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RobertH

Welche Bücher übers Schreiben bevorzugt ihr?

Empfohlene Beiträge

Hi!

Ich weiß, das ist ein Thema, bei dem jeder auf etwas anderes schwört, manche aber auch abgeneigt sind, sich von anderen Autoren, die Ratgeber zu diesem Thema verfassen, überhaupt etwas erzählen zu lassen.

Die Bücher zum Schreiben von Unterhaltungsromanen "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" 1 und 2 von James N. Frey und eines von Orson Scott Card habe ich bereits angeguckt und fühlte mich dadurch eher unterhalten.

Ob ich daraus etwas sinnvolles gelernt habe, kann ich noch nicht sagen! Ich hoffe, dem ist so.

Ich möchte allerdings in dieser Hinsicht auch meinen Horizont erweitern und frage deswegen euch: Welche Ratgeber zum Schreiben von Romanen (auch spezifisch für SciFi und Fantasy, aber nicht nur) kennt ihr noch? Findet ihr welche davon richtig gut, und was könnt ihr im Sinne einer persönlichen Weiterbildung empfehlen?

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Ich lese gern Bücher über das Schreiben, nicht unbedingt wegen der Tipps, einfach um zu sehen, wie es andere machen. Und ja, Unterhaltungswert haben ein paar ebenfalls. Von daher nehmen diese Bücher (von S. King über E. George bis A. Zuckermann) recht viel Platz in meinem Regal ein.

 

Das beste finde ich aber nach wie vor das von Sol Stein "Über das Schreiben".

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Sebastian Niedlich

Mal abgesehen davon, dass man den meisten Ratgebern irgendwas abgewinnen kann, habe ich vor kürzerer Zeit John Trubys "The Anatomy of Story: 22 Steps to Becoming a Master Storyteller" gelesen und fand es ganz gut. Der kommt zwar vom Drehbuch, aber das ist trotzdem grundsätzlich hilfreich. Man muss natürlich - wie bei anderen Schreibratgebern auch - alles kritisch hinterfragen. Nur weil es für die Personen so funktioniert, muss das für andere noch lange nicht gelten.

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Colum McCann "Briefe an junge Autoren". Da steht zwar kaum was über Technik drin, aber sonst alles, was man wissen muss. Außerdem hat man das in zwei Stunden durch und kann sofort weiterschreiben. 

 

Zu diesem Thema gab es neulich einen Thread mit reicher Ernte. Ich bin aber zu einfältig, ihn zu finden. 

Sagt Abraham zu Bebraham: Kann ich mal dein Cebraham?

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Zu diesem Thema gab es neulich einen Thread mit reicher Ernte. Ich bin aber zu einfältig, ihn zu finden. 

 

Die früheren Threads muss man auch mit der Lupe suchen, Dirk, dazu braucht man nicht einfältig zu sein. ;) Es gab "Schreiben lernen in Deutschland" und im Handwerk "Von Stephen King lernen". In dem Link von Diana sind sie aufgelistet, die bekannten Schreibratgeber. Ich kenne alle die Namen, und ich habe von James F. Frey, Stephen King und Sol Stein gelernt, mich unterhalten lassen und sie zehn Jahre im Bücherregal stehen gehabt, bis sie verinnerlicht waren und einer Umzugs- oder Entrümpelungsaktion zum Opfer fielen. Stephen King hat mir gezeigt, wie eng sich Leben und Schreiben verzahnen können. Dazu ist mir noch "Suspense" von Patricia Highsmith eingefallen. Das habe ich zwar nicht gelesen, dafür früher aber alle Bücher von ihr.

 

Hängen geblieben ist einiges. Zum Beispiel fällt es mir heute noch beim Lesen auf, wenn ein Autor ständig erklärt, statt etwas zu zeigen (Sol Stein). Oder, dass die Schreibgruppen die Besten wären, die einen Text auseinandernehmen, statt den Autor zu bauchpinseln. Dann Konflikt als A und O (James Frey). Ergänzend zu den Schreibratgebern würde ich sagen, dass Lesen überhaupt das Beste ist, was man für sein Schreiben tun kann.

