Zum Inhalt springen
Andrea S.

Der eigene Stil

Empfohlene Beiträge

Eine Unterscheidung in U und E ist etwas so Urteutonisches, dass es schon wieder weh tut.

Ich finde die Unterscheidung für diese Diskussion eigentlich ganz hilfreich. Wir denken immer, deutsche Literatur solte so sein wie die Englische oder Amerikanische, aber das ist sie nicht, kann sie nicht und wird sie auch nicht sein.

Abgesehen davon spricht man auch im englischen Sprachraum vom "writer’s writer", was unserer Idee von E-Literatur entspricht.

 

In der deutschsprachigen Literatur gibt es nunmal diese Unterscheidung. Ich will jetzt keine Diskussion darüber anfangen, was U und was E ist, das gehört nicht hierher, aber als Hilfskonstruktion taugen die Begriffe, um zu erklären, was wir meinen. Und komischerweise fällt es meistens leicht zu bestimmen, ob ein Roman U oder E ist, ohne sich groß darüer verständigen zu müssen.

 

Viele Grüße,

 

Mascha

Link zum Beitrag

Wobei ich persönlich es schade finde, dass in dieser Unterscheidung oft eine Entwertung der U-Literatur liegt.

Dabei ist die U-Literatur eigentlich das, was die Buchläden füllt, die Freizeit der Menschen verschönt, die Vorlagen für Kinoknüller und spannende Fernsehunterhaltung bietet.

 

Gruß, Melanie

Link zum Beitrag

Man soll ja nicht für andere sprechen, also sag ichs so rum: Ich gehe davon aus, als E-Leser angesehen zu werden, und auch ich will eine Geschichte geboten kriegen mit Anfang, Mitte, Schluss und was sonst dazu gehört.

Um es nochmal zu sagen: Es ist Unsinn zu behaupten, dass gute E Literatur keine Geschichten erzählt, oder gute U Literatur schlechte Sprache hat.

 

Nur die Gewichtung ist eine andere. Übrigens nicht nur bei E und U, sondern überhaupt bei verschiedenen Genres. Fantasy spielt (wenn sie gut ist) viel mehr mit der Phantasie als andere, denkt sich DInge aus, die in anderen Bereichen höchst selten versucht werden. Krimis haben oft eine bewunderswerte Fähigkeit, zu säen und zu ernten (sprich: Spuren zu legen, die der Leser erst im Nachhinein erkennt). Und das liesse sich beliebig fortsetzen. Es geht um die Gewichtung, nicht darum, dass die Einen nur X haben und die anderen nur y.

 

Dan Brown wurde hier genannt und ich habe Illuminati gelesen. Der Mann ist ein genialer Plotter, aber die Sprache (zumindest der Übersetzung) nicht so berühmt. Dennoch sicher besser als die der meisten unverlangten Manuskripte, die bei Verlagen eintrudeln.

 

Thomas Mann habe ich mehrfach angelesen, ich habe viele Seiten allein aufgrund dieser Sprache gelesen. Aber mich gefragt: Toll, aber was will er mir erzählen.

 

Sicher Extreme, man soll die Unterschiede nicht überbewerten, sie sind nicht prinzipieller Natur. Kafka hat keine Fantasy geschrieben, aber einen Mann sich in ein Ungeziefer verwandeln zu lassen, ist einfach genial.

 

Mathias Herbert schrieb:

Eine Unterscheidung in U und E ist etwas so Urteutonisches, dass es schon wieder weh tut.

Diese feuilletonistisch-arrogante, abgehobene Haltung im Windschatten eines Marcel RR, dass nichts wahre, reine Literatur sein kann, das in irgend einer Form unterhält sondern dessen "Genuss" bereits Signal einer intellektuellen Selbstkasteiung ist

Dass es diese Unterscheidung anderswo nicht gibt, stimmt einfach nicht. Im dritten Mann (englischer Film) wird gerade damit gespielt, wenn der englische Kulturbeauftragte einen Autor zum Kulturkränzchen einlädt - was er nicht weiß: Der Mann ist Western Autor. Bei Stephen King taucht das Problem immer wieder auf, dass die E Leute auf die U herabsehen. Als der gute King einen Preis bekam, den das Jahr zuvor Philip Roth bekommen hatte, gab es riesige Aufregung.

 

Was sicher Unfug ist, dass E Literaten sich als die "wahre Kunst" betrachten und auf die U herabsehen. Gibt es auch umgekehrt: Dass U Leute sich darüber aufregen, dass E doch nur verkopfte Scheiße sei, die niemand verstehen kann.

 

Die Grenzen sind fließen, die Könner beider Gruppen haben die Vorurteile selten geteilt. Viele Hollywood Drehbuchautoren haben eine profunde Kenntnis klassischer Literatur.

 

Aber es gibt E und U, der Graben ist nicht tief und schon gar nicht unüberbrückbar.

 

Hans Peter

Link zum Beitrag

Kleiner Nachtrag: In einer der lezten Writers Digest beklagte ein Dekan einer Fakultät, die kreatives Schreiben lehrt, dass fast alle Universitäten das Schreiben von E Literatur lehren würden, kaum eine das von U. Obwohl die letztere viel umfangreicher sei. Gibt den Unterschied auch in den USA, glaubt mir.

