. Aber der Autor hat es schwer, Hiddensee ist literarisch durch ein Buch aus meiner Jugendzeit besetzt

 

 

Sorry, aber hier muss ich mal einhaken.

Du redest von völlig verschiedenen Dingen, Dietmar.

 

Und ja, ich fühle mich auch angesprochen, weil ich zu den von dir offensichtlich so verachteten subventionierten Künstlern gehöre.

So ein Stipendium ist eine Auszeichnung, die vom Markt und von finanziellen Interessen abgekoppelt ist. Die "Leistung" (dein Begriff) besteht eben nicht darin, möglichst marktkonform zu schreiben, sondern es geht um das, was sich vermutlich viele Autorinnen und Autoren wünschen: Anerkennung für das Besondere der eigenen Arbeit.

Und das ist eben nicht immer massenkompatibel, sondern manchmal auch nur für kleinere Gruppen zugänglich. Aber das macht es nicht wertlos.

 

(Damit meine ich nicht, dass sich Bücher, die sich gut verkaufen und einer großen Menge Menschen gefallen, irgendwie schlechter sind. Nur, damit mich niemand falsch versteht. Mir geht es hier um die Abwertung von "subventionierter Kunst", was ich als ziemlich anmaßend empfinde.)

Bearbeitet von MelanieL
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@Melanie: Ich finde es absolut wichtig, dass Literatur und Kunst abseits vom Mainstream gefördert werden. Und dass es eine Auszeichnung und Anerkennung der eigenen Arbeit ist. In einem Punkt habe ich Bedenken, nämlich in der Dauer dieser Förderung.

 

Andreas schrieb:
 
"Die schwierige Frage ist eher die konkrete: Welche Kunst soll man fördern? Und wie fördert man, ohne die Kunstfreiheit einzuschränken? (Würde es noch Kritik an der Regierung geben, wenn alle Schriftsteller subventioniert = existenziell vom Staat abhängig wären?)"

Nicht, dass ich die generelle Förderung von Autoren für gut befände, aber ich glaube schon, dass es trotzdem Kritik an der Regierung gäbe. Theater, die öffentlich gefördert werden, behandeln ja durchaus auch kritische Themen, die nicht jedem gefallen. Zum Glück ist die Kunst in unserem Land frei.

 

 

Was wäre, wenn alle Autoren staatlich gefördert werden würden? (Was undenkbar ist!). Dann würde der Staat darüber entscheiden, was förderungswürdig ist, was er ja jetzt schon tut. Die Ministerin für Kultur und Medien schreibt auf der Homepage "Literaturförderung", Deutschland habe eine der vielfältigsten und lebendigsten Literaturlandschaften der Welt. Die Förderung diene zum Einen der Bewahrung des literarischen Erbes, zum anderen der Förderung zeitgenössischer Literatur. Für Letzteres werden Stipendien ausgeschrieben, zum Beispiel durch den Deutschen Literaturfond. Da bekommt ein Autor, wenn er für förderungswürdig befunden wird, monatlich ein Jahr lang 3000 Euro. Stadtschreiber werden wahrscheinlich durch die Städte oder Länder finanziert. Sie müssen sich verpflichten, die ganze Zeit in dieser Stadt zu bleiben.

 

Mir stellt sich die Frage: Was ist dann nach diesem Jahr? Muss es der Schreiber, die Schreiberin dann geschafft haben, sich selbst von seiner/ihrer Arbeit zu ernähren? Kürzlich sah ich einen Beitrag im Fernsehen.Da hatte eine Autorin einen wichtigen Buchpreis erhalten und musste dann umsatteln auf Pediküre, weil sie vom Schreiben nicht leben konnte. Über die Erlebnisse bei der Arbeit hat sie dann wieder geschrieben und kam so wieder rein. Der Name der Autorin ist mir leider entfallen.

Bearbeitet von Christa
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Ich verstehe die Frage nicht ganz.

Wenn man einen Buchvertrag unterschreibt, muss man doch auch sehen, wie es danach weitergeht. So ein Vertrag alleine ernährt niemanden, normalerweise fließt das Geld da auch nur für eine gewisse Zeit.

 

Es ist eine Möglichkeit, für eine gewisse Zeit ohne materiellen Druck schreiben zu können.

