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Autoren aufgepasst! - Verlage proben neue Klauseln

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Verlage wird es weiter geben' date=' aber ich vermute, es wird mit der Digitalisierung und dem Download-Vertrieb ein zunächst paralleler Markt entstehen. Und zwar genau so wie das, was gerade bei Computerspielen passiert: Da konzentrieren sich kleine Studios auf iPhone und iPad und der Vertrieb fällt völlig weg. Apple behält 30% vom VK, 70% landen direkt beim Entwickler. Ein Erfolgstitel macht sich also ungleich höher bezahlt als im klassischen Vertrieb - aber man kann die klassischen Vertriebs- und Werbemittel dabei nicht mehr anwenden.[/quote']

Und genau DAS verstehe ich unter "den Markt aufmischen". Das ist nämlich nicht dasselbe wie "den Markt von Verlagen zu bereinigen". Dafür entstehen neue Dienstleister, wie man sieht. Mit attraktiven Konditionen, die den eingefahrenen Verlagen eventuell auch zu denken geben.

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Die Rabattpolitik des Verlages muss dieser mit dem Handel und auf eigene Rechnung klären, es gehört nicht auf den Autor abgewälzt!

 

Ja, vollkommen richtig, lieber Andreas! Und ich finde es ebenfalls empörend, wenn Verlage versuchen, immer mehr von ihren Kosten auf die Autorinnen und Autoren abzuwälzen.

Der Normvertrag kann nur als Richtschnur verstanden werden, als Mindestnorm sozusagen.

Auch wenn der Normvertrag nicht grundsätzlich 1:1 bei unseren persönlichen Verträgen mit Verlagen als Grundlage genommen wird, kann und soll frau/man

a) sich auf vorteilhafte Punkte des Normvertrags berufen

b) sich wehren, alles in einem Vertragsentwurf zu unterschreiben

c) individuelle Regelungen hinzufügen.

Und das können - wie hier schon gesagt wurde - nicht nur bereits erfolgreiche Autorinnen, Autoren tun.

Es ist wichtig, uns vor Vertragsunterzeichnung genau beraten zu lassen, z. B. im VS, zusammen mit der Literaturagentur, bei mediafon - am besten von verschiedenen Seiten.  

Aber vorher!

Auch andere Verträge unterschriebt man nicht ohne gründliche Prüfung und verhandelt u. U. lange.

Ja, ich weiß, manchmal sind wir froh, ein Manuskript untergebracht zu haben und allzu schnell unterschriftsbereit.

Nur, unterschrieben ist dann unterschrieben, danach wird es schwierig, etwas zu ändern.

 

Vertragsgestaltung unterliegt Marktgesetzen. Damit will ich keinesfalls sagen, dass wir jede Kröte schlucken müssten. Ganz im Gegenteil! Aber bei der Vertragsgestaltung ist die/der Einzelne recht oft nur so stark wie die Solidargemeinschaft der Worturheber.

 

LG, Imre  

Gib, gib auch nach, aber gib nicht auf.&&www.imre-toeroek.de

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Und genau DAS verstehe ich unter "den Markt aufmischen". Das ist nämlich nicht dasselbe wie "den Markt von Verlagen zu bereinigen". Dafür entstehen neue Dienstleister' date=' wie man sieht. Mit attraktiven Konditionen, die den eingefahrenen Verlagen eventuell auch zu denken geben.[/quote']

 

Dummerweise ist man dann - in diesem Beispiel, kann auch jemand anders sein - von Apple abhängig. Eben von der Firma, die den Distributionskanal kontrolliert.

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Dummerweise ist man dann - in diesem Beispiel' date=' kann auch jemand anders sein - von Apple abhängig. Eben von der Firma, die den Distributionskanal kontrolliert.[/quote']

Im Gegensatz zur Abhängigkeit von den großen Buchhandelsketten?

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Verlage wird es weiter geben, aber ich vermute, es wird mit der Digitalisierung und dem Download-Vertrieb ein zunächst paralleler Markt entstehen.

 

Das ist nicht nur eine Vermutung, lieber Falko, das wird ganz sicher kommen. Nur das WIE ist noch schwer einzuschätzen, und das hängt weitgehend von der positiven Beweglichkeit der Verlage im Zusammenwirken mit den Worturhebern ab.

 

Und genau DAS verstehe ich unter "den Markt aufmischen". Das ist nämlich nicht dasselbe wie "den Markt von Verlagen zu bereinigen". Dafür entstehen neue Dienstleister, wie man sieht. Mit attraktiven Konditionen, die den eingefahrenen Verlagen eventuell auch zu denken geben.

 

Genau, Matt. Ich hoffe (und wir müssen einiges dafür tun  - es passiert auch :)), dass die Verlage nicht nur "eventuell" nachdenken. sonst wird die Entwicklung sie nämlich über kurz oder lang aber jedenfalls überrollen.

Was wir Autorinnen, Autoren eigentlich nicht wollen - aber wir können auch nicht den Hund zum Jagen tragen.  ;D

 

LG, Imre

Gib, gib auch nach, aber gib nicht auf.&&www.imre-toeroek.de

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Hm. Abhängig sind wir wohl in allen Lebenslagen' date=' wo Angebot und Nachfrage eine Rolle spielen.[/quote']

Ganz genau. Aber auch die Wahl zwischen zwei Übeln ist immer noch eine Wahl. So gesehen kann auch ein neues Übel eine Verbesserung darstellen. Teile und herrsche mal andersherum - sollen sich die Firmen doch um ihre Vertriebskanäle streiten. Dann funktioniert das Prinzip von Angebot und Nachfrage vielleicht auch mal zum Vorteil der Autoren.

