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(Peter D. Lancester)

Leserunde: Die Vermessung der Welt

Empfohlene Beiträge

(Peter_Dobrovka)

Willkommen in der ersten Montsegur Leserunde.

Hier kann man über das Buch "Die Vermessung der Welt" diskutieren.

Wichtiger Hinweis für die, die hier reinlesen, aber das Buch noch nicht oder noch nicht fertig gelesen haben: Die Beträge können mitunter den Inhalt verraten.

 

Peter

 

 

http://images-eu.amazon.com/images/P/3498035282.03.LZZZZZZZ.jpg

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Hallo,

 

gut, ich fange mal an. Aber eine allumfassende Rezension habe ich jetzt nicht auf Lager, ich würde für den Anfang lediglich einen Punkt herausgreifen, der mich schon zu Beginn des Romans in Bann gezogen hat - die indirekte Rede!

 

Ob es nun daran liegt, dass ich als Juristin viele Jahre lang in exakt dieser distanzierten Manier meine richterlichen Urteile oder später meine Anwaltsschriftsätze verfasst habe - ich sah mich dadurch sofort einer verwandten Seele gegenüber - jemand, der den Konjunktiv liebt :)

 

Es hat mich zu keinem Zeitpunkt gestört, ich fand es einfach genial.

 

LG,

eva v.

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...ich würde für den Anfang lediglich einen Punkt herausgreifen' date=' der mich schon zu Beginn des Romans in Bann gezogen hat - die indirekte Rede![/quote']

Richtig, das springt einen geradezu an. Bisher habe ich gedacht, das geht nicht, ist dem Leser zu kompliziert. Aber wie wir sehen, geht es doch. Und (ich bin erst am Anfang des 4. Kapitels) anscheinend sogar gut.

 

Einige Lieblingssätze/-stellen habe ich auch schon. Der Mann hat eine wunderbare Sprache. Aber davon später mehr.

 

Editha

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Und hier die ersten Sätze, die mich zu Begeisterungsrufen hinreißen:

 

S.28:

Er wolle auch reisen, sagte Humboldt.

Forster nickte. Mancher wolle das. Und jeder bereue es später.

Warum?

Weil man nie zurück kommen könne.

 

Wie wahr. Schöner und treffender kann mein eigenes Fernweh nicht beschrieben werden. Vielleicht kann das auch nur der verstehen, der schon einmal im Humboldtschen Sinne gereist ist. Nicht mal eben schnell mit dem Flieger für ein, zwei oder drei Wochen nach irgendwo, sondern das Land genauer kennen lernen, länger dort verweilen.

 

Oder hier, S.38:

Der ganze Kniff sei, sich nie etwas durchgehen zu lassen, sagte er zu Frau Schnabel, seiner Zimmervermieterin, und bat um noch ein Glas der grünlichen Molke, vor der es ihn so ekelte.

 

Dieser eine Satz genügt, um die Selbstdisziplin dieses Humboldt zu erspüren.

Wie viel Text muss K. gestrichen habe, um seine Goldnuggets von dem Schreibstaub zu befreien?

 

Und nun werde ich weiterlesen. :s13

 

Editha

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Es ist ein Buch ganz nach meinem Geschmack.

Die indirekte Rede wirkte auf mich anfangs etwas störend, aber ich habe mich ganz schnell daran gewöhnt.

Die Hälfte habe ich durch.

Es treibt zum Weiterlesen.

Kehlmanns Schreibe wirkt auf mich sehr direkt. Er zwingt seine Protagonisten in Situationen, die teilweise skurril anmuten und doch sehr glaubhaft rüberkommen.

Jetzt muss ich weiterlesen ...

 

schönes Wochenende

Fabrizius

Fabrizius&&Alle sagten das geht nicht, dann kam einer, der wusste das nicht und hats gemacht
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(Peter_Dobrovka)

Ich hab es auch angefangen zu lesen. Das mit der indirekten Rede finde ich an einigen Stellen übertrieben, aber ich nehm es mal als Marotte hin. So eine Art selbstgesetztes Ziel, das der Autor sich erfüllen wollte: Keine Anführungszeichen verwenden.

