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Angelika Jo

Dialekt(e)

Empfohlene Beiträge

Liebe Gemeinde, folgendes lese und höre ich zum Dialekt:

 

- pfui, Kinder redet Hochdeutsch! (früher)

- o mein Gott, die Dialekte sterben aus, jammer-jammer! (heute)

- in dem Buch waren ein paar Dialoge im Dialekt geschrieben, fand ich super!

- in dem Buch waren ein paar Dialoge im Dialekt geschrieben, ich hasse Hessisch, Bairisch, Schwäbisch ...!

 

und dazu hätte ich folgende Frage(n) an euch:

 

Sprecht ihr selbst Dialekt?

Wenn nicht, versteht ihr den Dialekt in eurer Umgebung?

Bedauert ihr es, dass die jüngere Generation nur noch wenig im Dialekt spricht?

Was kann eurer Meinung nach der Dialekt, was kann er nicht?

Wie empfindet ihr Dialektpassagen in einem Buch?

 

Herzlich,

Angelika

Bearbeitet von Angelika Jo

Laudatio auf eine kaukasische Kuh. Eichborn 2021. 

Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018. Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

www.angelika-jodl.de

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Hi, Angelika, ich spreche keinen Dialekt, weil ich ein Fischkopf bin.  ;) Obwohl ich schon länger als 40 Jahre im Schwäbischen lebe,

färbt das einfach nicht ab. Außer mal Wörter wie "eh" oder parodierend "etzetle". Die Schwaben verstehe ich natürlich sehr gut, den Dialekt der Pfälzer mag ich, weil er so singend klingt, und bei den Bayern mag ich das Bodenständige der Sprache, verstehe aber nicht alles. Dass die junge Generation wenig Dialekt spricht, habe ich noch gar nicht gemerkt. Tatsächlich?

 

Der Dialekt kann vieles authentischer rüberbringen und alte Wörter bewahren. Er kann sich sicher nicht als Schriftsprache oder bei offiziellen Anlässen durchsetzen. Wahrscheinlich werden auch heute noch schwäbische Studenten, die sich in einer Hamburger Uni zu Wort melden, mit den Worten begrüßt: "Sie sind aber auch nicht von hier!" In Büchern mag ich längere Dialektpassagen nicht, einfach, weil es nicht meine Sprache und daher anstrengend zu lesen ist. ;) Doch sparsam eingestreut wie ein Gewürz, kann es einen Text nur zutatenmäßig abrunden und vollenden.

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Ich verstehe Kölnisch (Kölsch ist eijn Bier) und spreche es immer noch so lala, was heißt, dat isch füre ne Imi als Rheinländer durschjehn könnt. Bielefelder Messingsch als Alternative ist wohl nicht unbedingt ein Dialekt, aber Plattdeutsch war schon in den Fünfziger Jahren selten geworden.

Da, wo ich jetzt über 30 Jahre wohne (Mosel/Eifel/Hunsrück)verstehe ich kein Wort. Aber mein Sohn, der hier geboren und aufgewachsen ist. Ich mag diesen Dialekt aber auch nicht besonders, vielleicht hemmt das beim Erlernen.

 

Mir gefällt Dialekt im Text, wenn er gut geschrieben ist. Eher so in die Messings-Richtung, denn bei völlig fremden Worten versteht man sonst nichts mehr. Lehrer Bömmel in Spoerls Feuerzangenbowle oder Heide Kabel im Ohnsorgtheater gedruckt. Clavell hat seine Briten ja auch Dialekt sprechen lassen, was aber nicht mehr als clipped English war. Will sagen, ich brauche das Hochdeutsche zum erkennen unter der gefärbten Aussprache, sonst lese ich es nicht.

 

Ich finde es gut, wenn man als Kind seinen Heimatdialekt lernt, aber nicht, dass man auf das Hochdeutsche verzichtet. Ich verstehe weder Bayrisch noch Norddeutsch (Hamburg, Schleswig-Holstein), wenn die wirklich Dialekt sprechen und nicht nur gefärbt. Ich finde, es klingt schön und man sollte es pflegen, aber nicht auf Kosten der Verständlichkeit. (Habe ich mal erlebt bei Lehrern der Handwerkskammer ;D )

 

Trippelschritt

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Hallo, Angelika,

mir geht’s wie Christa, obwohl ich (ehem. Hannoveranerin) mein halbes Leben in Dialektgebieten wohne und sogar mit einem Oberbayern verheiratet bin.

Ein leichter „Zungenschlag“ gefällt mir sehr gut, sogar Schwäbisch oder Sächsisch, aber ich bekenne: wenn Leute unfähig sind, auf Hochdeutsch umzuschalten, muss ich sofort und sehr dringend heim.

