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Holger

Warum das deutsche Fernsehen sterben wird

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Christa, das geht mir ganz genauso.
Spätfilme, die alten Klassiker, wenn es sie denn geben würde, könnte ich mir allerdings nicht ansehen, weil ich Frühaufsteher bin und entsprechend früh auch wieder schlafen gehe. Vor zwei, drei Jahren hab ich mir noch so gut wie jeden Tatort angesehen, inzwischen sortiere ich ganz klar nach dem Team aus. Da gibt's noch ein, zwei, die super sind, allen voran das mit Nora Tschirner und Christian Ulmen. Die sind herrlich erfrischend, das tut richtig gut. Viele andere gehören mMn in die Mottenkiste.
Ich erinnere mich noch gut an den unglaublichen Tatort vor zwei (oder drei?) Jahren, ich glaube, er hieß "Im Schmerz geboren" und wie der die Nation gespalten hat.
Die einen haben gejubelt: Ganz großes Kino! und Endlich trauen die sich mal was! Und die anderen haben aufgestöhnt: Mimimi, wir wollen unseren alten Tatort zurück.
 

Bearbeitet von SusanneL

aktuell: Die Tochter meines Vaters (Piper) als Romy Seidel
 

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Ja, ich darf hier eigentlich auch nicht mitdiskutieren, denn was mich anbelangt, ist das Fernsehen bereits gestorben. Wir leben jetzt schon über 13 Jahre ohne die Kiste, und wenn ich mal auf Reisen in Hotelzimmern den Fernseher einschalte (in manchen Hotels ist er ja schon an, wenn man das Zimmer betritt), dann bin ich regelmäßig erschüttert, was für ein unglaublicher Müll teilweise gesendet wird (übrigens nicht nur in Deutschland). 

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Ich glaube ein wesentlicher Faktor ist auch "nicht müssen". Wir zahlen alle GEZ-Gebühren an die Öffentlich-rechtlichen, egal was diese produzieren und ob es uns gefällt oder nicht. Es gibt kein Konsequenzen-Management im Fall schlechter Quoten oder empörter Zuschauer.

Das ist bei netflix, sky, amazon etc. anders.

 

Das stimmt nicht. Das Gegenteil ist richtig. Es gibt viel zu schnell Konsequenzen bei schlechten Quoten, sowohl bei den ÖR wie bei den Privaten, wo selbstproduzierte Serien zum Teil schon nach der zweiten Folge abgesetzt oder auf einen späten Sendeplatz verschoben wurden, wenn die Quoten schlecht waren.

 

Im Übrigen: Wir dürfen nicht von unserem Geschmack ausgehen. Ein großer Teil des Publikums will diesen "Schrott" sehen. Die unsäglichen Sendungen haben gute bis sehr gute Quoten. Das Problem, das alle klassischen Sender, vor allem die ÖR, haben, ist die Altersstruktur ihrer Zuschauer. Was sich gerade ändert, ist auch nicht zwangsläufig, dass nach anderen Inhalten verlangt wird, sondern der Vertriebsweg. Mit anderen Worten: In zwanzig Jahren wird vielleicht nicht mehr hauptsächlich nach Programmschema versendet, sondern eben gestreamt, aber es wird immer noch der gleich Schrott sein. (Oder vielleicht inhaltlich und/oder formal etwas anderer Schrott.) Die von uns so verehrten US-Serien konnten entstehen, weil der Pionier-Sender HBO genau diesen Quotendruck von den Machern genommen hat. Geld war genug da, dank der Abo-Einnahmen aus den Sportübertragungen. Deshalb wurde die Maxime ausgegeben: Macht so, wie ihr meint, egal, ob es jemand sehen will. HBO wollte sein Markenprofil mit diesen Serien differenzieren, so wie manche Verlage, die auch schwer verkäufliche Literaten ins Programm nehmen, um das Image aufzupolieren. Viele, vielleicht sogar die meisten dieser US-Serien waren dann kommerziell gesehen auch eher Flops. (Dennoch wurde jede Serie zu Ende erzählt.) Das wird durch den Mega-Erfolg anderer Serien überdeckt.