 

Ich habe übrigens festgestellt, daß so eine permanent indirekte Dialogisierung sich gut zur Verkürzung langwieriger Passagen eignet. Außerdem trägt sie immer ein gewisses subhumoriges Potential in sich.

 

Peter

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Außerdem trägt sie immer ein gewisses subhumoriges Potential in sich.

 

Da kann ich nur zustimmen.

 

Ich habe das Buch heute morgen zu Ende gelesen und stand danach mit großen Fragezeichen vor meinem Bücherregal - irgendwie erschien mir die Hälfte der Bücher nicht mehr halb so lesenswert wie zuvor, nachdem ich dieses hier abgeschlossen hatte.

Das Ende war noch einmal sehr schön, besonders wie Humboldts und Gauß' Gedanken sich vermischen hat mir unglaublich gut gefallen.

 

Diese skurrile Situation machen wohl viel von dem Humor aus - richtig witzig ist es nicht, aber immer subtil erheiternd. Eine skurrile Situation ist besser als ein richtiger Witz, wenn es um Humor geht, finde ich.

 

Das einzige, was mich zwischendurch etwas die Lust hat verlieren lassen, war der Humboldt-Erzählstrang, der sich prinzipiell vom Inhalt etwas wiederholte, auch wenn die Situationen unterschiedlich waren, so war doch was passierte sich sehr ähnlich.

Vielleicht lag es aber auch daran, dass Gauß mir als Person besser gefallen hat. Überhaupt, die Unterschiedlichkeit der beiden war wohl mit das Interessanteste am Buch, und wie diese Unterschiedlichkeit wieder zusammenkam.

 

Also, eine wirklich schöne Lektüre, die sich auf jeden Fall gelohnt hat!

 

Liebe Grüße,

 

Elena

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Nachdem ich dieses Buch zu Ende gelesen habe weiß ich nicht so richtig wie ich es einordnen soll. Erst mal stelle ich mir die Frage in wie weit die Biografien der beiden Hauptfiguren stimmen. Ich versuche in die damalige Epoche zu schlüpfen, Gedankengänge dieser Zeit aufzunehmen.

Wenn das Buch in mir was bewirkt hat, dann ist es Nachdenklichkeit.

(Nachdenklichkeit ... ein ominöses Wort ... was?)

 

Ist die durchgehaltene indirekte Rede wirklich eine Marotte des Autors?

Gibt es mehr Literatur, die ausschließlich mit der indirekten Rede auskommen?

 

Ja, ich würde „Die Vermessung der Welt“ wieder lesen.

 

Fabrizius

Fabrizius&&Alle sagten das geht nicht, dann kam einer, der wusste das nicht und hats gemacht
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(Peter_Dobrovka)

Irgendwie fühle ich mich von diesem Stil inspiriert, ohne genau sagen zu können, warum.

 

Bei mir stellt sich aber auch immer wieder die Frage, wieviel hier recherchiert und wieviel erfunden ist. Der Autor jongliert mit reichlich vielen "Prominenten", die als Nebenfiguren am Rande auftreten.

 

Aber weniger lesenswert erscheinen mir die anderen Bücher in meinem Regal gottlob noch nicht. ;D

 

Peter

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Hallo,

 

bei mir war es ebenfalls so, dass ich sofort mit dem "Gegenchecken" anfing, will sagen, ich musste erst mal im Internet über die Hauptfiguren nachlesen und dies und das recherchieren. Am Ende war es so, dass ich einiges fand, anderes wiederum nicht, wobei jedoch offen blieb, was denn nun im Einzelfall erfunden war. Aber mein Interesse war jedenfalls mehr als geweckt, und sollte mir eines Tages eine Biografie über einen oder beide Hauptfiguren in die Hände fallen, wird sie bestimmt meiner Bibliothek einverleibt!

 

Ein sensibles Thema - und sensibel vom Autor gelöst - war die bis heute zwar vermutete, aber offensichtlich nicht nachgewiese, schon fast an Asexualität grenzende homoerotische Neigung Humboldts, da fehlte mir aber unterm Strich ein wichtiges Stück Identität und ich meine, hier hätte der Autor mehr wagen können.