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Die Bücher, die mir persönlich am meisten gebracht haben, waren "Writing Down the Bones" von Natalie Goldberg und "Garantiert schreiben lernen" (ziemlich einfältiger deutscher Titel) von Gabriele Rico. Das erste hat mir geholfen, die "inneren Lektoren" abzuschütteln und den Spaß am Schreiben wieder zu entdecken, das zweite … nun, eigentlich dachte ich damals, ich wüsste mehr oder weniger alles, was man so übers Schreiben wissen kann, hatte immerhin schon zwei Romane veröffentlicht, und hab mir eigentlich überhaupt nichts erwartet, als ich darauf stieß und es aufschlug. Dann habe ich eine Nacht lang nicht geschlafen, weil es mich so umgetrieben hat, und der nächste Roman, den ich danach geschrieben habe, war "Das Jesus-Video" …  :-*

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Als ich noch eine frisch geschlüpfte Autorin war, hat mich "Deutsch für Profis" von Wolf Schneider umgehauen. (Wie, ich soll besser keine Adjektive verwenden? Wie, das sind alles unnötige Füllwörter? Und das hat schon Goethe gesagt???). Später hat mich "Vier Seiten für ein Halleluja" von Hans Peter Roentgen ebenso umgehauen, weil es selbst gestandenen Autoren die Schamröte ins Gesicht treibt.

Das waren für mich die Basics, die ich zumindest Schreibanfängern immer ans Herz lege.

 

Liebe Grüße

Uschi

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Das Erste Problem von Schreibratgebern ist herauszufinden, ob das Niveau des Ragebers zu den Defiziten des Lernenden passt.

 

Mein absoluter Favorit war einmal Sol Stein: Über das Schreiben. Lauter kleine Häppchen zu den wichtigsten handwerklichen Fragen. Ich habe mit den Kapiteln angefangen, in denen ich mich stark fühlte, um dort noch besser zu werden. Der Rest kam nach. Später habe ich nicht mehr hineingeschaut.

 

Orson Scott Card habe ich gebraucht, um die Beziehung zwischen Perspektive und Abstand zu verstehen, denn in diesem Punkt hatte ich Defizite. Als die beseitigt waren, habe ich auch in das Buch nicht mehr hieingeschaut.

 

An die vielen anderen Bücher kann ich mich kaum noch erinnern und müsste zum Bücherregal zurückgehen. Ich bin aber sicher, ich habe in den meisten Anregungen für mich gefunden.

 

Was ich überhaupt nicht gefunden habe, waren brauchbare Hinweise fürs Plotten. Viel zu äußeren Strukturen, aber aks Bauchschreiber beginne ich niemals mit den Strukturen oder einem Plan, sondern immer mit Setting und Figuren. (Nach der Grundidee, versteht sich.) Was ich brauchte, fand ich in Ratgebern zum Drehbuchschreiben, denn dort wird weniger Schreibhandwerk vermittelt, als vielmehr Grundlagen der Erzählkunst. McKee: Story war ein Erlebnis. Danach habe ich Cunningham gelesen. 16 Steps!

 

Was man immer wieder lesen kan ist Roy Peter Clrak: 50 Werkzeuge fürs Schreiben (oer so ähnlich) Das ist für guten Stil. Es empfielht sich alle paar Wochen mal ein Kapitel zu wiederholen, und wenn man fertig ist, von vorn anzufangen. Parallel zu allen anderen Ratgebern.

 

Ich habe gelernt, dass nicht nur die Suche nach guten ratgebern wichtig ist, sondern auch die Reihenfolge. Wer mit einem Cunningham anfängt, wird nicht viel davon übernehmen können. wer schon über viel Schreiberfahrung verfügt, braucht wahrascheinlich einen Stein oder Card nicht mehr. Das ist immer schwer zu sagen.

 

Eine Sonderstellung nimmt bei mir ein: James Wood, Die Kunst des Erzählens.

Das ist kein echter Schreibratgeber und Wood ist Literaturkritiker, kein Autor. Aber wer sich für literarisches Schreiben interessiert findet hier Dinge, die nirgendwo sonst auftauchen. Ich habe das Buch dreimal gelesen und immer noch nicht alles verstanden.

