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Vegas Moon (Kindle Thriller, John Locke)

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»Jim "Lucky" Peters was in Jamaica, getting a colonscopy(Darmspiegelung) from a Rastafarian proctologist, when his cell phone started buzzing.

"Wha's that, Hon?" the doctor said to his nurse. "Some sarta buzing' sound."

She located Lucky's cell phone, frowned, confiscated it. Lucky was half-conscious, and loopy enough from the "relaxing" medicine not to care. What he did care about was whatever the hell Dr. Gayle was doing in his lower tract.

"You're gonta feel some pressure, now, Mon" he said.

Pressure?

Understatement.

Was Dr. Gayle drilling for oil? Impaling him through the ass with a flagpole?

"If you're looking for Jimmy Hoffa, I can tell you, he's not in there," Lucky said through clenched teeth.

"Who's Jimmy Hoffa, Mon?"«

 

John Lockes Donovan Creed ist eine Art amerikanischer James Bond. Allerdings sind die Vettern, die amerikanischen Secret Service Leute, etwas vorsichtiger als ihre britischen Kollegen. Sie haben ihm einen Chip im Hirn implantiert, mit dem man den Kopf des Agenten jederzeit sprengen kann. Falls der mal widerspenstig werden sollte. Es gibt 7 Steuergeräte, die, tippt man den richtigen Code ein, Creed kopflos werden lassen.

 

Verständlich, dass Creed das gar nicht mag. Weswegen er einen Hacker beauftragt hat und der hat den Code geändert. Der alte Code funktioniert jetzt nicht mehr, es gibt einen Neuen. Soweit wäre alles gut.

 

Wenn er nicht gerade erfahren hätte, dass es noch ein kleines Resetgerät gibt. Das kann den Chip im Kopf in den Urmode zurücksetzen und dann funktioniert der alte Code wieder. Gerade muss jemand mit dem alten Code einen Versuch gestartet haben, jedenfalls hatte Creed so ein Kribbeln im Kopf.

 

Und dann kriegt er noch einen neuen Auftrag und mit dem spaziert eine Sexbombe mit wahnsinnigen „boobs“, mit tollen Busen in sein Leben. Und wenn dem Leser die tollen Boobs langsam zum Halse raushängen, erfährt er, dass diese noch mehr können, als nur bestimmten männlichen Körperteilen zu einer besseren Durchblutung zu verhelfen.

 

John Locke ist Meister witziger Dialoge und so beginnt sein Buch auch fetzig, witzig, mit allem, was zu hard-boiled Agenten gehört und jeder Menge schwarzem Humors. Der Autor bietet all die gängigen Stereotype dieser Thrillersorte auf, aber nicht, ohne sie gleichzeitig ad absurdum zu führen. Er nimmt sich selbst nicht zu ernst und niemand sollte das Buch lesen, in der Erwartung, hier einen realistischen Thriller vorgesetzt zu bekommen. Und jeder, der die Leseprobe liest, dürfte umgehend den Rest kaufen zumal 0,99 Euro kein großes Risiko darstellen.

 

Soweit so gut. Und doch gibt es einen Haken. Denn so rasant das erste Viertel beginnt, so sehr zerläppert sich das zweite Viertel, erweckt den Eindruck, der Autor habe hier selbst nicht so recht weitergewusst. Nicht dass das schlecht geschrieben wäre, aber die eine oder andere Szene wirkt zu lang oder gar überflüssig.

 

Hier wäre ein Verlagslektorat vielleicht doch nützlich gewesen. Obwohl, wenn ich mirs recht überlege, ich kenne so manchen Thriller oder Krimi, der weit ausführlicher daneben liegt und obendrein erheblich schlechter geschrieben ist.

 

Danach zieht der Text wieder an, die letzten beiden Viertel sind spannend und witzig geschrieben, bieten einen überraschenden Schluss und der Leser begreift, warum John Locke derart viele Ebücher verkaufen konnte. Sicher nichts, um den Literaturnobelpreis zu gewinnen, aber ideal, um sich sorgenvolle Gedanken nach einem schweren Arbeitstag aus dem Hirn zu blasen.

 

Leseprobe: Die Leseprobe kann direkt bei Amazons Buchseite auf den Kindle oder den Computer geladen werden: (Link ungültig)

 

Vegas Moon, Kindle Thriller, John Locke, Amazon Kindle, April 2011

Kindle ASIN: B004UVQ4SC, 345 KB, Euro 0,99

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Na ja. Ich fand's echt zu blöd. ;)

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, Die Mission des Kreuzritters, www.ulfschiewe.de

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