 

Und seht euch mal Interviews von Autoren an. Die Fragen dazu, warum deren Bücher so erfolgreich sind, was sie Nachwuchsautoren empfehlen.

 

In aller Regel nennt der E Autor die Sprache und sagt darüber viel mehr. Und der U Autor nennt den Plot, dass die Geschichte vorangehen soll, etc.

 

Hans Peter

Link zum Beitrag

 

Um es nochmal zu sagen: Es ist Unsinn zu behaupten, dass gute E Literatur keine Geschichten erzählt, oder gute U Literatur schlechte Sprache hat.

Nur die Gewichtung ist eine andere.

Was sicher Unfug ist, dass E Literaten sich als die "wahre Kunst" betrachten und auf die U herabsehen. Gibt es auch umgekehrt: Dass U Leute sich darüber aufregen, dass E doch nur verkopfte Scheiße sei, die niemand verstehen kann.

 

Hans Peter

 

Das meinte ich. Wir sind über diesen Stand der Diskussion doch längst hinaus...

Und der Zauberberg ist auch schon verfilmt worden.

Abgesehen davon finde ich schon, dass der gute alte Thomas Mann viel zu erzählen hat, wenn auch der Plot manchmal ein bisschen gestrafft werden könnte. :s22

 

Was mich interessiert: Wie abhängig sind Stil und Genre voneinander? Kann ein Autor seinen Stil über die Grenzen hinweg bewahren ( Beispiel Wolf Haas) Verlangt nicht nur jedes Genre, sondern auch jeder Text seinen eigenen Stil? Ich erlebe es im Moment so, dass ich glaube, der Text stelle stilistische Forderungen an mich, nicht umgekehrt. Und dabei wird die Frage, welche Art Erzählerin ich jetzt und in Zukunft sein möchte, immer wichtiger. Wie schafft man es, seinen eigenen "Sound" zu behalten, nicht nur über Genregrenzen, auch über gewisse Stimmungen und Schwankungen im Text hinweg? Und wie verändert sich der eigene Sound  im Laufe der Arbeit, nicht nur vom wilden Kopieren der Anfangszeit zu ersten Ansätzen eines unverwechselbaren Stils, sondern auch darüber hinaus: Ist das, was man für die eigene Stärke hielt (und wofür man vielleicht gelobt wurde) wirklich eine Stärke? Oder gibt es nicht noch viel mehr Möglichkeiten, die Welt zu betrachten? Und welche ist diejenige, die untrennbar zu mir meiner Sprache und der Geschichte gehört?

Herzliche Grüße

Claudia

   

Baronsky&Brendler: Liebe würde helfen  Ein Staffelroman 
Februar 21, Kampa

Link zum Beitrag
Abgesehen davon finde ich schon, dass der gute alte Thomas Mann viel zu erzählen hat, wenn auch der Plot manchmal ein bisschen gestrafft werden könnte. :s22

Ich wollte auch nur sagen: *Ich* habe keinen Plot gefunden. Und trotzdem lange weitergelesen, einfach, weil es so faszinierend ist, wie der mit Sprache umgeht.

 

Aber gewiss dürfte sein: An Manns Sprache kommt Dan Brown nicht ran und an Dan Browns Plots kommt Mann nicht ran ;-).

 

Hans Peter

Link zum Beitrag

Liebe Claudia,

 

Was mich noch interessiert, Olga: Wenn die Autorin, die so gute Sexszenen schreiben kann, dies in einer einfallslosen Sprache tut, was macht die Szene dann so besonders, dass man von ihr lernen kann? Die Handlung??  ;)

Trotz zwinkerndem Smiley, ich verstehs wirklich nicht!

 

Für mich waren plottechnische Sachen interessant:

- Welche Relevanz haben die Sexszenen im Roman? Dienen sie nur dazu, dass die zwei im Bett landen, oder haben die Szenen eine größere Bedeutung (für den Plot, für die Figuren, ...)?

- Wie stellt die Autorin dar, dass es sich um zwei verschiedene Spezies handelt (es war ein Para)? Ist es Sex wie sonst unter Menschen, oder hat sie durchaus andere Aspekte gebracht, wodurch man diese "Artverschiedenheit" merkt? Wenn ja, wie hat sie das gemacht?

- Wie viele Sexszenen gibt es im Roman? Wenn die erste Sexszene ausführlich geschildert ist, sind es die anderen auch, oder nur angedeutet?

usw.

 

Außerdem: Wenn die Sprache sonst einfalslos ist, kann es trotzdem sein, dass die Autorin tatsächlich in Sexszenen ihre Stärke hat. Das weiß man ja nicht, auch nicht, dass die Sprache tatsächlich einfalslos ist. Das merkt man erst, wenn man das Buch liest.

 

Weißt du, was ich meine?

 

Liebe Grüße,

Olga

Link zum Beitrag

Liebe Claudia,

 

So, jetzt habe ich etwas Ruhe im Haus und kann ausführlicher antworten. Ich finde deine Fragen sehr spannend und sie haben mich ein Weilchen beschäftigt.