 

Als in Süddeutschland lebende Autorin bemühe ich mich, hierherum typische Worte aus dem regionalen Fundus wie z.B. „Bub“ (=kleiner Junge) zu vermeiden bzw., falls er mir doch mal passiert, ins normale Deutsch zu transferieren. Das fällt manchmal nicht leicht, das Ohr hat sich halt gewöhnt. Zudem sind meine Testleser aus der Gegend, denen fällt solch ein alltäglicher Begriff schon mal überhaupt nicht als süddeutsch auf. Und meine bisherige Lektorin war Französin ...

 

Zu deiner Frage: Ja, im Dialog, aber auch dort sparsam, quasi für die Stimmung, und um die Figur besser zu konturieren/charakterisieren.

 

Lieben Gruß

Doris

MAROKKO-SAGA: Das Leuchten der Purpurinseln,  Die Perlen der Wüste,  Das Lied der Dünen; Die Wolkenfrauen

Neu seit März 2020: Thea C. Grefe, Eine Prise Marrakesch

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Liebe Angelika

 

Sprecht ihr selbst Dialekt? - Ja, den ganzen Tag. ;)  Schweizerdeutsch

 

Wenn nicht, versteht ihr den Dialekt in eurer Umgebung? - Ja, aber nicht alle Dialekte gleich gut. Bei gewissen deutschen Dialekten muss ich auch passen. Vor allem, wenn genuschelt wird. Im TV schalte ich dann gleich weiter bzw. ab.

 

Bedauert ihr es, dass die jüngere Generation nur noch wenig im Dialekt spricht? - Bei uns geht der Trend wieder mehr zum Dialekt (Bücher, Lieder etc. Sogar die Bibel wurde in verschiedene Dialekt übersetzt.). Dass die Jungen weniger Dialekt sprechen, kann ich (hier) nicht bestätigen.

 

Was kann eurer Meinung nach der Dialekt, was kann er nicht? - Er vermittelt mMn eher Klischees. Auf die Schweiz gemünzt: Berner sind langsam, Zürcher arrogant etc. Mich nervt das.

 

Wie empfindet ihr Dialektpassagen in einem Buch? - Ich kann sie nicht ausstehen!  :D  Ein Fluch, ein einzelnes Wort u.Ä. kann passend sein, aber mehr als ein Satz geht - für mich - gar nicht.

 

Grüsse

Margot

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Sprecht ihr selbst Dialekt? Ja, Eifler Platt

Wenn nicht, versteht ihr den Dialekt in eurer Umgebung? Ich lebe jetzt am Niederrhein und verstehe eigentlich alles, das gehört ja auch noch zum Rheinland, auch wenn ich wenige Kilometer oberhalb der Benrather Linie (einer Lautverschiebungsgrenze) wohne und das auch bewusst wahrnehme.

Bedauert ihr es, dass die jüngere Generation nur noch wenig im Dialekt spricht? Nein meine Kinder sprechen keinen Dialekt, dafür spricht einer aktuell die Ibims-Sprache, und das konsequent und dauerhaft seit einem Jahr :-) Sprache ist nun mal lebendig, wenn die jüngere Generation den Dialekt nicht mehr spricht, ist das eben so. Für mich ist es wichtiger, wenn die junge Generation richtiges Hochdeutsch kann.

Was kann eurer Meinung nach der Dialekt, was kann er nicht? Es gibt manchmal Wörter, die ich nicht mit einem Wort übersetzen kann. Ein typisches Beispiel aus meinem Eifler Platt dafür wäre z.B. das Adjektiv "amödig", was soviel bedeutet wie "jemand ist körperlich anhänglich" oder "ein Kind, das gerne kuschelt", aber nur, wenn diese Anhänglichkeit als angenehm empfunden wird. Ich mag auch den Gesang in meiner Sprache sehr, darüber drückt sich vieles aus, auch die Stimmung. Was Dialekt nicht kann? Sich verständlich machen, wenn es z.B. tiefstes Bayrisch ist ;-)

Wie empfindet ihr Dialektpassagen in einem Buch? Geht so. Ich bin oft als Schnellleserin unterwegs, überfliege gerne mal eine Textpassage oder erfasse einen Satz im Ganzen. Da fällt es mir dann schwer,Text in einer "anderen" Sprache zu verstehen und ich fühle mich gezwungen, das Tempo zu drosseln um genau zu entziffern. Interessanterweise gibt es Bücher, die ich nicht im Schnelltempo lese, weil ich den Rhythmus oder die Schönheit der Sprache genießen will. Die lese ich ganz anders, die zelebriere ich ein bisschen. Da würde mich dann eine Dialekt-Passage gar nicht so sehr stören, Voraussetzung ist natürlich, dass ich den Text verstehe. Und ich sehe es ähnlich wie Doris, im Dialog spärlich eingesetzt, passt es.

