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HeikeF

Anzahl der Buchverkäufe pro Lesung

Empfohlene Beiträge

Hallo!

 

Gerade habe ich mich mit einer Bekannten (Neuautorin) darüber unterhalten, wie viele Bücher wohl üblicherweise bei Lesungen verkauft werden. Es geht um die Planung, wie viele Belegexemplare man am besten ordert.

 

Ich selbst komme pro Buch mit 50 Exemplaren gut hin, 20 für Bloggerverschickungen, 10 als Geschenke und rund 30 gehen bei mir auf Lesungen weg, pro Lesung mit rund 50 Teilnehmern verkaufe ich nur rund 5 Bücher, manchmal auch weniger.

Die meisten besitzen dann die Bücher bereits und lassen sie signieren, bei den anderen weiß ich es nicht. Aber der Buchverkauf auf Lesungen ist bei mir extrem mau.

 

Wie ist das bei euch?

 

LG

Heike

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Ich denke mal, du meinst nicht "Belegexemplare", denn davon schickt der Verlag dir nur eine Handvoll, um zu beweisen, dass er die Bücher tatsächlich gedruckt hat. Stattdessen denkst du vermutlich an "Autorenexemplare", die du vergünstigt kaufen kannst. 

 

Ich verkaufe keine Bücher bei Lesungen, weil sich der Aufwand nicht lohnt. Stattdessen schlage ich den Veranstaltern vor, sich mit einer örtlichen Buchhandlung zusammenzutun. Die Anzahl der verkauften Bücher liegt dann zwischen 0 und 20, mit einem starken Median um die 5 Exemplare, die du auch erzielst. 

 

Zur Einordnung: Bei mir sind es populäre Sachbücher. Als ich vorwiegend Kinderbücher geschrieben habe, war es aber ziemlich genau so.

Olaf Fritsche 

www.seitenrascheln.de

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Ich kann deine Zahlen (außer bei einer Premierenlesung, da geht schon mal das 10 bis 20fache übern Tresen) bestätigen. Inzwischen händle ich das genau so wie Olaf. So kommt man auch immer schön einfach in den Kontakt mit den Buchhandlungen vor Ort ;)

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Bei mir ebenfalls wie oben: Premierenlesung (120 Zuhörer) ca. 30 Ex., spätere Lesungen ca. 5-9.

 

ABER: Nicht ich verkaufe die Bücher, sondern immer die örtliche Buchhandlung, notfalls auch der Veranstalter.

Und niemals verkaufe ich meine Belege, es werden immer frische Ex. vom Verlag geordert, falls nötig mit Rückgaberecht.

Außerdem stehen immer auch ein paar meiner früheren Bücher rum, und nicht selten gehen die dann auch noch über die Ladentheke ...

MAROKKO-SAGA: Das Leuchten der Purpurinseln,  Die Perlen der Wüste,  Das Lied der Dünen; Die Wolkenfrauen

Neu seit März 2020: Thea C. Grefe, Eine Prise Marrakesch

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Ich wünschte, ich könnte da eine greifbare Zahl nennen. Das ist soooo unterschiedlich und ich steige nach all den Jahren immer noch nicht durch.

Die Veranstalter meiner Lesungen sind meist Buchhändler oder arbeiten mit Buchhändlern zusammen. Mal hab ich nur 50 Zuhörer und es werden 80 Bücher verkauft. Mal sind es weit über 100 Zuhörer und nur 10 Bücher werden verkauft ...

Aber im Allgemeinen wird gut verkauft. Liegt vielleicht auch daran dass ich ziemlich "penetrant" auch während der Lesung Werbung für die Bücher mache und viele Cliffhanger einfüge. Nach dem Motto: Am Ende eines spannenden Kapitels aufhören und sagen: "Wie es weitergeht, können Sie im Buch lesen ..."