Ich möchte sie jetzt für mich beantworten:

 

Wie abhängig sind Stil und Genre voneinander?

In diesem Thread haben wir gesehen: Es gibt Autoren, die der Meinung sind, dass der Stil und das Genre voneinander abhängig sind, es gibt auch welche, die den gleichen Stil in jedem Genre anwenden würden. Was "Richtig" oder "Falsch" ist, muss wohl jeder für sich entscheiden, denn das Wichtigste ist, dass die Geschichte funktioniert.

Ich persönlich denke, dass der Stil vom Genre abhängt. Ich könnte mir beim besten Willen keinen Historischen im heiteren Frauenroman-Stil vorstellen.

(Hmmmm. Oder doch? Wäre das dann eine Art Parodie? Oder vielleicht sogar ein neues Genre?) Jedenfalls: Würde ich in sehr verschiedenen Genres schreiben, würde ich meinen Stil vermutlich anpassen, oder mir zumindest intensiver überlegen, wie ich die Geschichte erzählen sollte.

 

Verlangt nicht nur jedes Genre, sondern auch jeder Text seinen eigenen Stil?

Früher habe ich mir nicht so viele Gedanken darüber gemacht. Aber inzwischen bin ich davon überzeugt, dass jeder Text tatsächlich "seine" Sprache haben möchte.

Du siehst, für die Frage

Kann ein Autor seinen Stil über die Grenzen hinweg bewahren ( Beispiel Wolf Haas)
habe ich nicht wirklich eine Antwort.

 

Mich würde es wirklich interessieren, wenn die Autoren, die ihren Stil jedem Text anpassen, bzw. für jeden Text neu finden, hier antworten würden: Könnt ihr in diesem Bezug vom "eigenen" Stil sprechen? Wie würdet ihr dann euren Stil bezeichnen, bzw. welche Merkmale hätte er?

 

Ich erlebe es im Moment so, dass ich glaube, der Text stelle stilistische Forderungen an mich, nicht umgekehrt.

Ich fühle das genauso!

Es gibt Geschichten, denen ich nicht gewachsen bin, weil ich stilistisch noch nicht soweit bin. Vielleicht aber sind das Geschichten, die einfach nicht zu mir gehören. (Und gerade dadurch bewahre ich dann meinen "Sound"?)

 

Wie schafft man es, seinen eigenen "Sound" zu behalten, nicht nur über Genregrenzen, auch über gewisse Stimmungen und Schwankungen im Text hinweg?

Hm. Wie wichtig ist es denn, den eigenen "Sound" zu behalten? Ich glaube fast, es ist die Geschichte, die ihre Regeln diktiert. Ich als Autor muss das Beste für sie tun, erst dann könnte sie mMn richtig zur Geltung kommen.

 

Ist das, was man für die eigene Stärke hielt (und wofür man vielleicht gelobt wurde) wirklich eine Stärke?

Ja.

Warum denn nicht?

Ich glaube, man darf sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Es ist wichtig, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen.

Aber: Ich bin davon überzeugt, dass man auch bestreben sollte, die eigenen Stärken weiter auszubauen.

 

Oder gibt es nicht noch viel mehr Möglichkeiten, die Welt zu betrachten?

Das auf jeden Fall! Wie gesagt, für mich entdecke ich gerade diese neuen Möglichkeiten in einem ganz anderen Umfeld.

 

Und welche ist diejenige, die untrennbar zu mir meiner Sprache und der Geschichte gehört?

Ich glaube, das findet man nur heraus, wenn man die verschiedenen Möglichkeiten ausprobiert.

 

Liebe Claudia, wie siehst du denn das Ganze? Hast du Antworten auf deine Fragen?

 

Gespannt,

Olga

Link zum Beitrag

Ich bin der Ansicht, dass man sich einen "eigenen Stil" nicht bewusst zu legen kann. Eigener Stil im Sinne der Wiedererkennbarkeit unabhängig vom Genre. Ich glaube, dieser Stil entwickelt sich von selbst, indem man viel schreibt.

 

Den "Tonfall" eines Textes kann ich dagegen selbst bestimmen, das ist für mich eine bewusste Entscheidung, bevor ich mir dem Schreiben beginne. Soll es eher märchenhaft-verträumt sein oder spritzig-humorvoll, getragen oder unheimlich-dräuend?

 

Für mich ist der Tonfall unabhängig vom Genre, es kommt immer darauf an, welche Wirkung ich erzielen will. Ein historischer Roman im locker-witzigen Tonfall ist zum Beispiel keine Seltenheit, man sehe sich nur all die Regency-Romanzen an. Fantasy kann humorvoll-ironisch sein, Krimis ebenso.

 

Meiner Meinung nach schränkt man sich ein, wenn man einem bestimmten Genre einen bestimmten Tonfall zuordnet. So bbleibt man in Konventionen stecken, statt das Genre zu erweitern. Für mich ist ddas ein wichtiges Ziel beim Schreiben: etwas Neuartiges hinzuzufügen. Ob es mir gelingt, ist eine andere Frage!