 

Liebe Grüße

Andrea

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Liebe Angelika

 

Sprecht ihr selbst Dialekt?

 

Nein. Meine Eltern sprachen schon hochdeutsch. Aufgewachsen bin ich in Hessen, habe aber den Dialekt nie gesprochen

 

Wenn nicht, versteht ihr den Dialekt in eurer Umgebung?

 

Hier in Franken nicht. Ich kenne kaum echte Franken. Einer meiner Bekannten hier schreibt die "meefrängischen" Asterixe, der spricht aber trotzdem hochdeutsch mit mir. 

In Hessen, wo ich aufgewachsen bin, verstehe ich den Dialekt und höre ihn gerne, spreche ihn aber nicht

 

Bedauert ihr es, dass die jüngere Generation nur noch wenig im Dialekt spricht?

 

Eigentlich schon, ich mag Dialekte, sie sind so unmittelbar, manchmal ein bisschen dreckig, wenn du meinst, was ich meine. Aber ein Identifikationsmerkmal. Man sieht niemandem an, ob er Schwabe oder Pfälzer ist. Aber man kann es hören.

Ich schaue  gerade "Turn", eine Spionage-Serie während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Dort tauchen auch die hessischen Söldner auf, die für die Briten kämpfen mussten. Sie sprechen richtig hessisch. Auch, wenn man Originalton hört. So was als Erkennungsmerkmal liebe ich.

Der BR schafft das ja nicht, wenn was in Franken spielen soll, sprechen die Schauspieler niederbayerisch

 

Was kann eurer Meinung nach der Dialekt, was kann er nicht?

 

Identifiktion stiften. Besonders gut in Österreich gelungen :-) Und der Schweiz, natürlich :-)

Wenn ich hessisch höre, fühle ich mich sofort wieder wie zu Hause

 

Wie empfindet ihr Dialektpassagen in einem Buch?

 

Nervig, wenn ich den Dialekt nicht kenne. Selbst wenn ich ihn kenne, finde ich es zu langwierig, ihn zu lesen. Die meefrängischen Asterixe verstehe ich nur, wenn sie vorgelesen werden.

Also, homöopathische Dosen wie vereinzelte Wörter, die fürs Verständnis nicht zwingend notwendig sind, sind okay

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Zwischenbemerkung an Wolf: Obwohl ich in Schleswig-Holstein aufgewachsen bin und auch in Hamburg Wurzeln habe,

verstehe ich kein Platt, das waren für mich immer böhmische Dörfer. Oder Friesisch, oje. Lewwer duad üs Slaav!

 

Bei Expedia gibt es eine Dialektkarte, wo man sich einzelne Sätze anhören kann: 

https://blog.expedia.de/deutsche-dialekt-karte/

 

Sprechen die Kölner wirklich so? Am besten gefallen mir ja noch die Krümmele und "Ohne Kaffee kann ich nicht kämpfen",  auch wenn das Sächsische nicht gerade das ästhetischste ist.

Bearbeitet von Christa
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Liebe Angelika,

 

ich bin im Saarland aufgewachsen und habe Saarländisches Platt gelernt, und zwar die Saarbrücker (eine rheinfränkische) Mundart. Wenn ich im Saarland bin, spreche ich Saarländisch, auch wenn ich beruflich unterwegs bin, und ich genieße es sehr. Wobei ich die Moselfränkische Variante kaum verstehe.

 

Jetzt lebe ich in Düsseldorf, verstehe den Dialekt hier, aber wehe, ich fange mit "aweiler awwer"  oder "Et Jackett hängt im Büro" an. Dann ist Spott noch das Harmloseste, was mir entgegen schlägt. :)

 

Für mich hat Dialekt etwas mit Heimat zu tun, also mit Wurzeln. Dennoch finde ich es nicht bedauerlich oder bedenklich, wenn junge Menschen keinen Dialekt mehr sprechen.

