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InezCo

Sabine Wassermann, Die Wikingersklavin

Empfohlene Beiträge

Anno Domini 1066: Heimatlos und ihrer Freiheit beraubt, landet die junge Fränkin Sophia in der Wikingerstadt Haithabu. Im Haus der Hurenwirtin Svana trifft sie auf Askell. Der Nordmann mit tiefschwarzem Haar tätigt am Ende einer Handelsreise noch einen letzten Kauf: Sophia wird seine Sklavin.

Unsichere Zeiten führen Askell, Sophia und den ebenfalls versklavten Benediktinermönch Aidan über die raue See in die unwirtlichen Wälder des Nordens. Blutige Kämpfe und gefährliche Intrigen lassen Sophias Hoffnung auf ein Leben in Freiheit schwinden. Doch das Schicksal hält noch einige Wendungen bereit. Wo Furcht und Verachtung waren, wachsen allmählich Vertrauen und Zuneigung. Deren Stärke muss sich jedoch in einer letzten Herausforderung erst noch beweisen ...

 

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Endlich ein neues Buch von Sabine Wassermann, und was für eines!

 

„Ihre Stimme kam ihr sperrig vor wie ein ungegerbtes Fell.“ (S. 27)

 

Mitte des 11. Jahrhunderts. Die Fränkin Sophia, traumatisiert durch den Tod ihrer Familie und ihrer eigenen Versklavung, hat fast ihre Sprache verloren. Sie wird die Sklavin des schwarzhaarigen Wikingers Askell. Doch nach einem Anschlag seiner eigenen Leute wird Askell selbst zum Gejagten, zusammen mit Sophia und dem ebenfalls versklavten Mönch Aidan. Nur langsam lässt Sophia zu, dass aus ihrer Abhängigkeit Gefühle erwachsen – und dann ist es zu spät. Sie werden getrennt, Sophia gerät erneut in Gefangenschaft. Als sie sich nach langen Monaten wiedersehen, hat sich nicht nur Sophia verändert. Lange bleibt unklar, was Askell zugestoßen ist. Die Autorin bereitet die Auflösung mit kleinen Andeutungen vor, die sich nach und nach zu der ganzen schrecklichen Wahrheit fügen. Jetzt müssen beide lernen, damit umzugehen.

 

Sabine Wassermann schreibt eine klare Sprache, die kraftvolle Bilder schafft. Sie spinnt einen bunten Reigen unvergesslicher Figuren, darunter auch der junge Mönch Aidan. Von schmächtiger Gestalt, ist er stark in seiner Treue und in seinem Glauben und wird Askell zum Helfer, Gefährten und schließlich Freund in der Not.

 

Fazit: Eine grandios erzählte Geschichte von Treue, Freundschaft, Liebe – und Heilung.

 

Liebe Grüße

Inez

ab 30.07.2021: Die Gärten von Heligan: Spuren des Aufbruchs (Lübbe 2021)

www.inez-corbi.de

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Danke für die Besprechung.

Ja, da bekommt man Lust auf das Buch!

 

Allerdings beschäftigt mich seit gestern die Frage, ob eine Stimme "sperrig sein kann wie ein ungegerbtes Fell."

 

Ist nur eine Lappalie, aber ich wollte das los werden, weil mich hier mein Sprachgefühl im Stich lässt.

 

Herzlichst

jueb

"Dem von zwei Künstlern geschaffenen Werk wohnt ein Prinzip der Täuschung und Simulation inne."&&&&Projekt MD&&"Erdbeeren & Bananen"

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Allerdings beschäftigt mich seit gestern die Frage, ob eine Stimme "sperrig sein kann wie ein ungegerbtes Fell."

Ist nur eine Lappalie, aber ich wollte das los werden, weil mich hier mein Sprachgefühl im Stich lässt.

Warum nicht? Für die Wikinger waren ungegerbte Felle sicher eine wesentlich alltäglichere Erfahrung als für uns heute. Ich finde das im Gegenteil sogar historisch gut nachgefühlt, womit hätten sie es denn sonst vergleich sollen? Einem rostigen Auspuff?

