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Tanja Dückers im Deutschlandfunk Kultur: "… auch im Literaturbetrieb [sind] Männer mit deutlich mehr Macht ausgestattet als Frauen."

 

Und die Leiterin einer großen Literaturagentur "räumt unumwunden ein, dass Verlage ihr für die Manuskripte von Schriftstellerinnen weniger Geld anbieten als für diejenigen von männlichen Kollegen".

 

Die subtile Machtausübung der Männer

 

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Ein interessanter Artikel. Nur an einem Punkt stellte sich für mich die Frage, ob die Gründe für das geringere Einkommen von Autorinnen laut KSK vielleicht auch einen anderen Grund haben könnte, der zwar auch in der Rolle der Frau begründet liegt, aber eben nicht durch Sexismus in der Literaturbranche. Ich habe mich nämlich gefragt, ob verheiratete Frauen, deren Mann auch als Alleinverdiener die Familie durchbringen könnte, bzw. wenn sie früher in Teilzeit wegen der Kinder hinzuverdient haben, nicht eher den Sprung in die schriftstellerische Selbstständigkeit wagen als Menschen, die dieses Sicherheitsnetz nicht haben. Und somit können sie eben mit weniger Geld auskommen, sind aber trotzdem sozialversichert und erwerben Rentenansprüche. 

 

Natürlich gibt es das auch andersrum - Frau hat normalen Brotjob und Mann arbeitet als Autor, aber durch die gesamtgesellschaftliche Sicht ist der Mann, der diesen Weg geht, weniger angesehen, sofern er keine Bestseller fabriziert und bekommt leicht den Ruf, er würde sich von seiner Frau aushalten lassen. 

 

Und Männer ebenso wie Frauen, die keinen Partner haben, der eventuelle finanzielle Ausfälle auffängt, werden es sich viel länger überlegen, ob sie sich wirklich komplett freiberuflich als Autoren selbstständig machen.

 

Wenn eine Frau, die sonst 400 Euro als Kassiererin bei Aldi für die Familie hinzuverdient, nun mit 4500 Euro KSK-Versicherungspflichtig ist, hat sie einen anerkannten, freien Beruf und kommt auf nahezu dasselbe Geld. Die laufenden Kosten sind ja durch die Partnerschaft gedeckt. Jemand ohne Partner muss mindestens den Hartz IV-Satz verdienen - und da ist es interessant, dass die Männer im Durchschnitt mit über 9000 Euro gerechnet werden - was Hartz IV in etwa entspricht (inkl. Miete etc.). 

 

Das sollte man bedenken - denn das gehört eben nicht zum Sexismus, der vom Literaturbetrieb beeinflusst werden kann, sondern fußt auf Rollenmodellen, die in diesem Fall nicht immer zum Nachteil der Frauen sind. Mit dem passenden Sicherheitsnetz können sie sich u.U. schneller als Autorin selbstständig machen. 

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Danke, Melanie. Diese Punkte sind sehr wichtig für den Gesamtzusammenhang und gehören in die ganze Diskussion hinein. Wo die Ursachen konkret liegen, müsste genauer untersucht und dargelegt werden. Alleine die Statistik der KSK reicht da hinten und vorne nicht aus.

Dass die Leiterin einer großen Literaturagentur allerdings einräumt, dass Verlage für Manuskripte von Autorinnen im Schnitt weniger Geld anbieten als für ihre männlichen Kollegen, ist wiederum schon ein Unding. (Ich gehe mal davon aus, dass hier innerhalb der gleichen Genre verglichen wurde, denn alles andere wäre ja ziemlich sinnfrei.)

 

Ansonsten ein interessanter Artikel. Danke für's Teilen, Gesine.

Bearbeitet von Ramona

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