 

LG

Martin

_________________________________________________

www.martinconrath.de

Jede Art des Schreibens ist erlaubt - nur nicht die langweilige (Voltaire)

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Liebe Angelika,

ich finde Dialekt ein sehr spannendes literarisches Werkzeug. Kennst du die Erzählung "Katzenzeit" von Inka Kleinke-Bialy? In dieser sprechen alle Figuren bis auf die Großmutter Hochdeutsch. Diese spricht einen Schwarzwälder Dialekt und zwar den vom Kinzigtal, also meinen Heimatdialekt :-) Die Autorin hat ihn eins zu eins wiedergegeben und manche Sätze versteht man als Nichtkinzigtäler sicher nicht, aber darum geht es auch nicht, man soll nicht zu 100% den Inhalt der Großmutter-Dialoge verstehen. Was man vom Klang der Worte her sofort fühlt (und versteht), ist: der Dialekt klingt drollig - und damit wirkt auch die Großmutter erstmal drollig. Eine alte Frau mit lautem Mundwerk, die viel spricht und sich lustig ausdrückt. Und genau das hat die Autorin gewollt. Dass man die Großmutter erstmal als drollige Person wahrnimmt, als "Original". Dabei ist die Großmutter alles andere als harmlos und nach und nach zeigen sich die Verschiebungen, zeigt sich die Gewaltspirale, die in dieser Familie von Mutter (Großmutter) auf die Tochter auf die Enkelin weitergegeben wird. Die Inhalte der Großmutter-Dialoge sind zum Teil sehr hart, da ist zum Beispiel von Missgeburt die Rede, aber das dialektale Wort dafür und der ganze dialektale Satz samt seinem eigenen "singenden" Rhythmus nehmen dem Inhalt seine Schärfe. Die Tochter wirkt mit ihren hochdeutschen Sätzen viel anklagender und schärfer, ihr Inhalt kommt "unverkleidet" daher. Es entsteht dadurch ein Verschiebung in der Leserwahrnehmung (erzählt wird von der Enkelin im Ich), nur durch den Einsatz von Dialekt. Das fand ich ganz großartig! 

 

Die Erzählung hat auch den Schwäbischen Literaturpreis gewonnen, das gestellte Thema war "Mundart" :-)

 

Liebe Grüße

Lisa

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Sprecht ihr selbst Dialekt? Nein. Aber mir hat einmal ein teilnehmender Germanistikprofessor in einem Computerkurs gesagt, dass man an meinem "e" die Herkunft aus Lübeck hören kann. Fragt mich nicht, wie.  :o 

Wenn nicht, versteht ihr den Dialekt in eurer Umgebung? Den norddeutschen Dialekt verstehe ich, Plattdeutsch ein bisschen, mit dem badischen Dialekt an meinem jetzigen Wohnort habe ich Probleme. Und in einigen Gegenden sind auch die Eingeborenen aufgeschmissen, wenn sie ins Nachbardorf kommen (kein Witz, haben mir mehrere Eingeborene erzählt … glaube ich  ;) ).

Bedauert ihr es, dass die jüngere Generation nur noch wenig im Dialekt spricht? Ich bedaure eher, dass hier viele Leute kein Hochdeutsch können. Also, echt nicht. Und die werden sauer, wenn man sie nicht versteht! Meiner Ansicht nach sollte man Hochdeutsch können, wer dann noch Dialekt lernen möchte, soll doch gerne. Irgendwie wäre es schon schade, wenn dieses Kulturgut verloren ginge. 

Was kann eurer Meinung nach der Dialekt, was kann er nicht? Er kann Menschen trennen und zu Konflikten führen. Benutzt man hier beispielsweise das Wort "Portemonnaie", das im Norden üblich ist, halten einen die Leute hier für arrogant, weil nur "Geldbeutel" in Ordnung ist. Dialekte können auch total verwirren. In Baden geht der "Fuß" beispielsweise bis zur Hüfte - woanders sagt man dazu "Bein". Sowas gibt beim Arztbesuch interessante Missverständnisse. 

Wie empfindet ihr Dialektpassagen in einem Buch? Ich würde sie nur nutzen, wenn sie notwendig sind, weil beispielsweise die Bodenständigkeit einer Figur betont werden soll. Und auch dann nur andeuten, damit das Lesen nicht zu schwierig wird. 

 

Noch ein Aspekt, der hier bislang nicht erwähnt wurde: Dialekt wirkt für mich einfältig. - Ich weiß, dass das ein Vorurteil ist, und ich habe schon Professoren erlebt, die Dialekt sprechen. Dennoch ordne ich im ersten Moment einen Satz in Dialekt als weniger klug ein als den gleichen Satz in Hochdeutsch. Dagegen muss ich mit einer bewussten Analyse ansteuern, um den Inhalt an sich zu bewerten.  :-X

Olaf Fritsche 

www.seitenrascheln.de

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Die Erzählung hat auch den Schwäbischen Literaturpreis gewonnen, das gestellte Thema war "Mundart" :-)

 

Die Beschreibung des Inhalts und der Verwendung des Dialekts klingt sehr raffiniert und gut gemacht. Aber liest sowas irgendjemand außerhalb Schwabens? 