 

Viel Erfolg

Wolf

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Ich überarbeite meine Manuskripte sehr gerne mit dem Workbook von Donald Maass "Writing The Breakout Novel Workbook". 

Donald Maass ist Literaturagent, aber selbst auch Autor von vielen Romanen. Sein Workbook basiert auf seinem Ratgeber "Writing The Breakout Novel", für den er 50 Breakout Novels analysiert hat unter der Fragestellung: Was haben sie gemein und was unterscheidet sie von Romanen, die nicht den Durchbruch geschafft haben.

Ansonsten lese ich gerade James Woods "Die Kunst des Erzählens" und kann das jedem empfehlen, der nicht einen klassischen Ratgeber lesen will, sondern sich eher in sehr angenehm lesbarer Prosa von einem Literaturkritiker anhand vielen Besipielen zeigen lassen will, was einen herausragenden Roman ausmacht.

 

Edit: Sehe gerade, dass Du, Wolf, James Wood auch erwähnst. :-) Ja, ich finde dieses Buch auch sehr spannend, weil es, dadurch dass Wood kein Autor, aber eben ein Vielleser, Experte und Kritiker ist, aus anderer Perspektive  auf die Erzählkunst schaut.

Bearbeitet von JulianeB

"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen."

Erich Kästner Vorträge und Lesungen einstudieren  und  Autorenseite Juliane Breinl

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"Über das Schreiben" von Sol Stein ist für mich noch immer eines der wichtigsten Bücher zu dem Thema - niemand hat mir das "Show don´t tell" deutlicher vor Augen geführt! Es gab da übrigens auch mal ein Programm für Autoren, das er gemacht hat, keine Ahnung ob es das noch gibt. Davon hatte ich mir das Demo heruntergeladen (eine Lektion), und was soll ich sagen: Dieses kurze Demo hat mir komplett die Augen geöffnet, und mit seinen gründlichen Fragen zu Protagonisten und Antagonisten einen großartigen Weg geöffnet, Plotting und Figurenzeichnung miteinander zu verknüpfen!

 

Meine jüngste Entdeckung ist "Story" von Robert McKee. Eigentlich ein Buch für Drehbuchschreiber, aber die Werkzeugkiste, die dieses Buch uns Romanautoren zur Verfügung stellt ist riesig! Alleine die Aufteilung eines dramatischen Stücks in Akte, Sequenzen, Szenen und Beats ist unglaublich hilfreich, oder seine Idee, dass es in jeder Szene "Werte" geben muss, die sich ändern. Klingt abstrakt? Nicht wenn ihr das Buch gelesen habt ;) Deutliche Kaufempfehlung! Ich habe mit dem Buch wie mit einem Uni-Buch gearbeitet, und die Kernideen auf Papier zusammengefasst. Ich habe jetzt 50 Seiten zusammengefasstes "Story" daheim und lese da immer wieder rein :) 

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Alf, mit "Story" ging es mir genau so! Habe es aus der Bücherei ausgeliehen (sogar auf Englisch) und dann wie in der Uni damals mit dem Block daneben gelesen und zusammengefasst. Jetzt habe ich meine eigene McKee-Synopsis, in die ich immer wieder reinschaue.

www.klippenschreiber.de

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Alf, mit "Story" ging es mir genau so! Habe es aus der Bücherei ausgeliehen (sogar auf Englisch) und dann wie in der Uni damals mit dem Block daneben gelesen und zusammengefasst. Jetzt habe ich meine eigene McKee-Synopsis, in die ich immer wieder reinschaue.

 

Hahaha, genau so! Dieses Buch ist so dicht, dass man das mit bloßem Lesen höchstens im Ansatz erfassen kann. Es ist gleichzeitig so wahnsinnig klar, dass man es irgenwie festhalten muss! Dieser Impuls war auch ganz spontan, ich konnte / wollte einfach nicht weiterlesen, ohne die großartigen Ideen festzuhalten.