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Mir stellt sich die Frage: Was ist dann nach diesem Jahr? Muss es der Schreiber, die Schreiberin dann geschafft haben, sich selbst von seiner/ihrer Arbeit zu ernähren? Kürzlich sah ich einen Beitrag im Fernsehen.Da hatte eine Autorin einen wichtigen Buchpreis erhalten und musste dann umsatteln auf Pediküre, weil sie vom Schreiben nicht leben konnte. Über die Erlebnisse bei der Arbeit hat sie dann wieder geschrieben und kam so wieder rein. Der Name der Autorin ist mir leider entfallen.

 

Es gibt durchaus nicht wenige Autoren, die von einem Stipendium ins nächste "surfen", mal Stadtschreiber hier, mal Aufenthalt in Villa XY, usw. – beim Lesen mancher Vitae gerade bei Preisverleihungen kommt man schon ins Staunen.

 

Wobei ich keine Ahnung habe, wie man das macht. Wahrscheinlich muss man "die richtigen Leute kennen", und ein Eremit wie ich kennt die nicht und weiß nicht mal, wen man da kennen müsste …

 

Sich anhaltend fördern zu lassen ist jedenfalls definitiv auch ein besonderes Talent. Das man hat oder nicht.  ;)

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Wer es wirklich drauf hat, von einer Föderung in die nächste zu gleiten, wird im Laufe der Zeit eine beachtliche Vita zusammen bekommen. Und mit den Lorbeeren, da und dort schon förderungswürdig gewesen zu sein, schauen die Gremien bestimmt genauer hin, als wenn jemand, der noch ein weißes Blatt ist, sich bewirbt.

Vielleicht erkundigen sie sich schon bei den anderen Standorten, wie gut es dort funktioniert hat, wie tauglich der Schreiber seiner Kulturaufgabe nachgekommen ist.

 

Ich würde nicht ausschließen, dass Autoren, die das Föderungsschreiben zu ihrer Spezialität gemacht haben, nicht auch genau hinschauen, welche Art von Texten vor ihrem Antrag dort zum Erfolg geführt hat und sich daran angepasst bewerben.

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Den Hinweis auf den Literaturfonds, zum Beispiel, habe ich unter anderem in der Autorenwelt gefunden.

https://www.autorenwelt.de/verzeichnis/foerderungen/deutscher-literaturfonds-e-v

 

Erstmal muss der Bewerber schon mindestens eine nicht selbst finanzierte Veröffentlichung in einem anerkannten Verlag haben.

Das Projekt muss literarisch hochwertig sein. Darüber entscheidet ein Kuratorium. Halbjährlich ausgeschrieben, bis zu 3000 Euro monatlich für ein Jahr laut Autorenwelt. Wahrscheinlich werden überhaupt keine "unbeschriebenen Blätter" genommen, wie auch ihr vermutet. Und wenn man nicht genommen wird, erfährt man die Gründe nicht, denn die werden nicht bekanntgegeben.

Bearbeitet von Christa
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Ich hab auch schon überlegt, ob ich eine Förderung zu einer Fortbildung beantrage, in der man lernt, wie man Förderung beantragt. Ich glaube, da gibt es noch eine Nische im Förderungswald.

 

Ist aber ein bisschen ein "Henne-oder-Ei"-Problem …  ;D

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Dietmar schrieb:

 

"Das ist Subvention. Man kann Kunst subventionieren, aber damit verfälscht man Angebot und Nachfrage. Wir leben in einer Marktwirtschaft, alles andere ist gescheitert."

 

Das ist doch Quatsch. Jedes Theater, jedes Museum, jede Bücherei ist subventioniert. Sonst gäbe es sie nicht. Der großartige Roman "Kruso" von Lutz Seiler wäre vermutlich nicht entstanden, wenn er nicht das 'Villa Massimo Stipendium' erhalten hätte. Ebenfalls Subvention, genau wie jedes andere Autorenstipendium, von denen es viele gibt in Deutschland.

 

Sabine

 

Es gibt Theater, die kommen ohne staatliche Unterstützung aus (z.B. Dresden Boulevardtheater). Warum wäre "Kruso" ohne staatliches Stipendium nicht entstanden? Wenn ich es schaffe, meinen Debütroman zu veröffentlichen, will ich es, weil ich eine Agentur (respektive Verlag) von meiner Leistung, die ich ohne staatliche Unterstützung erbracht habe, überzeugt habe! Alles andere lehne ich ab!