 

Du meinst außerhalb Schwabens UND Badens!  :s11

Ja, das denke ich schon, denn die Erzählung ist einfach sehr, sehr gut und es geht ja nicht um den Dialekt, sondern um eine beeindruckende Geschichte. Der Dialekt ist nur ein literarisches Stilmittel. Berliner KollegInnen, denen ich die Erzählung zu lesen gegeben habe, waren sehr beeindruckt.

Es gibt ja auch Romane, in denen Dialekte eingesetzt werden, die deutschlandweit funktionieren, also die Romane. Ich denke, wichtig ist, dass dieses Stilmittel - wie jedes andere auch - (psychologisch) motiviert eingesetzt wird. Und nicht als "Folklore" oder reine Atmosphäre.

 

Liebe Grüße

Lisa

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Noch ein Aspekt, der hier bislang nicht erwähnt wurde: Dialekt wirkt für mich einfältig. - Ich weiß, dass das ein Vorurteil ist, und ich habe schon Professoren erlebt, die Dialekt sprechen. Dennoch ordne ich im ersten Moment einen Satz in Dialekt als weniger klug ein als den gleichen Satz in Hochdeutsch. Dagegen muss ich mit einer bewussten Analyse ansteuern, um den Inhalt an sich zu bewerten.  :-X

 

Das habe ich heute auch schon gedacht. "Ich habe gedacht" oder "I han denkt" klingt ein bisschen wie Stadt und Land. Das wirklich breite Schwäbisch von der rauen Alb sogar etwas hinterwäldlerisch. 

 

Benutzt man hier beispielsweise das Wort "Portemonnaie", das im Norden üblich ist, halten einen die Leute hier für arrogant, weil nur "Geldbeutel" in Ordnung ist. Dialekte können auch total verwirren. In Baden geht der "Fuß" beispielsweise bis zur Hüfte - woanders sagt man dazu "Bein". Sowas gibt beim Arztbesuch interessante Missverständnisse. 

 

Ist hier ganz ähnlich. Das Portemonnaie ist für mich inzwischen zum Fremdwort geworden. Und inzwischen weiß ich auch, was "Weichsele" und "Ribele" sind. Das "Einfältige" kommt von dieser Verkleinerung und Verniedlichung, zumindest bei den Schwaben. Wenn ich zum Beispiel zum Landmetzger gehe (der bei uns "Schlachter" hieß), dann gucken sie heute noch mit großen Augen, wenn ich bestelle. Die Landfrauen machen das so: "Und dann hätt i noch gern a Schlachdplatt (heißt aber auch Metzelsupp, wobei sich Norden und Süden begegnen), und ein paar Rode (Bockwurst), und dann hätt i noch gern a Rädle Schinkewurst fürs Enkele uswusf." Ich dagegen bestelle ein Pfund Hackfleisch und Schinken, und fertig ist.

 

​Dein Beispiel finde ich sehr schön, Lisa. Das Norddeutsche, das Hochdeutsche  knallt so richtig rein ins Allemannische und in andere Dialekte. Deshalb haben ja Preussen und Schwaben heute noch Verständigungsschwierigkeiten. Und dieser Film ist bestimmt sehr sehenswert, wenn die Großmutter mit ihrem Dialekt für das Eingesessene des Kinzigtales steht, für Heimat eben, wie Martin schon sagte. Dann verstehen das auch die Berliner. Ich werde beim nächsten Besuch des Kinzigtales mal auf die Sprache achten.

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​Dein Beispiel finde ich sehr schön, Lisa. Das Norddeutsche, das Hochdeutsche  knallt so richtig rein ins Allemannische und in andere Dialekte. Deshalb haben ja Preussen und Schwaben heute noch Verständigungsschwierigkeiten. Und dieser Film ist bestimmt sehr sehenswert, wenn die Großmutter mit ihrem Dialekt für das Eingesessene des Kinzigtales steht, für Heimat eben, wie Martin schon sagte. Dann verstehen das auch die Berliner. Ich werde beim nächsten Besuch des Kinzigtales mal auf die Sprache achten.

 

Liebe Christa,

nein, der Dialekt steht in der Erzählung nicht für Heimat. Der Dialekt dient in der Erzählung dazu, vom Inhalt her knallharte Sätze abzuschwächen, harmloser wirken zu lassen.

 

Liebe Grüße

Lisa

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Ich spreche keinen Dialekt, fange aber sehr schnell an, den Singsang meiner Umgebung anzunehmen. Angeblich hört man meine Wuppertaler Herkunft jedoch deutlich. Ich verstehe Eifeler Platt, Kölsch und Schwytzerdütsch (wird das so geschrieben?) und Kärntnerisch in Maßen. Meine Kids haben diese Fertigkeit nicht und lassen eher mich übersetzen. Ob das jetzt schlimm ist? Das Leben ändert sich eben ...