"Stirb leise, mein Engel", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Hörst du den Tod?", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Denn morgen sind wir tot", Jugendbuch, Oetinger Verlag 2015, "Bad Boys & Little Bitches", Jugendbuch Oetinger Verlag 2017 und 2018; "Wir sind die Wahrheit", Jugendbuch Dressler Verlag 2020

"Die im Dunkeln sieht man nicht", Roman, FISCHER Scherz 2019

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Vor zwei, drei Jahren hab ich mir noch so gut wie jeden Tatort angesehen, inzwischen sortiere ich ganz klar nach dem Team aus. Da gibt's noch ein, zwei, die super sind, allen voran das mit Nora Tschirner und Christian Ulmen. Die sind herrlich erfrischend, das tut richtig gut. Viele andere gehören mMn in die Mottenkiste.

Ich erinnere mich noch gut an den unglaublichen Tatort vor zwei (oder drei?) Jahren, ich glaube, er hieß "Im Schmerz geboren" und wie der die Nation gespalten hat.

Die einen haben gejubelt: Ganz großes Kino! und Endlich trauen die sich mal was! Und die anderen haben aufgestöhnt: Mimimi, wir wollen unseren alten Tatort zurück.

 

Das habe ich gar nicht mitgekriegt, denn ich hatte länger mit Tatort-Gucken ausgesetzt. Allerdings ist das für mich ein ganz außerordentlich langjähriges Erfolgsmodell und anscheinend nicht totzukriegen. Abschaffen würde ich den Fernseher auch nicht, denn außer den Nachrichten gibt es noch so einiges (s.o.), das ich gern angucke, zum Beispiel, wenn es den ganzen Tag regnet oder ich meine fünfzehn Seiten geschrieben habe. Da ist das Fernsehen einfach eine Abwechslung - den ganzen Mist braucht man ja nicht einzuschalten.

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Hier ist ein Artikel, der zum Thema passt:

 

Darüber, dass Beziehungsserien oder -filme auch "mutig" sein können, mit einigen gelungenen (?) aktuellen Beispielen (bzw. solchen, die krasse Realität, überzogene Ehrlichkeit etc. einbringen). Scheint vor allem auch etwas mit englischem Humor zu tun zu haben ...

 

http://www.zeit.de/kultur/film/2016-10/beziehungsserien-liebe-tv-serien-catastrophe-girls/seite-2

"Felix", FVA 2015,  jetzt als Kindle eBook // Ab 12.7.2021: "Liebe braucht nur zwei Herzen", Penguin Verlag // Sommer 2022: "Wenn dein Herz woanders wohnt", Penguin Verlag

www.judithwilms.com

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Ich dürfte eigentlich auch nicht mitdiskutieren Als ich im Jahr 2000 meinen Fernseher abschaffte (zu der Zeit, als zu meinem Entsetzen Big Brother in die deutschen Wohnzimmer einzog), galt ich noch als seltsamer Vogel. In den letzten Jahren begegne ich aber immer mehr Menschen, wie man hier im Forum auch sehen kann, die sich keinen Fernseher mehr halten. Mich interessiert das Programm einfach nicht, und ich fühle mich auch erschlagen von der Riesenauswahl an Sendern, die zur Verfügung stehen. Was mich interessiert, finde ich meistens auch im Internet, und das kann ich geziehlt suchen und anschauen. Aber selbst das mache ich äußerst selten. Lustig finde ich die Reaktion einiger Mitmenschen, wenn man ihnen erzählt, dass man nicht fernsieht: "Echt? Was machst du denn dann abends?" :)

 

Eine Ausnahme habe ich dem fernsehabstinenten Zeitraum allerdings gemacht. Mittendrin habe ich mir für 3,5 Jahre wieder einen Fernseher angeschafft, als ich nach Brüssel gezogen bin, einfach um der Landessprachen Herrin zu werden, und da war es auch ziemlich egal, was ich guckte. Inzwischen sitzt das Gerät aber wieder bei einem Freund in Wohnzimmer, der selbst auch keinen Anschluss hat und es nur zum Gucken von DVDs benutzt.