 

Viele Grüße,

 

Mascha

Link zum Beitrag

Liebe Olga und hallo in die Runde,

 

ja, ich bemühe mich gerade um Antworten auf diese Fragen, ehrlich gesagt treiben sie mich ziemlich um. Vor einiger Zeit hatte ich hier einen Thread eröffnet und nach Erfahrungen mit der auktorialen Erzählhaltung gefragt. Daraus hat sich für mich viel mehr ergeben, im Zusammenhang damit, dass ich gerade an verschiedenen, sehr unterschiedlichen Projekten arbeite. (Denke schon darüber nach, dazu einen Thread zu eröffnen).

 

Ich glaube wie Mascha, dass man sich den Stil nicht bewusst "zulegen" kann, man arbeitet wohl immer daran (at least i hope so), aber der eigene Sound ist auch etwas wie ein Geschenk, etwas, für das man sich öffnen muss. Im Sinne einer Erweiterung des Horizontes, wie du, Olga, es beschrieben hast, indem du auf Entdeckungsreise gehst, analysierst und das Gewonnene anwendest. Und im Sinne -so war es bei mir- einer Erweiterung der eigenen Möglichkeiten, in dem man nicht an dem kleben bleibt, was andere und man selbst als Stärke erkannt haben. Für mich ist die Frage wichtig: Welche Art Erzählerin will ich JETZT UND IN ZUKUNFT sein, auch über verschiedene Genres hinweg. Denn ich glaube, dass man sich seinen Sound über die Genregrenzen bewahrt, auch wenn man ihn den Regeln anpasst (so wie man im Musikerbeispiel mit einem anderen Equipment zum Jazz-Gig geht als zum Heavy-Metal Konzert). Dazu gehört auch die Frage, ob man überhaupt über Genregrenzen hinausgehen will-und wenn es nur die zwischen E-und U-Literatur sind. :s21

 

Bei allen Anforderungen, die der Text selbst und die Regeln an mich stellen, will ich wissen, wer ich selbst bin, nicht als Claudia, die eine schöne, lustige oder dramatische Geschichte schreibt, sondern als Erzählende. Egal, ob ich personal erzähle, meine Figur in der Ich-Form erzählen lasse oder sogar allwissend bin. Und, das spüre ich im Moment bei mir sehr stark, ich will mir von meinen Figuren nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.

 

Ich glaube auch, dass das Eingrenzen oder das Erkennen dessen, welche Geschichten zu einem gehören (abgesehen von denen, die man "noch nicht" schreiben kann) ein Weg ist zu einem eigenen Ton. Und wenn man dabei offen ist, wundert man sich, welche Geschichten dies sein können...

Liebe Grüße

Claudia    

Baronsky&Brendler: Liebe würde helfen  Ein Staffelroman 
Februar 21, Kampa

Link zum Beitrag

Mich würde es wirklich interessieren, wenn die Autoren, die ihren Stil jedem Text anpassen, bzw. für jeden Text neu finden, hier antworten würden: Könnt ihr in diesem Bezug vom "eigenen" Stil sprechen? Wie würdet ihr dann euren Stil bezeichnen, bzw. welche Merkmale hätte er? 

 

Liebe Olga,

für mich sind das zwei Paar Stiefel, die in deiner Frage zusammen kommen. Aber ich kann wie immer nur für mich und meine Erfahrungen sprechen.

 

Das, nach dem du oben fragst - seinen Stil jedem neuen Text anpassen - ist für mich nicht der eigene Stil, sondern der "Tonfall" (oder der "Sound" wie ClaudiaB es schreibt) der jeweiligen Geschichte. Für mich persönlich ist beim Roman die Sprache das Medium, das die Geschichte transportiert, so wie es beim Film die Kamera ist. Da für mich jede Geschichte eine andere Atmosphäre, ein anderes Thema, eine ander Situation beinhaltet, ändert sich auch "automatisch" meine Sprache. In meinem ersten Roman war das Gefühl des Erstickens, der Atemlosigkeit für mich charakterisierend für die gesamte Familiensituation. Dieses Gefühl habe ich versucht auch sprachlich und über die Form des Roman einzufangen, denn für mich bestimmt das WAS (Geschichte) das WIE (Sprache, Form).

 

Deswegen kann ich persönlich auch erst ein Manuskript zu schreiben anfangen, wenn ich inhaltlich und figurentechnisch alles ausgearbeitet habe. Denn erst dann kann ich mir auch die jeweilige Sprache erarbeiten. Was natürlich nervt, wenn man mal eben eine Leseprobe für eine Stipendiumsbewerbung schreiben soll, da versage ich regelmässig und brauche Monate für 10 Seiten. Einfach, weil ich in diesem frühen Stadium zu wenig über die Geschichte weiss, um die Sprache, die sie meiner Meinung nach braucht, um "optimal" transportiert zu werden, greifen zu können.

 

Die Geschichte meines neuen Romans ist ganz anders als die erste. Aber wie beim ersten versuche ich während des Plottens die Atmosphäre, das vorherrschende Gefühl der Situation zu erfassen und dann über die Sprache und die Form auszudrücken. Dieser Roman wird sich sprachlich und formal sehr vom ersten unterscheiden, allein schon, weil ich diesmal das Präteritum habe und im Gegensatz zum ersten Roman das narrative/summarische Erzählen im Bezug zum szenischen Erzählen den gewichtigeren Teil übernehmen wird.