Ich finde Dialekte eigentlich schon toll. Sie klingen einfach gut. Sie schaffen ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Und immer wieder gibt es Wörter oder Ausdrücke, die im Hochdeutschen nicht einfach zu ersetzen sind.

Einzelne Redewendungen oder Ausdrücke in Dialekt können (nicht müssen) einen Text aus meiner Sicht sehr bereichern. Ganze Textpassagen finde ich eher anstrengend. Wenn sie literarisch begründet sind, wie in Lisas Beispiel, aber vollkommen okay.

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Ich spreche (leider) keinen Dialekt, weil es verpönt war, als ich Kind war und meine Mutter als Norddeutsche in Hessen uns als etwas Besonderes wissen wollte. Mit meiner Oma habe ich aber Odenwälder Dialekt gesprochen und mich also als ein sprachliches Chamäleon entwickelt. Ich kann Frankfurterisch, Ourewälsch, Sächsisch, wenn ich bei meiner Schwester in Schwaben bin, fange ich an zu schwäbeln etc. Wenn ich hier in Portugal Deutsche höre, kann ich sie meistens sprachlich verorten, sogar Feinheiten zwischen Wiesbadener und Mainer Färbung heraushören. Meine Kinder, die im Westerwald aufgewachsen sind, sprechen auch keinen Dialekt. Ich fand immer, der Dialekt ist die eigentliche "Muttersprache", das, wo man wirklich sprachlich Zuhause ist. Aber vielleicht ist das falsch. Ich verstehe auch das Holsteiner Platt und hatte damit großen Erfolg bei einem meiner russischen Deutsch Schüler, der nur dieses Deutsch konnte: "Sie sind die Einzige, die mich versteht!" (Den Armen hatte man ins Rheinland gepflanzt).

In Büchern finde ich kurze Passagen im Dialekt okay, es dient der Färbung einer Person. Das gilt meiner Meinung nach auch für Fremdsprachen - wenn ich z.B. eine Geschichte schreibe, die in Portugal Zuhause ist, sprechen manche Menschen eben auch Portugiesisch in kurzen Einsprengseln. Achja, hier gibt es natürlich auch Dialekte ...

Jedenfalls bleibt die Tatsache, dass es im Leben nicht darum geht, Menschen richtig zu verstehen. Leben heißt, die anderen misszuverstehen ... Daran merken wir, dass wir am Leben sind: wir irren uns. (Philip Roth)

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Ich spreche (leider) keinen Dialekt, weil es verpönt war, als ich Kind war und meine Mutter als Norddeutsche in Hessen uns als etwas Besonderes wissen wollte. Mit meiner Oma habe ich aber Odenwälder Dialekt gesprochen und mich also als ein sprachliches Chamäleon entwickelt. Ich kann Frankfurterisch, Ourewälsch,

 

Ah! Noch eine Odenwälderin! Die "Ourewäller Roude Riebe Roppmäschin" oder wie auch immer man sie schreiben soll.

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Meine Kinder, die im Westerwald aufgewachsen sind, sprechen auch keinen Dialekt. Ich fand immer, der Dialekt ist die eigentliche "Muttersprache", das, wo man wirklich sprachlich Zuhause ist. Aber vielleicht ist das falsch. 

 

Ich weiß auch nicht wirklich, ob der Dialekt die eigentliche Muttersprache ist. Auf jeden Fall spricht mein Sohn wie ich reines Hochdeutsch, auch wenn er in Schwaben geboren und aufgewachsen ist und einen Vater hat, der sich in einem feinen Honoratiorenschwäbisch auszudrücken pflegt. Deine Chamäleon-Fähigkeiten sind auf jeden Fall beachtenswert, Barbara. So kommt man überall hin, ohne erkannt zu werden. :D 

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Sprecht ihr selbst Dialekt?

 

Als Kölnerin (eine Hälfe der Familie), spreche ich, obwohl seit Jahrzehnten weg von Köln, immer noch perfekt Kölsch, wenn ich will. Ich kenne auch noch etliche alte Wörter, die man heute eher selten hört (Fisternöll, Abelung, Prummetaat). Außerdem kann ich sehr gut sächsisch (andere Hälfte der Familie), obwohl ich diesen Dialekt nicht nicht sonderlich mag, zum Sprechen gibt es auch keine Gelegenheit mehr.

Ich lebe in Tirol mit einem Tiroler, der nur leicht gefärbt spricht, so dass man seine österreichische Herkunft hört. Ich spreche hier im meiner Umgebung Hochdeutsch ohne Knubbele und werde sofort als Piefke erkannt.  

