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Elke

Weisse Nächte, weites Land von Martina Sahler

Empfohlene Beiträge

(Link ungültig)

 

erscheint erst im Juli 2013 bei Knaur, Vorschau bei Amazon:

 

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Klappentext:

Deutschland im 18. Jahrhundert. Die beiden Schwestern Christina und Eleonora könnten unterschiedlicher nicht sein. Christina ist temperamentvoll und stets auf ihren Vorteil bedacht – ganz anders als die zurückhaltende junge Witwe Eleonora. Beide folgen dem Ruf der Zarin Katharina, in Russland ein neues Leben zu beginnen. Doch die Wirklichkeit erweist sich als sehr viel rauher und grausamer, als es sich beide in ihren Träumen ausgemalt haben.

 

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Ich stamme selbst von einer Aussiedlerfamilie ab (allerdings von der Donau), die während des 2. Weltkrieges wieder nach Deutschland zurückkam. Ich kenne also Erzählungen über ein deutsches Dorf und die Lebensart in großer Isolation mitten in der Fremde. Genau diese Atmosphäre hat Martina Sahler eingefangen. Vieles, was ich aus Berichten kenne, fand ich nun in Romanform wunderbar aufbereitet. Aber nicht nur Bekanntes ist mir begegnet. Ich hatte vermutlich Bilder im Kopf, die eher zur Besiedelung Amerikas passen und merkte, in Russland herrschten andere Bedingungen!

So sehe ich das Buch auch als eine Erweiterung von Geschichtswissen, das auch Deutschland betrifft.

Allerdings ist es durchaus keine geschichtslastiger Roman, sondern es geht vor allem darum, wie einzelne Personen die Umsiedelung erlebten, wie sie sich ihre neue Heimat erobert haben. Die zwischenmenschlichen Verwicklungen nehmen dabei den meisten Raum ein. Obwohl es viele Personen sind, hatte ich keine Mühe, sie auseinander zu halten. Sie sind plastisch gezeichnet, mit Leben gefüllt und immer psychologisch stimmig in ihrem Empfindungen und Handlungen. Dabei ist die Geschichte an keiner Stelle vorhersehbar. Immer wieder wurde ich durch Wendungen überrascht, die dennoch nicht an den Haaren herbeigezogen waren.

Die eigensinnige Christina kommt einem Frauenbild von heute sicher am nächsten und schafft Identifikationsmöglichkeiten, obwohl sie alles andere als "nett" ist. Ihre Schwester folgt eher einem Lebensweg, der damals für Frauen üblich war - das ist realistisch dargestellt. Andere Personen erleiden üble Schicksale, die unter die Haut gehen. Ich war immer neugierig zu erfahren, wie es den Siedlern ergehen wird und wie (oder ob) sie überleben werden.

Ich hätte noch länger in Landschaftsbeschreibungen schwelgen können, das Russische aus der Sicht der Siedler erleben wollen und etwas über die Nomaden, die das Leben an der Grenze so gefährlich gemacht haben, erfahren wollen. So bleibt zwischen den fesselnden Schicksalen noch viel Raum für weitere, die Martina Sahler hoffentlich in einem zweiten Band erzählen will!

 

Eine packende Geschichte, die keine Klischees bedient, sondern gute Unterhaltung in einem sehr guten Sprachstil bietet!

"Der Traum der Dichterin - Die Sehnsucht der Annette von Droste Hülshoff"  "Mutterschuld"- Krimi www.elkeweigel.com www.elke-weigel.de

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