 

LG

Angelika

"Wem die Deutschstunde schlägt", Goldmann Verlag, 2014

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Lustig finde ich die Reaktion einiger Mitmenschen, wenn man ihnen erzählt, dass man nicht fernsieht: "Echt? Was machst du denn dann abends?" :)

 

Es ist wirklich lustig, sich einmal vorzustellen, was die Leute abends machen außer fernsehen. In den Großstädten sitzen sie in den Kneipen und Restaurants oder gehen zu kulturellen Events, bei uns auf dem Land sieht man sie bei VHS - Vorträgen, es flackert in jedem Haus das blaue Licht, wenn man mal die Runde macht (PC oder TV oder DVD usw.). Andere (Jugendliche) hocken mit Wodka im Park, bis der Winter kommt. Ich selbst schreibe und lese abends. Das stößt mancherorts auf Unverständnis: "Wer liest denn heute noch?", fragte unlängst der Vermieter eines Freundes. Und doch hat das Fernsehen noch seine Macht, wie der letzte Tatort beweist(O.T.)

 

LG

Christa

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Wow, was für eine spannende Diskussion! Auch wir schauen kaum noch Fernsehen, meine Kinder praktisch gar nicht. Außer Big Bang...

Jüb, Du schreibst: Meiner Meinung nach gibt es einige Beispiele für durchaus gelungene deutsche Serien, die sich auch international messen lassen können. Z.B. "Die Stadt und die Macht", "Im Angesicht des Verbrechens", "Deutschland 83". Ich glaube schon, dass das noch mehr möglich ist...

 

Das Ding ist, dass ich die trotzdem nicht kenne, während ich die amerikanischen oder englischen Sachen dann doch anschaue, weil es sich herumspricht. Meine Kinder wollten unbedingt "Sherlock" sehen. Warum? Es muss sich herumgesprochen haben...

Sind die deutschen Produktionen  dann doch nicht so fesselnd, weil sie sich nciht herumsprechen oder werden die ausländischen Serien  mehr beworben und haben einfach mehr Werbung?

 

Viele Grüße

Annette

Der überraschende Weihnachtsbrief, Magellan Verlag  2018 - auch auf Dänisch, Bulgarisch und Rumänisch

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hmm... ich habe mich auf der Suche nach einem guten Bügelkrimi mal bei amazon umgeschaut und nichts gefunden, das mir so zugesagt hat, wie Inspector Barnaby. Und Barnaby habe ich damals beim Deutschen Fernsehen entdeckt.

Und ich mag im deutschen Fernsehen das Morgenmagazin, TerraX und natürlich die ganzen Reportagen.

Es laufen auch noch andere Krimiserien, die ich im Fernsehen mag, wie Casle, Forever, the Mentalist, Bones ect...   Und genau sowas ginge nicht in Deutschland. Denn da wäre es undenkbar, dass ein Nichtermittlungsbeamter einfach so als ständiger Berater mit dem Ermittler zusammen unterwegs ist, oder?

 

Was mir das Fernsehen sehr vermiest hat, ist die neue HD-Technik und die Unmöglichkeit, Fernsehen damit auf ein Medium zu speichern und dieses dann mit Freunden zu tauschen, wie man das früher mit Videos gemacht hat. Man kann ja nicht mehrere Sendungen zugleich auf eine Festplatte  aufzeichnen, die paralell laufen.

 

Und ich kann mir Games of Thrones eben nicht made in Deutschland vorstellen. Ich war einmal bei den Filmstudios nahe München als Touristin und die Räumlichkeiten erscheinen mir doch etwas sehr unterdimenstioniert für so eine Serie. Ganz zu schweigen von der nötigen Technik für die ganzen Effekte,

 

Wenn ich so darüber nachdenke, hat Deutschland in den letzten Jahren einen nennenswerten Trickfilm in Spielfilmlänge in die Kinos gebracht?

Bearbeitet von AngelikaD
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Die nötige Technik der Effekte entsteht heutzutage in platzsparenden Hochleistungsrechnern - VFX. Sie sind ausschließlich eine Frage des Geldes.
Deutsche Animationsstudios wie etwa Pixomondo arbeiten hauptsächlich für die US-amerikanische Filmindustrie. 

In Deutschland - für die deutschsprachige Auswertung - geht man über den Daumen von 9, vielleicht 10 Millionen Euro Produktionskosten aus, die sich eventuell mit viel Glück & Marketing & den-Faktor-den-niemand-kennt wieder einspielen. Darüber hinaus ist es eher Harakiri.
Nun hat ein Film wie "Findet Demo" zu seiner Zeit etwa über 90 Millionen Dollar gekostet. Ich glaube, es wäre schwierig bis unmöglich, aus Deutschland heraus einen Trickfilm herzustellen, der diesen Etat benötigt.