 

Ist gemein, ich weiß. Aber immerhin geht es bei einer Lesung ja ums Verkaufen deiner Arbeit. Und die Leser finden es ganz lustig, wenn ich dann im Scherz noch anfüge: "Rheumadecken sind später dran." :s01

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Nebenbei bemerkt - schaut mal in Eure Verlagsverträge. Die verbilligt eingekauften Autorenexemplare darf man nicht weiterverkaufen.

 

Ich bringe nur eigene Bücher zu Lesungen mit, wenn der Veranstalter explizit darum bittet, aber da geschieht nur bei Sonderveranstaltungen. Bei normalen Lesungen wissen Bibliothekare, Buchhändler und sonstige Veranstalter, dass sie sich um den Büchertisch selbst kümmern müssen. Aber mehr als fünf bis zehn Prozent der Besucher kaufen nicht, wenn überhaupt.

 

Herzlich,

Tom

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Als Self-Publisher kann man natürlich so viel selber verkaufen wie man will, als Verlagsautor sind einem die Hände gebunden. Da verdient man bei einer Lesung nur am Honorar. Wenn aber eine Buchhandlung verkauft, dann hat man gleich wieder einen Kontakt und wenn der Buchhändler da ist und alles toll findet, dann empfiehlt er die Bücher vielleicht auch seinen Kunden .... man hofft ja so viel.

 

Ich verkaufe auf Lesungen auch nichts selber, sondern bitte eine Buchhandlung oder, wenn die keine Lust/Zeit haben, dass sie an den Veranstalter Bücher in Kommission weitergeben, so dass der Veranstalter die Bücher verkaufen kann. Meist bekommt er dafür ein paar Prozente. Ein Mal habe ich erlebt, dass es zehn Prozent waren und ich ganz schön schlucken musste, weil der Veranstalter am Verkauf meiner Bücher mehr verdient als ich. Und es noch abtat mit "ich weiß, es ist nichts, aber ohne Büchertisch sähe es ja so leer aus"

 

Die verkauften Mengen sind bei mir auch unterschiedlich und steigen, seitdem noch ein älteres Verlagsbuch mit auf dem Tisch liegt. Spannbreite von 0 bis 20 Büchern. Je niedriger der Eintritt, desto höher die Verkaufszahlen. Die Kalkulation ist aber Sache der Veranstalter, ich mache nur Lesungen mit Festhonorar.

Bearbeitet von UlrikeS
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Nebenbei bemerkt - schaut mal in Eure Verlagsverträge. Die verbilligt eingekauften Autorenexemplare darf man nicht weiterverkaufen.

 

Stimmt, aber die meisten Verlage tolerieren es, wenn man keinen eigenen Großhandel aufmacht, sondern nur bei eigenen Lesungen verkauft und dabei den vorgeschriebenen Preis nimmt.

Olaf Fritsche 

www.seitenrascheln.de

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Nebenbei bemerkt - schaut mal in Eure Verlagsverträge. Die verbilligt eingekauften Autorenexemplare darf man nicht weiterverkaufen.

 

Stimmt, aber die meisten Verlage tolerieren es, wenn man keinen eigenen Großhandel aufmacht, sondern nur bei eigenen Lesungen verkauft und dabei den vorgeschriebenen Preis nimmt.

 

Das ist nicht gesagt. "Meine" Verleger betonen sogar die Möglichkeit, sich so was zu verdienen. 