 

Der eigene Stil ist für mich persönlich nicht so sehr in der Sprache verankert, sondern in den Beobachtungen, den Beschreibungen, den Bildern, die ein Autor/eine Autorin für ihre Geschichte findet, der Art und Weise, wie jemand eine Geschichte erzählt. Aber ich merke schon beim Schreiben dieses Posts, dass der eigene Stil für mich ein eher schwammiger Begriff ist, mit dem ich mich noch nicht gross auseinandergesetzt habe, weil ich bisher immer auf die jeweilige Geschichte und deren Tonfall konzentriert war.

 

Ob ein eigener Stil etwas ist, was ich für mich finden und festigen möchte, weiss ich nicht. Dafür finde ich es viel zu spannend, mich mit jeder neuen Geschichte auch wieder neu auf die Möglichkeiten von Sprache und Form einzulassen, die verschiedensten Kombinationen auszuprobieren.

 

Liebe Grüsse

Lisa

Link zum Beitrag
Der eigene Stil ist für mich persönlich nicht so sehr in der Sprache verankert' date=' sondern in den Beobachtungen, den Beschreibungen, den Bildern, die ein Autor/eine Autorin für ihre Geschichte findet, der Art und Weise, wie jemand eine Geschichte erzählt. [/quote']

 

Ja! Stil entsteht meines Erachtens aus der Persönlichkeit des Autors und entwickelt sich mit ihr. Goethe hat als junger Mann anders geschrieben als in seinem Alterswerk. Aber er hatte immer einen eigenen Stil. Der Stil bildet sich durch Lebens- und Leseerfahrung aus. Sprache ist ein Ausdruck von Stil, aber auch alles andere. Einen Roman zu schreiben erfordert ständig eine Fülle ästhetischer Entscheidung. Es ist nicht so, dass schöne Sprache automatisch Stil ist und "hässliche" Sprache kein Stil. Für mich hat ein Autor so viel eigenen Stil wie ich Unverwechselbares, Eigenes von ihm im Text finde. Ich würde mich dieser Definition anschließen: Stil ist der ästhetische Ausdruck der Persönlichkeit des Schreibenden.

 

 

Liebe Grüße

Andreas

"Stirb leise, mein Engel", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Hörst du den Tod?", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Denn morgen sind wir tot", Jugendbuch, Oetinger Verlag 2015, "Bad Boys & Little Bitches", Jugendbuch Oetinger Verlag 2017 und 2018; "Wir sind die Wahrheit", Jugendbuch Dressler Verlag 2020

"Die im Dunkeln sieht man nicht", Roman, FISCHER Scherz 2019

Link zum Beitrag

Bei allen Anforderungen, die der Text selbst und die Regeln an mich stellen, will ich wissen, wer ich selbst bin, nicht als Claudia, die eine schöne, lustige oder dramatische Geschichte schreibt, sondern als Erzählende.

 

Das stecke ich jetzt mal mit deiner anderen Aussage über Wolf Haas, der seinen "Ton" aus dem Krimi im Roman beibehalten hat, in eine gemeinsame Flasche, Claudia, weil sich aus diesem Beibehalten vielleicht eine Art Methode destillieren lässt.

 

Haas hat eine, glaube ich, nämlich die, sich einen eigenen "Erzähler" zu halten, der für ihn den Job erledigt. Der, der auch in den Verfilmungen das erste Wort hat - "Jetzt ist schon wieder was passiert" - und dieses Wort die ganze Zeit behält bis zum bitteren Ende, wo er erschossen wird - "und Ding-Ding-Ding-Ding ..." - um im nächsten Band wieder auferstehen zu dürfen - "Bei mir muss man das Maul nochmal extra erschlagen". Der Erzähler und der Autor sind zwei richtig geschiedene Leute. Und damit spielt er im Roman. Da spricht als Interviewter der "reale" Wolf Haas - wobei jeder weiß, dass das, was er erzählt, natürlich nichts wirklich Erlebtes, sondern wieder Fiktion ist. Aber so viel Fiktion wie in der erfundenen Erzählerfigur steckt, soviel realer Autor steckt auch in seinen Geschichten. Ich glaube, über diese Verschränkung, ist der spezielle Ton von Haas möglich geworden.

 

Oder allgemeiner gesagt: Je mehr ich den Erzähler von mir selber fern halte, desto leichter fällt es, was sehr Eigenes zu sagen. Ist verständlich, was ich meine?

 

@ Joy und Olga, danke für euer Beispiel mit Dan Brown. Jetzt habe ich das nächste Problem, aber selber Schuld, dass ich noch nie was von dem gelesen habe. Aber immerhin konnte ich daran mal losdenken und bin im eigenen Leseleben auf etwas vielleicht Vergleichbares gestoßen: Ich weiß, dass es in einer anderen Liga als E spielt, aber wurschtegal - ich mochte immer "Vom Winde verweht". Da steht auf jeden Fall die Handlung im Vordergrund, und ich habe es eindeutig gelesen, um zu erfahren, ob Scarlett jetzt den Ashley kriegt und mit ihrem Holzhandel vorankommt und dass die Sprache einfach nur Transportmittel für diese Geschichte ist, habe ich zwar gemerkt, aber gestört hat es mich nicht.