 

 

Das verweist aber trotzdem auf einen tiefer liegenden Grund in dieser ganzen Diskussion, den ich noch benennen möchte - das kleine Dänemark hat z. B. international erfolgreiche Serien  wie "Borgen" oder "Die Brücke" (den zusammen mit Schweden) gestemmt. Warum? Weil sie international denken mussten. Sie mussten alles so konzipieren, dass es international funktioniert (und dazu haben sie den Autoren das letzte Wort eingeräumt).
Uns hier in Deutschland zwingt dazu keiner. Die gesamte Fernsehindustrie hat es sich schön gemütlich und behaglich gemacht und produziert und sendet Schema F. Warum? Weil es geht.
Müssten wir alles so gestalten, dass es international funktioniert und vor allem wettbewerbsfähig wäre, sähe die Fernsehlandschaft sehr anders aus.

Schöne Grüße,

Holger

Bearbeitet von Holger
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@ Holger: Zurzeit läuft eine erfolgreiche deutsche Serie.

 

So wie ich das verstanden habe, wird es da genauso gemacht, wie von dir gefordert:

Kreative Freiheit für Autoren und Produzenten, kein Redakteursfernsehen.

 

Hab mir die jetzt ein paarmal angeguckt.

 

Gut für deutsche Verhältnisse: Ja.

 

Standard der internationalen Top-Serien : Für mich nicht.

 

Dass solche Serien es schaffen würden, junge Zuschauer dauerhaft zurück zum Fernsehen zu bringen, kann ich mir nicht vorstellen.

 

Dazu kommt noch, dass das (für mich) Beste an der Serie, nämlich die Idee, noch nicht mal aus Deutschland kommt,

sondern auf einer wahren Geschichte bzw. einem Buch beruht.

Bearbeitet von MichaelT
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Hallo Michael,

 

aus den Eckdaten würde ich auf "Club der roten Bänder" tippen.
Die deutsche Adaption wird von diversen Kennern und vor allem vom Erfinder selbst als die beste Adaption angesehen, die auch der US-amerikanischen Adaption überlegen sein soll. Die Autoren hat man jetzt für die 2. Staffel von der Leine gelassen. 

Ich habe auch gesagt, dass andere Filmschaffende das - gerade in den USA - seit über 10 Jahren praktizieren. Wenn hierzulande damit angefangen wird, kann man vielleicht auch nicht erwarten, dass der Azubi sofort ein Meisterstück abliefert. Bloß wenn er nicht irgendwann mal anfängt, dann wird er dieses Niveau auch nie erreichen. 
Wir haben in Deutschland die Voraussetzungen. Ob wir es hinkriegen, wenn man uns lässt...bleibt abzuwarten.

Neben einer großartigen Serie aus den USA, die es denn über den Teich schafft, stehen mindestens ein Dutzend andere aus den USA, die international nicht verwertbar oder auch im Herkunftsland selbst Ladenhüter sind. Was wir hier aus USA sehen, ist die Crème de la Crème.

Schöne Grüße,

Holger

PS: Bei der Idee, eine Serie über todkranke Jugendliche zu machen, hätte keiner der ganze Rundfunkoberen, die überall mutig herausposaunen, welch mutigen und innovativen Stoffe sie doch so gerne machen würden, auch nur das Geld für ein Exposé riskiert - geschweige denn so etwas im Sender durchgekämpft bis zur Ausstrahlung. Die hätten sich alle ins Hemd gemacht und abgewunken.
Sie schauen, was im Ausland läuft, und dann ahmen sie es nach. "Lost" wird zu "Verschollen", "CSI" zu "RIS - die Sprache der Toten" usw. usf.

Bearbeitet von Holger
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aus den Eckdaten würde ich auf "Club der roten Bänder" tippen.

Die deutsche Adaption wird von diversen Kennern und vor allem vom Erfinder selbst als die beste Adaption angesehen, die auch der US-amerikanischen Adaption überlegen sein soll. Die Autoren hat man jetzt für die 2. Staffel von der Leine gelassen. 

 

Neben einer großartigen Serie aus den USA, die es denn über den Teich schafft, stehen mindestens ein Dutzend andere aus den USA, die international nicht verwertbar oder auch im Herkunftsland selbst Ladenhüter sind. Was wir hier aus USA sehen, ist die Crème de la Crème.