Das neue Jugendbuch: "Der Reiter des Königs"&&Homepage Burkhard P. Bierschenck

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Ich glaube, Jueb stört sich eher an dem Begriff "sperrig" - aber vielleicht irre ich mich. Rau wie ein ungegerbtes Fell wäre einem vermutlich gar nicht ins Auge gesprungen.

 

Ich persönlich fand die Wortwahl aber gut.

 

Gruß, Melanie

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Ja, Melanie, sperrig irritiert mich, besonders bezogen auf etwas Stoffliches...

Herzlichst

Jueb

"Dem von zwei Künstlern geschaffenen Werk wohnt ein Prinzip der Täuschung und Simulation inne."&&&&Projekt MD&&"Erdbeeren & Bananen"

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Ja' date=' Melanie, sperrig irritiert mich, besonders bezogen auf etwas Stoffliches... [/quote']

Die Wortwahl hängt sicher auch damit zusammen, dass die Protagonistin Tochter eines Pelzers ist, es also von klein auf gewohnt ist, mit Fellen und Pelzen umzugehen, die durchaus auch mal "sperrig" sein können. Und als sie dann fast ihre Stimme verliert und die Worte sich nur störrisch durch ihre Kehle zwängen, da finde ich so einen Vergleich doch durchaus angebracht ...

 

LG

Inez

ab 30.07.2021: Die Gärten von Heligan: Spuren des Aufbruchs (Lübbe 2021)

www.inez-corbi.de

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Allerdings beschäftigt mich seit gestern die Frage' date=' ob eine Stimme "sperrig sein kann wie ein ungegerbtes Fell."[/quote']

Da bin ich auch gestolpert - nicht wegen "sperrig", denn Felle können sehr sperrig sein, aber der Vergleich der Felle (sichtbar) mit der Stimme (hörbar).

 

Aber danke für die schöne Rezension.

 

Herzliche Grüße, Hans Peter

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Allerdings beschäftigt mich seit gestern die Frage' date=' ob eine Stimme "sperrig sein kann wie ein ungegerbtes Fell."[/quote']

Da bin ich auch gestolpert - nicht wegen "sperrig", denn Felle können sehr sperrig sein, aber der Vergleich der Felle (sichtbar) mit der Stimme (hörbar).

 

Aber danke für die schöne Rezension.

 

Herzliche Grüße, Hans Peter

 

Tatsächlich? Allerdings wird ja oft so etwas verglichen, z.B. wird auch oft gesagt, eine Stimme ist eingerostet oder rau wie Schmirgelpapier.

 

Insofern ist sperrig wie ein ungegerbtes Fell doch nur die logische Weiterentwicklung dieser Vergleiche - eben auf mittelalterlich. Ich lese das Buch übrigens auch gerade und bin schon längst über diesen Satz hinweg, der kommt ziemlich am Anfang - im Kontext passt er ziemlich gut. Aber dazu muss man das Buch einfach lesen.

 

Gruß, Melanie

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Ich hab auch mal ein Buch (in aehnlicher Epoche, aehnlicher Konstellation etc.) ueber eine Frau geschrieben, die den Mord an ihrer Familie miterleben musste und dabei ueber einen langen Zeitraum ihre Stimme verlor. Ich habe fuer die Recherche zu diesem Buch seinerzeit zwei Menschen interviewt, denen ein solcher Stimmverlust durch Schock/Trauma tatsaechlich geschehen ist (und die ihn ueberwunden hatten).

Insofern fuehle ich mich im Ansatz (!) kompetent, mich zu diesem Vergleich zu aeussern.

