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(Matthias Herbert)

Lev Grossman: Fillory Die Zauberer

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Der hochintelligente Einzelgänger Quentin Coldwater steht kurz vor dem Abschluss der Highschool. Vor der Langeweile des Alltags flüchtet er sich am liebsten in die fantastischen Romane, die in einem magischen Land, in Fillory, spielen. Natürlich ist Quentin davon überzeugt, dass es Zauberei in der realen Welt nicht gibt bis er sich unerwartet an einem geheimen, sehr exklusiven College außerhalb von New York wiederfindet.

Gerade noch ist er durch das winterliche Brooklyn gelaufen, als er plötzlich auf dem idyllischen Gelände des Brakebills-Colleges für Magische Pädagogik in der prallen Sommersonne steht. Als Quentin begreift, was mit ihm geschehen ist, ist er bereit, die ihm gebotene Chance zu ergreifen. Er beginnt, moderne Zauberei zu studieren und er genießt das Collegeleben: Freundschaft, Liebe und Sex.

(Anmerkung: Ich habe an dieser Stelle den Original-Klappentext abgebrochen, weil er freundlicherweise 2/3 des Buches verrät...)

 

 

Als mir der Roman in der Buchhandlung meines Vertrauens in die Finger fiel, zögerte ich einen Augenblick. Dann war da das Gefühl, ja du könntest auch mal wieder eine Zaubererschule ertragen. Vielleicht fällt jemandem tatsächlich noch etwas Neues ein. Es muss schließlich einen Grund geben, dass sich ein Verlag für ein solches Post-Potter-Werk gefunden hat.

Diese Erwartung wurde nicht enttäuscht, denn Fillory ist anders.

Ziemlich anders.

Zunächst einmal ist es ein, sagen wir wunderbar altmodischer Roman. Denn der Autor beschränkt sich darauf, in einem Buch etwas zu erzählen, aus dem anderen wenigstens eine Trilogie gemacht hätten. Der Zeitraum der Handlung umfasst tatsächlich Jahre und Grossman scheut sich nicht, auch mal den schnellen Vorlauf zu aktivieren.

Als nächstes fällt auf, dass seine Protagonisten etwas leisten, das Harry P. nicht wirklich gelungen ist. Seine Menschen altern nicht nur wirklich, sie durchleben die Höhen und die vielen Tiefen ihrer Jugend und Entwicklung exzessiv.

Und sie saufen wie die Löcher und lassen auch sonst kaum etwas aus, wie sich das für echte Jugendliche gehört. Für keusche Potter-Küsschen mit spitzem Mund ist da nicht viel Platz.

Ansonsten verstört Grossman gerne und in den Amazon Rezensionen ist deutlich abzulesen, dass er auch polarisiert, was an sich schon ein Qualitätskriterium ist.

Ich persönlich sehe mich auf der Seite der Befürworter, weil es ihm gelungen ist, mich bei der Stange zu halten und ich das Buch in 4 Tagen durchgelesen habe.

Seine ganz große Qualität ist nicht wirklich eine besonders bildhafte Sprache oder eine Emotionalität, die beklemmt, sondern seine Fähigkeit, absolut hemmungslos Erwartungen zu wecken, um sie dann durch einen völlig neuen, anderen oder auch nur alltäglichen Aspekt zu... enttäuschen? Nein, das wäre das falsche Wort. Aber er bricht mit großer Freude und auch mit Leid mit den Konventionen des Genres.

Dabei zitiert er immer wieder gerne die Klassiker und wie ein roter Faden zieht sich eine Narnia-Destruktion durch den Roman, mit der er bei mir natürlich offene Türen einrennt, denn für mich ist dieses Werk unsagbar langweilig und banal.

 

Fazit: Wer mal die Zauberschulenwelt UND das, was diese am Ende produzieren unter einem anderen Blickwinkel sehen will, dem sei zugeraten.

Wer Konventionen erfüllt sehen will, wird das Werk dagegen für bescheuert halten.

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