 

Zart - zu zart und zu wenig für meinen Begriff - angedeutet auch nur die Liebe des brummigen und misantrophischen Gauß zu seiner ersten Frau. Davon hätte ich gern mehr gelesen!

 

Wundervoll dagegen und genau in der richtigen Dosis die z. T. maroden körperlichen Befindlichkeiten der Protagonisten, dann wieder dagegengesetzt ihre geistigen Höhenflüge, und wie oft beides aufs Köstliche miteinander kollidierte! Für mich war das ein Glanzlicht bei dem Roman!

 

LG,

eva v.

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Wundervoll dagegen und genau in der richtigen Dosis die z. T. maroden körperlichen Befindlichkeiten der Protagonisten, dann wieder dagegengesetzt ihre geistigen Höhenflüge, und wie oft beides aufs Köstliche miteinander kollidierte! Für mich war das ein Glanzlicht bei dem Roman!

.

 

Das hat mir auch so gefallen. Ich habe lachen muessen und von manchen Saetzen tat mir selbst was weh.

 

Ich bin uebrigens offenbar der einzige hier, der keine Fakten ueberprueft hat. Von dem Satz mit der nicht schoenen Schwester an hatte mich der Autor an der Angel - ich habe ihm vertraut. Der Ringschluss freute mich dann noch einmal.

(Eine Biographie ueber den fuer mich vorher voellig unbeschriebenen Gauss wollte ich trotzdem sofort lesen. Zu meinem Glueck hatte mein Sohn eine mit im Urlaub.)

 

Ich mochte die indirekte Rede, sie behauptet weniger als die direkte. Und besonders gern mochte ich das, was Dir, Eva, zu wenig war, das nicht aufdraengende, das "koennte", das mir als Leser Platz liess. Ich finde, der Autor ist mit seinen Figuren sehr behutsam umgegangen. Dass er sie dabei zugleich mit seinem kraftvollen Humor anzupacken versteht, ist fuer mich grandios.

 

Dieses Buch habe ich mit sehr viel Freude und Gewinn gelesen, bin denen, die es vorgeschlagen haben dankbar, und freue mich auf weitere Meinungen.

 

Herzliche Gruesse von Charlie.

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 

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Hallo,

 

ich bin immer sehr skeptisch, wenn Literaturkritiker ein Buch als "den komischsten deutschen Roman dieses Jahres" (Süddeutsche) bezeichnen. Umso mehr hat es mich erstaunt, dass ich tatsächlich mehrmals aufgelacht habe. Und zwar hier:

 

S. 9:

In der Deutschen Turnkunst ging es um Gymnastikgeräte. Ausführlich beschrieb der Autor Vorrichtungen, die er sich ausgedacht hatte, damit man auf ihnen herumklimmen könne. Eine nannte er Pferd, eine andere den Balken, wieder eine andere den Bock.

Der Kerl sei von Sinnen, sagte Gauß, öffnete das Fenster und warf das Buch hinaus.

 

Und hier:

 

S. 19:

Seine Mutter hatte sich bei niemand anderem als Goethe erkundigt, wie sie ihre Söhne ausbilden solle.

Ein Brüderpaar, antwortete dieser, in welchem sich so recht die Vielfalt menschlicher Bestrebungen ausdrücke, wo also die reichen Möglichkeiten zu Tat und Genuß auf das vorbildlichste Wirklichkeit geworden, das sei in der Tat ein Schauspiel, angetan, den Sinn mit Hoffnung und den Geist mit mancherlei Überlegung zu erfüllen.

Diesen Satz verstand keiner.

 

Die indirekte Rede sehe ich keineswegs als Marotte, sondern als Stilmittel. Damit werden die Dialoge, die der Autor sich ja nur ausgedacht haben kann, auf die fiktionale Ebene gesetzt. Ich mochte sie von Anfang an.

 

Humboldts Sexualität begreife ich umfassend in der Szene mit Inés (S. 75/76) Für mich ist dies genau das richtige Maß, um den Mann zu charakterisieren.

 

Gruß,

 

Tin

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Die indirekte Rede sehe ich keineswegs als Marotte, sondern als Stilmittel. Damit werden die Dialoge, die der Autor sich ja nur ausgedacht haben kann, auf die fiktionale Ebene gesetzt. Ich mochte sie von Anfang an.