 

Und zuletzt @ hpr: Falls du es mit der Plotsuche bei Thomas Mann noch nicht aufgeben willst: Lies eine von seinen kurzen Geschichten. "Wälsungenblut" oder "Gladius Dei" - da springt dir der Plot quasi mit dem Hintern ins Gesicht :s22.

 

Angelika

Laudatio auf eine kaukasische Kuh. Eichborn 2021. 

Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018. Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

www.angelika-jodl.de

Link zum Beitrag

 

 

für mich bestimmt das WAS (Geschichte) das WIE (Sprache, Form).

Deswegen kann ich persönlich auch erst ein Manuskript zu schreiben anfangen, wenn ich inhaltlich und figurentechnisch alles ausgearbeitet habe. Denn erst dann kann ich mir auch die jeweilige Sprache erarbeiten.

 

Der eigene Stil ist für mich persönlich nicht so sehr in der Sprache verankert, sondern in den Beobachtungen, den Beschreibungen, den Bildern, die ein Autor/eine Autorin für ihre Geschichte findet, der Art und Weise, wie jemand eine Geschichte erzählt.

 

 

Ja, das alles sehe ich genauso. Wobei ich einen etwas größeren Schwerpunkt auf die Sprache lege. Aber ich suche gerade nach einer übergeordneten Ebene, ich will über das WAS und WIE hinaussehen. Bei war es übrigens immer umgekehrt, ich musste erst ein Gefühl für den Tonfall einer Geschichte entwickeln, dh, wenigstens eine Probeseite schreiben, bevor ich anfing, am Inhalt und intensiver an den Figuren zu arbeiten. (Gerade verschiebt es sich.)

 

Für mich ist die Frage: Verdammt, wer erzählt denn hier eigentlich (und das ist kein privates Selbstfindungsseminar) ausschlaggebend. Diejenigen Autorinnen und Autoren, an denen ich mich bis jetzt orientiert habe, verfügten über einen klar erkennbaren Stil, auch wenn der Tonfall wechselte-allerdings, da diese Autoren keine "Genre-Hopper" waren, oft nicht allzu dramatisch.

 

Herzliche Grüße

Claudia

Baronsky&Brendler: Liebe würde helfen  Ein Staffelroman 
Februar 21, Kampa

Link zum Beitrag

Huch, jetzt hat sich gerade so viel überschnitten, wahrscheinlich habt ihr schon alles beantwortet und erkannt... :)

ich lese erstmal...

Baronsky&Brendler: Liebe würde helfen  Ein Staffelroman 
Februar 21, Kampa

Link zum Beitrag

 

Sprache ist ein Ausdruck von Stil, aber auch alles andere. Einen Roman zu schreiben erfordert ständig eine Fülle ästhetischer Entscheidung. Es ist nicht so, dass schöne Sprache automatisch Stil ist und "hässliche" Sprache kein Stil. Für mich hat ein Autor so viel eigenen Stil wie ich Unverwechselbares, Eigenes von ihm im Text finde.

 

 

YES. Aber wie transportiert er das von Werk zu Werk, wie Goethe in deinem Beispiel?

 

Oder allgemeiner gesagt: Je mehr ich den Erzähler von mir selber fern halte, desto leichter fällt es, was sehr Eigenes zu sagen. Ist verständlich, was ich meine?

 

Ja, Angelika, verstehe ich gut. Dass ich ihn fern halte, oder von mir getrennt sehe, wurde für mich an einem Punkt meiner Arbeit plötzlich äußerst wichtig. Die Frage stellt sich trotzdem für mich, WIE fern. Fällt es mir wirklich leichter, etwas ganz eigenes zu sagen, wenn ich ihn ganz von mir abspalte, in welcher Weise sind wir verbunden?

Liebe Grüße

Claudia

Baronsky&Brendler: Liebe würde helfen  Ein Staffelroman 
Februar 21, Kampa

Link zum Beitrag
Die Frage stellt sich trotzdem für mich, WIE fern. Fällt es mir wirklich leichter, etwas ganz eigenes zu sagen, wenn ich ihn ganz von mir abspalte, in welcher Weise sind wir verbunden?

 

Du bist es ja immer trotzdem selber. Es ist deine Geschichte, das lässt sich nicht anders machen. Aber du kannst sie so erzählen, dass du dabei hinter einem Vorhang stehst, eine Maske aufsetzt, ein Tonband laufen lässt. Das sind jetzt auch wieder nur Bilder, ich weiß. Vielleicht kannst du noch mehr konkretes zu deinem Problem sagen?

 

Herzlich,

Angelika

Laudatio auf eine kaukasische Kuh. Eichborn 2021. 

Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018. Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

www.angelika-jodl.de

Link zum Beitrag
Dass ich ihn fern halte, oder von mir getrennt sehe, wurde für mich an einem Punkt meiner Arbeit plötzlich äußerst wichtig. Die Frage stellt sich trotzdem für mich, WIE fern. Fällt es mir wirklich leichter, etwas ganz eigenes zu sagen, wenn ich ihn ganz von mir abspalte, in welcher Weise sind wir verbunden?

 

Vielleicht wäre das Buch "Im Wald der Fiktionen" von Umberto Eco etwas für dich, das befasst sich ausgiebig mit der Frage, WER eine Geschichte erzählt, wenn ich mich recht erinnere.

 

Viele Grüße,

 

Mascha

Link zum Beitrag

Die Entlassungsbriefe meiner ärztlichen Kollegen sowie meine eigenen erkenne ich inzwischen an zwei oder höchstens drei herausgepickten Sätzen. Dabei sind die Möglichkeiten, sich hier stilistisch zu entfalten, äußerst eingeeengt bis mikroskopisch, denn es gilt, reine Fakten zu beschreiben und Wertungen zu meiden. Es ist erstaunlich, wieviele Arten es gibt, ein- und dasselbe auszudrücken. Und erstaunlich, wie sehr die Sprache eines Menschen ihn unverwechselbar macht.

 

Was Stil ist? Es ist die Gesamtmenge signifikant wiederkehrender anzutreffender Formen und Inhalte, die ein Autor verwendet.

- Vorliebe für bestimmte Wörter, Formulierungen.

- Satzlänge und Verschachtelungstiefe.

- Humor oder keiner, passend oder unpassend.

- Gehäuft auftretende oder sparsam verwendete Adjektive.

- Wiederkehrende Themen und Motive.

- Focus und Grad der Detailverliebtheit.

- Lineare oder alineare Erzählkomposition.

Und was weiß ich nicht noch alles.

Das Experiment, Montsegur-Autoren an ihrem Stil zu erkennen, halte ich übrigens für eine sehr reizvolle Angelegenheit, selbst wenn es nur zu unserem Vergnügen geschähe.

 

Einen eigenen Stil braucht man nicht erst zu suchen, den hat man schon. Auch wenn's ein schlechter sein sollte. Auch, wenn man versucht, sich zu verstellen, jemanden zu imitieren oder irgendwelche Vorgaben einhalten muß (will), kommt ein bestimmter eigener Stil dabei heraus. Zwei Autoren mit demselben Stil sind zwar theoretisch denkbar, aber in der Realität äußerst unwahrscheinlich.

Der Stil kann sich im Laufe des Lebens bzw. im Laufe mehrerer aufeinanderfolgenden Werke ändern und tut es auch, ob gewollt (durch literarische Weiterbildung) oder nicht.

 

Wie man schlechten Stil vermeidet, ist dabei die Kardinalfrage. Und, was schlechter Stil überhaupt ist und warum man ihn überhaupt vermeiden soll. Ob man es überhaupt unbedingt muß. Aber Überlegungen zu GUTEM Stil sind hier ja leider (oder gottseidank) nicht gefragt. Drum an dieser Stelle: Ende.  ;)

Link zum Beitrag

Zwei Autoren mit demselben Stil sind zwar theoretisch denkbar, aber in der Realität äußerst unwahrscheinlich.

 

Das geht in zwei Fällen meiner Erfahrung nach durchaus.

Entweder als Hommage oder als Epigone.

 

Für ersteres möchte ich als Beispiel John Irvings "Zirkuskind" anführen, für das er auf wunderbare Weise den Stil Salman Rushdies adaptiert hat.

 

Beim zweiteren fällt mir spontan immer Neil Gaiman ein, dessen Frühwerken man nur zu deutlich anmerkt, wie gerne der Mann Terry Pratchett gewesen wäre...

Link zum Beitrag

Peters Beitrag hat mir sehr gefallen. Ohne es so gut darstellen zu können wie er, habe ich dies auch unbewusst so empfunden. Dies bestärkt mich, weiter so zu schreiben, wie es mir ganz natürlich in die Feder kommt und mich eher auf Verbesserungen dieses mir eigenen Stils zu konzentrieren als Experimente zu machen, die mir wahrscheinlich nicht liegen.

 

LG

Ulf

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

Link zum Beitrag

@Peter

Danke dir für deinen Beitrag. Ich finde, das hast du sehr gut auf den Punkt gebracht.

Dazu möchte ich aber noch einen Punkt hinzufügen: Die Melodie der Sprache. Ich finde, jeder Satz hat einen bestimmten Rhythmus, wodurch dann der gesamte Text einen Ton/Sound bekommt. Jeder Autor hat hiermit einen eigenen Rhytmus/Ton, den man in seinen Texten durchaus hören kann.

 

@Claudia

Aber ich suche gerade nach einer übergeordneten Ebene, ich will über das WAS und WIE hinaussehen.

Das ist interessant. Könntest du das vielleicht ein wenig konkretisieren, wie diese Ebene in deinen Augen aussehen sollte? Für mich klingt das noch etwas zu abstrakt, ich kann mir nicht viel darunter vorstellen.