Als sperrig bezeichnen wir etwas, das eher aufgrund seiner Form als aufgrund seiner Groesse viel bzw. mehr Raum als vorhanden einnimmt. Etwas, das mithin versperrt. Auf ein Fell kann das nicht zutreffen, da es gegerbt oder ungegerbt gebogen und gefaltet werden kann, also hoechstens aufgrund seiner Groesse, nicht aber aufgrund seiner Form zu viel Raum einnimmt. Tatsaechlich liegt aber der Vergleich mit der Stimme naeher als es auf den ersten Blick einleuchten mag, da der Betroffene, der ja einmal des Sprechens maechtig war, das, was ihn am Sprechen hindert, durchaus als einen sperrigen, d.h. zu viel Raum einnehmenden Gegenstand in seiner Kehle empfindet. Der beruehmte Kloss.

Mehrere Fachaerzte haben mir seinerzeit glaubhaft versichert, dass dies - ueber einen Zeitraum von Jahren - auch konkret physische Folgen haben kann. Wird naemlich die Stimme konsequent falsch, in einer Art von "Verkrampfung" benutzt, kann dies zur Bildung von Stimmbandknoetchen fuehren, die vom Sprechenden bis zur Gewoehnung (!) als ein Sprechhindernis, vom Hoerenden als ein "Kraechzen" in der Stimmbenutzung wahrgenommen werden.

 

Ich lese derzeit im Rahmen einer anderen Recherche Betroffenenberichte zu aehnlichen Schock/Traumaerlebnissen und stosse auf beinahe deckungsgleiche Phaenomene. Immer wieder wird auf einen blockierenden, "sperrigen" Widerstand im Hals verwiesen. Einzelheiten bei Bedarf via PN.

 

Charlie

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 

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Tatsächlich? Allerdings wird ja oft so etwas verglichen' date=' z.B. wird auch oft gesagt, eine Stimme ist eingerostet oder rau wie Schmirgelpapier. [/quote']

Ja, aber das bezieht sich darauf, dass Schmirgelpapier solche Geräusche macht.

 

Das mit der Stimme hätte mich vermutlich nicht gestört, wenn es ein Vergleich mit etwas gegenständlichem gewesen wäre - als ob ein ungegerbtes Fell die Kehle versperrt o.ä. Der berühmt Kloß sitzt ja auch in der Kehle, nicht in der Stimme ;-)

 

Aber, wie Jueb richtig sagte, das ist eine Lappalie.

 

Herzliche Grüße, Hans Peter

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Wenn dem ganzen Buch so viel Aufmerksamkeit geschenkt würde' date=' wär ich echt glücklich.  :)[/quote']

 

Alle, die sich in diesem Thread geäußert haben, müssen sich jetzt verpflichten, das Buch zu lesen ;D

 

Gruß, Melanie

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Ich moecht' mich ja nicht aufdraengen (zumindest nicht so auffaellig ...) - aber wenn so viele von uns Interesse an dem Buch haben und Sabine bereit waere, waere das vielleicht die Gelegenheit, dem Leserunden-Forum einen weiteren Wiederbelebungsversuch zu goennen?

 

Nur so ein Gedanke.

 

Charlie

(wuerde das Buch gern gemeinsam lesen)

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 

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waere das vielleicht die Gelegenheit' date=' dem Leserunden-Forum einen weiteren Wiederbelebungsversuch zu goennen?[/quote'] Unbedingt - ich wäre dafür!

 

LG

Inez

ab 30.07.2021: Die Gärten von Heligan: Spuren des Aufbruchs (Lübbe 2021)

www.inez-corbi.de

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Wenn Sabine schon drei Runden hat, koennten wir ja vielleicht auch weniger aufwendig zusammen lesen, etwa in einem Thread wie die Kitsch-Runde oder per Mailing List? Und Sabine koennte so mitmachen, wie es fuer sie zeitlich hinkommt?

Ich habe das Buch hier liegen und koennte jederzeit anfangen (habe noch ein bisschen Schwellenangst).

Wer liest denn gerade oder will lesen und haette dazu Lust?

 

Gruesse von Charlie

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 

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Ich werde das Buch wohl am WE bereits ohne Leserunde durchgelesen haben.

Sabine, dann kriegst du von mir auf jeden Fall ein Feedback zu den "Beutelhelden"

 

Gruß, Melanie

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