 

 

Hallo Holger,

 

dem, was ich zitiert habe, widerspreche ich gar nicht.

Das mag durchaus sein, dass der Durchschnitt in den USA nicht höher ist als der deutsche.

 

Aber die Frage, um die es hier im Thread geht, ist ja die, ob und wie die Sender

versuchen sollen, mit deutschen Serien und Filmen die junge Zielgruppe wieder mehr

weg vom Streaming, hin zum Gucken von deutschen Formaten zu kriegen.

 

Und dabei ist es m.E. unerheblich, wie viel schlechtere Sachen in den USA und Co. laufen.

Das sind nicht die Sendungen, die sich meine Zielgruppe anguckt.

 

Um die Leute rüberzuholen, müssten die deutschen Formate dauerhaft an die Qualität der Top-Serien rankommen.

Und selbst dann ist nicht ansatzweise sicher, ob die Jungen dem nicht trotzdem die internationalen

Sachen vorziehen würden.

 

Als Senderverantwortlicher würde ich der jungen Zielgruppe das geben,

was sie wirklich aus Deutschland sehen will: Unterhaltung und Sport, vielleicht noch Magazine;

aber Filme und Serien aus dem Ausland.

 

Gerade bei der Unterhaltung (also Shows und "Trash TV") kann man noch so viel mehr rausholen, weil man sich da eben nicht unbedingt

mit internationalen Formaten messen muss und Streaming dabei keine Rolle spielt.

 

Viele Grüße

Michael

Bearbeitet von MichaelT
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Hallo Michael,

 

ja, sorry, habe mich etwas vergaloppiert.

 

Also: Wenn die ÖR grob gesagt alles unter 30 Jahren verloren haben, dann ist der ÖR per Sterblichkeit seiner Reststeher ein "Auslaufmodell".
Ich bin davon überzeugt, dass das junge Publikum nicht zum linearen Fernsehen zurückkehren wird.

Ich kann mir aber vorstellen, dass das deutsche Fernsehen junge Zielgruppen im Netz "zurückgewinnen" kann - und zwar für die jeweilige Sendung, die junge Zuschauer interessiert. Ob das jetzt das Mediathekmodell ist oder ein anderes. Vor den Fernseher werden sie keinen mehr locken können, diese Weiche hätte man vor über zehn Jahren stellen müssen.

Schönen Abend,

Holger
 

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Also möchtest du deutsches Streaming von Filmen und Serien internationalem Streaming gegenüberstellen.

Und das Ganze mit GEZ-Gebühren?

 

Nimm's mir nicht übel, aber das ist wirklich rausgeschmissenes Geld.

Das kann doch nicht funktionieren.

 

Ich glaube übrigens nicht, dass das Fernsehen für die junge Zielgruppe tot ist.

Shows/Unterhaltung und Sport gehen immer. Da haben die Streamingdienste nichts entgegenzusetzen.

 

Dir auch einen schönen Abend,

 

Michael

Bearbeitet von MichaelT
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Also möchtest du deutsches Streaming von Filmen und Serien internationalem Streaming gegenüberstellen.

Und das Ganze mit GEZ-Gebühren?

 

Darum ging es mir in meinem Posting nicht, sondern um die Frage nach der Abspielplattform.

 

Ich denke, dass der Kampf der ÖR um die jüngere Zielgruppe im Bereich fiktionales Erzählen wenn überhaupt dann nur noch dort stattfinden kann, wo die Konsumenten Ort, Zeitpunkt und Dauer ihres Konsums selbst bestimmen können, also im Netz, weil er im linearen Fernsehen (s.o.) schon verloren ist.

Und ein Konsument, der einmal alle 3 Monate für einen Boxkampf in die ARD schaltet oder für die Nachrichten einmal am Tag ins ZDF, gilt für mich - und auch für den ÖR - durchaus als verloren.

 

Schöne Grüße,

 

Holger

Bearbeitet von Holger
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Und ein Konsument, der einmal alle 3 Monate für einen Boxkampf in die ARD schaltet oder für die Nachrichten einmal am Tag ins ZDF, gilt für mich - und auch für den ÖR - durchaus als verloren.