 

Wenn nicht, versteht ihr den Dialekt in eurer Umgebung?

 

Ich habe mich in Tirol im Laufe der Jahre gut eingehört und damit keine Probleme. Allerdings verstehe ich die Ureinwohner im tiefen Zillertal, das gleich um die Ecke liegt, nur bestenfalls zur Hälfte. Damit hat auch mein gebürtiger Tiroler Probleme. Jedes Tal hier in den Alpen hat seinen eigenen Dialekt. Den verstehen zu wollen, kann man sich sparen. In vergangenen Zeiten sind diese Bewohner ja kaum aus ihren entlegenen Tälern herausgekommen, so dass deren Dialekt über lange Zeiträume nicht von außen beeinflusst wurde.  

 

Bedauert ihr es, dass die jüngere Generation nur noch wenig im Dialekt spricht?

 

Hier in Tirol höre ich die Jungen tirolerisch reden, finde ich okay, (Griaßdi!) sie sollten sich gegenüber "Fremden", wie die Nicht-Einheimischen hier noch oft genannt werden, aber verständlich ausdrücken können. 

 

Was kann eurer Meinung nach der Dialekt, was kann er nicht?

 

Als Kölnerin empfinde ich meinen Dialekt als Heimat, als sehr verbindend. Wenn ich besuchsweise in Köln bin, gibt es oft in jedem Café, jeder Kneipe, gleich mal einen "Verzäll". Dann geht mir das Herz auf. :D Und ich glaube, in keiner Stadt werden so viele Lieder im Dialekt inbrünstig von allen Kölnern gesungen. 

Politiker, die krassen Dialekt reden, der sogar noch in einer Fremdsprache durchklingt, empfinde ich als Zumutung, egal, ob sie nicht anders können oder wollen. 

 

Wie empfindet ihr Dialektpassagen in einem Buch?

 

Mag ich nicht so gern, weil es kaum richtige Schreibweisen dafür gibt. Ich habe mal Passagen im sächsischen Dialekt gelesen, da war mir die Person gleich unsympathisch. Solche Passagen mag ich eher dezent formuliert, auch wenn dann dabei das Charakteristische des Dialekts nicht so durchkommt.

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Sprecht ihr selbst Dialekt?

Das kommt auf die Perspektive an. Ein Nicht-Bayer ordnet mich sofort dem bayrischen Sprachraum zu, während ein Bayer sich nicht sicher ist. Ich bin in verschiedenen Dialekttäumen aufgewachsen, aber meine Mutter, Urmünchnerin, dachte, Dialekt sei was für niedere Schichten (und Zweisprachigkeit mache dumm). 

 

Wenn nicht, versteht ihr den Dialekt in eurer Umgebung?

Generell ja. Auch Redneck und Hillbilly. In der Schweiz allerdings habe ich meine Grenzen gefunden. 

 

Bedauert ihr es, dass die jüngere Generation nur noch wenig im Dialekt spricht?

Ja. Ich bedauere aber mehr, dass Englisch in den Sprachgebrauch so massiv eingebrochen ist - und dann noch nicht einmal korrekt, sondern verdeutscht. Das stört mich mehr. 

 

Was kann eurer Meinung nach der Dialekt, was kann er nicht?

Dialekt ist Teil der Kultur und fördert ein Zusammengehörigkeitsgefühl, grenzt damit aber auch aus.

 

Wie empfindet ihr Dialektpassagen in einem Buch?

Wenn noch lesbar, gut. Muss ich anfangen laut zu lesen, damit ich's erraten kann, dann wird es zur Arbeit und ich lege das Buch weg. Außer ich lese etwas Spezielles. Ich schreibe (unter anderem) Regiokrimis, und da wird eine kleine Dosis Dialekt erwartet oder zumindest toleriert. Bisher mochten die Leser dies, sagen, es gibt dem Ganzen Flair.

Bearbeitet von IlonaS

Krimis, Liebe und Mehr.

www.ilonaschmidt.com

Translations, Lektorat & Exposé Coaching

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Bedauert ihr es, dass die jüngere Generation nur noch wenig im Dialekt spricht?

Ja. Ich bedauere aber mehr, dass Englisch in den Sprachgebrauch so massiv eingebrochen ist - und dann noch nicht einmal korrekt, sondern verdeutscht. Das stört mich mehr. 

 

 

Vielleicht verschwindet das auch wieder in der nächsten Generation. Meine Großmutter und ihre Schwester sprachen immer nur vom Paraplü und Trottewa. Damals war das Kölsch noch mit vielen französichen Ausdrücken durchsetzt, die mittlerweile zum größten Teil verschwunden sind.