 

@Angelika

ich mochte immer "Vom Winde verweht". Da steht auf jeden Fall die Handlung im Vordergrund, und ich habe es eindeutig gelesen, um zu erfahren, ob Scarlett jetzt den Ashley kriegt und mit ihrem Holzhandel vorankommt und dass die Sprache einfach nur Transportmittel für diese Geschichte ist, habe ich zwar gemerkt, aber gestört hat es mich nicht.

Sprache als "nur" Transportmittel für die Ereignisse - dieser Begriff hat mir gefehlt. Genau das meine ich, wenn ich davon spreche, dass die Sprache zwar flüssig zu lesen ist, aber nicht raffiniert ist - für mich ist sie dann nur ein Transportmittel, bietet aber keine weitere Ebene an, die die Geschichte erweitert.

 

Aber du kannst sie so erzählen, dass du dabei hinter einem Vorhang stehst, eine Maske aufsetzt, ein Tonband laufen lässt.

Auch das hast du mMn sehr gut gesagt. Für mich wäre es interessant zu erfahren, wie du das konkretisieren würdest: Hängt das für dich von der Perspektive ab (Ich-Erzähler etc.?) Oder meinst du damit mehrere Aspekte (welche?) die ineinanderfließen.

 

@Lisa

ür mich sind das zwei Paar Stiefel, die in deiner Frage zusammen kommen.

Das habe ich schon vermutet. In letzter Zeit treffe ich oft auf Begriffe, die wir zwar verwenden, aber darunter etwas völlig anderes verstehen.

 

ist für mich nicht der eigene Stil, sondern der "Tonfall" (oder der "Sound" wie ClaudiaB es schreibt) der jeweiligen Geschichte.

Wie unterscheiden sie sich bei dir? Kannst du immer sagen: Das ist ein anderer Tonfall, aber immer noch meine Stimme, weil ... ?

Ich muss sagen, ich habe nie darüber nachgedacht, was meinen Stil ausmacht. Ich könnte diese Aspekte gar nicht benennen. Ich habe immer eine Geschichte geschrieben, die ich bestmöglichst umzusetzen versucht habe.

 

Aber es ist äußerst spannend, von euren Erfahrungen zu lesen!

 

Liebe Grüße,

Olga

Link zum Beitrag

@Peter

Danke dir für deinen Beitrag. Ich finde, das hast du sehr gut auf den Punkt gebracht.

Dazu möchte ich aber noch einen Punkt hinzufügen: Die Melodie der Sprache. Ich finde, jeder Satz hat einen bestimmten Rhythmus, wodurch dann der gesamte Text einen Ton/Sound bekommt. Jeder Autor hat hiermit einen eigenen Rhytmus/Ton, den man in seinen Texten durchaus hören kann.

Stimmt. Dazu braucht man aber sehr feine Antennen, glaube ich.

 

@Angelika

ich mochte immer "Vom Winde verweht". Da steht auf jeden Fall die Handlung im Vordergrund, und ich habe es eindeutig gelesen, um zu erfahren, ob Scarlett jetzt den Ashley kriegt und mit ihrem Holzhandel vorankommt und dass die Sprache einfach nur Transportmittel für diese Geschichte ist, habe ich zwar gemerkt, aber gestört hat es mich nicht.

Sprache als "nur" Transportmittel für die Ereignisse - dieser Begriff hat mir gefehlt. Genau das meine ich, wenn ich davon spreche, dass die Sprache zwar flüssig zu lesen ist, aber nicht raffiniert ist - für mich ist sie dann nur ein Transportmittel, bietet aber keine weitere Ebene an, die die Geschichte erweitert.

Hier hat mich jetzt nur der letzte Nebensatz gestört. Sprache als Erweiterung der Geschichte ...

Ich weiß nicht.

Zweifelsohne erweitert eine "literarische Sprache" im Vergleich zu einer reinen "Transportsprache" einen Text um eine Dimension, jedoch handelt es sich hierbei eher um eine Art künstlerisch-genußvolle Dimension. An der Geschichte ändert es doch nichts, oder?

 

Peter

Link zum Beitrag
Stimmt. Dazu braucht man aber sehr feine Antennen, glaube ich.

Um das im Text eines Autors zu erkennen?

 

Zweifelsohne erweitert eine "literarische Sprache" im Vergleich zu einer reinen "Transportsprache" einen Text um eine Dimension, jedoch handelt es sich hierbei eher um eine Art künstlerisch-genußvolle Dimension. An der Geschichte ändert es doch nichts, oder?

Für mich besteht eine Geschichte aus sehr vielen Ebenen. Dazu gehören unter anderem der Plot, die Figuren, die Atmosphäre usw., aber auch diese genußvolle Dimension. Mag sein, dass sie an dem Verlauf einer Geschichte nichts ändert, aber an meiner Wahrnehmung dieser Geschichte - durchaus. Sie kann zB. andere Akzente setzen, oder sie anders beleuchten. Muss aber nicht. Je nachdem, was der Autor damit bezweckt.

 

Liebe Grüße,

Olga

Link zum Beitrag

Bitte melde Dich an, um einen Kommentar abzugeben

Du kannst nach der Anmeldung einen Kommentar hinterlassen



Jetzt anmelden

×
×
  • Neu erstellen...