 

 

Ja, da wäre meine Lösung, wieder mehr Sport zu zeigen (die Boxkämpfe im Ersten sind ja z.B. schon weg).

 

Gerade bei ARD und ZDF, denn Sport ist so ziemlich das Einzige, wo sie dauerhaft Jung und (!) Alt mit kriegen können.

 

Shows sind ja gut aufgeteilt: Öffentlich-Rechtliche: "Alt", Private: "Jung". Um das mal zu vereinfachen.

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Guten Morgen!

 

Ich profiliere mich mal als Verteidiger des deutschen Fernsehens :-)

 

 

Deutsche räumen "Emmys" ab 

Preisverleihung in New York

Die Schauspielerin Christiane Paul ist bei den International Emmy Awards als beste Hauptdarstellerin geehrt worden. Sie erhielt den Preis für ihre Rolle in dem ARD-Thriller "Unterm Radar". Als männlicher Hauptdarsteller bekam Dustin Hoffman den begehrten Preis für seine Rolle im BBC-Film "Roald Dahl's Esio Trot". Als bester Dokumentarfilm wurde "Krieg der Lügen" des deutschen Regisseurs Matthias Bittner ausgezeichnet. Die Doku war an der Filmakademie Baden-Württemberg entstanden, aber von keinem deutschen Festival gezeigt worden. Die RTL-Serie "Deutschland 83" wurde als beste Drama-Serie gwürdigt. Mit den International Emmy Awards werden Fernseh-Produktionen ausgezeichnet, die außerhalb der USA entstanden sind.

"Dem von zwei Künstlern geschaffenen Werk wohnt ein Prinzip der Täuschung und Simulation inne."&&&&Projekt MD&&"Erdbeeren & Bananen"

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@ jueb: Aber genau das ist doch der Punkt.

 

Bei den Awards hat man eben nicht die amerikanischen Top-Produktionen als Konkurrenz.

 

Dass Deutschland mit den Produktionen anderer Länder mithalten kann, wurde ja gar nicht bestritten.

 

Nur hier geht es ja darum, wie man sich gegen das Streaming durchsetzen kann (ob man das überhaupt versuchen soll).

 

Und die Zielgruppe streamt in der großen Mehrheit amerikanische Produktionen, also alles das, was nicht bei den Awards dabei war.

Bearbeitet von MichaelT
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So etwas will ich im Fernsehen sehen:

 

http://www.rtl.de/cms/sendungen/show/schnapp-dir-das-geld.html

 

Da bin ich gespannt drauf. :s01

 

Das bietet mir kein Streamingdienst.

 

Ich bin darauf nicht gespannt, denn der Grundgedanke ist Betrug an dem zufällig ausgewählten Pärchen. Es besteht keine Chancengleichheit zwischen dem zufällig ausgewählten Pärchen und den Ermittlern. Das zu lösende Problem ist nicht das Verstecken des Geldes, sondern das Austricksen von GPS und Handy, was geht, wenn man sich vorbereiten kann. Aus diesem Grund kann man sich auch nicht bewerben, sondern wird zufällig ausgewählt. Der Sender weiß natürlich genau wo die Grenzen von GPS und Handy sind und wie er das Geld behält. Wer das nicht durchschaut, den kann ich auch nicht helfen.

 

Aber zum Thema des Threads - stirbt das deutsche Fernsehen aus? Nein, mit den selben Argumenten kann man jede gedruckte Zeitung, jedes gedruckte Buch totreden. Ich gehöre zur Generation der "Straßenfeger". Heute ist das kulturelle Interesse der Generationen zwischen Enkel und Großeltern soweit ausdifferenziert, das es nahezu unmöglich ist,  sie gemeinsam vor den Fernseher zu locken. Die kulturellen Bedürfnisse sind so breit geworden, dass selbst ARD, ZDF und Dritte den Spagat nicht mehr schaffen. Im Gegensatz zu den privaten Sendern haben die öffentlich-rechtlichen Sender aber einen Sendeauftrag, der nicht wirtschaftlich begründet ist. Die Frage ist also eher, ist dieser Senderauftrag noch up to date oder sollen sich die öffentlich-rechtlichen Sender ausschließlich den Quoten unterordnen?

Sind amerikanische Serien wirklich so gut? Ich kann das nicht beurteilen, ich habe eine antiamerikanische Grundeinstellung, die eine objektive Bewertung nicht ermöglicht.