 

Dabei bleibt beim digitalen Vertrieb auch zu bedenken: nicht nur gewährt z.B. Apple einem 70% des Verkaufspreises, auch verlangen sie nicht, dass man sein eBook exklusiv über ihre Plattform vertreibt. Man kann es also auch weiterhin bei anderen Anbietern einstellen. Abhängigkeit - ja. Aber nur bei diesem einen Vertriebsweg. Andere Vertriebswege sind dadurch nicht blockiert.

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Für diese Möglichkeit spricht' date=' dass das sich hier manifestierende Verhalten der Teilnehmer am Buchmarkt (Sortimenter versus Verlage versus Autoren) prinzipiell ein Verhalten ist, wie es für sterbende Märkte typisch ist. Noch drückt sich das nicht in Zahlen aus, aber das will nichts heißen. [/quote']

 

Das hast du schon einmal gesagt, deshalb möchte ich das mal aufgreifen: Nach meiner Kenntnis gibt es keine Hinweise darauf, dass der Buchmarkt stirbt, im Sinne von massiv rückläufigen Umsatzzahlen o.ä. Dass Marktteilnehmer versuchen, sich gegenseitig über den Tisch zu ziehen, ist etwas vollkommen Normales, und dass der Schwächere dabei den Kürzeren zieht, auch. Das gibt es in jedem Markt. Problematisch wird es erst, wenn ein extremes Ungleichgewicht zugunsten der mächtigsten Markteilnehmer entsteht, wie es seit einigen Jahren auf dem Buchmarkt passiert. Aber solche Prozesse sind nicht typisch für einen sterbenden Markt, sondern für einen nicht ausreichend regulierten. Wenn Konzerne sich folgenlos über Gesetze hinwegsetzen und Monopole bilden können, liegt ein Versäumnis des Staates vor, dessen Aufgabe es ist, genau das zu verhindern.

 

Christoph

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Ganz genau. Aber auch die Wahl zwischen zwei Übeln ist immer noch eine Wahl. So gesehen kann auch ein neues Übel eine Verbesserung darstellen. Teile und herrsche mal andersherum - sollen sich die Firmen doch um ihre Vertriebskanäle streiten. Dann funktioniert das Prinzip von Angebot und Nachfrage vielleicht auch mal zum Vorteil der Autoren.

 

Dabei bleibt beim digitalen Vertrieb auch zu bedenken: nicht nur gewährt z.B. Apple einem 70% des Verkaufspreises, auch verlangen sie nicht, dass man sein eBook exklusiv über ihre Plattform vertreibt. Man kann es also auch weiterhin bei anderen Anbietern einstellen. Abhängigkeit - ja. Aber nur bei diesem einen Vertriebsweg. Andere Vertriebswege sind dadurch nicht blockiert.

 

Ja, ganz genau! Ich verstehe. Die andere Seite scheint die Zeichen der Zeit noch nicht voll kapiert zun haben. Lg Imre

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Nach meiner Kenntnis gibt es keine Hinweise darauf' date=' dass der Buchmarkt stirbt, im Sinne von massiv rückläufigen Umsatzzahlen o.ä. Dass Marktteilnehmer versuchen, sich gegenseitig über den Tisch zu ziehen, ist etwas vollkommen Normales, und dass der Schwächere dabei den Kürzeren zieht, auch. Das gibt es in jedem Markt.[/quote']

 

Lieber Christoph, der Buchmarkt stirbt - zum Glück - nicht. Dass seine lang gewohnten Mechanismen ihren Geist aufgeben werden und neuen Strukturen werden Platz machen müssen, dafür gibt es Anzeichen, und wir stehen wahrscheinlich erst am Anfang großer Veränderungen. Veränderungen sind OK. Aber dass wir Autoren dabei auf keinen Fall den Kürzeren ziehen dürfen, darum wird es m. E. gehen. Lg Imre

Gib, gib auch nach, aber gib nicht auf.&&www.imre-toeroek.de

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Ich sehe auf lange Sicht zwei mögliche Entwicklungen, die sich gegenseitig nicht ausschließen:

 

1. Marginalisierung der Verlage und des herkömmlichen Buchhandels. Autoren wird es geben, solange noch Texte geschrieben werden, aber dass es deswegen auch Verlage und Buchhandlungen geben muss, ist keineswegs in Stein gemeißelt.

2. Das Ende der Belletristik. Es hat eine Zeit ohne Romane gegeben, es könnte wieder so eine Zeit kommen. Das Erzählen könnte sich neue Formen suchen, die den herkömmlichen Roman so altmodisch erscheinen lassen wie uns heute Bücher in Frakturschrift.

 

 

Ein herzliches Dankeschön für diesen informativen und tiefgründigen Beitrag, Andreas! Ich sehe das genau wie Du und hoffe aber, dass zumindest die Zeit nicht kommen möge, in der man "Schwarze Buchstaben auf Papier" nur noch langweilig finden wird. Vorstellbar ist es in der Tat ...

 

Viele Grüße

Nikola

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