Wenn ich die Chance habe, um es bildhaft zu sagen, und Backstage hinter der Videowand stehe, dann soll die sich nur auftun, um mir den Weg auf die Bühne zu ermöglichen, wenn die, die dafür bezahlt haben, es ohne einen Cent Subvention getan haben. Anderenfalls bleibe ich Backstage hinter der Videowand stehen! Sorry, ein Teil meiner Überzeugung ist neoliberal.

 

"Kruso" ist mir bekannt, habe es noch nicht gelesen, wird auf meinem Buchstapel liegen. Aber der Autor hat es schwer, Hiddensee ist literarisch durch ein Buch aus meiner Jugendzeit besetzt

 

 

Sorry, aber hier muss ich mal einhaken.

Du redest von völlig verschiedenen Dingen, Dietmar.

 

Und ja, ich fühle mich auch angesprochen, weil ich zu den von dir offensichtlich so verachteten subventionierten Künstlern gehöre.

So ein Stipendium ist eine Auszeichnung, die vom Markt und von finanziellen Interessen abgekoppelt ist. Die "Leistung" (dein Begriff) besteht eben nicht darin, möglichst marktkonform zu schreiben, sondern es geht um das, was sich vermutlich viele Autorinnen und Autoren wünschen: Anerkennung für das Besondere der eigenen Arbeit.

Und das ist eben nicht immer massenkompatibel, sondern manchmal auch nur für kleinere Gruppen zugänglich. Aber das macht es nicht wertlos.

 

(Damit meine ich nicht, dass sich Bücher, die sich gut verkaufen und einer großen Menge Menschen gefallen, irgendwie schlechter sind. Nur, damit mich niemand falsch versteht. Mir geht es hier um die Abwertung von "subventionierter Kunst", was ich als ziemlich anmaßend empfinde.)

 

 

Sorry für das Fullquote, aber ich will deinen Beitrag nicht sezieren. Ich habe immer mehr den Eindruck, dass eine Diskussion, die kontroverse Meinungen beinhaltet, ganz schnell auf der persönlichen Ebene landet. Diverse Diskussionen in diesen Forum sind schnell zu finden und haben zu Verlusten geführt, die ich bedauere, aber bei den 42er Autoren weiter verfolgen kann..

Ich verachte niemanden, der eine andere Meinung vertritt, als ich und bin der Meinung ,dass im fett markierten Testteil auch eindeutig gesagt zu haben, es ist meine ganz persönliche Meinung, was ich nicht tun will, da ich immer von mir (ICH) ausgehe. Vielleicht hätte ich zur Eindeutigkeit im letzten, fett markierten, Satz den Rückbezug auf mich herstellen sollen.

 

Muß man marktkonform schreiben, um Anerkennung zu erhalten? Ich zweifle das an. Was ist marktkonform? Kann ein Manuskript, in dem die Protagonistin massiv gegen den Mainstream (Marktkonformität) schwimmt, nur durch staatliche Förderung veröffentlicht werden?

Bearbeitet von Dietmar
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Richtig, man muss nicht marktkonform schreiben, um Anerkennung zu erhalten.

Und genau darum geht es bei den Stipendien: Autoren und ihre Projekte unterstützen, die gut sind, aber möglicherweise nicht das dicke Geld abwerfen.

Für dich kommen Stipendien nicht infrage, was völlig okay ist.

Grundsätzlich haben die Literaturstipendien aber einen hohen Wert, da sie eine Auszeichnung darstellen und bei Entscheidern auch als solche gesehen werden.

 

Mir scheint aber, dass wir hier mit sehr unterschiedlichem Wissensstand diskutieren. Denn Stipendien sind Auszeichnungen, keine Almosen. Bei der Vergabe geht es um den Inhalt, nicht um Bedürftigkeit.

 

Natürlich kannst du Stipendien und Preise ablehnen und abwerten, das ist aber eine persönliche Meinung und hat mit dem Forum an sich wenig zu tun.

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Mir scheint aber, dass wir hier mit sehr unterschiedlichem Wissensstand diskutieren. Denn Stipendien sind Auszeichnungen, keine Almosen. Bei der Vergabe geht es um den Inhalt, nicht um Bedürftigkeit.

Natürlich kannst du Stipendien und Preise ablehnen und abwerten, das ist aber eine persönliche Meinung und hat mit dem Forum an sich wenig zu tun.