Sind Steamingdienst wirklich die Lösung? Meiner Meinung nach nicht. Wer meint, Streamingdienst wollen nur mein kulturelles Bedürfnis befriedigen, denkt zur kurz. Streamingdienste beobachten sehr genau, wer, wann und was genau sieht und stellen sich auf mich ein. Im Gegensatz zum Fernsehen, bei denen die Sender nur die Wahrscheinlichkeit bestimmen können, dass ich sie sehe, kann ein Streamingdienst eine personalisiertes Profil erstellen und darauf hin mir konkrete Angebote machen. Die Basis des kulturellen Horizontes wird durch Steamingdienste nicht breiter.

Aus diesem Gund ist mir das konventionelle Fernsehen noch sehr lieb und ich hoffe, es bleibt noch lange Zeit erhalten.

Wer jetzt denkt, ich hätte etwas gegen Internet und allen Vorteilen, die es mir bietet, muss ich entäuschen. Ich möchte es nicht vermissen, aber ich überlege  mir, wozu ich es nutze.

Bearbeitet von Dietmar
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Ich bin darauf nicht gespannt, denn der Grundgedanke ist Betrug an dem zufällig ausgewählten Pärchen. Es besteht keine Chancengleichheit zwischen dem zufällig ausgewählten Pärchen und den Ermittlern. Das zu lösende Problem ist nicht das Verstecken des Geldes, sondern das Austricksen von GPS und Handy, was geht, wenn man sich vorbereiten kann. Aus diesem Grund kann man sich auch nicht bewerben, sondern wird zufällig ausgewählt. Der Sender weiß natürlich genau wo die Grenzen von GPS und Handy sind und wie er das Geld behält. Wer das nicht durchschaut, den kann ich auch nicht helfen.

 

Es ist ein Spiel.

 

Dass eben keine Chancengleichheit besteht, macht den Reiz der Show aus!

 

Man hält zum Außenseiter, fiebert mit, hofft auf die Überraschung.

 

Ich fand die Show super.

 

 

 

Die Basis des kulturellen Horizontes wird durch Steamingdienste nicht breiter.

 

Wenn ich einen Streamingdienst nutze, mache ich das nicht, um meinen kulturellen Horizont zu erweitern.

Das könnte ich bei Arte.

 

Nein, von Amazon, Netflix und Co. will ich nur eines:

 

Unterhalten werden. Mehr nicht.

Bearbeitet von MichaelT
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o.k., die Diskussion hier ist eigentlich schon vorüber und ich gehöre außerdem zur Altersgrupper derer, die lieber bügeln sollten. Ich bin aber immer noch sehr zufrieden mit der Qualität des Deutschen Fernsehens. Allerdings sehe ich da kaum Filme und mit Ausnahme von Downton Abbey auch keine Serien. Ich sehe die Zukunft des Fernsehens im Regionalfernsehen und in den Dokus, wo es international gesehen eine hohe Qualität gibt. Und wenn man Rätselshows und schlappe Krimis streicht bleibt eh kaum noch etwas anderes übrig.

Was ich vermisse sind die Kammerspiele, die ganz früher einmal eine durchaus respekable Rolle gespielt haben. Aber Theater findet ohnehin keine Freunde mehr im TV.

 

Und so bleibt für mich die Frage, ob das sich Deutsche Fernsehen überhaupt anpassen soll. Dass mein Lieblingsradiosender der Deutschlandfunk ist, wird jetzt wohl niemanden mehr überraschen - oder?

 

Liebe Grüße

Wolf

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Was hier in der Diskussion übersehen wird, ist dass die tollen amerikanischen Serien nicht von öffentlich-rechtlichen amerikanischen Sendern produziert werden, sondern von den privaten. Das Öffentlich-Rechtliche produziert auch in den USA schnarch-langweilige "brave" Sendungen, Quizshows und Reality-TV, und  liegt in der Qualität sogar noch unter dem, was ZDF/ARD & Co hierzulande produzieren. Auch in den USA haben die öffentlich-rechtlichen eine Art staatliche Zensur, bestimmte Inhalte nicht zu senden (keine explizite Gewalt und Sex z.B.), sondern "familienfreundliche" Unterhaltung.