 

 

Tin, genau das meinte ich, als ich schrieb, sie "behauptet" weniger.

 

Ich mag das auch sehr.

 

Viele Gruesse von Charlie.

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 

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Oh, wie sehr ich dieses Buch mag. Und ja, ich finde es saukomisch. Und blitzgescheit. Und handwerklich brillant.

Eine Freundin nannte den Roman "pseudointellektuelle Schaumschlägerei".

Vielleicht ein kleines bisschen, aber wenn es so daher kommt, wie es daher kommt, dann ist mir das völlig wurscht.

 

Mir gefällt die Lakonie sehr gut; ich habe hier gelernt, dass man Lakonie als Stilmittel einsetzen kann. Wundervoll. Und dass die indirekte Rede einen komischen Zungenschlag enthält. Hach!

 

Am Donnerstag Abend hatte ich zudem das große Glück, Kehlmann in einer Lesung in Frankfurt zu erleben. Die Halle, 450 Plätze, war komplett ausverkauft, es war glatt, es hat geschneit - und trotzdem standen die Leute unverdrossen draußen und warteten auf die, die vielleicht noch eine Karte zu verhöckern hatten. Ich hatte natürlich auch keine Karte, aber ich kannte den Buchhändler, der den Büchertisch machte. "Wenn du mit verkaufst, nehme ich dich mit", hat er gesagt. Oh, und wie ich verkauft habe!!!

Kehlmann liest gut, aber die Stellen, die ich selbst gelesen habe, fand ich komischer. Mir schien, die Komik sei ihm beim Lesen abhanden gekommen. Dann berichtete jemand, sein Vater, der Regisseur Michael Kehlmann, sei vor vier Wochen erst gestorben. Naja, vier Wochen nach dem Tod meines Vaters könnte ich auch nicht komisch sein. Zumindest nicht freiwillig. Ansonsten macht er einen sehr sympatischen Eindruck.

 

Jetzt freue ich mich auf die letzten 50 Seiten. Ich werde sie genießen wie ein ganz ganz leckeres Trüffelpralinchen. Ich werde mir die Sätze auf der Zunge schmelzen lassen und am Gaumen nachschmecken. Ich werde mir die Kehle streicheln und immer wieder "hach!" sagen.

 

Begeisterte Grüße von Ines

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(Peter_Dobrovka)

Wieder ein etwas lauterer Lacher:

 

Er glaube nicht, dass er je die Heimat wiedersehen würde, sagte Bonpland.

Das sei realistisch, erwiderte Humboldt und kontrollierte den Zustand der Uhren.

 

Peter

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Ich musste bei einigen Szenen lachen, schmunzeln, grinsen. Manchmal auch brüllen, aufhusten. Ihr versteht. Hier einige Textfragmente:

 

„Er interessiere sich mehr fürs Lateinische, sagte Gauß heiser. Auch könne er Dutzende Balladen.

Der Herzog fragte, ob da jemand geredet habe.“

 

Es kommt selbstverständlich noch besser.

 

„Dort auf der Brücke, sagte Bonpland, habe er auf einmal bedauert, als zweiter gehen zu müssen.

Das sei nur menschlich, sagte Humboldt.

Aber nicht bloß, weil der erste früher in Sicherheit sei. Ihm seien seltsame Vorstellungen gekommen. Wäre er der erste gewesen, etwas in ihm hätte gerne der Brücke, sobald er hinüber gewesen wäre, einen Tritt versetzt. Der Wunsch sei stark gewesen.

Humboldt antwortete nicht …)

 

„Humboldt hielt sich an sein Versprechen und mischte sich nicht in die Navigation. Wäre nicht ein Affe ausgebrochen, der ganz alleine den halben Proviant verzehrte, zwei Taranteln befreite und in der Kapitänskajüte alles in Fetzen riß, wäre die Reise ohne Störungen vorbeigegangen.“

 

:D

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Ich hab mich nie für Autobiografien interessiert. Nach Kehlmanns Roman hat sich das geändert.