Na ja, ich muss gestehen, ich habe Lesungen gemacht, da ging kein einziges Buch weg! Zwei Mal lief es gut, da waren es mehrere Stück (also fünf finde ich jetzt nicht schlecht, also, was auf zehn hinstrebt, ist toll - wie Heike erwähnt hat, haben viele das Buch ja schon - und ich muss auch gestehen, ich gehe manchmal auf Lesungen, um z.B. danach mit einem Autorenkollegen, den ich mag, zu tratschen und nicht weil mich das Buch jetzt so sonderlich interessiert. Oder es interessiert mich nur eins der vorgestellten Bücher.) Das hat mit dem Klientel zu tun - in so einem Bereich über der Bar, wo Studenten aus der linken Szene ihr Bierchen trinken und sich nebenbei Lesungen anhören (Zitat von einem: "Du hast ja echte Bücher!") - dass man da so gut wie nichts verkauft, ist klar, Spaß hat es trotzdem gemacht. Annähernd 10 Verkäufe gab es vor allem dort, wo das größer angelegt war UND der Bücherverkauf nicht nebenbei gemacht werden musste. Überleg Dir das auch, es ist als Autor oft schwierig, wenn man von seinen Bekannten belagert wird und dann noch nebenbei den Verkauf machen soll. Und gerade Händler können auch besser verkaufen. Klar, die haben ja in der dreijährigen Lehrzeit nicht nur Papierflieger gefaltet. 

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Das hängt sehr stark vom Ort der Lesung ab. Bei einigen größeren Veranstaltern bekomme ich 300 Euro. Dann gibt es aber auch Buchläden, die meine Bücher immer empfehlen und gut platzieren, da revanchiere ich mich für die Unterstützung und vereinbare kein Festhonorar, sondern die Hälfte des Eintritts.

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250,00 bis 300,00 € zzgl. aller Kosten, wie Fahrt, Catering und Hotel scheint ein normales Mittel.  Als Veranstalterin zahle ich für große Namen auch mal 800,00 €. Wenn eine Autorin oder ein Autor Hallen füllt, bekommt er oder sie in der Regel 60 bis 70% der Einnahmen.

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Im Kinder-/Jugendbuch ist die Staffelung von 300,00 € für die erste Lesung, 250,00 für jede weitere am selben Tag am selben Ort durchaus üblich. Natürlich zuzüglich MwSt. (Meistens 7%, denn in der Regel geht eine Lesung zumindest in dem Bereich über das "reine Vorlesen" hinaus und hat "theaterähnliche Merkmale".) Wie Sabine schon schreibt, übernimmt der Veranstalter natürlich auch noch die Kosten für Anreise und Übernachtung.

Beste Grüße,

Heiko

 

p.s.: Die 300,00/250,00 € gelten allerdings auch schon etliche Jahre und eine Erhöhung wäre mMn nötig. Da werden wir mit Blick auf die aktuelle Lage derzeit aber kaum Chancen haben.

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Ach, wenn es doch endlich wieder welche gäbe! ;)

Mein Lesungshonorar sind 420 Euro plus 7 % MwSt., da sind allerdings die Fahrtkosten schon mit drin.

Trailer zum neuen Roman. Unglaublich, aber wahr! Wie der Hochstapler Franz Tausend in den 1920er Jahren die Republik zum Narren hielt.

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Ich verlange auch 300 Euro plus Spesen, aber danach kam dann oft keine Lesung zustande, weil das für kleinere Veranstalter zu viel ist. Mich reißen Lesungen aber immer sehr aus meiner Schreibkonzentration, auch wenn ich sie gerne mache, so dass ich nicht zustandegekommene Anfragen nicht lange bedauere. Ich habe hier in der regionalen Umgebung auch schon für 200 oder 250 gelesen, da der zeitliche Aufwand geringer ist. Seit März 2020 hatte ich gar keine Lesung mehr.

Ich frage mich, ob ich nach Corona immer noch auf diesem Honorar bestehen werde - die Veranstalter haben es in der Krise sehr schwer und ich habe trotz Krise gute Vorschüsse bekommen. Da bin ich so hin und hergerissen, einerseits ist es eine Leistung, die ich liefere, ich will auch anderen Autor*innen nicht das Geschäft vermiesen. Andererseits ... aber wahrscheinlich mache ich es dann davon abhängig, wer fragt. Aktiv betreibe ich keine Lesungsaquise

Wie seht ihr das?

