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(ChristophL)

Kay Peter Jankrift: Henker, Huren, Handelsherren

Empfohlene Beiträge

Ich möchte euch ein Buch vorstellen, das mir nicht nur bei meinen Recherchen zum aktuellen Roman überaus hilfreich war, sondern mich auch handwerklich beeindruckt hat:

 

"Henker, Huren, Handelsherren", von Kay Peter Jankrift

 

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Klett-Cotta

235 Seiten

EUR 24,95

 

Klappentext: Kay Peter Jankrift lädt ein zu einer unvergesslichen Begegnung mit reichen Goldschmieden wie zerlumpten Bettlern, unheimlichen Scharfrichtern und weiteren mittelalterlichen Zeitgenossen. Ein spannender Spaziergang durch den städtischen Alltag von der Zeit des Schwarzen Todes bis zum Beginn der Reformation am Beispiel der Stadt Augsburg.

 

Bei meinen Recherchen zur Beschaffenheit mittelalterlicher Städte bin ich recht früh auf dieses Sachbuch gestoßen - zum Glück, denn es hat sich als wahre Goldgrube erwiesen. Jankrift beschreibt darin nicht nur den Alltag in einer spätmittelalterlichen Stadt, er vermittelt dem Leser außerdem politische und gesellschaftliche Zusammenhänge sowie Wissen über Handel und Märkte, den Umgang mit Krankheit und Tod, die Aufgaben des Rates, die Kämpfe der Bürgerschaft gegen die städtische Obrigkeit, die Stadt im Krieg, die verschiedenen Schichten und Stände der städtischen Gesellschaft u.v.m.

 

Dabei berichtet Jankrift niemals trocken und blutleer, wie das leider bei so vielen Sachbüchern der Fall ist. Immer erzählt er anschaulich, sprachlich versiert, bunt und farbenprächtig, manchmal sogar szenisch, sodass die mitunter abstrakten historischen Fakten zum Leben erwachen und plastisch werden. Das gelingt ihm immer dann besonders gut, wenn er von historischen Persönlichkeiten berichtet. Am Beispiel des Kaufmannes Burkhard Zink etwa, dessen Leben beinahe lückenlos dokumentiert ist, erfährt man Wissenswertes über den Werdegang, die Arbeit und die Reisen eines Fernhändlers. Jankrifts Schilderung der Intrige gegen den Juden Joehlin Schoenmann gibt Einblicke in die rigide Sexualmoral des späten Mittelalters und das Rechtswesen.

 

Trotz dieser beinahe "romanhaften" Erzählweise wird Jankrift nie unwissenschaftlich, sondern bleibt stets nah bei den Quellen und legt diese behutsam aus. Eine Empfehlung für alle, die gezielt Informationen suchen oder einfach nur "zum Spaß" in das späte Mittelalter abtauchen wollen.

 

Christoph

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Ich habe vier andere Bücher von Jankrift gelesen und kann sie ebenfalls wärmstens(!) empfehlen!

LG

Lea

Nicht weil die Dinge uns unerreichbar erscheinen, wagen wir nicht weil wir nicht wagen, erscheinen sie uns unerreichbar.&&Seneca

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