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Wobei ich mit KcKees Aufbau und Reihenfolge nicht klargekommen bin. Ich habe meine Notizen dann in Word so umstrukturiert, dass sie eher meinen Denkmustern entsprechen.

www.klippenschreiber.de

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Sebastian Niedlich

Für mich persönlich war das Buch "The Writer's Journey" (zu deutsch: "Die Odyssee des Drehbuchschreibers") von Christopher Vogler eigentlich das größte Aha-Erlebnis. Mittlerweile heißt es wohl "Die Odyssee der Drehbuchschreiber, Romanautoren und Dramatiker", weil man mitbekommen hat, dass es nicht nur für Drehbuchautoren interessant ist.

Im Grunde ist es eine einfachere und leichter verständliche Version von "Der Heros in tausend Gestalten" von Joseph Campbell.

 

Wenn man ohnehin schon Drehbuchratgeber heranzieht, sollte man sich auch gleich mal nach den Büchern von Linda Seger ("Das Geheimnis guter Drehbücher" und "Von der Figur zum Charakter") umsehen. Blake Snyders "Save The Cat" bietet auch einen interessanten Ansatz, allerdings ist das SEHR formulaisch.

 

Wie ich schon vorher schrieb: Im Grunde sind die ganzen Schreibratgeber irgendwie interessant und man kann etwas daraus ziehen. Man sollte sich aber nicht zu zwanghaft daran halten und immer alles hinterfragen. Nicht alle Geschichten sind so einfach verpackt wie ein Hollywoodfilm, was auch ganz gut so ist. Manchmal sind eben auch die Tangenten, auf die uns ein Romanautor schickt, genau das, was das Buch besonders macht. Die "Drehbuch-Ratgeber" würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. ;)

 

Trotzdem finde ich es nicht unwichtig bei jedem Projekt darüber nachzudenken, was man eigentlich sagen will. Ganz oft hat man nämlich das Gefühl, dass sich Autoren keine Gedanken darüber gemacht haben und dann fragt man sich: "Was sollte das Ganze jetzt?"

 

Für mich lässt sich das auf drei Dinge herunterbrechen:

Was ist das Ziel? (Also irgendwer muss ja irgendwas wollen. Selbst der Dude in "The Big Lebowski" wollte ja seinen Teppich ersetzt haben.)

Was steht auf dem Spiel? (Wenn der Protagonist nicht das kriegt, was er will, was dann? Wenn es keinen Unterschied macht, warum dann die Geschichte erzählen?)

Was ist die Dringlichkeit? (Geschichten funktionieren besser, wenn es irgendwie einen "Timer" gibt. "Ich muss sie aus dem Gefängnis retten. Irgendwann mal. Jetzt geh ich erstmal ein Eis essen", ist halt weniger spannend als "Ich muss sie aus dem Gefängnis retten, weil sie sonst nächste Woche auf den elektrischen Stuhl kommt".)

 

Der Rest sind Details. ;D

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Alf, mit "Story" ging es mir genau so! Habe es aus der Bücherei ausgeliehen (sogar auf Englisch) und dann wie in der Uni damals mit dem Block daneben gelesen und zusammengefasst. Jetzt habe ich meine eigene McKee-Synopsis, in die ich immer wieder reinschaue.

 

Hahaha, genau so! Dieses Buch ist so dicht, dass man das mit bloßem Lesen höchstens im Ansatz erfassen kann. Es ist gleichzeitig so wahnsinnig klar, dass man es irgenwie festhalten muss! Dieser Impuls war auch ganz spontan, ich konnte / wollte einfach nicht weiterlesen, ohne die großartigen Ideen festzuhalten.

 

Jetzt habt ihr mich aber angespitzt! ;D "Story" steht jetzt auf meiner Wunschliste.

"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen."

Erich Kästner Vorträge und Lesungen einstudieren  und  Autorenseite Juliane Breinl

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Ich kann „Story“ als Fortgeschrittenen-Ratgeber auch empfehlen, auch wenn der Schreibstil verbesserungswürdig ist. Genauso kann ich „Der Publikumsvertrag“ von Roland Zag empfehlen. Der ist zwar auch recht bürokratisch geschrieben, aber ich habe darin viele neue wertvolle Ansätze herausgefischt (und das will was heißen, denn ich habe schon etliche Schreibratgeber gelesen).

Bearbeitet von Sabine
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