 

Liebe Grüße

Wolf

(Halbkölner)

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Sprecht ihr selbst Dialekt?

Ja, bayerisch

 

Bedauert ihr es, dass die jüngere Generation nur noch wenig im Dialekt spricht?

Ja und nein. Mein Sohn spricht ebenfalls bayerisch, aber ich bin froh, dass er im Gymnasium hochdeutsch sprechen "lernt"

 

Was kann eurer Meinung nach der Dialekt, was kann er nicht?

Ich finde, dass Dialekt ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Heimat vermittelt, aber wenn man national tätig ist, kann er ziemlich nervig sein und auch eine Lesung beeinträchtigen. Ich würde mir wünschen, wenn ich dialektfrei hochdeutsch sprechen könnte.

 

Wie empfindet ihr Dialektpassagen in einem Buch?

Nicht so toll. Im Film finde ich es recht interessant, wenn mal eine Figur Dialekt spricht, aber im Buch emfinde ich es häufig als konstruiert, keine Ahnung warum.

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Sprecht ihr selbst Dialekt?

Ja, Bayerisch. Allerdings nur ein leichter bayerischer Einschlag im Hochdeutschen.

Eigentlich spreche ich hauptsächlich Hochdeutsch, auch wenn schon der eine oder andere Norddeutsche behauptet hat, mich mit meinem bayerischen Slang nicht zu verstehen.

Als Müncherin habe ich den Vorteil, alle bayerischen Dialekte zu verstehen. Da musste ich tatsächlich schon während eines längeren Seminars mit Teilnehmern aus allen Teilen Bayerns als Übersetzer ran, weil die sich untereinander nicht verstanden haben. Das fand ich spannend.

Ansonsten bin ich eigentlich ein Dialekt-Chamäleon. Wenn ich längere Zeit mit jemandem verbringe, der starken Dialekt spricht, passe ich mich an - auch wenn das gar nicht mein Heimatdialekt ist. Spricht jemand Hochdeutsch, passe ich mich auch da an.

 

 

Bedauert ihr es, dass die jüngere Generation nur noch wenig im Dialekt spricht?

Ja, sehr. Mittlerweile ist der Dialekt hier gefühlt so am Rückzug, dass ich mich jedes Mal freue, wenn ich irgendwo richtiges Münchnerisch oder wenigstens Bayerisch höre. Inzwischen ist es sogar schon so weit, dass ich mich sogar freue Bayerisch zu hören, wenn es ein derbes Bayerisch ist - vor ein paar Jahren hätte ich da noch die Nase gerümpft.

 

 

Was kann eurer Meinung nach der Dialekt, was kann er nicht?

Bayerisch zu hören gibt mir das Gefühl von Heimat.

Andere Dialekte geben mir das Gefühl von großer weiter Welt.

 

Wie empfindet ihr Dialektpassagen in einem Buch?

Fast immer schrecklich.

Entweder sind es Dialekte, die ich nicht verstehe, dann bremst das beim Lesen unglaublich aus. Und wenn es Bayerisch ist, wird es oft schnell furchtbar peinlich, denn oft sind es leider auch Nicht-Bayern, die den Dialekt einsetzen (und irgendwie hilft es da auch nicht, wenn sie sich bei den Passagen von Bayern helfen lassen). Selbst wenn ein Bayer seinen Heimatdialekt verwurstet, finde ich es nicht gut. Das geht allein schon damit los, dass es einfach keine einheitlichen Schreibweisen gibt. Unschön finde ich auch, wenn dann im Dialekt irgendwelche Mundarteigenarten bis zum Erbrechen eingesetzt werden und man bestimmte Sachen in jedem zweiten Satz liest. (Mir fällt gerade nur das schon oft totgerittene "gell?" ein) Wenn ich einen Text auf Hochdeutsch schreibe, achte ich doch auch darauf, dass sich Dinge nicht ständig wiederholen. Warum scheint das in Mundart keiner zu machen?

Dialekt im Buch finde ich nur dann gut, wenn nicht die kompletten Dialoge im Dialekt geschrieben sind, sondern die Person lediglich einzelne Wörter oder eine bestimmte Satzstellung verwendet, die sie deutlich verorten. Wenn es nur ein kurzer Abschnitt mit Dialekt ist, geht das auch noch. Z.B. wenn in einem Krimi jemand einen Einsiedler aus dem tiefsten Hinterwald befragt, der aber sonst nicht weiter vorkommt.

Dämonenblut - Wesen der Nacht Band 2 - Urban Fantasy - cbt März 2014
 

www.brigitte-melzer.de

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