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Christa

Mit wütenden Schnitten ...

Empfohlene Beiträge

In meinem (ausgezeichneten) Lektorat kann ich ja Verbesserungsvorschläge annehmen oder ablehnen.

In diesem Fall gefallen mir beide Varianten nicht so ganz. Ich schrieb:

 

"Ich werde es noch herauskriegen", knurrte Steidle und zerteilte sein Spiegelei mit wütenden Griffen."

 

Verbesserungsvorschlag:

"Ich werde es noch herauskriegen", knurrte Steidle und zerteilte sein Spiegelei wütend mit Schnitten."

 

Was sonst? Mit Messer und Gabel?

Bearbeitet von Christa
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Deine Version ist die einfachste, Margot. Da wird auch klar, dass er wütend ist.

Handbewegungen klingt besser als Griffe.

Mit wütenden Schnitten, BrigitteM: Da liegt die Crux, wie ich denke. Handbewegungen, Griffe und Schnitte können nicht wütend sein,

nur derjenige, der das ausübt. Deshalb auch der Vorschlag: ..wütend mit Schnitten. Für mich sollte sich die Wut in den Schnitten oder Handbewegungen ausdrücken. Wenn uns nichts Besseres einfällt, würde ich wahrscheinlich Margots Vorschlag nehmen.

Danke schon mal!

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Ich würde versuchen, es so zu beschreiben, dass sich Steidles Stimmung durch die Art, wie er das Ei zerteilt, vermittelt.

 

"… und attackierte mit heftigen Messerhieben sein Spiegelei."

 

"… und hieb mit dem Messer auf sein Spiegelei ein."

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Meine Meinung dazu ist folgende:

"mit wütenden Griffen". Er zerteilt das Spiegelei mit seinen Händen ohne Messer und Gabel.

"mit wütenden Schnitten": Er zerteilt das Spiegelei mit Messer und Gabel (oder einen anderen Schneidwerkzeug).

"mit wütenden Handbewegungen": Das kann ich mir nicht vorstellen. Dazu müsste er das Spiegelei in die Hand nehmen und in der Luft zerreißen.

Margots Vorschlag ist für mich der geeignetste, Dass Zerteilen des Spiegeleies erfolgt in Wut. Wir genau das vor sich geht, dazu darf der Leser seine Fantasie gebrauchen.

Bearbeitet von Dietmar
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Ich würde versuchen, es so zu beschreiben, dass sich Steidles Stimmung durch die Art, wie er das Ei zerteilt, vermittelt.

 

"… und attackierte mit heftigen Messerhieben sein Spiegelei."

 

"… und hieb mit dem Messer auf sein Spiegelei ein."

 

So was schwebte mir die ganze Zeit im Hinterkopf herum, Mascha! Irgendwie sah ich das Ei dabei auch fliegen. ;) 

 

"...und schnitt mit heftigen Bewegungen sein Spiegelei entzwei."

 

",,, und hieb mit Messer und Gabel auf sein Spiegelei ein."

 

"... und hackte sein Spiegelei heftig in Stücke."

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Meine Meinung dazu ist folgende:

"mit wütenden Griffen". Er zerteilt das Spiegelei mit seinen Händen ohne Messer und Gabel.

"mit wütenden Schnitten": Er zerteilt das Spiegelei mit Messer und Gabel (oder einen anderen Schneidwerkzeug).

"mit wütenden Handbewegungen": Das kann ich mir nicht vorstellen. Dazu müsste er das Spiegelei in die Hand nehmen und in der Luft zerreißen.

Margots Vorschlag ist für mich der geeignetste, Dass Zerteilen des Spiegeleies erfolgt in Wut. Wir genau das vor sich geht, dazu darf der Leser seine Fantasie gebrauchen.

 

*Hahahahaaa!* Der Abend ist gerettet!

Natürlich ist des Lesers Fantasie gefragt, Dietmar. Aber es klingt irgendwie so brav... :s03 

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Ein ungewöhnliches Verb nehmen? Oder eins, das für den Vorgang zu grob ist?

(...) knurrte Steidle und rupfte an seinem Spiegelei/zerrupfte sein Spiegelei/stach nach seinem Spiegelei/schlug das Messer in sein Spiegelei.

Alternativ fällt mir noch ein: wenn man mit Besteck zu fest auf dem Teller herumfährt, gibt es doch manchmal so ein hässlich kreischendes Geräusch. Vielleicht wäre das auch eine Lösung, statt der Handbewegungen ein solches Geräusch ertönen zu lassen, das die Heftigkeit zeigt, ohne sie erklären zu müssen?

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Ich würde mich Mascha und Sabine anschließen. Beide Versionen sind etwas unglücklich, bei 1) ist die Frage: Wie ist denn ein wütender Griff? Bei 2 ist der Knackpunkt, wie von Dir beschrieben.

 

Andere Variante: eben genau beschreiben, woran sich zeigt, dass die Griffe "wütend" sein sollen. Wird es so heftig zerteilt, dass das Ei fast vom Teller rutscht? Oder knallt das Messer so fest auf den Teller, dass er wackelt? Oder ist es mehr das Geräusch von Metall auf Porzellan?

 

LG
Heike

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Vielleicht liegt das Problem auch gar nicht an den wütenden Schnitten, sondern am armen Spiegelei. Das geht so leicht kaputt, wie will man da die Wut ausleben/zeigen?

 

"Ich werde es noch herauskriegen", knurrte Steidle und hackte seinem gekochten Ei mit einem Messerhieb den Kopf ab."