Beim öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen kommt noch ein "Bildungsauftrag" dazu.

Wenn man innovative Serien von Deutschland erwartet, dann muss man auf die privaten Sender schielen (RTL/PRO7 & Co). HBO, von denen so viele hochgelobte Serien kommen, ist nämlich ein privater Sender, der zu Warner Bros gehört, und hat ganz andere finanzielle Mittel.

 

Ich war im Mai auf dem TV Series Festival in Berlin und habe dort Robert McKee reden hören, der ein paar sehr interessante Einblicke zu diesem Thema gegeben hat. Laut ihm ist es zur Zeit so, dass die Streamingdienste (Netflix, Hulu & Co) zur Zeit Stoffe ablehnen mit der Begründung "not dark enough". Und zwar ist es wohl so, dass die Zuschauer in den USA von den Free TV Sendern abwandern, weil deren Inhalte ihnen zu langweilig und zu familienfreundlich sind. Mit der Eröffnung der Streamingdienste konnten endlich Barrieren durchbrochen werden - dort darf alles gezeigt werden, was im normalen Fernsehen (tagsüber, wo auch kleine Kinder einschalten) nicht gezeigt werden darf. Filmemacher toben sich aus (sowohl in der Düsternis der Inhalte als auch in experimentellen Erzählformen) und die Zuschauer nehmen es dankbar an, gelangweilt vom üblichen Braven im normalen Fernsehen.

Für Netflix kann es zur Zeit also nicht düster und experimenttierfreudig genug sein.

Das amerikanische Free TV (öffentlich rechtlich) kann und darf da gar nicht mithalten, sie dürften solche Inhalte höchstens weit nach Mitternacht und nur mit Warnungen zeigen. Deswegen laufen die Synchronisationen solcher Sendungen bei uns ja auch nur auf den privaten (RTL/ Pro 7 ...). Solche Sendungen können  nur durch Werbung und Lizenzeinnahmen der Privaten finanziert werden, nicht mit öffentlich-rechtlichen Mitteln.

 

ARD/ ZDF machen sich natürlich auch Gedanken um ihre Zukunft und wie sie die junge Generation als Zuschauer erhalten können (oder überhaupt erstmal gewinnen ;) ). Und die jungen Zuschauer findet man wohl nur im Netz. Daher haben sie einen eigenen Internetkanal "FUNK" ins Leben gerufen, auf dem sie junge, kreative Sendeformate bringen. Mit der Serie "Wishlist" z.B. haben sie jetzt schon einen ziemlichen Hit gelandet haben. Ich glaube es wird in Zukunft mehr solche für das Internet gedrehte Inhalte geben, die ja ganz eigene neue (interaktive) Formate ermöglichen. Gleichzeitig werden auch die Streamingplattformen für Deutschland in Deutschland produzierte Serien suchen - Amazon hat ja auch schon mit "You are wanted" eine erste eigene Serie mit Matthias Schweighöfer produziert. Weitere werden folgen.

Ich sehe da viel Bewegung auf dem deutschen Drehbuchmarkt und viele Chancen für spannende neue Formate.

Das Fernsehen ist dabei, sich neu zu erfinden ;)

Bearbeitet von DJPusch
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Hallo,

 

anbei eine sachliche Analyse von Oliver Schütte, die ich Zeile für Zeile unterschreiben kann - woran es nämlich im deutschen Fernsehen krankt.

Und auch, dass man es ändern könnte, wenn man denn wollte. Aber man will eben nicht:

 

TV-Drama: Warum das Fernsehen sterben wird

 

 

Wirklich lesenswert.

 

Schöne Grüße,

 

Holger

 

Dem kann ich mich nur anschließen. Ich schaue schon seit langem kein reguläres Fernsehen mehr. Höchstens die Nachrichten und ab und zu eine Sendung bei 3SAT oder Phoenix. Die Filme kann man zu 95% vergessen. Die immer gleichen, eher langweiligen Krimis, ansonsten Schnulzen oder Komödien, die eher angestrengt wirken statt wirklich humorvoll zu sein, schnell zusammengeschustert mit mittelmäßiger Kameraarbeit. Meine Tochter macht ja auch Filme fürs Fernsehen. Sie sagt, die meisten Drehbücher sind grausig und dann muss alles hoppla-hop in 20 Drehtagen abgespult werden.

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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