 

Ein tolles Buch mit grandiosen Figuren. Wenn die in Real wirklich so genial skurill waren - ich will auch so jemand begegnen. ;D

 

Kehlmann versteht sein Handwerk. Wie der es mit wenigen Pinselstrichen schafft, ganze Szenerien zu entwerfen, das ist schon Zungenschnalzenswert.

 

Die Charakteren sind auch sehr farbig dargestellt. Vorallem Bonpland ist mir ans Herz gewachsen. Wie der immer mit seinem Schicksal haderte und Humboldt ihn zu Trösten versuchte - einfach herrlich. Und Gauss Rede zu seiner Hochzeit, köstlich.

 

Was gibt es an dem Buch zu bemängeln?

 

Grüße

Quidam

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Hallo,

 

natürlich gibt es was zu bemängeln: Es ist viel zu kurz! Hört einfach auf und lässt einen mit der brennenden Frage zurück, wie es Gauß' Sohn in der neuen Welt ergeht. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können!

 

LG,

eva v.

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Hallo,

 

natürlich gibt es was zu bemängeln: Es ist viel zu kurz! Hört einfach auf und lässt einen mit der brennenden Frage zurück, wie es Gauß' Sohn in der neuen Welt ergeht. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können!

 

LG,

eva v.

 

Hallo Eva,

dem wäre abzuhelfen ...

ist ja bei einigen Autoren üblich

da kommt ein Folgeroman.

 

grüsse

Fabrizius

Fabrizius&&Alle sagten das geht nicht, dann kam einer, der wusste das nicht und hats gemacht
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Hallo Fabrizius,

 

du wirst lachen, genau das war mein Gedanke am Ende des Romans  :)

Ich hätte jedenfalls nichts dagegen. Wahrscheinlich liegen dem Autor bereits entsprechende Angebote vor  ;) Aber ich fürchte, es entspricht nicht seinem Stil, sie anzunehmen, denn trotz seines für einen gestandenen Autor erstaunlich jugendlichen Alters (er legte mit gerade mal 22 schon seinen ersten Roman vor) scheint er sich nicht den Regeln des Kommerzes unterzuordnen - er schreibt nämlich auch solche exotischen Sachen wie Erzählbände und Essays. Letztere werde ich mir noch bestellen.

 

Beim Anblick seines Konterfeis in der Klappe fragt man sich übrigens, wo dieser traurig dreinblickende Poet seinen köstlichen Humor versteckt hat  :)

 

LG,

eva v.

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Also, was den Humor und die Lacher betrifft, kann ich von mir nur sagen, dass sie (die Lacher) mir des Öfteren im Halse stecken geblieben sind.

 

Das kann natürlich daran liegen, dass Westfalen keinen Humor haben, wie mein Mann immer sagt. (Mein Mann ist Österreicher.)

Es könnte aber auch sein, dass auch Kehlmann beim Schreiben gar nicht bewusst war, dass er offensichtlich bei vielen Lesern Lacher provoziert. (Vielleicht ist damit der traurige Blick erklärt. :s01)  

 

Da ich mich beim Lesen sehr in die Menschen hineinversetzt fühlte, empfand ich an besagten Stellen eher die traurige Wahrheit.

 

Und nun noch etwas zu den letzten Kapiteln. Aus meiner Sicht ist Kehlmann die Zusammenführung der Stränge leicht entglitten. Ich denke, dass er nach dem furiosen Anfang für den Schluss nach einer Steigerung suchte, die ihm m.E. nicht so ganz gelungen ist. Die durcheinander gehenden Gedanken und Träume von Humboldt und Gauß und ihre telepathische Kommunikation empfinde ich eher als Notlösung. Erst beim letzten Kapitel mit Eugen erreicht er sein Niveau wieder.

 

Unterm Strich: lesenswert. Und auch ich würde gerne wissen, wie es mit Eugen weiter geht. Doch das ist hier nicht wichtig. Wichtig ist, dass Eugen sich, wenn auch unfreiwillig, freigeschwommen hat von der Übermacht seines Vaters. Und plötzlich geht bei ihm der Knopf auf.

 

Verzeiht mir den Wermutstropfen,

Editha

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