 

Wenn es das Spiegelei bleiben soll, würde ich Margots Variante wählen und die Wut dem Leser überlassen.

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Was für eine Fülle von Ideen und Anregungen! Vielen Dank. Ich werde das später noch in aller Ruhe auswerten.

 

Jetzt gab es zwei Hinweise. Einmal das Geräusch, das dabei entstehen würde. Es ist schabend, kratzend, quietschend, klirrend, habe es selber ausprobiert.

 

Dann das gekochte Ei, das man voller Wut köpfen kann. Geht aber nicht, weil Steidle zur Mittagszeit in einem Lokal sitzt und das Spiegelei auf einem Fleischkäse (Leberkäse) liegt. Macht aber keinen Unterschied. Es müsste, wenn man dem Vorgang keine zu große Bedeutung beimessen will, heißen: 

"... zerhackte wütend sein Spiegelei", womit Margots Vorschlag etwas mehr Power bekommen würde. ;) 

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Als Autor hat man ja immer das Gefühl, dass man etwas ganz genau beschreiben muss, damit die Lesenden unser Bild im Kopf haben. Und dann sucht man verzweifelt nach der richtigen Beschreibung. Meines Erachtens braucht es das nicht; ich bin da ganz bei Dietmar. Überlass es der Fantasie der Lesenden. Vermutlich ist es ja überhaupt nicht wichtig, wie er sein Spiegelei zerhackt, sondern nur, dass er sehr wütend ist und es an dem Teil auslässt.

 

Ich habe mal versucht, das Mano cornuta-Zeichen zu beschreiben, weil die Lektorin das so wollte. Ein schrecklicher Murks, der mir heute noch nicht gefällt. Ich bin deshalb mittlerweile dazu übergegangen, eher weniger zu beschreiben als zu viel. Wer das Zeichen nicht kennt kann danach googeln, was eh keiner macht, andere überlesen es einfach. So what?

 

Aber ich weiss schon, man möchte natürlich die richtigen Worte suchen und finden. ;)

 
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Ich habe mal versucht, das Mano cornuta-Zeichen zu beschreiben, weil die Lektorin das so wollte. Ein schrecklicher Murks, der mir heute noch nicht gefällt. Ich bin deshalb mittlerweile dazu übergegangen, eher weniger zu beschreiben als zu viel. Wer das Zeichen nicht kennt kann danach googeln, was eh keiner macht, andere überlesen es einfach. So what?

 

 

Mit "Herr Ober, vier Bier für die Männer vom Sägewerk!" hat mir die Pommesgabel mal jemand ganz kurz und prägnant zu vorgerückter Stunde erklärt, ;D

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Ich finde nichts schlimm an "wütenden Schnitten". Man wird doch als Autor/-in noch eine Personifikation als Stilmittel einsetzen können? Das Problem dahingehend ist für mich kein echtes.

 

Mal ganz dröge:

 

"Ich werde es noch herauskriegen", knurrte Steidle und massakrierte sein Spiegelei."

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Also, ich habe das alles noch mal angeschaut und fasse die originellsten und für mich passendsten Vorschläge noch mal zusammen.

 

"...hieb mit dem Messer auf sein Spiegelei ein"

 

"...zerteilte es wütend in Stücke"

 

"rammte die Gabel ...und zerteilte es"

 

"...stach nach seinem Spiegelei"

 

"...riss es in zwei Hälften"

 

"...massakrierte/ attackierte es"

 

Erstaunlich, wie viel kreative Gewaltlust in Autorenköpfen steckt! ;)

 

Zu deiner Bemerkung, Margot: Letztendlich ist es dem Leser natürlich egal, wie er und wie wütend er das macht. Mir selbst bringt es manchmal Spaß und ich ergötze mich an solchen Bildern.

Bei Cornuto denke ich sofort an die Hörnchen, gern gebraucht im Straßenverkehr, und es heißt bei uns sowas wie eine Mischung zwischen "A..." und "habe dich erkannt." Wenn du also "er machte das Hörnchen" geschrieben hättest, hätte ich das sofort verstanden. Das Zweifingerzeichen in der Kneipe, Dietmar, könnte auch "Victory" bedeuten.

 

Auf eine Frage bzw. Feststellung wie von Katja habe ich schon gewartet. Wieso kann man Personifikationen nicht als Stilmittel einsetzen?

Bearbeitet von Christa
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... und zerwütete sein Spiegelei.

 

Aber so eine Möglichkeit setzt voraus, dass der Leser vom Autor gewöhnt ist, dass der für besondere Momente auch einmal krative Neuschöpfungen wagt.

 

... und ließ seine Wut am Spiegelei aus

... und ließ die Wut an seinem Spiegelei aus.

 

Wolf

(unwütig)

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... und zerwütete sein Spiegelei.

 

Aber so eine Möglichkeit setzt voraus, dass der Leser vom Autor gewöhnt ist, dass der für besondere Momente auch einmal krative Neuschöpfungen wagt.

 

... und ließ seine Wut am Spiegelei aus

... und ließ die Wut an seinem Spiegelei aus.

 

Wolf

(unwütig)

 

Da muss ich jetzt überlegen, Wolf. Ob meine Leser und Leserinnen kreative Neuschöpfungen von mir gewohnt sind? Ich habe fast nie etwas anderes gehört als "flüssig" oder "anschaulich" geschrieben. Der eine oder andere Lektor hat vielleicht schon versucht, meine Sprache etwas glatter zu bügeln. ;) 

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