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vor 18 Stunden schrieb UlrikeS:

Ich frage mich, ob ich nach Corona immer noch auf diesem Honorar bestehen werde - die Veranstalter haben es in der Krise sehr schwer und ich habe trotz Krise gute Vorschüsse bekommen. Da bin ich so hin und hergerissen, einerseits ist es eine Leistung, die ich liefere, ich will auch anderen Autor*innen nicht das Geschäft vermiesen. Andererseits ...

Liebe Ulrike,

da würde ich sehr für dein Einerseits plädieren. Das Andererseits mag aus nachvollziehbaren Gründen als Solidarität mit den Veranstaltern gedacht sein, aber so lange der Supermarkt um die Ecke nicht sagt: "Die Krise setzt euch zu? 30% Nachlass auf Obst für euch!" oder der Handwerker so viel berechnet wie vor der Pandemie oder das Gas zum Heizen, der Sprit fürs Auto, die Kleider für die Kinder, usw so viel kosten, benötige ich das Geld. Außerdem würden wir Gefahr laufen, uns selbst klein zu machen. Würde ein Verlag bei den nächsten Verhandlungen sagen: "In der Krise hattest und hast du es sicher schwer, wie packen nochmal 1,5 % beim Absatzhonorar drauf."? Meldet sich eine Buchhandelskette und verzichtet zu unseren Gunsten auf einen Teil ihres Gewinns? Klingt zumindest für mich nach Science-Fiction. Seit Jahren fordern wir Schriftstellerinnen und Schriftsteller, als erstes Glied einer langen Wertschöpfungskette geschätzt und entsprechend honoriert zu werden. Da kann das Andererseits nun schnell als Zeichen für "Na ja, doch nicht so wichtig" missverstanden und ggf sogar ausgenutzt werden.

Ist aber nur meine Meinung.

 

Liebe Grüße,

Heiko

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vor 10 Stunden schrieb Heiko:

Liebe Ulrike,

da würde ich sehr für dein Einerseits plädieren. Das Andererseits mag aus nachvollziehbaren Gründen als Solidarität mit den Veranstaltern gedacht sein, aber so lange der Supermarkt um die Ecke nicht sagt: "Die Krise setzt euch zu? 30% Nachlass auf Obst für euch!" oder der Handwerker so viel berechnet wie vor der Pandemie oder das Gas zum Heizen, der Sprit fürs Auto, die Kleider für die Kinder, usw so viel kosten, benötige ich das Geld. Außerdem würden wir Gefahr laufen, uns selbst klein zu machen. Würde ein Verlag bei den nächsten Verhandlungen sagen: "In der Krise hattest und hast du es sicher schwer, wie packen nochmal 1,5 % beim Absatzhonorar drauf."? Meldet sich eine Buchhandelskette und verzichtet zu unseren Gunsten auf einen Teil ihres Gewinns? Klingt zumindest für mich nach Science-Fiction. Seit Jahren fordern wir Schriftstellerinnen und Schriftsteller, als erstes Glied einer langen Wertschöpfungskette geschätzt und entsprechend honoriert zu werden. Da kann das Andererseits nun schnell als Zeichen für "Na ja, doch nicht so wichtig" missverstanden und ggf sogar ausgenutzt werden.

Ist aber nur meine Meinung.

 

Liebe Grüße,

Heiko

Das unterschreibe ich ja auch alles. Ich habe nur Angst um diese kleinen Kulturinitiativen ... aber wie gesagt, ich warte ab und man kann sowas ja auch als Charity laufen lassen oder versuchen, Fördergelder zu beantragen.

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Ich bin da sehr bei Heiko. Und schließe trotzdem nicht aus, auch mal auf einen Teil des Honorars zu verzichten, wenn es um eine Initiative geht, die ich für besonders fördernswert halte. 
Dann spendet man ggf halt einen Teil seines Honorars zurück.

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