Ich würde sogar noch weiter gehen. Eine Autorin oder ein Autor muss es sich erstmal leisten können, ein Stipendium anzunehmen. Denn in aller Regel muss man dafür mehrere Monate an einem fremden Ort wohnen. Wenn Du noch einen Brotjob hast, fällt das schon mal flach.

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Ja, an den Stipendien an sich lässt sich kritisieren, oft sind sie für Eltern kaum durchführbar oder unterliegen einer Altersgrenze.

Aber Autorinnen und Autoren mit einem Vollzeit-Brotjob sind ja in der Regel nicht die Adressaten von Stipendien - aber fraglos von Preisen, klar.

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Ja, an den Stipendien an sich lässt sich kritisieren, oft sind sie für Eltern kaum durchführbar oder unterliegen einer Altersgrenze.

Aber Autorinnen und Autoren mit einem Vollzeit-Brotjob sind ja in der Regel nicht die Adressaten von Stipendien - aber fraglos von Preisen, klar.

Ja, für Menschen mit Kindern ist es auch schwer oder fast unmöglich, aber allein ein 450 €-Job würde einen Stipendiumsaufenthalt verhindern. Ist eine andere Diskussion, aber eine spannende. Ronja von Rönne hat mal ein witziges Essay dazu geschrieben. Es ging sinngemäß um die Frage, warum man monatelang in irgendeinem Kuhdorf abhängen muss, um einen Preis entgegennehmen zu dürfen.

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Ich hab auch schon überlegt, ob ich eine Förderung zu einer Fortbildung beantrage, in der man lernt, wie man Förderung beantragt. Ich glaube, da gibt es noch eine Nische im Förderungswald.

 

Bei uns bietet das Städtische Kulturamt demnächst einen Vortrag an, bei dem die neuen Förderrichtlinien erläutert werden und Hilfestellung bei den Anträgen versprochen wird ;-)

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Ich hab auch schon überlegt, ob ich eine Förderung zu einer Fortbildung beantrage, in der man lernt, wie man Förderung beantragt. Ich glaube, da gibt es noch eine Nische im Förderungswald.

 

Bei uns bietet das Städtische Kulturamt demnächst einen Vortrag an, bei dem die neuen Förderrichtlinien erläutert werden und Hilfestellung bei den Anträgen versprochen wird ;-)

 

 

Ah!  :D

 

Na also – geht doch …  :s01

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Monatlich ein Jahr lang 3000 Euro ... da hätte ich auch eine MENGE Sorgen weniger.

 Das ist eine zwiespältige Sache. Ich hatte zB 2001 das Literaturstipendium des Berliner Senats und lebte ein Jahr wie ein König (bildlich gesprochen) - danach war ich wieder arm. Das hat dann noch viel weniger Spaß gemacht ...

 

Deswegen bin ich auch dafür, dass nicht nur die Literatur im Allgemeinen gefördert werden sollte, sondern jeder einzelne Autor, jede einzelne Autorin. Es geht nicht an, das Leute ihr Leben damit beschäftigt sind, der Gesellschaft etwas zu geben, nämlich die Literatur, und dafür nichts von der Gesellschaft zurück bekommen.

 

Gottfried Benn hat mal Ende der 20er Jahre überschlagen, was er mit seinem Schreiben verdient hatte seit Beginn: 20 Pfennig am Tag. Und Benn war einer der bekanntesten Schriftsteller zu der Zeit. Heutzutage sieht es kaum anders aus. Ein Skandal, wie ich finde.

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Noch etwas zu den Stipendien - ich war ja jahrelang in diesem Betrieb der "Hoch"literatur unterwegs - ja, es ist hilfreich, gut vernetzt zu sein, um Stipendien zu bekommen, denn die Jurys sind von ähnlichen Leuten besetzt, oft werden die einzelnen Jury-Mitglieder durch die verschiedenen Preis- und Stipendien-Gremien gereicht, es ist aber trotzdem möglich auch als unbeschriebenes Blatt ein Stipendium zu bekommen. Als ich mein erstes bekam hatte ich noch kein Buch veröffentlicht und nur sehr wenig in Anthologien und Zeitschriften. Allerdings ist das fast 20 Jahre her. Insofern leg ich meine Hand für den derzeitigen Zustand des Stipendiumwesens nicht auf die Goldwaage (nachdem ich sie mir im Feuer abgebrannt habe).

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